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diese im Parlament mit ihrer Zweidrittelmehrheit nach Belieben schalten und walten konnte und sich nach dem Lode des Königs Ferdinand in dem Regentfchaftsrat für den kleinen König Michael ein Instrument geschaffen hat, das nur ihrem Winke gehorcht. Der gegen den Willen, gegen das Verbot der Regierung einberufene Parteikongreß in Karlsburg ist der erste Schritt vom legalen auf den legalen Weg zur Macht, der Beginn des Entscheidungs- kampfeS um jeden Preis. Die zweihundert- tausend Bauern, die in Karlsburg versammelt sind, werden nicht nach Hause gehen, ohne die Gewähr, daß von jetzt ab sie an den Geschicken ihres Landes Mitarbeiten werden. Sie sind nicht zum Zwecke einer bloßen Demonstration oft zweihundert Kilometer weit zu Fuß von Dorf zu Dorf gewandett. Was sie vorhaben und auszuführen im 'Begriffe sind, das ist nichts anderes als eine Levolutton, die vorerst
Vom Kriegsschauplatz des chinesischen Bürgerkrieg-Elends kommen wieder einmal über das Remerbüro und diesmal auch aus japanischen Quellen Aachrichten von ernsten Zusammenstößen zwischen Japanern und Südchinesen. DaS Büro Reuter, bas ja stets nur einsestig den englischen Interessen dient. Pflegt mit Vorliebe die Vorgänge in China ungebührlich aufzubauschen. Wenn aber diesmal japanische Meldungen ebenfalls von einem Blutbad sprechen, das von Seiten chinesischer Truppen unter der japanischen Bevölkerung in Tsinanfu ange-
hängerschast. Sie hat ihre Zweidrittelmehrheit im Parlament auch bei den letzten Wahlen durch einen unglaublichen Bettug zusammengebracht und stützt ihre Macht auf das internationale Finanzkapital, das an der Ausbeutung der rumänischen Bodenschätze lebhaft interessiert ist.
Im Herbst des Jahres 1918 hatte die Rationalpartei, die im alten ungarischen Parlament die Interessen der Rumänen verttat, auf ihrem ersten Kongreß in Karls- bürg die sogenannte „Karlsburger Beschlüsse'" gefaßt. Es wurde darin der An- schluß an Rumänien proklamiert, den nationalen Minderheiten, d^n Siebenbürger Sachsen und den Angarn volle Freiheit gewährt. Das Regime Dratianu hat nicht nur den Minderheiten di« also verbrieften Rechte entzogen, es hat auch
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noch unblutig gedacht war, aber sehr leicht bkuttg werden kann.
Die Machtmittel, die die Regierung diesem Ansturm entgegenstellen tann, sind nur anscheinend groß; die Armee ist durchaus nicht fest in ihrer Hand. Aamentlich die Soldaten und die jungen Offiziere stehen auf Seiten der Aationalpartei und — hinter dem Prinzen Carol, dessen Existenz noch nicht vergessen ist. Es ist schwer zu sagen, was sich in Karlsburg zunächst ereigenen wird. Aber für die Zukunft des Landes ist es gleichgültig, ob die Bauern ihren Führer Maniu zum Präsidenten einer Gegenregierung ausrufen oder ob auf anderem Wege versucht wird, der liberalen Herrschaft ein End« zu bereiten. Sicher ist, daß die Würfel mit dem Beginn des Karlsburger Kongreßes bereits gefallen sind, und bafi
(Sottfetana stehe Seit« 2.)
ff. I f i n o « f n, 7. Mal. Die südchncst- chen Truppen habe« das Fremdenviertel von Tsinanfu völlig geräumt, wo 10000 Mann fapanischer Truppen ein- getroffen find. Rach einer Meldung aus Tokio bereiten di« Japaner di« Entsendung weiterer Truppen nach Tsinanfu vor. am die Schantung-Bahn zu überwachen und zu verwalte«.
