Einzelbild herunterladen
 

MNtvvch, wn n w 1928

»t JD*«MPW< Sdtelfl**- bbeütt ftch-mal vLchrnttich. 6c- |ggfl>td# ownatltch 2 GW. au«- tolteßL Zuskllm,g«g«bübr, durch »iePoflLLS SM.Für etwa tafrige etaili, Maschinen defekte oder (festen tarer Eretgniffe ausfallend« Jtaemetu wird kein Ersatz ge» Met. Verlag d. Dr. §. Kitzervlh, Druck der Uuid.-Buchdruckerei d. Ach. «lug. «och, Markt 21/23. Fernsprecher: 9tt. 64. tu 9kr. 65. Postscheckkonto: ®mt Frankfurt g, M. S?t. 6015. Sprechzeit ft; Redaktion von 1011 mrd »1,11 Uhr.

»

VberheMche steimtt jg MH MO ck GG MZ S-Wch« ra«t«W <]|l|£|l O ||M Wttw

Anzeiger für (bas frühere knrhefsische) Oberhessen

St. 85 63. Mkg. Marburg a. Lahn

Der Dnzetgenpret« betrögt str dm lO gespalt. Zellemuilltmeter 0.08 GW. {leint Saran,eig« M6 6SBU amtliche «d aus­wärtige Anzeigen 0.10 GM. Sei schwierigem Satz sowie bei Platz- Vorschrift 60-i. Aufschlag. - Sammelanzeige* 100 *U Auf­schlag. Reklamen der Milli». 0,40 GM. Jeder Rabatt gOl als Varrabatt. Ziel 6 Lage, ««lege werden berechnet, «bm so Auskunft durch di» Geschäftsstelle und Zusendung der Angebot«. Er füllungsort Marburg.

I Goldurark V^Dollar.

Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg.

SS

Ge-enkfeier für Albrecht Dürer m Rümbers

Nürnberg, 10. April. Nürnbergs Alt­stadt hat für die Dürertage einen ihrem Charakter sorzfältig angepaßten künst- Itr.i sch en Festschrnuck erhallen. Dom Bahnhofsplatz zur Königstraße, von dort nach !tzm Hauptmarkt und bis zum Albrecht- Äirer-Plah wehen zahllose Flaggen in allen Farben, die zum größten Teil in den Formen mittelalterlicher Danner und Wimpel gehalten sind. Mit besonderer Liebe ist der Albrecht- Dürer-Plah geschmückt: hier erheben sich Masten mit kostbaren Fahnen, deren Oberfeld auf Goldgrund das Zeichen des alten Meisters trägt. Rechts und links im Hintergrund htf Denkmals hängen aus allen Fenstern rote mit reichen Ornamenten durchwirkte Tep» jnche, die dem Watz ein eigenartiges, an fOhere Zeiten gemahnendes Gepräge ver­leihen. Das hohe Eisengitter vor dem Denk» Ml ist verschwunden, das schöne Dürerstand- bM erhebt sich jetzt frei vor em em Hinter­grund von Pflanzen, deren lebhaftes Grün mit dem Rot der Teppiche an den Häuser- fwnten in festlicher Harmonie zusammenklingt. 3n den Straßen herrscht lebhaftes festliches Treiben.

Die Gedenkfeier im Rathaus.

Nürnberg, 10. April. 2m festlich ge­schmückten großen Aathaussaal fand heute abend um 1/2S Ahr die von der Stadt Nürn­berg veranstaltete

Gedenkfeier für Albrecht Dürer

fctt Unter den Ersch jener en bemerkte man . «n Neichsminister des Innern v. K e u d e l l.

den preußischen Kultusminister Dr. Decker, den bayerischen Kultusminister Dr. Gol­de n b e r g e r, den thüringischen Kultus­minister Dr. Leutheuser, zahlreiche wertere Vertretet des öffentlichen Leb ms in Deutfch- land, Dertreter der durch Leihgaben an der Dürerausstellung beteiligten fremden Staaten, ferner Dertreter der Stadt Nürnberg, des Handels und der 2ndustrie und eine große Anzahl Pressevertreter des In- und Aus-

Eingeleitet wurde die Feier mit der Mo­tette:Sobfinget Gott dem Herrn, all ihr Böller", vorgetragen von dem Derein zur Wege alter Musik und dem Nürnberger augendchor.

Dann ergriff Nürnbergs Oberbürger- «erster Dr. Luppe das Wort und führte u. a. aus: Nürnberg will seinen großen Sohn ehren. Schlicht und einfach, wie der große Deister, aber würdig und eindringlich soll alles sein, was Nürnberg seinen Bürgern und Gästen bietet.

