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ff. Prag. S. Aug. Stephan Raditsch ist gestern abend in Agram gestorben.

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Marburger ÄüesLMtser

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SoimerStag, »en s. Auguil 1928

werden berechnet, «beus, Auskunft durch die Geschäfts stell« *» Lnscndnng der «»gebot«. G» ftlllnngsort Marburg.

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SberheMche Geltung

Nach einer Meldung aus Agram hatte sich im Befinden Stephan Raditsch um 7 Uhr abends eine leichte Besserung gezeigt, so daß die Aerzte sich entfernten und nur die nächsten Familienmitglieder am Kran-

st.iss eignete. Marburg n. Kahn

es* ^Vberhesfisch« Zeitung" t» scheint sechsmal wöchentlich. Be­zugspreis monatlich 2 GM. aus- fchließl. ZustellungSgebühr. durch dtePost2L5 GM.Für etwa infolge Streiks. Maschinendefekte oder rlewentarer Ereignisse ausfallend« Kummer» wird kein Ersatz go- leistet. Verlag v. Dr. §. Hitzervth. Druck der Untb.-Duchdruckerei d. goh. Aug. Koch, Markt 21/28. gernsprecher: Nr. 54. u. Mr. 55. Postscheckkonto: Amt Frankfurt «. W. Mr. 5015. — Sprechzeit p«r Redaktion von 10—11 und

*1,1—1 Uhr.

einem Reichslandvermögen verbunden werden.

Zu dieser Meldung teilt der „Bund zur Erneuerung des Reiches" mit, daß die ver­öffentlichten Leitsätze nur einen Aus­schnitt aus/ der bisherigen Arbeit des Bundes darstellen. Das umfangreiche Material und die ins Einzelne gehenden Vorschläge des Bundes, deren Formung noch nicht abgeschlossen sei, ergäben erst das Gesamtbild. Infolgedessen gingen die bisher gezogenen Schlußfolgerungen von unzutreffenden Voraussetzungen aus. So­bald die Arbeit des Bundes abgeschlossen sei, werde die Oeffentlichkeit sofort und eingehend unterrichtet werden.

St. Wilhelm Spltkernngel t

Berlin. 9. Aug. Der langjährige preußische Landtagsabgeordnet« der Deutschen Volkspartei, Dr. Wilhelm Spickernagel, ist heute nacht an den Folgen einer Kopsrose-Erkrankung plötz. lich verstorben.

wirtschaftlichen, politischen und sozialen Fragen des aufstrebenden Kaiserreichs, widmete er sich nach vollendetem akademischen Studium unter der Leitung des unvergeßlichen HanS Zabel in Twrtmund, der politischen Arbeit als nativ» nalliberaler Parteisekretär im rheinisch-west­fälischen Industriegebiet. Sm Feld« mehrfach und schwer verwundet, zum Offizier befördert, leitete er, radezu vorbildlicher . _

und Aufklärungsabteilung des stellvertretenden Generalkommando« in Hannover. Aach dem Kriege wurde er freier politischer Schrift­steller. Aus dieser Zeit seines Wirken» zahlreiche Auftätze und Abhandlungen, sowie größere Arbeiten: «ine Schrift über Luden­dorff, ein vielbeachtetes Buch über den Fürsten Bülow, ein« Studie über Hermann LönS,

Stt Mmßtnbmi» gegen »ft Mftlnge St. LustmS

Der Preußenbund erläßt folgende Erklärung:

Die „Leitsätze" des vom früheren Reichs­kanzler Dr. Luther gegründeten sogenann­ten „Bundes für Erneuerung des Reiches" bedeuten nichts weniger als die gewollte Zerschlagung des Restes, der von unserem alten Preußen noch geblieben ist. Der Preußenbund weiß sich der Zustimmung aller wahren Preußen gewiß, wenn er ge­gen diese Pläne schärfste Verwahrung ein, legt." ,

