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Sonntritag, den 19. zull 1928

f&titi sechsmal vSch-rttlich. va zagsprets menetikb 2 6flR.ee* schließl. Sestellu-g-gebü-r, durch htePoslLLL CM-ür etwa ««folg, Streik«. flRaschlmen defekt« »der «teowntem Lreignisie aeSfalleede ftonetn wird kein Ersatz gi- letfiet. Verlag d. Dr. §. Kihrroch, Dreck der U»kb.-Buchdrecke«l b. 5»b. Aeg. Koch, Markt 21/23. Eseresprecherr SSt. 54. n. Rr. 55. Postscheckkonto: Amt Frankfurt e. W. Re. 5016. — Sprechzeit He Redaktion een 10—11 end

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Anzeiger für (das frühere kurhessische) Overhesfen

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Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg. *enr**S

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Die britische Regierung fei ebenfalls bereit, etwaige Vorschläge, die von einet an die»

Beten und Almira

Die latenten Spannungen zwischen Polen und Litauen, die nach den ergebnislos ver­laufenen Verhandlungen in Warschau in

SleiH Calles Präsident von Mexiko?

Ser Mörder gtftebl den Beweggrund rur $91: rellgiöirr SanullömuS

fk. Mexiko, 19. Juli. Präsident Calles Hat eine Kundgebung erlasien, die besagt, der Mörder des Generals Obregon" habe eingestanden, daß der Beweggrung seines verbrechens religiöse, Fanatismus gerne» sei sei. Präsident Calles versichert, da» in den Händen der Regierung befindliche Be- «eismaterial zeige, daß eine klerikale Ak­tion in unmittelbarem Zusammenhang mit der Tat stehe. Zum Schluß der Erklä­rung heißt es, die Regierung werde auch weiterhin di, verfassungsmäßige Mittel« befolgen. *

fk- London, 19. Juli. Wie aus Mexiko-Stadt gemeldet wird, ist der rich­tige Otamen des Mörders Jose Dele on. Fünf weitere Männer wurden verhaftet. Sie stehen In dem Verdacht, an der Ver­schwörung beteiligt zu sein.

Ueberführung der Leiche Corranzos «ach Mexiko.

fk. New york, 19. Juli. Gestern wurde die Leiche des in der vorigen Woche verunglückten mexikanischen Flieger- hauptmanns Emilie. Corranza in einem Sonderzug aufgebahrt, da sie nach Mer überführt wird. Amerikanische Truppen m Stärke von 10 000 Mann begleiteten tn Newyork den Leichenagen von der Kapelle, wo die Aufbahrung stattgefun- den hatte, über dem Broadway zum Bahn- Hof. Etwa 20 amerikanische Heeresflua- I Leuge kreisten in der Lust.

kk. London, 19. Juli. Wie aus Mexiko-Stadt gemeldet wird, ist der Sonderzug mit der Leiche Obregons am I Mittwoch mittag von dort nach seiner I Heimatstak» Sonora abgesihren. An dem Trauerzuge von dem Nationalpalast zum Bahnhof nahmen 150 000 Menschen teil. Obregon wird auf Wunsch seiner Frau in aller Einfachheit beigesetzt werden. Am Mittwoch vormittag zog eine viertausend- I wpfige Menschenmenge am Nationalpalast, m dem die Leiche Obregons aufoebahtt war, vorbei. Die öffentliche Orbrmng ist nirgends gestört worden. Wie der Chef der Polizei erklärt, gibt der Attentäter jetzt auf Fragen Antwort, die ergeben haben, daß noch mehrere Personen an I »em Attentat beteiligt waren. ( I

