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Montag, den 14. Mai 1928

th -Obctfeefflf*« Bettung" t» Hehtf sechsmal Wichl-Itl'ch. Br jßgipteie monatlich 2 GM. au* schließ!- 3usiellungsgkt5.br, durch ht«Post2LL GM.Für etwa infolge Streiks, Maschinendefekte oder deinen tatet Ereignisse ausfallende -Knmuern wird kein Stfal ne» leistet. Verlag». Dr. 5. Kitteroth, ®wuf der Univ.-BuLdrukkerei b. gob- Slug- Koch, Markt 21/23. Kern sprech er: Nr. 54. u. Nr. 65. Postscheckkonto: Amt Frankfurt g. M. Nr. 5C15. — Sprechzeit HC Sic-aktion von 10—11 und

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Anzeiger für (das frühere kurhessische) Oberhessen

Anzeiger »er amtlichen Bekanntmachungen für Stadt tut» Kreis Marburg.

Dens aschalten wurde, zeigte. 'N er Ansicht g bt es

Aber nach me^

Der, sei er Verleger oder Redakteur, sich nicht völlig mit aller Lebenskraft und rück»

Lermarfch der Südttumu auf Aeutflo

Mmkr tonten in Sanfino — itamnato Nr SorMmnntn

zwei überragende ausreichrnde Gründe für unsere Mitwirkung an der Ausstellung.

Als ersten Grund möchte ich die Tatsache nennen, daß für die Arbeiten des Völker» bundes selbst dir Presse von lebenswichtiger Vedeutung ist. _ Der Völkerbund häng! so stark von der öfsenklichen Meinung ab. daß ohne die Miih.lie der Presse die Aus­gaben. die von den 55 Mitgliedsstaa.en ü.er» nommcn wurden, nicht erfolgreich durchge- sührt werden können. Die Presse ist der bervvrragendste Verbündete des Völke.Kunde«

Moments, sondern der kühlen überlegenen Vernunft, die der Ausstellung ein Symbol seu

Aach Dolschafter S h u r m a n sprach Sir Eric Drummond, der GeneralfÄretär des Völkerbundes. Er führte u. a. aus:

Man hat in letz:er Zeit wiederholt die Frage an mich gerichtet, warum das Dölkerbundsseretariat an der Aus»

und wie es vor allem dem Führer des großen Kölner Gemeinwesens, Oberbürgermeister Dr. Adenauer, am Herzen lag. Ich glaube, daß sie alle mit mir einig sind, daß diesem Manne vor allem herzlicher Dank gebührt, der Dank nicht nur der deutschen Presse, sondern aller, die mit uns die Sehnsucht teilen, das große Friedenswerk Europas und der Welt voll­bringen zu helfen, aller, die sich mit Stolz nicht nur der Macht der Presse, sondern auch der Pflichten der Presse bewußt find.

ReichsarbeitSmin'ster Dr. Staun« dankte im Aamen der Reichsregierung der Stadt Köln für die Einladung und würdigte sodann eingehend die „Pressa" als eine Tat von größter Tragweite für das ganze Reich. Die „Pressa' sei eine Schau von Schauen, die die Allseitigkeit der „Pressa" und Deutschland mit all seinem Schaffen darstelle und in der Art. wie sie es darstelle, ein Zeichen des deutschen Wiederaufbaues sei.

Hierauf sprach der Deichskommissar der Pressa, Deichsminister a. D. Dr. Külz.

Der russische Vv'schafter K r e st i n s k i: als ältester anwesender Botschafter, bezetchnete

stellung te.ln.mmt,. Ich kann dafür besondere Gründe angeben: Die Bedeutung Genfs als internationales Pressezentrum, dte tägliche Fühlungnahme zwischen Presse und Völker- bundsfekretariat und die Tatsache selbst, daß die Presse mit dem Apparat arbeitet, wie die internationale Pressekonferenz, di« im letz­ten Jahre in Dens abg chatten wurde, zeigte.

stchtslos gegen sich selbst der Zeitung hingibt, ber hat bei uns nichts zu tun und nichts zu erwarten. Aus diesem Lebensprozeß läßt sich «S wichtigste nicht für andere sichtbar, nicht tornal fühlbar machen, aber allerhand aus «r Denktechnik und Arbeitstechnik in ihren Vorbedingungen.

Der Artilleriekampf blieb auf beiden Sei­ten ziemlich wirkungslos.

Frankreich wird die Kelkogg-Borschlage wahrscheinlich anuehmrn.

fk. Paris. 14. Mai. Der „Gaulois" erwartet, daß Frankreich, um einer Iso­lierung zu entgehen, die Kelloggschen Eegenkriegspaktvorschläge annehmen wer­den müsse. Immerhin wäre zu hoffen, meint das Blatt, dass Kellogg in einem Zusatzartikel die Anwendung seines Vor­schlages festlegen werde, um spätere Aus­einandersetzungen zu vermeiden.

