Einzelbild herunterladen
 

I

*

Mr-tag.

W n AW I92§

^vdcrdesfischr Zeitung- et- jfeeint sechsmal wöchentlich. SW- ntona'lidj 2 ffiüR. au#- ^hliefl 3ufletlung#gebübr, 6t:rtb zt«Pkst2.2b GM.Für etwa infolge streite, Maschinendefekte ober ffcmentarer Treignisie auffallende Jtmnment wird kein Ersatz go- leistel. SWtlag d Dr. §. Kttzeroth, Druck der Untb.-Buchdruckerei b. Zoh. Auq. Koch, Markt 21/23. Fernsprecher: Nr. 54. o. Nr. 55. Postschrckkonlo: Amt Frankfurt g. W. Nr. 5015. — Sprechzeit Mt Redaktion von 10—11 und

»/,!-! Uhr.

Karburser rasrSlmzrtzrr

Wtbe Lm-eSzeltuag

Rk. 95 63. Mrs. Marburg doDo

Ver Anzeigruprei« beträgt für -«» 10 gefpalt. Zellenm llldaeter 0.08 SM. klein» Baranzeige» M6 SM. «etliche <x> «e#> «oärttg» Anzeige» 0.10 SM Set schwierig«» Satz sowie bei Platz tzorfchrtft 6Ö*U Aufschlag. - Samweian^tge» <00 % Wvf» schlag. Reklame» »er MM» e.4O »M Zeder Rabatt gilt «U Sarrabatt. Ziel • Zage. Belegt werden berechnet.eben'-- Auskunft durch »U SeschäflSstell» «l> Zusendung der Angebote, t» füllungsort Marburg.

• MW */.

< WMW «F»«W«-

Anzeiger für (bas frühere kurhessische) Oberhessen

Auzerger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg.

Ein neuer Siev PoinrarsS

-ei SrgrbntS ter gtffristn Wahlen: Mmt nach rrchlS — zur die Fertiehaag der 6ani«ang6eolllit

SN

d S.-

Et tüt

13

72

41

15

16

r.

640.

14

0.

bisherige

-de» rch en Isse»*

. Net» ilttd len. der

he n id«* ikhd- Her» Kopf- lor» tlndl r iur

Die Morgenblätter besprechen die bis- *t vorliegenden Ergebnisse des erste« Mahlganges und stellen einmütig fest, daß

ietol

(SöS

&Ca

Ne einzelnen Parteien wie folgt:

' Rechtsstehende

Rechts-Republikaner (Marin) Links-Ruvublikaner Rechts-Radikale (Loucheur) Radikale

Sozial-Revablifaner

Sozialisten

Kommunisten

Nach diesem Ergebnis find der Kammerpräsident Ferdinand Rouisson ILozialist) sowie der Radikal ♦ Sozialist Nalvy, der Vorsitzende der Finanzkommis- fem der bisherigen Kammer, mit grober Mehrheit gewählt worden, ebenso der Sozialist Sincent Auriol in der Haute Eavonne, der Knhänger der demokratisch-ruvublikanischen Union Bonnefus im Departement Seine

Die Wahlen haben sich in ganz Fran- reich ohne Zwischenfälle vollzogen. Her Wahlakt begann um 8 Uhr und wurde um 18 Uhr geschlossen. In Paris zeigte sich vor den einzelnen Wahllokalen im Laufe des Nachmittags die übliche Tätig­keit, die im Heranschleppen der säumigen Wähler besteht. Im übrigen haben die verschiedenen Parteien im Laufe der ver­gangenen Aacht durch auffallende Plakate für ihre Kandidaten geworben. Die Wahlbeteiligung soll sowohl in Paris als auch in der Provinz eine st ä r - fere gewesen sein alSimIahre!924. Ker Präsident der Republik, der in Ram­bouillet weille, hat sich heute vormittag e aller Frühe nach Paris begeben, um seine Wahlpflicht zu erfüllen. Er hat sich duz nach 8,30 Uhr nach dem Wahllokal bes Bezirks Elysee begeben und ist dann eadE) Rambouillet zurückgekehrt. Poincare hat im Maasdep artemeitt in der Gemeinde tzampignh, in der sein Landsitz liegt, sein Wahlrecht aus geübt.

ft. Paris, 23. Avril. Das Smtenmittt« sttkium löst durch Vie Kavas-Agentur folgende Lebersicht Sber da« Wahlergebnis ver- Deutliche», di« di« Ergebniste von 60t »er 612 «rzunehmenden Wahlen enthält. Es fteben roch aus 1 Ergebnis aus Korsika und 9 aus Ito Kolonien. Bon 602 vorliegenden Ergeb- Assen stad 175 endgültig, das beißt Ab- pordnete, die im ersten Wahlgang gewählt vurden. 2u 4 2 7 Fällen hat Stichwahl ßattzufinden. Die 175 Sitze verteilen sich auf

ilOise und der Pazifist Ferdinand Buisson- Narseillc. Auch der Sozialist Paul Bon- teui und der Handelsminister Bokanow- Itt wurden im ersten Wahlgang wiederge- väblt, ferner der Berichterstatter für die Fi- ^lnzkommisston der bisherigen Kammer, der Küdikalsozialist Chaove de laine-Dina

