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Anzeiger für (das frühere kurhesfische) Oberhessen
Marburger rage-aWjgtt
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Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg.
Sie togienmgSttHfirimg les tointlis Heintate
Sie Furcht rot einet Revision bet Verträge — Reine Besprechung bet elsässischen Snterveilntion
V
Paris, 7. Juni. Dir Kammer war am heutigen Lwnnerstag nachmittag in Erwartung der programmatischen Erkla- nmg der Regierung bis auf den letzten Pfcch besetzt. Auf der Regierungsbank hatten sämtliche Minister Platz genommen. Sie Sitzung wurde von dem wiedergewähl- Wt Kammerpräsidenten Bouisson mit einer kurzen Begrüßungsansprache eröffnet Darauf nahm
Ministerpräsident PoinearS
das Wort zur Verlesung der Regierungs- rMrung. Als Danzes wirkte die Rede ctwaS matt, obwohl sie wiederholt von Arkem Beifall unterbrochen wurde. Sie gehört jedoch sicherlich nicht zu den besten viatorischen Leistungen Poincares. Einleitend weist Poincare darauf hin, daß das Mei "Jahre bestehende Kabinett nach Auffassung der Regierung die Billigung der Döhler gefunden habe, sodaß sie eS für Ke Pflicht halten, auf dem Posten zu köleiben. In feinen weiteren Ausführungen kstnicht Poincare den industriellen und ’Landwirtschaftlichen Arbeitgeber- und Mrbeitnehmerverbänden zwar Mcht das Recht zur Meinungsäußerung ab, kkrivahrt sich aber
I gegen jede Einmischung in die Auf- | gaben von Regierung und Parlament, ipit besonderer Schärfe läßt sich Poin- Icate über die Beamtenverbände kwlS, die ihre Autorität gegen den Staat Mißbrauchten. Die Regierung könne nicht k beiden, daß sie bei Nichtanerkennung ihrer i Dünsche mit Streik oder Arbeitsverminde- |r$ng drohten.
l Im Anschluß daran wird in der Regie- fklmgserklärung die Einbringung eines kHrundgesetzeS über die Rechte und Pflich- iwl der Staatsbeamten angekündigt. Als kwesentlicher Punkt der republikanischen r^rsetzgebung wird die Ausrechterhal- ßtllng der Neutralität der Schu- tlen und die Weltlichkeitdes ©taa* hervorgehoben. In diesem Zu- simmenhang kommt die RegierungSerklä- wng auch aus
die Frage der Anwendung der Gesetz.
gebung in Elsatz-Lothringen
sprechen. „Diesen drei Departements", s» wurde ausgeführt „die an ihrer kon- Mvnellen Schule festgehalten haben, und «e neben dem Französisch oder dem Deut- Mn stets einen besonderen Dialekt ge- Mvcken haben, kann unter keinen «mständen eine Regelung auf- ktzwungen werden, die sie nie- Wels gekannt haben." Die Regie-
belasse ihnen das Recht, solange als i"* es wünschen, ihre bisherigen Schulen
Kirchen beizubehalten. Als Bergungen einer unerschütterlichen Grundige der französischen Wahrung werden vwähnt:
Lufrechterhaltung des Budgetgleich.
gewichtes, Erfparnispolitik, Verwal- tdngsvereinfachung und eine dauernde
Ueberwachung des Preismarktes.
EAahmen der beschränkten finanziellen des Staate^ werde eine Politik der Allmählichen Reform, insbesondere ?f dem Gebiet der Staatseinnahmen, der ^oduktion und der sozialen Gefetzgeb"ng -rieben werden. Die RegierungSer^ä- Wg geht im einzelnen auf die Aufgaben, -? sicb auf diesen drei Gebieten ergeben,
un5 hebt dabei u. a. die W i ch t i g - -Eit der Sachlieserungen hervor, W in Frankreich und in den Kolonien oie ^duktionsmittel verstärken und das Ber- 'MSwesen verbessern sollen.
militärischem Gebiet dürften die -Ausgaben nicht eingeschränkt werden.
die Vorbereitung des einjährigen ^iutärdienstes seien bedeutende Kredite
notwendig. „Wir dürfen," so fährt Poincare fort, „nicht vergessen, daß in einem noch beunruhigten Europa die friedfertigsten Nationen sich nicht der Pflicht entziehen können, an ihre ständige Sicherheit zu denken. Niemand in der Welt kann die Loyalität unserer friedlichen Absichten in Zweifel ziehen. Den Frieden im Innern sieht Poincarö besonders bedroht durch die
Umtriebe der Kommunisten, denen er scharfen Kamps ansagt.
