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grtitag, ton 20. Soll 1928

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Die Leiche Loweiiftems sebersen

8»n Fischern beim stop sr:S Rez mWnnden — Sie MnMt mit Eicherbeil sestseileM

Oppofitionspar,

vorläufig in Verwahrung genommen.

Nach einer weiteren Meldung aus lais ist die Leiche Loewensteins, die mit einer Unterhose, mit Socken

Ca- nur und

Abschriften des die Auflösung für drei Jahre

sammlungen der beiden teie« verboten. ♦

ff. Kairo, 20. Juli. Königlichen Dekrets, das von Senat und Kammer

Toulon, 19. Juli. Die Leiche des belgischen Finanziers Loewenstrin wurde heute von einem Fischerboot nach Calais gebracht. Die Identität der von einem Fischerboot aus Boulogne heute abend ge­landeten Leiche des belgischen Bankiers Loewenstein, konnte durch die Armband­uhr des Bankiers festgestellt werden.

Die Leiche wurde, wie ergänzend berich­tet wird, auf der Höhe von Cap Erisnez, etwa 10 Meilen von der Küste entfernt, auf dem Wasser treibend aufgefunden. Die Leiche, die bereits stark in Verwesung übergegangen war, trug am Handgelenk eine Erkennungsmarke mit dem Namen und der Adresse Loewen­steins. '

Die Polizei von Calais hat die Leiche

Enslan-S Antwort an Kellogg

SS Klmmf, mit au» die SornlnIM otnt Einschränkung zu

verfügt, wurden den Präsidenten der beiden Häuser gestern abend übergeben.

„Daily Expreß" meldet aus

Alexandria, daß die Veröffentlichung

We.ung drs nMUchrn Parlaments

Berlin, 19. Zuli. Wie aus Alexan­dria gemeldet wird, wird der König heute abend ein Dekret veröffentlichen, durch das das Parlament für die Dauer von 3 Jah­ren aufgehoben wird. Danach wird das Kabinett eilte Entscheidung über Neuwah­len treffen Die durch diese Entscheidung betroffenen Artikel der Verfassung sollen abgeändert und der Artikel, der sich auf die Freiheit der Presse bezieht, aufgeho­ben werden. Inzwischen hat die Regie­rung der für morgen angesetzten Ver-

Die englische Regierung nehme den neuen vertrag unter der Voraus­setzung an, daß ihre Handlungsfrei­heit hinsichtlich gewisier Gebiete, deren Wohlfahrt und llnvergetzlichkeit ein besonderes Lebensinteresie für Englands Frieden und Sicherheit bilde, nicht beeinträchtigt werde.

Die Note wiederholt dann schließlich die von ' Staatssekretär Kellogg am 28. April aus­gesprochene Ansicht, daß

der beabsichtigte Vertrag in keiner Weise das Recht zur Selbstverteidigung einengt

oder beeinträchtigt, und daß eS jedem Staate allein zusteht, zu entscheiden, wenn die Um­stände kriegerische Maßnahmen zu diesem Zweck notwendig machen.

Die Antwortnoten der Dominions.

L o n d on, 19. Juli. In der heute vom Forreign Office veröffentlichten und von Chamberlain unterzeichneten australi­schen Antwortnote, die mit den gleich­falls von Chamberlain unterzeichneten Aoten von Südafrika, Aeuseeland und Indien der Antwortnote der brtischen Regierung auf den Kelloggvorschlag bcizefügt ist, heißt es u. a.: .Tie australische Regierung nimmt die vom amerikanischen Staats'ekrelär gegebene Der- ficherung an, daß das Rech t der Selbst­verteidigung in keiner Weise von der Annahme des vorgeschlagenen Vertrages beeinträchtig t werden wird. Die au­stralische Regierung ist ebenfalls zu dem Be­fund gekommen, daß der amerikanische Ver­tragsentwurf mit der Völkerbundssatzung nicht unvereinbar ist. Sie betrachtet den Wortlaut des Vertrages als völlig befriedi­gend, soweit diese besonderen Purckte in Be­tracht kommen, und erklärt sich zur Unter­zeichnung des Vertrages in der vor­liegenden Fassung bereit.