3n Stichwahl kommen der Kommunist Raicel Lachin, der frühere Minister Steiges Bonnet, sowie der bekannte So- üalist Leon Blum

Es werden gemeldet die Wiederwahl von «rtand, Herrrot und Tardieu, Merdem aus ländlichen Bezirken die Wiederwahl von sechs der Gruppe Marin angehörenden 2Ibgeorbne.cn. In Mülhau­sen im Elsaß hat der Sozialist G r u m - »ach, der in Stichwahl steht, die höchste Jrimmzahl erlangt. An zweiter Stell« Mt der bekannte Advokat K r a e h l i n g sAutonomist). In Straßburg steht Pei- eotes (Sozialist) im Stichwahlkampf mit *tn Linksrepublikaner. Der autonomijtu rot ehemalige Redakteur der „Zukunft", Schall, hat 3600 Stimmen erhalten. In Sebnjeüer ist der rechtsstehend« Bilger Kwählt. Im Marnedepartement steht der dozialrepublikaner Forgeot in Stichwahl Ast dem sozialistischen Kandidaten. Im ifceiten Wahlbezirk von Straßburg muß der Sozialist George Weill sein Mandat in *r Stichwahl verteidigen. Der autono- Mtische Kandidat Baumann hat hier nur 65 Stimmen erhalten.

die Doraussage, daß nur eine relativ ge­ringe Zahl von Mandaten im ersten Wahlgang erworben würde, sich bestätigt hat. Die „D i c t o i r c“ schreibt, daß die Zahl der Abgeordneten des zweiten Wahl­ganges so beträchtlich sei, daß man sich vor jedem überstürzten Urteil hüten mühe. Je­doch sei der erste Eindruck nicht so schlecht, wie der. den man am 11. Mai 1924 ge­habt habe.

Leon Blum erklärt im „Popu- laire: Der Ruck nach rechts ist offenbar. Die Reaktion gewinnt un­ter den verschiedenen Namen, die sie ange­nommen hat.

..Matin" führt aus: Erst am 30. Avril wird man sich mit fester Sicherheit über das Ergebnis aussprechen können. Aber der gestrige Tag gestattet alle Hoffnungen. Er ebnet den W g zum Sieg der nationalen Kräfte unter der Aeaide des Ministeriums Poincar^s

। und et bestätigt die fast nicht wieder gut­zumachende Niederlage der Band«, die im Solde von Moskau steht.

„I o u t n a l" schreibt: Die Mehr­heit der bisherigen Kammer wird ohne Zweifel das Ministerium Poin- cat£ erhalten, das seine Politik der Finanzsanierung fortsetzen und vollenden kann Wenn die Kommunisten auch in den großen Arbeitervierteln ziemlich Stimmen erhalten haben, so ist doch keiner ihrer Führer im ersten Wahlgang gewählt worden.

Unter den Gewählten befindet sich ferner der Marineminister L a y g u e s. In Stichwahl steht der Radikale Wirt- schastsminister Q u e u i l l e. Einer der Gegenkandidaten des Sozialisten Abgeord­neten Blum, der Radikale Franklin Bouillon, läßt bereits durch Havas erklären, daß er im zweiten Wahlgang z u Gunsten Blums zurücktritt.

Lltwinoiv über -le russische Außenpolitik M AbrüMg und S tAberechilnuna

Moskau, 22. April. Litwinow er­klärte im Zentraletelutivkornllee, es sei ein historisches Geschehnis von allergrößter De« deutung, daß die Sowsetbelegativn in Gens es durchsetzte, daß zum ersten Male in der Welt­geschichte in einer historischen Arena der Ge­danke einer vollständigen und allgemeinen Abrüstung erörtert werden konnte. Mil be­sonderer Genugtuung hob Litwinow die Ein­stellung der deutschen Delegation hervor, die. parallel mit der GowietDelegation gehend, mit der türkischen Delegation das Sowjet- Projekt der Dollabrüstung als Grundlage für die Arbeit der Kommission sowie d e sofortige Prüfung des zweiten Sowjetvorfchlages für die Abrüstung befürwortet habe. Litwinow fügte hinzu: »Dei den Kommissionsbeschlullen, die mit Ausnahme der deutschen und türkischen Delegation einmütig gefaßt wurden, sp.elte es eine gewisse Rolle, daß die Anträge von der Svwjetdelegation ausgingen und der Wunsch nach einer Einheitsfront gegen bte Sowjetunion andere Erwägungen überstimmte. Die Sowjetdelegation in Genf wurde also in eine Lage gebracht, hie von einer Gleich­berechtigung weit entfernt war.