Er fährt dann fort: „Wir wollen zum Wohle des Vaterlandes, zum Wohle Eu- ropas, zum Wohle der Menschheit arbeiten. Der Krieg ist vorbei. Wir sind als Sieger, aber hart mitgenommen, hervorgegangen. Nach jedem blutige» Konflikt ist es Sache des Siegers, dem Besiegten die Hand zu reichen, wenn diese bereit sind, ehrlich die Verträge zu beobachten, und wenn sie nicht die peinliche Erinnerung an die Feindseligkei
ten verewigen wollen, aber außerdem ist es Sache sämtlicher geprüfter Völker, der Sieger wie der Besiegten, ja sogar der Neutralen, einzusehen, daß keines von ihnen sich vollkommen wieder erholen kann, wenn nicht alle sich gegenseitig durch eine progressive wirlschaftliche, intellektuelle und moralische Verständigung helfen. Frankreich hat keine Gelegenheit vorübergehciu lassen, zu zeigen, daß es gewaltsamen Lösungen die schiedsgerichtlich« Regelung vor- ziehr und daß es außerdem zu jeder Annäherung bereit ist, vorausgesetzt, daß kein Hintergedanke an eine Revision der Verträge die Rückkehr zv freundschaftlichen Beziehungen stören oder beeinträchtigen würde. Frankreich verlangt von niemand etwas, es sei denn die
Einhaltung der ihm gegenüber eingegangenen Verpflichtungen.
Wir haben immer bet verschiedenen Gelegenheiten bewiesen, daß wir zu einer
Funkverbindung nut Ser „Naira"?
„emo bi Milane“ empfing Mlmnl AimkstMe
ft. Oslo. 8. Zuni. Wie au« Kings- baq gemeldet wird, hat die Funkerstation auf der „Cit ta bi Milano" am Donnerstag früh ganz schwache Funk- spräche aufgefangen, die nach dem Urteil der Sachverständigen, unbedingt von dem Funker an Bord der „Italia stammen müssen. Allem Anschein nach gehen die Funksprüche vom Franz Zosefland aus, doch waren fie so schwach, daß eine genaue Entzifferung nicht möglich war. Die „Titta di Milano" bat daher, die Funk» spräche um 17 Uhr zu wiederholen. Tatsächlich wurde» dann auch am Donnerstag nachmittag um 5 Uhr erneute Funksprüche aufgefange«, doch waren di« atmosphärischen Berhältnisse wieder so ungünstig, daß eine Entzifferung wieder unmöglich war. von „Citta di Malano" wurden alle Anstren- gungen gemacht, «m di« Verbindung wie
der herzustellen. Man glaubt jetzt fest damit rechnen zu können, dah Nobile und sein« Mannschaft sich noch am Lebe» befinden.
Am Donnerstag nachmittag traf Riis, ser Larsen mit seinem Wasserflugzeug in Kingsbay ei». Ein vo» ihm noch für den Nachmittag veabfichtigter Flug zur „Hobby" mußte infolge heftigen Schnee, sturm« unterbleiben. Sowohl die „Hobby" wie auch die „Broganza", die augenblicklich westlich und östlich von Verlegen Rook liegen, sind ins Eis geraten und be- finden sich in Gefahr, vollkommen eingeschlossen zu werden. Das schlechte Wetter, der Schnee und der Rebel sind den weiteren Unternehmungen ungünstig. Doch hofft man, daß eine Besserung eintreten wird.
Die italienische Hilfsmannschaft in Vadsö hat Befehl erhalten, nach Italien zurückzukehren.
wohlwollenden Prüfung und entgegenkommenden Lösung bereit sind, wenn man von uns etwas verlangt, was weder u n « fffre Sicherheit noch unser Recht auf Reparationen berühr t."
Die Kammer hat nach Verlesung der Regierungserklärung die Sitzung unterbrochen. Nach Wiedereröffnung schlägt Kammerpräsident Bouisson vor, die Erörterung der allgemeinen Politik der Regierung und die der
Anträge der Abg. Walter und Uhry über die Freilaflung der verhafteten Autonomisten und über die Frage der vollkommenen Amnestierung aller wegen politischen Vergehen Verurteilten, auf kommenden Donnerstag zu vertagen. Hiergegen erhebt sich Widerspruch. Zunächst wendet sich gegen diesen Antrag der sozialistische Abg. Vincent A u r i o l, hierauf der kommunistische Abg. Bert hon und schließlich der katholische elsässische Abg. Michel Walter. Als dieser das Wort ergreifen will, entsteht ein solcher Lärm, daß es dem Vorsitzenden der Kammer nicht gelingt, dem Abgeordneten Gehör zu verschaffen. ES mußte deshalb die Sitzung unterbrochen werden. Nach Wiederaufnahme der Sitzung fordert der
Abg. Walter die sofortige Beratung seiner Anträge, da über die Tätigkeit der Abg. Dr. R i ck l i n und R o s s ö nur in bereit Gegenwart verhandelt werden könne. Auch der lothringische kommunistische Abg. Ber- ron fordert die sofortige Beratung der Anträge auf Freilassung der verhafteten Abgeordneten, und schließlich auch der Aba. Uhry, der aber 5 Minuten warten muß, ehe er sich Gehör verschaffen kann.