Stefan RMch gestorben

gen Tagen in Agram erschossenen Journa­listen Ristovitsch zeigte, bis zu welchem Grade von Haß bte Erbitterung in Belgrad gegen Pribitschewitsch Platz gegriffen hat. Im serbisch-koratischen Streit sind in den letzten Monaten wiederholt Pistolen los­gegangen. Die Belgrader Heißsporne be­haupten, daß die Kugel, die Pri-- brtschewitsch beseitigen wird sch o n lä n g st geg o sse n s e i. Das kann zwar eine Redensart sein, aber die Ev- etgniffe der letztem Wochen haben gelehrt, daß solche Redensarten angesichts der Er­bitterung der serbisch-kroatischen Ausein-

Mandat verloren ging. Di« Hoffnung seiner Wähler, ihn bei der nächsten Wahl wieder als Sieger und Abgeordneten begrüßen zu können, kann sich nicht mehr erfüllen. Der Tod hat durch ihre und unser« Hoffnungen einen schwarzen Strich gemacht. Mit Dr. Spickernagel verliert die Deutsche Bolkspartei einen Politiker der hingen Generation.

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Ktlless-Ml un» Sheinlant- täumnng

Das Zögern Stresemann«. „ ' tu. Parsis, 8. Aug. Zn amtlichen französischen Kreisen mißt man. wi« der »Quotidien" mttteilt, der Nachricht des „Daily Telegraph", wonach Außenminister Dr. Stresemann auf seine* Pariser Reise verzichten werde, nur geringe Bedeutung bsi. Zmmerhin erregt die Meldung von dem möglichen Fernbleiben Stresemanns und Chamberlains bei der Unterzeichnung des Kelloggpaktes in der Oeffentlichkeit ziemliches Aufsehen.

Unter der lleberschrift »Das Zögern Stresemanns" schreibt heute »Echo de Pa­ris", Stresemann würde wohl gerne nach Paris kommen, aber unter der Bedingung, daß er den Preis für seine Reise, nämlich x die vorzeitig« Räumung des Nheinlandes in die Tasche stecken könne. In diesem Punkte sei aber die französische Regierung fest. Es gebe keine Näümung ohne Gegen­leistung. ,

Einladung zur Unterzeichnung des Paktes durch Frankreich.

fk. Paris, 9. Aug. „Matin" be­richtet, in der Lage zu fein, ankündigen

! Die Londoner Presie zu Raditschs Tod. I" ff- London,, 9. Aug, Stephan Ra- ditschs Ableben wird von der englischen Presse in ausführlichen Nachrufen und Leitartikeln gewürdigt.

-..Dje „pmes" erklärt, der Tod Ra- ditzchs sei geeignet, seinen letzten Beschuldi­gungen gegen die Serben unter seiner ra­dikalen Gesellschaft weitere» Nachdruck zu verleihen. Auf der anderen Seite würden seine möglichen Nachfolger, Männer mit gemäßigteren Ansichten sein.

- ..Der „Daily Teleg.raph" und mit wm di« übrigen Blättern stellen fest daß flabttid) die berühmteste Persönlichkeit der

- kroatischen Bevölkerung Jugoslawiens war, und einer der einflußreichsten Män­ner im gesamten Königreich.

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Tode des Kroatenführers Ra- »-tsch durften folgende geilen, die kurz bor bent Tode Raditsch's geschrieben sind, von Jntereste fein;

JWan tut gut daran, sich mit den kuErkungen zu befassen, die em Kleben Raditsch's auf das gesamte Zerwürfnis in Jugoslawien nach sich ziehen konnte. Raditsch als der anerkannte Füh­rer der Kroaten, dem noch durch seine Ver­wundung in der Skuptschina die Rolle eines Märtyrers zugefallen ist, steht aller- oing- m schärfster Opposition zu Belgrad und zu der Verfassung des Landes. Aber Raditsch ist letzten Endes kein Hitzkopf. Er ist ein Politiker, geschult an der Diplo- uralie der alten, verklungenen Donau-Mo- uarchie. Als Politiker will er den Weg des Möglichen gehen, als Politiker ist er auch Sewillt, in Kompromisse einzuwilligen, wenn diese Kompromisse sich auf der Linie Holten, bte zu seinem Ziele führen. So­lange also Rabitsch bas Heft ber kroati- wen Sache in der Hand hält,' solange wiro auch diese Sache nach großen und folgerichtigen Gedanken und nach politi- fchen Ueberlegungen geführt werben. Fällt I ober einmal dieser denkende Kopf der kroa- I uschen Idee, so wird die Mrsse führer­los. so werden die Instinkte frei, di« heute doch gebunden sind durch den Willen und o>e Ueberlegenheit eines kräftigen Führers. Es scheint allerdings festzustehen, daß im xfalle eines Ablebens Raditsch's Pribit- schew lisch die Zügel der kroatischen Be­wegung in die Hand nehmen wird. Da auch dieser Pribitschewitsch eine Persönlich- I ftft ist, die sich nicht von Leidenschaften