In der Rote Südafrikas wird neben den in der australischen Rote erwähnten Punkten noch hervorgehoben, daß der Bei­tritt zu dem Vertrag allen Ländern der Welt offenstehe. Die neuseeländische Rote schließt sich dem Inhalt der Rote der bri­tischen Regierung an. Auch die i nd i s ch e Regierung erklärt, daß sie der britischen Rote .aus vollem Herzen" beislichte.

Anzeiger für (das frühere kurheffifche) Oberhesfen

Anzeiger der amtliche« Bekanntmachungen für Stadt «nd Kreis Marburg

Berlin, 19. Juli. In der am 18. Juli seitens der englischen Regierung dem amerikanischen Geschäftsträger in London überreichten Rote heißt es u. a., daß die britische Regierung nach sorgfältiger Prüfung des am 23. Juni ihr zugegangenen revidierten Textes des vorgeschlagenen Kriegsverzichts­vertrages

den vorgeschlagenen Vertrag in der ihr übermittelten Form annimmt

und bereit ist, ihn zu dem Zeitpunkt und an dem Ort zu unterzeichnen, den die ameikair.sche Regierung Vorschlägen wirb. Die englische Regierung habe in ihrer Mitteilung vom 19. Mai Wert darauf gelegt, den Grund­satz «anerkannt zu sehen, daß die Dertrags- partner von ihren vertragsmäßigen Ver­pflichtungen automatisch gegenüber jeder Ver­tragspartei entbunden werden, die unter Ver­letzung der Desti nmungen des Vertrages zum Kriege schreitet. Ebenso habe sie darauf hin» gewiesen, daß die englische Regierung keinem Vertrage ihre Zustimmung geben könne, der die T^rpflichtungen aus der Völker» bundssatzung und aus den Locarno- verträgen abschwächen oder untergraben würde. Die jetz: in die Präambel des vor­geschlagenen Pakts aufgenommene Bestim­mung, wonach jeder Signatarmacht, die ihre nationalen Interessen durch Kriegsmaßnahmen gegen eine andere Signatarmacht zu fördern sucht, die Vorteile des Vertrages versagt werden sollen, werde jedoch von der eng­lischen Regierung als befriedigend und ausreichend angesehen. Ebenso sei die englische Regierung nicht der Ansicht, daß die Erfüllung ihrer Verpflichtungen auS der Völlerbundssatzung und dem Locarnopakt durch die Annahme des vorgeschlagenen Ver­trags ausgeschlossen werde.

Die englische Regierung trete der von der deutschen Regierung in ihrem Schreiben vom 27. April mitgeteilten Aufsasiung bei,

daß diese Verpflichtungen nichts enthalten, was mit dem vorgeschlagenen Kriegsächtungs- pakt in Konflikt geraten könnte. Die Rote stellt dann mit besonderer Befriedigung fest, daß alle Paneim des Locarnovertrags zur Unterzeichnung des Paktes eingeladen worden sind und gibt der Hoffnung Ausoruck, daß an alle anderen, dem Völlerbund an­gehörenden Staaten eine allgemeine Ein­ladung zum Beitritt gerichtet wird.

des königlichen Dekrets in ganz Aegyp­ten großes Aufsehen hervorgerufen hat. Truppen sind nach allen wichtigen Mit­telpunkten gesandt worden, um die Polizei zu verstärken und die Ordnung aufrecht zu erhalten. Eine Versammlung, auf der der frühere Premierminister RahaS Pascha eine Ansprache halten sollte, ist von der Regierung verboten worden.

