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ödnimbrn», ten 14. April ISA

*k jDbtifcefftfct* Sdtung" tv |geht sechsmal wöchentlich. Be- fggipteU monatlich 2 GM. aus« schließ!. Zustellungsgebübr, durch hkPostr^S GM.Klr etwa infolge Streiks, Maschinen defekte »der eßnnentarer Ereignisse ausfallend« Summern wird kein Ersatz ge­leistet. Verlag d. Dr. §. Kttzervlh, Druck der Unid.-Buchdruckere« d. Zeh. «ug. Koch, Markt 21/23. Fernsprecher: Rr. 54. u. Rr. 55. «ostscheckkonto: Amt Frankfurt * ®L Rr. 5015. Sprechzeit W, Redaktion do» 1011 und 1,11 Uhr.

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Anzeiger für (das frühere kurhessische) Oberhessen

Rr. SS 63. Mrg. Marburg aBabn

Der tzkqetgenprets betrögt st» den 10 gespalt. Zeklenmtlltmeter ft08 GM. kleine Saran zeige« 0.06 GM» amtlich» mrd aus­wärtig« An,eigen 0.10 GM. S«i schwierigem Satz sowie bei V-tz- »orschrtft 60"i. Aufschlag. - Sammelan zeige» 100 *l. Auf, schlag. Skeklamev de, Mill im. 0.40 GM Zeder Rabat, gilt als Barrabatt Ziel 6 Tage Beleg« werde» berechne«,ebenso Auskunft durch di, Geschäftsstelle and Zusendung »er Angebote. <tr füllonqsort Marburg.

Gold mark = '/^»Lollar.

Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg.

Ser erste Sst-West-Mg über Sen Sze«

Rollanbung »rr .Drrmen' In Srrrnli, Mm» wegen BenzinmangelS Das -Meng leicht beichüöigl Ae Sllexer fin» öclt'auf Begeisterte Anerkennnng In aller Welt

Der deutsche Ozeanflug ist gelungen. Die fieberhafte Spannung, die auch dann «och anhielt, als gestern abend durch die amtlichen Stellen und durch die großen Nachrichtenbüros die amerikanische Falsch­meldung von einer glatten Landung in Dewyork eingetrvffen und mit gutem Recht in allen Städten verbreitet worden war, macht jetzt, nach einem Augenblick un­berechtigter Enttäuschung, der beruhigen­den Gewißheit Platz: Der deutsch« Ozean- flug ist gelungen! Wenn Rewhork nicht erreicht wurde, so ist das lediglich die Folge des übermäßigen Benzinverbrauchs durch unerwartete Gegenwinde, es ist eine rein technische Frage, die noch zu lösen ist der große Wurf ist geglückt. Denn daß der verkehrstechnische Wert der Ueber- querungsversuche nur ein relativer sei, daß jede Fahrt von vielen Zufälligkeiten ab­hängig sei und bleibe, das ist uns klar ge­beten. Sie haben Rewhork nicht erreicht, der schönste Preis, die unmittelbarste Ge­nugtuung, der grrche Augenblick des be- geifterten Empfanges ist den Deutschen "versagt geblieben.

And doch: Di« erste Ost-West-Aeber- querung des Ozeans ist gelungen! Deut- Mr Wagemut, deutsche Kraft haben eine Probe bestanden, bi« angesichts der zahl­reichen Fehlschläge im vergangenen Jahr und der nicht eben günstigen Witterungs- Verhältnisse immer noch eine Tollkühnheit, eine Herausforderung des Schicksals war, aber doch auch eine fast schicksalhafte Rot- vendigkeit. Denn es scheint uns nicht nur so, sondern es ist aus der fieberhaften Spannung und aus den Pressemeldungen ter ganzen Wett nachzuweisen, daß man ollen Versuchen der Engländer, Fran­zosen und Amerikaner nicht annähernd das gleiche Vertrauen mehr entgegen­brachte, wie den Anternehmungen der de u t s ch e n Flieger, als müsse «S ge­rade ihnen gelingen, als den Erben des im Kriege so ost bewiesenen außerordent- ! kichen Heldenmutes und als den Vor­bildern zielbewuhter. aber ebenso verant- dvrtungsbewutzter Entschlossenheit. Die Deutschen an die Front!