Handels und Niederlassunqs-Ab'ommen zwischen Frankreich und Persien.

„Times" meldet aus Teheran vom 13. &. Mts.: Zwischen Frankreich und Per­sien ist mit Rücksicht auf die Aufhebung der Kapitulation eine vorläufige Vereinbarung für die Dauer eines Jahres unterzeichnet worden, worin sich beide Parteien für die Behandlung ihrer Staatsangehörigen Ge­genseitigkeit und Immunität entsprechend dem internationalen Rechte zusichern, ihre gegenseitige Zollautonomie anerkennen und sich gegenseitig ihre Mindesttarife ge- währen.

Wenn wir das betrachten, was die füh- Anden Männer in Köln geleistet haben an

k« seinen Bestrebungen, die Mission .fried- doller Zusammenarbeit unter den Rationen sum Zwecke der Erhaltung deS Friedens" zu erfüllen. Der zweite Grund für unsere Be­teiligung ist darin zu suchen, daß diese groß» artrge Ausstellung die Vertreter der Groß­macht .Presse" aus zahlreichen Ländern hier zusammenführt. Eine Versammlung so be­deutender Persönlichkeiten muh als mächtiger Faktor wirken, um Mißverständnisse aus dem -Dege zu räumen und das bessere gegenseitige Derständnts und infolgedessen bessere Be­ziehungen zwischen dm Völkern zu fördern. Em derartiges Werk entspricht dem tiefen inneren Geist des Völkerbundes.

Als letzter Redner sprach Geheimrat Volkmann- Leipzig als Vertreter deS Wtchgewerbes, das neben der Tagespresfe r'»r und Sprachrohr der gesamten Mensch- v£!tr 'ei- Er erinnerte an die große Leipziger Weltschau des Buchgewerbes und der Graphik im Jahre 1914 und erwähnte, der deutsche Duchgewerbevcrein plane anläßlich der 500- ”ayrULcc ter Erfindung der Buchdruckerkunst c‘n® D.edrrholung der Weltschau int Jahre 1940 vorzunehmen.

Di« heutigen Feierlichkeften wurden mit «wer Dampferfahrt auf dem Rhein zur De- fimuntna der Uferbeleuchtung abgeschlossen.

fk. Schanghai, 14. Mai. Die sud. 'chinesischen Truppe« befinden sich auf de« Bormarsch nach Tientsin, wo ihre Ankunft heute erwartet wird. Die fremden Streit­kräfte fetzen sich aus 4000 Amerikanern. 20 Flugzeugen. 5 Tan g, 1000 Briten, 3090 Franzosen und 500 Japanern zusammen.

„Daily Telegraph" meldet aus Schanghai: In N a n k i n g sind j a p a n i- sche Marinesoldaten gelandet worden, die an strategisch:« Punkten der Konzession Sandsackbarrikaden errichten In Hankau hat eine antijapanische Bon- kottbewegung begonnen. Tie außerhalb der Konzession liegenden Japaner ver- lassen ihre Häuser und begeben sich in die Konzession. Die Nanking-Regierung sandte an Präsident Coolidge ein Telegramm, das um Mitteilung der amerikanischen Haltung gegenüber dem Zwischenfall in Tsinanfu ersucht.

Nach einer Reutermeldung aus Amoy beschoss am Sonntag ein nordchinesischer Kreuzer die Bcf stigungswerke der Süd­truppen im dortigen Hafen. Das Feuer wurde von den Befestigungen erwidert.

m seiner Ansprache die internationale Presse­ausstellung als eine wichtige Etappe auf dem Wege der Eniwicklung der htlernalionalcn Verständigung.

Der a rne-ikanifche Botschafter Shurman, Betonle. er sei schon durch viele Ausstellungen gekommen. Dies sei aber

di« erste Presseausstellung,

und einer Stadl, die sich getraue, eine solche Ausstellung zu machen, gebühre alle Hoch­achtung. Die Presse habe hier alles gezeigt, was sie bringen könne. Die Presse müsse das, was sie immer tue, in 24 Stunden zusammen­bringen. und das sei die große Gefahr, die der Presse «immer drohe, die Gefahr der ttebertreibung auf der einen Se te oder die deS Mogelns auf der anderen Seite.

