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Moskau. 11. Juli. Wie bic Tele- graphenagentur der Sowjetunion meldet, entdeckte bei einem Erkundungsflug der rMsche Flieger Tschuchnowski 80 Erad 42 Minuten nördlicher Breite «nd 25 tzimd 45 Minuten östlicher Läng« 20 Mei, stn östlich von der „Krassin" die Malm- gren-Eruppe, von der zwei Mann mit Fahnen winkten und der dritte in liegender Stellung verharrte. Tschnchnowski sucht «ach einem Landungsplatz.
Die Entdeckung der Malmgren-Gruppe durch den russischen Flieger Tschuchnowski wird noch gemeldet: Der Flieger umkreiste die Gruppe fünfmal und suchte nach einer günstigen Landungsstelle. Es gelang ihm jedoch nicht, eine zur Landung geeignete Stelle ausfindig zu machen, worauf er nach dem „Krassin" zurückkehrte, der mit Volldampf die Fahrt aus die Malmgren-Gruppe zu aufnahm. Der „Lokal-Anzeiger" meldet aus der Virgobay: Der Flieger Tschuchnowski ist nach Auf- . Wung seiner Venzinvorräte wieder zu dem Fundort der Malmgren-Gruppe geflogen.
»Krassin" aus der Fahrt zur Malmgren- Gruppe.
Mittwoch nachmittag um 2 Uhr befand sich der Eisbrecher „Krassin" 80 Grad 51 Minuten nördlicher Breite und 24 Grad 10 Minuten östlicher Länge. Er fährt mit einer Stundengeschwindigkeit von 4 Meilen. Der Eisbrecher, der von zersplitterten Eisschollen umgeben ist, wird die Malm- gren-Eruppe vermutlich heute morgen erreichen, wenn keine besondere Echwierigkeiten eintreten.
Der Beschluß des „Krassin", seine ganze Kraft für die Rettung der Malmgren- Eruppe auzuwenden, macht die Lage der Biglieri-Gruppe noch hoffnungs» l so s e r. Der „Krassin" verfügt nicht über genügend Kohlen, um beide Gruppen zu retten. Er muh also, ehe er zur Viglieri- Eruppe vorstohen kann, einen Hafen an- lausen, um Kohlen einzunehmen.
Lor dem Einsatz des deutscheu-Klemm- Daimler-Flugzeuges.
Die deutsche Klemm-Daimler-Maschine ist jetzt in Spitzbergen eingetroffen. Sie soll sofort startbereit gemacht werden, um zur Viglieri-Gruppe zu fliegen. Man fürchtet allerdings, dah es auch für dieses Leichtflugzeug fast unmöglich sein wird, auf dem brüchigen, mit losem Schnee bedeckten Eis zu landei.
fk. O s l o, 12. Zuli. Zn der Nacht vom Mittwoch auf Donnerstag ist in Tromsoe ein Funkspruch eingelaufen, der die Auf- sindung der Malmgren-Gruppe durch den russischen Flieger Tschuchnowski bestätigt Dah es sich um die Malmgren- Gruppe und nicht um Sora und dessen Be- Rleiter handelt, steht außer allem Zweifel, da die Sora-Gruppe sich nicht soweit nördlich befinden kann. Mitten in der Nacht stieg Tschuchnowski noch einmal auf, während der „Krassin" seinen Kurs änderte f und direkt auf die Malmgren-Gruppe lossteuerte. Man hofft, die Gruppe am Don- uerstag gegen Mittag erreichen zu können.
Kann es Amnndsen sein?
Aus der Meldung über die Auffindung einer Drei-Mämiergruppe nordwestlich der Foyninseln geht nicht hervor, ob der rnsfisch« Flieger niedrig genug geflogen ist. um die Männer auf dem Eise genau erkenne« z« können. Es besteht die Möglichkeit. dah es sich «« Amnndsen und seine beiden Gefährten handelt, da die Männer auf dem Efte mit einer norwegische« Flagge signalisiert habe«, sodah die Annahme viel für sich hat,
Zn einem Bericht der „Citta di Mi - lano" heiht es weiterhin noch: Eine plötzlich sich ausbreitende Nebelbank ver-
Berlin. 11. Zuli. Der gestern vom Reichstag in erster Lesung erledigte Gesetz- evtwnrf über de« Nationalfeiertag ist heute dem Rechtsausschuh zugegangen. Zn der Donnerstagfitzung des Ausschusies wird der Vorsitzende. Abg. Dr. Kahl, von diesem Eingang Mitteilung machen. Wie das BDZ-Büro hört, ist als sicher anznneh, men. dah der Ausschuß beschließen wird, in die Verhandlungen über diese Vorlage erst im Herbst einzutreten, sodaß die Frage des Ratonalfeiertages vorläufig nicht zur Erledigung komme« ka««.