Noch ist kein Jahr vergangen, seit der Amerikaner schwedischer Herkunft, Lind- dergh. seinen unerhört kühnen Flug von Mst nach Ost vollbrachte, ganz allem, nur M Vertrauen auf die Ausdauer seiner Maschine und seiner Aerven, eine Leistung, die nie überboten werden kann. Fast un­mittelbar daran schlossen sich die Der- ssche, aus solcher sportlichen Tat verkehrstechnischen Ruhen zu ziehen, die Aeberquerung des Ozeans un- Hhängig von den Einflüssen technischer Zufälligkeiten, vom Spiel des Glückes zu versuchen. Doch nicht einem gelang eS, nochmals das gesteckte Ziel mit gleicher Sicherheit und ohne Zwischenfall zu er- ^ichen. And die Versuche der Ost-West- ueberqPrung scheiterten sämtlich niemand Mnn sagen, welche Macht die kühnen, oft uilch allzu tollkühnen Piloten dem Ozean m den Rachen warf. Kapitän Hinchclifs und Else Mackay waren die letzten Opfer dieser Jagd nach dem Erfolg, sie sind IPürloS versunken, verschollen.

Auch dieser deutsch« Versuch war noch ei» Spiel mit dem Glück. Wir haben es Äle empfunden, di« bang« Sorge der Fach- Mte hat auch uns ergriffenund hat uns vicht losgelassen 48 Stunden hindurch, bis das erlösende:Sie sind gelandet" Ge- bihheit war. Die kühnen Flieger haben ivlbst immer wieder gesagt: »Wenn wir Muck haben, werden wir es schaffen".

ift ja nicht nur die Zuverlässigkeit des Aiotors. die Ausdauer und Erfahrung des

Fliegers, die Gunst der Witterung, die das Gelingen gewährleisten. Sie müssen sämt­lich zusammenwirken, sie sind Voraus­setzungen, die nicht einmal zu berechnen sind oder gar zu sichern, und auch dann noch gehört Glück dazu.

Das Flugzeug war erprobt, der Pilot ein Meister, das Wetter schien günstig. So begannen sie die Fahrt. Denn der Motor versagte, wo war der Monteur? Er, ein Deutscher, der sein Leben ebenso einzusetzen bereit war wie die andern, mußte im letzten Augenblick einem Frem­den Platz machen, kam um den Ewigkeits­ruhm, weil die Dankbarkeit gegen Den irischen Gastgeber «S zu fordern schien. Wenn das Wetter umschlug, der Flug miß­lang? Man hätte dem Freitag die Schuld gegeben, dem 13., dem fehlenden Monteur, hie und da auch Dem fehlendenGlück". Wären sie verschollen ander« hätten aufs neue ihr Leben daran gewagt.

Das Glück war den Deutschen hold. 6k sind drüben angefommen! In Stunden wurde mehr gewonnen als j« im h:im- tückischen Kampf der Diplomaten. Der deutsche Name hat neuen Klang. Das Flugzeug, das den Ramen der Stadt trägt, aus der Millionen Deutsche in die Welt zogen, um in der Fremde der Heimat fremd zu werden, hat sie alle aufs neue mit uns verbunden. Die Welt horcht auf. die Welt muß mit den Deutschen rechnen. Das Glück war mit uns Deutschen in guter Stunde. S.

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Notlandung durch Benzin-Mangel notwendig geworden.

ff. Newyork. 14. April. (8.41 Uhr amerikanischer Zeit, gestern.) DieBremen" mußte in Ereenlq Zsland, einer Insel der Nordweftküste von Neufundland, eine Notlandung vornehmen. Das Flugzeug wurde leicht beschädigt. Die Be­satzung befindet sich wohl auf.

Die Flieger hatten nicht die gewöhnliche Dampfer-Route nach Amerika beflogen. Aus Wettergründen hatten sie eine nöro- lichere Route vorgezogen. Deshalb konn­ten sie auch von keinem, der auf der Ueberfahrt befindlichen 26 Ozeandampfer auf hoher See gesichtet werden. Kurze Zeit nach ihrem Abflug von Irland hatte sich das Wetter über dem Ozean sehr ver­schlechtert. Durch Sturm und Rebel mutz­te« die Flieger nordwestlich, 400 Kilometer von ihrer Route entfernt, abgetrieben worden sein.

