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MiUwvi», ttn 20. Sunt 1928

t* ^Vterhesfisch« Seitmtfl- cv> ßeta! sechsmal wichentltch. ®e» pgfituU monatlich 2 GM. au«, ^hsleßl. Zustellungsgebübr, durch zkPost2LL GM.FLr etwa infolge ßtttili, Maschinen defekt« oder ^emrnlarer Ereignisse ausfallend« ggemctn wird kein Ersatz go- leiffrt. Verlag d. Dr. §. Kiheroth, <Wf der Univ.-Vuchdruckerei b. goh. Stag. Koch, Markt 21/23. Kernsprecher r Rr. 64. u. Nr. 55. Posis«b«ckkont»: Amt Frankfurt g, 9S. Rr. 5015. — Sprechzeit Itt Redaktion von 10—11 unb »/,!-! Uhr.

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Anzeiger für (bas frühere kurhessische) Oberhesse«

St. Iß 63. W9. Mmburg a.Llchn

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den 10 gespalt. Zelleinutllimetetz 0.08 SM, klein» Saranzetgeu 0.06 GM- amtlich, et» «uS- »drttfl, Anzeige» 0.10 SM. Bd fchw.ertgem Satz fett* bei Platz- Vorschrift 601. Aufschlag. — Sammelanzeige» 100 X Stafe

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Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt nnd Kreis Marburg.

Das HAfsflnszerrg mit Amnnöfen an Bsr- gilt als verloren

Robke Mel «tebkkiim die Mgzeure, ohne von flmtn tntteift M werden — RM Nennte mH Rnmhfnh

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Strom in Tromsö unterbrochen wurde. Die sunkentelegraphische Station der Bä- Minsel hat die „ßatljam“ weder gesehen noch gehört. Rach einem Tromsörr Tele­gramm an eine Bergener Zeitung habe die smr'entelegraphische Station Green Har- 6eut Meldungen der „Latham" um 3 Uhr ftüh erhalten.

ft Oslo. 20. Juni. Gestern abend wurden in Oslo Gerüchte verbreit, wo­nach es Amundsen gelungen sei, bis zu No­bile vorzudringen. Irgend eine Bestatt- jnn.q ist bis zur Stunde nicht einge­troffen.

Abermalige Enttäuschung Nobiles.

Oslo. 19. Juni. Es liegen keinerlei Nachrichten darüber vor. datz Las zur Be­teiligung an den Rettungsarbeiten für Nobile entsandte französische Wasserflug- jtug „Latham" in Spitzbergen angekom- ntttt ist. Man glaubt, daß Lag Flugzeug sich direkt nach dem Nordostlaud begeben and die Suche nach Nobile sofort ausgenom­men hat. Wie es heißt, hat Amundsen, ter sich ja dieser Expedition angeschlossen hat, vor der Abfahrt einige Worte fallen lassen, die eine derartige Slbsicht anzudeu- ten schiene. Diese Absicht herrscht nament­lich in Spitzbergen, in Oslo ist man jedoch stärker beunruhigt, zumal auch am Abend noch keine Nachrichten von der „Latham" wringen. Zn der ersten Stunde nach dem Abflug der „Latham" hat das geogra­phische Znstitut in Tromsö Meldungen des Flugzeuges aufgefangrn. Die Verbindung hörte aber plötzlich auf, da der elektrische

Nach einer amtlichen Mitteilung meldet He „Citta di Milano", daß die norwegi­schen flieget auch am 18. Zuni einen Er- kundungsslug in die Gegend, in der sich Mobile befindet unternommen haben, ohne M sie ihn jedoch gesehen hätten. Der Eeneral habe dagegen das Flugzeug sich Hs auf zwei Kilometer nähern gesehen. Larsen und Luetzow Holm seien bei der Rückkehr von ihrem gestrigen Fluge hier­von sofort unterrichtet worden. Sofort unternahmen beide mit demselben Appa­rat einen neuen Flug, aber auch diesmal Klang es ihnen nicht, das rote Zelt No- Hles zu erblicken. Major Maddalena, der Wern abend bei schönem Wetter in Sittgsbap gelandet war, startete heute uüh 5.25 Uhr in. Begleitung von Leutnant aanga und des Mechanikers Rampmi. Er verflog die „Braganza" in der Nähe des kwrdkaps in dem Augenblick, als die nor- ^stische Maschine zurückkehrte. Auch Maddalena gelang es nicht, Nobile zu fin- «n. Maddalena kehrte um 11.45 Uhr wie- «t nach Kingsbay zurück. Nobile wurde Avon unterrichtet, daß er bei dem nächsten Äuge der „S 55“ dem Flugzeug radio- «legraphisch die Route angeben sollte, so- ’olb das Flugzeug in Sicht käme.

