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Mittag, ten 18. M ISA

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Äberhessssche

Zeitung

Anzeiger für (das frühere kurheffische) Oberheffe«

Wbi LMMUllllS

Marburm ragesanzeieer

Rr.m KZ.ZMg. Marburg a.Lahn

Der Anzelgenprets betragt für den Iv gespalt. Zeilemntllim«ter 0.08 SM. klein» Baran,eigen 0.06 SM» amtlich» and anS- WLrtig» Anzeigen 0.10 SM Cd schwierigem Satz f®»t» bei Platz- Oorschrtft S0°1. Aufschlag. - Sa mumlan »eigen 1001, «nf.

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I «oidmad • '/^.Dollar

Anzerger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg.

Die mterfeaklLonellen Besprechungen

ScrlMdlilngm Ker ßWltagtn — Umwandlung der Makenttg^rung im gtühherblt?

gcksmmen fei. Pie

lichen Schritt vorwärts

2>n maßgebenden Kreisen der preußischen

Aegierungsparteien weist man daraus hin, Laß die Volkspartei keinen Grund zu Zwei-

Die sozialdemokratische Reichstagsfroktron hat einen Antrag auf Abschaffung der Todes st rafe eingebracht. Der be­antragte Gesetzentwurf lautet:

§ b Die Todesstrafe ist abgeschafft.

§ 2. Zn den Fällen, in denen das Gesetz Todesstrafe androht, tritt an ihre Stelle lebenslängliche Zuchthausstrafe.

§ 3. Das Gesetz tritt mit dem Tage der Verkündigung in Ixraft.

Von der demokratischen Fraktion liegt ebenfalls ein Antrag auf Abschaffung der Todesstrafe vor.

Die Beemenftieger in Deutschland

Großer SulbiguncSfllig in Bremerhavm

interfraktionellen Besprechungen gehen heute weiter und werden wohl auch noch Diens­tag vorm ttag andauern. Am Dienstag werden dann auch die Fraktionen zu dem (Ergebnis der Verhandlungen Stellung zu nehmen haben.

sein an der Erklärung des Akinisterpräsi- öenten Braun habe, daß auch für Preußen Lic Große Koalition als die jetzt gegebene Ägierungsform zu betrachten sei, zumal diese Erklärung noch durch die Regierungs- karteiesl, in ihrer Stellungnahme zur Braun­rede ausdrücklich unterstrichen worden ist. Sdwicrigfeiten beständen nicht, zumal auch über das sachliche Programm der Zu- ■iammcnarbeit in Preußen eine Einigung Ächt herbeizuführen sein wird, da biex volfspartet ja schon einmal das Regie- fiingsprogramm Brauns mitgemacht habe Aid da sich an diesem Regierungsprogramm nichts ändern würde.

Zunächst muß abgewartet werden, wel- öen Vorsitzenden sich die Landtagsfraktion der Deutschen Volkspartei wählen wird. Nan nennt den Abgeordneten v. E y n e r n ois Nachfolger Dr. v. Tampes. Es wird Avartet, daß dann zunächst Besprechungen zwischen Zentrum und Deutscher Volks- Partei über kulturelle Fragen stattfinden f »erden und daß im übrigen die interfraf- tonellen Besprechungen in Preußen in den *fen Tagen des Zuli besinnen, wobei der Ausdruck „zu gegebener Zeit" für die Er­weiterung der preußischen Regierungsbasis

Früh herb st bedeuten solle. Vor Eem aber sind die preußiscben Regierungs- ^rteien entschlosien, dem Nkinifterpräsiden- auch in der Auffassung, daß die preußi- Regierungsumbildung sich völlig unab- ^ttgig von der Gestaltung der kommenden «ichsregierung zu vollziehen habe, wie dies ; * jetzt auch in den Verhandlungen im ^ichstag schon zum Ausdruck gekommen “< zuzustimmen. Zu den interfraktionellen Verhandlungen im Reichstag wird an ^»zelheiten noch gemeldet, daß sich bei den Außenpolitischen Fragen keinerlei ;*n?ierigfeiten ergeben haben. Es dürfte

