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- Freilag, W ZV. MÜkZ 1928

weigerte. eine von der Redaktion an, geordnete, allen hiesigen Zeitungen vom Vorstände des Deutschen Buchdruckerei­vereins. Kreis 12, zum Abdruck über­mittelte Notiz in Druck zu bringen und in­folgedessen die Arbeit niederlegte, kann die Königsberger Allgemeine Zeitung" nicht erscheinen.

In einer in Stettin abgehaltenen Buchdruckeroersammlung wurde mit etwa 390 gegen 12 Stimmen ebenfalls be­schlossen, am Sonnabend früh in den Streik zu treten.

Dagegen ist es in der gestrigen General­versammlung der Berliner Bezirks­leitung des Vereins der Buchdrucker und Schriftgießer gelungen, die Mitgliedschaft zur Zurückziehung der Kündi­gung e n zu veranlassen und so den Streik für Berlin zu vermeiden. Ebenso wurde auch in Leipzig und Stutt­gart von den Buchdruckern der Streik ab­gelehnt und beschlossen, die Kündigungen zurückzunehmen.

Das Aeteil im Barmat-Prozeß geringe «e'finanitlttaftn - 8or.ge<5tg«monn Irtgtime»« _

M, jMwfceflW Settona" «' .Affet sechsmal wöchentlich. Vf atottte monatlich 2 GM. ans- JfeteSl. Zustell uvgegebübr, durch jfe^oftt-25 GM.Für etwa infolge gfeife, Wasch in en de fett« oder MMmrtarer Ereignisse ausfallend« jfegneetn wird kein Ersatz ge» feHd. Verlag v. Dr. §. Hitzervth, der Univ.-Buchdruckerei d. ejfe tztng. Koch, Markt 21/23, MfeNspreche»: Rr. 54. e. Rr. 55. «tzstscheckkvnto: Amt Frankfurt jJ®. Skr. 5015. Sprech,ett Ml Liedaktion von 1011 w» ij,l1 Uhr.

Mr. 77 sz.Mrg. Marburg n.Lnbn

Der Snfetgenprets deträgt für p«, 10 gesvalt. Zellenmillimeter 0.08 SM. klein» Baran,eigen 0.06 SM- «mllich» and aus- »dittg» Anzeige» 0.10 GM Bel schwierigem Satz sowie bei 'Matz' porichrift 60*1, Aufschlag. Sammetanzeige» <00 *1« Auf- schlag. ReNamen en Willi«. 0.40 SM Zeder SladaN gilt als Barradatt. Ae» 6 Tage Beleg, melden berechnet, ebenso Auskunft tzurch bi» S-schLftSslrll« und Zusendung der Angebote. Er ftlllungsorl Marburg.

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Er führte u. a. aus: Die Deutschnationalen würden wahrscheinlich in einigen Wochen die Tatsache erleben, daß die jetzige Regie» rungskoalition stärker in daS Paria ment wieder einziehe als fte heute vertreten fei Jedenfalls hätten die Deutschnativnalen nicht diese Aussich en und könnten nicht entfernt Leistungen in der Art aufweisen, wie sie die preußische Staatsregie, rung in ihrem großen Rechenschaftsbericht zusammengestellt habe. Es sei verständlich, wenn angesichts dieser Tatsachen der 2lbg. Schlang« Schöningen aus politisch sehr durch­sichtigen Gründen all« Schäden, die sich m der Politik der letzten Zeit gezeigt hätten, auf di« preußische Staatsregierung abwälzen wollte. Wit der bisherigen Politik würden die Deutschnationalen niemals regierungs- und koalitionssähig werden. Aber er wolle, so fährt der Minister fort, sich mit.feinet Mah- nungen nicht an die Deulschnationalen wenden, bei denen doch Hopsen und Malz verloren sei, sondern an die Deutsche Vylkspartei. Man könne nicht in ber Flaggens rag« eine Slellung einnehmen, wie dies die Volks» Partei bisher tat, und damit ze'gen, daß man doch nicht so auf dem Boden der Verfassung stehe wie dies erforderlich wäre (Unruh? bei der DDP.). .Sie von der Deutschen Volks- Partei müssen sich mit der Tatsache absinden. daß jedensallS die sozialdemokratische Partei auf dem Standpunkt steht:

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M ü n ch e n. 29. März. Zn einer gestern abend abgehaltenen außerordentlich stark besuchten Versammlung der Münchener Buchdruckergehilfenschaft wurde mit SA Mehrheit beschlossen, nach Ablauf der Kündigungsfrist am Freitag um Mitternacht in den Streik zu treten. Die Streikleitung wurde bereits gebildet. Im Vollzug dieses Streikbeschlusses würden also vom Sonnabend früh an in München keine Zeitungen er­scheinen.