Die Arbeiten zur Bergung Nobiles.

st. Rom, 20. 3uni. lieber die Arbeiten /Bergung Robites wird von zuständiger ^Mischer Stelle mit geteilt: Aach den Flügen Marlens und Lützow-Holms sowie Wabda- !§sas erkannte der Kommandant der „Citta bi jtilano“, daß es erforderlich sei, sicv nach Anderen Mitteln umzusehen, um die Aus­übung Mobiles durch die Flugzeuge zu er- Möglichen. Die von den Fliegern erstatteten sichte unterstreichen übereinstimmend, daß ?.äußerst schwierig für sie sei, zwischen den ^blocken bas 3elt oder menschliche ®e- S*ltn zu erkennen, insbesondere, da die @i8- ^chen von Strecken offenen Wassers Zerbrochen sind, auf denen die Sonne sehr •Hti reflektiert. Dos Conner' r»eugt

zwar bei den Beobachtern das Gefühl, bah ihnen die Wahrnehmungen dadurch erleichtert werden, aber es bringt gleichzeitig dunkle Schattenwirkungen hervor. Man hat Vor­bereitungen getroffen, um von den Fluzgeugen gewisse Stoffe abwerfen zu lassen, die beim Verbrennen große Aauchwolken ent­wickeln. Wan hofft, daß auf diese Art General Aobile in den Vesitz eines Signals gelangt, mit dem er den Fliegern die einzu- schlagende Richtung anzeigen kann.

Eine Abteilung von zwei Alpenjägern und zwei dem italienischen Alpenklub angehören- ben Studenten ist gestern abend von der „Vraganza" aufgebrochen, um bis Kap Leven vorzubringen. Die am 13. Juni von dem Wahlenbugbay aufgebrochene Expedition ist auf die »Vraganza" zurückgekehrt. Die’

Charterung der „Hobby" ist rückgängig gemacht worden, da die Eigentümer des Schiffes durch früher eingegangene vertrag­liche Vereinbarungen gebunden sind.

Die Ungewißheit über das Schicksal der „Latham".

ff. Delo. 20. Zuni, 10 Uhr vorm. Es liegen noch immer keine Nachrichten über den Verbleib des französischen Flugzeuges „Latham" mit E u i l b a u d und Amundsen an Bord vor. Die Zeitun­gen stimmen im der Auffasiung überein, Latz die gestern von gewisser Seite ver­öffentlichten Behauptungen, Euilbaud und

Amundsen hätten Nobile bereits gefunden, ihren Ursprung in nichts anderem als einer Hypothese habe« und datz in Wirk­lichkeit keinerlei Eewitzheit vorliegt. Zm übrigen glauben die Blätter, in de« Fehlen von Nachrichten über die „Latham" noch keine« Grund zur Beunruhiguug finden zu könne«.

fk. Oslo, 20. Juni. Hier ist man wei. ter ohne Nachricht von dem FluUeug „Latham. Man nimmt an, datz tt verloren ist.

