Einzelbild herunterladen
 

Donnerstag, lMlLMillSA

fit jDfxrbemf»« Zettmig" « Md fe»<*Äl wichentlich. 8e- pgjpttU monatlich 2 SW. <m* jchkioßl. Zustellung«gebühr, durch hj^ostTLL GM.Für etwa tnfolg« Atrrtk«, Maschinen defekte oder ^cteceUrett Ereignisse ausfallend« Kiornmern wird kein Ersatz go» giftet. Verlag d. Dr. §. Kitzeroth, Drrrrk der Unid.-Buchdruckerei v. g* Slug. Koch, Markt 21/23. A^nsprecher: Nr. 54. n. Nr. 65. Vosische-kkvnto: Amt Frankfurt c 1K. Nr 5016. Sprech,et, W «edaktion von 1011 m» ^,1-1 Uhr.

öbechMsche

***** /IAifi DGMM **

rageSWktW / ey ll|| toteww

Anzeiger für (bas frühere kurhessische) Oberhessen

«r. S6 63. Mrg. Marburg a. Mn

Va Snzetgenprri« betragt für de» 10 gespalt. Zeilenmlllimeter 0.08 SW, kleine Varanjetge» 0.08 SW- amtlich« and an* wLrtig» Anzeige» 0.10 SW Sei schwierigem Satz sowie bei Platz, tzorschetft 60*1. Aufschlag. - Sammetan^ige» 100 *tt Auf, schlag. Reklame» de, Willi«. S.40 SW Zeder Rabat, gilt ab varradaN Ziel » Sagt. Belege werden berechnet. eben so Auskunft durch M» Seschüsr «stell, and Zusendung »er Sngedoke Cte füllunqsor, Warburg.

t CoUMM<t '/«^Dollar

Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen ffir Stadt und Kreis Marburg. Xamr* «......... »IW ' i- --

DieBremen" auf tem Wese nach Amerika

fl Seblin, 12. Hptil. Das Flugzeug Ire«««" ist heute frSH 8.38 Uhr ,um Flug muh Amerika gestartet.

Die$re«en" iiber dem Atlantik.

ft. Newyork, 12. Avril. Der3«tet» eetioual Siems Service" meldet; DieBre- vasfierte um 7.05 Uhr die Galway- Sacht an der Westküste Irlands iu scharf «rdweftlicher Richtung. Di«Bremen" befin­det sich nunmehr über dem offenen Ozean.

Wetterprognose für New Bork.

st. New Bork, 12. April. Das Wetter- Sir» meldet, dah heute iu New York und In Neuengland-Staaten Regen, morgen sch Sure Wetter herrschen wird.

*

Wieder hat sich ein Tollkühner man kann ihn nicht anders bezeichnen ent- schlosseu, aufs Neue das grotze Wagnis, das bislang noch keinem geglückt ist,, dennoch *u unternehmen: mit seinem Flugzeug die Reise über den Ozean von Europa «ach Amerika anzutreten. Diesmal ist es ch« Deutscher, ist es der Hauptmann Köhl, der schon im vorigen Jahre den Versuch »mernahm, mit derBremen" den M- lanlischen Ozean zu überqueren. Damals Ist das Unternefjmen, für das unter an­derem die Jahreszeit schon zu ungünstig ge­worden war die ersten Herbststürme kauften über das weite Meer mißglückt. Aber der Flieger hat sich durch dies Lche:- tttn des ersten Versuches keineswegs ab- halten lassen. Erst setzt erfährt man, daß «r sich schon während des ganzen Winters hartnäckig weiter mit der Idee getragen, 813 erster europäischer Flieger dennoch stürme und Wellen zu bezwingen und tof seiner Maschine bis zu den Vereinigten Staaten in ununterbrochenem Flug vorzu- ßvßen. Neber das ganze Unternehmen hat «an das größte Stillschweigen bewahrt, «icht einmal die Deutsche Lufthansa, der Hauptmann Köhl angehörte, aus der er «6er, weil sie nimmermehr zu dem wage­halsigen Versuch ihre Einwilligung gegeben Witte, vor kurzem ausschied, war orientiert.

