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Sonlmbrad. ten 26, Rai ISA

gn ^vberhesflsche Sdhmg" et- sechsmal tvLchenklich. De- pgOpui* monatlich 2 GM. eu#- M,ßl- Zusiellungsgebühr, durch ^PostL25 GM.Für etwa infolge streik«, Maschinendefekte »der (jfleattet« Ereignisse ausfallende gjtatmetn wird kein Ersatz go» Met. Verlag d. Dr. §. Hihervth, Druck der Unid.-Buchdruckerei v. Aeh. Sug. Koch. Markt 21/23. Fernsprecher: Nr. 64. tu Nr. 65. Postscheckkonto: Amt Frankfurt g, SL Nr. 6015. — Sprechzeit les Redaktion don 10—11 «,d

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t vollimark m VewDollar.

! Scharfer Protest gegen »as Kotmarer Ärteil

rr,

Zeit noch ahcn

»tmun.q. die der Prozeh erzeugt hat, r klar hervor, daß das Elsaß sorgfältige Handlung erfahren müsse, wenn die Ee-

zu erklären, dah wir ein Urteil der Entspan­nung gewünscht hätten. Wir befürchten jetzt eine Verschlimmerung der Mißstimmung und ein Anwachsen der Dolksagitation.

wheit, die Frankreich in den ersten Ken nach dem Kriege vorbei gehen lieh,

»mel und eine neue Erde zu erben.

»Daily News" und „Westminster Mte« schreibt in einem Leitartikel, dao kbnis des El-ösfer Autonomistenpro- es wird von niemanden be­ißt werden. Die französische Ne- »sng muß sehen, daß durch die Bestra- bl dieser Männer nichts gewann en

meldet, die meisten Versammlungsteilnehmer vor die Wohnung des General­staatsanwalts Fachot, die bereits von einer starken Gendarmeriepatrouille bewacht wurde. Die Menge brachte dort auf ver­schiedene Weise ihren Unwillen über das aus­gesprochene Urteil zum Ausdruck.

Don der elsässischen Presse schreibt der .Elsässer Kurier" u. a.: Das Änglaub- liche ist Tatsache geworden. Elsässische Ge­schworene haben es in unbeschreiblicher Ver­blendung fertiggebracht, die vier führenden Persönlichkeiten unter den Angeklagten schuldig zu sprechen.

Der französischen Sache im Elsaß ist durch dieses schnöde Urteil unberechen­barer Schaden zugefügt worden.

Die Mehrzahl der Strastburger, Kalmarer und Mühlhäuser Blätter, die im französischen Fahrwasser segln, wagt es zwar nicht, das Urteil offen zu mißbilligen, drückt sich aber sehr gewunden aus. N a t i v n a l i st e d'A l - sace" (Straßburgs schreibt: Wir zögern nicht

mg. Heinrich v. Opel, der als Sportsmann imd Aennstallbefitzer hervorgetreten ist, ist in der vergangenen Dacht infolge eines vor­gestern erlittenen Schlaganfalles ge- st v r b e n.

Ae.Äalia“ noch nicht zurülk- gtfebrt

fr. King Sbay, 26. Mai. 2 Uhr früh. Big jetzt ist keine weitere Nach­richt von der „Italia" hier eingetrof- fe». Es herrscht starker Westnord» weftwiud. Man beabsichtigt, heute mit der Eitta di Milano eine Hilfsexpe­dition abzuschicken. Zu diesem Zwecke angefteklte Versuche haben jedoch die Mei­nung awfkommea lasten, daß das Schiff wegen des festen Eises, das sich von Spitz­bergen nach Norden bis zur Nordostinsel hinzieht, wenig wird ausrichten können.

Meder ein Verkehrsflugzeug abgestürzt

Der Vttot und zwei Wflagme getötet

gewählten Männer als ehrlose Verräter und Verschwörer ins Gefängnis zu schicken. Dr. R r ck l r n und Prof. Rosse, die neugewählten Abgeordneten, hat man zu­sammen mir zwei anderen Männern, dem bewährten katholischen Pfarrer Fas- hauer und dem jungen Redakteur Paul Schall von der „Zukunft" mit Gefäng­nisstrafen belegt, weil sie Elsatz-Lothrin- gen geachtet und behandelt wissen wollen als eine „nationale Minderheit". Der französische nationalistische Geist, der heute wiederum auf einem Siedepunkt angelangt ist, empfindet das als Frevel, als Blasphe­mie, als Lästerung des französischen We­sens, als eine Beleidigung der Würde der „großen Nation".