Der festliche Empfang in Bremen

Bremen, 19. Juni. Die alte Hanse­stadt stand vom frühen Morgen an im Zeichen der Heimkehr der Bremenfllegep'. Ein

Flaagenmeer von seltenem Ausmah, Tausende von Wimpeln und reiche Kranz- geLinte schmücken die Häuser nnd Gebäude aller Straßen, im besonderen der Innen­stadt und 'ter Heststraßett, welche die Flieger ber ihrem Einzug passierten. Eine außervrdentach eindrucksvolle Ausschmückung har vor allem der historische Marktplatz en= fahren, inSbe'ondere das alte Rathaus, das in reichem Girlanden- und Flaggenschmuck mit den bremischen, bayerischen, krischen and den Reichsfarben prangte, nicht minder der Schütting, das Haus der Handels­kammer, die Börse, der Dom und alle weiteren zum Marktplatz gehörenden Ge­bäude. Durch die Straßen der Stadt wogte

......

schon seit den frühen Morgenstunde« unablässig eine freudig bewegte Men­schenmenge.

Um die Mittagsstunde wurden die Büros der sämtlichen Privatunternehmungen, so­wie der staatlichen Behörden geschlossen, um den Angestellten Gelegenheit zu geben, air ber Einzugsfeier teilzunehmen. Auch die Schu.en waren geschlossen. Aus der Umgegend waren Tausende von Fremden herveigeeilt. Die Straßen der Unter wes cei- orie bildeten ein Flaggenmeer. Vom „Cv° lumbus" bis zum Südende der Unterweser- städte waren alle Durchfabrts- st raßen von einem beiderseitigen Doppelspalier von Schulkindern und Vereinen mit ihren. Fahnen flan­kiert, hinter denen dichte Menschenmassen sich stauten. Die Stadtverwaltung hatte

Die Schwierigkeiten Haufen sich

$>fe »«Wlungtn zur RkgierimMItem zeigt» tonen SeMrttt

'Berlin, 19. Juni. 3m Reichstage setzte Abgeordneter Müller- Franken am Diens­tag gegen 11 Ahr seine Besprechungen mit den Derhandlüngskvinrnissivnen der sozialde­mokratischen. 6er demokratischen, der Zen­trums-Fraktion und der Fraktionen der Deut­schen und der Bayerischen Dolkspartei fort. Die Besprechungen waren um 12,15 Uhr be­endet. Ihren Gegenstand bildeten die Fragen der Reichswehr, der Amnestie und des Derfassungstages. In allen diesen Fragen zeigten sich jedoch einstweilen un­überwindliche Schwierigkeiten, so daß sich die Fraktionen damit eingehend werden beschäftigen müssen. Deshalb sind auch die weiteren interfraktionellen Bespre­chungen nicht auf Mittwoch vormittag, son­dern erst auf nachmittags 5 Uhr vertagt worden.

Der Vierer-Ausschuß der Lanbtagssraktion der Deutschen Vvlkspartei, der mit der Führung von Verhandlungen über die Regierungsbildung betraut ich, wird, wie das Rachrichtenbüro des VDZ. hort, am heutigen Mittwoch an den Ministerpräsi­denten Braun herantr-ten. um eine Er­örterung der Frage des Bildung der Großen Koalition in Preußen in Fluh zu bringen.

Die Zentrumsfraktion des Preu­ßischen Landtages hielt gestern nachmittag eine Sitzung ab, über die folgendes Kommu­nique herausgegeben wurde: .Die Zentrums­fraktion des Preußischen Landtages trat zu einer Erörterung der augenblicklichen innen­politischen Lage zusammen. Seitens ber Deichstagsfraktion nahmen die Herren von Guerard und Stegerwalb teil. Rach ein­gehender Erörterung ging die einmütige Auf­fassung ber Fraktion dahin, daß sie nach wie vor auf dem Standpunkt stehe, eine Er­weiterung der preußischen Re­gierungskoalition könne nur in Frage kommen, wenn eine nicht zur Koalition gehörige preußische Fraktion den bisherigen Kvalitionsparteien gegenüber ihren Wunsch, in die Regierungskoalition einzu­treten, 8um Ausdruck bringe. Eine Erklärung dieser Art ist an die Zentrumsfraktion des Preußischen Landtages von keiner der nicht zur preußischen Koalition gehörenden Frak­tionen dsS preußischen Landtages herange­kommen. Es bleibt für die Zentrumsfraktion des preußischen Landtages bei der am 9. Juni d. I. durch den Abg. Herold im Plenum des Preußischen Landtages abgegebenen Erklärung ber Regierungsparteien."

auf den freien Plätzen und an den Straßenecken Flaggenmasten errichten las­sen, von denen die Farben des Reiches und die Landesfarben wehten. Das Wetter ist sonnig und wärmer geworden. Um 10 Uhr kündigte die Sirene des .,'Co- lumbnS" an, daß das Auto mit dem Fliegern sich in Bewegung gesetzt hatte. Gleichzeitig kreiste eine Fliegerstaffel über dem Hafengelände und.flog eine kunstvolle Ehrenschleife.