Die Königsberger Buchdrucker ha­ben gestern in zwei Versammlungen nahe­zu einstimmig beschlossen, an der Forde­rung auf 10 JA Zulage in der Spitze zu bestehen. In den Betrieben, die dies ab­lehnen. soll am Sonnabend die Arbeit eingestellt werden. Es wurde ein Streikkomitee gewählt. DieKönigs­berger Allgemeine Zeitung" teilt mit: Da die Belegschaft der Setzerei unserer Zeitung sich in ungesetzlicher Weise

nommen worden. Briand füge in b*t Note hinzu, daß bei einem Angriffskrieg die Rechte der Verteidigung unberührt bleiben müßten. Unter die­sem Vorbehalt nehme er den anmerikani- schen Vorschlag eines Mehrseitigkeits- sem Vorbehalt nehme er den amerikani- Periode der Verhandlung, so erklärt das Blatt, sei damit beendet und eine Ver­handlung zu 6 werde beginnen.

WtbtanM Anspruch auf aflgtmtint fltwüihmg

In einem Leitartikel zur Rede Dr. Stresemanns auf dem Festessen des Ver­eins der ausländischen Presse sagt Daily Telegraph": Man muß ein­räumen, daß Deutschland berech- t i gt ist, K l a g e z u f ü h r e n. Das un­bewaffnete Deutschland ist immer wieder veranlaßt worden, sich der Hoffnung hin­

strafe von 200 Reichsmark verur­teilt, an deren Stelle im Falle der Un­einbringlichkeit 5 Tage Haft treten. Im übrigen wird er freigesprochen.

5. Der Angeklagte Stachel wird wegen eines Falles der fortgesetzten schweren passiven Bestechung und wegen eines Falles der einfachen passiven Be­stechung zu einer Gesamtstrafe von drei Monaten und 3 Tagen Gesäng- n i s verurteilt. Im übrigen wird er frei­gesprochen. Dem Angeklagten Stachel wird die Fähigkeit zur Bekleidung öf­fentlicher Aemter auf die Dauer von drei Jahren aberkannt.

6. Die Angeklagten K l e n s k e, Lange-Hegermann, Alfr.Staub, Rabinowitz, Hugo Staub und Hahlo werden freigesprochen.

Folgende Geldbeträge und andere Sa­chen wurden als dem Staate verfallen er­klärt: Bon Julius Barmat 41347 Mk., gegenüber Hellwig mehrere Aktten, ge­genüber Stachel mehrere Aktien, ein Schrank und eine Uhr.

Die Pariser Morgenblätter geben den z« h a l t der gestern abend nach Washing- t«a gekabelte« französische« A«t- »ort über de« Abschluß eines viel- fertige« Antikriegspakte, fast ßleichlautend wieder.

DerMat in" zitiert den Inhalt der Antwort wie folgt: Die fra«zöfi|che Re­gierung erklärt stch bereit, mit Amerika ve Möglichkeit zu prüfe«, ei«e« viel- jvtigen Pakt für de« ewigen Frieden aus- Mrbeiten. Rach einem Hinweis auf die Vorbehalte Orankreichs sowohl jinstchtlich seiner Verpflichtungen gegen» toet dem Bölkerbundsstatut als auch gegenüber gewisse« Mächten Hetont die Rote, daß ein so weitgehendes Lerk. wie es Amerika wünsche, nur unter ^mittelbarer Mitarbeit und Zustimmung einer größtmöglichen Anzahl von Mächten tzurchzuiühren wäre. Irgend eine eventuelle sf o r m e I für de« neuen Pakt werde i n «einer Weise genannt, das heißt. Mich die Verhandlungen erst in ihre« An­fang find. Auf jeden Fall aber sei die Kontraverse über Angriffskrieg oder Krieg m allgemeinen geschlossen.

