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fit JDbetbefflftbt Zeftmig" «■ fcfretaf sechsmal wöchentlich. Be- pgtpteif monatlich 2 GM. an«- toIi«6L ZustellungSgebübr» durch -teP»st2LS GW.Für etwa infolge erteil«, Maschinendefekte oder Bementarer Ereignisse auffallend« -kümmern wird kein Ersatz ge­leistet. Verlag d. Dr. §. Kitzeroth, Druck der Unw.-Buchdruckerei b. Agtz. Ang. Koch, Markt 21/23. Fernsprecher: Rr. 54. n. Rr. 65. «ostscheckkont»; Amt Frankfurt » M. Rr. 5015. — Sprech reit Mi Redaktion von 10—11 «d

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Anzeiger für (das frühere kurhessische) Oberhefsen

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Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg. Assf'D,

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München. 20. Juli. (WTB.) Zu ver­schiedenen PresseSuherungen über das Eisenbahnunglück im Münchener Haupt­bahnhof am vergangenen Sonntag teilt die Reichsbahndirektivn München u. a. mit: Auf dem Münchener Haupt­bahnhof ist der mittlere Teil noch nicht zentralisiert, d. h. di« Wei­chen werden hier noch an Ort und stelle bedient. Der Ambau für die Zentralisierung ist bereits genehmigt, und 350 000 Mark sind als erste Rate hierfür zur Verfügung gestellt. Die Behauptung, daß das System der Personaleinsparung an dem Anfall Schuld trägt, ist nicht zu- treffend. Bei der Station München- Hauptbahnhof beträgt gegenüber der Dor- kriegszeit die Kopfmehrung im Dahnhof- und Abfertigungsdienst 82 Köpfe, d. i. 14 Prozent. Daß Beamte am Sonntag von 4—12 und dann wieder von 20 bis Montag früh 4 Ahr Dienst hatten, ist richtig.

Das Bestreben des Personals geht allgemein dahin, daß eine Reihe von Dienftschichten nur durch die zulässig kürzesten Ruhezeiten getrennt werden, um dadurch dann mehr und längere freie Tage innerhalb einer Dienst­wechselperiode zu erzielen, als dies bei der Trennung der einzelnen Dienst, schichte« durch längere.Ruhezeiten der Fall wäre.

Die um 21,37 Ahr angesorberten Hilfs- züge trafen um 21,50 Ahr an der An- fallstell« «in. Las ist 13 Minuten nach Ein­gang der Meldung beim Betriebsamt. Nach übereinstimmender Auffassung aller am Rettungswerk Beteiligten haben wohl die in dem zerstörten Wagen befindlichen Reisenden durch Quetschungen und die er­hebliche Splitterwirkung der ineinander Und übereinander geschobenen Holz- und Eisenteile den sofortigen Tod ge­funden. Durch die Anwendung von Schneidebrennern zur Rettung der Ver­letzten entstand «in Brand. Das Feuer konnte jedoch bis zur Rettung der schwer verletzten Reisenden niedergehalten und die Bergung durchgeführt werden.

Die Gefaisttlag« an der Anfallstelle hat sich etwa um 22,25 Ahr dadurch erheblich verschlechtert, daß sich

plötzlich von dem letzten Wagen her ein Brandherd entwickelte.

der in der Polsterung dieses Wagens reichste Nahrung fand und in wenigen Augenblicken auf den vorletzten Wagen Übergriff. Etwa 15 Minuten vor dieser Wendung wurde von der Anfallstätte aus- die städtisch« Feuerwehr dringend ange­fordert. An Wasser hat es an der An­fallstelle nicht gefehlt. 2er Brand ist weder durch die Gasbeleuchtung des einen Wagens entstanden, noch hat er da­durch eine weitere Ausdehnung gewonnen. Dach den Eintragungen in der Anfall­rufstafel soll das Polizeikommis­sariat am Bahnhof durch den Tele­graphisten von dem Anfall um 22,08 Ahr verständigt worden sein. Der Eingang dieser telephonischen Nachricht wttd jedoch von dem Polizeikommissariat nicht be­stätigt. Cs ist aber immerhin ein E i n - tra gungSfehler möglich. Die Po­lizeidirektion und die Staatsanwaltschaft wurden vom Stationsvvrstand kurz nach 22,30 Ahr verständigt. Zweifellos hätte diese Verständigung sofort er­folgen sollen.

Freilassung der beschuldigten Eisenbahner.

