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SntUvUlg* Ito 17. Avrii 1928

Äberhessische Zeitung

tM jMe^effWe Setome" <* Hctnt sechsmal wöchentlich- ve- ftgtpttH monatlich 2 SM. aus- fjueöl- Snstellnngsgebü-r. durch MePoflL2V SW^ür etwa infolge KrreSs. Maschinendefekte »der ektnatt5tei Lreignisie ausfallende gtamacta wird kein Ersatz ge­leistet. Verlag d. Dr. §. Hitzerot-» Druck der Unid.-Duchdruckerei b. Joh. Dug. Koch, Markt 21/28. gernsprecher: Nr. 54. u. Mr. 55. .Postscheckkonto: Ami Frankfurt * SR. Nr. 5015. Sprechzeit per Nedaktion von 1011 tut»

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Anzeiger für (Das frühere knrhefstfche) Oberheffen

Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg,

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ff. Montreal. 17. April. Die Ret- tztnqsgeselllchaft hat eine Meldung von hem Leiter der Point Amour-Station er­hallen. wonach dieBremen" mit Baron pon Hünefeld und Hauptmann Köhl ihren Klug nach Newyork am Mitt­woch wieder aufnehmen werden,

5 bis dahin die Ausbesserung des bei Landung beschädigten Propellers licndet sein werde. Fräulein Hertha Iun- traf hier heute abend von Newyork mend mit einem Iunkersflugzeug ein. Km Laufe des Tages war hier bereits ein Mechaniker der Firma Junkers mit einem Normt von Ersatzteilen für disBremen" ctroffen. Kommandant F i tz M a u - icc wird heute früh hier erwartet. z- rf. Quebec. 17. April. Als das kana-

^fk. Berlin. 17. April. DerLokal- feiger" meldet aus Newyork, daß nach Meldungen aus Montreal Fitz M a u - Mc e Ereenley Island verlassen

. um persönlich in Montreal den Er- -Propeller in Empfang zu nehmen, um nach Ereenley Island zu bringen.

Die Möglichkeiten der Wckterfahrt der Bremen" nach Newyork.

ff- Newyork, 17. April. Es besteht Pgenwärtig der Plan, die Iunkers- Wfchine F. 13 so nahe wie möglich an Aeenley Island heranzubringen. Es soll Mn. da die F. 13 als Schwesterschiff ..Bremen" den einzigen hier erhält- n, für dieBremen" brauchbaren tooeller besitzt, dieBremen" mit Jicicm Propeller ausgerüstet den, um gegebenenfalls ihren Flug «h Newyork fortsetzen zu können. Falls dies als unmöglich erweist, sollen die §remen"-Flieger auf der F. 13 nach «wyork gebracht werden.

Entgegen einer Meldung desAeuhork Dtraid" stellt sich jetzt heraus, daß sich M bekannten Flieger Euisiniers und schiller anBoris des auf Greenlh Island einaetroffenen Flugzeuges 6c- In Flugkreisen wird ihr Flug Blizzards und Nebel nach ^eenly Island als außerordentlich tüch­tige Leistung bezeichnet. Di« Blätter Wen hervor, daß die jetzt auf der ^eenlh-Insel versammelten Flieger wäh- ___ Weltkrieges für verschiedene Län- , gekämpft haben. CuisinierS hat K" ® französischer Flieger am Kriege tell- ^>mmen. Nachdem die anderen nach der ««enlh-Insel aufgestiegenen Flieger durch 2 Wetter zur Umkehr gezwungen worden ^en, ist für heute morgen die Absendung re. äito®6 weiteren Flugzeuges mit Ji<* rje sseberichter st altern und Pho» Maphen geplant. In diesem Falle wäre S Besatzung derBremen" die Mög- Mit gegeben, auf die beiden Flugzeuge Wteist den Weg nach Q u e b e ck zu fliegen. ^Don anscheinend unterrichteter Sette ClWto erklärt: Dach den bisher vorliegen-

*5? Bachrichten werden dieBremen"« hier zusammen eintreffen. Deshalb >7 angenommen, daß Fitzmaurice seine geraden nur vorübergehend verlassen

^Mtzischo Hilfsflugzeug mit Fitz Maurice "X zMern früh von Ereenley Island abflog, 'blieben Dr. Cuisienier und ein kanadischer Vertreter auf der Insel zurück, um Baron een Hünefeld und Hauptmann Köhl bei ki Wiederherstellung derBremen" zu ' 'fen

Fitz Maurice in Natashkwan gelandet?

ik. Quebec, 17. April. F i tz M a u- ticc landete gestern nachmittag 3.30 Uhr

der Nordküste des St. Lorenz- ockfs.

