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ffa ^dberbessische Zeitung" et- sechsmal wöchentlich. Be- nigepre!« monatlich 2 GM. au«» Meßt. Zustellungsgebühr, durch hiePosk2LS GM.Für etwa infolge gttdte, Waschinendefekt« »der elementarer Ereignisse ausfallende gtmmnetn wird kein Ersatz ge» leistet. Verlag d. Dr. §. Kitzeroth. Druck der Untv.-Buchdruckeret d. gvd. Aug. Koch, Markt 21/23. fserusprrcher: Rr. 64. tu Sir. 65. Postscheckkonto: Am» Frankfurt o. W. Nr. 5015. — Sprechzeit Mi Redaktion von 10—11 und
»/,!—1 Uhr.
würden, sei sehr gering. Amundsen ist der Ansicht, daß ein großes Flugzeug, wie der Dornier-Wal, die Mannschaft würde an Bord nehmen können. Auch ein Eisbrecher würde manches ausrichten. Es bestehe wenig Hoffnung, daß die Mannschaft bereits in den nächsten Tagen gerettet werden würde. Der Kommandant der 'r ■ tt di Milano" sagte, daß die Mannschaft besonders an Medikamenten und Lebensmitteln notleide. Bei äußerster Einteilung würden dis Vorräte für 50 Tage ausreichen. Der Kommandant sprach die Ansicht aus, das Flugzeuge für die Rettung der Menschen nutzlos wären, doch würde ein Eisbrecher sehr gute Dienste leisten.
gung. General Nobile ist mit sechs Begleitern unterwegs mit Richtung auf die „Braganza".
Roald Amundsen erklärte, daß die Gegend, in der sich die Mannschaft der „Italia" befindet, sehr gefährlich sei. Bei dem Eis. das vom Nordpol genau nach der Stelle ziehe, wo die Expedition sich aufhalte, handele es sich um sehr altes Packeis. Die Cisverhältnisse seien frort immer sehr schlimm gewesen. Die Mannschaft müsie sich entweder nach dem nordöstlichen Festland begeben oder müsie von der Eisscholle weggeholt werden.
Die Möglichkeit, daß die Strömung und der Wind das Eis zum Lands hintreiben
Kami die «ttttd werten?
Ke ift fn tret Smmn zet'mngi — Rue schwere Ilusreuge können zu ihnen gelangen
«ach Nordwesten.
Nach einer neueren Funkmeldung Nobiles scheinen sich von der Gruppe um Aobile drei Leute getrennt zu haben, die sich in der Richtung auf das Land in Marsch gesetzt haben sollen.
So« diese« drei Leute» weiß man nicht, wo sie sich z. 3t. befinden.
Hilt» Zedenfak
*, bi Milano" hat General Nobile Weisun- und medizinische Ratschläge über die Behandlung der Verletzten telegraphiert.
Deutschnationalen und Rat.-Soz.) Wir sprechen
dieser Regierung unser Mißtrauen aus! (Lebhafter Beifall bei den Deutsch- nationalen und Händeklatschen, das vom Präsidenten Bartels gerügt wird. Zischen links.)
Abg. Pieck (Komm.): Mit Recht hat der Vorredner hervsrgehoben (Aha-Rufe bei den Doz.). daß der Wahlausfall kein Vertrauensvotum für die Regierung ist. Die Mehrheit der Regierungskalition ist nur auf fcen ungeheuren Linksruck der Wählermassen zurückzusühren, die den bürgerlichen Parteien davonlaufen, wovon heute noch allerdings die Sozialdemokraten den Hauptgewinn gehabt haben. Aber die Mobilisierung der Werktätigen durch die Polittk des Kapitals und der Kraft macht Fortschritte, sie wirb über die Sozialdemokratie hinweggehen, weil diese die schwerkaprta- listische Politik überhaupt erst ermöglichte. (Sehr wahr! bei den Kommunisten.)
Für die Kommunisten sei eine Regie- rungsgemeinschaft mit den Sozialdemokraten undenkbar, solange die Sozialdemokratie zur Grundlage ihrer Politik die Erhaltung des kapitalistischen Staates mache.
