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SsnlrMO, - 12. N»M 1928

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»1,1-1 Uhr.

Äbechessische

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Anzeiger für (das frühere kurhessische) Oberhessen

St. 112 63. Mkg. Mardlirga-M«

Der Snietqrnprri» detrLgt f4t 6e» 10 qrspalt. ZeUenmilltmet« 0.08 GM. kleine Sara»,etge» 0.06 SM. «mfiubt and «#> Bdrtia» An,eigen 0.10 GM. Cd schwierige» Sa, iowu bei Mchtz. »oeichrift 80*1. Aufschlag vamneeianeeiae, 1001. Sh* schlag. MeNawen 6 ei Militär 0.40 SM 3ebn glada« gilt ab Barrabatt Ziel 1 Tage Beleg, werden berechnet edeni» Auskunft dar» »u «eschäftsiielle eti> Zufeaduna err Angebot». Ct fOklungsorl Marburg.

t ®eU>mari * V*e®eOat.

Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg.

Frankreich in -er Frie-enspaktfrase isoliert

SkMgr Angriff« gegen Br and Sie Bedeuiang der engMen MterwuSdedalie

»Daily Mail" meldet aus Paris, die französische Negierung habe en d g S l - taifl dahin entschieden daß die Kel- logg-BorschlSge für di« Achtung »es Krieges in ihrer augenblicklicken Ee- ftalt. das heißt, ohne Hinzukügung ter hier in der letzten französilchen Rctr »orgefchlagencn Vorbehalte, ,aannehmbar feien.

DasEcho de Paris" ist über die Annahme des Kellogg - Paktvorschlages auch durch England äußerst unzufrieden, wobei es an d i e Adresse Briands di« heftig st en Vorwürfe richtet. Da» Blatt schreibt u. a., es bleib« Frank­reich nunmehr nichts mehr übrig, a'§ die »eigen seiner Dummheit ein: ks» gestehen. Es habe in der Geschichte |kt Diplomatie bereits b deutend trauri- Mre Fälle gegeben, aber man finde Saum ein Beispiel, da» die Unge- Schicklichkeit. Unwissenheit und tde« Leichtsinn eines Ministers Wil«« kennzeichnet.

Man hab« di« Annäherung zwischen den Bereinigten Staaten gewollt, die Annäherung zwischen den Bereinigten > Staaten «nd Deutschland erreicht, wo- I gegen sich eine Isolierung Frank- | reich» vorbereitet.

Mankreich sei gedemütigt worden; wäh- p»d alle Großmächte bereits Antwort an |Ne Bereinigten Staaten abgegeben hätten, Ilei »och keine einzige An twort auf |Me zu gleicher Zeit überreichten franzöfi- kHen Vorschläge eingetroffen. Briand Wrde am besten tun, bi, auf weiteres die

Verhandlungen einzustellen.

Der englische Außenminister Cham­berlain ging, als guter Freund Dri- «rds, in seiner Anterhausrede. in welcher ® die Stellungnahme der britischen Re» Mrung zu den amerikanischen Paktvor- Wägen erörterte, sehr vorsichtig zu Werke. « stimmte zwar dem Projekt K e l l o g g s ® allgemeinen Wendungen grundsätzlich K, verschanzte sich dann aber hinter die Dominien, deren Gutachten noch nicht ein- getroffen sei. Chamberlain schlägt Do- d'miens vor, die zweifellos positiv lauten jtoirb, dann wird Herrn Chamberlain frei» W nichts anderes übrig bleiben, als in Verhandlungen mit den Bere rügten Staa- einzutreten. Vorerst hat es allerdings »en Anschein, als ob ihm der Paktvorschlag y« ein saurer Apfel dünkt, in den er Mt gern beißt. Dies findet seine Er- «ärung wohl zum Teil auch in dem Um» fcnbe, daß Chamberlain auch im Falle *es Antikriegspaktes wiederum eine über- biebene Rücksicht auf die Franzosen nimmt, «e gegen den Kellogg'schen Doxschlag jausend Wenn und Aber vorzubringen mben.

