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0tt ^Vdttbrssisch« Selhmg* et» l^dnt sechsmal wöchentlich. Be- pffgpteU monatlich 2 GM. au«- Mießl. ZustellungSgebübr. durch tzt,Poft2LL GM.Für etwa infolge Streik«. Maschinen defekte »de, ^ewentarrr Ereignisse ausfallend« ghttmntrn wird kein Ersatz ge» leistet. Verlag v. Dr. §. Httzeroth, Donk der Unid.-Buchdruckerei v» Jod. Stag. Koch. Markt 21/23. gernsvrecher: Nr. M. u. Nr. 65. Postscheckkonto: 2lmt Frankfurt e. M. Nr. 6015. — Sprech,et» Ht Redaktion von 10—11 und

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Anzeiger für (das frühere kurhessische) Oberhessen

Mr. 140 SI.M.M. Mardvrg s.Lchn

®et Stazagenvret« Beträgt für de» 10 gespalt. Aeilenmillimelee 0.08 SM» klein- Baranzeige» 0.06 SSL. «wtNch, an» au*- Wärtig» Anzeigen 0.10 SM. Sei schwierigem Satz sowie dei Platze dorschrtft 50'1, Suffchlatz. - eammctanidgn 100 X Sufi, schlag. Reklamen »er MMtar. 0.40 «W. Zeder gi-bat, gilt eh* varradaN. Ztei 6 Sage. Beleg, werden Berechnet, «denlo 2s<hatft durch »to S-schüftestelli and Zusendung bet Angebote. Etz füstunqsort Marburg.

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Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg.

Keine Räumung ohne Sicherheit!

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ten Reichstagspräsidenten Löbe ein­gehend, schreibt der „Ientps„: Man darf sich in Deutschland nicht einbilden, daß es genügen wird, einen Sozialdemokraten als Reichskanzler zu berufen und Strese- mann in der Wilhelmstrahe zu belassen, da­mit die Alliierten Deutschland alle Zuge» ftiindnisse machen, ohne von ihm als Ge­genleistung zuverlässige Garantien sowohl vom finanziellen Standpunkt al, auch vom Standpunkt der allgemeinen Sicherheit zu verlange«. Die deutsche Oeffentlichkeit würde einen gefährlichen Irrtum begehen, wen« sie sich nicht darüber klar wäre, daß jede neue Regelung der Reparationsfrage «aturnotwendig von der Regelung der in­teralliierte« Schulden abhängt, bei der es «icht auf uns allein ankommt, und dah die vorzeitige Rückkehr aus dem Rheinlands uur praktisch i«s Auge gefaßt werden kann, wenn da, Reich alle diese Verpflichtungen erfüllt und wenn die allgemeine Sicherheit

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Politisch« Fragen gestreift hatte, wandte er sich der auswärtigen Politik zu und mög«^ stellte an den Ministerpräsidenten die Frage, ob er entschlossen sei, endlich die vollständige Liquidierung der Weltkriegsschulden in An­griff zu nehmen. Im besonderen befür­wortete er die alsbaldige Räumung des linken Rheinufers, die dem Völkerbund übertragen werden solle. Lo­carno sei zwar gut, reiche jedoch nicht aus, bcnn man müsse den Krieg vollständig! liquidieren. Auriol begrüßte in Hermann Müller-Franken den Eintritt der deutschen Sozialdemokratie in die Regierung und er­blickte darin ein Pfand mehr für die Her­stellung des Weltfriedens.

