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LandrSzettung

Rk.M öI.Mkg. Marburg a.Ladn

Da aiqetgatvteW betrügt für ben 10 gespalt. Zeüemnilltmeter 0.08 SM, lieht» Varanzrtgat 0.06 SW. emtlittx en» «#* »artige Anzeigen 0.10 SM. Lei schwierigen! Sa- sowie bei Platz- »orschrtst im» Aufschlag. — Sanuneianzeiga» 100 X Saft schlag. 0Uflamen der MM«. 0.40 SM Jeder Rabatt gilt al* Barrabatt Ziel • Sage. Beleg« werden berechnet, ebenso Auskunft durch die Geschäftsstelle and Zuseudung da Angebot«. 6r füllungsort Marburg,

I Solinu«k ■ VaeDollaa

öbechessische Zeitung

Cennabcnt KP 9. Sani 1928

w -c»«h«sfis»e Sdtimg" c*> sechsmal wöchentlich. Br-

E^rrts monatlich 2 SW. aus- Zustellungsgebübr, durch

KLm46 VSLMr etwa infolge TLie, W-schtnendefekte ehe« LLtotti Sreigniffe ausfallende •yeern wird kein Ersatz ge- um, Verlag d. Dr. 5- Kitzeroth, «« Unib^-Vuchdruckerei v. Aug. Koch, Mar« 21/23.

Sprecher! Sir. M. u. Rr. 65. ^scheckkvnto: Amt Frankfurt TfR, Rr. 5015. — Sprechpit mi Redaktion von 10—11 und 1,1-1 U|«,

Bpt.), ein Arzt, an, der ihn in das Kran­kenzimmer führt.

Nach einer kurzen Pause nimmt Gras Posadowsky wieder den Platz des Präsi­denten ein. Er schlägt sodann vor, Sonn­abend mittag eine neue Sitzung abzuhalten.

Abg. Pieck (Komm.) beantragt, ein in­zwischen eingebrachtes

Kommunistisches Mißtrauensvotum gegen das preußische Kabinett auf die Tagesordnung der Sonnabend» Sitzung zu fetzen. Der kommunistische An­trag wird mit auf 6:e Tagesordnung gesetzt. Abg. Pieck (Komm.) fordert ferner, einen Antrag auf die Tagesordnung zu setzen, wonach die Regrerung auf eine

sofortige Amnestie

Der Lanökas besinnt mit einer Schlägerei

O Abgeordneter der LbrWch'Nattonaten Bauernpartei schwer mißbandett — Steden von den Tribünen

Explosion ans einem Minenleger SM Rana dee AMiins getötet

Kiel, 8. Juni. Bei einer UeSung des Sperr-Versuchs-Kommandos der Reichs­marine im Seegebiet östlich Schleimünde explodierte ans bisher unbekannten Grün­den auf dem Minenleger „T 12« ein Sprengkörper. Auf „C 12“ und dem neben ihm liegende« „C 8“ wurden sechs Sol­daten des Sperr-Kommandos tödlich, drei Soldaten und ein Angestellter schwer ver­letzt. Fahrzeuge wurden nicht beschädigt. Die Untersuchung über die Ursache der Ex­plosion ist im Gange.

Die Namen der tödlich Verletzten find: Obermaschinistenmaat Bogt aus Frank­furt a. M., Stabsmatrosengefreiter Ganz aus Berlin. B i n l o w aus Berlin-Neu- köln. Ruttkowski aus Danzig, E r L? ch l aus Regensburg, Obermatrosen­gefreiter Nofther au- Danzig.

Schwer verletzt wurden Obermatrosen­gefreiter Otto au« Berlin, Matrosenge­freiter D a u m a«s Darmstadt und W e r - ner aus Legienen (Ostpreußen), Zivilan­gestellter Takler Schwerin aus Kiel. Die Taten und Schwerverletzten find sämt­lich unverheiratet, mi Ausnahme bes ver­letzten Angestellten Schwerin. Sie wur, den nach ärztlicher Versorgung durch den auf See befindlichen Oberarzt des Sperr- versuchskommaados nach dem Lazarett Kiel-Wik gebracht. Das Befinden des Matrofengerfreiten Daum, der

lichen Antrag, die beiden Abgeoroneten für den neugewählten Landtag zu be­urlauben, abgelehnt. Der Redner bean­tragt, den Arantrag auf

sofortige Freilassung der beiden kom­munistischen Abgeordneten

auf die heutige Tagesordnung zu setzen und ohne Besprechung sofort zu verab­schieden.

