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St. IS? 6?.Mte. Marburg a.Labu

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Anzeiger für (bas frühere kurhesftsche) Oberhessen jBäsaf Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg, süüüttk KBm NerNbkbbäimn

Km der furtbltarften ftataftroelwn, Ne je In MM »srgrkemmeu stnd — Slurm und Sam! SSmlliche Eiseudabnstrtlkm und Stinten eeieetri

vtb. » amberg, 8. Aug. Das Bam- terger Gebiet wurde am Sonnabend in len späten Nachtstunden von einem furcht- irrrn Unwetter heimgesucht. Nach einem hagelschlag, bei dem Schloßen von tauben, eiergrötze niederfiele« und mehreren fot­zenden heftigen Gewittern kam plötzlich aus dem Nordwesten eine Windhose von etnrn fünf Minuten Dauer angebraust, di« Serail auf ihrer Bahn furchtbare Schaden anrichtete. Zm Bamberger Bolkspark »urde di« neue Festhalle vollkommen zer­trümmert. Die ganze Parkanlage ist ver­nichtet. Kilometerweit dehnt sich der Wndbruch hin. Zn der Bamberger Rad­rennbahn. auf der am Sonntag die baqri- . scheu Meisterschaften ausgetragen wurden, stürzten große Bäume und machten eine Fortführung des Spieles unmöglich. Zahl­reiche Kamine wurden durch den Sturm «ugeriffen. davon allein sechs grohe Kadrikschornsteine.

Der Gesamtschaden in Pamberg wird auf mehrere Millionen geschätzt.

3« Bamberger Eisenbahnverkehr traten stundenlange Störungen ein. Sämtlich« Verbindungen, auch Telephon und Tele- zroph, besonders nach dem Norden und der näheren Umgebung Bambergs find noch nicht wieder hergestellt.

Zm Stadtinnern Bamberg wurden schwere Beschädigungen in der Haupt- kraftwagenwerkstätte festgestellt, von sämtlichen Gebäude« find die Dächer abgerissen und ungefähr 200 Meter weit vom Sturm fortgetragen.

Sie Ernte, vor allem der bedeutende Obst­bau, ist durch den Hagel vollkommen ver­nichtet. Bis jetzt sind sechs Personen als verletzt feftgestellt worden. Hilfsmahnah- Ae« find im Gange. Die Bamberger Eportwoche ist abgesagt worden. I» der Umgebung herrscht genau das gleich« Bild ber Zerstörung. Besonders schwer betrof- ien wurden die Ortschaften Hirschaid stad Strullendorf, Eauftadt und fällst ad t. Zn der bei Eauftadt gele­sene« großen Ziegelei Lessing warf der Sturmwind einen 50 Meter großen Teil

Daches eines Nebengebäudes gegen &e« großen Fabirkschornstein, sodaß dieser nuseiaanderbarft. Das Werk muß infolge- besse« ftillgelegt werden. Z« Bamberg kürzte bei der Holzfabrik Weiermann von chuem hohen Schornstein ein Teil i« die Siefe. Der Schaden beläuft fich auf etwa SOOOO Mark, doch kann der Betrieb auf- kecht erhalten werden. Zm Bamberger städtischen Viehhof wurde durch den eine Zieselsteinmauer auf einer Breite von 5—15 Metern umgeworfen. Sei Loewensteg, «ine Verbindungsbriicke *ns Holz und Beton über die Regnitz n»»rde größtenteils weggerisien. Polizei, Feuerwehren und Sanitätskolonnen find **t Räumungsarbeiten beschäftigt. Der Oberbürgermeister der Stadt wurde tele- straphifch aus seinem Urlaub zurückgeru- len.

loitfgtf Otsfttee In Senfllnew

Reutlingen, 5. Aug. Gestern ging, stier ein Gewitter mit furchtbarem JöageU Mag nieder. Hagelkörner bis zu hühner-

eigröße sausten herab, durch deren Wucht an der Marienkirche ein Stein abgeschla­gen wurde. Durch den Sturm wurde in der Stadt ein Dach abgedeckt. Auch Bäume wurden entwurzelt oder umgebrochen. Zn der Reutlinger Umgebung fand man noch eine Stunde nach dem Gewitter eine zehn Zentimeter hohe Hagelschicht, unter den beschädigten Obstbäumen liegen die abge­schlagenen Früchte.

