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^vdcrdesfischr Zeitung- et- jfeeint sechsmal wöchentlich. SW- ntona'lidj 2 ffiüR. au#- ^hliefl 3ufletlung#gebübr, 6t:rtb zt«Pkst2.2b GM.Für etwa infolge streite, Maschinendefekte ober ffcmentarer Treignisie auffallende Jtmnment wird kein Ersatz go- leistel. SWtlag d Dr. §. Kttzeroth, Druck der Untb.-Buchdruckerei b. Zoh. Auq. Koch, Markt 21/23. Fernsprecher: Nr. 54. o. Nr. 55. Postschrckkonlo: Amt Frankfurt g. W. Nr. 5015. — Sprechzeit Mt Redaktion von 10—11 und
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Anzeiger für (bas frühere kurhessische) Oberhessen
Auzerger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg.
Ein neuer Siev PoinrarsS
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Die Morgenblätter besprechen die bis- *t vorliegenden Ergebnisse des erste« Mahlganges und stellen einmütig fest, daß
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Ne einzelnen Parteien wie folgt:
' Rechtsstehende
Rechts-Republikaner (Marin) Links-Ruvublikaner Rechts-Radikale (Loucheur) Radikale
Sozial-Revablifaner
Sozialisten
Kommunisten
Nach diesem Ergebnis find der Kammerpräsident Ferdinand Rouisson ILozialist) sowie der Radikal ♦ Sozialist Nalvy, der Vorsitzende der Finanzkommis- fem der bisherigen Kammer, mit grober Mehrheit gewählt worden, ebenso der Sozialist Sincent Auriol in der Haute Eavonne, der Knhänger der demokratisch-ruvublikanischen Union Bonnefus im Departement Seine
Die Wahlen haben sich in ganz Fran- reich ohne Zwischenfälle vollzogen. Her Wahlakt begann um 8 Uhr und wurde um 18 Uhr geschlossen. In Paris zeigte sich vor den einzelnen Wahllokalen im Laufe des Nachmittags die übliche Tätigkeit, die im Heranschleppen der säumigen Wähler besteht. Im übrigen haben die verschiedenen Parteien im Laufe der vergangenen Aacht durch auffallende Plakate für ihre Kandidaten geworben. Die Wahlbeteiligung soll sowohl in Paris als auch in der Provinz eine st ä r - fere gewesen sein alSimIahre!924. Ker Präsident der Republik, der in Rambouillet weille, hat sich heute vormittag e aller Frühe nach Paris begeben, um seine Wahlpflicht zu erfüllen. Er hat sich duz nach 8,30 Uhr nach dem Wahllokal bes Bezirks Elysee begeben und ist dann eadE) Rambouillet zurückgekehrt. Poincare hat im Maasdep artemeitt in der Gemeinde tzampignh, in der sein Landsitz liegt, sein Wahlrecht aus geübt.
ft. Paris, 23. Avril. Das Smtenmittt« sttkium löst durch Vie Kavas-Agentur folgende Lebersicht Sber da« Wahlergebnis ver- Deutliche», di« di« Ergebniste von 60t »er 612 «rzunehmenden Wahlen enthält. Es fteben roch aus 1 Ergebnis aus Korsika und 9 aus Ito Kolonien. Bon 602 vorliegenden Ergeb- Assen stad 175 endgültig, das beißt Ab- pordnete, die im ersten Wahlgang gewählt vurden. 2u 4 2 7 Fällen hat Stichwahl ßattzufinden. Die 175 Sitze verteilen sich auf
ilOise und der Pazifist Ferdinand Buisson- Narseillc. Auch der Sozialist Paul Bon- teui und der Handelsminister Bokanow- Itt wurden im ersten Wahlgang wiederge- väblt, ferner der Berichterstatter für die Fi- ^lnzkommisston der bisherigen Kammer, der Küdikalsozialist Chaove de laine-Dina
3n Stichwahl kommen der Kommunist Raicel Lachin, der frühere Minister Steiges Bonnet, sowie der bekannte So- üalist Leon Blum
Es werden gemeldet die Wiederwahl von «rtand, Herrrot und Tardieu, Merdem aus ländlichen Bezirken die Wiederwahl von sechs der Gruppe Marin angehörenden 2Ibgeorbne.cn. In Mülhausen im Elsaß hat der Sozialist G r u m - »ach, der in Stichwahl steht, die höchste Jrimmzahl erlangt. An zweiter Stell« Mt der bekannte Advokat K r a e h l i n g sAutonomist). In Straßburg steht Pei- eotes (Sozialist) im Stichwahlkampf mit *tn Linksrepublikaner. Der autonomijtu rot ehemalige Redakteur der „Zukunft", Schall, hat 3600 Stimmen erhalten. In Sebnjeüer ist der rechtsstehend« Bilger Kwählt. Im Marnedepartement steht der dozialrepublikaner Forgeot in Stichwahl Ast dem sozialistischen Kandidaten. Im ifceiten Wahlbezirk von Straßburg muß der Sozialist George Weill sein Mandat in *r Stichwahl verteidigen. Der autono- Mtische Kandidat Baumann hat hier nur 65 Stimmen erhalten.
