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i Sonnabend, een Ä. AM im

Anzeiger für (bas frühere kurhessische) Oberhessen

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Rr. 99 61 Mgr. Maröurg a. Bohn

Der An,etgenpret« beträgt für den lUgeipall. Zeilenmillimeter 0.08 GM. klein» Baran zeigen 0.08 GM. amtlich« und aus­wärtig« Anzeige» 0.10 GM Sei schwierigem Sa» lotet« bei Map- »orichrtf» SO°U Aufschlag. — Sa nnnelan zeige, 100 •(, Anfi schlag Arklamr» »er Milltm 0.4» GM. 5*6« 'Haban gilt al» fiarrahatt Ziel 6 Tage Beleg, werben berechnet, ebenso Auskunft durch M» Geschäft «stell, und Sulenöang »er Angebot«. E» küllungsorr Marburg.

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Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg.

Bela Khan in Wien verhaftet

!gten, 27. April. In den letzten Ta- , n hatte die Polizeidireltion in Er, i chruaq gebracht, daß der au6 Oesterreich gewiesene ungarische Bolkskommissar da Ahun zur Durchführung eines politi- ee Auftrages aus Rußland in Wien ■j «getroffen fei. Die inzwischen eingelei- gen umfassenden Erhebungen der Polizei Heu gestern zur Auffindung und Berhaf- ag Bela Khuns und Aufdeckung eines h ihm in 7. Wiener Eemeindebezirt ritt dem Deckname« einer Firma errich- tta Büros geführt, dog nach den b'sheri- ü Feststellungen zur Durchführung feiner cheit und als Zufammenlunftsort mit «eist ungarisch»« Gesinnungsgenossen - men sollte. Bela Khun, der auf der 1 ckizei jede Auskunft verweigerte, wird ich Abschluß der polizeilichen Erhebungen M« Eeheimbündelei und verbotener Ulehr dem Strafrichter vorgeführt wer- S. hinsichtlich jener Personen, die als itschuldige und Helfershelfer in Betracht Wie«, sind die erforderliche« Maßnah- B im Sange.

i der Verhaftung des früheren ungari- m Volkskommissars Bela Khun erfährt t „Neue Freie Presse": Unter dem Deck- i eitel eines Trogengeschäftes en gros ir ein Lokal in einer belebten Gasse des Wiener Eemeindebezirks dazu auser- flt worden, den Kommunisten als Som- Z rlatz zu dienen. Als nun Bela Khun ittn nachmittag das Lokal betr"tru lte. wurde er verhaftet und der Poli- ] Erektion übergeben. Ein anderer un- rischer Kommunist, der hier in einer «ndenpension gewohnt hat und dessen nititöt noch nicht festgestellt ist. da er t einem falschen Reisepaß nach Wen ge- i vmen ist, wurde gleichfalls fcstgenom-

<• In der a geblichen Drogenbandlnug ade sehr umfangreiches politisches Ma- nol beschlagnahmt.

Sie vollkommen überraschende Nachricht I der Verhaftung Bela Khung ruft in 1 Oeffentlichkeit größtes Aufsehen her- l. Dem „Abend" zufolge will die hie- 1 Zentrale der Kommunistischen Partei f der Anwesenheit Khuns keine Kennt- 'haben Cie bezweifelt die Richtigkeit «r Meldung: sollte i>e sich aber doch be­reiten. so belaste sich Bela Khun, wie blinksradikale Blatt schreibt, gegen da« 'kreise de? österreichischen Proletariats l einer schweren Schuld. Die Lsterreichi- t Arbeiterschaft wolle von fremder Be- ^wffung nicht? wisien.

ikhr lebhaft erörtern die Blätter die wohin Bela Khun nach Verbüßung A eventuellen Strafe roeq-n Geheim- 1 «elei und verbotener Rückkehr abae- •en werden dürste. Sowobl die russi- -1 i al? auch die ungarische Gesandtschaft fötten den Blättern zufolae auf die ’ne nach der Staatsangehörigkeit Bela ®”s. eine sichere Aus'unft nickt geben wnnen. da die Bellimmunaen über die Werbung der russischen Staatsbü'ger- dr ziemlich unklar seien Von der un- ^!chen Gesandtschaft, der die Verhaftung 8 Khuns schon gestern abend mitae- i worbe. sei ferner er*f'*t mn-ben, daß offizieller Austritt Belg Khuns aus

1 ungarischen Staatsverbande seinerzeit B erfolgt sei. Co bestehe theoretisch die illichkeit, seine Auslieferung zu oerlan- *■ Ob diese aber wirklich verlangt wer- * wird, könne noch nicht gesagt werden.

