3
Oorfdxtfl 50'». «»fschlag. -
0,40 SM. 3eöa Rabat, gilt d»
geb. Sog- Koch. Mark, 21/23.
gerosprecher: Nr. 54. n. Nr. 65. «pstscheckkonto: Amt Frankfurt . W. Nr. 6015. — Sprech,eit
Begeisterter Empfang der Ozeanflieger in Berlin
Ein Augenzeuge berichtet
u e»
mtatoennen wird. Berlin hat gezeigt, daß es, das oft als nüchtern verschrieene, sich
Flaggen, Blumen und Festred en
;ang dargebracht, ter alles in den Schatten
ie
n-
3
der-
t.
n
“äu in ein Meer von Farben getaucht amerikanische, irische, britische, reichs-
Mordmm
ÄseSMNtzer
St. 144 63. Wß. Marburg o.8ohn
Sonnmlog, ten 21. Sani 1928
"tea*
40«
SMchr Llm-Mituus
0.06 SM» amtlich« an» an*
Isdrtlfl« Anzeigen 0.10 SM. Vei
die Gefühle gegenfeit'ger Achtun« und Freundschaft zwischen den Seiden Ländern nur haben stärke» können..
totrOen derachnet, ebenso Auskunft b-rch (hi «eschtlfttstell» an» Sasenvnng »et Angebot«. <r füllnngsorr Marburg.
• «oOauct ■ '/^.Dollar.
nW rpfU*- kichkt tooi» stets4
;en des Alltagsgetriebes einer Welt- t — einer oft gleichgültigen und bla- len Weltstadt, sofern es nur wahrhaft dem Herzen dabei ist. Und das ist es
iefen......
öbecheMche Jettuny
I# Redaktion von 10—11 im» Uhr.
. . - _... t ------------ begrüßen.
Jetzt haben sie dem amerikani-chen Volke un.er den schwierigsten Verhältnissen den Eegenbe-nch geleistet und mit Genugtuung stel en wir fest, daß beide Flüge
fUt ^VberbefllsS« Bettung" er- sechsmal wöchentlich. Ve- «gspreir monatlich 2 GM. aus- ttließl. Zustellungsgebühr. durch ^«Post2LS GM.Für etwa infolge Ktreik«, Waschinendefekte »der ^mentarer Ereignisse ausfallend« gtmmnern wird kein Ersatz go- ^tßel. Verlag 6. Dr. §. Httzerottz, Druck der Univ.-Buchdruckeret v»
teilte, was man an Aehnlichem bisher g, eh en hat. Schon lange vor der Ar kunft umsäumten Zehntausende das Flugfeld und immer neue Massen strömten zu Fuß und zu Wagen nach Tempekhof.
konnte. In seiner Ansprache sagte der Vizekanzler u. a.: In atemloser Spannung ist dar deutsche Volk Ihrem Flug gefolgt, auf dessen Bahnen schon so viele kühne Männer ihr Leben gelassen haben. Je tiefer wir vom Schicksal getroffen sind, um so höher schlagen unsere Herzen, wenn tapfere Pioniere des Deutschtums vor der Welt beweisen, daß wir im Völkerwettstreit um die großen Kulturvorschritte unseren Mann zu stehen wissen. Mit Stolz und Freude erleben wir nun die Heimkehr unserer Landsleute und den Besuch ihres vortrefflichen irischen Gefährten, der mit Ihnen in Stunden höchster Gefahr und höchsten Glücks zum Kameraden auf Tod und Leben verwachse» ist. Wenn wir heute Ihren Flug als bie erste Ueberwin- dung des Ozeans von Ost nach West feiern, so wollen wir zugleich derer gedenken, die in westöstlicher Richtung den Weg über da? Meer gefunden haben. Auf deutschem Boden, hier auf diesem Platz, konnten wir nn vorigen Jahre den h-rvortagenden amerikanischen Flieger ChamberltU
Um 2.15 Uhr zeigten Böllerschüsse die An'unft an
und schon löste sich die „Europa" aus dem Ge'chwaderflug von über 30 Flugzeugen, die sie begleitet hatten, und ging in schlankem Fluge nieder, von st ü r m i s ch e n Hochrufen der Menge begrüßt. Die Flieger winkten dem Publikum zu und begaben sich dann auf die Tribüne, auf der sie von einer Reihe von Ehrengästen erwartet wurden, darunter dem Stellvertreter des Reichskanzlers, Justizmrnister Hergt, R-eichsfinanzmlnister Köhler, Reichstagspräsident Loebe, der mit den übrigen Mitgliedern des Prä'idiumS erschienen war, dem früheren Reichskanzler Dr. Luthev, dem preußischen Handelsminister Dr. Schreiber, Oberbürgermeister Böß, Polizeipräsident Z ö r g i e b e l. Der Jubel ter ungeheuren Menge wollte kein Ende nehmen, so daß es eine Zeit dauerte, bis Exzellenz
Hergt die Flieger im Namen der Reichsregierung begrüßen
Reij Schon wer am Morgen des großen Ta- 40* §es durch die Straßen strich, Eindrücke zu innen, der erkcmte, daß es sich um den sttag einer aus Millionen zusammen- tzten Gesamtheit handelte. Daß alle ntlichen Gebäude in reichem Flaggen- uck prangten, bedeutete eine SeMvcr- dlichkeit. Daß aber auch die meisten, Mitaus meisten Privathäuser Farben-
Derlin, 20. 3uni.