Was di«

Gerüchte über einen angeblich von bet Sowjetunion vorbereiteten Angriff gegen Nachbarstaaten

betrifft, so kennen wir gewisse Diplomaten und Militärattaches, die diese Gerüchte verbreiten, ohne selbst daran zu glauben. Sind diese Gerüchte nicht eine Rauchwolke, unter deren

Schutz Vorbereitungen zu e:nem direkten oder indirekten Angriff gegen die Sowjetunion ge­troffen werden? Dese unsinnigen Gerüchte können die Tatsache einer systematischem Friedenspolitik der Sowjetunion nicht aus» löschen, die in zahlreichen Abrüstungsvor- fchlägen der Sowjetunion sowie in dem Vor­schlag, mit allen Staaten Richtangriffs- und Reutralitätspakte abzuschlie' en. lange vor der Snrtiatibe der De e nigten S aaten zum Aus­druck kam. Dagegen kann man zahlreiche Alte der Außenpolitik anderer Länder nennen, wie die Erklärung Kelloggs über die Sowjetunion, den Angriff der Dank von Frankreich aus das Sowjetgold und weitere Handlungen, die keinesfalls als Avisierungen der Friedensliebe ausgefaht werden können.

Das Aubenkommisiariat weih, dah mit der Ausarbeitung scheinbar barmloser Richt­angriffs- nnd Schiedsverträge ober eher geheimer Zusatzverträge gegenwärtig nicht nur die Büros der Auhenminifterieu, son­der, auch diejenigen be« Generalstabs und bet Admiralität einiger Länder beschäf­tigt fiub.

Solange andere Staaten eine unversöhnliche Stellung in der Frage der Abrüstung ein­nehmen. wird die Sowjetunion ihre Wehr­haftigkeit nicht vermindern und sich zugleich die Sicherung des Friedens als Hauptziel fetzen, ohne nationale Interessen anderer Länder angreifen zu wollen.

ZaleM übet ferne Reise nach Rom.

In einem Interview mit einem Vertre­ter des Regierungsblattes „Epoka" gab der aus Rom zurückgekehrte polnische Außen­minister Zaleski der großen Zufrieden­heit über seinen Aufenthalt in Italien Ausdruck. Er stellte verschiedenen !j?vesse- äußerungen gegenüber fest, daß sein Besuch in Italien keineswegs der Erledigung kon­kreter Angelegenheiten gegolten habe, son­dern daß es sich vielmehr nur um eine Durchbesprechung der Außenpolitik und um eine Orientierung über die Möglichkei­ten künftiger Zusammenarbeit gehandelt habe. Mit großer Befriedigung betonte Zaleski, daß die Politik Italiens und Polens in ihren Hauptlinien in glei­cher Richtung verlaufe, d. h. daß die Regie­rungen beider Staaten die ständige Aufrechterhaltung des Friedens anstrebten. Alle Bemerkungen der Aus­landspreis«, die in der Romrei.se des Ml- nisters einen Wendepunkt der Außenpolitik Polens erkennen wollen, entbehren, so sagte Zaleski, jeder Grundlage, ebenso wie die Behauptungen über eine polnische Vermitt­lung zwischen Frankreich und Italien.

Ans be« bulgarischen Erdbebengebiet.

Sofia, 22. April. Die Erdstöße dauerten gestern und m der vergangenen Aacht in Phi- lippopel und dem ganzen vom Erdbeben verwüsteten Gebiet an. Sie waren von unter­irdischem Dröhnen begleitet. Sn Sofia tour'en nur einige schwache Erdstöße wahrgenommen. Seit gestern geht in Sofia und dem vom Erdbeben betroffenen Gebiet reichlich Regen nieder. Obwohl die Temperatur stark ge­fallen ist, kampiert die Deoölkerung der heim- gesuchten Gegenden unter freiem Himmel in Zelten bzw. in der Eile errichteten Daracken. König Doris setzte seine DestchtigungS reife in den verwüsteten Bezirken fort. Er verbrachte die vergangene Aacht in Phllchpopel unter der von der Katastrophe betroffenen De- völkerung. Aach einer vorläufigen Ausstellung beläuft sich die Zahl der zerstörten und un­brauchbar gewordenen Gebäude in Phi« lippopel auf etwa 8 COO. Sämtliche Schul­gebäude wurden dort derart beschäftigt, daß der Unterricht mehrere Monate lang aus­fallen muh. Das bulgarische Rote K.euz er­öffnete eine Sammlung für eine Aational- spende zur Unterstützung der durch die Erd­bebenkatastrophe Geschädigte«,

