Einzelbild herunterladen
 

DltNM», M10.Apktt1SA

«f JOW* SdftmT * Mxt sechsmal vLcheatllch. Vv- Wgsp«ts «vnaLich 2 SW. «* «Hließl. Zustellimgsgebichr, durch UriBoflMS eOt^fc etwa «folg« Streik«. Waschiueudefekt« »der

ffinauat wird ked» Ersatz ge­testet. Verlag d. Dr. §. Hihervth, »«ck der U»ib.-L»chdruckerri k

5* Sog. Koch, Markt 21/23. Armsprecher: Sir. 54. «. Rr. SS. Postscheckkonto: Amt Frankfurt

W. Rr. 6015. — Sprech,«It ktt Kedaktio» ton 10—11 «d

. »j.1-1 Uhr.

obechessische LL ^Ißftuno

Mr. 8f er. Saftg. Marburg a.Mn

Da Arqetgenpret« beträgt st» dm 10 gespalt. ZeüenmMmrter 0.08 SM, tittat Varanrelg«

M6 »SR, amtlich, and «s*

toärtig« «rqeigea 0.10 SM. Set schwierige« Satz sowie bei Platz- »orschrtst «n» Aufschlag. - Sammela-neig« 100 \ Auf- schlag, vl-klarnm btt MM»

Werda berechnet.ebms» Auskunft durch die Seschäftsstelle e» Saseuduug btt Angebot«. <r

MungSort Marburg. .

t Sold»«! ■ '/«^Dollar

Anzeiger für (das frühere kurheffischej Oberhesse«

Anzeiger der amttichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg.

Die Zusammenkunft ZaZeskis mtt Mussobm

Abkehr Seltne een bet Kleinen enltnte? — Auirrgung In der Samer Steife

Der polnische Außenminister Zaleski ist g« Soanabendabend in Begleitung seiner tzemahlin. seines Sekretärs und des Kabi- nettschefs Pilsudskis in Venedig eingetrof- ftn, »»« wo er sich em 12. April nach Rom jot Unterredung mit Mussolini begeben Wird. — Die italienischen Blätter bezeich- »stN die Begegnung als eine natürliche Folge der füngften Bestrebungen Polens ju einer selbständigen Entwicklung und des italienischerseits bekundeten Wohlwollens Ztgenüber der polnischen Republik.

, Ser „Eorriere della Sera“ schreibt, daß

mehrseitigen Kriegsverzichtspakt sieht das Blatt voraus, dah England alles mögliche versuchen werde, um die Koalition von Washington zu schonen. Es habe sich dem Prinzip der Abschaffung des Krieges an» geschlossen, indem es seine eigenen Be­mühungen auf eine ernstliche Beschränkung der Derttagsgrenzen richtete. Im Rahmen des Reiches müsse es England frei bleiben, die für notwendig erachteten Polizeihand- lungen durchzuführen. ES sei unwahr- s ch e i n l i ch, dah in dieser Beziehung zwi­schen London und Dashingthon eine Verständigung erzielt werde, da

die Bereinigten Staaten alles Interesse daran hätten, in den lateinischen Repu­bliken der neuen Welt Herr ihrer Hand­lungen zu bleiben. •

Deutschlan d miht das Blatt griche Bedeutung bei und unterstreicht, dah eS die Hauptnote sei, von den Großmäch­ten den Verzicht auf den Krieg zu ver­langen. Es wäre besser, die mittleren und kleineren Staaten außerhalb der Kombinatton zu lassen, da die Aot- wendigkeit sich ergeben könnte, daß die Großmächte die Rolle des Gendarmen an­nehmen mühten.

als Ergebnis der Begegnung eine engere Zusammenarbeit in der internationalen Politik der beiden Länder berechnet wer­den könne, da auf deu meisten Gebiete« 4»e Interessengemeinschaft bestehe.

Die gegenwärtigen Besprechungen in Rom beunruhigen die französische Presse .erheblich. Der sozialistische „Soir“ glaubt, iab Mussolini »egen seiner Unterregungen Mit seinen Kollegen, den Diktatoren Po­fens, Ungarns und Bulgariens, den Pla« hegen könnte, sich zum Chef let internationalen Reaktion in Europa aufzuwerfen. Möglicher­weise sei auch eine Einkreisung-- Politik gegenüber Södslawien geplant oder vielleicht ein «euer Sriegszug gegen Sowjetruh - (and. Auf jeden Fall aber miTe die Belt aufmerksam bleiben; denn bei der gegenwärtigen Lage brauche es nicht viel, MR eine Katastrophe zu entfesseln.