Die „B r em e n" - F l i eg e r sind heute nachmittag 2.20 Uhr auf dem Tempel- Hofer Flugfeld gelandet. Die Ber- tiner Bevölkerung hat ihnen einen Emp-
Nun ist auch für Berlin der festliche Dag vorübergerauscht, der den jubelnden Empfang der drei Ozeanbezwinger Köhl, Hünefeld und Fitzmaurice gebracht hat. Die deutsche Reichshauptstadt hat sich ja in letzter Zeit an feierliche Empfänge gewöhnen können, anläßlich der Besuche von Chamberlain, der beiden Nordpolflieger und, nicht zu vergessen, anläßlich des Besuchs des afghanischen Königs- mares. Aber, wie sagte doch ein Berliner, als die Massen vom Tempelhofer l Feld zurückströmten in die Stadt? —: war doch anders als mit Amanul- "lah!" Und er hat recht gehabt! Damals eine offizielle Angelegenheit, bei dem die
monade-, Luftballonverkäufer schieben sich durch die Menge und geben der ganzen Sache den rechten Anstrich —; Volksfest!
Zwei Uhr! Jetzt müßten sie eintreffen! Schon ist vor längerem das große Geschwader von vierzig Flugzeugen aufgestiegen, den Erwarteten entgegen, um sie feierlich zum Flugfeld zu geleiten; längst ckon schwirrt es in den Lüften wie von Schwalbenheeren oder Maikäferschwärmen — Aeroplan an Aeroplan, die in Erwartung des Kommenden über den nach vielen Hunderttausenden zählenden Menge kreisen. Eine Viertelstunde vergeht — oft schon unterbrochen von lärmendem Gesckrei — „Sie kommen, )ic kommen —" aber sie sind es noch nicht ...
Da — ein Viertel auf drei — schwarze Punkte am Horizont — nah und näher ein Schwarm von Flugzeugen, allen voran ein einziger Apparat — „Die Europa.' da sind sie drin! — sie sind da, sie sind da!"
Anzeiger für (das frühere knrhesfische) Oberhefsen
Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg.
deutsche Fahnen knattern im frischen Wind, die Abfertigungsballe, in der der , iqentlioje Emviang vor sich gehen wird, ist ausgeschmückt mit Blumen, Lorbeerbäumen, Tannengrün; hier auch ist das Podium errichtet, von dem aus die offiziellen Ansprachen gehalten werden sollen.
Mittag ist vorüber; die Zeit nähert sich dem Augenblick, da programmgemäß die Gäfte eintreffen sollen. Schon hat die Ehrenkompagnie der Reichswehr sich formiert, hält die Reichswehrkapelle und läßt die ersten rythmisch-schneidigen Weisen ertönen; schon sind längst die vielen Vereine und Deputationen eingetroffen, nicht zu vergessen die Schuljugend in ge- ThInffenen Zügen; schon kommen die Kraftwagen mit den offiziellen Persönlichkeiten an, mit den Vertretern der Reichsregierung, der Stadt, der preußischen Ministerien, die Vorstände der großen Luftverbände; Eis-, Postkarten-, Li-
Durch Ihre Tat dienten Sie so dem Ge- meinschaftsieben der Völker. Mit Stolz dürfen wir emSsprechen, daß Hie mit deutschem Flugzeug und deutschem Motor Ihre Tat vollbracht haben und es ziemt sich wohl, auch der Tätigkeit jener Konstrukteure und Arbeiter zu gedenken, die unter Lauung von Professor Junkers Ihnen das gee'gnete Werkzeug ge'cha'fen haben. Sie drei, meine Herren, sind durch ein außen- ordentliches Erlebnis miteinander verbunden und Ihre Namen werden in der Ge- Geschichte des Flugwesens für alle Zeiten rühmend genannt werden.