Mexiko geführt wirb. Das Tragische in der Ermordung Obregons liegt in der Tat­sache, daß der neugewählte und nunmehr erschossene Staatspräsident es zu seiner wichtigsten Aufgabe machen wollte, die be­stehenden Zwistigkeiten zwischen Staat und Kirche auf gütlichem Wege zu beseitigen. Mit seinem Ableben gibt es in der Tat in Mexiko außer dem bisherigen Präsidenten Calles keine einzige Persönlichkeit mehr, die eine solche Aufgabe mit Erfolg lösen könnte. Offenbar wird daher in den par­lamentarischen Kreisen versucht werden, durch eine Aenderung der Verfassung es au. ermöglichen, daß Präsident Calles ttotz des Ablaufes seiner Amtsperiode doch noch einmal das Amt des Staatspräsidenten für die kommenden Jahre übernehmen kann. Vorderhand.sind allerdings ernst­hafte Verwicklungen nicht zu befürchten. Läuft doch die offizielle AmtSperivde Calles' erst am 1. Dezember ab. Da die Armee und die Mehrheit des Parlaments

London, 18. Juli. Im Unterhaus stellte heute das Mitgli») der Arbeiter­partei Wellock die Ans.äge, ob die bri­tische Regierung das vor kurzem gestellte Ersuchen des deutschen Reichskanzlers be­züglich der Rhelnlandräumung erwogen habe und ob sie bereit sei, in wohlwollen­der Erwägung dieses Ersuchen zu behan­deln.

Chamberlain erwiderte, der deutsche Reis^anzler habe I« seiner Reichstagsrede kein, ausdrück­liche Forderung bezüglich der Räu­mung des Rheinlandes gestellt, sondern lediglich der Hoffnung Ausdruck verliehen, daß das besetzte Rheinland in Anbetracht des bisherigen Verhältnisse» noch vor Ablauf des durch den Dertyag von Versailles festgesetzten Zeitpunktes gen räumt werden sollte. Die britische Rem gierung stehe dieser Ansicht wohlwol­lend gegenüber, aber eine vorzeitig» Räumung des Rheinlandes könne, wie er Bereits früher auSeinandepgesetzt habe, nur auf Grund einer besonderem Vereinbarung zwischen ben Be­satzungsmächten und Deutschland erfolgen, bet der neben den Besatzungsmächten

auch sichere Mächte gefragt werde« müssen.

Ach glaube nicht, daß ich zur Zeit mit irgend welchen Mächten eine Znitative ergreifen kann.*

Der Abg. Wedgewood fragte an, ob die Regierung bet Erwägung dieser Angelegenheit auch an bie Mehrkosten denke, die das Verbleiben der britischen Truppen im Rheinlande verursache und ob die Regierung mitteilen könne, auf wreviel sich diese Mehrkosten beliefgn.

geschlossen hinter CalleS stehen, so dürste I unverminderter Stärke weiter bestehen, sind die Stabilität der Innen- und Außen- I ein Aonfliktsstoff, der, wenn er nicht bald Politik Mexikos wenigstens bis zu diesem beseitigt wird, dem europäischen Frieden Termin gesichert fein. DtS zum 1. Dez. noch einmal sehr gefährlich werden kann. W'rd es dem Parlament Wohl gelmgen, Der litauische Ministerpräsident Wolde- finden Ausweg auS bcn Schwierigkeiten zu maras ftd) in diesen Lagen mit Lr- Der ermordete General Obregon er- I klörungen an (Deffentlidjfeit gewandt, freute sich im ganzen Lande einer großen I den sehr bemerkenswerten und die Lage Popularität. Gleichzeitig mit den Wahlen blitzartig beleuchtenden Satz enthalten: „Die für den mexikanischen Kongreß wurde er I kage in Osteuropa ist die gleiche, wie auf am 1. Juni als einziger Anwärter, zum I dem Balkan vor dem Weltkrieg", wolde- Präsidenten von Mexiko gewählt. General maras skizzierte in seinen Ausführungen Obregon war bereits 1920-24 Präsident, den Streitfall zwischen Litauen und polen ©eme damalige Amtszeit verlief, abge- I und erläuterte den Hauptgedanken, von dem »“JÄ ’S»

