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Eisenbahnkataftrsphe bei Mrnbers
Ser Nacht-S'Iug Rüiichen-zranknirt enigW — 2r Ale, zahlreiche Serletzte
USrnberg, 10. Juni. Heute, Sonn« {eg nacht gegen 2.20 Uhr ist der Schnell- }ag München—F rankfurt a. M. $ 47 bei der Ausfahrt aus dem Bahnhof Siegelsdorf entgleist. 16 Personen lernen ums Leben, 10 Personen »erden schwer, elf leicht verletzt, Die Ürsache de« Unglücks ist noch nicht bekannt, i; Personen waren sofort tot, zwei, die schwer verletzt wurden, starben im Kran, denhaus in Fürth.
Die Reichsbahndirektion Nürnberg «röffentlicht folgende Gifte bet Toten und Schwerverletzten: Tote: Re- ftrendar Dr. Ketzler-Würzburg, Ingenieur Ligen Krovarcy aus Ungarn, Etellwerks- mister Ehrhard Oberhausen aus Emün- ; W, Stellwerksmeister Josef Dörr aus Smünden Stellwerksmeister Johann ZLckel aus Würzburg, Reisender Kaiser, Lokomotivführer Imhof aus Würzburg, Eisenbahner Kaspar Klug aus Köln-Nip- pes, Bergwerkspraktikant Helmuth Eeb- i Hardt aus Pirna, Oberwerksmeister Peter Stier aus Schweinfurt, Eisenbahner Leon- hsrdi Tul aus Oberhausen im Rheinland mit seiner Frau, Elise Donner, Lokomotiv- führersfrau aus Altenhunden, ferner eine unbebaute Frau. Schwerverletzte: Johann Wolfort, Rangieraufseher aus Obernau bei Aschaffenburg, Kaspar Koch, Esien- ■ hchnassistent aus Ottobeuren, Matthias Hlofchhut, Lokomotivheizer aus Würzburg, Johann Schloder, Lokomotivführer aus Aschaffenburg, Burkhard Büchner, Erfen- - -bahnschlofser mit Ehefrau aus Würzburg, Robert Donner. Lokomotivführer aus Al- inchunden, Erna Hilf aus München, Anna Prottengeier aus Nürnberg, Bruno Kno- trk, Bochum, Leiter der Versuchsanstalt brr Deutschen Edelstahlwerke, Erika Laf- sert-Waldeck aus Leuthendorf a. Rh. Elf Versonen wurden leicht verletzt.
. Nürnberg, 10. Juni. Das Eisenbahnunglück bei Siegelsdorf ereignete sich bei der Ausfahrt nach Hagen-Büchrach kurz ror einer Weiche bei einer Geschwindigkeit von ca. 80 Kilom. Wie wir von einem Augenzeugen hören, erfolgte die Entgleisung unter riesigem Krachen. Die Unfall- Helle bietet ein Bild trostloser Verwüstung. Auf dem Bahnkörper steht noch bei Packwagen welcher etwa 80 Meter in bet Richtung nach Würzburg weitergefahren ist. Der zweite Packwagen legte sich u»s der Böschung auf die Seite, ebenso der Erste Personenwagen. Der vierte Wagen wurde die Böschung hinunter und auf Die Lokomotive geworfen, die sich beim Auf- btaH in die Höhe stellte, und die etwa 10 Atter hohe Böschung hinuntersiel. Das voidere Drehgestell der Maschine blieb auf beut Bahnkörper stehen. Der fünfte Wa- Rn wurde auf den vierten Wagen gewor- srn, den er vollkommen zerdrückte. Der Mte Wagen blieb ebenfalls auf der oohen Böschung mit der Spitze nach dem ^orderwagen. Die meisten Toten und schwerverletzten befanden sich in dem vieren Wagen, in den der Dampf der Loko- Mve hineinströmte, sodaß die Jnsasien
Wagens verbrüht wurden. Das Fleisch Pl den Toten und teilweise auch den schwerverletzten von Händen und Gesicht.
Mann war mit dem Kopf zwischen Reste eines Wagens eingeklemmt und z^ote erst gegen 5 Uhr befreit werden. ?egen 8 Uhr wurde noch eine Frau aus 8,11 Trümmern geborgen.
5Bie wir weiter hören, bestand der D-Zug M 10 Wagen, einem Packwagen und zwei sM-fwagen. Der Zug passierte die Station Melsdorf, ohne daß der Stationsvorsteher Merken konnte, daß irgend etwas nicht in y^bnung gewesen wäre. Die Signale waren *oschriftsmäßlg bedient, ebenso auch das
etwa 250 Meter entfernte Stellwerk. Ms der Zug an dem Stellwerk vorbeigebraust war, hörte man dort ein heftiges Getöse. Der Beamte des Stellwerks sah die Lokomotive umfallen und die Böschung hinabstürzen. Das auf dem Bahndamm stehen gebliebene Border- gestell der Maschine hat sich fast einen Meter tief in die Erbe eingebohrt. Am meisten mitgenommen wurden die mittleren Wagen. Drei der sieben entgleisten Wagen schoben sich ineinander und stürzten zur Seite.