Paris, 15. Juni. (WTB.) Im wei­teren Verlauf der Jnterpellationsdebatte in der Kammer forderte der Abg. Vincent Auriol eine baldige ErklärungPoin- rares, wie es eigentlich mit derSta- bilisierung stehe und wie und wann et sie durchzuführen gedenke. Aachdem i3eT Vincent Auriol finanzielle und inner-

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.Die liberale englische Zeitschrift „Na­tion" führt aus: Zaleskis Pariser Erklä­rungen, buj$ das Rheinland nicht ohne polnische Zustimmung geräumt werden kann, beseitigt jeden Zweifel, dah die von rhm angegebene Politik die der französi­schen Regierung ist. Damit wird etnejepi ernste Lage geschaffen. Mit anderen Wor­ten: England ist gezwungen, in Wiesbaden zu bleiben, solange Polen der Ansicht ist, dah die Besetzung für «ine Sicherheit notwendig ist. Diese Theorie kann kaum von der britischen Re- Sierung angenommen werden. Es ist wün­schenswert, daß sofort klar gemacht wird, dah sie nicht angenommen wird. Die nrage ist die Aufmerksamkeit des Unter­hauses wohl wert.

Seeocr wird dir Wehrmacht nuwmien

Kausas City, 15. Juni. Auf dem Republikanischen Parteikongretz wurde heute «ine Botschaft Hoovers verlesen, in welcher der republibinische Präsidentschaftskandidat d«nt gestern angenommenen Parteiprogramm iuftimmt und erklärt, dah er, falls er im Ao- vember gewählt werde, seine Wahl als einen Auftrag der Wähler betrachten werde, die

Wehrmacht auszubauen, den Außen­handel zu fördern, die amerikanischen Hilfsquellen zu erschließen und die ameri­kanischen Arbeiter. Farmer und Geschäfts­leute gegen die Konkurrenz zu schützen, die ihnen aus dem Auslande infolge der in manchen Ländern herrschenden weniger gün­stigen LebenSbebingungen drohe.

Der republikanische Aatwnalkonvent nomi­nierte Senator Charles Curt iß-Kausas zum Vizepräsidentschaftskandidaten.

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Shims neue SmwtifaM

Peking, 15. Juni. Der Berkehrsminister der Aankingregierung hat der Generalüirek- tion der chinesischen Post in Peking Weisung

erteilt, nach Nanking überzusiedeln. Wie ver­lautet, ist auch das hiesige Mimsterrum des Auswärtigen im Begriff, seine Pforten zu schließen. Auch die Verwaltung der Salz­steuer dürfte, wie eS heißt, nach Aanking übersiedeln.

Japan u«d die südchinesische Regierung.

Tsingtau, 15. Juni. Der japanische Generalkonsul teilte dem chinesischen Zivil» gouverneur mit, dah die Verhandlungen zur Beilegung der Zwischenfälle in Tsinanfu wahrscheinlich drei Monate in Anspruch nehmen werden und bah während dieser Zeit die neutralen Zonen der Schantungeisenbahn zwischen Tsingtau und Tsinanfu aufrecht« erhalten werden sollen. Auch darf die Flagge der südchinesischen Regierung dort nicht gehcht werden.

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Auch tns Eingreifen 9t. 6lteicmnnn8 ohne Erfolg

aber, daß anscheinend zwischen einfluß­reichen Persönlichkeiten der preußischen Fraktionen Fühlung genommen ist mit dem Ziel, doch noch eine Kompromiß­lösung zu finden, die man auf diesem Wege für eher erreichbar hält, weil die vom preußischen Ministerpräsidenten ab- s s i o n von Reichsstellen „ schaltet ist. In Krei­sen der volksparteilichen Reichstagsfrak­tion weist man den Gedanken nicht von der Hand, daß in der Zwischenzeit nun zunächst über die sachlichen Probleme des Regierungsprogramms verhandelt wer­den könnte. Ob Hermann Müller diesen Weg geht, muß allerdings abgewartet werden.

Bei den gestrigen interfraktionellen Be­sprechungen im Reichstag wurden die Forderungen der sozialdemokratischen Fraktion und andere für die Regierungs­bildung in Frage kommende Faktoren er­örtert. Zu den Verhandlungen der Vor­stände der preußischen Koalitionsparteien mit der Landtagsfraktion der Deutschen Volkspartei über die Erweiterung der Re­gierungsbasis in Preußen sind der Füh­rer der preußischen Zentrumsfraktion, Dr. Heß, und Wohlfahrtsminister Dr. H i r t- siefer nach Berlin zurückberu­fen worden. Die Führer der Weimarer Koalition werden sich vorerst unterein­ander schlüssig werden und sodann der Deutschen Volkspartei von dem Ergeb­nis ihrer Prüfung über die Auslegung der Erklärung über die Umbildung des preußischen Kabinetts Mitteilung machen. Die gestrige Unterredung des Reichs­außenministers Dr. Stref ernenn mit führenden Mitgliedern der volkspartei- licken Reichstagsfraktion ergab nach der „Täglichen Rundschau" Uebereinstimmung über das Verhalten der Fraktion.