Aus den Amteten

Der Zcntralvorftanv der Deutschen Volkspartei

trat am Sonnabend nachmittag unter außerordentlich starker Beteiligung aus dem ganzen Reiche im Plenarsaal des preußi­schen Landtages zu einer Sitzung zusam­men. Der Parteivorsitzende, Reichsaußen- minifter Dr. Stresemann, eröffnete die Sitzung mit einem Nachruf für den vor wenigen Stunden verstorbenen früheren Aeichstagsabgeorbnelen Dr. Gilde meister» Bremen, der den Folgen einer Verletzung, di« er sich vor kurzem zugezogen hat, und einer Grippeerkrankung erlegen ist. $>te Versammlung erhob sich zu Ehren des Verstorbenen von ihren Plätzen, urcb trat darauf in die Beratungen des

Wahlaufrufes

ein.

In dem Aufruf heißt es u. a.: Am 20. Mai wird das deutsche Volk bestim­men, wer für di« nächsten Jahre über fein Schicksal entscheidet. Wer nicht wählt, verletzt seine vornehmste Staatsbürgerpflicht und verwirkt das Recht nachträglicher Kri­tik. Wahlrecht ist Wahlpflicht. Di« Deutsche Bolkspartei war in der ganzen vergange­nen Gesetzgebungsarbeit an der Reichsre­gierung beteiligt. Sie hat als Parte: des Wiederaufbaues praktische Politik getrie­ben, um das Vaterland nach außen und innen besseren Verhältnissen entgegenzu­führen. Auch in Preußen, wo eine LinkS- regierung jahrelang sich in unfruchtbarer Politik erschöpft, konnten praktisch« Auf­gaben nur unter verantwortlicher Mit----

arbeit der Deutschen Bolkspartei gelöst wer­den. Die Außenpolittk Dr. StresemannS ist von der überwiegenden Mehrheit des deutschen Volkes als die einzig richtige anerkannt. Niemand kann verkennen, daß im Laufe der Jahre Deutschland sich in der Welt eine gefestigte und sichere Stel­lung zurückerobert hat. Die von uns dauernd bekämpfte Kriegsschuldlüge bricht zusammen vor den Ergebnissen der wissen­schaftlichen Forschung. Die von uns ver­tretene Verständigungspolitik hat schon zu fühlbaren Erleichterungen im besetzten Ge­biet geführt, darüber hinaus fordern wir vor allem die unverzügliche völlige Be­freiung des Rheinlandes, Rückgabe des Saargebieies, eine erträgliche Gestaltung der Reparaiionsverpflichtungen und Be­seitigung der unmöglichen Grenze tm Osten. An dem Verlangen nach neuer kolonialer Betätigung werden wir unverrückt fest­halten.

Wir erstreben auf dem Gebiet der Fi­nanzen und Steuern eine Minderung des schwer auf dem Volke lastenden Steuer­druckes, Vereinfachung der Steuergeietzge- bung, gerechtere Verteilung der Steuern. Wir begannen uns zu dem Gedan.en der sozialen Gesetzgebung. Mr treten für ein Rentnerversorgungsgesetz ein. Die unein­geschränkte Haltung Les Berufsbeamtentums und Wahrung feiner Rechte ist uns eine selbstverständliche Forderung. Die Erhal­tung und Festigung der Reichswehr ist unser unablässiges Bestreben. Bei der Be­ratung des Reichsschulgesetzes haben wir stets den christlichen Grundcharakter der Schule betont. Wir haben uns gewehrt gegen die Antastung der Schulhoheit des Staates, gegen die Klerikalisierung des Schulwesens, gegen die Verletzung der Lehr- und Gewissensfreiheit der Lehrer, gegen die unnötige Aufbürdung hoher Kosten auf die Gesamtheit der Steuerzahler durch Ein­richtung lebensunfähiger Zwergschulen. Un­ser Ziel war das Zustandekommen des Reichsschulgesetzes auf der Grundlage der Reichsverfassung. Das Gesetz ist geschei­tert durch die Schuld derer, die überspannte fieritale Forderungen im Sinne der Schul­bestimmungen des bayerischen Konkordates erhoben, die Koalition ohne Grund gekün­digt und dadurch die Weiterberatung des Gesetzes verhindert haben.

Die Deutsche Bolkspartei verlangt die organische Weiterentwicklung der Verfas­sung auf dem Wege zur Stärkung der Reichseinheit, sie erstrebt eine umfassende Neuordnung der gesamten innerstaatlichen Verwaltung, Klarheit und Ueberjichtlichkett des Behördenaufbaues, ve.bunden mit mög­lichster Einschränkung des Staatsaufwan­des, Uebertoiribung der Kleinstaaterei durch freiwilligen Zusammenschluß.