Nachdem die Kapelle das Deutschlandlied gespielt hatte, das von Zehntausenden begeistert mitgesungen wurde, hieß Oberbürgermeister Dr. Böß die Figcr im Namen der Deichshmchtstadt willkommen. Deichs- tagspräsident Loebe begrüßte je'en Flleger einzeln, ebenso der englische Botschafter, der namentlich Major Fitzmauriee herzlich willkommen hieß. Darauf wurden die englische und irische Nationalhymne gespielt, während die Flieger mit der Hand an der Mütze salutierten. Auch der amerikanische Botschafter Lhurman schloß sich der Begrüßung mit herzlichen Worten an. Die Kapelle spielte bie amerikanische Nationalhymne, schlie'lich mußten auch die Flieger selbst das Wort nehmen, da daS Publikum ununterbrochen ihre Namen rief, um zu zeigen, baß es sie hören möchte.
Als erster dankte Hauptmann Köhl herzlich für de« überwältigenden
Empfang.
.Wieder bin ich hier auf dem Flugplatz", sagte er, »wo ich seit Jahren gearbeitet habe, wo ich mich des Nachts berauschen konnte in dem märchenhaften Lichtmeer, die'er unserer deutschen Stadt Berlin. Sie sind hier erschienen. um uns zu begrüßen, in einer Zahl, die ich bei früheren festlichen Veranstaltungen noch nicht erlebt habe. Heißen, innigen Dank dafür! Das, was wir von hier in aller Stille unternommen haben, ist heute in eine große Begeisterung brr Nation und der ganzen Welt ausgeartet. Wir sind ®t> t dem Allmächtigen Dank schuldig, daß er unseren Flug hat gelingen lassen. Wir bringen Ihnen vor allem aus dem großen, mächtigen neuen Kontinent, S besonders von dem amerikanischen Bolle
iche Grüße, ebenso von unseren lieben Stammesbrüde"n. die uns immer wieder gesagt haben: »Grüßt mir die alte Heimat!" Wir haben drüben erst einen Begriff davon bekommen, was deutsches Blut dort in der neuen Welt geschaffen hat. Herr Botschafter, nehmen Sie unseren heißesten Dank für das, was uns das amerllanische Volk gegeben hat, für den großen guten Will'n, den es uns für unser Boll gezeigt hat. Möge die Drücke durch die Luft, fTer den Ozean, deren Pfeiler in Irland steht (lebhafter Beifall), dessen ersten Piloten ich Ihnen in Ma or Fitzmaurice vor' eilt, möge diese B ücke die beiden Länder auch weiterhin verbinden. Das walte Gott."
(Sonlesutto Rebe Seite D . ,
Hl A^äühlten Autodroschken und Privat- ' Vorbei geht es an festlich ge-
; Duckten Gebäuden, zumal in jenen Frojen, durch die später die Flieger in Stadt einziehen werden Allenthalben man Fahnen und Wimpel, oft in tz...ßen Formaten t s Bild der Drei, das der „Bremen", sommerliches Grün Flitter und Willkommenschilder. Die 'Hafengebäude sind, allen voran, ge-
mti Herzen der Berliner nicht mitklopften, an nm« der sie nur durch ihre Sensationslust be= ära ieiligt waren, diesmal ein Jubel und eine Begeisterung, an die der, dem es ver- zwtz 8?nn* war, lie mitzuerleben, noch lange geb* Acht ohne Rührung und Bewegung zu- rückdenken wird. Berlin hat gezeigt, daß W jte, bas oft als nüchtern verschrieene, sich mit der gleichen herzlichen, fast erschüt- r ternden Intensität freuen kann wie die südliche Stadt, trotz allem Hasten und
Ja: sie sind da! Die ersten Salutböller krachen. Es braust und wogt in der Menge wie in einem Hexenkessel. Rausch der Tollheit hat die Vielen gepackt — die Schupo und die Reichswehr haben kein leichtes Arbeiten, die Unbändigen wenigstens etwas im Zaum zu halten ... In- zwischen geht, während das Geschwader in der Luft bleibt und unentwegt den weiten Platz umkreist, der vorderste Apparat nieder auf das Rollfeld — die „Europa" — eine Klappe öffnet sich —: da steigt er heraus, Hauptmann, nun auch Dr. h. c, Hermann Köhl, gefolgt von seinem Käme, raden Hünefeld und Fitzmaurice! Das ist der Moment, in dem jede Kehle, — und sie zählen nach Hunderttausenden — das Letzte — und das ist bei Berliner Kehlen weiß Gott nickst wenig! — hergibt an Hurragebrüll und Begetsterungsfchrei. Als ob eine Wel in Ekstasen der Freude sich aufbäume, so dröhnt und braust und donnert das ganze riesenhafte Feld! Dazu surren und knattern die Motore der zahllosen Flugzeuge in den Lüften, intonieren, verstärkt durch Lautsprecher, die Kapellen eine schneidige Weise —: sie sind da! sie sind da!