für das Verhältnis des Reichs zu den ändern eine gemeinsame Linie gefunden Men. Ls soll in der Regierungserklärung neuen Kabinetts u. a. zum Ausdruck firnen, daß die Reichsregierung in der nage der ^eid’Steform nicht un- ^ig sein will. Der Verfassungsfeiertag Zurde gleichsfalls ohne besondere (Segen- Micickeit besprochen, wenn auch die Volks-

dabei die Frage des Reichsgrün-;

bungstages in die Debatte zog. Bezüglich des Schulgeseetzes wünschte das Zentrum Wahrung der Gewissensfreiheit und der Elternrechte; Demokraten und Volkspartei vertraten die Notwendigkeit der staatlichen Schulhobeit und des geordneten Schulbetriebes. Die Sozialdemokraten wünschten Herabsetzung der Altersgrenze für die Sozialversicherten und Verbesserun­gen in der Arbeitslosenversicherung.

Auch das Washingtoner Abkommen wird bei den kommenden Verhandlungen weniger Schwierigkeiten madxen.

Müller-Franken hatte noch mit den Führern der Wirtfdiaftspartei eine be­sondere Besprechung über das von dieser Gruppe vorgelegte Wirtschaftsprogramm. Der Gesamteindruck der bisherigen Ver­handlungen wird in parlamentarischen Kreisen dahin erläutert, daß der Abgeord­nete Müller-Franken mit seinen Bemüh»«- I gen um die Regierungsbildung einen wesent- |

Bremerhaven, 18. Juni. Der Dampfer „Columbus" mit den Vre, menfliegern von Hiinefeld, Köhl und Fitz Maurice ist heute früh 4 Uhr auf der Weser eingetroffen und liegt zur Zeit auf der Reede von Bremerhaven.

Die letzten Vorbereitungen i» Bremerhaven.

fk. Bremerhaven. 18. Juni. In ben Unterweserstädten Bremerhaven und Wesermünd« werden die letzten Dorbe­reitungen zum Empfang der Ozeanflieger getroffen. Die Straßen und Häuser weisen reichen Flaggenschmuck auf und unaufhör­lich pilgern schon seit den frühen Morgen­stunden die Menschenmengen zum Kaiser­hafen, wo gegen 11 Uhr die „Eolumbus" mit den Fliegern eintrifft. Der Dampfer traf entgegen dem ursprünglich festgesetz. ten Programm bereits um 5 iüjr früh auf der Reede ein, wo er vor Anker ging.

Auf dem Flugplatz Dremerhaven-We'er- münde entwickelte sich schon gestern ein großer Betrieb, da dort Fliegergeschwader und Einzelflieger von Berlin, Hamburg, Lüneburg und Bremen aus eingetroffen sind, die zusammen mit den heute vor­mittag noch eintreffenden Flugzeugen den „Bremens-Fliegern eine Huldigung dar- bringen werden. Der Flugplatz und Der Flughafen erwiesen sich als zu klein, sodaß mehrere Flugzeuge unter freiem Himmel aufgestellt werden muhten. Ministerial­direktor Dran denburg als Dertreter des Reichsverkehrsministeriums und Staatsrat D u ck w i tz trafen gestern abend um 7 Uhr von Berlin kommend im Flug­zeug ein, während das Großflugzeug „Her­mann Köhl" in Bremen eine Zwischenlan­dung machte, und erst heute vormittag hier ankommt. Das Wetter ist heute vormittag böig und Regen wechselt mit Sonnen­schein ab.

Die Plaue der OzeatrMeger für die nächste Zukunft.

fk. Hamburg, 18. Juni. Wie der in Eherbourg an Bord des Dampfers „Ev- lumbus" gegangene Sonderberichterstatter des „Hamburger Fremdenblattes" u. a. zu berichten weiß, hat v. Hünefeld er- klärt, daß er in Bremen über einen Dor- ttags-Manager verhandeln wolle. - Aach

den Empfangsfeierlichkeiten in Deutschland und England will er sich vor allem wieder seiner schriftstellerischen Neigung widmen. Köhl wird nach dem großen Empfang zu Hause in Berlin nach dem Rechten sehen und sich dann erst mal g r ü n d l i ch R uhe gönnen. MitFitzmaurice wollen Köhl und Hünefeld anfangs Juli nach Dublin fliegen. Dann wird der irische Major seine deutschen Kameraden nach London begleiten und dort wird man sich trennen.