Rach Berichte« au, Tsinanfu dauern di« Plünderungen außerhalb der von den japanischen Truppe« geschützte« Rieder- lassungszone an. Es wnrde« weitere sechs Leichen von Japanern, die die Spuren grausamer Mißhand, langen aufwiesen, gefunden. Seit den Morgenstunden ist nicht mefie ge iimpft «vordem
Die Kampfe in Schantuns
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die rumänischen Dauern Siebenbürgens, ihren Wcchlstand und die Erziehung ihrer Kinder an korrupte Parteigänger ausge» geliefert. In ihrem berechtigten Kampfe hat die Partei bald auch im alten Königreich, im Banat und in Bessarabien die Anhänger einer vernünftigen nationalen Politik auf demokratischer Grundlage für sich gewonnen. Sie schloß sich mit der jungen Pattei der „Zaranisten" zusammen, deren Anhängerschaft sich auS den Bauern aller übrigen Länder rekrutiett. Aus dieser Fusion entstand die „Rationale Bauernpartei-, die heut« tatsächlich die überwältigende Mehrheit des Volkes Der- tritt und einzig und allein dazu berufen ist, die Geschicke des Landes zu leiten.
Auf legalem Wege ist es nicht gelungen, die liberale Herrschaft zu beseitigen, da
In Alba Julia, dem früheren Karlsburg, in Siebenbürgen tobt die Enschei- dungsschlacht um die Zukunft des rumänischen Staates. Dem Rufe des Präsidenten der Rationalen Bauernpartei sind über sdeimalhunderttausend Bauern aus allen legenden des Reiches gefolgt, um den Versuch zu machen, das Schicksal des eigenen Landes endlich selbst in die Hand zu neh- vsn und zu leiten. Denn das weiß heute jedes Kind in Rumänien, daß dieser so- genannte Parteikongreß durchaus nicht ge- dillt ist. nur innere Parteiangelegenheitcn Ri besprechen. Die rumänische Opposition V in Karlsburg zum Angriff, zum ent« gültigen Angriff gegen die herrschende Macht, die „liberale“ Partei, überge- Sangen.
Diese Pattei steht seit dem Kriege fast tounterbrochen an der Macht. Sw war <6, die die neuen Gebiete des vergrößerten ^vnigsreiches als erobertes Land ansah, bie eine Bande von korrupten Beamten tob Ausbeutern auf ba.i Land losließ, die bi? Bodenschätze, die Industtie, die Land- Wirtschaft in die Gewalt ihrer Anhänger brachte und durch fortgesetzte Wahl- lülschungen jeden Versuch, das Volk zur Segnung gelangen zu lassen, unterdrückt«. Die Liberale Partei verfügt heute zahlen- Zäßig über eine verschwindend keine An
richtet wurde, so muß man die Dinge diesmal doch wohl etwas ernster betrachten. Richt etwa, daß man ohne weiteres annehmen kann, daß diese Meldungen nicht gleichfalls absichtliche Aebertteibungen enthalten. DaS ist vielmehr durchaus wahrscheinlich. weil Japan gegenwSttig ein ähnliches Interesse an der Aufbauschung derartiger Zwischenfälle hat. das England im vergangenen Jahre in Schanghai leitete. Japans Stellung China gegenüber ist keine ganz einfache. Gewiß könnte es sich rein machtpolitisch zur Zeit nicht nur seine alten Einflußsphären in China sichern, sondern sie sogar sicherlich erweitern, ohne dabei ein allzugroßes Risiko in militärischer Hinsicht einzugehen. AnLererseitS ist aber China für Japan ein so schwerwiegendes Absatzgebiet in wirtschaftlicher Hinsicht, daß Japan die schlimmsten Rückwirkungen durch den Boykott seiner Ware« in China befürchten muß, wenn es sich zu ernstlichen militärischen Aktionen gegen China entschließen wollte. Erschwerend fällt ins Gewicht die Agitation Moskaus, deren Aeber- greifen bis auf Japan zu befürchten man guten Grund hat, wenn auch vorerst die konservative Tradition des japanischen Volkes sich noch als starker Wall aller bol- schewisttfcheu Segenarbeit erwiesen hat. Aus welchen Ursachen sich die jetzigen Zwischenfälle ereignet haben mögen, ist noch undurchsichtig. Fest steht nur, daß damst der latente Gegensatz zwischen den beiden großen Ostmächten akute Formen zunehmen droht.