Tie Freila'sung der Fememörder werd« von den Kommunisten abgelehnt. (Pfur- rufe,6et den Nat.-Svz.) Schärfer noch als den Sozialdemokraten gelte der kommunisti- sche Kampf den Rechtsparteien.
Erklärung der Bolkspartei.
Abg. E l ch h o f f (Dt. Bpt.) erklärt, seine Freunde seien der Meinung, daß der Ausfall der Wah'en eine Neuwahl des Ministerpräsidenten notwendig mache. In dem Ausfall der Wahlen könne die VolkSpar e. eine Bertrauenskundgebung für die heutige Regierung nicht erblicken.
Die Bolkspartei könne dieser Regierung ihr Vertrauen nicht aussprechen.
Notwendig wäre eine gleichartige Zusammensetzung der Regierungen im Reich und in Preußen. Tie Erklärungen des Ministerpräsidenten über seine zukünftige Politik sind derart allgemein gefaßt, daß ihre politische Wertung nur von ihrer praktischen Ausführung abhängig gemacht werden kann. Zu einem Eingehen auf die Erklärung des Ministerpräsidenten läge im Augenblick kein Anlaß vor. (Gelächter bei den Komm, und Nar.-Soz.)
, Abg. Pi st er (Deutsche Fraktion) erklärt, die preußische Regierung, die sich gern als Hort de: Demokratie bezeichnet, la.se noch immer die Deutsch-Hannoversche Partei polizeilich überwachen. Die Deutsch-Hannoversche Partei spreche der gegenwärtigen Regierung das schärfste Mißtrauen au».
Abg. Ladendorff (Wirtsch. Partei) erklärt, der AuSgang der Wahlen sei keineswegs eine Bertrauenskundgebung für dre Weimarer Koalition gewesen. Man müsse
Wie aus dem ersten Bericht des Generals Nobile an die italienische Regierung hervorgeht, hat sich bei dem Luftschiff »Italia" zugeftoßenen Unfall die Sonde! von der Umhüllung des Luftschiffes getrennt. 3« der Gondel befanden sich, wie die „B. Z." erfährt, General Nobile and weitere acht Mann, darunter der Navigationsoffizier. Die übrigen sieben Rann wurden dagegen mit der Hülle des Luftschiffes etwa 30 Kilometer weiter nach Osten fortgeschleppt. Beide Gruppen be- sinden sich in Sicht des Nordostlandes von Spitzbergen. Die mit der Umhüllung des Luftschiffes uni. den drei Motorgondeln fortgeschleppte Gruppe besteht aus zwei Wissenschaftlern, einem Monteur, drei Recknnikern und dem Journalisten Dr. Lago vom „Populo d'Italia". In dem ^stumpf des Luftschiffes befinden sich auch Lebensmittel. Waffen und Kleider.
. Bon der Gruppe des Generals Nobile haben zwei Personen Eelenkverrenkungen «litten. Der Arzt de» Dampfers „(Eitta
Berlin, 11. 3uni. Der preußische Landtag begann heute die Besprechung der Regierungserklärung. Zunächst verlas der Abg. Herold (Ztr.) folgende
Erklärung der Regierungsparteien:
„Ramens der Sozialdemokratischen Partei, der Zentrumspartei und der Deutschen Demo- kratifchen Pariei habe ich folgende Erklärung abzugeben: Die drei genannten Parteien billigen die Erklärung, die am 9. Juni d. 3. durch den Herrn Ministerpräsi- denten Dr. Braun namens des Staatsmini- steriums a6ge1'eBep worden ist. Sie stimmen den Richtlinien der Regie rung zu. die auf die soziale und kulturelle Hebung der breiten Dolkskreise und die Forderung der Wirtschaft hinzielen: sie hoffen mit dem Staatsministerium auf eine gedeihliche und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Landtag. Sie sind insbesondere auch ihrer- ,eits bereit, zu gegebener Zeit in eine Beratung über die Erweiterung der Regierungsbasis unter den vom Dtaatsministerimn dafür angegebenen Dor- aus'ehungen einzutr^en.
Scharfe Absage der Deutschnationalen.
Abg. von Winterfeld (Dntl.) betont, baß nach der Verfassung der Landtag den Ministerpräsidenten zu wählen hat. Danach hätte die Regierung zurücktreten müssen (sehr wahr! bei den Deutschnationalen). Ein Irrtum fei es, daß die Wähler der Regierung ihr Vertrauen ausgesprochen hätten.