München, 20. Juli. Gestern hat eine Derichjskommisfion di« Beobachtung S- Hauptbahnhof zwei Lokaltermine ab­gehalten, um d.« Deobachtungsmöglichkeit auf den Stammzug zu prüfen, der be­kanntlich auf den Vorläufer aufgefahren ist. Don der Reichsbahndirektion wurde dafür ein« gleiche Zuggarnitur wie die des Stammzuges zur Derfüauna ge-

Mohamed Said Pascha t Sie ertignlüc in Mvlen

ff. London, 21. Zuli. Rach Meldun­gen ans Alexandria ist der ehemalig« ägyptische Ministerpräsident, Mohamed Said Pascha, am Freitag nachmittag gestorben.

Said Pascha war zunächst im November 1908 Innenminister im Kabinett Boutras Pascha, dem er nach dessen Ermordung als Winisterpräsident folgte. Auf Gründ von Meinungsverschiedenheiten zwischen ihm und dem Khediven Abbs Hilmi Pascha trat er im Jahre 1914 zurück. Im Mai 1919 gelang es ihm, durch die Bildung eines unpolitischen Kabinetts den damali­gen sorgenvollen Verhältnissen eine ge­wisse Beruhigung zu geben. Im Novem­ber trat er darauf nach Eintreffen der Millner-Kommission mit dem Kabinett zurück. Anfangs 1924 beteiligte er sich noch einmal an einem Kabinett Zaglul Paschas, dem er während dessen Abwesen­heit im Somemr als Ministerpräsident vorstand. 1925 trat er aus der Wcifd- partei aus. da er ein Gegner der Politik Zaglul Paschas geworden war.

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Die Vorgänge in Aegypten, wo der König die Schließung des Parlaments und des Senats für drei Jahre und die Auf­hebung der Pressefreiheit verfügt hat, lassen sich in ihrer tieferen Bedeutung und ihrer Rückwirkung auf dis weitere Entwicklung der innen- und außenpolitischen Verhält­nisse des Landes im Augenblick noch nicht übersehen. Auch die Gründe, die den König Fuad und feinen Premierminister zu diesem Staatsstreich veranlaßten, liegen noch im Dunkeln. Vorerst ist nur das eine klar zu erkennen, daß es sich um einen Schlag gegen die ägyptischen Freiheitsbewegungen, deren bekanntester Führer seinerzeit Aaglul Pa­scha geivefen ist, handelt. Das Wanifeft, das der Premierminister Wahmud Pascha an den König zur Begründung des Staats­streiches gerichtet hat, enthält beinahe wort­getreu all die Argumente, die auch anders­wo von den Revolutionären, die das herr­

schende System gestürzt haben, geltend ge­macht worden sind. Auch hier wird das parlamentarische Rgime verantwortlich ge­macht, das als unfähig bezeichnet wird, das §and zu regieren. Wenn es in diesem Wachsest heißt, das parlamentarische Sy­stem werde trotzdem beibehalten, so kann diese Ankündigung nicht darüber Hinweg­täuschen, daß es sich doch bei den bisher verfügten Waßnabmen um nichts anderes als einen Verfassungsbruch handelt. Wan darf darauf gespannt sein, wie sich die Vor­gänge auf das Verhältnis zwischen 2(egvp> ten und England auswirken werden. Die englischen Leitungen Balten sich vorläufig in der Beurteilung der Dinge noch stark zurück und erklären, ein «Eingreifen «Englands komme solange nicht in Frage, als die Re­gierung die in der Deklaration vom ^ahre 1922 • näher bezeichneten britischen und ausländischen Interessen acht e Wan kann sich aber dem Gedanken nicht verschließen, daß bei diesem Staatsstreich die englische Regierung irgendwie die Hand im Spiele hat. Der Gegensatz zwischen den Natio­nalisten der Wait-Partei, an deren Spitze der früfllre Winisterxräfident Nahas Pascha steht und der enalandfreundlichen Winöerbeit, der ^ffahad-partei, hatte be­reits im Kampfe um das Vereinsgesetz zu schweren Zusammenstößen geführt und Nabas-Pascha mebrfach vor die Frage seines Rücktritts gestellt. Vor einem Wo- nat gab eine f»genannte Vestechungsaffaire dem König Fuad den erwünschten Anlaß, Nabas Pascha fallen zu lassen und ein eng­landfreundliches Kabinett unter Wohammed Wabmuö Pascha zu bilden, welches vom Parlament, das noch in letzter Winute Nabas pafeba fein Vertrauen aussprach, boykottiert wurde. «Es liegt deshalb die Vermutung febr nabe, daß die Außerkurs­setzung der Verfassung der in «England inszenierte Gegenschlag gegen die ägvptische Freiheitsbewegung ist. «Es fragt sich nur, ob die Nationalisten diesen Schlag ruhig hinnehmen werden.