Der Dollzugsrat der Wafdpartei hat in einer Sonderkommissirsit beschlossen, die von der Regierung verbotenen, für Sonn­abend angesetzten Versammlungen in Tanta bei Alexandria doch abzuhalten. Auf Anweisung des Innenministeriums sind die Polizeistreitkräfte durch Truppen-/ abteilungen beträchtlich verstärkt worden. In Tanta selbst sind drei Offiziere und 50 Mann sowie eine Abteilung berittener Truppen eingetroffen. Je zwei Kompag­nien Infanterie sind in die Stadt Benda und Damanhur entsandt worden. Eine Kompagnie Infanterie wurde nach Zagazig und nach Kena geschickt. Sämtliche Trup­pen haben Verpflegung für zwei Wochen mit sich genommen. Bisher sind keine weiteren Verstärkungen gegen die von der Wafdpartei angesetzten Versammlungen in Alexandria und Mansua entsandt worden.

Schuhen bekleidet war, von Fischen ange- ftessen und furchtbar entstellt. Insbeson­dere das Gesicht ist vollkommen unkenn­bar.

Zu der Auffindung der Leiche des Brüsseler Bankiers Loewenstein melden die Pariser Blätter aus Calais: Das Schiff 155 „Heilige Theresa vom Zeukind" befand sich am Donnerstag nachm'ttag 8 bis 10 Meilen nordwestlich vorn Kap Eris Nez. als der Schiffseigene Zean Notice Braugrand die Leiche eines Mannes auf dem Wasser schwimmen sah. Mit unterge­tauchtem Gesicht näherte sich die Leiche. Der Schiffseigene nahm sie an Bord und wickelte sie in ein Segel ein. Hierauf nahm er Kurs auf Calais, wo er gegen 19 Uhr ankam. Die Leiche wurde sofort nach dem Schauhause gebracht. Der Oberkörper des Toten war bloß, der Bauch geöffnet und die Füße gebrochen. Die Leiche war nur noch mit einem Unterhosenkleid, sei­denen Strümpfen sowie Schuhen mit der Marke einer Londoner Firma bekleidet. Am rechten Handgelenk trug die Leiche eine Armbanduhr, in dessen goldene Klammer eingraviert war „Kapitän Loe- wenstein 35 Rue de la Science Bruxelles". Die Uhr und die Ringe waren verschwun­den. An einem künstlichen Gebiß, das von der Familie Loewenstein alsbald nach Verschwinden des Bankiers beschrie­ben worden war, konnte die Leiche erkannt werden.

Der Bürgermeister von Calais stellte die Todesurkunde aus. Frau Loe­wenstein teilte mit, daß sie am Freitag vormittag 9 Uhr in Calais ankommen werde.

Wie der „Mali n" aus Dünkirchen meldet, bemerkten an der Nordwestküste von Dünkirchen zwischen Dover und' Era- velins die Matrosen des Feuerschiffes „Randettin" noch vor dem Schiff „Heilige Theresa vom Jesukind" die auf dem Wasser schwimmende, schrecklich verstümmelte Leiche Loewensteins. Eine Schaluppe wurde zu Wasser gebracht, die Leiche konnte aber nicht erreicht werden.

Der Befund der Leiche Loewensteins.

fk. Paris, 20. Juli. Die am Donners­tag abend vorgenommene ärztliche Unter­suchung der Leiche Loewensteins ergab fol­gende Feststellungen: Die Leiche trug eine große Wunde an der linken Brust, der Unterleib war offen, die Leich« hatte Ver­letzungen an der linken Schulter. Das Fleisch hing in Fetzen herunter. Das Ge­sicht war zur Hälfte angefressen, der linke Fuß war teilweise abgefressen.