Ter polnische Außenminister Zaleskr Mb vor seiner Abreise aus Warschau dem Vertreter der Agentur Lrientradio ein In­terview, in deren Verlauf er erklärte, die Beziehungen Polens zur Kleinen Entente Kien auÄezeichner. „Wir sind mit der Kleinen Entente durch das gemeinsame Zdeal der Aufrechterhaltung des Friedens auf der Grundlage der Unanfechtbarkeit der Verträge und der Achtung vor ihnen verbunden. Der Vertrag von Trianon be­rührt die polnischen Interessen zwar nicht unmittelbar, hat aber unter dem Gesichts- Klnkt der allgemeinen Politik für uns Interesse". Zaleski bestritt kategorisch die Gerüchte, wonach er irgendwann gesagt Mbe, Polen sei an der Unantastbarkeit der Grenzen der Kleinen Entente nicht inter­essiert. Eine solche Haltung sei für Polen hnberfinnig. Zu seiner Reise nach Italien äußerte Zaleski, er habe der Einladung Vt italienischen Regierung gern Folge ge­testet, um unmittelbar Fühlung mit Musso» «nt zu gewinnen, und er fei überzeugt, daß die Wiederherstellung persönlicher Be­gehungen zu dem Leiter der italienischen Politik nur fruchtbare Ergebnisse für die Sicherung des Weltfriedens haben könne. Sie AuMlen bei mehrseitigen

zeiehenSvnNeS

ff. Paris, 10. April. Das „Echo oc Daris“ knüpft heute an kürzliche Er­klärungen des Staatssekretärs Kellog an, dah er keinen in der ftanzösischen Rote dvm 27. März ausgesprochenen Vor- de halte angenommen habe. Das Blatt schreibt, daß die von Briand angekündigten Vorbehalte nicht zu umgehen seien. Sie Hürden auch nicht in Verhandlungen zu Zweien, sondern in einer Verhandlung zu sechsen erörtert werden. Frankreich habe But Anregungen gegeben, die bi« Zustim- Mng der anderen Mächte fänden oder avch nicht. . ließet die Einstellung Eng­lands und Deutschlands Kt dem

eint Sowjetrwte an SranttelO

Wegen her »en Wtanb nach Amerika gesandten Seid er

Warschau, 9. April. Die Telegraphen-

agentur der Sowjetunion verbreitet folgende Mitteilung:

Dowgelewski, frer Sowjctbotfchafter in Paris, überreichte am 7. b. M. dem "fran­zösischen Ministerium Les Auswärtigen eine Rote, in der er in Erinnerung brachte, daß die Sowjetbotschast bereits am 24. vorigen Monats an daS französische Ministerium des Auswärttgen eine Rote gerichtet hat, in der eine Anfrage wegen der nach den Vereinigten Staaten eingesührten Dvldsendung der Moskauer Staatsbank gestellt wird, auf die die Dank von Frankreich Ansprüche erhebt. Die Rote vom 24. vorigen Monats teilt mit, daß der französische Dotschafter in Moskau sowohl die Tatsache einer Heber» reichung einer französischen Rote in Washing­ton, durch die die Ansprüche der Dank von Frankreich unterstützt würden, als auch eine seitens der Dank von Frankreich bei einem amerikanischen Gericht angestrengte Klage in Abrede stellt. Der französische Botschafter erklärte Tschitscherin, dah es sich lediglich um eine Klarstellung der Frage handele, ob die Vorschriften aus dem Jahre 1920 wegen Richtzulässigkeit von Goldsendungen bet Sowjetunion in den Vereinigten Staaten noch

