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Anzeiger für (das frühere kurhessische) Oberhelfen
Mt. 87 63. Sofies. Mardurg a. Lahn
Der Arqetgenpret« beträgt ffll de» 10 gespalt. Zeilenmilltiueter 0.08 SM. klein. Daran,eigen 0.00 «M. amtlich, and au* »drtlfl, Än,eigen 0.10 SM Del schwierigem Satz fötale bet Platz. Oorfchrtft 60*1, Aufschlag. - eaaoutenidpn 100 *U ®af> schlag. BUtlamee der Millim. 0.40 «M Zeder Rabat, gilt all varradatt 3M 6 Lage Beleg, werden berechnet,ebenso Äu4knnft durch M. Sefchäftsstell, und Snsmbnng »er «nqebotr. b füllungeor» Marburg.
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Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg.
Keine Nachrichten von öer „Bremen"
Ohne Radle - Abletts ter Gchtffahrtsroute - Schlechtes Welter über dem Ozean
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-doch wird auch damit gerechnet, daß die kemen- eine schwierige Zone zu durch- kflen hat. Dem deutschen Wagemut sine »6 überall ein Loblied. Sämtliche «vs-KommanLanten der Staaten Newell und Boston und alle Küstenstationen N angewiesen worden, sich in den Dienst Fluges zu stellen.
ff.Newnork.13. April. Der Standet der «Bremen- ist gestern nachmittag Üffl Mr 880 Meilen westlich von Irland über de« Atlantische« Ozean gestellt worden.
Nach Meldungen der amerikanischen ütterbüros wird die »Breme«- auf der estlichen Hälfte de« Ozeans
anf ei« St«r«gebiet stoße«.
fl.S t 3 o h « s. IS. April, 9 Uhr. Trotz särffter Beobachtung durch die Küsten- itionen. Leuchttürme, Funkstationen und «legraphenstationen war bis gegen litternacht da« Flugzeug »Bremen" icht gesichtet, von der Trinitq Bay , der südöstlichen Küste von R e n f « n d- ind werde« Motorgeräusche ge- eldet, doch liegt bisher eine Be. ii t i g n n g dieser Wahrnehmungen jcht vor. Das Wetter ist unklar, ff. Rewqork, 13. April, 11 Uhr. Die eisten au« England stammenden Ge. chtr. wonach die »Bremen- an verschie- wt* Stellen Neufundlands gesichtet »er geh Sri worden ist, erwiesen sich «eifelsfrei al« falsch. Bis 7 h r h e u t e f.r S h war noch keine b e - lernte Mitteilung über den verleib des Flugzeuges eingetroffen. Weiter- o besteht hier überall das größt« Inter- e für Nachrichten über den deutschen leg. Die Empfangsvorbereitungen sind Habet Ein Ausschuß von 250 Deutsch- merikaner« arbeitet mit dem Newqorker itadtausschuh eng zusammen. Man er- «tet hier mit grösster Bestimmtheit das «ttreffen der »Bremen- nnd verweist »rauf, das, bei Li n d b e r gh und CH a m- erlin die Nachrichten ebenfalls »«blieben, solange die Flugzeuge kt dem Ozean sich befanden. Mit größ- k- Befriedigung ist festgestellt worden,
8.L o n d o n. 13. April. Eine gestern W dem Flugplatz Bdldsnell ausge- «ene amtliche Mitteilung besagt, es ttde berechnet, das; sich die „Bremen" um ^0 Uhr abends 14 0 0 Meilen west - 4 von Irland und 500 Meilen von
^ufundland entfernt befinden Me. Es würde geschätzt daß die „$re- e»M 500 Meilen in 7 Stunden zu rücken würde und daß die Lichter von Neuland um etwa 5.30 Uhr irischer Zeit nchtet werden würden.
ft London, 13. April. „Daily ItonicIe" hat gestern dauernd 5D?eL -»gen an die Kapitäne verschiedener aus Dege zwischen England und Amerika
Kindlicher Dampfer abgesandt, in denen ® Blatt fragt, ob die „Bremen" ge- Aet worden sei. In der Zeit von 1 Uhr -chmittags bis 10,15 Uhr abends liefen !1 dem Blatt Antworten von Dampfern
Keiner von ihnen hat die „Bremen" Mtet. wobei zu berücksichtigen ist, daß.
das Wetter einigen dieser Dampfer einen Deobachtungs-RadiuS von nur wenigen Kilometern gestattete. Mehrere Dampfer melden Aordwestwind.