stellt. Mit diesem Zuge wurde von der Gerichtskommission^ dk« Deobachtuns- Möglichkeit auf der Maschine geprüft und ein Dremsverfuch im Anschluß daran vorZenommen. Bei dem Termin waren die drei angeschuldigten Stell­werksbeamten sowie der Lokomotiv­führer und Heizer des Stammzuges, gegen die die Voruntersuchung gleichfalls er­öffnet worden ist. zugegxn.

Auf Grund der Vernehmung der ver­hafteten Angeschuldigten und im Zu­sammenhang mit dem Lokaltermin konnte die Aufhebung des Haftbefehls und die F r e i l a s s u n g der drei ver­hafteten Ängeschuldigten noch gestern er­folgen. da ein« Verdunkelungsgefahr nicht mehr besteht. Die Voruntersuchung ge­gen die Beamten, wie auch die allge­meine Antersuchung zum Zweck vollstän­diger Aufklärung der Schuldfrage nimmt ihren Fortgang.

Schweres SisenVahnnnglLck.

ff. Düsseldorf, 21. 3uii. Auf der Strecke Düsfeldvrf-Neuh, an der Blockstelle Rheinbrücke, ereignete sich in den ersten Morgenstunden, kurz vor 3 Ahr. der ver­gangenen Rächt ein schweres Eisenbahn­unglück. Ein von Cre'eld kommender Güter» zug fuhr auf einen solchen a's der Richtung Reust kommenden auf. Hierbei wurde der Zugführer sofort getötet, während ein Schaffner schwereVerletzungen davontrug. Der Zusammenstoß war so stark, daß zehn Güterwagen entgleisten. Der Schaden ist sehr groß. Die Schuldsrage ist noch nicht »geklärt. Die Antersuchung ist noch im Gange.

Shit zweite Obduktion der Leiche Kweniteind

ff. Cala iS, 21. Just. Der Schwager Löwensteins teilt mit, daß ebne zweite Obduktion der Leiche Löwensteins auf Wunsch der Familie vorgenommen wer­den würde. Er erklärte weitere, man halte die Möglichkeit eines Verbrechens nicht für ausgeschlossen. Er verdächtige niemand: wir wolle" aber auch nicht, daß in 14 Tagen oder einem Monat oder noch später, wenn die Leiche Löwensteins beige'etzt fein wird, irgend eine Zeitung oder irgend eine Frnanzaqentur Dire Ver­mutung andeutet, daß Löwenstein, be­vor er an Bord des Flugzeuges ging, ver­gottet worden sein könnte, oder daß er im Flugzeug gestorben sein oder auS dem Flugzeug gestoßen worden «ein könnte. Da­her »oerde auch die Untersuchung der Leche auf DergiftungSerscheinungen ver­anlaßt. _______

Ueberfall auf eine Reik-ge'ellschaft im Znnern Korsikas.

st .Paris. 21. Juli. Wie dem »Petit Parisien" aus Aiaccio (Korsika) gemeldet wird, ist auf ein Auto, daS mit vier Hol- lände tonen und einem Franzosen besetzt war, auf einem Gebirgspaß bei Zicavv ein Ueber­fall a's'eführt worden. Eia mit einem Ge­wehr bewasfneter Mann trat aus dem Dickicht, zwang den Chaufteur unter Bedrohung mit der Waffe, den Wagen anzuhalten und ließ sich von den Zn'assen Geld und Wertsachen übergeben. ASdann erschienen zwei weitere Personen, schafsten mit dem Räuber eine der Hvllände innen ins Dickicht und liehen sie «ine Stunde später wieder frei.

Das Wunder der eilten Truppen» Million

Don General Pehton C. March.

Anm. d. Sch lsil. Dor zehn' Jahren, im Juli 1928, meldete das ameri­kanische Kriegsdepartement, daß mehr als 1 Million Truppen nach Frank­reich eingeschifft worden waren. Der verantwortliche Leiter dieses groß­zügigen Unternehmen-, General Pehton C. March, verbreitete sich kürzlich in einem Artikel deS Newhork Times Magazine darüber, der kHer auszugsweise wiedergegeben sei.

