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Hn 8. Mai 1928

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l**t fefcimol wöchentlich. De- pg*Wi* menotlUb 2 SM. au#» (611*81. 3ug*0ungsg«bübr. durch dieP»st2^S GM.fiür etwa btfolgt 6torif<- CRatohientefett* oder timew Utter Sreignlfie -»«fallend« taama wird kein Srfae ge­leistet. Verlag». Dr 5. Slfteretfc, hed der Unib.-Duchdruck*r*i tu Job. fitag. Hoch, Markt 21/23. Aerttsprecher: Str. 54. n. £Rt- 55. Pestscheetkonto: filmt Frankfurt e. 9R. Rr. 6C15. Sprech teil Hl Redaktion von 1011 such

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Anzeiger für (das frühere kurhessische) Oberhessen

Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg.

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Auf -em Luftwege zum Putsch!

Ser AMe Brlnz enteis e:rtin6ttl er wie» aus England aukgMtesm Sie gebeimutSdM räilgkell Bert RMrmml

Daily Mail* meldet: Gestern abend werbe ins Anschlnh an eine Konkeren, von Be­amten des Ministerinms des Inner« and des Soreign Office der Beschlnb gekokt, Prinz Earol von Rnmänien zn ersachen, England za »erlassen. Der Prinz werbe hiervon gegen Mitternacht l!) gerstiindigt.

Morning Post* erklärt, in der Lage za sein, die Entstehung der Gerüchte über einen beabsichtigten Flug de» Prinzen Tarol nach Rnmänien mitznteilen. Das Blatt sagt: Prinz Earol bat abgelengnet, bah er zwei Flugzeuge gemietet hätte. Das ist völlig wahr. Tatsächlich wären sie von einem Zei- tangsanternebmen bestellt worden, das nicht «r eine Tageszeitung, sondern auch ein Sonn­tagsblatt berausgibt. Mitglieder dieses Zei- tangsunternebmens sollten in dem Flugzeug «itkliegen, und man hofkte, dak der Prinz sie begleiten werde. Tatsächlich bekand sich Prinz Earol auch infolge eines sonder- bgren 3 «ka l l e» (!) em Freitag abend, da» heiht am Borabend des geplant»« Startes nach Bukarest, auf dem Fl« gvlatz Croydon. Am Sonnabend nachmittag er­eignete sich aber eine Störung, so bah die Flugzeuge nicht auf steigen konnten. Der Abflug wurde auf Sonntag früh 4 Uhr verschoben. Inzwischen hatte die Luft- iabrtbehörde von dem wahren Grund der beabsichtigten Fahrt Kenntuias erhalten, und «folge der amtlicherseits erhobenen , Vor­stellungen verweigerte die Gesell­schaft dem Flugzeug die Start­erlaubnis. Ein Vorrat von Druck­schriften, vermutlich des Manifestes bes Prinzen Earol an die Rumänen, wurde *®s den Flugzeugen entfernt und nach London gesandt.Mornins Post* be­merkt dazu: Es handelte sich also um eine »on einem Zeitungsunternehmen organisierte »Sensation*. Der divlomatische Korre­spondent derMoruing Post* erklärt, eine sehr mahgebende Persönlichkeit habe geäußert, dieser Vorfall sei eine Schande für den britischen Journalismus.

»Daily Expreh* veröffentlicht eine ein» bhende Darstellung der Herstellung' des Carol- Jlanifeftes, von dem 20 000 Exemplare ot» fcntft worden seien. Das Blatt nennt den Damen der Druckerei und erklärt, daß sich um »ie Herstellung des Manifestes der derzeitige Gastgeber des Prinzen, der Rumäne Jo­ste sc«, und zwei Engländer, der Journalist -eathcote und der Hauptmann Le Me- >»rier, besonders bemüht hätten. Rach dem Lcheitern des Abfluges aus London habe Heathcote mit einem Begleiter 12 000 Exem- Mare mit dem Aufruf am Sonntag vormittag »ach Brüssel geschafft, von wo ans sie in Flugzeugen nach Rumänien gehen solle«.

Sn den Mitteilungen derMorning post" zu dem gescheitertenFlugzeug- Pritsch", der unter dem Flamen des Prin­zen Carol geplant war, heißt es weiter stych: ES scheint, daß die Legitima­tion der britischen Journalisten, die mit »em Flugzeug reisen wollten,, nicht in vtbnu ng war. Dies veranlaßte 2tach- sorschung und die Entdeckung der Pro­klamation in den Flugzeugen. Das Mini- ster.um des Innern setzte das Foreign Office Kenntnis, dieReisewurdeverbo» ken und die rumänische Gesandt» ch a f t v e r st ä n d i g t. Gegenwärtig fehl! Mliches Deweismaterial des Prinzen ^arol, daß er mit diesem Plan nichts

zu tun hatte, wenn auch möglich ist, daß er seinen Namen dazu hergegeben hat.

