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__vveryefttsch« Jenukg, Marvura * Aniverfität. Eine Gedenktafel am früher Stetefeld'fchen (jetzt Müller'schen Hause) Hofstadt 11, zeigt an,' wo der durch seine vielen Schriften so berühmt gewordene Gelehrte während seines Marburger Aufenthalts wohnte. Er starb als badi­scher Geheimrat 1817 im Alter von 11 Jahren in Karlsruhe.

e. M'-nms, Pftt 6. August 1928_________

Hinterbliebenen. Iustizinspektor Wir­ges II., ist während des Monats August verreist. Di« Vertretung erfolgt durch den Kreisverbandsvorfitzenden (Oberst a. D. Immanuel. Wilhelmstr. 20, 910 Ahr. außer Sonntags).

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Attentat auf einen Belgrader Journalisten.

mb. Belgrad, 5. Aug. Aus Agram wird gemeldet: Sonntag früh wurde in Agram her Redakteur Diftovic vom Belgrader Blatt ttedinstvo" von dem Bahnarbeiter vunic durch Revolverschüsse getötet. Dabei wurden auch ein Polizist und em Passant verletzt.

Großer Iuwelenschwlndel.

mb. Pforzheim, S A g. Der Vertreter der Pforzheimer Schmuckwaren-Jndustrie ist einem geriebenen Schwindler zum Opfer ge­fallen. Dieser, ein Ausländer, soll bei einer Zusammenkunft in Frankfurt a. Main von großen Geschäften gesprochen haben, die in Paris zu machen seien. Seinem , Auftrag" entsprechend soll dann der Pforzheimer Ge- schäftsmonn einig« Tage später Juwelen jm Werte von insgesamt 65 000 AM. selbst nach Paris gebracht haben, wo sie ihm von dem inzwischen erngetroffenen Schwindler abgenommen wurden. Angeb­lich momentan ohiw Geld, sei der Geschäfts­mann von dem Ausländer auf Wertsachen vertröstet worden, die angeblich in Frankfurt am Main hinterlegt worden waren. ES habe stch nunmehr aber herauSgestellt, daß der Betrüger Frankfurt mit Schulden verlassen hatte.

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MarlMM NsiMttms

Das Geburtshaus Jung-Etillings durch Feuer vernichtet. *

Ans Siegen wird geschrieben: Sine für alle Siegerländer, besonders, für die Freunde des Heimatschußes und der Hei- matpflege, äußerst betrübend« Nachricht kommt aus Grund bei Hilchenbach. Dort, in dem kleinen Siegerländer Dörfchen, ist Freitag früh gegen 6 Ahr in dem Geburts­haus unseres großen Landsmannes Jung- Stilling ein Brand ausgebrochen, der das alte, nunmehr über 200 Jahre alte schöne Fachwerkhaus vollständig zerstört hat. Das Feuer hat mit einer solch rasenden Ge­schwindigkeit um sich gegriffen, daß eine wirksame Löscharbeit nicht eintreten konnte. Aach wenigen Stunden schon ist das Haus, das von dem Landwirt Winchenbach be­wohnt wurde, bis auf die Grundmauern niedergebrannt. Die Arfache des Bran­des ist noch nicht sestgestellt. Iung-Stil- ling, der zunächst Schneider war, widmete sich später dem Studium und war von 1787 bis 1803 Professor der Oekonomie und Kameralwissenschasten an der hiesigen

* Vom Sonntag. Kühl und reg­nerisch ließ sich der gestrige erste Sonntag im August an. Das Wetter hielt sich je­doch den ganzen Tag so, daß die Aus­flügler wenig oder selten behmdert wur­den. In den Straßen der Stadt war gestern meist nur geringer Verkehr.

* Vom Wetter. Der Unterschied im Wtterungscharakter zwischen dem nörd­lichen und dem südlichen Mitteleuropa hat sich auch während der vergangenen acht Tage erhalten, in denen das Wetter be­sonders im deutschen Küstengebiet sehr wechselvoll und für die Jahreszeit meist recht kühl war. Die nordeuropäische Tief­druckfurche wird aller Wahrscheinlichkeit nach auch weiter anhalten, wogegen West- und Mitteleuropa nächster Tage wieder unter den Einfluß des nach dem Kontt- nent vorstoßenden Azorenmaximums kom­men werden. Es wird westostwärts fort­schreitende Aufheiterung und Erwärmung bringen, wobei sich alsbald auch in Nord­deutschland Temperaturen von hochsom­merlichen Ausmaßen einstellen werden, die im südlick-en Mitteleuropa, von Gewit­terstörungen abgesehen, überhaupt keine wesentliche Erniedrigung finden dürften.

* Ein 70jährige r. Herr Oberpsst- schaffner Jakob Kahler, Steinweg 34, be­geht morgen, so teilt man uns mit, seinen 70. Geburtstag.

* Polizeiliches. In Frankfurt sind seit einiger Zeit falsche Reichsbancnvten über 20 Mark vom 11. 10. 1924 in Verkehr ge­bracht. Besondere Merkmale: Handzeichnung, gewöhnliches Papier, Pflanzenfasern und Wasserzeichen fehlen, Kontrvllstempel sehr schlecht nachgeahmt, Anterschriften schlecht leserlich, auf der Rückseite ist der Strassatz nicht in Buchstaben, sondern nur durch Strich« gekennzeichnet. Die falschen Scheine in Fr. tragen die Rummern D 6 620 335, CB 3 390 953. In Hindenburg sind ähnlich« Fälschungen aufgetaucht.