Bon der Rechten wird von mehreren Abgeordneten Widerspruch dagegen erho­ben. Bei den Kommunisten entsteht darauf ungeheurer Tumult.

Die kommunistischen Abgeordneten scha­ren sich um die Rednertribüne und rufen empor: Wo ist der Lump? Dem mutzte man eine Ohrfeig« ge­ben! Steh auf, du feiger Lump! usw. Im ganzen Hause herrscht allgemeine Er­regung. Diese steigerte sich noch, als plötzlich die Kommunisten sich unter Füh­rung des Abgeordneten Kaspar nach der

eine schwere Kopfverletzung erlitten hat, ist derart besorgniserregend, daß we­nig Hoffnung besteht, ihn am Leben zu er­halten. Dagegen ist man bezüglich der drei anderen Schwerverletzten, die zum Teil schwere Arm, und Beinverletzungen davon, getragen haben, durchaus hoffnungsvoll.

Die Namen der Leichtverletzten sind Fre­gattenkapitän Schäfer, Kapitänleutnant Magnusien und Bootsmann Eruhlich.

Leider besteht wenig Hoffnung, den Matrosengefreiten D au m aus Darmstadt, der eine schwere Kopfverletzung erlitten hat, am Leben zu erhalten. Dagegen ist man bezüglich der drei anderen Schwer, verletzten, die zum Teil schwer« Arm- und Beinverletzungen davongetragen haben, durchaus hoffnungsvoll. Das Unglück soll beim Aufheben einer Mine während der Sperrübung entstanden sein. Doch ist ge­naueres erst nach Abschluß der amtlichen Untersuchung in Erfahrung zu bringen.

Hiudendurg drückt sein Beileid aus.

Berlin, 8. Juni. Der Reichspräsi­dent hat folgendes Telegramm an den Chef der Marineleitung gerichtet:

„Tief erschüttert durch die Nachricht von dem Explosionsunglück bei Schleimünde bitte ich Sie. den Hinterbliebenen der in treuer Pflichterfüllung Verunglückten der Reichsmarine die Versicherung meiner auf. richtigsten Teilnahme zu übermitteln und den Verletzten meine herzlichen Wünsche für baldig« Wiederherstellung auszu­sprechen. Einem Bericht über die Ursache des Unfalles sehe ich entgegen.

sgez.) von Hindenburg.

Rechten begeben, um die Abgeordneten ausfindig zu machen, die gegen den An­trag Widerspruch erhoben haben. Sie fal- plötzlich über den Abg. Ponfrck (Christl.-nat. Bauernpartei) her, der von einem kommun:stischen Ab­geordneten einen Faust schlag er­hält. Es entwickelte sich eine

Anzeiger für (das frühere kurhessische) Oberhessen

Anzeiger der amtliche« Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg

। Dis EüdlkUMN in Peking

Peking, 8. Juni. Die südchinesischen Truppen haben morgens 10 Uhr in voller Ruhe und Ordnung Peking in Be- sitz genommen. Teile der Armee Fengs haben Langfang zwischen Peking und Tientsin erreicht. Bei Koku, 18 Meilen südöstlich Tientsin, tobt noch der Kampf gegen Truppen Tschantsungt- schangs. Die Verbindungen mit Taku sind unterbrochen.

„Daily Telegraph" berichtet aus Peking: „Vier Divisionen Fengjusiangs umzingelten die Stadt. Zwei weitere Divisionen befinden sich im Anmarsch und werden den Versuch unternehmen, einen Eisenbahnzug aus Tientsin durchzubrin- Sen. Iensischan wird heute erwartet eberall wehen nationalistische Fahnen." Besserung im Befinden Tschangtsolins.

fk. Muk den, 8. Juni. In einer Unterredung mit dem Berichterstatter des Reuterschen Büros erklärte heute morgen der Sohn Tschangtsolins, daß das Befinden feines Vaters besser sei.

Die Schlachtsront bei Tientsin.

„Daily Teleg„raph" berichtet aus Tientsin: „Fengjusiangs Heer von 40 000 Mann schließt langsam Tientsin ein. Die Nordtruppen halten das linke Ufer des Peiho besetzt. Die Südtruppen das rechte Ufer. Wahrscheinlich wird sich heute eine Schlacht um den Uebergang 20 Meilen unterhalb Tientsins entwickeln. Fengjusiang erhält große Verstärkungen. Beide Heere haben ausbritifcheund japanische Schisse gefeuert und dadurch eine große Erregung unter den Ausländern hervorgerufen. Westlich von Tientsin steht ein großer Kampf zwischen den Nord- und Südtruppen um den gro­ßen Kanal bevor.

