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*k jDbtifcefftfct* Sdtung" tv |geht sechsmal wöchentlich. Be- fggipteU monatlich 2 GM. aus« schließ!. Zustellungsgebübr, durch hkPostr^S GM.Klr etwa infolge Streiks, Maschinen defekte »der eßnnentarer Ereignisse ausfallend« Summern wird kein Ersatz geleistet. Verlag d. Dr. §. Kttzervlh, Druck der Unid.-Buchdruckere« d. Zeh. «ug. Koch, Markt 21/23. Fernsprecher: Rr. 54. u. Rr. 55. «ostscheckkonto: Amt Frankfurt * ®L Rr. 5015. — Sprechzeit W, Redaktion do» 10—11 und ‘1,1—1 Uhr.
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Anzeiger für (das frühere kurhessische) Oberhessen
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Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg.
Ser erste Sst-West-Mg über Sen Sze«
Rollanbung »rr .Drrmen' In Srrrnli, Mm» wegen BenzinmangelS — Das -Meng leicht beichüöigl Ae Sllexer fin» öclt'auf — Begeisterte Anerkennnng In aller Welt
Der deutsche Ozeanflug ist gelungen. Die fieberhafte Spannung, die auch dann «och anhielt, als gestern abend durch die amtlichen Stellen und durch die großen Nachrichtenbüros die amerikanische Falschmeldung von einer glatten Landung in Dewyork eingetrvffen und mit gutem Recht in allen Städten verbreitet worden war, macht jetzt, nach einem Augenblick unberechtigter Enttäuschung, der beruhigenden Gewißheit Platz: Der deutsch« Ozean- flug ist gelungen! Wenn Rewhork nicht erreicht wurde, so ist das lediglich die Folge des übermäßigen Benzinverbrauchs durch unerwartete Gegenwinde, es ist eine rein technische Frage, die noch zu lösen ist — der große Wurf ist geglückt. Denn daß der verkehrstechnische Wert der Ueber- querungsversuche nur ein relativer sei, daß jede Fahrt von vielen Zufälligkeiten abhängig sei und bleibe, das ist uns klar gebeten. Sie haben Rewhork nicht erreicht, der schönste Preis, die unmittelbarste Genugtuung, der grrche Augenblick des be- geifterten Empfanges ist den Deutschen "versagt geblieben.
And doch: Di« erste Ost-West-Aeber- querung des Ozeans ist gelungen! Deut- Mr Wagemut, deutsche Kraft haben eine Probe bestanden, bi« angesichts der zahlreichen Fehlschläge im vergangenen Jahr und der nicht eben günstigen Witterungs- Verhältnisse immer noch eine Tollkühnheit, eine Herausforderung des Schicksals war, aber doch auch eine fast schicksalhafte Rot- vendigkeit. Denn es scheint uns nicht nur so, sondern es ist aus der fieberhaften Spannung und aus den Pressemeldungen ter ganzen Wett nachzuweisen, daß man ollen Versuchen der Engländer, Franzosen und Amerikaner nicht annähernd das gleiche Vertrauen mehr entgegenbrachte, wie den Anternehmungen der de u t s ch e n Flieger, als müsse «S gerade ihnen gelingen, als den Erben des im Kriege so ost bewiesenen außerordent- ! kichen Heldenmutes und als den Vorbildern zielbewuhter. aber ebenso verant- dvrtungsbewutzter Entschlossenheit. Die Deutschen an die Front! —
Noch ist kein Jahr vergangen, seit der Amerikaner schwedischer Herkunft, Lind- dergh. seinen unerhört kühnen Flug von Mst nach Ost vollbrachte, ganz allem, nur M Vertrauen auf die Ausdauer seiner Maschine und seiner Aerven, eine Leistung, die nie überboten werden kann. Fast unmittelbar daran schlossen sich die Der- ssche, aus solcher sportlichen Tat verkehrstechnischen Ruhen zu ziehen, die Aeberquerung des Ozeans un- Hhängig von den Einflüssen technischer Zufälligkeiten, vom Spiel des Glückes zu versuchen. Doch nicht einem gelang eS, nochmals das gesteckte Ziel mit gleicher Sicherheit und ohne Zwischenfall zu er- ^ichen. And die Versuche der Ost-West- ueberqPrung scheiterten sämtlich niemand Mnn sagen, welche Macht die kühnen, oft uilch allzu tollkühnen Piloten dem Ozean m den Rachen warf. Kapitän Hinchclifs und Else Mackay waren die letzten Opfer dieser Jagd nach dem Erfolg, sie sind IPürloS versunken, verschollen.