Aevhork. 12. April. Das anfänglich hier herrschende klare Wetter wich später zunehmender Bewölkung. Borläu- sige Wetterberichte deuten an. daß die „Bremen" im westlichen Teile des Atlantischen Ozeans ungünstiges Flugwetter antreffen werde. Die Wetterwarte meldete starke Winde, die sich nordöstlich von Aeu»England in der Richtung auf Reufundland bewegen, wo sie. wie man annimmt. bis zum Abend die Stärke eines Sturmes erreichen dürften, der sich über ein weites Gebiet erstrecke. Die „Bremen" ist im Gebiet von Neufundland morgen früh zu erwarten. Nach Ansicht von Beamten der Wetterwarte werde die „Bremen" nur mit Mühe den starken Winden im westlichen Atlantik entgehen können. Sie sind der Ansicht, daß das Flugzeug nach Aeberschreitung der Mitte des Ozeans dauernd gegen starke Winde werde ankämpfen müssen.
Ne «hort, 12. April. Dr. Kimbal von der hiesigen Wetterwarte erklärte, die „Bremen" erhalte im Gegensatz zu den gewöhnlich vorherrschenden Windverhältnissen bei Westflügen eine bettächtliche Windunterstützung. Eine große Schwierigkeit für den Flug bildeten jedoch die Verhältnisse östlich von Neufundland, wo die Temperaturen dem Gefrierpunkt nahe seien. Ein weiteres Hindernis kurz vor dem Ende der Flugstrecke sei die Luftströmung, welche von der Delaware-Küste hinausgezogen fei und heute morgen Eap Cod erreichte und heute abend wahrscheinlich mit einer Windstärke zwischen 44 und 60 Meilen stündlich Sable Island erreichen werde. Ein Eis- pattouillenboot der amerikanischen Regierung berichtete, daß die Temperatur bei der großen Neufundland-Bank heute morgen 36 Grad Fahrenheit betrug und daß die aus Nordwesten kommenden Winde eine Stärke von 28 Meilen erreichten. Der Himmel war teilweise bewölkt. Dr. Kimbal meinte, dieser Wind werde die Tendenz haben, die „Bremen" südlich von Cap Race zu tragen, besonders falls die Flieger die Winddrist nicht genügend in Rechnung stellten.
Rressefltmmen
Das Hauptthema der Londoner Abend- Presse bildet der vzeanflug der „Bremen". Die Blätter enthalten eingehende 'Berichte über die Vorbereitungen und den Start zu dem großen Wagnis, das bereits mehrere Menschenleben gefordert hat. und veröffentlichen Bilder der „Bremen" und ihrer drei Insassen. Laut „Svening News" werden die Flieger, wenn sie über Neufundland fliegen, etwa 3000 Meilen zurückzulegen haben. Sie haben genügend Benzin für 45 Stunden, hoffen jedoch, Neuyork in 36 Stunden zu erreichen. Dem Blatte zufolge führt das Flugzeug ein marmornes Kruzifix mit sich, das die Offiziere der irischen Luftstrett- kräfte dem Piloten Köhl gestiftet haben.
Der Luftfahrtkorrespondent des „S t a r" schreibt, es sei nicht ganz klar, weshalb die Flieger einen Tag wie den heutigen, wo die Flugbedingungen nicht ideal seien, gewählt hätten. Auf dem Ozean wehe Westwind, mit dem während des ganzen Fluges gerechnet werden müsse. Während der ersten Hälfte des Fluges werde die „Bremen" viel Regen antreffen. Der Himmel war heute bewölkt und die Möglichkeit, nach Sonne und Sternen zu navigieren, scheine nicht in Frage zu kommen. Die Bedingungen über der westlichen Hälfte des atlantischen Ozeans seien ein wenia
besser. Das Flugzeug sei nicht mit drahtlosen Apparaten ausgerüstet und die nördliche Route führe, obwohl sie kürzer sei, die Flieger ziemlich weit von der Schiffsroute weg. Der Korrespondent glaubt, daß, wenn die „Bremen" gezwungen werden würde, auf dem Ozean niederzugehen, sie sich nicht länger als eine halbe Stunde über dem Wasser halten könne.