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“®s dem Dunkel seiner Vergangenheit durch die überraschende Verhaftung Khuns in Wien ein Name wieder in Schlaglicht der Oeffentlichkeit gezerrt an den man nicht gerne zurück­

denkt. Bela Khun, der ehemalige ungari­sche Volkskommisiar, der rote Diktator Budapests, dessen Schreckensregiment das tollste Stück einer verflossenen bolschewisti­schen Weltrevolutionskampagne darstellt, lebt noch. Er ist nicht von der politischen Bildfläche verschwunden. Er wirkt noch immer für die Idee Moskaus und für die Methoden, die Moskau zur Verwirk­lichung dieser Idee anwendet.

Bela Khun befand sich schon einmal in österreichischer Gefangensch'ft. Nach fe.nem Sturz flüchtete er nach Wien, wurde dort aufgegriffen und ins Gefängnis gesteckt Die österreichische Regierung verhandelte damals mit wenig Aussicht auf Erfolg mit Moskau über die Freilassung einer großen Anzahl österreichischer Kriegsgefangener. Was die wochenlangen Verhandlungen nicht erbrachten, das schuf mit einem Schlag die Gefangennahme Dela Khuns. Oesterreich und Eowjetrußland einiaten sich damals dahingehend, daß für die Aus­lieferung der österreichischen Kriegsgefan­genen Bela Khun nach Sowietrußland ge­brockt werden sollte. Dieses „Geschäft" wickelte sich nicht so leicht ab, wie man bag in Moskau erhoffte. Bela Khun würbe in Deutschlanb in dem Zuge, ber ihn nach Rußlanb schmuggeln sollte, entbedt Zwar gelang es ihm, im letzten Augenblick der

New York, 27. April. (WTB.) Das von Dolchen gesteuerte Fordslugzeug mit den „Breme »"-Fliegern Köhl, Hünefeld und Fihmaurice ist heute früh 7 Ahr amerikanischer Zeit von Lake St. Agnes ge st artet. Es kam gut vom See hoch und flog zunächst einige Schleifen, um auf den Abflug Chamber- l i n 6 zu warten, der die „Bremens- Flieger auf seinem Flugzeug begleitete. Am 10,15 Ahr wurden die Flugzeuge über Burlington (Vermont), der ersten Stadt auf A.-S.-A.-Debiet, gesichtet, um 12.30 Ahr erschienen sie über Hartford (Connec­ticut), wo Chamberlin landete, um seinen Brennstoffvorrat zu ergänzen, wüh- rend das Fordslugzeug, das z. Zt. von Fitzmaurice gesteuert wurde, sofort in Richtung Washington weiterslog. Am 1 Ahr stieg auch Chamberlin wieder auf. Die „Bremen"-Flieger landeten um 1,48 Ahr mittags amerikanischer Zeit glatt auf dem Flugplatz Curtisfieldbei A e w h o r k. Diese Landung kam gänzlich unerwartet. So waren zur Begrüßung nur wenige Personen anwesend, während auf dem eine Meile entfernten anderen 2lew- horker Flugplatz Mitchelfield zahlreiche Presseleute und Photographen warteten. Auch Dächer und Straßen der Stadt Aew- york waren den ganzen Tag von aufgereg­ten Menschenmassen erfüllt, die nach den Fliegern Ausschau hielten. Die „Bremen"- Besatzung wird die Reise nach Wa­shington mit der Bahn fortsetzen, da der anhaltende Regen einen Flug un­ratsam erscheinen läßt.

Landung enter Ausschluß der Oeffentlichkeit.

