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Der Washingtoner Korrespondent der „Chicago Tribüne" meldet: Mehr als die Halste der regulären Armee der Bereinigten Staaten wird in diesem Som­mer dami tbeschästigt sein, Zivilisten militärisch auszubilden. Nahe­zu 273 000 Personen werden '.in Rekru­tenlagern untergebracht sein. 3452 Offiziere und 47 889 Mann der regu­lären Armee werden als Instruk­teure verwendet werden.

In gutunterrichteten Londoner Kreisen verlautet, daß die amerikanische Regie­rung aufgrund einer Besprechung des Prä­sidenten Kellogg mit Vertretern des Marineministeriums beschlossen habe, 1500 Mann nach Nicaragua zu entsenden, von denen ein Teil zur Ablösung dort befind­licher Truppen bestimmt ist. Der ameri­kanische Befehlshaber hat der Regierung ein dringendes Telegramm gesandt, die amerikanische Streitkraft um mindestens 600 Mann zu verstärken, da es ihm sonst nicht möglich sei, den Feldzug erfolgreich abzuschließen.

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^Vberhessisch« Zettmig" «• tfcdnt sechsmal wöchentlich. Ce> •ggdtteU monatlich 2 EM. aus» ^hließl. Zustellnngsgebübr, durch htePostLLb EM.Für etwa Infolge Streik». Maschinendefekte oder Elementarer Ereignisse ausfallende Nummern wird kein Ersah xc» leistet. Verlag b. Dr. §. Hiheroth, ffntd der Unib^Buchdruckerei b. Avh. vug. Koch, Markt 21/23. ffernsprecher: Nr. 54. u. Nr. 65. «rstschrckkonto: Amt Frankfurt & M. Nr. 6015. — Eprechreit ttt Redaktion von 10—11 und

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Das Sans -er 14 Punkte

Auch Amerika bildet seine Misten militärisch and

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fk. Kopenhagen, 15. Juni. Rach einer bisher unbestätigten (!) Meldung des Berichterstatters der Zeitung „Politiken" soll die von der „Hobby" ausgesetzte Hundeschlittenexpedttion, die aus drei Mann bestehende Malm- green-Gruppe, die sich nach dem Schiffbruch der „Italia" in südlicher Rich­tung in Marsch gesetzt hatte, gefunden haben.

Wie aus K i n g S b a h gemeldet wird, hat die „Eitta di Milano" erneut Verbindung mit der „Italia"-NIannschaft gehabt. 3n seinem Funkspruch erklärt Nobile, daß er und die ^einigen sich sicher fühlten. 2T?an weiß nicht, ob man daraus folgern kann, daß es ihm gelungen ist, weit genug in die Nähe der Küste vorzudringen, so daß er ßoffnung hat, das Land zu erreichen, oder ob Nobile nur damit andeuten will^ daß er

Der sozialdemokratische Abgeordnete Müller-Franken hatte bei der Be­sprechung mit dem preußischen Minister­präsidenten Dr. Braun diesem die For­derung der Deutschen Bolkspartei wegen der Umgruppierung der preußischen Re­gierung vorgetragen. Ministerpräsident §r. Braun hat darauf, wie das Nachrich­tenbüro des BDZ. erfährt, geantwortet, er Saite es aus staatspolitischen Gründen für

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Anzeiger Mr (das frühere kurhessische) Overhessen

Anzeiger der amtliche« Bekanntmachungen für Stabt und Kreis Marburg

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397t unmöglich, daß die preußische Staats- —i regierung die Umgruppierung ihrer Zu- w sommensetzung abhängig mache von einer Willensäußerung der Reichstagsparteien. 6t würde darin eine Degradierung des preußischen Staates und eine Verletzung kittet Selbständigkeit sehen.

In der Besprechung des Abgeordneten Müller-Franken mit den Fraktions-

- Robllt hofft auf Rettung

mit baldiger Hilfe rechnet. Seit der Stran­dung der „Italia" hat Nobile die beiden anderen Gruppen nicht mehr gesehen.

Die Sachverständigen sprechen sich dahin aus, daß der Teil der Besatzung des Luft­schiffes, der mit der „Italia" abgetrieben wurde, möglicherweise sehr weit nach Offen verschlagen worden ist und sich in der Ge­gend des König Karl XII.-Landes befindet.

Die „B r a g a n z a" hat am Donners­tag morgen auf der Fahrt nach Nordosten die Norweger-Insel passiert. Nördlich der ZTioffengruppe hat das Schiff starkes E i s gefunden und macht jetzt den Versuch, die Eismassen zu durchbrechen. Der rus­sische Eisbrecher steuert direkt auf Kap -mijth zu. Küfer Larsen hat gemeldet, daß er ein Hundegespann mit zwei Beglei­tern an Land gesetzt habe. Sie wollen durch (Fvttsewng siebe Seite 2J

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Seebold stellt sich der Staatsanwaltschaft zur Verfügung.