Fitz Maurice will den Ersatz-Propeller holen?

Dach einer Meldung aus Quebec Meißen Fitzmaurice und Schiller in Datashkwan über Dacht. Natashkwan ist 320 Kilometer von Greenlh Island entfernt.

Oberbürgermeister Walker an Fitz Maurice.

sk. Newyork, 17. Avril. Oberbürger­meister Walker sandte in der Nacht folgende» Telegramm an Maior Fitz Maurice:

Sämtliche Bürger von Newyork. gleich­gültig. welcher Rasse, Farbe und welche« Glauben» sie auch sein mögen, erwarten mit größter Ungeduld, daß sämtliche drei Augevörige derBremen"-Besatzung hier eintreff«». Das offizielle Emvkangsvrogramm ist auf dieser Basis, nämlich der eines ge­meinsamen Empfanges kür Sauvt- maun Köhl, Baron v. Süuefeld und Sie selbst aukgebaut. Ich möchte bei dieser Gelegenheit noch einmal meine herrlichsten Glückwünsche wiederholen."

Sie Ctlebnille auf bet Sabri

Aus Blancsablon, der nächsten Telegraphenstcttion in der Nachbarschaft von Greenlh Island, treffen die , ersten Einzelheiten über den Flug oct i Bremen ein. Danach war durch Nebel |

und Temperaturwechsel das Dorwärtskvm- men derBremen"-Flieger so sehr auf­gehalten worden, daß der Brennstof nahezu erschöpft war und sie fast die Hoffnungaufgegebenhat len, als sie Land sichteten, das sie für Neufundland hielten.

Um 5,30 Ahr am Freitag nachmittag wurde der Beschluß gefaßt, auf einem kleinen See. den die Flieger erblickt hatten zu landen. Da aber dieBremen" nicht für eine Landung auf dem Eise aus­gerüstet war, brach ttotz aller beim Nieder- Sn geübten Borsicht das Flugzeug beim etzen durch das Eis des Sees, wobei das Sinterteil beschädigt wurde.

Während der ersten 30 Stunden nach dem Start war der Flug günstig verlaufen. Schließlich hatten sich die Flieger aber wegen Nebels und völliger Dunkecheit ent­schließen müssen, in ganz geringer Höhe zu fliegen. Der Kompaß soll versagt haben. Die Besatzung derBre­men" rühmt die freundliche Ausnahme und große Hilfsbereitschaft, die sie bei den wenigen Bewohnern der Insel gefunden hat.

Dach einem Funkspruch aus St. Johns erklärte Hauptmann Köhl, daß sie mit

Die Ma* bleibt m Stolp

Abftus Zum Rerbpol nitbi vor dem s. bis 10. Mai

ftz. Berlin, 17. April. Wie eine hiesige Korrespondenz berichtet, wird man in den nächsten Tagen in Stolp, nachdem die Repara­turen an dem Polarschiff .Italia" beendet sind, mit der Nachfüllung des Gases beginnen. Die erforderlichen Vorbereitungen hierzu sind bereits getroffen. Immerhin dürfte es noch 810 Tage dauern, bis das Schiff wieder vollkommen flugbereit ist. General Nobile will dann zunächst einige große Probefahrten aussiihren. Der Wflug zum Pol dürfte nicht vor dem 8. oder 10. Mai erfolgen.

Reife Nobiles nach Berlin.

fh. Stolp, 17. Slpril. General Nobile wird sich heute zu einem kurzen Aufenthalt nach Berlin begeben.

Bekanntlich hat General Nobile vor un­gefähr zwei Jahren den Forfchungsflug über den Nordpol mit Nansen zusammen auf derNorge" ausgeführt. Die ganze Welt hat damals mit großer Spannung ähnlich wie jetzt bei dem Flug derBre­men" das Wagnis berfojtot und den Erfolg bejubelt. Auch dieses Mal werden unsere Wünsche die Erpedition begleiten, die ebner ernsten Ausgabe, der wissenschaftlichen Er­forschung des weißen unbekannten Landes dient.