Das fei die ständige Gefahr für den Frieden der Welt. Wir müssen unS der Verant­wortung bewußt sein, die wir tragen, und das Zusammenarbe tcn aller Prcs'evrganisallonen an der Kölner Ausstellung zeige den guten Willen einträchtigen Z' sammena- beitens. DoS schwere Werk sei nicht die Eingebung deS

Von Orr Eröffnung -er „Pressa"

Sie Wt stcha» des WunsMsens in Kto — 45 Staaten kelMt—Lelwlung und Menden der Messe

jgfiiiger Arbeit, in großartigen und kühnen «auten, die diese internationale Presseaus- «ssung in sich aufgenommen haben und die ^toürlich diese Ausstellung überdauern werden, «m weitere große Zwecke zu erfüllen, so toh gesagt werden, daß dieses Unternehmen ® feinen Wirkungen weit hinausreicht über

W. was eine einzelne Ausstellung vermag, wenn diese Ausstellung, was ihre tiefere We angeht, ein Erfolg für die Stadt Köln. A Erfolg für Deutschland, ein Erfolg für « Presse und ein großer Schritt auf dem ®«8e der Völkerverständigung und des Dedens fein wird, so ist das zu allererst Ebürgermeister Dr. Adenauer zu »er- toten. Ich möchte die Hoffnung aussvrechen, to er Reichtum, der hier gesammelt worden ", von Berufenen Schriftstellern hier geerntet *r&e, daß das unerhörte Maß dauernden «richtnms uns erhalten bleibe. Ich möchte «r llem wünschen, daß auch die Welt Ags um Deutschland dieses Symbol friedens- Zafsender Geistesarbeit erkennen möge. Sie ®ee der ethischen Mission der „Pressa" für to wahre Freiheit aller Menschen hat vom k?en Tage an in den Ländern gewirtt. die ieses Werk beschlossen und sich zu seiner Ausführung entschlossen tja^en. Wir haben ® Freude, Vertreter fast aller Kuttur- Wtonen. Kollegen aus der ganzen Welt um M u sehen, und wir stehen unter dem Sin- ®ud, daß sie diese Friedenskundgebung, die ^gegangen ist von deutschen Menschen, so ^lsnehrnen werden, wie es der Idee entspricht

Sonnabend vormittag wurde die „Inter­nationale Presseausstellung Köln 1928" (Pressa) in Anwesenheit zahlreicher Ver- treter der Reichs- und preußischen Staats regierung, anderer Behörden und von Ver­tretern von 45 fremden Staaten sowie des Völkerbundes feierlich eröffnet. Nach t&em musikalischen Auftakt sprach der Oberbürgermeister von Köln, Dr. Ade­nauer, Worte herzlicher Begrüßung und betonte, daß das Werk der Presse seinen letzten Sinn darin findet, die Annäherung der Völker und den Geist des Friedens im internationalen Leben zu fördern. Ter aeschäftsführende Vorsitzende der Pressa, Generaldirekior Esch, gab in großange­legter Rehe einen Ueberblick über den Auf­bau der Ausstellung und den Gehalt der einzelnen Abteilungen. Für die preußi­sche Regierung sprach Ministerpräsident Tr. Braun, der vor allem die bedeutende - Solle der Presse im neuen Staat unter­strich und feine ’ Genugtuung darüber äußerte, daß die Ausstellung in Köln statt- sinde, auf dem Boden also, der von den i Aolgen des Krieges in bc'onderS starker Weise hermgesucht worden sei. Daraus völl­ig als Vertreter der Reichsregierung Neichsminister Dr. Brauns den Akt der offiziellen Eröffnung der Ausstellung. Im Anschluß an die Reden unternahmen die Mestleilnehmer einen Rundgang durch die Ausstellung.

S>m Festbankett zur Eröffnung der „Pressa".

■■4 Köln, 12. Mai. Auf dem anläßlich be>. Hröfsnung der .Pressa" von der Stadt Köst, neranftafteten Festbankett machte Pro­fessor Julius Ferdinand Wolf» Dresden, erster stellvertretender Vorsitzender des Ver­eins deutscher Jeitungsverleger (Herausgeber deutscher Tageszeitungen) u. a. folgende Aus­führungen:

»Wer den Vorzug hatte, an dieser Arbeit intensiv mitzuwirken, war sich bewußt, daß das geistige, d. h. das eigentliche Wesen der Zeitung im Grunde nicht ausgestellt werden kann, weil es mit den Mitteln der Farbe und der Plastik oder auch anderem gar nicht sicht­bar zu machen ist. Journalismus ist kein Be­ruf, den man mit irgend einem anderen Der- Sei ä; en kann.

3e tmtgen machen, das ist im Grunde eine Kunst und vor allem eine Leidenschaft.

Mo im zeiAo der Rreito

Köln, 13. Mai.