Roch am Flugzeug lehnen die Drei, den Hunderten von Kinoleuten und Photo- araphen schnell die gewünschte Gruppe zu stellen, da naht sich ihnen ein kleines Mädchen, Tochter des Ministerialdirektors Brandenburg, Blumen im Haar, Blumen in der Hand, spricht mit frischer Stimme einen kleinen Vers — geht auf die Flieger zu — hell klingt es über den Platz: „Guten Tag, Onkel Köhl, guten Tag, Onkel Hünefeld, guten Tag, Onkel Fitzmaurice!" — und alles andere gebt wie- der unter in dem donnernden Applaus der zahllosen Zuschauer ....
Die Helden werden zur Empfangshalle geleitet. Der Vizekanzler de.s Reiches, Dr. Hergt, besteigt das Podium und heißt mit warmherzigen Worten die Drei namens des Reiches willkommen. Oberbürgermeister Böß tut das gleiche für die Stadt Berlin; er läßt seine Worte aus- tönen zu einem dreifachen Hoch, in das die Hunderttausende einstimmen — brausender ist nie ein Held mit Zuruf und Tücherschwenken und Gejubel geehrt war- den als in diesem Moment die'Drei, die den Ozean bezwangen ... Spontan intoniert die Reichswehrkapelle das Deutschlandlied, spontan fällt die Menge ringsumher ein, fast choralhaft braust es über die Weite des Feldes — „Deutschland, Deutschland über alles..." — ein Schwur, ein Gelöbnis...
Es spricht der britische, spricht der amerikanische Botschafter. Es erwidert, mit Heller, weitdringender Osfizierskommando- stimme, Hauptmann Koehl, erwidert Major Fitzmaurice in englischer Sprache, erwidert Freiherr von Hünefeld, der seiner knappen Ansprache einen fast politischen Einschlag gibt — sie aber wohltuend münden läßt in die „Devise —: „Keine Parteien; kein Standesunterschied; nur eins: Deutschland!"
And wieder jubelt es hinaus, das Lied, das Stolz zur Heimat und Treuverspreche« zugleich ist . . .
Dann besteigen die Flieger das harrende Auto und fahren langsam, unter nicht endenwollendem Jubel, rings um da« ganze Tempelhofer Feld, auf daß sie jeder, ob zahlender Besucher, ob Zaungast, begrüßen und bestaunen könne. Zu gleicher Zeit dröhnen wieder die Kapellen ihre Märsche, steigt ein japanisches Tagesfeuerwerk in di« Luft und speit Bomben, kleine Gondeln, Flaggen, Fallschirmmodell« und was der Wunder mehr sind — während an einem Ende des Platzes, sobald der Wagen in die Nähe kommt, der große Chor der Tempelhofer Kinder — vor allem Kvehl zu Ehren, der seinen Wohnsitz in Dem- pelhof hat — anstimmt zu Hellem Se-
„ ..... --- „Europa", gesteuert von
dauptmann Köhl, sich auf das teppichbe- "ktzte Rollfeld herniederließen.
Reich und bunt geschmückt der ganze "*lte Platz! Kann es überhaupt eine g, ere Empfangsstätte für geliebte «vmshelden geben als dies riesenhafte üe Feld, dieser Zentralhafen, dieses 3 des gesamten mitteleuropäischen erkehrs? Hierher strömte es nun in den frühen Morgenstunden. Es ja nicht alle Berliner in der glück- 9 ,-n Lage gewesen, sich durch Entgelt
i fnie Eintrittskarte auf das Feld zu ver- ^lsfen; viele, viele Tausende müssen ^ungäste spielen und sichern sich daher ' 51 P? Kunden vorher einen Platz, um nur i Ei, e* gewesen zu sein und später er- Mlen zu können. Je näher dann der »tz ^rm,n der Ankunft heranrückt, desto Gleicher werden die Scharen, die sich ’n der gleichen Richtung drängen. Überall Schupo, die mit Mühe den Ver- zu regeln sich befleißigt und doch
E zeitweilig alte Zufuhrstraßen hinaus Tempel.hof verstopft von sich brän= "nöen und schiebenden Massen, von den
Md Fahnenschmuck anoelegt, war mehr! !N, Unb überdies hat der Berliner mal wie- " t?r gehabt —: selbst der Himmel l.lt Mt sich, nach langer Schlechtwetter- »tt» §^^de, an diesem Tage gnädig gezeigt. ' Kolken, die zuweilen das festliche Bild /0 ?uben zu wollen schienen, verzogen sich 'uL Amer wieder schnell in erfreulich besserer 1 Ansicht — strahlende Sonne lag über dem * Ampelhofer Feld zu der Stunde, da die
«neger mit der „Europa", gesteuert von