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Kowno. 7. IuN. Um 17 Uhr ver» sammelte sich die Sicherhefts- und Ent» schiidigungskommission zu der bereits an­gekündigten vierten Sitzung. Die pol­nische Delegation lehnte nochmals eine Behandlung des litauischen Sicherheits- Projektes strikt ab und schlug erneut vor, als weitere Basis entweder das polnische Projekt anzunehmen oder ein neues Pro­jekt von litauischer Seite zur Debatte zu stellen. Beide Delegationsführer spra­chen je 15 Minuten. Von litauischer Seite wurde das Einbringen des neuen Projek­tes abgelehnt. Der Gegensatz der Auf­fassungen trat sehr deutlich zutage. Pie Sitzung wurde völlig ergebnislos abgebrochen. Die polnischen Unter­händler verlassen heute abend mit dem Rigaer Zug Litauen. Ein Unterhändler, wahrscheinlich Holowko, mit den Sekre­tären bleibt noch bis zur Fertigstellung des Protokolls, um dann morgen oder übermorgen Kowno zu verlassen.

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um 21.30 Uhr auf dem Flugplatz in Desiau landete, kam es schon um 21.30 Uhr ganz tief herunter, sodaß man glaubte, es wolle landen. Profesior Junkers wurde sofort davon benachrichtigt, der auch Auto auf dem

Rewqork, 8. Juni. Wie aus San­tiago de Chile gemeldet wird, ist der chilenische TruppentransportdampferAn- gamos" auf der Fahrt nach dem Hafen Lebu mit 20V Personen an Bord in der Bucht von Aarabuco a nder chileni­schen Küste untergegangen. Der Kapi, tön hat vor dem Untergang des Schiffes Selb ft mord verübt.

London. 8. Juli. (Telunion.) Nach Meldungen aus Santiago de Chile befan­den sich an Bord des untergegangenen DampfersAngamos" rund 200 Personen,

^Vderbesslsche Zeitung- er» scheint sechsmal wöchentlich. De» monatlich 2 GM. autz- Mießl. Zustellungsgebühr, durch h^Post2L6 GM.Wr etwa infolge CtttBe. Maschinendefekte oder esementarerEteignisie ausfallende Rümmer» wird kein Ersatz ge­leistet. Verlag V-Dr. §. Hitzeroth, Druck bet Untb.-Buchdruckerei v. Zoh. Aug- Koch, Markt 21/23. Aer»sprechet t Nr. 54. tu Nr. 55. Postscheckkonto: Amt Frankfurt e. M. Rt. 5015. Sprechzeit her Redaktion von 1011 und

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Der neue Dauerftuswettrekor-

65 Slnnben 26 Minuten 8100 Silomettt

Desseau, 7. Juli. Die Junkersflie- ger Riftiez und Zimmermann.stnd heute abend um 21.29 Uhr gelandet, nach­dem ste sich 65 Stunde« und 26 Mi nuten i» der Lust befunden haben. Sie haben damit den bisher von den Italie­ner« Ferrari und Del Preti gehaltenen Dauerflugweltrekord um rund 6 Stun­den geschlagen und eine Strecke von 8100 Kilometern zurückgelegt.

Bevor das Flugzeug mit den beiden Junkersfliegern Risticz und Zimmermann

dem ich an den Strand gespült war, so erzählte er, schaute ich nach dem Schiff aus, konnte aber nichts von ihm bemer­ken. Es mußte bereits untergegangen sein. Ich ging darauf zum nächstgelege­nen Hause und klopfte an die Tür, die Bewohner wollten mich aber wegen meiner Nacktheit nicht einlassen, und es dauerte eine Stunde, bis ich sie davon überzeugt hatte, daß ich wirklich Hilfe brauchte. Ich ruhte mich dort ein wenig aus, dann suchten wir am Strand ent­lang nach anderen Ueberlebenden und fanden drei. Die gleichfalls unbekleidet waren, wie ick selbst gewesen war. Diese drei Geretteten waren Rekruten. Wie berichtet wird, sind an der Küste zahl-

darunter 80 Fahrgäste. Das Schiff lief bei heftigem Sturm auf Grund, nachdem das Steuer gebrochen war In­folge der ungeheuren Wucht des Anpralles auf die Felsen, brach es völlig aus­einander. Nur vier Mann der Be­satzung konnten schwimmend die Küste er­reichen. Alle Rettungsarbeiten ^blieben erfolglos, da der Sturm mit unverminderter Wucht anhielt.