R e w y o r k, 27. Apr.l. (WTB.) In den Kommentaren über die überraschende Lan­dung der Bremenflieger in CuriieSsield wird vielfach die Ansicht laut, daß mm die Tatsache der geplanten Lan­dung absichtlich verschwiegen habe, da es sich ja nur um eine Etappe aus der eiligen Reise der Flieger nach Washi'ig-- ton handelte und man den eigentlichen Empfangsfeierlichkeiten durch eine hastige Vorfeier während der Durchreise keinen Eintrag tun wollte. In der Tat hat mm alles getan, um einer Entwicklung in dieser Richtung vorzubeugen. Als das Fordslug-

sicheren Gefangennahme zu entgehen, aber schon an bet Grenze hatten ihn die beut’ schen Polizisten roiebet ergriffen. Später gelang es ihm jedoch, zu entfliehen. Er kam nach Moskau und betätigte sich, soviel zu hören war, recht emsig mit der Vorbe­reitung bet „Weltrevolution".

Bela Khun hatte sich schon während des Krieges ber revolutionären Bewegung verschrieben. Kerenski war von ber Tüch­tigkeit unb Fähigkeit bieieg ungarischen Journalisten entzückt, baß er ihn zum Pro- paganbaleiter für die Gefangenen machte. In b iefer Tätigkeit organisierte er bie erste Kriegsgefangenenlegion. Sein Auf. gabenkreis nach seiner Rückkehr von seinem Bubapester Experiment ist niemals geklärt worben. Man erzählt sich nur, baß er sich einer Bewegung gegen bie Sowjet- tegierung anschloß. Er wirb sich bähet in ben Reihen bet Opposition befunbei» ha­ben. Tatsache ist {ebenfalls, baß et sich in ben letzten Monaten vor ben Moskauer Machthabern versteckt hielt. Das erklärt auch sein plötzliches Auftauchen in Wien. Da er sich in ber österreichischen Haupt­stadt gewisser Delikte gegen bas Sicher­heitsgesetz hat zuschulben kommen lassen, so bürste er wohl noch einige Zeit in sicherem Gewahrsam bleiben.

zeug mit den Transozeanfliegern aufrollte und zum Stillstand kam, verließ kei­ner der Insassen die Kabine. Alle Aufforderungen, sich zu zeigen und herauszukommen, blieben unbeantwortet. Der Korrespondent bet „Aotth American Rewspaper Alliance", die die Entsendung des Hilfsflugzeugs nach Greenly Island ursprünglich veranlaßt hat. und gleichzeitig der Zeitung „World", faßte am Eingang des Flugzeugs Posten unb wehrte bie Photographen ab, die zu ben Flie­gern vorzubringen versuchten. Schließlich fuhr ein geschlossenes Auto unter ber Ob­hut eines höheren Polizeibeamten Licht an das Flugzeug heran. Die Fl.eqer wurden buchstäblich in den Waagen gehoben, der sofort unter ber Debeckung einer Polizei­eskorte in den Flugzeugschuppen der Jun- kerSwerke hineinrollte, dessen Tore sich sofort schlossen. Das städtische Empfangs­komitee rechnet, wie es bekannt machen ließ, morgen nachmittag auf 2 Ahr ameri­kanischer Zeit erfolgt.

Das Programm für bie Feierlichkeiten in Wllshington.

ff. Washington, 28. April. Bei dem offiziellen Besuch bet Flieger in Washington am Mittwoch werden sie durch Vertreter ber amerikanischen Regierung begrüßt werden, woran sich eine mili­tärische Parade und ein Frühstück im Weißen Haus anschließt. Nachdem dem Grab des unbekannten Soldaten in Arl ng- ton ein Besuch abgestattet wurde, findet im KongreßgebLude ein DegrüßungSabend statt. Am Abend gibt sowohl die deutsche Botschaft wie die irifche Gesandtschaft ein Abendessen, dem ein Empfang durch die AnterstaatssekretSre der Luftfahrt folgt.

Das Aug.ück im Glück, das die „Bremcn"- Flicger seit ihrem Abslug von Irland ver­folgt. blieb ihnen auch gestern treu unb machte ihnen durch ben gestern Wittag einsetzenden schweren Orkan unb Wolke n-- 'bruch ben Flug nach Washington unmög­lich. So konnten sie auch nicht der 'Bei­setzung Bennetts beiwohnen. Trotz ber großen Sttapazen der letzten Tage ließen aber die Flieger es sich nicht nehmen, um mit der Lahn herbeizueilen, um heute früh

Ooriksune ftebe Stile 2.1

Dle Smnfllegtt bei Newyork gelandet emeWfe'etWIltn erst nach »er BeilMng BennetlS