Die Ostwestiiber'ceslieger im Hafen von Cherbourg.

r der Nacht zum Sonntag ist der ,Eo- lunchus des Norddeutschen Lloyd mit den L5?Äsefliegern im Hafen von Eherbourg zu halbstündigem A.ifenthatt einget offen.

Einige Press-vertreter unter ih en de" Te-- treter der Telegraphen-Union, hatten sich ein- ae.imoen, um die Flieger in Europa will­kommen zu heißen. Legativnsrat Schum- .arg ton der Deutschen Botschaft in Paris »verbrachte die ersten Grüße der deutschen Neuerung auf dem europäischen Festlande. Nach kurzer Begrüßung des Geheimrats Sttmming vom Norddeutschen Lloyd er» icptenen die Flieger, begleitet ton ihren ©athnnen. Es folg'e eine kurze Aa'prach« oer Pressevertreter, worauf die mi'gebrachten Blumen den Damen überreicht wurden. Es antwortete Geheimrat Sfimming. der mit einem Hoch auf die drei Flieger schloß. Die Flieger erzählten sodann allerlei 3nte-essantes über Amerika und ihre Reife. Baron von Hünefeld sprach von Deutschland, nach dem die Flieger sich in ihrer langen Abwesenheit sehnten und ihrem Wunsch, für das Da! erfand weiterhin arbeiten zu können. Scherzend er­zählte Hünefeld von der getroffenen Ar­beitsteilung: ,KöhI und Fitzmaurice müssen fliegen, das können sie besser als ich, ich da­gegen rede". Köhl beteuerte, daß er auch "ssch dem Ozeanflug nicht einmal so richtig müde war. Auch die Damen btteiligten sich lebhaft an der Unterhaltung. Die Dertreter der Presse b richteten kurz von den Dor­bereitungen, die in Bremen für den Empfang bereits getreffen sind.

Einlesen drr „Europa" in vrewrn.

Bremen, 16. Juni. Das in dem Be- utz Herrn v. Hünefeld übergegangene Iunger»s.ug:eug „Europa" ist heute nach- mutag in B.«men auf dem F.ugplatz gt* .atiLtt, um tie „Bremen"-Flieger am mitt* lvoch, 20. Juni, von Bremen nach Berlin zu befördern. .

3m Reichstag fand Sonnabend vor­mittag beim Abgeordneten 211 ü 11 e r • Franken eine 2lnssprache der Vertreter der für die Regierungskoalition in 2lussicht genommenen Parteien statt. Die Vesprech- img drehte sich um die von den verschiedenen Parteien für das Regierungsprogramm aufgestellten Forderungen. Die grundsätz- iiche Frage der Homogenität mit der preu­ßischen Regierung wurde nicht berührt. An ten Verhandlungen waren nicht nur die Fraktionsführer, sondern auch die Sach­referenten der Fraktionen für Sozialpolitik, Finanzpolitik, Wirtschaftspolitik und andere | ||ragen beteiligt. Vertreten waren die Sozialdemokratie, das Zentrum, die Deut- 1 jche Volkspartei, die Demokraten und die Bayrische Volkspartei. Den Fraktionsver­tretern wurden auch die von der Wirt- -jchaftspartei schriftlich überreichten Fordc- . nmgen vorgelegt. Sie behandeln in der Hauptsache Alilderung der Wohnungs- Mangswirtschaft und Differenzierung der ■ Ärbeitszeitvorschriften zwischen . Industrie, Handwerk und Kleingewerbe.

Preußen wartet ah^

Ein ntmt SzennNng

Rewqork. 17. Juni. Rach bmalige« Startversuch ist das awerikanische Flug, Zeug „Freundschaft« heute um 12.21 Uhr amerikanischer Zeit in Trepassy bei west, lichem Winde zum Europaflug gestartet.