Die Reichstagsfraktion der Wirt­schaftspartei beschäftigte sich gestern abend in einer Sitzung mit den Verhand­lungen über die Regierungsbildung. Die Fraktion betonte in ihrem Beschluß noch­mals ihre grundsätzliche Bereitwilligkeit zur Regierungsbeteiligung. Sie sprach den Wunsch aus, daß auch in Preußen eine entsprechende Erweiterung der Re­gierung erfol*», verlangte aber nicht die Festlegung eines Termins dafür. Der Frak- tionsvorsitzende^ Abg. Drewitz, begab sich nach der Sitzung zum Abg. Müller- Franken, um ihm die Forderungen vor­

zutragen, die bie Fraktion im Interesse des Mittelstandes zu stellen hat.

Im Reichstag herrschte gestern abend der Eindruck vor, daß die Verhandlungen über die Regierungsbildung auch gestern kaum vorwärts gekommen sind, daß viel­mehr die Stagnation durch ein Eingreifen des Führers der Deutschen Volkspartei. Dr. Stresemann, auch nicht über­wunden worden ist. Dr. Stresemann hat nur kurze Zejt mit einigen Herren vom Fraktionsvorstand gesprochen und ist dann wieder heimgefahren, weil er grö­ßeren Anstrengungen körperlich offenbar nicht wieder gewachsen ist. Im Anschluß an diese Besprechung hat sich dann die volksparteiliche Fraktion erneut mit der Regierungsbildung beschäftigt, aber nur mit dem Ergebnis, daß sie bei ihren früheren Entschließun­gen in der Preußenfrage beharrt. Von Bedeutung ist in dieser Situation

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Moskau, 15. Juni. In den Verneh­mungen der Angeklagten Deter und Dr a t a n o w f k i im Schachtyprozeß spiel­ten di« sogenannten Kommandierungen für Organisationszweck« eine große Rolle. Die Aussagen dieser Angeklagten ergänzen sich zu einer Anklage gegen das Ausland, er­wecken aber in dem objektiven Zuhörer die Lieberzeugung, dah es den (Genannten weder um ein Bekenntnis der faktischen Schuld zu tun ist als darum, gewissermaßen durch ein Aebergeständnis die Rachsicht des Gerichtshofes zu gewinnen. Rament» lich Bratanowfki. der in geradezu scham­loser Weis« neuerdings die Beteiligung

I deutscher Firmen an den Schachthumtrie- ben, und zwar unter voller Namensnen­nung der Firmen AEG., Siemens, Eycchof, Knapp erwähnte, machte bei aller schau­spielerischen Ruhe den Eindruck eines mo­ralisch zusammengebrochenen Menschen, dem es gar nid)t darum zu tun ist, zur Ermittlung der Wahrheit beizutragen. Er schien vielmehr bestrebt zu sein, sich als Opfer der Verführung ausländischer Or­ganisationen hinzustellen, die in Erwar­tung eines Zusammenbruchs Tesinnungs- genossen aus alter Zeit in Rußland kaufe, ' um die Anversehrtheit ihres einstigen Grubenbesitzes zu erhalten und den Boden für eine Intervention vorzubereiten.