Wie bei früheren Ozeanfliegern wider­sprachen sich auch gestern die Meldungen über das Schicksal der deutschen Flieger. Große Besorgnis war aber am Platze, als sich die Meldung von einer Sichtung über Neuschottland als falsch erwies und seit dem Verlassen der iriießen Westküste keine positiven Nachrichten vorhanden waren.

Die gegen 3 Ahr nachts in Berlin ein­getroffenen Meldungen verdichteten sich immer mehr in Der Richtung, datz die Flieger zwischen Neufundland und Kanada gesehen worden seien. Gegen 'M Uhr traf dann die befreiende Nachricht von der Lan­dung derBremen" auf der Felseninsel in Saint Lawrence Bay ein. Hauptmann Köhl wird heute in Amerika seinen 40. Geburtstag als de« schönsten seines Lebens begehen können.

ft Newyork. 14. April. Direktor Schröder vom Norddeutschen Lloyd erhielt folgendes Telegramm:Machten sichere Zwischenlandung. Landung auf Ereenly

Island Stralt of Belle Zsle notwendig g«, worden durch Brennftoffmangel. der in- folge strenger Gegenwinde verursacht, die während des Fluges einsetzten.

Baron v. Hllnefeld.

ft Newyork, 14. April. Die Radio- Kooperation teilt mit: DieBremen" lan­dete am Freitag mittag auf Ereenley Is­land. Die erste Nachricht, datz die Flieger etwa 400 Meilen nördlich des vorgesehenen Kurses zur Landung gezwungen waren, . erfolgte durch die Radioangestellten in 'Point Arrow, ein Platz, der etwa 10 Meilen von Ereenley Island entfernt liegt. Dieser Meldung folgte noch eine zweit« durch di« kanadische Regierungs­funkstation in Louisburg. Diese um 7 Uhr abends (amerikanischer Zeit) be­kannt gewordenen Meldungen wurden durch aufgefangene Funkmeldungen üoier dieBremenflieger", die an die Londoner -.Time s" gerichtet waren, bestätigt. Endlich erhielt auch der norddeutsche Llorch spät abends eine Funknachricht von Hüne- feld, in der die Landung bestätigt wurde und außerdem bemerkt wurde, datz die E r- s ch l a f f u n g der Flieger, der Ve r - brauch des Venzinvorrates sowie ernstliche Winde die No t l a n d u ng notwendig machten. Diese letztere Nachricht ist anscheinend von einem Ama­teurfunker aufgefangen worden und wurde von diesem an die ZeitungManchester Union" in New Hampshire weiter gegeben.

ff. Ottawa, 14. April. Als die Nach­richt von der Landung derBremen" auf Ereenley Island eintraf, unterbrach das kanadische Unterhaus seine Beratungen, um die Meldung im Hause bekannt zu geben und das Haus nahm die Meldung mit überaus großem Beifall auf.

Ministerpräsident Mac Kenzie King sandte a« die Flieger Köhl, Frhr. v. Hüne- feld und Fitz Maurice namens der kanadi­schen Regierung eine Botschaft, in der er den Fliegern die Glückwünsche des kanadi­schen Volkes und der Regierung onl"st' ihres Wohlbehaltens und zur Vollendung des ersten Ostwestatlantikfluges ausspricht der einen hervorragenden Fortschritt in der Entwickelung des Flugwesens bedeute und durch die Ueberbrückuna des Ozeans eine engere Freundschaft zwischen den Völ­kern berbeiführe.

fk. N e w y o r k, 14. April. Der Zeit­unterschied zwischen der gestern erfolgten Landung derBremen" und der Absen­dung der ersten Funkmeldung über die Landung erklärt sich aus der großen (Ent­fernung zwischen Ereenley Island und der nächsten Funkstation und daraus, daß die Nachrichten mit Hundeschlitten oder Boten dritten übermittelt werden mußten. Die Neufundländischen Behörden etflärten, daß von St. Iobn ein Dampfer nach Ereenley Island geschickt werden müßte, damit die Flieger weiter reisen könnten. Die Flieger sind Gäste des Leuchtturmwärters. Nach der Landung erklärte der Vertreter des Norddeutschen Llonds, Fred Melcher, daß möalicherweise heute das in Mitchellfield bereit stehende Schwesterflugzeug derBremen" nach Ereenley Island abfliegen werde, um die Flieger abzuholen.