Korono, •($. Juni. Der deutsche In­genieur Seebold hat sich der Staats­anwaltschaft zur Verfügung gestellt. Es ist daher anzunehmen, daß Seebold auf freiem Fuß belassen wird, zumal er bereits vor Monatsfrist seine Zeugenschaft angeboten hat und trotz schwerer Belastung durch Äadstieber bereits in der Voruntersuchung in der Sowjet-Union verbleiben konnte. Deutscherseits wird die bestimmte Erwar­tung ausgesprochen, daß Seebold in den Prozeß einbezogen wird, da mit einer Rechtfertigung der Knapp-Firma gerechnet wird. Die Einbeziehung der Sache Seebold m einen späteren Prozeß werde eine weitere Belastung der deutsch-russischen Beziehun­gen befürchten lassen.

Die „Zswestija" gibt der deutschen Presse den Rat, von den deutschen Ingenieuren abzurücken. Die Sowjetpresse hält im all­gemeinen Köster und Seebold für Nkit- glieder der Sabotageorganisation, zumal die Aussagen Badstiebers in vielen Punkten unwahr sind und überhaupt Badstieber un­glaubwürdig ist.

Zeichen, daß die Bolkspartei der Bildung der Regierung im Reiche große Schwie­rigkeiten zu machen versucht. Die sozial­demokratische Reichstagssraktion nimmt mit wachsendem Befremden von diesen Versuchen Kenntnis. Die Sozialdemo­kratie denkt nicht daran, eine Diktatur der Sieger im Wahlkampf aufzurichten, aber noch weniger eine Diktatur der Nicht­sieger zu billigen.

Die „Tägl. Rundschau" schreibt: „Man wird zunächst abwarten müssen, ob ein Versuch gemacht wird, die in Preußen bestehende Koalition zu einem Einlenken zu veranlassen. Nach Lage der Dinge ist es aussichtslos, die Verhandlungen fortzu­setzen, wenn nicht von preußischer Seite etwas geschieht."

rem gab Müller die Stellungnahme s preußischen Ministerpräsidenten zu der Forderung der Deutschen Volkspartei auf gleichzeitige Umbildung der Regie­rung in Preußen bekannt. In der Ans­prache darüber hielten die Unterhändler Lr Deutschen Bolkspartei nach wie vor bestimmte Zusagen über die Umbildung der preußischen Regierung für notwendig. Don demokratischer Seite wurde betont, man könne selbstverständlich mit der Bil­dung der Reichsregierung nicht so lange warten, bis die preußische Regierung neu gebildet sei, aber andererseits sei schon im Interesse der Fortentwicklung der Reichseinheit eine größere Homogenität der Regierung des größten deutschen Lan­des mit der des Reiches wünschenswert.

Die Sozialdemokraten erklärten, sie hätten auch den ernsten Willen, in Preußen die Große Koalition herbei­zuführen.

In der weiteren Aussprache wurde es als der zweckmäßigste Weg zur lieber» Windung der jetzt vorliegenden Schwie­rigkeiten bezeichnet, wenn die Parteien sich mit ihren preußischen Fraktionen in Verbindung setzen, um von den preußi­schen Regierungsparteien Erklärungen zu erhalten, die keinen Zweifel an dem ern­sten Willen zur Erweiterung der preußi­schen Regierung aufkommen lasten.

Die Deutsche Dolkspartei hält an ihrer Forderung grundsätzlich fest, sie wird aber Zweifellos über den Zeitpunkt mit sich reden lassen. Ob dieser Zeitpunkt der Verbreiterung der preußischen Koalition Erst im Herbst oder bereits im Juli liegen wird, steht im Augenblick noch nicht fest.

Hermann Müller hat mit dem Außenminister Dr. Strefemann die tarnte politische Lage durchgesprochen, vorher ist auch der preußische Minister­präsident Dr. Braun bei Dr. Strese- wann gewesen. In unterrichteten Krei- fai mißt man der heutigen Fraktionssit- lung der Deutschen Volkspartei erhed- $ä)e Bedeutung bei, weil sich zeigen muß, die Fraktion angesichts der ernsten Be- pruhungen Hermann Müllers um die Ein- ^öiehung der Deutschen Dolkspartei in Reichsregierung nun nich doch noch einmal die Kompromißmöglichkeiten über» pfüft, die in einer fundierten Zusage für Emen bestimmten Termin der Umbildung

Preußenregierung liegen könnten.