„Daily Expreß" wünscht den „Bre> men"-Fliegern Glück und schreibt: Die drei Flieger führen die guten Wünsche von zwei Kontinenten mit sich. Das Risiko dieses Unternehmens ist in einer Tragödie nach der anderen bewiesen worden. Zn wenigen Zähren werde der Flug nichts Außergewöhnliches mehr fein, aber dieses sind die Tage der Pioniere, wo sie, wenn sie das Abenteuer unternehmen, ihr Leb-m auf das Spiel setzen mit dem vollen Be- wußtsein. daß alles gegen einen Erfolg spricht. Um so mehr Ehre ihnen und auch so herzlicher der Wunsch, daß ihre Tapferkeit belohnt werde. Wenn es sich um Tapferkeit dieser Art handelt, kommt Nationalität nicht mehr in Frage, sondern nur ei« instinktiver und allgemeiner Ruf „Mel Glück".
ff. Washington, 13. April. Das Marineamt wies alle Stattonen der Neu- England-Küste an, den deutschen Fliegern jeden möglichen Beistand zu leisten.
ft. Ne «York, 13. April. Die Stadtbehörden tteffen umfangreiche Vorbereitungen für einen begeisterten Empfang der „Bremen"-Flieger. Bei dem offiziellen Empfang in der Stadthalle heute mittag wird eine riesige Menschenmenge die „Bremen" begrüßen. Die ganze Besatzung des Flugplatzes Mitchellfield wird zur Aufrechterhaltung der Ordnung bei der Landung aufgeboten werden.
ff. Schenectady, 13. April. Der hiesige Kurzwellensender der General- Slectrice-Compagnie mit dem Rufzeichen „2 X“ wird heute von 10 Uhr früh bis 11 Uhr abends Neuyorker Zeit auf Welle 31,4 Metern Nachrichten über den Flug der „Bremen" verbreiten. Die Reichs- Rundfunkgesellschast wird die Meldungen aufnehmen und weiter verbreiten.
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Berlin, 12. Avril. Der Reichsvarteiaus- fdjufc der Deutschen Zentrumsvartei trat Beute vormittag im Sitzungssaal des preußischen Landtages zusammen. Die Sitzung wurde eröffnet mit einer Ansprache des Parteioor- sitzenden Dr. Marx, der einen Rechenschaftsbericht über die Tätigkeit der Zentrumsfraktion des Reichstages erstattete. Hinsichtlich der künftigen Koalition nach den Wahlen erklärte Marx, daß das Zentrum ohne jede Bindung nach rechts und links in die kommenden Wahlen gehe. „Wir werden," so feste er, „unsere Kräfte auch später wieder für die Regierung zur Verfügung stellen, wenn nicht unvorhergesehene Gründe grundsätzlicher Natur entgegenstehen, und werden mit allen Parteien zusammengehen bereit fein die mit uns für das Wohl des Staates und des Volkes einzutreten bereit sind." Mit einem Appell an die Einigkeit und Geschloüen- heit der ganzen Partei schloß Marx seine Ausführungen. Marx machte dann den Parteivorstand offizielle Mitteilungen von bei fertiggeitellten Reichsliste für die kommende Wahl. Diese hat insofern eine Aende- runtj erfahren, als an die Stelle des Abg Herold der schlesische Abg. Dr. P e r l i t u s tritt. Die eigentlichen Verhandlungen wurden mit einer Rede des Reichstagsabg. Prälaten Dr. K a a s über das Thema „D i e kommenden Wahlen" eröffnet. An die Rede des Prälaten Dr. Kaas schloß sich eine mehr stündige Aussprache.
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Kassel, 12. April. Innerhalb des am 12. und 13. April in Kassel stattsindenden Parteitages der Deutschen Vollspartei für den Wahlkreis Hessen - Nassau eröffnete Reichsaußenminister Dr. Stre'emann heute abend in einer öffentlichen Wahlversammlung in der Stadthalle, die von etwa 3 500 Personen besucht war. den Wahlkampf mit einer groß angelegten Rede.
Oberstudienrat Dr. Decker hieß den Parteivorsitzenden im Namen des Wahlkreises Hessen-Nassau herzllch willkommen und dankte ihm. daß er trotz seiner bekannten Arbeitsüberlastung nach Kassel gekommen sei.