Berlin, 11. Juli. Der Reich Stags- ausschutz für Rechtspflege beschäftigte sich heute mit den Amnestieanträgen.
Don den Sozialdemokraten, dem Zentrum, der Deutschen DolkSpar» tei und den Demokraten ist ein Gesetzentwurf eingebracht worden, der folgendes besagt:
Es wird Straferlaß gewährt für die beim Inkrafttreten des Gesetzes rechtskräftig erkannten und noch nicht verbüßten Strafen, die von den Gerichten des Reiches oder der Länder wegen Straftaten verhängt wurden, die aus politischen Beweggründen begangen worden sind oder die wegen Zuwiderhandlungen gegen das Milrtärstrafgesetz von Militärgerichten bis zum 1. Oktober 1920 rechtskräftig erkannt worden sind. Anhängige Verfahren werden eingestellt, wenn die Tat vor dem 1. Januar 1928 begangen ist. Reue Verfahren werden nicht ein» geleitet. Ausgeschlossen von der Straffreiheit sind Landesverrat und Verrat mtli» torischer Geheimnisse, wenn dre Tat aus Eigennutz begangen ist, ferner Verbrechen gegen das Leben und solche Straftaten, zu
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Berlin, 11. Juli. Als WahltermlN für die Gemeinde-, Kreis- und Provinzral- landtagswahlen ist für Preußen allgemein der 2. Dezember in Aussicht genommen worden, ausgenommen sollen die Regierungsbezirke Arnsberg, M ü n st e r und Düsseldorf bleiben, da hier eine große kommunale Neuregelung zu erwarten ist. In der Frage den Kommunalwahlen wird die Staatsregierung eine Vorlage einbringen, die voraussichtlich dem Staatsrat bereits in seinem nächsten SitzungSabschnitt am 26. September vor- liegen wird. Gegen die Festlegung des 2. Dezember als gemeinsamen Wahltag wer- den besonders vom Zentrum Bedenken geltend gemacht.
hinderte den Flieger, den Eisbrecher „Krassin" wieder aufzufinden. Er flog darauf in der Richtung der Küste und es gelang ihm. in der Nähe von Kap Platen zu mnden. wobei allerdings der A p p a r at beschädigt wurde. Die fünf Personen. die an Bord waren, konnten die K ü st e e r r e i ch en. Sie haben eine Langwellen-Funkstation und Lebens- mittel für 15 Tage.< Dem „Krassin" wurde telegraphisch Mitteilung über die Position der „Braganza" und über die Lage der längs der Küste eingerichteten Lebensmitteldepots gemacht.
deren Durchführung der Täter ein Verbrechen gegen das Leben begangen hat.
Strafen wegen Verbrechens gegen da» Leben werden gemildert. MeiheitS» strafen werden auf die Hälfte herabgesetzt, dabei tritt an die Stelle von Zuchthaus Gefängnis. Lebenslängliche Zuchthausstrafen werden in Gefängn s von 71/2 Jahren umgewandelt. Ist bereits ein GnadenerUxis erfolgt, so tritt die Milderung bei der im Gnadenerweis festgesetzten Strafe ein. Erlittene Untersuchungshaft und erlittene Strafhaft werden auf Die gemilderte Strafe angerechnet. Ent- hält eine Gesamtstrafe wegen einer Zuwiderhandlung, die unter das Amnestiegesetz fällt, so wird dieser Teil der Gesamtstrafe im Falle des Straferlasses in voller Höhe, im Falle der Strafmilderung zur Hälfte der Gesamtstrafe in Abzug gebracht. Sind wegen des Zusammentreffens mit Zuchthausstrafen wegen der unter das Gesetz fallenden Zuwiderhandlungen bei der DU- düng einer Gesamtstrafe Gefängnisstrafen in Zuchthausstrafen umgewandelt worden, so wird die gekürzte Gesamtstrafe in Gefängnis von gleicher Dauer umgewandelt.
Dermerke über Strafen, die unter das Amnestirgesetz fallen, sind im Strafregister zu tilgen. Der Gesetzentwurf trägt »er- fassungsänderden Charakter.
Der Anmesti-antrag der Regierungsparteien wurde unter Ablehnung aller Anträge mit allen gegen die Stimmen derDayerischen Dolkspartei angenommen. Einstimmig angenommen wurde eine Entschließung, bei den Ländern dahin zu wirken, daß Personen, die aus wirtschaftlicher Rot und auS Anlaß des passiven Widerstandes straffällig geworden sind, bei der Ausübung des Gnadenrechtes in besonders wohlwollender Weise berücksichtigt werden. Die Ent'chlle- tzung Everlin, daß in den sogenannten Femefällen alsbald voller Straferlaß gewährt, zunächst aber die Gefängnisstrafe in Festung umgewandelt werde, wird abgelehnt.