Die Vertreter der gesamten Weltpr<lse sind noch immer in Kolmar als Zeugen die­ses Zusammenstoßes zwischen dem Lebens­willen Elsatz-Lothringens und den fran­zösischen Derwelschungsabsichten. Sie ha­ben in den wochenlangen Verhandlungen ein erschütterndes Bild der Tragik eines Grenzlandes erhalten, das bitterer als alle anderen' das Leid dec deutsch-französischen Gegensätze in seinen Seelen und Harzen sich har auswrrken sehen. Dieses Elsatz- Lothringen ift durch die Erfahrungen der Jahrhunderte zu einem Land des ehrlichsten Friedensgeistes geworden. Es möchte der Vorkämpfer der deutsch-französischen Ver­söhnung sein. Es möchre dec Mitrler zwi­schen den beiden Völkern und Rarionen Und Kulturen sein, zwischen, die es gestellt ist. Unter 'Appell an die en „europäischen" Gedanken dec Völkerversöhnung haben die Autonomisten die Achtung und Pflege des

fr. D L sse ldorf, 26. Ma?. Das Ber- kehrsflugzeug der Deutschen Lufthansa D. 538. das heute früh 7.40 Uhr in D o r t- mund zum Fluge nach Frankfurt a. M. aufgestiegen war, ist 8.15 Uhr bei Radevormwald (Kreis Lennep) abge- stürzt, wobei es in Brand geriet. Der Pilot und zwei Passagiere kamen ums Leben. Ein weiterer Passagier wurde verletzt, während ein an­derer Passagier unverletzt blieb. Die Lei­chen von zwei der Getöteten sind voll­kommen verbrannt. Ueber die Ur­sache des Unglücks konnten noch keine Feststellungen getroffen werden.

Seinrid) v. Svck f

• kk. Düfselsheim, 26. Mai. Der Mit- mhaber der Opelwerke, Kommerzienrat Dr.

^ner Straßburger Meldung des s «L tt 3 d ii t n o I“ fand gestern abend in der Straßburger Festhalle eine kommunistische Prorestversanimlung gegen das Kolmarer Ur­teil .statü Auf der Tribüne hatten mehrere rm Kolmarer Prozeß Frcige.prochener. in Begleitung ihrer Verteidiger, sowie der

(Bottlesung stehe Seit« 2.)

Bewacht von französischem Militär sitzt Generalstaatsanwalt Fachot in seiner Kolmarer Wohnung. Das Gefängnis ist umstellt von Polizei, Gendarmerie und Mi­litär, da man bei der Stimmung der Be­völkerung Gewaltmaßnahmeu fürchtet. Am Abend des Urieilspruchs mußte Militär den Vertreter der Anklage aus der Men­schenmenge herausholen, während die Ver­teidiger der 15 Angeklagten in stürmischer Weise von der Bevölkerung gefeiert wur­den.

In Kolmar, das der französischen Oef- fenrlichkeit von einer servilen Presse noch in diesen Tagen als eine besonders pa­triotische Stadt geschildert worden ist, hat ein französisches Gericht sich tn seiner Ver­blendung bereit gefunden, die vom Volke

«In« "e,n errege vorver gehen lreh,

a an 1 ergriffen werden soll. Zn der ersten Meisterung über die Wiedervereinigung W die Elsässer erwartet, einen netten

NichtigkeLMeschVeröe

^rlin, 25. Mai. Wie aus Kolmar ge-

wird, haben die Verurteilten im f?rer Prrzeß ter chr die Aichtigteit s- .Pwerde beim Kassationshof 'gereicht. Cs gilt angesichts der zahl» «n Formfehler in der Verhandlung für