1924 Htf feine Piä,ldkitt,-k«st ab. Ilm d°- Ä-b-rbeil-xrn,ekfe-, da-

solte Calles. Obregon trat erstmals Im Gegenstand der Verhandlungen zwischen Jahre 1920 als entschiedener Gegner des I Aowno und Warschau bildet, sich habe lei» bisherigen Präsidenten Carranza tm poll- I ten lassen. Litauen habe reale Garantien da» tische« Leben Mexikos hervor. I für gefordert, daß Polen nicht die fried»

---- I lichen Beziehungen ausnutze, um Litauens --------■ ■ I Selbständigkeit zu gefährden, hierin liege I nach Ansicht der litauisch« Regierung der

Mhcmlnnknumüns cct bcni 9ntetßou§ .

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I des Lrandenwesens gegen Litauen etnfielle Chamberlain antwortete: „Ja, btefe Mehr- I und 5. eine Entschädigung von 10 Willi» „Ist es nicht eine Tatsache, daß die Koste« I ^nvuens erfüllt feien, bann könne man über der britischen Besatzung im Rheinland von, I den Sicherheitspakt und über alle anderen der Entschädigungssumme abgezogen wer- I Fragen unmittelbar verhandeln. Polen sei jedoch einen anderen Weg gegangen. Ls „Die Kosten unserer Besatzung im Rhein- I ^n Litauen die stillschweigende

lande bilden ernten Posten, der von den I Anerkennung des Statuts quo und die Auf» Reparationen bezahlt wwd. Jedoch steht I nähme von normalen Beziehungen. Der unser Anteil an der Summe, die Deutsch- I litauische AkinistervrSüden! meint» land für Die Aufrechterhaltung Dec Be- m $Um

satzung im Rheinland zu bezahlen hat." I ^^d, daß die bisherigen Verhandlungen, Wedgewood warf ein, ww erhalten I negativ sie auch gewesen seien, doch nicht also weniger an Reparationen?" Chamber- I ganz zwecklos waren. Ls hätte sich ergeben, lain: „Und mehr an Besatzungsrosten." daß man andere Wege suchen müsse und zu tog«Äftneär

Aeutzeren bereit, endlich die Rolle des oer tn Königsberg zusammen. .

Partners zü übernehmen, dec sich seinen I Die Ausführungen woldemaras Hinsicht» bewußt ist und es sich refften kann, ljch der weiteren Gestaltung der polnisch» „ns K», q,it litauischen Beziehungen find insofern be»

Ist e- «icht für ««s a« der Zeit, der merkenswert, als der litauische ZHinifter- ®ett unseren Friedenswille« ,« Le. Präsident die Lage nicht so aussichtslos be» weise«, indem wir all« aasere Truppen I urteilt, wie man es eigentlich auf Grund vom Rhein znrückziehea?" I der bisherigen Ergebnisse tun müßte.

Chamberlain erwiderter „Ich habe I woldemaras glaubt, daß Palen kaum den * 68 Zeit nhht für | Mut haben werde, den /unken in bas Pul» zweckmäßig erachte, ernte Initiative zu er- I ... -»-t' v“ y. 7~ greifen. Die Zurückziehung der britischen I ^Ie Verantwortung

Truppen allein würde die Frage bei I mr einen neuen Arteg zu übernehmen. Im RheinlandrSumung weder lösen noch sie I Gegensatz zu dem von amtlicher Seite zur ßtolttertnä&rf«ufee,mn*e »tt m» I setragenen Optimismus beurteilt Regierung dE * dd$t, fman in Aownoer politischen Arei»

Anbetracht der kürzEchen Grflättungen des I stn, wie die Pressestimmungen zu den Aus» Reparationsagenten und des deutschen I führungen woldemaras beweisen, die Lage ^E^un- Litauens gegenüber polen durchaus nicht strenz der beteiligten Mächte zur I Optimistisch. Man befürchtet doch noch