9150 000 Wähler hätten für die Regierungsparteien gestimmt, aber 9 85k 000
für die anderen Parteien.
(Hört, hört! bei den Deutschnationalen). Die Landlagsmehrheit der Degierunaskoalition fei nur auf den Ausfall der für Splitterparteien abgegebenen Stimmen zurückzuführen. Die Verbreitung der kurz vor den Wahlen abgegebenen Regierungse klärung mit Hilfe von Steuermitteln sei nichts anderes als amtliche Wahlbeeinflusfung gewesen. (Sehr richtig! bei den Deutschnationalen.)
Die bisherige Politik dieser Regierung habe weder Mittelstands- noch Siedlungsfreudigkeit gezeigt. Dieses Ministerium kämpfe gegen das Christentum in der Kindererziehung, deshalb verdiene es kein Vertrauen.
Wir werden uns, so erklärt der Redner unter lebhaftem Beifall der Deuffchnationalen mit erhobener Stimme, die Liebe zu schwarz- weiß-rot nicht rauben lassen! Rur unter fchwarz-weih-rot werden wir wieder einmal hochkommen! Wir brauchen, so fährt der Redner fort, eine Stärkung des Znnen- marktes (Zuruf bei den Kommunisten: Höhere Löhne!) durch Hebung der Landwirtschaft. Dem Am n e it i ea n ir a g der Kommunisten können wir nicht zu st im men, weil er auf „Proletarier" beschränkt ist. Wir wollen, daß die sogenannten Fernemörder (große Unruhe und Ruse „sogenannte"?) auch befreit werden. (Lebhafter Beifall bei den
_. Das Treibeis, auf dem sich die Leute von — kr „Italia" befinden, treibt gegenwärtig
Anzeiger für (das frühere kurhessischej Oberhessen
Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg.
zur SablneltrtfWung
Heute vormittag wird das Kabinett nochmals zusammentreten. Es handelt sich hierbei um die letzte Sitzung, in der die De- missron formal beschlossen wird. Der Reichspräsident wird dann den offiziellen Auftrag zur Regierungsbildung an den sozral- demokratischen Abgeordneten Müller- Franken weitergeben.
T« prechmngr« über die Kabinettsbildung.
Zu den heute beginnenden Besprechungen de? sozialdemokratischen Reichstagsabgeordneten Hermann Müller (Franken) mir den für die Kabinettsbildung im Reich in Frage kommenden Fraktionsführern bemerkt die „Tägl. Rundschau": Man kann annehmen, daß die Besprechungen rasch in Gang kommen, da die Fraktionen, an die sich der Beauftragte des Reichsr- präsidenien wenden wird, voraussichtlich alle bereit sein werden, in die Verhand« lungen einzutreten. Tas Blatt bezeichnet es als dringend wünschenswert, daß auch die Wirtschafrsparrei zur Beteiligung an der Regierungsbildung aufgefordert wird, damft sie Gelegenheft erhält, ihren Zuwachs an Manda.en in praktischer und positiver Regierungsarbeit zu verwerten.
Tie „B o s s. Z t g." teilt mit, daß sich die Wirrschaftsparler durch den Abgeordneten Drewitz als Teilhaberin der kommenden Koali.ion be.eits habe anmelden lassen.
Der Sozialdemokratische Pressedienst betont, daß sich die sozialdemokratische Reichs- tagssrakrion bisher mft der Benennung von
it Ktn» Ampfer „Braganza" mit den Flugzeugen haben i «n Bord zunächst weiter ostwärts vorsto- it Chv« An zu lasien. Damit würden natiir
Aeder einige Tage vergehen, ehe durch --- Mgzeuge eine Verbindung mit Nobile ——* «rgestellt werden könnte. Amundsen hat ftneut an seine amerikanischen Freunde, telegraphiert. sofort Geld für eine Expedi- mit einem deutschen Dornier-Wal-
Kugboot unter Leutnant Dietrichson zur «rfügung zu stellen, da allein dieser nuigzugtyp für die Verwendung in der «vlarregion geeignet sei. Auf Bitten der Manischen Regierung hat die Moskauer Legierung dem größten Eisbrecher der Sowjetunion Befehl erteilt, sich sofort für
Abfahrt nach Spitzbergen bereit zu fachen. Auch der Eisbrecher „Malygin" von Archangelsk nach der Hoffnungs- ’tfel aus.