' sie Absichten Seltne

verfolgt man die polnische presse genau, so kommt man zu dem Schluß, daß eine aufreizende Tätigkeit in der gesamten pol­nischen presse gegen das Deutsche Reich festzustellen ist. Sind das Gffenswgedanken wenn man ließt, daß „der weiße Adler wie­der über Wilna, Königsberg und Kiew wehen muß!" oder daß „Ostpreußen eine unnatürliche deutsche Kolonie ist, die Polen den Weg zum ZTIeere verlegt!" Der Ton des polnischen Blätterwaldes kann auf die Formel gebracht werden: „Die von Zaleski in Paris aufgestellte Forderung, daß die Okkupation des Rheinlandes nicht möglich fei, bevor das Deutsche Reich nicht ge­nügende Garantien wegen seiner Gst- grenzen gegeben habe, hat begreiflicher Weife in der deutschen Presse die größte Er­regung erzeugt. Der neue Reichskanzler hielt es für notwendig, in feiner Erklärung im Reichstag Polen den Rat zu geben, sich in fremde Angelegenheit nicht zu mischen, verschiedene Abgeordnete haben in ihren Reden gefordert, die Verhandlungen über einen Handelsvertrag mit Polen nicht mehr zu erneuern und die polnische Ausfuhr nach dem Deutschen Reiche mehr einzuschränken. Die polnische presse hat ihrerseits dieses als eine Offensive -es Deutschen Reiches aufge­faßt und als den ersten Schritt zur Revision der Westgenzen Polens. Nun erhebt die polnische Presse die Forderung einer neuen Taktik. Diese neue Taktik lautet: Genug der Defensive, man muß zur Offensive schreiten! Und diese Offensive äußert sich auf folgende Weife:

Wan darf sich nicht mit der Verteidigung des Korridors begnügen, man muß sich vielmehr auf Dstp^ußen stürzen.

„Gazetta Warßawska" fagt in einem Ar­tikel : „Sein oder nicht fein" ganz ausdrück­lich, daß die ostpreußische Frage, Polens Existenzfrage fei. „Wan muß diese un­natürliche deutsche Kolonie, die dem polni- sckien Dreißig-Willionen-Volk den Weg zum Weere verlegt" endlich beseitigen. In einer Reihe von annonymen Auffätzen, die aber von dem polnischen Winisterpräsidenten Bartel geschrieben, in der offiziösen Leitung „Epoka" veröffentlicht sind bemüht man sich krampfhaft nachzuweifen, daß dem Deutfchen Reiche von Seiten Polens selbst­verständlich gar keine Gefahr drohe, da­gegen aber bilde Ostpreußen für Polen selbstverständlich eine sehr große Gefahr. Um diese Gefahr zu beseitigen, sei eine gänzliche Entmilitarisierung Ostpreußens (?) notwendig. Nach der polnischen Auf­fassung fei die gesamte Reichswehr aus Ost­preußen herauszuziehen, sämtliche Kriegs­organisationen zu beseitigen, sämtliche Festungen zu zerstören und Ostpreußen unter die Wilitärkontrolle des Völker­bundes zu stellen. Dabei hat man aber ver­gessen zu sagen, ein wie vielfaches die pol­nische Truppenmacht, gemessen an den ost- preußischen Reichswehrständen, an der Weftgrenje Polens beträgt. Dort steht viel­leicht ungefähr soviel Wilitär als dem Reiche an Wilitärmacht überhaupt zuge- standen ist. So kann man ein Wiederauf­leben der polnischen Abenteurerlust fest­stellen, die vielleicht zu ernsten Verwick­lungen mit dem Deutschen Reiche führen könnte. Dder will Polen das Deutsche Reich einfchüchtem, um ein altes Ziel der Politik polens, den Abschluß eines Gst- locarnos zu erzwingen? Wan weiß ganz genau, daß über den Raub Ostpreußens die Polen nicht erst heute reden, den polnische Politiker „nur eine Wiedergutmachung des fatalen Fehlers von 1625" nennen, als da­mals Polen das vom Ritterorden säkulari­sierte ßerjogtum Preußen bestehen ließ und cs anerkannte. „Sein ober nicht fein" wird