In Amerika hat die Nachricht, daß Köhl in Irland gestartet fet, die größte Sensation hervorgerufen. Schon trifft man Vorbereitungen für den Empfang. Trotz aller gegenteiligen bisherigen Erfahrungen hält man es dort absolut nicht für auS- zrschlossen, daß der Versuch glücken könne, stöhl selbst scheint von dem Gelingen seines Auges felsenfest überzeugt zu sein, zumal tt erklärt hat, absolut nicht tollkühn vor- -ehen, sondern den Start erst wagen zu dollen, wenn gute Chancen für ein Ge­igen gegeben seien. Seinen Optimismus beweist schon allein jeine Erklärung, dqI *t, wenn er in Amerika angekommen fei, ®ut noch einmal vorübergehend nach Deutschland kommen werde, um hier seine Angelegenheiten zu ordnen; im übrigen biß er für immer in Amerika bleiben und tert eine Transozeanfluggesellschaft ins Le­ben rufen, die unter feiner Leitung stehen wll. Mit diesem Projekt hat et sich schon büfie getragen.

Zn Deutschland aber herrscht die ernsteste borge um ihn. Diese Sorge ist begreiflich. 3m oft schon ist der gleiche Versuch unter­nommen worden, ohne zum Ziele zu füh- kkn; zuviele Schatten von Toten, Opfern, He das gleiche Wagnis erforderte, stehen ruf und lassen kaum etwas anderes auf« Wmen als die schwersten Befürchtungen. Die Welt hat sich noch nicht einmal be- Wgt über das Schicksal des letzten Flie- fers, den, wenn auch bisher keine be- nmte Nachricht vorliegt, doch mit Sicher- «it der nimmer satte Ozean verschlang «er das Schicksal des englischen Kapitäns i vinchcliff und seiner Begleiterin, der schö- i und verwöhnten Miß Elsie Mackah, bit denen die Totenliste des Jahres 1928 b^ann Auch sie haben sich nicht warnen bffen durch das Schicksal ihrer Vorgänger * Jahre 1927...

Unter diesen unglücklichen Vorgängern bfiffen an erster Stelle die beiden Fran­ken Nungesser und Coli genannt werden.

wieder hat ein Flug derartige Anteil- Mrn, und Sensation hervorgerufen wie °*I«t, weil «s das erste Wagnis der Ozean­

überquerung überhaupt war. Die Fran­zosen waren den verschiedenen amerikani­schen Fliegern, die sich mit der gleichen Absicht trugen, zuvor gekommen. Als ihr Schicksal immer ungewisser wurde, ver­mochte die Depression, die ihr alsbald nicht mehr zu leugnender Untergang hervorrief, alle anderen Konkurrenten auf Wochen hin­aus einzuschüchtern und zum Abwarten zu zwingen. Bekannt ist das rührende Ver­trauen der Mutter Nungessers, die, selbst als keine Hoffnung mehr möglich war, nicht daran glauben wollte, daß ihr Sohn umge- kommen.Er wirb wiederkehren, ich weiß es bestimmt!" sagte sie noch zu Lindbergh, als er. der Erste, dem von Amerika aus die Bezwingung des Ozeans glückte, ihr seinen Besuch abstattete. Nun, er ist nicht

wiedergekehrt, er nicht und nicht fein Ge­nosse Coli; nie wieder hat man etwas von ihnen oder ihrem Flugzeug gesehen noch gehört ein dunkles Geheimnis des tückischen Weltmeeres mehr...

Sie waren die Ersten, die beiden Fran­zosen, aber sie sind nicht die letzten ge­blieben. Die Epidemie der Ozeanflüge war in vollem Schwünge und nicht mehr ein­zudämmen Todesopfer reihte sich an Todesopfer. Meist Waren es englische Flie­ger, die das Wagnis mit dem Leben büß­ten. Wohl noch in aller Erinnerung ist daS Schicksal des St. Raphael, der, besetzt mit Oberst Michin, Kapitän Leslte und Der über sechzig Jahre alten Prinzessin von Löwenstein-Wertheim, am letzten Augusttag des vergangenen Jahres sich in die Lüfte

erhob, um über Neufundland nach Kanada zu gelangen. Auch von ihnen hat man nie wieder etwas gehört. Zwischendurch stie­gen wieder zwei Flugzeuge von Amerika auf:Old Glorh" undSir John Carling". Die.letztgenannte Maschine verscholl sofort. VonJDIb Glorh" hörte man wenigstens noch drahtlose Hilferufe auf hoher See. Eine ganze Anzahl von Schiffen steuert« sofort in die Richtung, aus der die SOS- Schreie kamen; aber es war schon zu spät. Keine Spur wurde mehr von den beide» Fliegern und dem Flugzeug entdeckt. Die Katastrophe der Wettfli^enS nach Hawat sei nur nebenbei erwähnt. Sie allein, kostete sieben Menschenleben. Im ganzen umfaßt die Totenlifte der Ozeanflüge aus dem vergangenen Jahre über dreißig Damen I

