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SonneMg, M» 26.3uli 1928

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7 Außenminister in Varis

Zur flnterieiihnung »es Kellm Aktes

Die Antwort Polens werd in den näch­sten Tagen erwartet.

0bert,Msche Zeitung

«ne Knenms an Manen

London. 25. Juli. Der Staatssekre­tär des Neuster«, Chamberlain, teilte im Unterhaus mit, der britische Gesandte i« Riga, der die britischen Interessen auch in Kowno wahrnimmt, sei beauftragt wor. den. dem litauischen Minister des Aus« wärtigen dringend nahezulegen, dah es wünschenswert sei, die Empfehlungen des Völkerbundsrates bezüglich der Meinungs, Verschiedenheiten zwischen Polen und Litauen in die Tat umzusrtzen. Es sei anzunehmen, dah auch der französische und der deutsche Gesandte in Kowno ähnlich, ' Vorstellungen erheben würden. >i

>ea 10 gestalt. Zellemallllmeter «08 SM, kleine Baranzeigen

£>te ^Vberhessische Zeitung" et* scheint sechsmal wöchentlich. Be» zugsvreis monatlich 2 GM. «us» schließl. ZustellungSgebühr, durch diePost2LS GM.Für etwa infolge Streik«, Maschinendefekte oder elementarer Ereignisse ausfallende Rümmer» wird kein Ersatz ge­leistet. Verlag d. Dr. §. Kitzeroth^ Druck der Uuid.-Buchdruckerei b. Zoh. Ang- «och, Markt 21/23. Fernsprecher: Nr. 54. o. Nr. 55. Postscheckkonto: Amt Frankfurt «. M. Nr. 5015. Sprechzeit tet Redaktion do» 10-11 und

*1,11 Uhr*

fein.

Das Berliner Tageblatt" gibt die Meinung wieder, daß zunächst Hu gen"* berg innerhalb der Deutschnationalen Partei eine Schlacht gewonnen habe, daß aber der Kampf erst jetzt in vollen Gang kommen

werbe. Dieser Ansicht schlietzt sich auch der .Vorwärts" an, der dann aber schreibt, vast, es der Berufungsinstanz kaum noch möglich sein werde, einer Entscheidung durch formale Gesichtspunkte auszuweichen, da sich tSortsetzuna siebe Seite 2.)

st. Paris, 28. Juli. WieNewqork Herold zu dem Empfang des amerikani­schen Botschafters durch Vriand mittet«, hat der französische Auhenminister dem Botschafter mitgeteilt, dast die französische Regierung am heutigen Donnerstag eine offizielle Einladung an Staats­sekretär Kellogg übersenden werde. Bri- and. der am Dienstag von seinem Landsitz zurückkehrte, wird noch bis Freitag in Pa­ris sein, um die ersten Borbe^itungrn für den Empfang der auswärtigen Staats- wänner zu treffen. Bon den neuen aus­wärtigen Mächten, die Frankreich zur Un­terzeichnung des Kelloggpaktes nach Paris eingeladen hat, haben bisher 8 ange-

Als Tag der Unterzeichnung ist vorläu­fig der 27. A«g«st in Aussicht genom­men. Man rechnet damit, dah mindestens 7 Augenminfter Bei der Unterzeich­nung des Paktes in Paris anwesend sein werden. Auster Kellogg, Briand, Chamberlain, Dr. Stresemann sei die Anwesenheit der Autzenminister von Bulgarien, Polen und der Tschechoslowakei praktisch gesichert. Die Annahme der Einladung durch Dr. Stresemann hab- das letzte Hindernis be. seitigt, die Unterzeichnungsfeierlichkeiten in Paris abzuhalten. Mussolini werde wahrscheinlich gemäß seinem bis, herigen Brauch nicht außer Landes gehen. Italien werde durch den llnterstaatsfrkre- tär im auswärtigen Amt und Japan durch den Pariser Botschafter in Paris vertre­ten werden.

Der Ausschluß -es Mseoröuelen Lambach

Sein strmMWe Begründung - Lambach legt sein Raa»at aus keinen Fall nieder

Diese Sprache, die an Deutlichkeit nichts zu I wünschen übrig Iaht, dürfte wohl hinreichend beweisen, dah die Anhängerschaft Lambachs in der Deutschnationalen Partei sich nicht etwa nur auf den Handlungsgehilfenverband und den Gewerkschaftsbund beschränkt, sondern weit darüber hinausgreift.