Auch dieser deutsch« Versuch war noch ei» Spiel mit dem Glück. Wir haben es Äle empfunden, di« bang« Sorge der Fach- Mte hat auch uns ergriffenund hat uns vicht losgelassen 48 Stunden hindurch, bis das erlösende: „Sie sind gelandet" Ge- bihheit war. Die kühnen Flieger haben ivlbst immer wieder gesagt: »Wenn wir Muck haben, werden wir es schaffen".
ift ja nicht nur die Zuverlässigkeit des Aiotors. die Ausdauer und Erfahrung des
Fliegers, die Gunst der Witterung, die das Gelingen gewährleisten. Sie müssen sämtlich zusammenwirken, sie sind Voraussetzungen, die nicht einmal zu berechnen sind oder gar zu sichern, und auch dann noch gehört — Glück dazu.
Das Flugzeug war erprobt, der Pilot ein Meister, das Wetter schien günstig. So begannen sie die Fahrt. Denn der Motor versagte, wo war der Monteur? Er, ein Deutscher, der sein Leben ebenso einzusetzen bereit war wie die andern, mußte im letzten Augenblick einem Fremden Platz machen, kam um den Ewigkeitsruhm, weil die Dankbarkeit gegen Den irischen Gastgeber «S zu fordern schien. Wenn das Wetter umschlug, der Flug mißlang? Man hätte dem Freitag die Schuld gegeben, dem 13., dem fehlenden Monteur, hie und da auch Dem fehlenden „Glück". Wären sie verschollen — ander« hätten aufs neue ihr Leben daran gewagt.
Das Glück war den Deutschen hold. 6k sind drüben angefommen! In Stunden wurde mehr gewonnen als j« im h:im- tückischen Kampf der Diplomaten. Der deutsche Name hat neuen Klang. Das Flugzeug, das den Ramen der Stadt trägt, aus der Millionen Deutsche in die Welt zogen, um in der Fremde der Heimat fremd zu werden, hat sie alle aufs neue mit uns verbunden. Die Welt horcht auf. die Welt muß mit den Deutschen rechnen. Das Glück war mit uns Deutschen in guter Stunde. S.
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Notlandung durch Benzin-Mangel notwendig geworden.
ff. Newyork. 14. April. (8.41 Uhr amerikanischer Zeit, gestern.) Die „Bremen" mußte in Ereenlq Zsland, einer Insel der Nordweftküste von Neufundland, eine Notlandung vornehmen. Das Flugzeug wurde leicht beschädigt. Die Besatzung befindet sich wohl auf.
Die Flieger hatten nicht die gewöhnliche Dampfer-Route nach Amerika beflogen. Aus Wettergründen hatten sie eine nöro- lichere Route vorgezogen. Deshalb konnten sie auch von keinem, der auf der Ueberfahrt befindlichen 26 Ozeandampfer auf hoher See gesichtet werden. Kurze Zeit nach ihrem Abflug von Irland hatte sich das Wetter über dem Ozean sehr verschlechtert. Durch Sturm und Rebel mutzte« die Flieger nordwestlich, 400 Kilometer von ihrer Route entfernt, abgetrieben worden sein.
Wie bei früheren Ozeanfliegern widersprachen sich auch gestern die Meldungen über das Schicksal der deutschen Flieger. Große Besorgnis war aber am Platze, als sich die Meldung von einer Sichtung über Neuschottland als falsch erwies und seit dem Verlassen der iriießen Westküste keine positiven Nachrichten vorhanden waren.