Prinz Carol — der sich zur Zeit in Surry aufhalt — hat nach den Berichten einzelner englischer Blätter die Tagung der rumänischen Bauernpartei in Karlsburg ganz besondere Erwartungen ge- s knüpft. Er erwartet sehr wichtige Depeschen aus Rumänien und er werde, falls fie das enthielten, was er erwartet, auf dem politischen Kampfplatz erscheinen, um den letzten entscheidenden Schlag zu führen, »unmehr schildert „Daily E x p r o.jj“ den Prinzen als die Hauptfigur einer politischen Verschwörung, die seine Rückkehr auf den Königsthron und den Sturz der gegenwärtigen rumänischen Regierung zum Ziele haben soll. Kinnz Carol habe in England Flugzeuge gemietet. die ein von ihm an das rumänische Bolt gerichtetes Manifest in Massen über Rumänien abwerfen sollten. Dieser Plan sei gescheitert. Während die Flugzeuge in Croydon warteten, hätten die britischen Behörden von dem Plan erfahren und den Abflug verboten. Carol habe darauf einen englischen Agenten in geheimer Mission nach dem Kontinent gesandt. Angeblich soll er versuchen, die Unterstützung der ungarischen Xegierug für Carol zu erhalten. Carvl »erde als Gegenleistung versprechen, d H eine Revision der Friedensoerträge statt- sindet. Das Blatt veröffentlicht eine Photographie des Manifestes, das u. a. ausführt:
„An das rumänische Volk! Ich will durch euren Willen zurückkehren, um Rumänien zu seinem rechten Platz in der Welt zu führen. Ich wünsche, zu meinem Linde zurückzukehren, um es zu einem vürdigen Nachfolger der Dynastie zu machen. Ich erkläre, datz ich mein Land Segen meinen Willen verlassen habe, gezwungen durch unglückliche Umstände, ffrau Lupescu war nicht di« Ur, fache meines Wegganges und sie wird mich nicht hindern, meine Pflicht gegenüber Meinem Lande zu tun.“
Carol appelliert dann an alle Rumänen, dH mit ihm zusammen zu scharen unter bet Losung: „Freie Wahlen, Freiheit der presse, Reinigung des Heeres und des Ee- kichtes von politischen Einflüsien. Ab- «haffuna der Kontrolle und Unterstützung ta Bauern."
Anzeiger für (Dos frühere kurhessifche) Oberhessen
Anzeiger der amtliche« Bekanntmachungen für Stadt und «reis Marburg
Nir »le 66re eines Solen
Seit längerer Zeit werden von einer Reihe von Zeitungen Vorwürfe aegen Schlageter erhoben, um ihn als L.--.des- verräter zu brandmarken. Diese Anschuldigungen gehen hauptsächlich zurück auf die Förster-sche „Menschheit" und „Das ander« Deutschland", das Organ der westdeutschen Friedensgesellschaft in Hagen i. W. Die Zeitschrift „Heimat und Volk" in Köln machte sich die Vorwürfe kürzlich auch zu eigen. Bon hier fanden sie den Weg in viele Zeitungen. Im wesentlichen wird Schlageter vorgeworfen, er sei nur aö Geld Verdiener in den Ruhrkampf gegangen, er habe in litauischen Diensten gestanden und dort nur Abenteuer gesucht, er sei bezahlter polnischer Agent gewesen, er habe sich während des Ruhrkampfes im Dienst« der Franzosen betätigt und er habe nach der Verhaftung seine sämtlichen Freund« betraten. Die^e Anschuldigungen hat nun Strafanstaltspfarrer Faßbender in Düsseldorf, der seinerzeit Schlageter zum Tod« vorbereitet hat und der darüber in dem Buche „Ter Prozeß und die Erschießung Albert Leo SchlageterS" (Neue Brücke, Verlag Düsseldorf) berichtet hat, zum Gegenstand einer ausführlichen Auseinandersetzung in der „Academia", der Monatsschrift des C. B. der katholischen deutschen Studentenverbindungen (München, Prorne» nadep.'atz 16B) gemacht. Schlageter gehörte al- Student in Freiburg einer C.-D.- Verbindung an. In diesem Auftatz stellt Pfarrer Faßbender folgendes fest:
Schlagete? wurde verraten von zwei Deutschen tz-ötze und Schneider, die es verstanden hatten, sich an Angehörige der Organisation Heinz freundschaftlich yeran- zumachen, ttnd die nach genügenden Informationen Schlageter um den Judaslohn von 700 000 Papiermark verrieten. Der mündlich viel verbreitete Vorwurf, Schlageter sei von Dirnen, mit denen er in Beziehung gestanden habe, betraten worden, ist durch Erkundigungen Bet der Quar» tiergeBerin SchlageterS in Essen als uw- wahr erwiesen. Vielfach wurden auch Anschuldigungen gegen Schlageter er [, dB en, er sei nur als Geldverdiener in den Ruhrkampf gegangen. In einem Prozeß bot dem Amtsgericht Spandau wegen Betruges, Begangen zum Nachteil SchlageterS, wurde 1925 nach Zeitungsnachrichten im Urteil gesagt, Schlageter sei Anfang 1923 zwei Betrügern in die Hände gefallen, die ihn um 5 Millionen Papiermark geschädigt hätten. Schlageter haBe nicht gewußt, wie er das von einer Bank entliehene Darlehen zurückzahlen solle und HaBe daher eine gefährliche, aßer gut bezahlte Stellung im Ruhrkampf übernommen. Hauenstein hat dazu erklärt, es habe sich nicht um eine private Angelegenheit gehandelt, sondern um den Ankauf von Heeresgut für die in Oberschlesien maßgebenden Instanzen. Faßbender stellt aus persönlicher Kenntnis SchlageterS fest, daß ihn einzig und allein seine große Vaterlandsliebe in den Ruhrkampf geführt habe. Die Zeitschrift „Das andere Deutschland" konnte auf mehrere Anfragen keine Auskunft über die Höhe der Gelder geben und verlangte dann ihrerseits eine Widerlegung ihrer Behauptungen, weil sie selbst keinen Schatten eines Beweises in Händen hat. Hauenstein hat erklärt, daß für die Sprengungen nicht ein einziger Pfennig gezahlt worden sei, sondern daß die Mitglieder der Sabotagetruppe lediglich Tagegelder in der Höhe von 18 000 Papiermark =*= 4 Goldmark erhielten, aus denen sie Essen, Nachtlager und Kleider selbst bezahlen mußten. Bei der Erschießung Schlageiers wurde bei der Uebergabe der Wäsche und Kleidungsstücke kein Pfennig Geld übergeben. Faßbender führt ferner den Nachweis, daß Schlageter sich nicht bei den Litauern har anwerben lassen. Er führt das Urteil des französischen Staatsanwalts an: „Es ist unmöglich, datz ein Mann so tapfer und heldenhaft stirbt, wie dieser deutsche Offizier, wenn nicht fein Handeln, das ihn zum Tode geführt hat, von edelster, reinster und uneigennützigster Vaterlandsliebe diktiert ist". Für die Behauptung, Schlageter fei bezahlter polnj,cher Agent gewesen, konnten die Zeitungen, die diese Verleumdungen zuerst aufbrachten, auf Anfrage keinerlei Beweis erbringen. Auf einen offenen Brief HauensternS im Jahre 1923 an den „Vorwärts" hat diese Zeitung nicht einmal den Versuch gemacht, den gemachten Vorwurf zu beweisen. Di« -Menschheit" konnte