»ur Grundlage ihres endgültigen Beschlusses Tnacp-t

GewerkschaftsblattDer Deutsche" Ererbt: Der Kampf ist natürlich nicht zu Ende. Der Abg. Lambach will Berufung einlegen. Er muß diese Berufung eiitlegen, damit eine politische Entscheidung gefällt wird. Wir glauben, daß das Parteigericht die Sache von höherer Warte auS betrachtet und künf­tige Entwicklungen der Deutfchnationalen Bolkspartei in Betracht zieht. Schließlich wird dann, was Lambach entsprechend dem Ausfall des endgültigen Urteils tun wird, nicht ohne Rückwirkung auf die Haltung weiter Arbeitnehmerkreife bleiben. Unter diesen Umständen wird

der vorläufige Sieg der Gegner ei«

Pyrrhus-Sieg

Anzeiger für (das frühere kurhefstfche) Oberhessen

Anzeiger der amtliche« Bekanntmachungen für Stadt «nd Kreis Marburg.

zustande gekommen ist. Die Lösung wird nicht gefunden bei einer einseitig rückwärts ge­wandten Einstellung, sondern nur, wenn es gelingt, die Grundsätze der Partei mit frischem Leben zu durchfluten, neben alten unverrück­baren Idealen neue, unmittelbar zukunfts- trächtige aufzurichten. Wir nehmen mit Sicherheit an. daß daS Parteigericht, an dessen Spitze bisher ein, Mann von der mustergültigen Objektivität und von der po- litifcheii Abgeklärtheit Wallrafs gestanden hat und, wie wir hoffen möchten, wieder stehen wird, zu einer

gründlichen Revision des Urteils des Landesvorftandes

kommen wird. Dabei wird es nicht, wie es gestern geschah, an den tieferen Beweg- und Hintergründen der Angelegenheit Vorbeigehen können. Es wird dann finden, daß int Grunde genommen der Abg. Lambach mit seiner Forderung, auch Republikanern die Zugehörigkeit zur Partei zu ermöglichen, nichts anderes gewollt hat, als die Sicherung des R a ch w u ch s e s. Ist es nicht richtiger, ihn heranzuziehen und innerhalb der Partei ihm

NMMsSr Mn Wttklimttpakt Mussolinis,

Seit den von Mussolini in außerordemch, llch geschickter Weis«, aufgrund der bekann­ten Mailänder Bewegung durchgeführten Verhandlungen, zwischen Italien, Griechen­land und der Türkei hat der Duce, mit be­merkenswerter Zähigkeit unablässig weiter gearbetet an dem Zustandekommen eines Otrentpaktes, der sich wesentlich stützt auf oben genannten drer Mächte. Selbstver­ständlich geht hierbei der italienische Mi­nisterpräsident von der unausgesprochenen, aber gar nicht anzuzweifelnk^n Voraus, setzung aus, daß dieser Mittelmeerdrei-, bund von Rom aus entscheidend geleitet wird. Bereits im Mai erschient es so, al» ob Herrn Mussolini der große Wunf g«. Ilngen sollte, ein Wurf, der vor allen Dingen sich gegen Paris richtet, gegen bie nordafrikanische Hegemonietendenzen der französ.schen Außenpolitik. In letzter Stunde sozusagen mutzte der Duce infolge der Unstimmigkeiten zwischen Athen und Angora seine weitgehenden Pläne vorerst vertagen.

monarchische Einstellung zu vermitteln, die sie außerhalb me finden werden? Traut man der Kraft unserer monarchischen Ideale in unferen Rethm so wenig mehr, daß man gjre werbmde, ihre erziehliche Wirkung auf Ursprung.ich anders Gesinnte bezweifelt? Wir halten dafür, daß es sich lohnt, in solchem oiime Den

Kampf um die Jugend

aufzunehmen und wir würden es im Inter- esse der Deutschnationalen Partei aufs äußerste bedauem, wenn sie solche Möglich­keiten etwa sich selbst verriegelte."