Laß diese Erfolg haben und die « Angelegenheit noch einmal vor einem «en Schwurgericht, höchstwahrscheinlich Straßburger, «rufgerollt werden wird. "?ch Verkündung des Urteils fand gestern ™ im Kolmarer Kathrinensaal eine durch »errragen von Plakaten einberufene ^testversammlung gegen Lag Urteil *■, in der sämtlich« Verteidiger der siegten und die beiden Abgeordneten aus Diedenhofen und D ah l et aus das Wort ergriffen. Die inzwischen ' dem Geiängnis entlassenen Schlägel,

Schweitzer und Agnes Cggemann er- ?e-i, von der Menge jubelnd be» t. ebenfalls im Saal. Aach Schluß kcvtestoersammlung, in der ausdrücklich gewarnt wurde, Llnvorstchtigkeiten zu «chen, zogen, wie der .Elsässer Kurier"

kt aus, die Kommentare der Straßbur- 1 Presse deuteten darauf hin, daß die H tche der Versöhnung einen ickschlag erlitten habe. Aus der

Wliiibe Pfingsten

Die neugewählten deutschen Parlamen- I tarier haben rund drei Wochen- Zeit, sich darüber klar zu werden, in welchem Sinne und mit welchen Zielen sie die Arbeit, mit der das deutsche Volk sie betraut hat, I durchführen wollen. Mehr noch als bei früheren Wahlen beschäftigt sich die öffent- I liche Meinung naturgemäß diesmal vor allem mit der machtpolitischen Zusammen­setzung besonders des Reichsparlaments. Für jeden politisch Einsichtigen und nicht von Parteifanatismus Geblendeten ist die Untersuchung der mancherlei Möglichkeiten und Anmöglichkeiten hinsichtlich kommender Koalitionen — diese mögen gefärbt sein, wie immer sie wollen — weiß Gott nicht das Wesentliche. Die Frage lautet viel- I mehr, auf einen ganz allgemeinen großen Nenner gebracht: welche Garantie bieten die auf Grund der Wahlen vom 20. Mai geschaffenen innerpolitischen Machtverhält- I nisse für eine gedeihliche, sachliche Arbeit im Dienste Deutschlands, also nicht im Dienste irgendeiner Partei oder einer Par- I teiballung, sondern einzig und allein des I gesamten deutschen Volkes, jenes Volkes, das die Lasten des Versailler DittateS und des Dawesplanes trägt, don anderen zu schweigen.

Dies di« Hauptfrage, die das Gesamt­problem nur in groben Zügen umreißt. Sie zerfällt naturgemäß in drei Deilfragen. Da ist erstens die schicksalsschwere, ernste Frage an die Linke: wird die zu neuer Macht gelangte Linke so viel Gewissen­haftigkeit aufbringen, daß sie sich selbst I über die erheblich größere, ja riesengroß gewordene Verantwortung klar wird, die sie als zahlenmäßig weitaus stärkste Par- | tei des neuen Reichstages zu tragen hat? Oder diese Frage anders formuliert: wird sie die Einsicht aufbringen, ihren Glauben an das allein seligmachende Parteidogma höheren staatspolitischen Geboten wenig­stens so weft unterzuordnen, dah der Staat, nicht die Partei und nicht die Parteidottrin, Arbeitssinn, Arbeitszweck, Arbeitsziel ist und bleibt?

And die Frag« an die Mitte: wird sie | sich die Freiheit ihrer Entschließungen so weft zu sichern wissen, daß sie sich ihr | Handeln nicht von links diktieren läßt? Nur zu oft hat die Mitte sich den Vorwurf gefallen lassen müssen, daß das Nationale in ihren Händen nicht unbedingt behütet und gesichert ist. Wohlan, sie wird Ge­legenheit haben, und wird diese Gelegen­heit angesichts der außenpolittschen Lage Deutschlands ost genug haben, zu zeigen, dah jener Vorwurf in Zukunft nicht mehr stichhaltig sein wird. Freilich wird sie dann uferlosen Pazifismus, bedingungslose Weltverbrüderungstendenz scharf trennen müssen von den realpolitischen Geboten, die allein maßgebend sein müssen-für ein Volk, das zehn Jahre nach dem sogenann­ten Friedensschluß politisch und wirtschaft­lich immer noch um seine Existenz ringt.