I Bot aller Sympathie für den General und die italienische Besatzung kann man doch nicht den Umstand unerwähnt lassen, daß Nobile mit zu der Kommission gehört hat, die Deutschlands Aeronauttk einen schweren Schlag durch die Zerstörung von Flughäfen als angebliches KriegsrüstungS- rnaterial versetzt hat. Seltsame Ironie deS Zufalls, daß der italienische General nun in der Stolper Flughalle sein Schiff bergen kann, welche die Kommission verschonte, während die größere danebenlkegende Halle vernichtet werden mußte. Oder hat vrel- leichi der Zufall gar nicht einmal so stark mitgewirkt und Nobile selbst angesichts seiner Pläne ein wenig Vorsehung gespielt? Jedenfalls kann er sich nicht über den mangelhaften Zustand einer zu kleinen Halle und die nicht sehr glänzende Lan­dungsmöglichkeit beflagen, die er selbst mit verschuldet bat, Dinge, die zugleich den ganzen Jrrsrnu und die Kulturfeindschafr der Zerstörungswut hell ins Licht rücken, mit oer unsere ehemaligen Feinde nach dem Kriege vorgegangen sind. Wenn die Landung derJialia" in Stolp zu der Er­kenntnis beitragen wird, die barbarische Einstellung der großen Mächte gegen ein Kulturvolk wie das deutsche als einen Feh­ler zu erkennen, soll sie doppelt freudig begrüßt werden.

Muhe und Not der Todesgefahr entronnen s-eien, als sie lange vor der Landung den Versuch gemacht hätten, durch Schneestürme und Nebel zu fliegen und dabei bis dicht auf die Wasserfläche heruntergehen mußten. Nur der Paraffin- Überzug hätte das Flugzeug vor der Ber­eisung geschützt. Der Motor hat während des ganzen Fluges einwandfrei gearbeitet. Er selbst sei zunächst für die Fortsetzung des Fluges nach Ncuhork gewesen, habe jedoch davon Abstand nehmen müssen, als sich herausstellte, daß der Brennstoff nahezuerschöpft war. Bei der Lan­dung habe er Greenlh Island mit Neu- Fundland verwechselt.

Sie Sorbttdltingen bet ginget

Berlin, 16. April. Diplomingenieur Dchinzinger von den Junkers-Aüigzeug- toerfen, per in Daldvnell die technischen Bor­

bereitungen für den Start der .Bremen" ge­kettet hatte, machte heute nachmittag vor Vertretern der Presse noch einige nähere Mit­teilungen zum Ozeanflua. Danach hatte die .Bremen" ein Gesamtfluggewicht von 3 685 Kilogramm. Das Leergewicht der Maschine betrug 1350 Kilogramm, dazu kamen barm 1 932 Kilogramm Benzol, 135 Kilogramm Oel, ferner das Gewicht der Besatzung mit 250 Kilogramm und Proviant usw. 18 Kilo­

gramm. Mit welch schweren Widrigkeiten das Flugzeug zu kämpfen hatte, geht am besten daraus hervor, daß her Aktions­radius, der theoretisch auf 7000 Kilometer berechnet war, auf diesem Fluge praktisch nur gut 3500 Kilo­meter ausmachte Unter den Faktoren, die das Unternehmen trotzdem zum Gelingen führten, spielt das Vertrauen der Flieger in die Maschine und die bis ins Leckste gehende Vorarbeit eine erhebliche Dolle Zur Navi­gation dienten Hauptmann Köhl drei Kom­passe, ferner die Stellung der Sonne und der

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Don ihm selbst erzählt.