3n diesem Zusammenhang ist die Mit« hilung Chamberlains von Interesse, daß ir, obwohl eine diesbezügliche Zeitungs- Meldung vor einigen Tagen dementiert bürde, tatsächlich eine Iuristenkonferenz Jngeregt habe. Diesen Plan habe er je- »vch fallen lassen müssen, da hiergegen von chser Macht gemeint sind damit natür- N ne Vereinigten Staaten Einspruch Erhoben worden sei. Der Vorschlag einer Iuristenkonferenz war zweifellos von der «ndenz getragen, eine Brücke zwischen em Projekt Kellogs und dem Vorschlag *t sranMischen Regierung zu schlagen, öffenbar hat Washington abgewinkt In­

der nur zu begründeten Befürchtung, daß eine solche Konferenz eine bedenkliche Ver­zögerung der Verhandlungen oder eine unerträgliche Verwässerung des amerikani­schen Vorschlags mit sich bringen könnte. In Washington legt man aber Wert auf eine vorbehaltlose Annahme des Pakt­vorschlages und deswegen hat Lloyd Ge­orge als Führer der liberalen Opposition dem englischen Kabinett den dringenden Rat gegeben, Amerika nicht vor den Kopf zu stoßen. Wenn gerade Amerika, das seine Rüstungen gegenüber der Vorkriegs­zeit so gewallig ausgebaut habe, jetzt in begrüßenswerter Weise die Ausschaltung des Krieges mit allen Mitteln Vorschläge, dann solle Großbritannien ein solches An­

gebot schnellstens annehmen. Me Oppo­sition hielt mit ihrer Meinung überhaupt nicht hinter dem Berge. Besonders be­zeichnend ist, daß sie Herrn Chamberlain, der wieder einmal mit der unwahren Phrase der angeblich traditionellen Frie­densliebe Englands hausieren ging, das Geschichtsgedächtnis auffrischte und ihm das ganze Register der englischen Kriegs­geschichte vorhielt. In der Tat beweisen die historischen Annalen, daß neben Frankreich kein anderer Staat im Laufe der verflossenen drei Jahrhunderte soviel Kriege geführt "hat, wie Großbritannien, und zwar, was Chamberlain ebenfalls vergeblich ablehnte, darunter eine ganze Serie ausgesprochener Präventivkriege.

Gegen die Maner in SAatung

Nanking ruki die Silit des NMrbundes an

Times'* berichtet aus Peking:Die japanischen Truppen haben nach der Be­setzung Tsinansus die Kontrolle der Tientsien-Pukau-Bahn von einem Punkte einige Meilen südlich von Tsinansu bis zum Süvufer des Gelben Flusses über­nommen. Aus Schanghai berichtet T.mes", daß weirerhin Bemühungen unternommen werden, um e.nen Boy- lott gegen die Japaner zu veran­stalten. Acht japanische Zerstören sind aus Sasebo emgetrosfen.

Wie verlautet, hat der Generalsekretär des Vöiterbundes soeben ein Tele­gramm der Nanking-Regierung erhalten, das vom 10. Mai datiert und von Tan Penkai im Namen dernationalisti­schen Regierung der chinesischen Republik" unterzeichnet ist. Darin wird aus das als Krieg gegen China bezeichnete Vorgeh en der japanisch en Trup­pen in Schantung hingewiesen. Unter Berufung auf die Tötung von mehr als tausend Personen, sowie aus die Hinrich­tung des Nankinger Oberkommissars, dem vorher Nas« und Ohren abgeschnitten wur­den. verlangt die Nankinger Regierung nach Art. 11 Absatz 2 des Völkerbundpaktes die dringende Einberufung des Völker­bundsrates.da die territoriale Integri­tät und politische Unabhängigkeit Chnas brutal verletzt worden und der Friede unter den Völkern durch die von Japan unternommene Angrifshandlung bedroht sei". Tie Nanking-Regierung betont, daß

sie sich feder internationalen Untersuchung und jedem Schiedsgericht unterwerfen will. Der Völkerbundsrat jedoch soll von Japan vorher verlangen, daß e$ seine Truppen aus Schantung zurückzieht.