seinem politischen Denken verwirren I fassen wird, so könnte dieser neue Führer tatsächlich der geeignete Erbe Raditsch'^ I sti«, wobei allerdings die Frage zu prüfen kst, ob Pribitschewitsch als Nicht-Kroate I ®fn gleichen Einfluß auf bte Massen ge­winnen wird, wie ihn sich Raditsch unbe­dingt sichern konnte. Es kommt noch hrn- »u, daß Pribitschewitsch von Belgrad als ^n Renegat angesehen wird. Was besagt, baß sich die größte Erbitterung und der Srößte Haß der Alt-Serben auf ihn ver- I fanigen. Die Presse-Polemik des vor eint- * 1

Anzeiger für (das frühere kurhessische) Oberhessen

Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg.

andersetzung sehr oft blutige Wahrheit werden.

Man wird daher die Führerfrage als den Angelpunkt der kroati­schen Sache zu bewerten haben. Gelingt es keinem der einsichtigen Polititker in Agram, die Bewegung in die Hand zu be­kommen, so werden die Massen rettungs­los den Extremisten ausgliefert sein. Daß sich bann der kroatisch-serbische Streit nicht mehr durch bte Formel einer politischen Auseinandersetzung lösen las­sen wird, braucht nicht besonders Betont zu werden. < | .

kenlager zurückblieben. Um 8.55 Uhr stellte sich die Verschlimmerung im Befin­den des Kranken ein, die nach wenigen Minuten den Tod herbeiführte Es dauerte länger als eine Stunde, bis die Nachricht in den Gast- und Kaffehäusern bekannt wurde. Um 41 Uhr abends wurden Extra­ausgaben, der Blätter herausgegeben und das Publikum umstand in großen Scharen die Redaktionen der Zeitungen, um Neuig­keiten zu erfahren. Zu Ruhestörungen ist es nicht gekommen.

Wnong in Nähern

München, 8. Aug. Zu der Ver- ösfenlichung der Ziele des „Bundes für Erneuerung des Reiches" schreibt die der Bayerischen Volkspartei nahe­stehende Zeitschrift „Der deutsche Süden" u. a.: Die Lösung, die von der Lutherschen Organisation angestrebt werde, fiihre zu keinerbrauchbarenGestaltung der Dinge. Von einer Dezentralisation könne dann keine Rede mehr sein, wenn man ein so übergroßes Gebilde bilden wolle, dessen einziges Parlament der Reichstag fei, der nicht versäumen würde, die noch übrigen Länsser Baden, Württem­berg, Bayern und Sachsen zu beseitigen. Die Dezentralisation wäre dann noch viel schwerer durchzuführen. Zusammen­fassend könne gesagt werden, daß die vor­geschlagene Lösung staatsrechtlich, und wirtschaftlich nicht trag­bar sei.

B e r I i n, 8. Aug. Die „Deutsche Zei­tung" veröffentlicht die Leitsätze des im I Januar ds. Is. vom Reichskanzler a. D. Dr. Luther gegründeten Bundes I zur Erneuerung des Reiches. Im ersten Teil dieser Leitsätze wird I die Lösung des Problems durch Schaffung I eines Groß-Preußens, durch Uebernahme I leistungsfähiger Lander in die Reichsver­waltung und durch künftige Ausfüllung I der Landesverwaltungen im Wege neuer I Reichsgesetze abgelehnt.