die Doraussage, daß nur eine relativ geringe Zahl von Mandaten im ersten Wahlgang erworben würde, sich bestätigt hat. Die „D i c t o i r c“ schreibt, daß die Zahl der Abgeordneten des zweiten Wahlganges so beträchtlich sei, daß man sich vor jedem überstürzten Urteil hüten mühe. Jedoch sei der erste Eindruck nicht so schlecht, wie der. den man am 11. Mai 1924 gehabt habe.
Leon Blum erklärt im „Popu- laire: Der Ruck nach rechts ist offenbar. Die Reaktion gewinnt unter den verschiedenen Namen, die sie angenommen hat.
..Matin" führt aus: Erst am 30. Avril wird man sich mit fester Sicherheit über das Ergebnis aussprechen können. Aber der gestrige Tag gestattet alle Hoffnungen. Er ebnet den W g zum Sieg der nationalen Kräfte unter der Aeaide des Ministeriums Poincar^s
। und et bestätigt die fast nicht wieder gutzumachende Niederlage der Band«, die im Solde von Moskau steht.
„I o u t n a l" schreibt: Die Mehrheit der bisherigen Kammer wird ohne Zweifel das Ministerium Poin- cat£ erhalten, das seine Politik der Finanzsanierung fortsetzen und vollenden kann Wenn die Kommunisten auch in den großen Arbeitervierteln ziemlich Stimmen erhalten haben, so ist doch keiner ihrer Führer im ersten Wahlgang gewählt worden.
Unter den Gewählten befindet sich ferner der Marineminister L a y g u e s. In Stichwahl steht der Radikale Wirt- schastsminister Q u e u i l l e. Einer der Gegenkandidaten des Sozialisten Abgeordneten Blum, der Radikale Franklin Bouillon, läßt bereits durch Havas erklären, daß er im zweiten Wahlgang z u Gunsten Blums zurücktritt.
Lltwinoiv über -le russische Außenpolitik M AbrüMg und S tAberechilnuna
Moskau, 22. April. Litwinow erklärte im Zentraletelutivkornllee, es sei ein historisches Geschehnis von allergrößter De« deutung, daß die Sowsetbelegativn in Gens es durchsetzte, daß zum ersten Male in der Weltgeschichte in einer historischen Arena der Gedanke einer vollständigen und allgemeinen Abrüstung erörtert werden konnte. Mil besonderer Genugtuung hob Litwinow die Einstellung der deutschen Delegation hervor, die. parallel mit der GowietDelegation gehend, mit der türkischen Delegation das Sowjet- Projekt der Dollabrüstung als Grundlage für die Arbeit der Kommission sowie d e sofortige Prüfung des zweiten Sowjetvorfchlages für die Abrüstung befürwortet habe. Litwinow fügte hinzu: »Dei den Kommissionsbeschlullen, die mit Ausnahme der deutschen und türkischen Delegation einmütig gefaßt wurden, sp.elte es eine gewisse Rolle, daß die Anträge von der Svwjetdelegation ausgingen und der Wunsch nach einer Einheitsfront gegen bte Sowjetunion andere Erwägungen überstimmte. Die Sowjetdelegation in Genf wurde also in eine Lage gebracht, hie von einer Gleichberechtigung weit entfernt war.