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Herr Hermann Müller hat sich, als er den Auftrag vom Reichspräsidenten er- hielt, die Aufgabe, in möglichst kürzester Zeit eine tragfähige Regierung zu bilden, mtichieben leichter vorgestellt, als die Praxis es lehrte. Als das Wahlergebnis des 20. Mai bekannt wurde, konnte sich das linksorientierte Deutschland nicht ge­nug des Jubels tun über die endlich „ge­klärte Sage“ und über die Sicherheit, die nun für einen stetigen Linkskurs ge­währleistet worden fei. Seit mehr denn drei Tagen beschäftigt sich nun der Aus­erkorene der Sozialdemokratie, und zwar bis jetzt vergeblich, damit, die ach so ein­fache und praktische Lösung des Wahl­ergebnisses Wirklichkeit werden zu lassen. Wenn man sich die Schwierigkeiten vor Augen führt, denen Hermann Müller aus Schritt und Tritt begegnen mußte, fo wird man bei Abrechnung der nebensächlichen Begleiterscheinungen doch immer und im­mer wieder zu der Erkenntnis gedrängt, daß sich innerhalb der Fraktionen, die für die Bildung der Großen Koalition in Frage kommen, schwere sachliche Gegen­sätze befinden, die auch durch ein noch fo vorsichtiges Kompromiß kaum aus dem Weg geräumt werden können. In diesem Augenblick spielt sich der Kampf nm bie Einigung in der Hauptsache zwischen den Forderungen der Deutschen Volkspartei und der Beharrlichkeit der Sozialdemo­kratie ob. Gewiß, die Meinungsunter­schiede, die sich hier auftun, find sehr groß. Aber betrachtet man den übrigen Fragenkomplex, der zwischen anderen Parteien einer kommenden Großen Koa­lition noch zu klären ist, so wird die Ent­scheidung schwer fallen, wo hier die größ­ten Hindernisse für ein gedeihliches Zu­sammenarbeiten der Großen Koalition zu suchen sind.

Es gibt für das Zentrum im Reiche keine wichtigere und vitalere Frage als die endgültige Gestaltung des Reichsschul- gesetzes. Auf Grund der Parlamenten« ichen Grundlage des letzten Kabinetts Marx konnte das Zentrum es zum min­desten durchsetzen, daß der Entwurf eines solchen Gesetzes wenigstens zur Aussprache kam. Der Entwurf ist auseinandergefal­len, und zwar hauptsächlich auf Grund des Verhaltens derjenigen Fraktionen, die jetzt nach dem Wunsche Hermann Müllers gemeinsam mit dem Zentrum die Große Koalition bilden sollen. Daraus kann das Zentrum die selbstverständliche Folge­rung ziehen, daß der Reichsschulgesetzent- rourf einer Regierung der Großen Koa­lition entschieden mehr „Schönheitsfeh­ler" aufweisen wird, als der Entwurf, der im letzten Reichstag präsentiert wurde. Schlüffe aus dieser Tatsache lassen sich leicht ziehen.

Diese Gegensätze zwischen dem Zentrum und den übrigen Mitgliedern einer kom­menden Großen Koalition lassen sich zwar im Augenblick verkleistern, da sie nicht abu* sind. Ebenso besteht natürlich auch die Möglichkeit, die Kluft zwischen den Wünschen der Deutschen Volkspartei und den Absichten der Sozialdemokratie durch eine notwendige Kompromißbrücke gang­bar zu machen. Mit geschickten Formulie­rungen läßt sich vieles sagen, was letzten Endes keine Verpflichtung ist. Aber die Praxis des Arbeitens fordert „zur gegebe­nen Zeit" auch Entscheidung, klare Farbe und das Bekenntnis zur Ueberzeugung.

Aber trotz all dieser Erschwernisse, trotz des durch den Wahlgang am 20. Mai ge­schaffenen „klaren" Bildes — es gibt für die Sozialdemokratie im Reiche keinen anderen Weg als den zur Großen Koali­tion. Ebenso rasch, wie der Gedanke zur Bildung der Weimarer Koalition auf« tauchte, ebenso rasch ist er auch wieder ver­schwunden. Warum? Die Weimarer Koa­lition hat an sich im Reichstage keine Mehrheit. Da wenig Wahrscheinlichkeit dafür besteht, daß sich die Fraktion der