inzwischen war das Flugzeug wieder in die Höhe gegangen, um bis zur endgülti­gen Landung den Flug noch fortzusetzen.

Die Landung erfolgte um 21 Uhr 29 Minuten 24,2 Sekunden. Das Flugzeug ist demnach, wie schon gemeldet, 65 Stun­den 26 Minuten in der Luft gewesen. Als es niederging, stürmte die mehrtauftn- köpfige Menschenmenge über die Umsäu­mung hinweg zur Landungsstelle. Das Meldehäuschen auf dem Flugplatz hißte, unmittelbar nachdem der Rekord ge­brochen war, die Reichsflagge, anhaltisch: Flagge und die Junkers'sche Hausflagge.

Das Schiff brach in zwei Stücke, und die wenigen Leute, die sich noch an Bord befanden, wurden vom Strudel hin- abgezogen. Der Rekrut Jose Aguila, der auf einem Wrackstück an die Küste ge­spült wurde und jetzt im Hospital in Be- len liegt, erzählte: Es herrschte schreck­licher Sturm, in dem das Schiff seine Manöoerierfähigkeit verlor. Etwa 300 Fords von der Küste entfernt wurde es zwischen zwei große Fslsriffe geschleu­dert. Bis 1 Uhr früh schwebten wir zwi­schen Tod und Leben, während das Schiff sank. Unaufhörlich ließ dieAngamos" ihre Sirenen ertönen, aber es nahte sich keine Hilfe. Als es klar wurde, daß auch nicht die geringste Aussicht auf Rettung vorhanden war, wurden die Rettungs­boote hinabgelassen, aber diese wurden von den Wogen mit solcher Gewalt hin und her geworfen, daß sie fast sogleich sanken. Meine Gefährten und ich selbst wurden nur durch die Gnade Gottes ge­rettet. Das einzige, woran ich mich er­innere, ist, daß ich mich an ein schwim­mendes Wrackstüch anklammerte. Eine riesige Woge hob mich 35 Fuß hoch in die Luft und schleuderte mich gegen einen Felsen. Was dann geschah, weiß ich nicht, aber als ich das Bewußtsein wieder er­langte, fand ich mich gänzlich nackend glatt ausgestreckt auf dem Strande.

Ein anderer Ueberlebender Andreas Eärrillo, Matrose, konnte nicht erklären, wie er dem Tode entkommen ist. Rach--

GbechMsche Mtung

reiche Leichen von Strandwächtern ge­borgen worden. DieAngamos" war 1890 in Schottland für die italienische Flotte gebaut worden und hieß ursprüng- :hCitta di Benecia".

Santiago, 8. Juli. Die genaue Zahl der bei dem Untergange des chilenischen TransportschiffesAngamos" ums Leben gekommenen dürste wohl niemals be­kannt werden, da das Schiff unterwegs an mehreren Orten angelegt hat und eine affagierliste nicht geführt wurde. Die geretteten Rekruten erzählten schreckliche Einzelheiten von den Kämpfen um die Rettungsringe, die Plätze in den Booten und selbst um die kleinen nach der Kata­strophe herumtreibenden Wrackstücke.

Anzeiger für (das frühere kurhessische) Oberhessen

Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen sirr Stadt und Kreis Marburg.