in Kraft seien. Indessen habe das Washing­toner Staatsdepartement Vertretern der Zei­tungen gegenüber erklärt, daß im März eine Rote Elaudels eingegangen fei. die von den besonderen Ansprüchen Frankreichs auf das Gold der Moskauer Staatsbank Kenntnis gebe und die auf die seitens der - Dank von Frankreich erhobene Klage Hinweise. In der Rote vom 24. März wird eine Meldung Les Washingtoner Korrespondenten der Agen­tur Havas erwähnt, der die Erklärung deS Staatsdepartements über den Empfang der Rote Elaudels vom 6. März meldet und deren Inhalt wiedergibt. Infolgedessen er­suchte die Pariser Sowjetbotschaft in der Rote vom 24. März das Pariser Ministerium des Aeußeren um Auskunft, ob die Rachricht von der Heberreichung der Rote Elaudels und der Klage der Dank von Frankreich zutreffe und bat. wenn dies der Fall sei, die Sowjet­botschaft von dem genauen Inhalt dieser Rote in Kenntnis zu setzen. Das Ministerium des Aeußeren stellte zwar eine baldige Antwort in Aussicht, hat eine solche jedoch noch nicht gegeben. Deshalb brachte Dowgalewski in der Rote vom 7. d. M. das Versprechen in Erinnerung und bat um eine schleunige Ant­wort.

Mpararionkn und Räumung

Ei« Berliner Blatt hatte gemeldet, dah Reichsfinanzminister Köhler in Rom politische Besprechungen mit dem Re­parationsagenten haben werde, der be­kanntlich ebenfalls augenblicklich in Rom weilt. Wir wir erfahren, ist diese Rach­richt eine unzutreffende Kombination. Reichsfinanzminister Köhler ist rein privat in Rom. Ls wird auch darauf hingewiefen, dah es sowohl für ihn als auch für den Re- parattonsagenten sehr viel einfacher wäre, Besprechungen in Berlin abzuhalten, wenn das Bedürfnis dafür vorliege.

ch

Das offizielle Organ der Radikalen Partei, „2a Vvik", polemisiert heute in schärfster Weise gegen den reaktionären „Figaro", der erklärt hätte, daß die Frage der Ratzbar- machung der Dawesobligationen. nichts mit der Frage der vorzeitigen Rheinlandräumung zu tun habe. Das Dlatt schreibt: In einer Affäre von diesem Ausmaß tritt neben das technische Problem in verhängnisvoller Weise das fwlitische. Keine deutsche Regierung wird der öffentlichen Meinung tn Deutschland die für eine schnelle Gesamtregelung der Kriegs­schulden und Reparationen notwendigen be­sonderen Anstrengungen gufzwingen. die für Deutschland die Aufgabe der Lransfer- gararctreBtufel mit sich bringt, jpemt sie diese

Operation nicht als ein Mittel zur Befreiung der Rheinlande hinstellt. Diejenigen, die versuchen, sich verzweifelt an die theoretische Hnterscheidung zwischen Dawesplan und Rheinlandbesetzung anzuklammern, vergessen zu leicht die Geschichte der letzten Jahre, sie vergessen, daß die Besetzung int Versailler Vertrag als Pfand für die Ausführung der Reparationen gedacht war, sie vergessen auch die Vorgeschichte der deutsch-französischen Aussprache in Thoirh, deren direkte Konse­quenz die Kombination ist, der Poincare nun­mehr feine prinzipielle Zustimmung gegeben

Zwei Riesenfischdampfer für das französische Reparationskonto.

Hamburg, 10. April. Der auf der hiesigen Werst von H. C. Siu elfen u. Sohn auf Rechnung de- französischen Re­parationskontos gebaute 2200 Tonnen große Fischdampfer „Sergeant Gouarne" hat die Ausreise nach Malo angetreten. Ein zweiter Fischdampfer der gleichen Type ist noch auf der Werft int Bau und soll in der nächsten Woche zu Wasser gelassen wer­den. Es handelt sich bei inefen beiden Fischdampfern um die größten der Welt. Sie sind 65 Meter lang, 10 Meter breit und haben eine Expansionsmaschine von 800 PS., die den Schiffen eine Gefchwin- bigfeit von 10i/2 Meilen in der Stunde gewährleistet. Die Schiffe sollen bet den Neufundlandinseln fischen. Sie haben Dtt- arbeitungsmaschinen an Bord, um den Fang mit allen seinen Abfällen und Nebenpro­dukten entsprechend, zu verarbeiten^ ■

Molken über Mion

Don Dr. Hermann H uttel-Dielefeld.