®an3 anders die »Kreuzzeitung: Der Vorstoß des Abg. Lambach, der unter Umgehung der maßgebenden Parteünstanzen und ohne Rücksicht auf die unausbleiblichen Rückwirkungen seines Handelns auf die Partei die Diskussion über einen der wesentlichsten Punkte des deutschnaiionalen Parteipro­gramms in scharf zu verurteilender Art und Meise, die dem Geiste des Programms durch­aus zuwiderläufi, eröffnete, stellt zweifellos eine grobe Disziplinlosigkeit dar und hat bedauerlicherweise eine schwere Schädigung des Ansehens der Partei zur Folge gehabt. Darum ist das Urteil des Landesvorftandes, die schärfste Maßregelung, die der Pattei zu Gebote steht, recht. Wir erwarten, daß auch die De» rufungsinstanz sich nicht durch die Rücksicht auf politische Wirkungen beeinflussen läßt, sondern gleich dem Landesdorstand das Recht

Nun haben jedoch die Dinge eine ganz neue und für die Pläne Mussolinis außer­ordentlich günstige Wendung dadurch ge­nommen, daß in Athen Benizelos wieder" ans Ruder gekommen ist. Dieser hat so« - eben in zwei Reden das neue R«gi«rungss» Programm entwickelt und dabei in betonter Weise auf die Nützlichkeit eines Paktes mit Italien und der Türkei hingewiesen. Er hat dabei ausgesprochen, daß insbesondere Griechenland und die Türkei zu den wich­tigsten Faktoren der östlichen Mittelmeer­politik werden müßten, sofern es ihnen gelingen würde, ihre Beziehungen auf der Grundlage einer eutente cordiale zu re­geln, die gleichzeitig die Entwicklung der Handels- oder Wirtschaftsbeziehungen und die Wohlfahrt beider Länder begünstige. Venizelos erklärte unumwunden, daß er an einem Ausgleich der bestehenden Diffe» renzpunkte zwischen Athen und Angora glaube und daß es nach seiner Auffassung gelingen müßte, einen Freundschafts- und Schiedsgerichtsvertrag auf breitestel! Grund­lage und von langer Dauer zu unterzeich­nen. Er begrüßte mit besonderer Fieude Pie Annäherung zwischen Griechenland und dergroßen Mittelmeermachfi' Italien, wo­bei er anschließend unterstrich, daß Grie­chenland sich glücklich schätzen würde, diese guten Beziehungen zu Rom durch den Ab­schluß eines Paktes zu bestätigen.

Es,erscheint wohl sicher, daß diese hoch­politische Kundgebung des gegenwärtigen

Die »Deutsche Tageszeitung" miß- billigt den Spruch des Landesvorftandes sehr stark und schreibt:Wir find der Meinung gewesen, daß die Tendenz, die Lambach mit seinem Hervortreten verfolgte, alles andere als parteizerstörend war, daß sie den Aus­druck einer tatsächlich vorhandenen Bewegung in nicht eben kleinen Kreisen darstellt und daß man sich mit ihr unmöglich auseinander­fetzen kann, indem man sie einfach durch formalistische Krastsprüche zu erschlagen sucht. Leider ist der Spruch des Landesvorstandes ausschließlich auf diese formalistische Seite ab- gestellt, und wir können die Feststellung nicht unterdrücken, daß er offensichtlich

unter Anwendung durchaus subalter.

ner Maßstäbe

Der Abschluß eines Parallelvertrages Eschen Athen und Angora war in das eische Meer gefallen, weil man di« e Brücke nicht finden konnte. Griechen­land hatte der Türker angeboten, ein Ab- kommen über beiderseitige Beschränkung der, Seerüstung abzuschließen und gleich- zeitig die Unstimmigkeiten aus der Athener Konvention über die finanzielle Regelung des seinerzeitigen Bevölkerungsaustausches zu beseitigen. In Angora wollte man jedoch zunächst einen Freundschafts- und einen Neutralitätspatt mit Athen ab- schließen und erst dann die schwebenden« Fragen erledigen. Von Rom aus sucht« man mit allen Mitteln die Gegensätze zwi- schen Griechenland upd der Türkei zu überbrücken. Aber alle Ausgleichbemühun­gen scheiterten damals.