Die Nankinger Regierung ist piekleicht ein« tatsächliche Regierung, aber sie ist international nicht anerkannt und gehört auf keinen Fall dem Völkerbund an. Der Art. 11 spricht aber ausdrücklich nur von Völkerbundsmitgliedern. Daher stellen sich der Erledigung dieser Angelegenheit die größten Schwierigkeiten entgegen. Es kann nämlich dem Anträge der Nanking- Regierung nur stattgegeben werden, wenn er von irgend einem Völkerbundsmitglied, etwa den Regierungen von Peking oder Tokio, di« übrigens beide im Rat vertreten sind, unterstützt wird. Deshalb hat an ­der Generalsekretär das Telegramm der Nanking-Regierung nur zur Information an die Ratsstaaten weitergeleitet.

Daily Telegraph" belichtet aus Peking: Es verlaufet, daß die Japaner die auswärtigen Mächte ersucht habe», der Bildung einer sich erwa sieben Meilen um Tientsin herum erstreckenden Zone zuzu­stimmen. Die Amerikaner erheben jedoch Einwände, auch alle anderen in Betracht kommenden Geiandtschafien sind wegen bie» ses Ersuchens besorgt. Die Wirkung der Schaffung einer berorttgen Zone auf die militärischen Operationen zwischen Nord und Süd würde insofern von Bedeutung fein, als sie die Operationen der Süd­truppen gegen Norden vollkommen blockieren würde.

Sn SchMtz-MM vEvbm

fk.Moskau, 12. Mai. Gemäß dem Gesuch bet Verteidigung wurde der Beginn des Schachtq-Prozesses b i s z « m 18. M a i vertagt. Es treten als öffentlich« An­kläger die Profesioren Bach und O s s a d t s ch i, der Redakteur derEkono- mitfcheskapa Shisu" Kaum in und an­dere auf.

Kowno. 11. Mai. Wie aus Moskau gemeldet wird, bringt die Pre, ,e weitere Einzelhei.en über te.i Schachty-Prozeß. Die Haup.angeklagten in dem Prozeß, In­genieur Braniewski, Remo und Schad.in, hätten demnach erklärt, daß sie nicht nur Wir.;chafle aoo.age betrieben, sondern auch den Sturz der Sowjet-Regierung ange strebt hat.en. Tie ej-.e.»

len erfic.cn, dag die 2In-oe. .ag.en .n Ver­bindung m i r s r a nz ö , i s ch e n W i r t- scha f l s k r e i ie n , insrefonde.e mit .t e n Senator d e Mo nzie, gestanden hätten. .Ferner.solltN die Angechu.org. en auch Be­ziehungen zu der.fr a nzö srsch en B o t

schäft und der polnischen Gesandt­schaft in Moskau unterhalten haben. Sie hätten dem polnischen Generalstab und dem französischen Kriegsministertum geheimes Material übermittelt ur« inner­halb der letzten U/s Jahre gewi e Doku­mente ausgeliefert. Auch England wird in den Prozeß einfcejogen, ine em xin an­derer Angeklagter M a t o w behauptet Haden soll, er sei bestochen, die Werke des Donez- Beckens für den Fall eines englisch-russischen Krieges in die Luft zu sprengen. Mit die­sen Anklagen gewinnt der Prozeß eine all­gemein internationale Bedeut ung

In den weiteren Beröfsentlichungen der Ank.ageschrift wird nun außer den A. E. G. Und Knapp auch SiemenS-Bau- Union angeschuldrgt, systematisch Be­stechungsgelder an russische Beaune und Angestell.e gegeben zu haben, um untaug­liche Maschinen unterzubringen. Ferner liest man Heu e noch die BestechungSan- fiage gegen die deutschen Firmen, Wolfs, Eikhof, Weise, D o m a r, Koppel, Gröckel, Bomag und Oschutz. Der Hauptbelastungszeuge ist dec Sowjet-Ingenieur Kastgrinow.