Im Abenddämmern des 10. Oktober 1925 stand am westlichen Himmel eine geschlossene, schwarzdunkle Wolkenwand, die sich bei mitt, le rem Westwind mehr und mehr vergrößerte und 10 Uhr 15 mit ihrem oberen Rand über Berlin stand. Das Observatorium Lindenberg hatte starke Gewitter aus Nordwesten im An. zug gemeldet. In diese Wetterlage startete das Flugzeug hinein. Je dunkler die Wal- kenwand heraufzog, desto heller strahlte die Beleuchtung Berlins. Die Flugstratze bis Oranienburg war mit Lichtern besät und die Sicht bis dorthin gut. Nach Oranienburg empfing uns dicke Finsternis. Nur schwach leuchteten die roten Fackeln von der Flug, wache Hohenbruch, danach dickes Dunkel. Ein schwacher roter Lichtschein, der sich mehr und mehr verstärkte, leitete uns weiter unserem Ziele zu. Es ist heute zum erstenmal in Lin­daw eine rot leuchtende Neonröhre, und da­hinter blitzen die Drehlichtscheinwerfer von Keller und Luhme auf. Die Wolkendecke Ist bis Keller geschlossen, nach Keller lichten sich die Wolken etwas, und der im Osten aus­gehende Halbmond läßt ihre Konturen schwach erkennen. Die schwarze Nacht hat sich in ein dunkles Grau verfärbt. Aus den Dörfern und Städten blinzeln schwach vereinzelte Lichter herauf. Das Flugzeug hat Keller passiert. Nach ist alles in schönster Ordnung. Som Bo. den ist nichts zu sehen, nur die Seen bei Lin- dow heben sich als helle Flächen ab. Ta, fern im Norden, ein grelles Aufleuchten. Noch hat das Flugzeug Luhme nicht erreicht, als dort in Richtung Warnemünde Blitz auf Blitz die Erde mit den Wolken verbindet, in der Dun­kelheit noch greller und schauriger zu sehen als am Tage. Baumdicke Feuersäulen fuhren vom Himmel zur Erde nieder und erleuchteten weit­hin die Gegend. Allem Anschein nach war das Gewitter «och sehr entfernt, und es bestand immerhin bte Möglichkeit, daß es nach Nor­den ausbog, wie uns beim Start aus Warne­münde mitgeteilt worden war. Nach Keller passierten wir nochmals eine rate Neonröhre mit ihrem milden, beruhigenden Leuchten, nach dieser einige Lichter von Rheinsberg und nochmals eine blau leuchtende Neonröhre. Inzwischen waren auch schon in der Ferne die Scheinwerfer von Rechlin und Schwentzin zu sehen, die gleich großen weißen Pinseln die Wolkendecke mit mächtigem Schein bestrichen und uns unseren Weg durch die Finsternis wiesen. Bei allen Flugwachen waren auf den erkundeten Notlandeplätzen Nachtbeleuchtun­gen aufgestellt, uns zur Landung einladend. Nördlich der Müritz, bei Schwentzin. wurden die Blitze immer häufiger und greller. Die Lampen des Bahnhofs Dollratsruhe leuchteten vor dem dahinter blinkenden Drehlichtfchein- roerfer von Dersentin. Don dort ab waren nur noch vereinzelte Lichter zu erkennen. Ver­geblich suchte das Auge in der Dunkelheit nach der Neonröhre, die auf Schloß Schliefenberg »rennen sollte, und weiter hinten nach dem Dreh lichts cheinwerfer von Breesen, eh er jo ver­geblich nach den Lichtern von Rostock uns dem Scheinwerfer von Warnemünde. Dafür er­hellte Blitz auf Blitz die Gegend oft taghell und verriet uns die Stellen, über die wir flogen.

Für Sekunden konnte man deutlich den See bei Schloß Schliefenberg erkennen. Sie Neonröhre brannte nicht. Dahinter tauchten inzwischen schwache Lichter auf und Helle rote Fackeln, die uns die Flugwache anstatt des Scheinwerfers angesteckt hatte. Im grellen Blitzlicht zogen rechts und links von uns graue Regenwolken hafttg vorbei, und gleich spitzen Nadeln spritzen uns dicke Regenttopfen ins Gesicht. Dann, bei Lange, gerieten wir fast plötzlich ins Gewitter. Tas Flugzeug wurde wie von wilden Riefenhänden gefaßt und hoch- gefchleudett, um im selben Augenblick wieder nach unten gestoßen zu werden. Wen no« ungeheurer Gewalt durchschüttelten uns. Strömender Regen ließ jeglichen Lichffchim. wer verschwinden und hüllte alle» in ein reif­es, dichtes Grau. Wir machten kehrt: hier war ein Srrterfliegen unmöglich,ftefret wf