Was di«
Gerüchte über einen angeblich von bet Sowjetunion vorbereiteten Angriff gegen Nachbarstaaten
betrifft, so kennen wir gewisse Diplomaten und Militärattaches, die diese Gerüchte verbreiten, ohne selbst daran zu glauben. Sind diese Gerüchte nicht eine Rauchwolke, unter deren
Schutz Vorbereitungen zu e:nem direkten oder indirekten Angriff gegen die Sowjetunion getroffen werden? Dese unsinnigen Gerüchte können die Tatsache einer systematischem Friedenspolitik der Sowjetunion nicht aus» löschen, die in zahlreichen Abrüstungsvor- fchlägen der Sowjetunion sowie in dem Vorschlag, mit allen Staaten Richtangriffs- und Reutralitätspakte abzuschlie' en. lange vor der Snrtiatibe der De e nigten S aaten zum Ausdruck kam. Dagegen kann man zahlreiche Alte der Außenpolitik anderer Länder nennen, wie die Erklärung Kelloggs über die Sowjetunion, den Angriff der Dank von Frankreich aus das Sowjetgold und weitere Handlungen, die keinesfalls als Avisierungen der Friedensliebe ausgefaht werden können.
Das Aubenkommisiariat weih, dah mit der Ausarbeitung scheinbar barmloser Richtangriffs- nnd Schiedsverträge ober eher geheimer Zusatzverträge gegenwärtig nicht nur die Büros der Auhenminifterieu, sonder, auch diejenigen be« Generalstabs und bet Admiralität einiger Länder beschäftigt fiub.
Solange andere Staaten eine unversöhnliche Stellung in der Frage der Abrüstung einnehmen. wird die Sowjetunion ihre Wehrhaftigkeit nicht vermindern und sich zugleich die Sicherung des Friedens als Hauptziel fetzen, ohne nationale Interessen anderer Länder angreifen zu wollen.
ZaleM übet ferne Reise nach Rom.
In einem Interview mit einem Vertreter des Regierungsblattes „Epoka" gab der aus Rom zurückgekehrte polnische Außenminister Zaleski der großen Zufriedenheit über seinen Aufenthalt in Italien Ausdruck. Er stellte verschiedenen !j?vesse- äußerungen gegenüber fest, daß sein Besuch in Italien keineswegs der Erledigung konkreter Angelegenheiten gegolten habe, sondern daß es sich vielmehr nur um eine Durchbesprechung der Außenpolitik und um eine Orientierung über die Möglichkeiten künftiger Zusammenarbeit gehandelt habe. Mit großer Befriedigung betonte Zaleski, daß die Politik Italiens und Polens in ihren Hauptlinien in gleicher Richtung verlaufe, d. h. daß die Regierungen beider Staaten die ständige Aufrechterhaltung des Friedens anstrebten. Alle Bemerkungen der Auslandspreis«, die in der Romrei.se des Ml- nisters einen Wendepunkt der Außenpolitik Polens erkennen wollen, entbehren, so sagte Zaleski, jeder Grundlage, ebenso wie die Behauptungen über eine polnische Vermittlung zwischen Frankreich und Italien.
Ans be« bulgarischen Erdbebengebiet.
Sofia, 22. April. Die Erdstöße dauerten gestern und m der vergangenen Aacht in Phi- lippopel und dem ganzen vom Erdbeben verwüsteten Gebiet an. Sie waren von unterirdischem Dröhnen begleitet. Sn Sofia tour'en nur einige schwache Erdstöße wahrgenommen. Seit gestern geht in Sofia und dem vom Erdbeben betroffenen Gebiet reichlich Regen nieder. Obwohl die Temperatur stark gefallen ist, kampiert die Deoölkerung der heim- gesuchten Gegenden unter freiem Himmel in Zelten bzw. in der Eile errichteten Daracken. König Doris setzte seine DestchtigungS reife in den verwüsteten Bezirken fort. Er verbrachte die vergangene Aacht in Phllchpopel unter der von der Katastrophe betroffenen De- völkerung. Aach einer vorläufigen Ausstellung beläuft sich die Zahl der zerstörten und unbrauchbar gewordenen Gebäude in Phi« lippopel auf etwa 8 COO. Sämtliche Schulgebäude wurden dort derart beschäftigt, daß der Unterricht mehrere Monate lang ausfallen muh. Das bulgarische Rote K.euz eröffnete eine Sammlung für eine Aational- spende zur Unterstützung der durch die Erdbebenkatastrophe Geschädigte«,
Aus den Amteten
Der Zcntralvorftanv der Deutschen Volkspartei
trat am Sonnabend nachmittag unter außerordentlich starker Beteiligung aus dem ganzen Reiche im Plenarsaal des preußischen Landtages zu einer Sitzung zusammen. Der Parteivorsitzende, Reichsaußen- minifter Dr. Stresemann, eröffnete die Sitzung mit einem Nachruf für den vor wenigen Stunden verstorbenen früheren Aeichstagsabgeorbnelen Dr. Gilde meister» Bremen, der den Folgen einer Verletzung, di« er sich vor kurzem zugezogen hat, und einer Grippeerkrankung erlegen ist. $>te Versammlung erhob sich zu Ehren des Verstorbenen von ihren Plätzen, urcb trat darauf in die Beratungen des
Wahlaufrufes
ein.