Alles Dolk soll sich vertiefen können in Lürers Werk tote in feine Persönlichkeit: Geist und Kultur aus Nürnbergs Blütezeit soll vor uns erstehen und Kunst und Kultur unserer Seit sollte wetteifern mit den Werken der Alten, von ihnen lernen und aus ihnen neue Sreude und Derständnis gewinnen. Dr. Luppe ging sodann auf die geplanten Deranstal- taigen während des Dürerjahres ein, über penen der Geist Albrecht Dürers schweben '»lle. des ernsten, liefinnerlichen Mannes, des fingen ben und strebenden Künstlers, der -roßen schöpferischen Persönlichkeit. -

U Geheimrat Professor Wölfflin-Zürich

-ab darauf als einer der besten Kenner Bürerscher Kunst der Dersammlung in großen ihnrrffen ein Spiegelbild des Lebens und vchatfens Albrecht Dürers, der in die deutsche »unst die geklärte plastische Anschauung ge­bracht habe, aus dessen Zeichnungen eine «gentümliche Wärme und Beweglichkeit «rahle, bei dem grundsätzlich alles Spannung tob Aktion sei: derDürerblick" habe nicht seinesgleichen. Der Nedner beschäftigte sich ®bann mit dem Einfluß der italienischen «unst auf Dürer. Am meisten hebe sich Bürer von seinen deutschen Zeitgenossen da- »urch ab, daß er nach einer letzten vollkommen «bsvluten Form verlangte. Für den Deutschen «i es bezeichnend, daß in der Gesamtsumme J>n Dürers Kunst allein das 2ndividuell- »inmalige in seiner unübersehbaren Mannig- «ltigkeit den Ausschlag gebe; die große fitt- «che Charakterfigur sei dte eigentliche vchöpfung Dürers geworden. Wie anders Äs heute, rief der Dortragende aus, hat Dürer die Aufgabe des Künstlers gefaßt! Bein Darstellen war ein Erkennen der Natur, rie tiefste Bewegung der Dürerzeit etne reli­giöse. Mit seiner Kunst arbeitete er, die «ibel verstehen zu lernen. Sein Christus typ dar eine religiöse Tat. Als Dürers Schöpfung »«bleibe «in Typus des großen Menschen,

der vorher nicht da war. Nm für den großen Menschen die Fornr finden zu können, mußte Dürer sich selbst zum großen Menschen er­zogen haben. Nicht als ästethische Natur, sonders durch das Ganze seines menschlichen Wesens ist Dürer unser volkstümlicher Maler geworden, das Nrblld des deutschen: st'ers, vor dem wir in dieser Gedächtntsstunde ver­ehrend, liebend, dankend uns Derne gen.

Nachdem die OsterkantateDictorja plaudtte coelites" verklungen war. hatte die Feier djr Ende erreicht. 2m Nachaushof hatten Der­treter der Deutschen Künstlerschaft um 9 Nhr Aufstellung zu einem

Fackelzug nach dem Dürer-Denkmal genommen. Mm 1/210 Mhr bewegte sich der Fackelzug unter Glockengeläute durch die ab­geblendeten Straßen und zwar über den alt­historischen Hauptmarkt, durch die Tuchergasse und Winllerstraße. vorbei an Dürers Ge­burtshaus. nach dem Albrecht-Dürer-Platz, alles Zeugen Dürerscher Zeit, überall von einer stumm verharrenden, dichten Menschen­menge umsäumt. Eingele tet wurde die Hul­digung mit einem Männerchor des Fränkischen Sängerbundes, der BeethovensGottes Macht und Vorsehung" vortrug. Cs folgte ein ge­mischter Chor des Sängerkartells Nürnberg des Deutschen Arbestersängerbundes mit dem Festlied" vpn Schütz,

Professor Nudolf Schiestl trat darauf an das Denkmal Dürers und sprach im Namen der Deutschen Künstlerschast Hul­digungsworte. Einmütig sei die Bewunde­rung. die Begeisteriing über das. was Dürer geschaffen habe. 2n seinem Werk feierten wir den Sieg der Mnfterblichkeit großer Kunst über die Vergänglichkeit des Menschen. Nach Erwähnung dessen, was Dürers Werk zum edelsten Ausdruck deutschen Wesens empor- gehoben habe, pries Professor Schiestl Albrecht Dürer als Synibol deutscher Kimst und schloß: Deutsch fein heißt: eine Sache ihrer selbst willen tun. Du hast's getan, Albrecht Dürer, du aufrechter deutscher Weister!"