Times" meldet, daß die beiden Flug­zeuge von einem Sonntagsblatt bestellt waren, es sei möglich, stehe aber noch nicht fest, daß Prinz Earol m'.tzufliegen beabsichtigte.Times" sagt ferner, es werde verschiedentlich vermutet, daß die­ser Stteich mit der Agitation zu g'insten der Revision des Trianonver- tt a g e s im Zusammenhang stehe, und zitiert eine Stelle aus dem Manifest des Prinzen, wo es heißt, alle unerledigten Probleme mit den vormaligen Feinden Rumäniens müßten durch gemeinsame Ver­einbarungen liquidiert werden, um ihre Freundschaft zu erhalten v^d einen lenzen und dauerhaften Frieden zu gewährleisten.

Das ArbeiterblattDaily Herald" schreibt: Die Intrige, die die Thronbe­steigung des Prinzen Carol zum Ziel hatte, steht in engem Zusammenhang mit dem Feldzug zur Rückgabe eines Teiles

Berlin. 7. Mai. Unter dem Vorsitz des Reichswahlleiters, Professor Dr. Wagemann, trat heute der Reichs- Wahlausschuß zusammen, um den Stimmzettel für die Reichs­tagswahlen endgültig festzustellcn. In der Sitzung ergab sich eine Meinungs­verschiedenheit darüber, ob der Reichs- Wahlausschuß oder der Reichswahlleiter die Berechtigung habe, die Benummerung der einzelnen Parteien auf dem Stimm­zettel endgültig vorzunehmen. Besonders wurde daran Anstoß genommen, daß der Reichswahlleiter die linken Kommunisten als eine im Reichstag bisher schon vertre­tene Partei angesehen und ihnen die Rüm­mer 8 auf dem Stimmzettel gegeben hat In der Beschlußfaffung kam jedoch zum Ausdruck, daß an eine Aenderung der be­reits in der Bekanntmachung des Reichs­wahlleiters angegebenen Nummern im jetzigen Zeitpunkt nicht mehr vornehmen wolle. Der Reichswahlleiter hat sich die letzte Entscheidung Vorbehalten, aber eine Aenderung dxr bisher mitgeteilten Be-

her über seine Absicht aus. Carol be­zeichnet es zunächst erneut als durchaus unrichtig, jemals den Versuch gemacht zu haben, Flugzeuge für die Rückkehr nach Rumänien zu mieten oder Propa­ganda auf diese Weise in Rumänien zu betteiben. 2luf die Frage, warum er jetzt plötzlich einen neuen Versuch zur Thron­besteigung unternehme, erwiderte Carol, er glaube, daß er der einzige Mann sei, der das rumänische Volk in Einig- keitzusammenbringen könne.Se.ne Aufrufe stellten eine Aufforderung an das rumänische Volk dar, die sehr ernst zur Crötterung stehenden Fragen zu regeln, bevor es zublutigen Ausein­andersetzungen komme. Seit seinem formellen Thronverzicht habe sich die Lage vollkommen geändert. Rechtlich habe er zwar eine Derzicht- erklärung abgegeben, sie sei jedoch unter moralischem Druck erfolgt.

des im Friedensverttage abgetretenen ungarischen Gebietes. Der Prinz ist veranlaßt worden, zu versprechen, daß er, wenn er zum König gemacht würde, allen seinen Einfluß aufwendcn würde, um eine Revision des Vertrages von Trianon zugunsten AngarnS zu sichern. Die Carol-Intrige habe dieselben Ziele wie die proungarische Pro­paganda Lord DothermerS und seiner Blätter. Ein Engländer, der als Haupt-Emissar des Prinzen bezeichnet wird, hat am Sonnabend Londonin ge­heimer Mission nach dem Kontinent" ver­lassen. Dieser Emmissar ist ein englischer Publizist und stehl im Zusammenhang mit dem Revisionsfeldzug.

Eine Erklärung Prinz Carols.

In einer Unterredung mit einem Presse­vertreter sprach sich der frühere rumänische Kronprinz Carol am Montagabend noch einmal in weit bestimmterer Form als bis-

nummerung wird auch er voraussichtlich nicht vornehmen.

Insgesamt wird der amtliche Stimm­zettel 31 verschiedene Parteien aufsühren. Bon den eingegangenen 33 Anträgen sind, wie das Nachrichtenbüro der VDZ. weiter hört, zwei zurückgewiesen worben. Laut 23. Z." enthält er außer den bereits amt­lich bekannt gegebenen Parteien u. a. fol­gende: Unabhängige Sozialdemokrat-e Deutschlands, Hauswirtepartei, Reichsblock der Geschädigten, Unpolitische Liste der Kriegsgesck;ädigten, eine Volkswohlpartei, Zentrumspartei Niedersachsen und eine Liste revolutionärer Kommunisten.

Diese Liste zeigt, wie weit die Zersplitte­rung der Parteien gediehen ist. Bon den 30 Parteien, die in den Wahlkampf ein» getreten sind, wirb noch nicht die Hälfte ein Mandat im Reichstage erringen. Die auf die Splitterparteien entfallenden Stimmen werden wieder gänzlich verloren sein. An die bürgerlichen Wähler ergeht die Mahnung, den Unfug der Splitterpar- I feien abzulehnen und die Vertretung ihrer Interesien den großen Parteien anzuoer, trauen.