Augsburg 5. Aug. Schwere Un­wetter gingen Samstag abend über dem Landbezirk A n s ba ch nieder, wodurch in vielen Gemeinden die Ernte vernichtet, Bäume entwurzelt oder umgebrochen wurden. Groß ist der angerichtete Ge­bäudeschaden. Auf dem Felde befindliche Arbeiter, sowie viele Kinder wurden durch große Schloßen übel zugerichtet. Fünf Touristen wurden nach Ansbach ge­bracht, die durch die Hagelkörner schwere Beulen davongetragen hatten. Zahlreiche Vögel liegen tot umher. Auf der Weide

Danzig, 4. Aug. Nach fast fünf Monate langen Verhandlungen wurden am Samstag mittag in Danzig mehrere Abkommen zwischen der Freien StadtDanzigundderRepublik Polen unterzeichnet, durch die eine An­zahl von Restfragen zwischen beiden Staa­ten vorläufig geregelt wird. Der Danziger Senat erhofft davon eine weitere Ver­ständigung und wirtschaftliche Annäherung zwischen beiden Staaten.

Das wichtigste der neuen Vertragswerke ist ein vorläufiges Abkommen über eine

teilweise Freigabe des polnischen Munitionsbeckens aus der Wester- platte sür Handrlszwecke.

In dem Abkommen erklärt sich die pol­nische Regierung damit einverstanden, daß unter Vorbehalt einer beiderseitigen sechs­wöchigen Kündigungsfrist das Munitions­becken auf der Westerplatte nicht nur wie bisher ausschließlich dem Umschlag und der Durchgangslagerung von Kriegs­material und Explosivstoffen für Polen gemäß den Bestimmungen des Dölker- bundsrates dienen soll, sondern daß auch ein Teil -es Munitionsbeckens die so­genannte „blaue Zone" sür allgemeine Handelszwecke, bei anders für die Ent­ladung von Handelsschiffen benutzt wer­den kann. Der Polizeidienst soll überall im Gebiet des Munitionsbeckens in der gleichen Weise wie an den übrigen Stellen des Danziger Hafens ausgeübt werden. Die polnische Regierung hat das Recht, nach vorheriger Ankündigung die teilweise bezw. gänzliche Räumung des Munitions­beckens von Handelsschiffen zu verlangen, um ihre Munitionstransporte entladen zu können. Der Danziger Polizeipräsident soll das Recht haben, die Westerplatte zu betreten, um sich jeder Zeit von der Ein­haltung der Sicherhcitsvorschriften über­zeugen zu können.

Das zweite Abkommen betrifft die Frage der sogenannten Fort d'Attache, das heißt

die Anlegung von polnischen Kriegsschiffen im Danziger Hafen.

befindliche Gänse wurden erschlagen, chloß Coulmberg büßte 60 wertvolle Butzen- und gemalte Scheiben ein. Der Schnellzug Hamburg—München geriet bei Rosenbach in einen Hagelsturm. 20 Fenster wurden zertrümmert.

3mmet gröltrtr Umfang ter ftatalMe

fk. Nürnberg, 6. Aug. Die Unwet­terkatastrophe. von der halb Nordbayern am Sonnabend betroffen wurde, nimmt nach weiter einlaufenden Meldungen im­mer größeren Umfang an. So wurde be­sonders schwer auch di« Gegend von Erlan­gen heimgesucht, wo ebenfalls ungeheurer Schaden auf den Feldern, den Fluren und Waldungen angerichtet wurde. Vielfach find die Wege durch die Wassermasien zer­stört worden. Besonders der Sieglitzhofer

Danzig hatte ein diesbezügliches lieber« einkommsn vom 8. Oktober 1921 ge­kündigt, da es der Ansicht war, daß der Hafen von Gdingen genügend ausgebaut sei und die polnischen Kriegsschiffe diesen Hafen zum Anlegen benutzen könnten. Die jetzigen Verhandlungen haben nun­mehr zu dem Ergebnis geführt, haß Dan- uy die Kündigung einstweilen zurück­nehme und das Abkommen bis zum 1. Juli 1931 verlängert wird. Die polni- chen Kriegsschiffe können also vorläufig auch weiterhin den Danziger Hafen als Anlegehafen benutzen. Die Frage soll nach drei Jahren erneut behandelt und einer endgültigen Regelung zugeführt werden.

Das dritte Abkommen betrifft

dl« Wiederherstellung der zwischen Danzig und Polen bisher getroffenen Eisen' bahntarife

und die Einführung einheitlich durch­berechneter Eisenbahntarife vom 1. Nov. 1928 ab, da durch die getroffenen Taris- ätze der Handel mit dem Ausland insbe­sondere der Durchgangshandel mit Ruß­land stark behindert, ja in gewissem Sinne unterbunden wurde.