Ein gemeinsamer Chor des Fränkischen Sängerbundes und des Sängerkartells Nürn­berg des Deutschen Arbeitersängerbundes unter Begleitung eines Musikkorps stimmte darauf den Chor aus den Meistersingern von Nürnberg an:Wacht auf".

Nachdem der Chor verklungen war, mar­schierte der Fackelzug unter Dorantritt einiger Bläser vor das Albrecht-Dürer-Haus am Tiek- gärtner Tor, wo die Fackeln zusammen- geworfen wurden. Eine prächtige Burg- beleuchtung, die Tausende und Aber­tausende von Zuschauern angelockt hatte, bildete den Abschluß des Gedenk- und Hul­digungstages.

Fapans Kampf gegen

WamnWgr Wühlarbeit mit rulfiiditm Seite

Tokio. 10. April. Nachdem die Unter­suchung gegen die am 15. Mär, verhafteten Kommunisten beendet ist, hat die Regie­rung die Zensur für Nachrichten über Ja­pan aufgehoben. Der Eeneralstaatsanwalt erklärte dem Vertreter einer Zeitung: Der S a u p t e i n d r u ck, de« man aus der ganzen Angelegenheit gewinnt, ist der, daß die Lage ernst ist.deun Japan sieht sich angesichts der ziemlich ver­breiteten aufrührerischen Bewegung einer ungemein große« inneren Schwie­rigkeit gegenüber. Der gegen­wärtige Versuch, die Grundlagen des Reiches zu erschüttern, der zwar aus dem eigenen Lande kommt, aber von den radi­kalen Gedanken eines anderen Volkes be- einflußt ist. ist weit schwerwiegender, als eine von auße« kommende Drohung einer bewaffneten Macht.

ff. London. 11. April. Heber den umfassenden Zugriff der japanischen Re­gierung gegen die kommunistischen Or­ganisationen wird weiter aus Tokio be­richtet, daß weniger die polizeilichen Fest­

stellungen über die Zahl der Kommunisten oder die Aufdeckung bestehender Komplotte zu der Beunruhigung der Behörden führ­ten, als die Aufdeckung eines sehr ak­tiven Organisationsnetzes, ddas die kommunistische Idee in alle Arbeiter­gruppen hineintrug. Das japanische Justiz­ministerium veröffentlichte eine Er­klärung. daß als Ziel der Kommunisten die Schaffung sozialer Unruhen in Japan und die Ersetzung des gegenwärtigen Re­gierungssystems durch eine Diktatur der Bauern und Arbeiter bezeichnet. Die kom­munistische Partei hat durch eine aktivePro- paganda eine sehr beträchtliche Ver­mehrung erfahren.

Die japanische Presse veröffentlicht heute Einzelheiten über die kommunistische Akti­vität in den letzten fünf Jahren und über die finanziellen Zuwendungen Moskaus für die Errichtung einer kommunistischen Partei in Japan. Von den in der Rächt vom 1. März in 54 Präfekturen verhafte­ten 1013 Personen ist die größte Zahl wie­der frei gelassen worden. Der japanische Ministerpräsident Baron Tamaka er­stattete gestern mittag dem Kaiser Bericht über den Stand der Angelegenheit.

Sie Mmefc inNim

3« der gespannten Lage i« Hankau.

fk. P a r i s. 11. April. Rach den letzten aus Schanghai vorliegenden Nachrichten scheint die Situation in Hankau ziem­lich ernst zu sein, was durch die Abreise des französischen Admirals Stotz aus Schanghai bestätigt wird. Man be­fürchtet Unruhen in Hank au, aber im allgemeinen sind die Ausländer der Ansicht, daß die Anwesenheit des französischen Admirals und der Marine­truppen für das französische Vertragsge­biet einen genügenden Schutz darstellt.

Wie aus PEng gemeldet wird, sind heftige Schlachten auf drei Fronten im Gange. In dem Gebiet von S ch a n i i find die Nordtruppen im Vorteil. Sie nahmen die Kohlengruben von Tsing-Tsing ei«.

Sie Mtbafltftn Stoischen in Rostan

Moskau. 10. April (TU.) Wie aus Moskau gemeldet wird, war die Ankunft der verhafteten deutschen Ingenieure streng gehet m gehalten worden. Die Eisenbahnwagen, in denen sich die Ver­hafteten befanden, wurden sofort bei Ein­treffen in der Umgebung von Moskau von einer Abteilung der &. P. U.-Truppen um­ringt. Die Gefangenen wurden in Auto­mobilen nach dem Ljubajnka-Gefängnis gebracht. Weitere Vernehmungen werden nicht mehr stattfinden, dadie Anklage­schrift bereits abgeschlossen ist. Die verhafteten Deutschen sind von den anderen Gefängnisinsassen abgesondert. Eie sollen die Eisenbahnfahrt im allge­meinen gut überstanden haben. Nur Meher soll noch immer unter seinem Nerven­zusammenbruch leiden.