Der nunmehr vom Landesverband derPots- \ damer Deutschnationalen beschlossenen Aus-

\ schlich Lambachs aus der Partei dürfte für die

1 innerpolitische Entwicklung Deutschlands von

I weittragender Bedeutung werden. "Die Pots-

I damer Entscheidung ist so abgefaßt, daß es

auch dem obersten deutschnationalen Parteige- richt schwer fallen wird, den Bruch zwischen Lambach und der Deutschnafionalen Partei wieder rückgängig zu machen. Die Würfel sind gefallen. Durch den Potsdamer Beschluß hat sich die Spannung zwischen den beiden Flü­geln der Deutschnationalen Partei derart ver­schärft, daß der offene Konflikt mit seinen un­absehbaren Folgen für die Partei nunmehr zur Entscheidung drängt. Die Gefahr der ! Parteispaltung erbebt sich jetzt drohend über I der Partei. In Wirklichkeit ist es nicht nur die monarchische Frage, die so tiefe Gegensätze ! geschaffen hat, sondern es bandelt sich auch um i wirtschaftliche und soziale Probleme, die inner­halb der Deutschnafionalen Volkspartei um j die Entscheidung ringen. Der Kampf wird jetzt erst beginnen. Es ist zu erwarten, daß die deutschnationälen Handlungsgehilfen und der Deutsche Gewerkschaftsbund, die sich wäb- rend des bisherigen Verlaufs der Krise olli- I Sieller Beschlüsse enthalten haben, jetzt mit sol-

! chen hervortreten werden, ohne erst die Ent­

scheidung des obersten Parteigerichts abzu­warten.

, Die Berufung Lambachs wird sich vermut- ! sich il a. auch darauf stützen, daß der Vor­sitzende der Landespartei für dn Wahlkreis II, der Landtagsabgeordnete Steinfi off, in einer Zuschrift an dieKreuzzeitung" vom Sonn­abend bereits dem Parteigericht bindende Richtlinien für seine Entscheidung mit auf den Weg gegeben bat. Diese Richtlinien besagten, daß das Parteigericht nur nach dem formellen Gesichtspunkt zu verfabren babe, ob Lambach gegen die Grundsätze oder gegen die Beschlüße ober gegen die Disziplin der Partei verstoßen habe.

Gerade die Tatsache, daß ein politisches Pro­blem von solcher Tragweite durch einen rein : formellen Beschluß gelöst werden soll, wird von der Rechtsvresie zum Anlaß schärfster Kri­tik an dem Beschluß genommen. DieD. A. 3." nennt die Entscheidung kurzsichtig und sieht die schlimmsten, Befürchtungen bestätigt. Das Blatt erklärt, man hätte sich vorder mit den politischen Konsequenzen befassen sollen, denn Lambach fei nicht irgendwer, sondern Führer des Deutschnafionalen Sandlunssgehilfenve»- bandes. In weiten Kreisen, die bisher zur deutschnationalen Fahne schwörten, werde der Ausschluß als ein Vorstoß gegen den Gewerk- schaftsführer aufgefaßt werden, nicht als eine Maßregelung des unzuverlässigen Mo­narchisten. Nichts sei aber für die Deutsch- Nationale Partei gefährlicher, als w-enn die Meinung Nabrung erhält, sie sei nur eine Partei des Großgrundbesitzes, des Großkapi­tals.

Auch dieBerliner Börsenzeitung bezeich­net den Beschluß als einen Feblspruch. Ange- lufiis derunpolitischen" Behandlung des äalles durch den Landesverband sonckit das Blatt von einer völligen Verkennung der A- iuation. Auch dieBörsenzeitung" ist der Meinung, daß der Fall Lambach rein politi­scher Natur sei und unter rein politischen Ee- tzcht-viintten hätte entschieden werden müsien.

Schließlich sei ein zwar schon am Dienstag Mittag, afio noch vor der Potsdamer Ent- Imeihunn erWenener, aber nichtsdestoweniger Wereftanter Artikel einesehemaligen Front- vniziers imJungdeutschen" erwähnt, der zu dem Führungs- und Richtungsstreit innerhalb der beutifination-'ren Pattei wie folgt, Stel- wng nimmt.Wir wißen, daß die Frage Monarchie oder Republik in diesem großen Kampfe ein« Nebensache ist. Wir spüren das vekonomische dieser Angelegenheit.Der End­kampf ist der zwischen Besitz und Nichtbesitz." >. ?as hat Ludwig Bernbard in seinem Buch j über den Sugenbergkonzern alsIdeal" Su- Senbergs gekennzeichnet:Lambach ober Su- Senberg!" Nach der Kündigung der Fraktions­eemeinschaft durch Sugenberg muß der eine «der der andere gehen. Weite Kreisen Hollen, daß der widernatürliche Diktator einer großen 'bealistifch fein wollenden Partei sich auf fein angebliches Ideal zurückzieht.

Er möge hören, daß der Ollizier vreußisch- deuischer Erziehung kein Knecht und kein «öldner feiner Konzernintrigen sein will."