Hierauf wird über den Antrag des Kammerpräsidenten, der die Zusicherung gibt, daß an der Spitze der Tagesordnung der DonnerStags-Sitzung die Anträge Walter und Uhry stehen würden, in die namentliche Abstimmung eingetreten. Die Kammer hat entsprechend dem Vorschlag des Kammerpräsidenten mit 427 gegen 169 die Diskussion über die Resolution des katholischen Abg. Michel Walter und des sozialistischen Abg. Uhry auf kommende» Donnerstag be.tagt.
Vor der Abstimmung kam es zu einer außerordentlich lärmenden Sze ne, da Uhry versuchte zu erreichen, daß die Diskussion seines Antrages und des Antrages Walter morgen stattsinde» solle, und, als sich lärmender Widerspruch geltend machte, auSries: „Sie haben es eilig, wieder zu Ihren Maitressen zu kommen."
Sie Loge In Peking
ff. London, 8. Juni. Nach einer Meldung der „Times" aus Tientsin sind die letzten Nordtruppen gestern aus Peking abgerückt, das heute von den Südtruppen besetzt werden wird. Dasselbe Blatt meldet aus Peking: Hier herrscht das St and recht. Die Stadtmauern sind geschloffen. Seit fünf Tagen sind keine Züge und keine Post eingetroffen. Die Telegraphen und Telephonverbindungen find unterbrochen. Eine Gruppe Ausländer, die aus Tiensin im Kraftwagen eingetroffen ist. wurde unterwegs beschaffen. Sie entkam mit knapper Not. Ihr Wagen wurde mit Schüssen durchsiebt. Die Stadt und Umgebung ist ruhig.
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BrrMeib In Nuris
ff- Paris, 8. Ium. ReichsiagSabge- ordneler Breitscheidt, der sich in den letzten Tagen in Parts aufhielt, erklärte einem Vertreter des „Oeuvre": „Ich habe meine sozialistischen Freunde besucht, um mich über ihre Eindrücke aus de» deutschen Wahlen zu unterrichten. Alle haben den gewaltigen Fortschritt der republikanischen und FriedenS-Jdee, wie er in den deutschen Wahlen zum Ausdruck kam, anerkannt. Wenn die öffentliche Meinung in Frankreich dieser Tatsache Rechnung trage» will, werden gewisse zwischen Frankreich und Deutschland schwebende Fragen schneller und mit mehr Aussicht auf Erfolg geregelt werden können. Wir werden tm neuen Reichskabinett fünf Mimsterposten fordern, darunter den Reichskanzlerposten. DaS Finanzministerium gehört zu denen, auf die wir einen Anspruch zu haben glauben." Breitscheid gab zu, mit Staatsmännern bon Frankreich (JDeitbre" pennt Poincare und Briand) verhandelt zu haben.
Tie Pariser Morgenpresfe zur Regier««-»» «Ernng.
Zur programmatischem Erklärung der Regierung und ihrer Aufnahme durch bi* neu gewählte Kammer verhält sich die Morgenpresse int großen und ganzen abwartend.
„Matin" erklärt: AIS PotncarS die Rednertribüne verließ, machte sich eine republikanische Konzentration bemerkbar, während die beiden äußersten Flügel der Versammlung eine schmollende Haltung einnahmen.
„O e u v r e" schreibt: „Ist es nicht eigenartig, daß die erste Geste dieser Kammer, die doch eine Kammer der Arbeit und Realität sein soll, gewesen ist, sich auf den kommenden Donnerstag zu vertagen?"
„Gaulois" meint: Man kann nicht bezweifeln, daß der Ministerpräsident nnS ein schönes und verführerisches Programm vorgelegt hat, aber die hervorragendsten Geister fragen sich mit Recht, wie die Regierung ihre großmütigen Versprechungen alle verwirklichen kann.
„Victoire" äußert sich: „Die unendlich lange Regierungserklärung, die den Senat und die Kammer zum Gähnen gebracht hat, und auch ganz Frankreich zum Gähnen bringen wird, ist nur ein« Anordnung von Banalitäten und Gemein- Plätzen, wie man sie seit einem halbem Jahrhundert in alle» Regierungserklärungen findet.
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s-k REmMlm kommt
R e w q o r k, 7. Juni. Die «tue sprechende automatische Maschine, die sich i» vieler Hinsicht de» Fähigkeiten de« Menschen nähert, so z. B. Kunden i« einem Geschäft bedie « ea «nd ganze Sätze wiederhole« kann, ist von der Romingto« Arms Company kon. struiert worden. Man will eine Gesellschaft mit einem Kapital von 25 Millionen « Dollar bilden, diedieseMaschineanf den Markt bringe» soll.