Sie abgtsasle Namrmevrluliea

Immer noch liegt ein gewisses Dunkel über den Vorgängen der letzten Tage in Rumänien. Die alte Erfahrung, daß groß angekündigte Revolutionen nicht zum Ziele führen, hat sich wieder einmal bewährt. Die Gegenmaßnahmen der Regierung, die auf eine gewisse Zermürbung der Angriffs­lust hinzielten, haben sich wirksam erwiesen, weil die Führerschaft der Dauernbewegung es an klaren Entschlüssen fehlen ließ. Rach- den in Karlsburg und in anderen Städten gehaltenen Reden und den sehr scharfen Entschließungen sowie nach de« zuerst ver­breiteten Meldungen mußte die Oeffent- lichkeil den Eindruck gewinnen, als ob starke, geschlossene Massen auf Bukarest rückten, während gleichzeitig die Führer der Regierung ihre Forderungen stellten. Jetzt wird bekannt, daß Maniu noch im­mer keine Audienz beim Regentschaftsral verlangt hat. Ordnungsmäßig und ge­sittet, ganz ohne revolutionäre Diktatoren­geste hat der Generalsekretär der Partei in der Kabinettskanzlei des Regentschafts­rates die Beschlüsse von Karlsburg über­reicht, während der Zentralausschuh der Partei den Beschluß gefaßt hat, den Kampf zum Sturz der Regierung fortzusetzen.

zuteil werden zu dem Eindruck die

assen und dann unter

Wenn die Führer der Dauernbewegung tatsächlich nichts anderes als eine politische Massendemonstratton versucht haben, um der Regierung durch den augenfälligen Aufmarsch der Kräfte eine letzte Warnung

er Demonsttation auf dem Verhandlungswege ihr Ziel der Machtergreifung oder vielleicht sogar der Machtteilhaberschaft zu erlangen, so muß festgestellt werden, daß die Regie dieses Unternehmens verfehlt gewesen ist. Der Patteiführer Mihalache hat unter dem

stürmischen Beifall der Riesenversammlung erklärt, das wirkliche Altreich fei ent­schlossen, für die Verwirklichung der Frei­heit mit allen Mitteln zu kämpfen und sogar sein Blut für dieses Ziel zu ver­gießen. Er forderte die Vertreibung der liberalen Regierung. Die Entschließung des Kongresses erklärte die Regierung für den Feind des Vaterlandes und Der Ration und beanspruchte in legitimer Ver­teidigung, das Recht zu haben, sich aller. Dittel zum Sturze der Regierung zu be­dienen. Dieser wiederholte und feier­liche Hinweis auf die Rechtmäßigkett ein« Kampfes mit allen Mitteln und unter Ein­satz von Blut und Leben mußte als ein Entschluß zur rebohitionären Tat auf- gefaßt werden. Es hat aber nun den Anschein, als ob zwischen den Partei­führern selbst keine Einheitlichkeit des Willens bestanden hat. Maniu ist. wie alle Schilderungen seines Charakters be­tonen, nicht eine revolutionäre Ratur. Er

ist aber doch ein so kluger Politiker, daß er das Mißverhältnis zwischen den Vor­bereitungen und ihrem Erfolg sowie die schädliche Wirkung einer solchen allmählich und langsam sich im Lande verlaufenden Aktion nicht hätte übersehen körnrn. Wenn man nur eine machtvolle Demonstration als Hintergrund politischer Verhandlungen hätte veranstaalten wollen, so hätte man sich in den Reden und Entschließungen mäßigen und die rein legale Absicht von vornherein deutlich zum Ausdruck bringen müssen. Die nachträglichen Erklärunen Manius, nachdem die Dauern schon zum Teil auseinandergelaufen waren, mußten den Eindruck erwecken, als habe die Führerschaft nachträglich auf die Durch­führung ihres Planes verzichten müssen. Diese stimmungsmäßig sich geltend machende Auffassung der Lage ist natür­lich in keiner Weise geeignet, etwaigen Forderungen und neuen Verhandlungen mit der Regierung Rachdruck zu ver­schaffen. Ohne die große Demonsttation lediglich unter Hinweis auf die Möglichkeit einer solchen Kundgebung und auf ihre etwaigen Folgen hätte die Partei sicher­lich mehr erreicht. Es läßt sich noch nicht übersetzen, inwieweit die Bauernschaft