Die Flieger wurden von der Menge stür­misch gefeiert. Unmittelbar darauf folgte der Empfang durch Profesior Junkers, Landtagspräsidenten Paulick und Regie­rungspräsidenten Mühlenheim. Nach herz­lichen Begrüßungsworten Profesior Jun­kers erklärte Regierungspräsident Müh­lenbein, das ganze deutsche Volk jubele den kühnen Helden zu, de von neuem den Beweis dafür erbracht hätten, daß an Wagemut und Tüchtigkeit das deutsche Volk es mit jedem anderen Volk der r aufnehme. Landtagspräsident Paulick feierte die Leistung, die von Profesior Junkers in Zusammenarbeit mit den In­genieuren, mit der Arbeiterschaft und nun mit den Fliegern vollbracht worden sei. Stadtrat Dr. Neumann, der die Flieger im Namen der Stadtverwaltung und der Bürgerschaft von Desiau begrüßte, schloß mit einem dreifachen Hoch auf Profesior Junkers. Die Menge sang darauf das Deutschlandlied.

Wie weiter gemeldet wird, äußerten sich die Flieger sehr anerkennend über die absolut regelmäßige Arbeit des Junkers­motors. der die Maschine selbst über die heftigsten Gewitterböen am Freitag nach­mittag sicher hinweggeführt habe. Die lange Flugdauer ist nicht zuletzt zurLHu- führen auf die Brennstoff-Sparvorrich­tung des Motors und auf die Möglich* it der günstigen Einstellung des Junkers- Metallpropellers.

6eteimtniffe In der SäwmmgS- frage?

Unter der UeberfchriftErkenntnisse in der Räumungsfrage" stellt die Deutsche. Diplomatisch-Politische Korrespondenz fest, daß die ernsten und würdigen Worte der Regierungserklärung über die Rheinland­räumung neben den Aeußerungen der hm- reichend bekannten Unentwegten m der Pariser Presse offenbar übevall in der Welt zum Nachdenken angeregt haben. We-

Sis beuMe Luttfahmttwung

Feiern zum 00. Geburtstag des Grafen Zeppelin.

Konstanz, 8. Juli. Der Deutsche Luftfahrlderband hatte aus Anlaß des 90. Geburtstages des Grafen Zeppelin feine Mitglieder vom 7. bis 9. Juli zum 2 2. Luftfahrertag nach Konstanz am Bodenfee eingeladen. Im althistori­schen Konziliumsgebäud« am See fand am Sonnabend der Begrühungs- abend statt. Aus dem ganzen Reich waren Festteilnehmer erschienen: Vertreter der Reichsregierung, der badischen Staats» regierung, der Luftschiffahrt, der Ver­kehrsfliegerei, der Wissenschaft und Technik sowie die Iungfliegergruppe der Flieger­schule Böblingen. Bürgermeister Arnold- Konstanz begrüßte die Festteilnehmer und führte u. a. aus, daß Konstanz als Heimat­stadt des Grafen Zeppelin die berufenste fei, dessen 90. Geburtstag mit dem Deut­schen Luftfahrtverband zu feiern. Der Bodensee sei die Geburtsstätte

der deutschen Luftfahrt. Ganz Deutschland müsse am diesem Tage, dem Vorabend der Taufe des neuen Luftschiffes LZ 127, das den ÄamenGraf Zeppelin" hinaustragen solle, des großen Mannes gedenken. Rach der Ansprache trugen junge Konstanzerinnen Ehrengedichte auf den Grafen Zeppelin und Begrüßungs­gedichte für die Festteilnehmer vor.