Glockengeläut«, Heule« aller Sirene« und Dampfpfeisen und brausende

^ochrui- !

begleiteten die Flieger, denen sich auf ihrer Fahrt durch die Unterweserstädte ihie sämt­lichen Angehörigen angeschlossen hatten. Etwa 90 Automobile und eine große An­zahl Motorradfahrer gab ihnen das Ehuen- geieit.

Zm Bremer Rathaus.

Um 12.45 Uhr traf, vom Jubel der Menschenmassen umbraust, ber Automobil­zug vor dem Rathause ein. Köhl, Fitzmaurice und Hünefeld wurden feier- tichst in die obere Ra.haushalle geleitet. Ter Prä'ident des Senats,

Bürgermeister Dr. Donandt.

hieß die Flieger willkommen unb wtes <n seiner Begrüßungsansprache daraufhin, datz die allgemeine Freude des deutschen Volkev über die glückliche Heimkehr der wage­mutigen Flieger nirgends tiefer empfunden werde als in ber bremischen Bevölkerung. Bremische Kaufleute haben bte Fahrt gerüstet, unb das von Meister­hand erbaute Flugzeug hat den Name« „Bremen" durch S^urm unb Nebel ge­tragen. Durch die Erfahrungen, d« bei bieem Fluge gesammelt mürben, ist für den weiteren Ausbau bes Flugwesens die un­entbehrlich« Grundlage geschaffen worden, und gewiß ist die Zeit nicht mehr fern, in der ein sicherer Flugverkehr, die Schran­ken von Raum unb Zeit in ungeahnter: Weste zurückdrängen und bte Völker des Erdballes als Nachbarn zusam­menrücken wird. Nur tu friedlichem Wettbewerb ber Völker kann bie früher« Weltstellung Deutschlands errungen werden.

Durch den Flug der „Bremen" ist aber- mals dem Auslande vor Augen ge­führt. datz in dem bedrängten deutsche« Solle trotz allem Kräfte lebendig find, deren die Welt «icht eit traten kann.

Der Empfang, den unsere Flieger drüben gefunden haben, gibt uns zugleich die Ge­währ, daß die alte Freundschaft zwischen der großen amerikanischen Nation unb dem deutschen Volke, die vorübergehend, man möchte fast sagen, durch ein Versehen ber Weltgeschichte zerstört war, wieder aufblüht. Das ist ein Ergebnis Ihrer kühnen Luft­fahrt, dessen politische und wirtschaftldch« Bedeutung gerade von uns an der Wasser- kante auf das tiefste empfunden wird. Darum ist der festliche Empfang auf beut schem Boden zugleich ein Dankes- unb Freundesgrutz an die Vereinig­ten Staaten von Amerika.

Der Bürgermeister überreichte jedem ber drei Flieger eine (Forts. S. 2.1

Rmktrltt ter BMkWm RklttmivS

fk. M L n ch e «. 20. Zu«i. Ministerprä­sident Dr. H e l d hat an den Präsident des bayerischen Landtages nachstehende» Schreiben gerichtet:

„Eurer Hochwohlgeboren beehre ich mich ergebenft mitzuteilen, datz die f ä m t- l i ch e « Herren Staatsminister im Hin­blick auf 59 Abi. 2 der Berfasiungsur- kunde des Freistaates Bayern beschlossen haben, von ihrem Amte zurückzutrete«. Der Herr Staatssekretär im Staats- Ministerium für Handel, Industrie und Gewerbe schlietzt sich für seine Person die­ser Erklärung an. Gemätz § 66 Abs. 1 der Verfassungsurkunde werden sie dis zur Bildung eines neuen Ministeriums die Geschäfte weiter führen.