Ereenlq Islands

ff. D11 a o a. 14. April. Die einzige llnterfunft in Ereenley Island, wo die Bremen" notgelanbet ist, sind, außer dem Haus des Leuchtturmwärters Fifcherei- räume. die Neufundländern gehören. Die fanadifche Negierung wird wahrscheinlich

einen Sonderdampfer zur Beförde­rung der Flieger entsenden. Der regel­mäßige Dampfer, der die Nordwestküstc des Golfs von St. Lorenz bis zu einem Punft schätzungsweise 150 Meilen von Ereenley Island entfernt bedient, verließ Ouebec hei seiner ersten Fahrt vor einigen Tagen. Er fann vielleicht tn seinem An­laufhafen. der von dem amtlichen Tele­graphensystem erreicht werden fann, auf- gehalten und nach Ereenley Island ge­sandt werden. Abgesehen von diesem weiß man von feinem in der Nähe befindlichen Schiff. Die Meerenge ist von Eis blockiert. Einer Agenturmeldung aus St. Johns zu­folge erfolgte die Landung derBremen" auf Ereenley Island im S ch n e e ft u r m.

st. Ott a roa , 14. April. Nach Angabe mcs Regierungsbeamten, der sehr viel Ereenley Is­land besucht, wäre es für dieBremen" in­folge der Felsbodenformation unmöglich ge­wesen, auf der Infel zu landen und das Flug- zeug sei möglicherweise auf dem benachbar­ten Eis niedergegangen. Der Beamte sagte, das Eis sei zu dieser Jahreszeit genügend starb und trage sogar Lastautos, die regel» mäßig Touren nach der Poft- und Telegraphen­station unternehmen, die zwei Meilen entfernt an der Küste von Quelees liegt. Wenn das Flugzeug nicht beschädigt sei, sollte es möglich fein, dieses vom Eis ans Land zu bringen. Die Insel, die ein Vogelschutzgebiet der kanadi­schen Regierung ist, ist unbewaldet, etwa 800 Meter lang, sehr schmal und steigt bis zu einer Höhe von etwa 80 Fuß über der Meeresspiegel.

Die Beschädigung derBremen".

fk. Neuqork, 14. April. Frhr. v. Hüne» seid sandte an den Norddeutschen Lloyd eine Meldung datz dieBremen" Propeller, bru'ch erlitten habe und datz die Lau» dungseinrichtung zerstört sei. Der Benzinoorrot sei erschöpft. Der Eeneralleiter des Norddeutschen Lloyd Schüngel. und Herta Junkers teilten darauf mit, daß das Schwe­lt ecflugzeug derSBrcmeu heute früh über Ottawa nach Ereenley Is> land fliegen werde.

As Mmr mr-keg

fk. Ottawa, 14. Avril. In einer Mit­teilung über die Landung derBremen" er­klärte der Derteidigungsminister Realston im kanadischen Unterhaus, was die Frage einer Hilfsaktion für die Flieger anbelange, muß­ten erst weitere Einzelheiten über die Flieger bekannt fein und die Angelegenheit mit dem Marinedepartement besprochen werden, bevor Maßnahmen ergriffen werden könnten.

ff. Newyork, 14. April. Wie der Ver­treter der Schiffahrtsgesellschaft dem Reuter- schrn Büro mitteilt, beabsichtigt er heute am frühen Morgen mit einem Junkersflug- zeug nach Ereenley zu fliegen.

Der EkrruLe an m Neuiimm

ff. M it che l lsi e ld, 14. April. (6 Uhr amerikanischer Zeit g ftern abend.) Bürger­meister Walker verblieb mehrere Stunden auf dem Flugplatz. Trotz der ungünstigen Nachrichten über das Schicksal beiBre­men" weigerte et sich, den Glauben an das Gelingen des Fluges derBremen" auf­zugeben.Mögen auch die deutschen Flie­ger", so erklärte er,Newyork nicht er­reichen, ich hoffe jedoch, daß die Flieger derBremen" auf diesem Kontinent weilen." Später gab Bürgermeister Wal­ker durch den Rundfunksender folgende Er-