Regierung habe mit Interesse von den an- I <tnclTt,I!5 »orbereite , bas wie eine

geführten Erklärungen Kenntnis genom- I düstere Wolke über Osteuropa schwebe. Ls men. Sie sei selbstverständlich bereit, jeden I wird der Befürchtung Ausdruck gegeben, w-hLlrf “9 asr Regelung der deutschen daß woldemaras, um zu irgendeinem ZlTo- Reparatwnen, der ihr untenörettet werde, I v„. mit ... Lr t-

mit größter Aufmerksamke«t zu Ä!?, vi^ndt mit Polen zu gelangen, die

prüfen, vorauSge etzt, daß derartige Von- rvilna-^age, den Ausgangspunkt des aan« schlüge so gehalten seien, daß die Rechte ;en Aonfliktes, zurückstellen werde, was

r*b Jll-,^ntcrel,"tn bes britischen Reiches I die Stellung Deutschlands in dem volnisck,-

slcherste.lten und mit den Richtlinien der Htauifdien .»X i. w . ’S britischen Politik in Einklang zu bringen £2 «onfhft angefft, so ist es be» sind. So weit er wüßte, seien b isheo kaum, Saß die Reichsregierung das größte in dieser Frage noch feine fon< I Interesse daran hat, daß der polnisch» t"ten Vorschläge irgend welcher Art I litauische Konflikt gütlich beiaeleat wird formuliert worden und er glaube nicht, H)enn af)er LrS “‘nrf”'®- daß eS fÜr die britische Regierung mög- ^lischen Presse be»

sich oder ratsam sei, von sich aus I pauptet wird, daß aus Anlaß .der An­in dieser Sache irgend etwas z« ! Wesenheit des russischen' Volkskommissar unternehme n. I Stomonjafow in Berlin zwischen Rußland

ziehen.

Wellock stellte sodann die wettere Frage, ob Chamberlain irgendwelche Initiative ergriffen habe, in Anbetracht des Umstandes, daß Deutschland während der letzten drei Jahre sich mit zunehmen­der Entschiedenheit von allen mili­tärischen Tendenzen abgewen- bet und sogar tm vergangenen Jahr« Vorschläge für ein Rüstungsprogramm ab­gelegt habe, zu dessen Durchführung efl auf Grund der Friedensverträge berichtigt gewesen wäre. Chamberlain ant­wortet: „ES bringt mich stets in Verlegen» hett, wenn ch diese Frage beantworten soll, die von so vielerlei "Voraussetzungen auSgeht. Ich beschränke mich darauf, den Kern der Frage zu beantworten.

.Die Ermordung des neugewählten Prä- Iwenten von Mexiko hat das gesamte Land Eine heille innenpolitische Situation an* nnrzt. Ist doch mit Obregon eine der wenigen Persönlichkeiten Mexikos, die für

in£rT I »er Frage stärke? interessi^- Seite aus-

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Bungen der Verfassung komplizierter. In --- ' ‘

oer Verfassung des Landes Mexiko wird lestgelegt, daß ein Präsident des Staates «ach Ablauf seiner Amtsperiode nicht so- wtt wieder zum Präsidemen gewählt wer­ben kann. Das besagt, daß es sich zurzeit aus verfassungsmäßigen Gründen nicht er­möglichen läßt, den bisherigen Präsidenten der Republik, Calles, im Amte weiter zu belassen. Die innerpolittschen Schwiettg- mten, unter denen Mexiko seit längeren fahren leidet, verlangen aber an der vpihe des Staates einen Mann, dessen Zähigkeiten, Energie und diplomattsches beschick bestimmend genug sind, um der wierguicklichen Verhältnisse Herr zu toer- ben ES besteht jetzt gar kein Zweifel mehr darüber, daß das blutige Attentat vif General Obregon die Auswirkung eines religions-politischen Komplottes ist. i-m mindesten jedoch, daß es von einem irchensanatiker begangen wurde. Diese

Erkenntnis erhellt mit einem Schlag die Aoße Leidenschaft, mit der der ganz «ampf - zwischen Staat und Kirche in •