In dem Aufruf heißt es u. a.: Am 20. Mai wird das deutsche Volk bestimmen, wer für di« nächsten Jahre über fein Schicksal entscheidet. Wer nicht wählt, verletzt seine vornehmste Staatsbürgerpflicht und verwirkt das Recht nachträglicher Kritik. Wahlrecht ist Wahlpflicht. Di« Deutsche Bolkspartei war in der ganzen vergangenen Gesetzgebungsarbeit an der Reichsregierung beteiligt. Sie hat als Parte: des Wiederaufbaues praktische Politik getrieben, um das Vaterland nach außen und innen besseren Verhältnissen entgegenzuführen. Auch in Preußen, wo eine LinkS- regierung jahrelang sich in unfruchtbarer Politik erschöpft, konnten praktisch« Aufgaben nur unter verantwortlicher Mit----
arbeit der Deutschen Bolkspartei gelöst werden. Die Außenpolittk Dr. StresemannS ist von der überwiegenden Mehrheit des deutschen Volkes als die einzig richtige anerkannt. Niemand kann verkennen, daß im Laufe der Jahre Deutschland sich in der Welt eine gefestigte und sichere Stellung zurückerobert hat. Die von uns dauernd bekämpfte Kriegsschuldlüge bricht zusammen vor den Ergebnissen der wissenschaftlichen Forschung. Die von uns vertretene Verständigungspolitik hat schon zu fühlbaren Erleichterungen im besetzten Gebiet geführt, darüber hinaus fordern wir vor allem die unverzügliche völlige Befreiung des Rheinlandes, Rückgabe des Saargebieies, eine erträgliche Gestaltung der Reparaiionsverpflichtungen und Beseitigung der unmöglichen Grenze tm Osten. An dem Verlangen nach neuer kolonialer Betätigung werden wir unverrückt festhalten.
Wir erstreben auf dem Gebiet der Finanzen und Steuern eine Minderung des schwer auf dem Volke lastenden Steuerdruckes, Vereinfachung der Steuergeietzge- bung, gerechtere Verteilung der Steuern. Wir begannen uns zu dem Gedan.en der sozialen Gesetzgebung. Mr treten für ein Rentnerversorgungsgesetz ein. Die uneingeschränkte Haltung Les Berufsbeamtentums und Wahrung feiner Rechte ist uns eine selbstverständliche Forderung. Die Erhaltung und Festigung der Reichswehr ist unser unablässiges Bestreben. Bei der Beratung des Reichsschulgesetzes haben wir stets den christlichen Grundcharakter der Schule betont. Wir haben uns gewehrt gegen die Antastung der Schulhoheit des Staates, gegen die Klerikalisierung des Schulwesens, gegen die Verletzung der Lehr- und Gewissensfreiheit der Lehrer, gegen die unnötige Aufbürdung hoher Kosten auf die Gesamtheit der Steuerzahler durch Einrichtung lebensunfähiger Zwergschulen. Unser Ziel war das Zustandekommen des Reichsschulgesetzes auf der Grundlage der Reichsverfassung. Das Gesetz ist gescheitert durch die Schuld derer, die überspannte fieritale Forderungen im Sinne der Schulbestimmungen des bayerischen Konkordates erhoben, die Koalition ohne Grund gekündigt und dadurch die Weiterberatung des Gesetzes verhindert haben.
Die Deutsche Bolkspartei verlangt die organische Weiterentwicklung der Verfassung auf dem Wege zur Stärkung der Reichseinheit, sie erstrebt eine umfassende Neuordnung der gesamten innerstaatlichen Verwaltung, Klarheit und Ueberjichtlichkett des Behördenaufbaues, ve.bunden mit möglichster Einschränkung des Staatsaufwandes, Uebertoiribung der Kleinstaaterei durch freiwilligen Zusammenschluß.