Im dritten Teil werden dann I Richtlinien für die Lösung des Problems aufgestellt. Es wird empfohlen, daß im Wege übereinstimmender Gesetzgebung des Reiches und Preußens die gesetz­geberischen und zentralen Verwaltungs­ausgaben Preußens in der Weise auf das Reich übertragen werden sollen, daß für dieses künftig als Reichsland zu ver-

I waltende Land Reichspräsident, Reichs­regierung und Reichstag an die Stelle von Staatsregierung und Landtag treten sollen. Alle anderen Länder könnten sich auf Grund eines Landesgesetzes dem Reichsland - anschließen. Einige im Ge­lände mit dem Reichsland liegende oder ! nicht mehr leistungsfähige Länder sollen alsbald mit dem Reichsland verbunden werden. Im Einzelnen wird vorge­schlagen, daß die Länder Heffen. beide Mecklenburg, Oldenburg, Thüringen, An­halt, Braunschweig. Hamburg, Bremen, Lübeck, Lippe und Schaumburg-Lippe dem Reichsland angeschlossen werden. Die GlE^erung des Reichslandes wäre nach dem Vorschlag folgende: Die Gebiete von Schaumburg-Lippe, Lippe, Lübeck, die drei I getrennten Gebietsteile Oldenburg, die I sechs getrennten Gebietsteile Anhalts, die I 28 getrennten Gebietsteile Braunschweigs sowie die beiden getrennten Gebietsteile Hessens mit den sechs Exklaven würden als Provinzen des Reichslandes zu ver- I waltenden Provinzen zugeschlagen wer­den. Tie beiden zu vereinenden Länder I Mecklenburg, Thüringen und die beiden Hansestädte sollen gleichfalls die Eigen­schaft als Provinzen des Reichslandes er- I halten. Gleichzeitig sollen die in Süd- I deutschland liegenden Exklaven den sie umschließenden Ländern eingegliedert werden.

Der in den Provinzen des Reichslandes an der Spitze der inneren Staatsverwal- I tuno stehende Beamte, der unter Gegen­zeichnung des Reichskanzlers vom Reichs- I Präsidenten ernannt werden soll, müsse >

vorgeschlagen, ferner daß bei Dem Finanz- I preußischen Landtag gewählt. Hier wandte ausgleich das Reichsland im Verhältnis « feine besonder Aufmerksamkeit den Woh- zu den anderen Ländern als Einheit be- ssungs- und.Siedlungssragenzu^Aeften nach handelt werden solle. Das Vermögen und w °n^Laich« verti^mftine

der im Reichsland zu vereinigenden Län- *orÄ töJ ÄpolitAF Fragm tougm der soll mrt dem preußischen Vermögen zu Damen in weite Kreise. Sein« fern- munalpolitis chen Neigungen brachten ihn enger mit dem Deutschen Städtetag zusammen, dessen Pressechef er am 1. Suli 1927 wurde. Otur wenig mehr als ein Jähr war es ihm vergönnt, an dieser Stelle zu wirken, doch gelang es seinem schriftstellerischen und or­ganisatorischen Geschick, eine Reihe schöner Er­folge zu erzielen, wie die Entwicklung der von ihm im Auftrage des Städtetages her- ausgegeLenen Zeitschrift „Der S ädtetag" zeigt, die unter seiner Leitung ein viel beachtetes Organ geworden ist. Auch in seinem Wahl­kreise erfreute sich der junge Abgeord»

„Die Erneuerung -es öeuWen Reiches"

ßuflia» 9Wrtformj»ton — SttWnftn all« Ältinltnnten I Deisebilder auS Sowjetrutzland ufto. In den ständiger Kommissar der Reichsregierung L^AeiA?EÄle?Sttg^^°^^sich auch gegenüber allen Reichsverwaltungen sonders um die Pfalzspende deutscher Sei­fern. Weiter wird die Bildung eines tungen Anerkennung und Verdienst. 1924 Staatsrates des Reichslandes I wurde er vom Wahllveise Potsdam II in den