Die Szenen, die sich am Zuge abspielten, waren herzzerreißend. Auch die Unverletzten hatten zumeist die Selbstbeherrschung verloren und wenige eilten den Verunglückten sofort zur Hilfe. Ein Dahnarbeiter erzählte, er habe aus einem der Wagen nur drei Kinder befreien können, während die anderen Reisen- den zum Teil tot, zum Teil verletzt und nicht * erreichbar waren. Ein in einem Wagen ein- I geschlossener und fast unverletzter Greis mußte I mit ansehen, wie einem Toten die Deine abge- I
r.ommen werden muhten, um dir Leiche aus den Trümmern zu befreien. Die Aufräumungsarbeiten konnten bis zum späten Nachmittag noch nicht beendet werden.
Die meisten Verletzungen entstanden von dem aus der umgestürzten Lokomotive entströmenden Dampf, der entsetzliche Verbrühungen verursachte. Auch die Toten sind zum größten Teil durch den aasströmenden Dampf derart verbrüht worden, daß sie volllommen unkenntlich waren. Die Verletzungen der Reifenden waren grauenerregend. Aus den Wagen drangen ununterbrochen die Schreie der Verwundeten. Immer wieder wurde der Ruf nach Wasser laut. Etwa 40 Verletzte wurden mittels Sanitätsautos sowie durch Sanitätswagen der Reichsbahn in das Fürther Krankenhaus überführt. Zwei Sanitätskvlonnen sowie Abteilungen der Nürnberger Berufsund Freiwilligen Feuerwehr waren sofort zur Stelle. Der Zugverkehr von München
Der Stanöort Nsbrlss ist bekannt
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Die schwierige Lage der „Ikalia"- Mannschaft.
fh. Oslo, 11. Juni. Die „Ci11a di Milano" hat am Sonntag wieder Verbindung mit der Mannschaft der „Italia" gehabt. Der Grund für das Scheitern der „Italia" ist noch nicht bekannt. Doch nimmt man an, daß die Italia" durch Schnee und Eis niedergedrückt worden ist und die Propeller durch Eisschollen zertrümmert worden sind. Zwei Mann der Besatzung sind schwer verletzt.
Wie soeben aus Rom gemeldet wird, hat der Radiotelegraphist der „Italia" Biagi, um dessen Kenn-Nummer die in der King- bay mit ihren Radioapparaten seit Tagen die Polargegend absuchenden Radiotelegraphisten ersucht hatten, die gewünschte Nummer mit einem Kurzwellensender b e- kanntgegeben. Die Nachricht wurde in ganz Italien durch Extraausgaben der Zeitungen verbreitet. Sie rief allenthalben einen unbeschreiblichen Freudentaumel hervor. Mit fieberhafter Spannung sieht man nun dem Eintreffen weiterer Nachrichten entgegen.
Die Funkstation San Paula bei Rom und die zuständigen Stellen werden ununterbrochen von nah und fern um ergänzende Auskunft angerufen. Auf Straßen und Plätzen hört man lebhaft die Frage besprechen, ob Hilfe rechtzeitig ge
währt werden könne, und ob wohl noch alle 16 leben. Lieber die schwere Lage der Italia-Mannschaft ist man sich klar, hat aber die Zuversicht auf Rettung.
fk. Oslo, 11. Juni. Die hiesige italienische Botschaft erhielt heute nacht um 4.30 Uhr ein Telegramm von „Gitta di Milano", in dem der Standort der „I t a l i a" mit 80 Grad 37 Minuten nördlicher Breite und 27 Grad 10 Minuten östlicher Länge angegeben wird. Weiterhin heißt es in dem Telegramm, daß die „Italia" Hilfe anfordert.
Wie aus dem Funkspruch hervorgeht, verspricht die „Italia"-Mannschaft alles mögliche, um sich in Richtung auf die Küste sortzuarbeiten. Doch sind die Aussichten dafür sehr gering. Es herrscht Mangel an Ausrüstungsgegenständen und Fußbekleidung. Nahrungsmittel sind für l‘/t Monat vorhanden. Riifer Larsen ist am Sonntag früh zur Hobby geflogen, um mit Lützow-Holm den Versuch zu unternehmen, die „Italia"-Mannschaft zu erreichen. Riifer Larsen hat dem Führer der „Eitra di Milano" geraten, den stärksten russischen Eisbrecher zur Hilfe zu rufen.
Die Nachforschungen nach der „Italia".
K i n g s b a y, 10. Juni. Nach einem Funkspruch des Kapitäns der „Gitta di Milano" ist der Standort der „Italia"- Expedition die Foyn-Infel an der Küste des Nordost-Landes.
nach Nürnberg ist einstweilen nv-ch gesperrt. Auf welche Weise sich bas schwere Anglück ereignen konnte, wurde bis fetzt noch nicht festgestellt. Man neigt der Ansicht, daß es sich um einen Attentatstat s a n s ch l a g auf den Zug handelt. Nach anderer Auffassung hat ein Dammrutsch zur Entgleisung des Zuges Anlaß gegeben.