And die Frage an die Rechte. Sie liegt wesentlich schwieriger; ist Weg und Arbeit der Rechten doch auch heute immer noch gekennzeichnet durch den leider not­wendigen Kampf um politische Erkennt­nis in großen Teilen der marxistisch ver­führten Bevölkerung. Es wäre leicht, die Frage einer etwaigen Zusammenarbeit der Rechten mit den übrigen Parteien des Hauses vom Rechtsstandpunkt aus rund­weg zu verneinen. Erfahrungen, die man besonders aus dem letzten Jahrzehnt sam­meln mußte, lassen die außerordentlich schwerwiegenden Bedenken der Rechten gegen ein Zusammengehen mit der Linken als nur zu berechtigt erscheinen. Wenn wir trotzdem di« Frage an die Rechte stellen, ob sie diese Bedenken zunächst einmal soweft zurückstellen kann, um we­nigstens den Versuch sachlicher Zusammen­arbeit mit der gemäßigten Linken zu wagen, so stellen wir diese Frage ganz gewiß nicht etwa, weil wir meinten, es mühte nun vielleicht an Machtpositionen gerettet werden, was noch zu retten ist, sondern lediglich aus der tiefernsten Arber-

Anzeiger für (bas frühere kurhessische) Obcrhessen

Anzeiger der amtlichen Vekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg.

srrt.tausend Jahven überlieferten deutsch- eliassrschen und deutsch-lochringischen We- l«ns gefordert. Frankreich sieht darin einen Angriff auf die Fundamente seines Staates, ein „Komplott", geschickt und aus- aewählte elsässische Geschworene haben die­ser Auffassung noch einmal den Schein von Recht geben wollen, indem sie sich vom Bestehen eines „Komplotts" über­zeugt erklärten.

- Die Wirklichkeit hat dieses Machtwerk französischer „Rechtsprechung" sofort zer­brochen. Das Volk Hal ohne Scheu vor den Schergen der Machthaber sich zu denen bekannt, die Frankreich ins Gefängnis sen-- der. Kolmar selbst hat noch in der Rächt nach dem Urteilsspruch eine riesig« Kundgebung des Volkes stattgefunden, bi« rhren Abscheu vor dem Kurs der Diktatur und des Unrechtes ausgedrückt hat. Die siche Presse wird diesmal mit ihren Facscherkunststticken nicht mehr durchdrin­gen. Nur absichtlich Verblendete werden verkennen können, daß Elsaß-Lothringen in offener Auflehnung bereit steht, gegen ... Pariser Gewaltmethoden an das Ge- wmen der gesamten Weltmeinung zu ap-

' 3«nt Kolmarer Urteil schreibt „Quo- itie n“: Bedeutet das Urteil da« Ende «Agitation im Elsaß? Man wäre sehr tat», wollte man dies glauben. Man 6f sogar sehr viele Gründe, bo6 Gegen: eil anzunehmen. Wenn wirüich ein tomplott Vorgelegen hat, wird man V tagen, warum bann die Geschworenen % tt Angeklagten freigesprochen haben.

Etutn hat vor allem der Eeneralstaats- «lt selbst an die Nachsicht der Ee- orenen appelliert und ein« Strafe be- 1 -tragt, die so gelinde ist, daß sie liicher- h erscheinen könnte? Wenn kein Kom- lott bestand, wie rechtfertigt : «n dann diesen Prozeß? Warum it man ihn unternommen? Warum hat tu bis nach den Wahlen gewartet? ichtiger jedoch als alle anderen Fragen folgende: Warum hat mau sich gehütet, ide Haagy in die Strafverfolgung mit Wschließen? Mit der Verurteilung ist As geändert.

»Times" stellt in einem Leitartikel { fHstage, ob es nicht klüger seitens der , rzösischen Negierung gewesen wäre, die st- Aker Autonomisten überhaupt cht unter Anklage zu stellen, i» Blatt betont, daß die Elsäsier einen Hfl Dualen >und einen provinzialen Pa- ]|u •tisntus haben, die mit einander ver- tollen werden müßen. s

z» Pariser Korrespondent der „Times"