Nun ist sie eröffnet, die große „Pressa", die gewaltigste und monumentalste Zeitungsschau, die die Welt je gesehen. Ganz Köln steht im Zeichen dieser Ausstellung. Annähernd 6000 Ehrengäste sind aus allen Teilen des Reiches und des Auslandes eingetrofsen, um dem Fest­akt der Eröffnung beizuwohnen. Wie ein Rausch flutet es durch die Stadt, man fühlt: jeder einzelne in den Straßen, ifl-öen Häusern dieser alten fröhlichen Stadt am Rhein empfin­det Verbundenheit mit diesem großen Werk, das nach vielen Mühen und monatelangen Vorbereitungen endlich wurde — zwar immer noch nicht restlos fertig ist, aber doch schon in großen Linien des Staunenswerten genug auf­weist. Es ist eine Welt-Angelegenheit — und ist auch eine spezifische Angelegenheit des deut­schen Reiches.

Im Zeichen der „Pressa" —: alle Gebäude und Häuser sind geflaggt, darunter hängen die Flaggen und Wappen von siebenundvierzig ftemden Ländern, die alle an dieser Ausstel- lung beteiligt sind. Im Zeichen der „Pressa" —• weithin, ein stolzes Symbol, schaut der hohe Ausstellungsturm, der „Lug-ins-Land" oder gar „Lüg-ins-Land", wie der skeptische rhei­nische Volksmund in fröhlicher Verspottung des gedruckten Wortes ihn getauft hat, in das frühlingsfarbene rheinische Land. Im Zeiten der „Pressa" —: fast neiderfüllt, so scheint es, späht der hehre Kölner Dom in diesen Tagen zu seinem jungen Bruder auf dem Ausstel­lungsgelände herüber: neugieriger, (ehnfüdjtig, das vollendete Werk zu schauen, rauscht der alte Vater Rhein seine grünen Wogen an dem Strand und dem weiten Terrain der Schau vorüber ...

Im Zeichen der „Pressa" —: schon am Vor­abend der eigentlichen Eröffnung erglänzten Dom, Brücken und Ufer in märchenhafter Illu­mination zu Ehren der siebenhundert — sieben­hundert! — t trnaliften, die aus dem Inland und Ausland sich eingefunden, dem Werk, das sie so nahe angeht, die rechte Weihe zu geben. Zu ihnen sprach, im Scheinwerfer des großen Presse-Turmes, Kölns Oberbürgermeister Ade­nauer herzliche Worte der Begrüßung. Die eigentliche Eröffnung am nächsten Tage, am Sonnabend, ergab ein Bild von der Festlich­keit, wie man es selten erschaut hat. Fast sechs­tausend Gäste, die Herren in Schwarz, die Ta­rnen in Gala, füllten die monumentale, feierlich geschmückte Ausstellungshalle. Fast alle Diplo­matenköpfe aus der Reichshauptstadt sind zu sehen, neben ihnen der Generalsekretär des Völkerbundes, Sir Eric Drummond, ferner der Kölner Erzbischof, die Spitzen der deutschen Industrie, des Handels, des gesamten Wirt- > schaftslebens — frohe Gesichter, Stimmenrau- fchen, Begrüßungen, Winken, heitere Farben allüberall —: ein schier unvergeßliches Bild!

Dann braust, als Eröffnung, Chor- und Or- ckestermufik durch die hohe Halle, steigen, brau- send applaudiert, die einzelnen Begrüßungs- und Eröffnungsreden: des Oberbürgermeisters, des Generaldirektors Esch, des Reichsarbeits« Ministers Brauns, des preußischen Minister­präsidenten Braun. Abends finden barm die offiziellen Feiern ihren Abschluß mit einer Rede des Generalsekretärs beim Völkerbund, einer nächtlichen Rheinfahrt und abermaligen Feuerwerk.

Die Ausstellung selbst zu schildern, ist ein Ding der Unmöglichkeit. Zu einer solche» Schilderung, soll sie überhaupt ein erkenn- bares Bild geben, würde man Bände gebrau­chen. Hervorgehoben sei nur, als besonders eindruck svoll, die historische Abteilung. Hier ist überraschend Packendes und Eindrucks­volles gestaltet worden: hier auch ergreift den Beschauer etwas von einem Gefühl, das et, als Laie, seiner Tageszeitung meist nicht ent« gegenbringt —: Ehrfurcht vor den gigantischen Leistungen der Presse, denen die „Pressa" ein nicht nur schönes, sondern auch instruktive; Abbild ist.

Ein rumänisches Dementi.

ff. Bukarest, 14. Mai. Aus Re. gierungskreisen werden die Gerückte von einem Wechsel der SUaieiuna ausdrücklich dementiert.