Als ich am 1. März 1918 von Frankreich nach Ame.ika zurückkehrte, um meinen Posten! als Chef der Heeresleitung anzutreten, hatte ich die Ueberzeugung. daß das dringendste. Erfordernis der Stunde für einen Erfolg der alliierten Heere in einer gewaltigen Ver­mehrung amerikanischer Truppentransporte bestand. Sn Frankreich hatten wir im De­zember 1917 rund 49 000 Mann aus Amerika herüberbekommen, im Sanuar 1918 47 000, im Februar 49 000, mithin monatlich also eine kriegsstarke Division einschließlich aller Hilfs­truppen, von der aber höchstens 22 000 Mann an der Front sofort eingesetzt werden konnten. Unsere Gesamtstärke betrug Ende 1917, neun Monate nach der Kriegserklärung, nur 194 000 Mann.

Dei ijteiner Ankunft fand ich den TranS- portdienst dem Quartemaster'S Departement unterstellt. ES gelang mir. in Verhältnis-i mäßig kurzer Zeit aus diesem Dienst eine gänzlich neue Organisation zu schaffen. 2In' ihrer Spitze stellte ich Kapitän Frank T.' Hines vom Küsten-Artillerie-KorpS, der sich im Laufe der Zeit zu einem Seemann ersten Danges entwickelte und vor allem öemi neuen Departement seinen gewaltigen Auf­schwung verlieh.

Trotz deS herrschenden Schiffsmangels konnten zwei Projekte schnell ausgeführt toer»; den. um sofort den Truppennachschub nach Frankreich erheblich zu steigern. Zunächst! wurden die Soldaten njapentoeife in fämt<- lichen verfügbaren Schiffskabinen unterge­bracht und ferner richtige Heerlager auf und. unter den Decks errichtet. Es war eben Krieg, und so mußten die damit verbundenen Unannehmlichkeiten in Kauf genommen wer­den. Diese Maßnahme erhöhte die Fähig­keit der Transportschiffe zur Aufnahme von Mannschaften um 40 Prozent.

Eine zweite Maßnahme, die sich al- nicht minder erfolgreich erwies, war die Verkürzung des sogenannten „turnarounb", d. h. jener Zeit, die ein Schiff dazu benötigte, um seine' kriegerische Ladung zu verstauen, sie über den Ozean zu fahren und nach Amerika zurück- zukehren, um sofort wieder eine neue Truppenladung an Bord zu nehmen und wieder in See zu stechen.

Als wir zuerst nach Frankreich fuhren, Betrug der Durchschnitt eines solchen „turna- round" für Truppentransporter 52 Tage. 3m November 1917 wuchs er sogar auf 67 Tage und hielt sich auch noch int Dezember mit 64 Tagen über der Grenze des Normalen. Ein unmöglicher Zustand! Durch intenlive Zusammenfassung aller daran beteillgten Kräfte gelang es dann, den Durchschnitt des .turnaround" auf 35 Tage herabzudrücken.

Am 2. März 1918 übernahm ich die Lei­tung der Heeresverwaltung, und im Verlauf dieses Monats belief sich die Zahl der nach dem Kriegsschauplatz beförderten Amerikaner Berti s auf 84 889. 3m April schickten wir 116 642 Mann, im Mai 245 945 und im 3uni 278 644 hinüber. Am 30. 3uni hatten wir in Frankreich gerade 897 000 Mann gelandet und dazu noch auf dem Ozean so viele schwimmen, daß die Zahl der ein« geschifften Amerikaner bereits die Millionen­grenze überschritt.

Tie an die Kampftrvnt entsandten Leute kamen, als if> noch drüben war, in ge­schloßenen Divisionen hinüber, so daß. wenn größere Verluste eintraten, die einzige Me­thode, diese zu ersetzen, dartn bestand, die neuen Divisionen auseinander zu brechen und deren Mannschaften in die Lücken der allen zu schieben. Dieses System war schlecht. Des­halb richtete ich im April 1918 besondere Ersatzlaaer für alle Waffengattungen ein, welche tu aufgehobenen Rekruten aufnahmen und eine bessere Auffüllung aller Kampf­formationen ermöglichten.

Bald nach un'erem KriegSeintritt hatte dir deutsche Heeresleitung zur Beruhigung deS deutschen DolkeS aller Welt verkündet, daß die Vereinigten «Staaten jährlich nicht mehr

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