Schwere Eifenbahnkataftrophe m Paris zwei Me auicinanta gefahren 20 Ate 19 Mmwerletzte

Paris, 11. April. Auf dem Rordvahn- hof hat sich heute vormittag ein schweres Eisenbahnunglück ereignet, über da« die Eisenbahngesellschaft folgendes Kommunique ausgibt:

Kurz vor dem Nordbahnhof stieß der aus Amiens kommende Zug mit einem aus Villiers-Le-Bel einfahrenden Zuge zusammen. Sech« Personen war* den getötet, etwa zehn verwundet. Die Ursache de« Unglück» ist noch nicht fest- gestellt.

Gegen 5 Uhr nachmittags teilt die Agentur Havas mit. daß die Z a h 1 der Tote« bereit» auf neu« ge­stiegen sei; außerdem feie« 17 Reisende schwer verletzt. Ma» nimmt na«, daß der Unfall auf falsche Weichenstellung zurück- ,iu führen sei.

Rach einem andere« Bericht handelt es sich bei einem der Züge um einen Expreß- zug, der nach der Rennbahn Enghien ab­gelassen worden war. DasJournal des Debats" sprichtbereitsvouzwau, zig Tote«. Rach diesem Blatt st«d die beide« Züge derart scharf aufeinander ge­fahren. daß die beide« Lokomotive« auf­recht standen. Die beide« Wage« erster und zweiter Klasse habe« sich auf eine Länge von fünf Meter« i«eiaa«der ge» schoben. Die Reisenden, die nicht sofort tot wäre«, wurden schwer verletzt und konnte« «ur mit Mühe au» den Trümmer» befreit werde«.

Die Unglücksstelle, an der sich heute in den frühen Nachmittagsstunden knapp vor der Einfahrt zum Pariser Nordbahnhof der schwere Zusammenstoß zwischen zwei Eisenbahnzügen, einem Lokalzug und einem Fernzug ereignete, bietet einen furchtbaren Anblick. Menschliche Körper, Wagenteile und Eisenstücke bedecken den Boden. Unter den Trümmern der buchstäb­lich zersplitterten Wagen ist das Stöhnen von noch nicht Geborgenen zu hören. Das von allen Bahnhöfen herbeigeeilte Hilfs­personal und die Feuerwehr bemühen sich, die Rettungsarbeiten zu beschleunigen. Bisher wird die Zahl der Toten auf min­destens 20 geschaßt, die der Verletzten über­steigt bereits 40. darunter 17 Schwerver­letzte. Man befürchtet jedoch, daß sich un­ter den Trümmern noch zah reiche Tote be­finden. Einer jungen Mutter, die mit zwei Kindern reiste, wurden beide Beine aus dem Leibe gerisien. Auch ein Säug­ling wurde gelötet. Der Leiter der Pariser Polizei und die leitenden Persönlichkeiten

des Eisenbahndienstes haben sich an Ort und Stelle begeben. Alle Züge haben viele Stunden Verspätung, da die Zufahrt zum Bahnhof noch nicht freigemacht werden tonte. In den frühen Abendstunden wurde von der Eisenbahngesellschaft ein Bericht herausgegeben, in dem jedoch nur die Tat­sache des Unglücks bekanntgegeben wird.