bi« Grab östlicher Länge. Das vorweg.fchs »d «negsmrnisterium hat nur geringe Hoff- 1 ?ung, daß die norwegischen Flieger mit wten kleinen Maschinen im Stande sein werden, die „Ztalia-Mannschast an dieser vtelle zu erreichen, zumal diese norwegi- chen Flugzeuge auf dem Eise nicht landen «nnen. Eg soll jetzt versucht werden, den
uns«« ichaft in diese drei Gruppen macht natür- ‘ üch die Rettungsarbeiten noch schwieriger, 3le:$°2 ^wohl ein weiterer Funtspruch jetzt die un ““’-nauere Lage des Ortes angibt, wo sich obile befindet. Es ist der 80. Grad 37 Minuten nördlicher Breite und der 27.
Dag Eis fast unbetrctbar, Tingsbay, 11. Zuni. Der Besatzung * „Ital'a» steht nur ein mäßig großer T^nnstoffvorrat zur Verfügung. Mehrern Leuten sind Hande und Füße erfroren, M trugen Beinbrüche davon. Die ab- H 1S53 Riffen« Gondel des Luftschiffes wird >m- 1 weiter abgetrieben. Das Eis ist fast c '^D^etretbar und befindet sich in Bewe-
auch die schweren Verluste des Zentrum» I und der Demokraten berücksichtigen.
Mit der Regierungspolitik dieser Koalition seien nur die Geschäfte der Soizaldemokraten aus Kosten des Zentrums und der Demokraten besorgt worden.
Der Redner beklagt dann die Notlage des selbständigen Mittelstandes. Die Wohnungs- zwangswirtschaft sei eine Schweinerei, in der die Korruption herrsche. Die Wirt- schaftspavtei könne der jetzigen Regierung ihr Vertrauen nicht aussprechen.
Abg. K u b e (Nat.--Soz.) wendet sich unter großem Lärm der Linken gegen sozialdemokratische Zwischenrufe. Ein Sozialdemokrat ruft: Fememörder! Abgeordneter Kube wendet sich zum Vizepräsidenten Dr. Porsch um und ruft dann: Ich stelle fest, daß hier ein Abgeordneter der Rechten ohne Schutz des Präsidenten als Fememörder bezeichnet worden ist. Als der Lärm weiter anhält, ersucht Vizepräsident Dr. Porsch um Ruhe und meint, er könne den Redner nicht verstehen. Abg. Kube fragt die Zentrumsabgeordneten, wie sie kulturpolftisch mit Sozialdemokraten und Demokraten zu'ammen Harmonie en können (Zurufe des Zentrums: WotanSanbeter). Dos trojanische Pferd war ein harmloses Vonny gegen das Roß, welches uns für Wotansanbeter hält.
Die Nattonalsozialisten würden für den deutschnationalen Mißtrauensantrag stimmen, aber auch für den der Kommunisten.
Ter Preußische Innenminister hat es gestattet, daß ein Lump, wie der französische Jude Victor Ba'ch in Berlin öffentlich das deutsche Ehrgefühl beleidigen konnte, während er dem deutsch-österreichischen Patrio- len Adolf Hitler das Reden verbietet, (Pfuirufe rechts.) Der Preußische Jüstiz- minister hat die politische Verlumpung des Richtertums in Preußen herbeigeführt (Pfuirufe links und in der Mitte).
Für die'e Aeußcrung wird der Abg. Kube vom Vizepräsidenten Dr. Porsch zur Ordnung gerufen.
Nachdem noch ein sozialdemokratischer und ein Zentrumsabgeordneter gegen die Rechte polemisiert haben, wird die Weiterberatung auf Dienstag 12 Uhr vertagt. Am Dienstag soll die Aussprache über die Regierungserklärung abgeschlossen werden, sodaß am
Donnerstag die Abstimmungen über die Mißtrauens-Anträge vorgenommen werden können.