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SeulichiaadS An'wsrt aal »ie Ätitoto-Mott

Berlin, 27. April. Amtlich wird mitge- teilt: Der Sleichsmiuifter des Auswärtigen empfing beute nachmittag ben Botschafter bet Bereinigten Staate« von Ame­rika unb überreichte ihm eine Rote der brutschen Regierung auf bie an Deutschlanb gerichtete Anfrage bet Bereinigten Staaten betreffenb bie Stellung Deutschlanb» ru einem Kriegsächtungspakt. Die Antwort, bie ben hiesigen Botschaftern bet übrigen beteiligten Mächte im Lanke bes heu­tigen Tages zur Kenntnis gebracht würbe, wirb in ben nächste« Tage« veröffentlicht werben.

€hrtatMI6fl»en®:Hngbun» auf

Berlin, 27. Avril. Kapitän Ehrhardt ver­öffentlicht die folgende Erklärung: „Kapitän Ehrhardt hat den Wikingbund im gan­zen Reich aufgelöst. Die maßgeblichen Gründe des Kapitäns Ehrhardt sind seine Er­kenntnis, dah die Wehrbundbewegung keine machtvolitische Zukunft hat. Kapitän Ehrhardt beabsichtigt, sich zunächst rein politisch zu betätigen und durch Ausübung seines persönlichen Einflusses auf Männer aus allen Schichten des Volkes die Grundlage zur Erreichung seiner Ziele zu schaffen. Welche festumrissenen Formen dieses hieraus hervor­wachsende Gebilde annehmen wird, bleibt der Entwicklung überlassen. Irgendwelche Grup­pen und Verbände, die auch weiterhin sich als bundesmähig oder organisatorisch unter der Führung des Kapitän» Ehrbardr stehend be­zeichnen, haben hierzu keine juristische Berech- tigung. Das Zentralbüro des Wickingbundes in München wird mit dem 1. Mai aufgelöst."

Der Wikingbund war bis heute in Bauern, Württemberg, Baden, Thüringen, Oldenburg, Mecklenburg, Hamburg, Bremen und Lübeck nicht verboten.

Ser WW MelalllonMt

Berlin, 27. April. Nachdem auch die Nachverhandlungen zur Beilegung der Differenzen in der sächsischen Metall­industrie im Reichsarbeitsministerium ge- scheitert sind, hat der Eesamtverband deutscher Metallindustrieller seinen Vor­stand und erweiterten Vorstand auf Mitt­woch, den 2. Mai, zu einer Sitzung einge­laden, zu der dadurch geschaffenen Lag« Stellung zu nehmen und weitere Be­schlüsse zu fassen.

Die Aussperrung in ber sächsi­schen Metallindustrie hat eine weitere Ausdehnung dadurch er­fahren, daß nunmehr auch die Sächsischen Gußstahlwerke Freithal und die Linke- Hoffmann-Lauchhammerwerke in Gröditz und Riesa ihre Arbeiterschaft heute früh ausgesperrt haben. Von dieser Maß­nahme werden rund 6000 Arbeiter betroffen. Nach Meldungen aus Leip­zig sind im sächsischen Jndustriebezirk Ge­rüchte über eine bevorstehende Gesamt- aussperrung der deutschen Metall­industrie im Zusammenhang mit dem sächsischen Konflikt in Umlauf. Wie die „Germania" hört, ist vor Mitte der näch- Woche eine Stellungnahme des Eesamt- vorstandes deutscher Metallindustrieller nicht zu erwarten.

Rote Beflaggung des Chemnitzer Rathauses.

3n ber letzten Stabtverorbnetensitzung in Chemnitz beschlossen, nach einer Meldung bes „Bert. Lokal-Anz.", bie Kommunisten unb So- naldemokraten mit einer Stimme Mehrheit, dah am 1. Mai bas Chemnitzer Rathaus unb bie stäbtischen Gebäude rot zu beflaggen seien. In ber ©emeinbeoerorb« netensitzung in Auerwalbe würbe ebenfalls mit kommuuistisch-sozialbemotratischer Mehrheit be. schlossen, bas Rathaus rot zu beflaggen. Gleich­zeitig wurden bie Anschaffungskosten einer neuen roten Fahne bewilligt.

Wat seggfte dann «u?