Am Sonntag vormittag fand vor dem Zeppelin-Denkmal am See die Ge­burtstagsgedächtnisfeier und Kranzniederlegung statt. Oberbügermeister Dr. Möricke - Konstanz gab ein Bild von dem Werk des Grafen Zeppelin, von dem die ganze Welt heute noch spreche. Konstanz sei stolz, die Vaterstadt des Grafen Zeppelin zu sein, der Ehrenbürger von vielen Hunderten deutscher Städte sei. Der Redner schilderte dann die Entwick­lung des großen Werkes des Grafen Zeppelin, von seinem kleinsten bis zum größten Luftschiff in Krieg- und Friedens­zeiten.

scheu Beziehungen und damit der euro­päischen Beziehungen überhaupt vor, die ohne unmittelbaren Zusammenhang mit der Regierungserklärung vom Dienstag doch gleichsam eine Antwort darauf darstellten. Nachdem die Korrespondenz u. a. Herves Ausführungen imVictoire" und die des Dailh Chronicle" zu dem Thema der Rheinlandräumung besprochen und festge­stellt hat, daß neben solchen Stimmen des gesunden Menschenverstandes und der po­litischen Erkenntnis die mitwenn" unlb aber'- verklausulierten Einwendungen, wie sie z. B. derTemps" macht, al- Ausfluß einer kurzsichtigen, paragraphengepanzevten Gesinnung totrTen, verweist sie demgegen­über mit besonderem Nachdruck auf bte Rede, die der frühere belgische Autzen- minffter Vandervelde, der erfolgreiche Ver­treter seines Landes in Genf und Locarno, in der belgischen Kammer gehalten hat. Vandervelde verwies darauf, daß der Da­wes-Plan und die Räumungsfrage dem­nächst wieder aktuell würden. Er erklärte, daß er stets «in Gegner der militärischen Rheinlandbeietzung gewesen sei, und daß diese vom Standpunkt der Sicherheit und von dem der Reparationszahlungen wert­los fei.'Glauben Sie", fragte er,daß Deutschland darum freiwilligen Verpflich­tungen nachkomme, weil alliierte Truppen im Rheinland sieben? Dafür hat eS an­dere Gründ«, z. B. die Aufrechterhaltung seines Kredites." Als wenig kostspielige und sehr nützliche Geste empfahl Dander- veld«, die zweite Rheinlandzone nicht erst 1931, sondern 1928 zu räumen. Der Augenblick dafür sei gekommen, nachdem setzt in der Regierung Männer von unzwei­felhaft gutem Willen die Plätze ihrer Vor­gänger eingenommen und die' Erklärung abgegeben hätten, daß die deutsche Ra- publik unerschütterlich dastehe und ihr Frie­denswille unbedingt fei. Lsfenbar mit einer Anspielung auf den Streit um die Löbener Inschrift stellt Vandervelde die beiden Methoden gegenüber, von denen die eine die Wiederkehr der Schrecken Krieges zu vermeiden und die andere die Argumente zur Verewigung des Hasse? bei­zubringen suche, und verweist auf die Vor­gänge, die den falschen Eindruck Hervor­rufen könnten, als fei das belgische Doll

Das TruppentransportschiffAngamos" verließ Punta Arenas an der Magellan- Straße mit einer Mannschaft von 215 Personen und 76 Passagieren, also ins­gesamt 291 Personen an Bord. Es waren Kohle für chilenische Marineschiffe in den nordchilenischen Gewässern geladen. Die Passagiere waren zumeist Arbeiter, die in Regierungsdiensten standen, mit ihren Familien. Der Sturm erhob sich spät am Tage. Stundenlang kämpfte das Schiff gegen Sturm und Wellen, aber schließlich wurde sein Ruder zerbrochen, so daß das Schiff

vom Sturm davongetrieben und gegen die Felsen geschleudert wurde.

Das war etwa 10 Uhr abends. Man ver­suchte, die Rettungsboote herabzuiasien, aber als die Boote das tosende Masser berührten, wurden sie umgerissen und ihre Besatzung durch die Brandung gegen die Felsen geschleudert oder in das stür­mische Meer hinabgezogen. Das Wasser, drang mit großer Schnelligkeit in das Schiff ein und drei Stunden, nachdem

nigstens lägen heute fast gleichzeitig Reih« verständnisvoller Auslassungen z: diesem Grundproblem der deutsch-französi