Primäre nnö Nt Roirnrnliontz fragt

Der Neparativnsagent Parker Gilbert hat sich nach Rom begeben, um mit dem italienischen Finanzminister zu verhandeln. Sein Besuch in der italienischen Haupt­stadt erfolgt selbstverständlich im Zu­sammenhang mit den seit einiger Zeit schwebenden Erörterungen über das Re- parationS- und Schuldenproblem, die von dem außerordentlich rührigen Amerikaner in der letzten Zeit mit den maßgebenden Kreisen der Polifik und Hochfinanz in den Hauptstädten des europäischen Kontinents sowie drüben in Amerika gepflogen worden sind. Zweifellos kommt diesen Verhand­lungen, die den Reparationsagenten nach Washington, Paris, London und zuletzt nach Rom geführt haben, ganz besondere Bedeutung zu, und von den Feststellungen, die er auf diesen Reisen macht, wird die weitere Entwicklung des Reparationspro­blems ganz gewiß wesentlich bestimmt wer­den. Dis zu den realen Verhandlungen zwischen Schuldnern und Gläubigern ist allerdings noch ein weiter Weg, und es ist mit Recht schon darauf hingewiesen wor­den, daß eine Klärung frühestens im näch. sten Jahr nach der Neuwahl des ameri­kanischen Präsidenten und nach dem Zu­sammentritt des Kongresses zu erwarten ist. Denn, welche der in letzter Zeit ge­nannten Kombinationen auch immer kon- grete Gestalt annehmen mag. keine von ihnen ist durchführbarer ohne die Hilfe der amerikanischen Finanz.

Cs wird selbstverständlich diel davon ab­hängen, wie sich in der Zwischenzeit die politischen Beziehungen zwischen den Hauptbeteiligten gestalten und wie diese sich grundsätzlich zur Frage der Repara- tionen und Schulden einstellen. Was Deutschland und Frankreich angeht, so sind die Erklärungen Poincares in Carcassonne ein Lichtblick, der zu der Hoffnung be­rechtigt, dah die kommenden großen inter­nationalen Verhandlungen über die Revi­sion des Dawesplanes nicht unter der In­transigenz eines auf einem Schein bestehen­den Gläubigers zur Erfolglosigkeit verur­teilt sind. ES ist vielleicht ein etwas vor­eiliger Optimismus, wenn der Pariser Korrespondent eines großen deutschen Blattes von der Rede in Carcassonne am 2. April d. IS. schonPoincares befi- nitive Bekehrung zur Politik des Friedens und der Verständigung" datieren zu kön­nen glaubt. Aber, daß in der Rede von Carcaffonne ein Fortschritt gegenüber früheren Aeuherungen des französischen Ministerpräsidenten liegt und daß diese gerade in reparationspolitischer Hinsicht zu einigen Hoffnungen berechtigt, zeigt schon der Gang des Diskussion, den die Reparattonsftage im letzten halben Jahr unter der besonderen Beteiligung Poin­cares genommen hat.

Am 10. Dezember v. I. hat der Repara- tionsagertt in seinem Jahresbericht die Notwendigkeit einer enögülti gen Festsetzung der deutschen Re­parationsverpflichtungen be­gründet. Vierzehn Tage darauf, am 23. Dezember, erklärte Poincare schroff ab­weisend, »die der deutschen Ver­pflichtungen ist von der Repararionskom- Mission endgültig festgesetzt worden. Die Kommiffivn selbst hat nicht mehr das Recht, diese Ziffern zu ändern." In­zwischen hat sich mancherlei ereignet. Wir sind unter anderem Zeuge eines Rede­duells zwischen Poincare und Stresemann gewesen, in dem Poincare das letzte ent­scheidende Wort gesprochen hat, als er in Carcassonne erklärte, dah Frankreich durch­aus nicht abgeneigt sei, in neue Verhand­lungen über die Reparationsfrage einzu­treten.Keine Nation," führte Poincare weiter aus,hat stärker als Frankreich das Gefühl der wirtschaftüchen Solidarität, bk alle Völler der Well verbindet."

Wll möchten annehmen, daß hier eine Entwicklung, wenn nicht gar ein euntb»