? Hermann Müller beabsichtigt trotz • ®er Schwierigkeiten der Preußensrage die protze Koalition weiter zu ver- 1 s°!gen.

die MWauenAmlrSse im Landtag

Berlin, 14. Juni. Ms der soforti­gen Ueberweisung des national-sozialsshv- schen Antrages auf Aufhebung des Redeverbotes für Adolf Hitler an den Hauptausschuß von den Sozialde­mokraten widersprochen wurde, erklärten die National-Sozialisten, daß sie von jetzt ber jeder Gelegenheit von ihrem Wider- spruchSrecht Gebrauch machen wer- den. Dann wurde die Debatte über die Bergarbeiterentlassungen und Zechenstill- legungen fortgesetzt.

Abg. Langer-Oberhausen (Dt. Dpt.) weist auf die schwierige Absatzlage der deut­schen Bergbaus hin. Man könne nicht vom deutschen Bergbau verlangen, daß er ohne Gewinn arbeite. Der Redner setzte sich für die Herabsetzung der Eisenbahntarife ein, um die deutsche Kohle wettbewerbs­fähig zu machen.

Der Landtag nahm sodann die Ab st rm - mung über die Mißtraue nSan- träge gegen die preußische Staatsregie-- rung vor. Zunächst wurde über das kom­munistische Mißtrauensvotum abgestimmt. Dafür stimmten außer den Antragstellern die Deutschnationalen, die Deutsche Frak­tion, die Wirffchaftspartei und die Natiio- nalsozialisten, während sich bte Deutsche Dolkspartei der Stimme ent-

Das kommunistische Mißtrauensvotum tourte mit 222 gegen 168 Stimmen bei 33 Enthaltungen «-gelohnt.

(Beifall bei den Regierungsparteien, Rufe bei den Dntl.: „Die neue Regierungst- parteil'0 Abg. Kube (Nat.-Soz.) ruft: „Don roten Ketten macht euch frei!" Der deutschnationale Mlßrrauensantrag gegen das Gesamtkabinett ist damit erledigt.

Namentlich abgestimmt wird über ben ersten Teil des

veutschnatioralen Antrages gegen d.»n KirltuSminlser,

worin allgemein das Vorhalten des .Kul­tusministers mißbilligt wird. Abg. Pieck (Komm.) erklärt, die Kommunisten würden sich an der Abstimmung nicht be­teiligen. (Lebhafte Lchorufe.) Der Antrag wird mit 228 gegen 158 Stimmen abgeq lehntt Für diesen Passus stimmte auch die $rt. V p t., während sich die Kommu­nisten an der Abstimmung nicht beteiligten.

Bevor noch die Abstimmungen abge­schlossen sind, beantragt Abg. Preck (Komm.) die sofortige Herbeiru- fung des M i n rste r p r ä s i d e n te u. Er begründet es damit, daß in der Presse jetzt behauptet werde, Ministerpräsident Braun habe erklärt, er wolle spätestens b.iZ Herbst die Regierungserweiterung durch Einbeziehung der fchwerkapitaststischeu

Dr. o. Campe vom Vorsitz bet volks­parteilichen Landtagssraktion zurückge­treten.

Mehrere Blätter melden, daß der Vor­sitzende der oolksparteilichen Fraktion im preußischen Landtag, Dr. v. C a m p e, den Vorsitz niedergelegt, weil die Fraktion für die Verhandlungen über die Erweiterung der Regierungsbasis eine dreigliedrige Kommission gebildet hat, zu der v. Campe nicht gehört. Seine Ausschaltung erfolgte, weil.er als Gegner der Großen Koalition in Preußen bekannt ist.

Zu den gestern erfolglos gebliebenen Verhandlungen über die Regierungsbil­dung im Reiche bemerkt der „Vor­wär t s" u. a.: „Es vermehren sich die An-

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Die Plünderungen in Tientsin.

Der Korrespondent der „Morning P o ft“ in Tientsin meldet: Die Berichte über die Medermetzekungen und Erschie­ßungen in der Chinesenstadt werden als übertrieben gemeldet, aber Tatsache ist, daß zahlreiche Läden geplündert und mehrere Personen getötet wurden. Ihre Leichen wurden ins Wasser geworfen und von den ausländischen Kon­zessionen aus wurde beobachtet, wie sie den Fluß hinabtrieben. Das Dschiliarsenal am Zentralbahnhof flog gestern nachmit­tag in die Lust, was die Bestürzung der Bevölkerung noch vergrößerte. Erst am Nachmittag wagten sich die Einwohner aus den Häusern, während in den anderen Borstädten die Schießerei noch im Dange war.

Tfchangtsolii» noch am Leden.

„Dailh Mait“ berichtet aus Tient­sin: Aach einem Telegramm aus Mulden hat Tschangtsolin folgende Botschaft an seine Offiziere erlassen: Meine Wunde ist nicht so ernst, wie angenommen wurde, und mein Befinden bessert sich Mernand sollte die Meldungen über meinen Tod be­achten. Ich fordere euch Sus, euere Pflicht zu erfüllen. Bekümmert euch nicht iftn die Nachrichten über meinen Gesundheits­zustand.