Mit brausendem Beifall begrüßt, betrat dann Neichsaußenminister Dr. Strese ^ann die Rednertribüne und führte in seiner Rede über die politische Lage u. a. folgendes aus: Der frühere volksparteiliche Abgeordnete dieses Wahlkreises. Herr Hepp, hat sein Ausscheiden aus der Deutschen Volkspartei mit seinem Gegensätze zur Wirtschaftspolitik der Partei begründet. Folgerichtig mühte Herr Hepp auch allen andern Parteien der Re» gierungskvalition den Kampf ansagen. An dieser Politik der Deichsregierung waren alle Parteien beteiligt, die in ihr vereinigt sind. Wir haben bei dem deutsch-französischen Wirtschaftsvertrag und dem deutsch-grie«. chischen Vertrag genau dieselben Richtlinien verfolgt, unter denen die Verhandlungen mit Polen geführt werden. 3n diesen Fragen bestand im Kabinett Einigkeit. Um so seltsamer ist es. daß die Kritik sich immer wieder an der Wirtschaftspolitik des DeichSwirt- schaftsministers oder des Delchsaußenministers vergreisen will. Wir alle sind uns der schwierigen Lage der Landwirtschaft bewußt, und haben darauf die gebotene Rücksicht genommen. Die Erhaltung der Bauernschaft und des für die Ernährung der Städte uuer- lählichen Grundbesitzes ist eine Frage, in der es keine Parteiunterschiede geben sollte. Der Landbund nutzt den bäuerlichen Interessen nicht, wenn er sich so mit der Parteipolitik befaßt, wie es Graf Kalchreuth in .seiner Rede vor dem Brandenburgischen Landtag getan hat, die in eine Empfehlung an die Deutschnativnal« Partei hinauslief. Die landwirtschaftliche Frage ist im übrigen nicht nur eine Frage des Zollschutzes, sondern auch eine Frage der inneren Organisation zur besseren Befriedigung des heimischen Bedarfs. So, wie in der Gesamtwirtfchaft leider der individuelle Betrieb den Konzernen hat Weichen müssen, so kann er sich auch in der Landwirtschaft nicht auftecht erhalten, wenn wir nicht gegenüber dem Wettbewerb der ausländischen Konzernwirtschast erliegen wollen.
Zur Innenpolitik übergehend, führte der Reichsaußenminister aus: Das Sche iern des Schulgesetzes war zugleich das Scheitern der Koalition. Mancher sucht die Schuld der Deutschen Dolkspartei aufzubürden. Cs ist geradezu grotesk, Herrn Dr. Scholz, der, wie kein anderer, seit Jahren für eine bürgerliche Koalition gewirkt hat, als denjenigen hinzustellen, der mutwillig dieser Koalition den Scheidebrief gegeben hätte. Der Hauptgegenstand der Schulsrage war der Kampf um die Erhaltung der Simullanschule. Aber man hat fettens des Zentrums und der Deutfchnationalen eine Lösung überhaupt nicht abgewartet, da man in der Frage der Simultanschule nicht einmal diejenige Fassung akzeptieren wvllle. die im Äabinett von den beiden volksparteilichen Ministern vertreten wurde, und die sich vollkommen deckt mtt dem Reichsschulgesetzentwurf des Kabinetts Feh- renbach, nämlich die Erhaltung der Simultan- schule in ihren historischen Gebieten bis zu dem Zeitpunkt, wo die Länder selbst ihre LAuslösung beschließen. Wenn die Welt- anschauung des Zentrums ihm gestattete, diese Fassung in dem einstigen Reichsschulgesrtzent- wurf zu ertragen, so ist nicht zu verstehen, warum diejen gen Kutt-rlämpfer se.n folkn, die heute für eine Bestimmung eintreten, die vor wenigen Jahren dem Zentum annehmbar erschien. Wir haben mit kufturkämpferischen Neigungen nichts zu tun. Ich habe stets an das Wort Dassermanns gedacht, daß der Kulturkampf der größte Fehler der Dis- marckschen Politik und des Liberalismus gewesen fei, und danach meine Einstellung gebildet.
Die heutige Situation läßt irgendwelche Voraussagen für künftige Koalitionen nicht mtt Sicherheit zu. Nicht bet Wahlausfall entscheidet über die künftige Regierung, sondern die Persönlichkeiten, die die Aktionen führen. Die Deutschnationalen scheinen sich auf eine künftige Opposittonsftellung einzu-