Paris, 11. April. Aus der am Nach­mittag veröffentlichten Liste der bei dem Eisenbahnunglück am Nordbahnhof Ge­töteten und Verletzten ergibt sich, daß sämtliche zu Schaden gekommenen Personen Franzosen find. Der stellvertretende Minister für öffentliche Arbeiten, Barthon, hat sich mit höheren

Lerli«, 1L April. 3m Amtsgericht za Moabit kam es am Mittwoch zu «iaem be­wegte« Auftritt. Aus de« Borzimmer des Reichsgerichtsrates Dr. Bogt wurde von einer schwerbewaffnet«« Land« der wegen Landesverrat in Seit fitzende Schrift­steller Otto Brann befreit. Trotz der so­fort aufgenommenen Verfolgung konnte Braun noch nicht wieder verhaftet werden. Brau« befand fich seit dem vorigen Jahre wegen Lan­desverrats in Untersuchungshaft. Seit einiger Zeit hatte seine Freundin, die »wanzkgiSbrige Olga Brnario, die Erlaubnis, ihn ab und r« im Gefängnis zu besuchen. Reichsgerichtsrat Bogt batte ihr nach am Mittwoch wieder diese Erlaubnis erteilt. Plötzlich drangen sechs bis acht sonntäglich gekleidete innge Bursche« in das Zimmer, hielten den Beamtea Revolver vor di, Brust und forderten fie auf, di« Sand« hoch zu nehmen. Ms ei« Justizwacht­meister versuchte, dem einen Burschen de« Re­volver ans der Sand zu schlagen, bekam er mit «ine« GummiknSvel mehrer« Schläge auf den Kopf, so dah er z« Boden fiel. Zwei andere stürzte« sich auf eine« ebenfalls anwesenden Jnftizobersekretär und würgte« ihn, weil er um SUfe schrie. In der Zwischenzeit alarmier­te« andere Juftizbeamte, die die Hilferufe ge­hört hatten, das ganze Saus. Lou allen Sei­ten eilten Juftizbeamte and Polizisten herbei. Doch ehe die Ausgänge versperrt worden waren, gelang es de» Verbrechern in einem bereitstehenden Auto zu entfliehen. Am Aus­gang, konnte «an nur eine« festnehmen. Er verweigerte zunächst alle Angaben über seine Serkunft und seinen Stand. Erft später ge­stand er ein, dah der Plan seitachtTage« sorgfältig vorbereitet worden sei. Er behauvtet jedoch, daß er di« andere» Mit­

Beamten der Eisenbahndirektion der Nord, bahn an Ort und Stelle begeben.

fk. P a t i s, 12. April. Der wegen fahr­lässiger Tötung festgenommen« Zugführer des nach Amiens bestimmten Zuges soll zugegeben haben, ei« Haltesignal überfahre« zu habe«. Der Führer des ELterznges ist feine« See, letznngeu erlegen.

Rach den letzten Meldungen beträgt di« Zahl der bei dem Eisenbahnunglück ge­tötete« Person«« 2 0, bi« de, Schwerverletzten 19.

verschworenen nicht gekannt habe und daß überhaupt keiner von der Persönttchkett des anderen Kenntnis gehabt habe. Er gab dann an, daß er Karl Philipp beide. Er sei Schläch- tergeselle von Beruf und 24 Jahre alt. Die bei ihm gefuudeue Dreysepistole will er er­halten habe». Auch di« anbtten feien in der­selbe» Weise ausgerüstet morde». Bo» den übrige» an de« lleberfall Betettigten hat di« Kri«inalvoliz«i trotz sofort anfgeuommener Ermittelungen bisher «och leise Spur ge. sande«.

500 Setgmbtitet rrlninkru

Rewqork. 11. April. Aus Pekiug wird eine Bergwerkskatastrophe gemeldet, die mit ihrer ganze« Schwere wohl alles bisher Dageweseae in den Schatten stellt. S00 Menschen ertranken i« den Schächte», ohne daß ihnen eine Rettung zuteil werde« konnte.

Die Scharen der Arbeiter wurden dies­mal weder durch Schlagwetterexplosion noch durch das Hereinorechen unterirdischer Eewäfier heimgesucht. Das Bergwerk ist vielmehr das Opfer einer Ueber- schwemmung geworden. Infolge Hoch- wch'sers barst der Damm bei Mulden. Die entiesielten Elemente fegten alles fort, was |iu) Ihnen IN den Weg Heute. Hauser stürz­ten zusammen, nachdem sie von den Be­wohnern fluchtartig verlassen worden waren. In der wilden Panik, bei der jeder nur das eigene Leben zu retten trach­tete. gedachten wenige der Unglücklichen, die sich in den Schächten der Fushun-Berg- werke befanden. Die Wasiermassen füll­te» im Augenblick sämtliche Eingänge, jo

Wildwest in Berlin

«ommunilten befreien bin Mottmkt Staun