Zur Regelung dieser Frage wird der Senat der Freien Stadt Danzig mit dem 1. November 1928 eine neue Eisen- bahnverkebrsordnuna ausführen die sich eng an die polnische Eisenbahnver­kehrsordnung anlehnen wird. Es handelt sich sowohl um eine Vereinheitlichung der Fahrkartenvreise für Personen als auch der Frachttarise, deren Nebengebühren so­wie der besonderen Tarifbestimmungen und Ausführungsbestimungen zur Eisen­bahnverkehrsordnung.

Die Hoheitsrechte Danzigs sind inso­fern gewahrt, als es künftige Aenderun- gen der polnischen Eisenbahnverkehrsord­nung auf Danziger Gebiet nur durch­führen wird, wenn diese Aenderung mit bin Grundsätzen des öffentlichen und privaten Danzigers Rechts und mit den internationalen Verpflichtungen verein­bar find.

Grund wurde stark in Mitleidenschaft ge­zogen. Etwa 2000 schöne Waldbäume wurden vom Sturmwind umgeknickt un- entwurzelt. Viele Häuser wurden abge- deckt. Gärten und Kartoffelfelder verwü­stet und einig« Kamine «mgeworfen. Auch der Verkehr wurde stark behindert. Zahl­reiche elektrische, Telegraphen, «nd Tele. phonleitungen wurden durch umstürzende Masten zerrisien. Auch im Feuermeldedienst traten Störungen durch Drahtbrüch« ein. 3« der Erlanger Oftvorstadt versagte das Licht. Auch Buchenbach und Brück wurden von der Katastrophe mitgettom. men, wo ebenfalls di« Häuser abgedeckt und viele Bäume zersplittert wurden. Wie jetzt auch aus Güßweinstein und einigen anderen Gegenden der Fränkische« Schweiz berichtet wird, soll das Unwetter in dem. selben Ausmaß auch dort gehaust habe«. Auch die «nterfränkischen Weinberge wur­den in Mitleidenschaft gezogen. Zn Ra«, dersacker wurden durch Hagelfchlag di, Weinberge, die fich vom dem durch di« Maifröste verursachten Schade« jetzt eini, germaßen erholt hatten, nunmehr durch den Hagel vernichtet. Auch auf de« Fel, dern wurde großer Schade« angerichtet. Viele Obftbaume stnd «mgeworfen und di« Früchte abgeschlagen worden. 3« bet 6«. gend von Proßelsheim wurden ebe«. falls durch Hagelschlag die Fluren stark verwüstet. Die noch auf dem Halm stehend, Getreideernte ist vielfach vernichtet.

Die Hagelstücke waren auch hier taubeneiergroß.

Der Sturm hatte Stockungen im Eifen­bahnbetrieb zur Folge. Bei Stofselbach wurde neben Telegraphenmasten auch das Einfahrtssignal umgerissen, sodaß beide Geleise gesperrt waren. Der Zug­verkehr erlitt dadurch erhebliche Ver­spätung. In Retzbach wurden die Dächer des Bahnhofsgebäudes zum Teil abge­hoben und fast sämtliche Fensterscheiben zerschlagen. Ein vollbeladener und vier leere Güterwagen wurden losgeriffen und zur Entgleisung gebracht. Ebenso ritz der Orkan an anderen Stellen vier abgestellte Personenwagen los und trieb sie unter Ausschneiden der Wei. chen gegen einen Nebenbahnzug. Bei dem Ausstoß entgleiste ein Personen- wagen und wurde beschädigt.. Bor dem Einfahrtsignal in Station Lengsurt — Trenn st edt fuhr der Eisenbahn­zug aus einen Baumstamm, der erst kurz vorher durch den Sturmwind aus das Geleise geworfen worden war. Im Zuge wurden 8 Fenster zertrümmert Personen wurden nicht verletzt.

Ai ZttitM antwort an Sumfinitn

tu. Burareft, 5. Aug. Der deutsche Geschäftsträger Dr. Kirchholtes über­reichte Samstag im Ministerium des Aus­wärtigen di« deutsche Antwort auf die ru­mänisch« Note, di« die Wiederaufnahme der Verhandlungen zwischen Deutschland «nd Rumänien vorschlägt. Die deutsche Note besagt, daß eine deutsche Kommission für die Verhandlungen bereit» gebildet sei und die rumänische Kommission zur Wie­deraufnahme der Verhandlungen erwartet werde. Deutschland sei bereit, unter de« bekannten Voraussetzungen an der ru­mänischen Anleihe und an der Stabili» fierungsmaßnahme teilzunehmen.

Unterzeichnung wichtiger Nanrig-polniicher Abkommen

ZeflMift Mgabe der Mtervlnite für 8anWtw8e — Snnzfg Nefbt flnltgthafon für nolnlfthr ÄrlegStoiffe bis 1911