Es bedarf des Hinweises aus daS Wett« rüsten zwischen den Vereinigten Staaten von Nordamerika und Großbritannien nicht, um den wachsenden Gegensatz zwischen de» beiden angelsächsischen Böllern deutlich zu machen. Die fieberhaften Rüstungen sind letzten EndeS nichts anderes als. die macht- polittschen Auswirkungen der großen wirtschaftlichen Spannungen zwischen England und Amerika.

Für England ift. der Weltkrieg ein« völlig verfehlte Spekulatton gewesen. Statt der deutschen Gefahr, nach deren Heber« Windung eS endgültiger Herr des Welt­balls zu fein hoffte, sieht es sich plötzlich einem weit ernsteren Verhängnis gegen­über — dem jäh und üppig ins Kraut ge­schossenen Imperialismus des große» Kriegsgewinnlers Norbarne- r i k a. — Rordamerika, dessen National­einkommen 1912 bis 1926 von 33 Milli­arden Dollar auf 88 Milliarden Dollar gestiegen ist, — Nordamerika, das fest di« Hälfte des gesamten WeltgoldbestanbeS a» sich zu reihen wußte, daS zum selbstherr­lichen Bankier des Erdballs wurde und mit einer äußerst geschickt arbeitenden „Dol­lar-Diplomatie" nicht allein nach Mittel- und Südamerika, sondern auch nach Europa, nach Asien, ja selbst nach Aftika greift, beginnt in steigendem Maße di« weltweiten Kreis« deS brittschen Im­perialismus zu stören und dem Weltteich Albion gefährlich zu werden, ',

Obwohl die Vereinigten Staaten nur 7 Prozent der Weltbevölkerung aufweisen, besitzen sie 40 Prozent der Weltkohlen« produktton, 80 Proz. sämtlicher Automo­bile der Erde, 30 Proz. aller Eisenbahnen, 60 Proz. der Welttoheifenerzeugung, 50 Proz. der Weltkupfer- und Weltholzpro­duktton, fast 60 Proz. der Daumwoll- erzeugung und Über 70 Proz. der — auch machtpolittsch — so unendlich wichtigen Erdölerzeugung. Sine mit selten Jefun« dem DirtschaftSsinn erfüllte Bevölkerung von runft 120 Millionen Deelen sorgt da» für, daß die naturgegebenen Riesenreich­tümer des Landes in der denkbar wirt­schaftlichsten Weise ausgebeutet werden. Die jährliche Gesamterzeugung der Union (40 Milliarden Dollar), die bisher zu 90 Proz. im Inland verbraucht wurde, drängt mit wachsender Sättigung des Binnenmarktes zwangsläufig zum Weltmarkt und in Ab­satzgebiete, in denen bisher England als alleiniger Herrscher zu schalten und zu wal­ten gewohnt war. Der ungemein heftige Konkurrenzkampf der amettkanischen Stan« dard-Oil-Eo. und der englischen Royal« Dutch-Shell-Eruppe um den Absatz in Indien ist eine der neuesten und spannend­sten Phasen in dieser Entwicklung.

Im Gegensatz zu dem riesenhaften Auf­schwung der nordamerikanischen Volkswirt­schaft hat England einen Rückgang seines Exports gegenüber der Vorkriegszeit um 25 Prozent zu verzeichnen. Dieser Aus­fall findet seine sozial bedauerliche De» stättgung in einem englischen Arbeitslosen­heer von 1 bis 1,5 Millionen. Don einer irgendwie nennenswerten Arbeitslosigkeit Nordamerikas ist nicht die Rebe. Im ver­gangenen Jahre lag die amerikanisch« Ausfuhr mengenmäßig um 18 Prozent höher als im Jahre 1926. Die Handels­bilanz der Union beschließt das Jahr 1927 mit einem Aktivsaldo von 700 Millionen Dollar oder rund 3 Milliarden Goldmark.

England — über die wirtschaft­liche Hebermacht Aordamerikas keinen Augenblick im Zweifel — sucht bei der vorerst noch überaus verwickelten und höchst ungeklLtten machtpolitischen Lage fürs erste der amerikanischen Gefahr da­durch zu begegnen, daß es sein weltum-- spannenbes Reich zu einer einzigen, mit hohen Schutzzollmauer« umgebenen Dirt- schaftsautarki« auszubauen strebt. Das internationale Schlagwort dafür heißt •— „Empire Develom«»t". Sekne zahlenmSßige Erhärtung findet diese«.