Die gegen 3 Ahr nachts in Berlin eingetroffenen Meldungen verdichteten sich immer mehr in Der Richtung, datz die Flieger zwischen Neufundland und Kanada gesehen worden seien. Gegen 'M Uhr traf dann die befreiende Nachricht von der Landung der „Bremen" auf der Felseninsel in Saint Lawrence Bay ein. Hauptmann Köhl wird heute in Amerika seinen 40. Geburtstag als de« schönsten seines Lebens begehen können.
ft Newyork. 14. April. Direktor Schröder vom Norddeutschen Lloyd erhielt folgendes Telegramm: „Machten sichere Zwischenlandung. Landung auf Ereenly
Island Stralt of Belle Zsle notwendig g«, worden durch Brennftoffmangel. der in- folge strenger Gegenwinde verursacht, die während des Fluges einsetzten.
Baron v. Hllnefeld.
ft Newyork, 14. April. Die Radio- Kooperation teilt mit: Die „Bremen" landete am Freitag mittag auf Ereenley Island. Die erste Nachricht, datz die Flieger etwa 400 Meilen nördlich des vorgesehenen Kurses zur Landung gezwungen waren, . erfolgte durch die Radioangestellten in 'Point Arrow, ein Platz, der etwa 10 Meilen von Ereenley Island entfernt liegt. Dieser Meldung folgte noch eine zweit« durch di« kanadische Regierungsfunkstation in Louisburg. Diese um 7 Uhr abends (amerikanischer Zeit) bekannt gewordenen Meldungen wurden durch aufgefangene Funkmeldungen üoier die „Bremenflieger", die an die Londoner -.Time s" gerichtet waren, bestätigt. Endlich erhielt auch der norddeutsche Llorch spät abends eine Funknachricht von Hüne- feld, in der die Landung bestätigt wurde und außerdem bemerkt wurde, datz die E r- s ch l a f f u n g der Flieger, der Ve r - brauch des Venzinvorrates sowie ernstliche Winde die No t l a n d u ng notwendig machten. Diese letztere Nachricht ist anscheinend von einem Amateurfunker aufgefangen worden und wurde von diesem an die Zeitung „Manchester Union" in New Hampshire weiter gegeben.
ff. Ottawa, 14. April. Als die Nachricht von der Landung der „Bremen" auf Ereenley Island eintraf, unterbrach das kanadische Unterhaus seine Beratungen, um die Meldung im Hause bekannt zu geben und das Haus nahm die Meldung mit überaus großem Beifall auf.
Ministerpräsident Mac Kenzie King sandte a« die Flieger Köhl, Frhr. v. Hüne- feld und Fitz Maurice namens der kanadischen Regierung eine Botschaft, in der er den Fliegern die Glückwünsche des kanadischen Volkes und der Regierung onl"st' ihres Wohlbehaltens und zur Vollendung des ersten Ostwestatlantikfluges ausspricht der einen hervorragenden Fortschritt in der Entwickelung des Flugwesens bedeute und durch die Ueberbrückuna des Ozeans eine engere Freundschaft zwischen den Völkern berbeiführe.
fk. N e w y o r k, 14. April. Der Zeitunterschied zwischen der gestern erfolgten Landung der „Bremen" und der Absendung der ersten Funkmeldung über die Landung erklärt sich aus der großen (Entfernung zwischen Ereenley Island und der nächsten Funkstation und daraus, daß die Nachrichten mit Hundeschlitten oder Boten dritten übermittelt werden mußten. Die Neufundländischen Behörden etflärten, daß von St. Iobn ein Dampfer nach Ereenley Island geschickt werden müßte, damit die Flieger weiter reisen könnten. Die Flieger sind Gäste des Leuchtturmwärters. Nach der Landung erklärte der Vertreter des Norddeutschen Llonds, Fred Melcher, daß möalicherweise heute das in Mitchellfield bereit stehende Schwesterflugzeug der „Bremen" nach Ereenley Island abfliegen werde, um die Flieger abzuholen.