* Vom Kreiskriegerverband Marburg. Der Vorsitzende der Kreis­gruppe der Kriegsbeschädigten und Krieger-

* Die Krieger-Kameradschaft Marburg beging am Sonntag, 5. August, nachmittags im Kurhaus Marbach die schlicht« aber eindrucksvolle und würdige Feier des 49jährigen Bestehens. Vmn Wet­ter, das zwar kühl, aber nicht regnerisch war, begünstigt, gestaltete sich der Verlauf aufs Beste. Fast alle Kameraden, begleitet von ihren Familien, waren erschienen, sodaß der große Saal gefüllt war. Der Vorsitzende, Kamerad Kronemann, begrüßte mit herz­lich-beredten Worten die Versammlung und wies auf die Bedeutung des Tages hin. Dann ergriff der Kreiskriegerverkands-Dor- sitzende, Kamerad Oberst a. D. Immanuel, (Ehrenmitglied der Kriegerkameradschast), der soeben von einer langen Reise heimgekehrt ist, das Wort zu einer Ansprache, in der er die Glückwünsche des Verbandes darbrachte und auf die gedeihlich«, von wahrem Kameradengeist getragene Entwicklung deS Vereins hinwies. Sechs verdienten Kameraden der Kriegerkameradschast überreichte er die Chrenschleife des Preußischen Landeskrieger­verbandes für 25 jährig« Dereinszugehörig- keit. Die Kapelle Pauli brachte die alten Armee- und Kameradenmärsche trefflich zum Vortrag. Hierauf folgte im Garten der fröh­liche Amzug der .Kinderschar, die mit den üblichen Bretzeln bedacht wurden. Das Schießen der Damen und Kameraden mit Luftbüchsen fand lebhafte Teilnahme und brachte gute Ergebnisse. Alles in Allem: eine in vollem Sinne anregende und wohlgelungene Deranstaltungl

* Ein Milchauto verbräm Am Cappeler Berg, in der Nähe des Felsen­kellers, ging gestern früh ein Auto in Flammen auf.

* Zu den Knochenfunden bei Ockershaufen wird uns in einer weiteren Mitteilung bestätigt, daß der be­treffende Arbeiter schon langer auf die großen Knochen aufmerksam wurde, so­daß anzunehmen ist, daß das ganze Skelett vielleicht vorhanden war. Herr H. W. Pfeiffer, der zufällig von den Fun­den hörte, hat den Nashornschädel sofort in Sägemehl gebettet, in eine Kiste ver­packt und mit seinem Fuhrwerk in das Institut gefahren, nachdem er Herrn Pro- essor W. an Ort und Stelle geführt hatte, "err Pfeiffer verdient hierfür besonderen Dank.

T« MawburMer Dibberche« im LanvcH» museum.

Zu der AusstellungMarburger Töpferei" im Landesmuseum m Kassel le­sen wir u. a. in derKasseler Post":

Die Schätzung gerade der volkstümlichen Keramik ist von den breiten Kreisen der Bevölkerung, der sie einst vollgültig ge- diemt hat, in die engeren Kreise des be» wußten künstlerischen Geschmacks zurückge- wlchen. Die Dinge liegen heute so, daß schon eint gewisse heimatliche oder ästheti­sche Einstellung dazu gehört, um kunstge­werbliche Erzeugnisse von T*er Art der Marburger Töpferei hochzuschätzen, sie als Werte der häuslichen Umgebung, als Zei­chen persönlichen Behagens aufzufassen. Jm allgemeinen gelten dieMarburger Tub- berchen" als veraltete, längst überholte Gebrauchsformen, die nur noch kultur- hlstorische Bedeutung haben. Aber das ist ein Irrtum, und die gegenwärtige, lei­der nur auf kurze Dauer berechnete AuS-- stellung im 2. Stock des Landesmuseums ist geeignet, darzutun, daß es mi't der hessischen Keramik mehr aus sich hat, als mit geschichtlichen und kulturellen Begrif­fen zu umgrenzen ist.

Gewiß: der Ton aus lern Ebsdorfer Grund wurde schon in vorchristlicher Zeit zur Herstellung von allerlei Gefäßen ver­wendet, und eine Probe davon wird auch, in treuer Nachbildung, bei dieser Gelegen­heit dargeboten. Aber wie interessant auch immer diese Tatsache ist, sie bildet doch nicht das entscheidende Merkmal 'des­sen, was hier gezeigt wird. Dar Entschei­dende, das Wichtige tst vielmehr, daß die Volkskunst, die hier geübt wird, trotz der Jahrtausende langen Tradition nicht in seinen Formen erstarrt, sondern lebendig geblieben ist, lebendig in einer Mannrgi- faltigkeit, die hier, wie überall, nur dort Schwächen zeigt, wo sie sich von außen, durch stilistische Reflexion beeinflussen läßt. Dort, wo sie aus sich selbst herauswächst, wo sie im geistigen Bannkreis der WerS- statt und ihres Meisters bleibt, wirkt sie immer stoch lebensvoll, gedrungen, echt, und ist durchaus nicht mit Geringschätzung als primitive Scherbenpraktik abzutun.

Um eines Kunsthandwerks willen, dessen Fortbestand im Interesse eines bodenstän­digen Kulturlebens dringend zu erhoffen ist, darf es als höchst wünschenswert be­zeichnet werden, daß die Oeffentlichkeit weitestgehend von dieser Marburger Keva- mi'k Notiz nimmt, einer Ausstellung, die in ihrer hessischen Heimat mit Fug einen nicht geringeren Widerhall erwarten darf, als ihr im übrigen deutschen Vaterland erfreulicherweise widerfahren ist.

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