®r habe Rumänien verlassen, da er mit der Politik der Regierung sowohl in wirt­schaftlicher wie in allgemeiner politischer Hinsicht in vollkommenem Gegensatz ge­standen habe.

Ist Mttunatn btt Satlenoten Sauttiwarlti

2luf dem Karlsburger Kongreß der Natio­nalen Dauernpattei wurde folgende Ent­schließung etnft.mmig angenommen:

1- Der Kongreß ist fest entschlosten. das bereinigte Rumänien mit dem letz.en Tropfen T-lut zu verteidigen.

- Der Kongreß wendet sich nicht nur gegen 6 t e äußeren Feinde, die die t.andesgrenze einer Revision unterziehen wollen, sondern auch gegen die inneren Feinde, die während der letzten zetzn Jahre den rumänischen Staat

(Sonletono siehe Seite 2J

R m tonet In Tlnmfu

ff. Tokio. 8. Mai. Wie au« Tsinanf« gemeldet wirb, sind dort gestern abend e te neu le heftige Kämpfe zwischen japanische« und chinesischen Truppen aus- gebrochen.

Die japanische Brigade, die gestern aus Dairen in Tsingtau eingetrofsen ist, ist ist nach Tsinanfu in Marsch ge­setzt worden. Die japanische Artillerie hat ein chinesisches Flugzeug, das Tsinanfu überflog, abgeschosien. Ferner wird ge­meldet, daß Marschall Tschangtsolrn seine Truppen auf die von der Peking Hanlau-Bahn gebildete Linie zurückge­zogen hat.

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Moskau. 7. Mai. Die verhafteten ReichsoeulsÄen Mayer, Otto und B a t i d) i e b e r wurden heute im Auf­trage des deutschen Botschafters erneut von dem Legationssekretär Dr. Schliep be­sucht. Ter Besuch galt in der Hauptsache der Bestellung eines Verteidigers, wobei die nötigen Formalitäten besprochen wur­den. Nach einer Mitteilung des Unter­suchungsrichters ist die Zustellung der An­klageschrift in allernächster Zeit zu erwar­ten.' Der Gesundheitszustand Ottos u d Batschiebers ist unverändert gut, während Mamr über Nerven- und Herzbeschwerden klagt. Nach Angaben des Untersuchungs­richters befindet sich Mayer andauernd un­ter ärztlicher Beobachtung.

Für die in Rußland verhafteten deut­schen Ingenieure, denen die Ueberreichung der Anklageschrift für die nächsten lege zugesagt wurde, kommen als Verteidiger, wie dieVoss. Ztg* meldet, die drei von der deutschen Vertretung vorgechlagenen Mitglieder des hiesigen Anwalts­kollegiums, Dolmatowski, Ozep und Worms, in Frage, die sämtlich die deutsche Sprache vollkommen beherrschen, sodaß eine direkte ungehinderte Verständigung zwischen Angeklagten und Verteidigern möglich sein wird. Man hofft/ daß 'das Gericht diese Verteidiger zulasten wird.

Rechtsanwalt Münte. Braunschweig, der Rechtsbeistand der in Rußland verhaftete- ten deutschen Ingenieure, ist gestern früh nach Moskau abgereift

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SaS Stimmt Urteil

im Spiegel bet Pteste.

Das Urteil im Stettiner Feiueinorbprrzeß wird von der ^Berliner Presse eingehend ge­würdigt 1 SieTägliche Rundschau" bemerkt unter der LieberschriftDie Opfer der legalen Illegalität": Das Schwurgericht hat einstimmig beschlossen, daß für Heines und Ottow das Gnadenrecht in möglichst weit­gehendem Umfang gewährt werden soll. Sie Forderung ift in ebenso weitgehendem Um­fange zu unterstützen. Gleichzeitig ist damit die Forderung auf Wiederaufnahme des Der­fahrens gegen Schulz. Klapproth und Um­hofer zu verbinden. Sie hauptsächlichste For­derung ist aber schließlich die, daß diese Verfahren überhaupt aus unserem öffent­lichen Leben beseitigt werden. Würde die Erkenntnis von der tlnmöglichke.t dieser Pro­zesse durch den Stettiner Prozeß A.lgemeingut werden, so hätte er wenigstens einen Ruhen gehabt.

3n demselben Sinne urteilt dieSeutsche Tageszeitung": 3ma.eri.ii ist, so schwer die Strafen sind, die für Männer ausge­sprochen werden mußten, denen als tiefstes Motiv für ihre Tat ausdrücklich ihre glühende Rat erlandSliebe bezeugt wiro, durch das Stettiner Urteil zum ersten Dlal Dresche in die ganze wahnwitzige Praxis der soge­nannten Fememordanilagrn gebrochen worben.

Sie .Kreuzzeitung": Wtt diesem Ur­teil, das naturgemäß nicht restlos befriedigen kann, ist der Weg zur endgültigen Liqui­dation der Femeverfahren be­schritten. Es muh konsequent weitergegangen werden, damit al.en Verurteilten Berechtigten wird und damit iHnen, wenn schon kein

LroUoke Fersplittemns

31 fnteten!