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Berlin, 11. Zuli. Der Rückgang in der Zahl der unterstützten Arbeitslosen ist in der zweiten Hälfte des Monats Juni etwas stärker gewesen als in den vorhergehenden 14 Tagen. In der Arbeitslosenversicherung ist die Gesamt- zalst der Hauptunter st ützungs» empfänger in der Zeit vorn 16. bis 30. Juni von rund 622 000 auf 610 700, d. i. um 11500 oder um 1,8 Prozent zurück- gegangen. In der Krisenunterstützung ist sowohl die Zahl der unterstützten Frauen wie die der Männer zurückgegangen. Der Desamtrückgang in der Krisenunterstützung beträgt rund 11900 oder 9,5 Prozent.
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Nach hartnäckigem Leugnen hat der Dipl.-Ing. Dr. Eduard Ludwig dem Vernehmungsrichter nunmehr ein Geständnis abgelegt. Ludwig berief sich allerdings zunächst darauf, daß er nur in der statistischen Abteilung der Versuchsanstalt für Luftfahrt beschäftigt war und deshalb keinen Einblick in Heimdokumente hatte, doch konnte man dem Verhafteten sofort das Gegenteil nachweisen. Gegenwärtig prüfen die Behörden, ob Ludwig schon in seinen früheren Stellungen bei den genannten Flugzeugwerken Spionage getrieben hat.
Die Untersuchung in der Spionageaffäre bei der D. V. L erstreckt sich jetzt, mehreren Blättern zufolge, insbesondere auf die Tätigkeit des Regierungs-Baumeisters Ludwig in der Deutschen Flugzeugzeugindustrie vor Austritt feines Kostens bei der D. V. L. in Adlershof. Ls ist der Verdacht aufgetaucht, daß Ludwig, der erst im vorigen Jahre fein Regierungs-Baumeisterexamen gemacht haben soll,
von Anfang an im Auftrage seiner rnsfischen Hintermänner gehandelt, planmäßig bei den wichtigsten Werken bei deutschen Flugzeugindustrie Stellung gesucht bat und dann schleunigst wieder den Abschied nahm, wenn sein Vorhaben, sich iw den Besitz gewisser Kenntnisse und plane zu setzen, erfolgreich durchgeführt war. Tatsächlich sind ihm die mit ihm arbeitenden Agenten und zeitweA auch deren Auftraggeber nach den verschiedenen (Orten seiner Tätigkeit gefolgt, und in Konferenzen mit Ludwig wurden dann die Ergebnisse seiner -Spionagetätigkeit entgegengenommen und wohl auch gleich bezahlt, denn laufende Ueberweisungen an den Regierungsbaumeister über ein bestimmtes Konto haben sich bisher nicht feststellen lassen. Auf der anderen Seite rechnet man mit der Möglichkeit, daß Ludwig sich auf in Kreisen der deutschen Flugzeugindustrie auf Grund irgendwelcher früheren Beziehungen zu jenen ausländischen Stellen in Erpresserhänden befand und so immer wieder dapi getrieben wurde, seine Nkachenschasten bei den verschiedensten Werken und schließlich auch bei dem wichtigsten Forschungsinstitut -er Deutschen Lufthansa fortzufetzen.
Ludwig, der erst 27 Jahre alt ist, war erst in der ersten Aprilhälfte nach Berlin gekommen. Er hatte zunächst etwa acht Tage in G r ü n a u gewohnt und fand dann bei der Familie eines Juristen in Schöneberg sein eigentliches Quartier. Er hatte dort zwei Zimmer abgemietet. Dr. Ludwig entstammt einer alteingesessenen Stuttgarter Beamtenfamilie und hatte sich seit früher Jugend mit Luftfpagen beschäftigt. Eine seiner Reisen führte ihn vor einigen Jahren nach Moskau, wo er im Dienste der Deutschen Luftfahrtindustrie eine Zeitlang tätig war. (Offenbar haben die Verbindungen Ludwigs zu den Sowjetbehörden ihren Ursprung in diesem Moskauer Aufenthalt. Die Haussuchung durch die Kriminalpolizei fand zu einer Zeit statt, als Dr. Ludwig sich in A d l e r s h 0 f aufhielt. Bei der Haussuchung wurden photographische platten und Zeichnungen beschlagnahmt, die die Polizei offenbar als B e w e i s m a t e r-i a 1 zu den gegen Dr. Ludwig erhobenen Beschuldigungen ansah.
201 Opfer der Schifstskatastrophe.
fk. Santiago sThile), 12. Juli. Vsß der Besatzung des gesunkenen chilenischen Transportschiffes wurden acht nxiterc Ueberiebende aufgefunden.