SkSbeben tn MM»

London, 17. Juni. Die Stabt Mexikt wurde am Sonnabend abend ton einem schweren Erdbeben heimgesucht, das um 9,22 Uhr begann und etwa sieben Minuten an­hielt. Die Stadt war lange Zeit ohne Licht. Der Materialschaden scheint beträchtlich zu fein. Ob Menschen zu Schaden gekommen sind, steht im Augenblick noch nicht fest.

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Akimd» in Aimrika

London, 17. Juni. Der südliche Teil der Provinz Oklahoma wurde am Sonnabend von einem schweren Tornado heimgesucht. Be­sonders in Mitleidenschaft gezogen wurden die beiden Städte Dlair-Mountain- P a r k und S n y d e n. Die Bewohner von Blair konnten noch vor der später eintretenden Llnterbcechung aller Verbindungen Hilferufe auSfenben. Danach scheint es, daß die Stadt so gut wie ganz zerstört ist und die Ver­wüst ungen ungeheuer sind. Zwei­hundert Freiwillige Helfer sind zu ersten Htkfeleistinrgrm entsandt worden. Die An­gaben über die Zahl der Toten schwanken. Fest steht einstweilen nur, daß drei Per­sonen getötet und 15 verletzt wurden. 3n Snyder wurden 50 Häuser zerstört. Don dem Tornado wurde ein 6 Meilen breites Gebiet im südwestlichen Oklahoma betroffen.

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Mtnmnklag in S6ln

Köln, 16. 3uni. 3m Großen „Saale der Kölner Messe inmitten der Pressa veran­staltete der Verein zur Errichtung eines DiS- marck-Nationaldenkmals am Samstag abend in Gestalt einer großen öffentlichen Kund­gebung, woran etwa 5 000 Personen teil- nahmen, seinen zweiten Deutsche« DiSmarcktag. Schwarz-rot-goldene und schwarz-weih-rvte Fahnen, gruppiert um die überlebensgroße Düste des Altreichskanzlers, gaben dem Niescnsaale ein festliches Gepräge. Unter den Anwesenden bemerfte man Ab­geordnete sowie zahlreiche führende Persön­lichkeiten der Deichs-, Staats» und Kommu­nalbehörden. Nach dem von dem greifen rheinischen Dichter Nubvlf Herzog ge­dichteten und gesprochenen Festvorspruch be­grüßte der erste Dvrsitzende des Dereins, Staatsminister a. D. Epz. Wallraf, die Anwesenden. Als Hauptr dner des Abends sprach der Deichstagsabgoordnete von Kar- dorfs über „Bismarcks Lebenswerk und Ruhejahr". An den Anfang feiner Aus­führungen stellte er die Betonung der Pflicht, immer und immer wieder des Reichsgründers mit Dankbarkeit zu gedenken. Denn, so führte der Redner weiter aus. die Einheit deS D e u t s ch e n Reiches ist das einzige, waS wir aus dem innen- und außenpolitischen Zu­sammenbruch des 3ahres 1918 gerettet haben. Diese Einheit des Reiches ist das Werk bei Altreichskanzlers einzig und allein. Der Redner sprach sodann über die innerpolitischen Kämpfe, die DiSmarck während seiner Amts­tätigkeit zu bestehen hatte, und ließ diesem Rückblick die Mahnung folgen, über dem Werk und dem großen Staatsmann nicht den großen Menschen zu vergessen. Zum Schluß gab der Redner in zündenden Worten der Hoffnung Ausdruck, es möge einst wieder die Stunde kommen, wo ein freier deutscher Rhein einmal wieder seine grünen Wellen in das Meer ergieße, wo ein freies, stolzes und mächtiges Deutschland von sich einmal wieder fingen und sagen dürfe: Don der MaaS bi« an die Memel, von der Etsch bis an den Belt. Deutschland, Deutschland über alles in der Welt! Die Rede v. Kardorffs wurde mit stürmischem Beifall ausgenommen.

Zorn v. Bulach schuer erkrankt.

fk. Paris, 18. Ium. Baron ÄerR v. Äu.ech, dec vor acht Tagen seine 13me« rte.igt Gefängnisstrafe angetreten hat, iss wegen schwerer Nervenerklankung in eit® Privarklinir überführt worden.