Die Deichsbahntirektion Frankfurt a. M. teilt noch mit: Die Zahl der Toten bei dem Eisenbahnunglück bei Siegelsdorf hat sich bis gestern abend 7 Ahr von 15auf22er- höht. Sieben Personen sind schwer verletzt, darunter eine lebensgefährlich. Die Zahl der Leichtverletzten beträgt elf, davon konnten allerdings zwei bereits aus dem Krankenhaus wieder entlaßen werden. Anter den Toten
befinden sich sieben Eisenbahnbedienstete, unter den Schwerverletzten fünf. Die hohe Zahl der in Mitleidenschaft gezogenen Eisenbahnbeamten erllärt sich daraus, daß diese an einem Stellwerkskursus in München teilgenommen hatten und sich auf der Heimreise befanden. Anter den Toten befinden sich mehrere Ehefrauen von Eisenbahnbeamten.
Ei« weiteres Opf r der Lcht.imünver Explosion.
Kiel, 9. Junr. Der Obermatrosew- gesreite Daum ist heute nachmittag seinen schweren Verletzungen erlegen. Damit rst die Zahl der Opfer des Sprengunglücks bet Schleimünde auf sieben gestiegen.
Montes, len a 8nni 192$
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Anzeiger der amtliche« Bekanntmachung«« für Stadt und Kreis Marburg.
SiMmgtoW z«SSnirttea
fk. London, ff. Juni. Wie aus Schanghai gemeldet wird, ist General Tfchiangkaichek von seinem Posten als Dberbefehlshaber der National-Arme« und als Thef des Nkilitärrates z u r ü ck' getreten. Lr wird jedoch den Kosten des Thefs des Zentralvollzugsausschuffcs der Auominghang beibehalten.
Tschiankaischek erinnert in seinem Rück» trittsgesuch daran, daß er den Gberbefehl über die nationalistischen Truppen nur auf besonderen Wunsch der Regierung und nur für die Durchführung des Feldzuges gegen den Norden übernommen habe. Durch die nunmehrige Beendigung dieses Feldzuge« sei er von seinen Verpflichtungen entbunden. Darin sieht man aber nicht den wahren Grund für den Schritt Tschiangkaischeks. Ls stehen noch 90000 Mann ungeschlagener Nordtruppen rund um Tientsin. General Feng ist entschlossen, Tientsin für sich zu erobern. Das Uebereinkommcn zwischen Tschiangkaischek und Feng wird in Regierungskreisen als offene Meuterei angesehen. Linen weiteren Grund für den Schritt Tschiangkai» scheks sieht man darin, daß er mit seiner Armee allein auf die Provinzen Anhwei, Aiangsu und Tschekiang angewiesen ist, dir aber die gewaltige Armee nicht aufzunehmen vermögen. Der plötzliche Rücktritt Tschiangkaischeks hat in den verantwortlichen Kreisen des Südens große Bestürzung hervorgerufen.
„Time s" berichtet aus Schanghai zu Tschiangkaischeks Rücktritt: Fengjuhsiangs Entschlossenheit, Tientsin für sich zu nehmen, was allen früheren Abmachungen zwischen Tschiangkaischek, Fengjuhsiang und Aentsischan widerspricht und auf Meuterei gegen Tschiangkaischeks hinausläuft, stellt Tschiangkaischek vor die unangenehmste Alternative. Er muß entweder gen Fengjuhsiangs Truppen kämpfen oder sich ergeben.
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MatziM und NrWndlgmigS rollt«
In den letzten Wochen und Monaten sind verschiedentlich Besatzungsorgane und Kriegsgerichte mit Maßnahmen und Urteilen hervorgetreten, die u. a. die „Kölnische Zeitung" veranlaßten, festzustellen, daß in den besetzten Gebieten wieder ein schärferer Wind wehe. Von Aebergriffen und Verbrechen einzelner Besatzungsangehöriger abgesehen, maßen sich örtliche Organe oder das Oberste Besatzungskom- mandv Eingriffe in die DerwaltungÄhoheit des Staates an, die sich mit den Locarno- Abmachungen schlechterdings nicht vereinbaren lassen. Es ist vielleicht nicht ohne Bedeutung, daß sich ein Teil solcher Maßnahmen in erster Linie auf die wirtschaftliche Entwicklung im besetzten Sebiet aus- toitft. So hat vor kurzem die Besatzung und zwar die internationale Feldeisenbahnkommission in Wiesbaden die Fortsetzung der Erweiterungsbauten an dem von der Firma Opel in Rüsselsheim errichteten Verladebahnhof, soweit sich diese auf die Verbindung mit dem Reichsbahnhof beziehen, untersagt. Die Entwicklung des Opel • Werkes hatte diese Bauten dringend notwendig gemacht, sie waren auch zunächst von der genannten Besatzungsstelle genehmigt wroden, nur hinsichtlich des erwähnten Verbindungsstückes erklärte sich die internationale Feldeisenbahnkommission für unzuständig. Man erklärte, daß in dieser Frage Paris entscheiden müsse. Bei Stillegung der Erweiterungsbauten muß mit einer Einschränkung der Fabrikation und mit einem teil-