Berlin, 8. Juni. Der neue preu­ßische Landtag ttat heute nachmittag iß Uhr zu seiner 1. Vollsitzung zu- atnmen. Schon längere Zeit vor Sitzungs- «ginn waren die Publikumsttibünen stark besetzt. Besonders wurde bemerkt, daß 6er bisherige älteste Abgeordnete, der VjLhr. ZenttumSabgeordnete Herold, den Nnmehrigen Allerspräsidenten, den 83- jährigen VvlkSrechtspatteiler Grafen Po- ! sabowsky herzlich begrüßte. Auch die Mi- । Mer hatten auf ihren Abgeordnetensitzen । Matz genommen. Auf der RegierungS- 6anf waren die höheren Staatsbeamten i «sammelt.

Um 16,15 Ahr eröffnete Graf Posa- s tzvlvskh-Wehner die Sitzung. Als k ausführte: „Ich eröffne hiermit die irfle Tagung des dritten preußischen Ab- xvrdnetenhauses . . ." erhob sich

aus den Bänken der Kommunisten großer Lärm,

ind es wurde gerufen: „Rieder mit dieser koalisionsregierung! Raus mit den po- irischen Gefangenen aus den Gefäng- iffen!“ usw.

Graf Posadowsky

। ief den Kommunisten zu, doch zu warten, [i ihr Antrag auf Haftentlassung der r clden jetzt in den Landtag gewählten | tommuniften Zobel und Bruhn beraten rerde, und führte bann, immer wieder Äerbrochen von lärmenden Zurufen bei en Kommunisten u. a. aus: Der Landtag | et sich zu einem Zeitpunkt versammelt,

Sbern ernste Fragen in unserem Verhält- | w zu anderen Völkern und auch im Innern

ins dem Gebiet der Finanzen und der ! Wirtschaft zu erörtern sind. Ein großer zpeutscher hat einmal erklätt: In Rot- Ien des Vaterlandes muh jeder so Han-

t als ob die Geschicke des Landes allein seinen Schultern ruhten. Darin liegt Ausdruck des höchsten Derantwor-

;Sgefühls. von denen jeder deutsche hier und jeder Staatsbürger überhaupt :elt sein soll. (Anhaltende Anter- Hungen bei den Kommunisten.) Aber der fehlt diese Verantwvr- lg bei der groHen Zahl der ch t w ä h l e r. (Rufe bei den Kommu- :n: Das Haus der dummen Phrasen!) ite Kreise des deutschen Volkes küm- n sich um diese großen Angelegenheiten richt oder nur bann, wenn gerade ihre ^nderfragen behandelt werden. (Geläch- & bei den Komm, und Rufe: Die Auf- ^rtungsschwindler!) Es ist im deutschen hile noch nicht klar erkannt worden, A heute auch die Aufgaben des einzelnen ^geordneten wesentlich schwerwiegender ■to als früher, stellt doch heute das Par- ^rent die höchste Gesetzgebungsgewalt 1 Lande dar. Die Regierung hat nicht

das Recht, sondern auch die Pflicht, ‘e bestehende Staatsordnung igen jeden Versuch der Verge- !«itigung zu schützen, von welcher *ite auch die Gefahr drohen möge. Da-

muh sich jeder Staatsbürger abfinden, ' ber Aufbau des Staates seiner ehr­ten Auffassung Rechnung trägt oder $t. Die Erfahrung lehrt, daß die Gegen- se im Parlament unter dem Einfluß der ^ngsläufigen Staatsnotwendigkeiten all- Mich einigermaßen behoben werden. Ich ^fe, daß auch der neugewählte Landtag 1 diesem Sinne seine Arbeiten führt, in Einsamer Zusammenarbeit für den chlstand des Volkes. (Beifall. — Don 51 Rationalsozialisten ertönt der Ruf:

Adolf Hitler. — Gelächter.)

Abg. Kasper (Komm.) weist unter Lasten Pfuirufen der Kommunisten dar-

hin, daß sich zwei Abgeordnete der "Amunistischen Fraktion noch in der Mngshaft in Gollnow befinden. Der ^rreichsanwalr habe den selbstverstsnd-

für alle von den Gerichten des Reiches oder der Länder »erfolgten Proletarier hin- wirken solle.