Ereenlq Islands
ff. D11 a o a. 14. April. Die einzige llnterfunft in Ereenley Island, wo die „Bremen" notgelanbet ist, sind, außer dem Haus des Leuchtturmwärters Fifcherei- räume. die Neufundländern gehören. Die fanadifche Negierung wird wahrscheinlich
einen Sonderdampfer zur Beförderung der Flieger entsenden. Der regelmäßige Dampfer, der die Nordwestküstc des Golfs von St. Lorenz bis zu einem Punft schätzungsweise 150 Meilen von Ereenley Island entfernt bedient, verließ Ouebec hei seiner ersten Fahrt vor einigen Tagen. Er fann vielleicht tn seinem Anlaufhafen. der von dem amtlichen Telegraphensystem erreicht werden fann, auf- gehalten und nach Ereenley Island gesandt werden. Abgesehen von diesem weiß man von feinem in der Nähe befindlichen Schiff. Die Meerenge ist von Eis blockiert. Einer Agenturmeldung aus St. Johns zufolge erfolgte die Landung der „Bremen" auf Ereenley Island im S ch n e e ft u r m.
st. Ott a roa , 14. April. Nach Angabe mcs Regierungsbeamten, der sehr viel Ereenley Island besucht, wäre es für die „Bremen" infolge der Felsbodenformation unmöglich gewesen, auf der Infel zu landen und das Flug- zeug sei möglicherweise auf dem benachbarten Eis niedergegangen. Der Beamte sagte, das Eis sei zu dieser Jahreszeit genügend starb und trage sogar Lastautos, die regel» mäßig Touren nach der Poft- und Telegraphenstation unternehmen, die zwei Meilen entfernt an der Küste von Quelees liegt. Wenn das Flugzeug nicht beschädigt sei, sollte es möglich fein, dieses vom Eis ans Land zu bringen. Die Insel, die ein Vogelschutzgebiet der kanadischen Regierung ist, ist unbewaldet, etwa 800 Meter lang, sehr schmal und steigt bis zu einer Höhe von etwa 80 Fuß über der Meeresspiegel.
Die Beschädigung der „Bremen".
fk. Neuqork, 14. April. Frhr. v. Hüne» seid sandte an den Norddeutschen Lloyd eine Meldung datz die „Bremen" Propeller, bru'ch erlitten habe und datz die Lau» dungseinrichtung zerstört sei. Der Benzinoorrot sei erschöpft. Der Eeneralleiter des Norddeutschen Lloyd Schüngel. und Herta Junkers teilten darauf mit, daß das Schwelt ecflugzeug der „SBrcmeu“ heute früh über Ottawa nach Ereenley Is> land fliegen werde.
As Mmr mr-keg
fk. Ottawa, 14. Avril. In einer Mitteilung über die Landung der „Bremen" erklärte der Derteidigungsminister Realston im kanadischen Unterhaus, was die Frage einer Hilfsaktion für die Flieger anbelange, mußten erst weitere Einzelheiten über die Flieger bekannt fein und die Angelegenheit mit dem Marinedepartement besprochen werden, bevor Maßnahmen ergriffen werden könnten.
ff. Newyork, 14. April. Wie der Vertreter der Schiffahrtsgesellschaft dem Reuter- schrn Büro mitteilt, beabsichtigt er heute am frühen Morgen mit einem Junkersflug- zeug nach Ereenley zu fliegen.
Der EkrruLe an m Neuiimm
ff. M it che l lsi e ld, 14. April. (6 Uhr amerikanischer Zeit g ftern abend.) Bürgermeister Walker verblieb mehrere Stunden auf dem Flugplatz. Trotz der ungünstigen Nachrichten über das Schicksal bei „Bremen" weigerte et sich, den Glauben an das Gelingen des Fluges der „Bremen" aufzugeben. „Mögen auch die deutschen Flieger", so erklärte er, „Newyork nicht erreichen, ich hoffe jedoch, daß die Flieger der „Bremen" auf diesem Kontinent weilen." Später gab Bürgermeister Walker durch den Rundfunksender folgende Er-