Abg. St ein ho ff (Dntl.) erklärt, daß seine Fraktion dem kommunistischen Am­nestieantrag sympathisch gegenüberstehe, wenn das Worr „proletarisch" wegsalle. (Lärm bei den Komm.)

Abg. K u b e (Nat.-Soz.) erinnert daran, daß seine Parteifreunde im Reichstag schon seiner Zeit für das Amnestiebegehren ein« getreten seien. Nachdem die Kommuntsten aber nun eine Unterscheidung treffen woll­en gegenüber den fälschlich als Fememör­der beschimpften politischen Gefangenen, würden, die Nationalsozialisten dem kom­munistischen Antrag widersprechen.

(Sortsetzung sied« Seite 2J

regelrechte Schlägerei,

bei der die Kommunisten, besonders ein Abgeordneter in der Uniform der Roten Frontkämpfer, auf den Abgeordneten Pon- fick vereint einschlagen. Im ganzen Hause ertönen dauernd stürmische Pfuirufe. Dem Abg. Ponfick, der

blutende Wunden davongetragen

hat, gelingt es schließlich mit Hllfe an­derer Abgeordneter, den kommunistischen Angreifern zu entkommen. Unter allge­meinem Tumult verläßt Alters­präsident Posadowsky das Prä- sidtum. Des verletzten Abgeordneten Ponfick nahm sich der Abg. Böhm (Dt.

Somit ist endlich wieder Peking de facto die Hauptstadt des chinesischen Reiches: ein be­deutungsvolles geschichtliches Ereignis in der ereignisreichen Historie dieser alten, seltsamen, langverschlossenen Stadt!

Schon nm das Jahr 1120 v. Ehr. soll auf der Stelle des jetzigen Peking eine große Stadt ge­standen haben, K i mit Namen, die von 725 bis 22 ( v. Ehr. di« Hauptstadt des Fürstentums Jen war. S ie wurde in der Folgezeit, nach der Auf­hebung der kehnstaaten, der Hauptort einer Pro­vinz, um im sechsten nachchristlichen Jahrhundert wieder zum Rang einer königlichen Hauptstadt, und zwar des kleinen tartarischen Königreiches Mujong, anzusteigen. Lis zum Jahre 900 war sie die Residenz eines militärischen General­gouverneurs.

Dann beginnen die Verwicklungen und die kriege­rischen Lreigniffe sich nm Peking zusammenzu­drängen. Schon im Jahre 957 hatten sich die Khitan-Tungusen unabhängig von der chinesischen Herrschaft und das nachmalige Peking zu ihrer süd­lichen Hauptstadt gemacht. Die Ehinesen wurden in der Folgezeit gezwungen, ihnen Tribut zu zah­len. ((22 wurde ihr Reich mit Hilfe der Sbutschi- Tungusen gestürzt, aber nun begründeten diese eine eigene Dynastie und begannen über den hoang-ho vorzudrängen. Im Jahre ( (55 eroberte diese Rin- Dynastie Peking und machte sie zur mittleren, später nördlichen Hauptstadt ihres Reiches. Jetzt suchte der Ehmesenkaiser Hilfe bei den Mongolen, die damals unter Dschingis-Ehan sich zu Herren der halben bekannten lvelt machten. Dschingis- Ehan nahm das Bündnis an und besiegelte die Shutschi. Aber damit machte er nicht halt. So­fort kehrte er die kvaffen gegen Ehina selbst; im Jahre (2(5 vermochte er Peking zu erobern. Man spricht von schaurigen Metzeleien, die damals statt­gefunden haben sollen. Die eigentliche Residenz 5er Mongolenkaiser wurde Katafornm. Der Enkel Dschingis-Ehans, der berühmte Rublai-Ehan, unterwarf sich ganz Ehina; er verlegte im Jahre (267 die Residenz nach dem heutigen Peking, das damals den Namen (Ta-tu — große Hauptstadt — empfing. Er ist der Begründer der Jüan-Dynastie, mit der eine vorübergehende Blütezeit über China heraufzog. Kublai förderte den Sau von Straßen und Kanälen; fein prächtiger haushalt in Peking, von dem wir glänzende Beschreibungen des Venezianers Marco Polo — er war zeitweilig fein Sekretär — besitzen, zog Gelehrte ans allen Lan­den herbei. Auf seinen ihm gleichgearteten Enkel Timur folgte Toghon-Timur, der letzt« Kaiser die-