Rach demPetit Journal" er- Mt die Rote im wesentliche« folgende Annkte:

1 Der Vertrag müsse allen Mächte« wie z. B. P o l e n, das eine große Rolle 4« neuen Europa spiele, offen stehen.

t Falls einer der Signatare seine Ber- pflichtungen nicht erfüllt, würde« die andere« Unterzeichner des Paktes ihre Freiheit wieder haben.

Wie der offiz-ösePetit P a r i s i e «" A der französischen Antwort auf die Kelloggnote vom 27. Febr. mitteilt, ist diese persöhnlich gehalten und bedeutet einen »eiteren Sä,ritt vorwärts auf dem Wege des von Kellogg ins Auge gefaßten Mehs> seitigkeitspaktes. Briand verlangt, daß die sechs Großmächte, die von Kellogg genannt wurden, über ihre Meinung zu iem in Frage stehenden Patt befragt »erden sollen. Der französische Außen­minister sei der Auffassung, daß alle europäischen Nationen, die in einen Konflikt verwickelt werden könnten, befragt werden und die Möglichkeit haben sollten, gleichzeitig ihre Unter­schrift unter den Vertrag zu setzen. Kellogg hatte dagegen vorgeschlagen, daß Nur Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan und Deutschland als erste Signatar­mächte in Frage kommen, späterhin der Pakt aber allen anderen Ländern offen stebe. Das Blatt erklärt weiter, die fran­zösische Antwort greife auch einen Ge­danken des amerikanischen Senators So i a 6 auf und schlage vor, daß der Lruch des Paktes durch eue der Signatar- Mächte automatisch die anderen Mächte von ihren Verpflichtungen frei machen solle, wobei den Völkerbundsmitgliedern die Erfüllung ihrer Verpflichtungen ge­stattet würde. Die Unterhaltung zwischen Paris und Washington werde tn herz­lichstem Tone fortgesetzt und man scheine stch langsam einer für alle annehmbaren Formel zu nähern.

Das ..Echo de Paris" bestät'gt eben­falls. daß Briand nicht mehr auf der Be­schränkung des Kriegsverzichtspacktes auf den Angriffskrieg allein bestehe. Das Blatt fügt hinzu, die französische These der Beschränkung auf den Angriffs­krieg sei in Genf von Chamberlain ange-

3b der Republik dritten nur Revublikauer regieren."

(Anhaltende Unterbrechungen rechts.) Mi­nister Grzesinski wandte sich dann gegen bat Landbund. Durch ein planmäßiges Zu­sammenarbeiten der Schutzpolizei mit der Landjäger«! werde ausreichend Sorge dafür getragen werden, daß jeder Terror nicht durchkomme. Er werde den Anträgen auf Fristverlängerung für die Auf­lösung der Guts-Bezirke nicht zustimmen. Für eine großzügige Ver­waltungsreform seien die Vorarbeiten un Gange, so daß der neue Landtag an das Werk Herangehen könne. Dicht an der Staats­regierung. sondern an ber Opposition habe es gelegen, daß hier früher nicht mehr erreicht worden fei.

Abg. Dr. v. Campe (St. Vpt.) e-klärtr Für das von Minister Hirtsiefer gelieferte Wahlhandbuch der Koalitionsparteien, lind rotr dankbar. (Heiterkeit.) Es wird xtrin alles, was geschehen ist in der Zeit :>er Regierung: Erhöhung der Kohlenpro- luttion, ansteigende Sparkasseneinlagen usw. auf das Konto der Regierung ge­trieben: selbst die Vermehrung der Lchul- kinder schreibt sich die Regierung als Ver­dienst an. (Stürmische Heiterkeit.)

3b einem unsefärbte« Rechenschaftsbericht der RegierBng würden an positiven Ar­beiten nur der Vergleich mit den Sofien« zollern und das Polizeibeamtengesetz Lbrigbleiben.

Ter Hohenzollernvergleich ist auf Ini11a- tiöe der Deutschen Bolksparter zustande gekommen. Beim Polizeibeamien- gesetz handelt es sich gleichfalls um ein Ge­schenk der Opposition an die Regierung. (Lebhafter Widerspruch des Mtnisters.) Man bat die Opposition beiseite geschoben Und niemals Fühlung mit ihr gesucht. Dann iam der Befehl von Moskau an die Kommunisten: Rechtsschwenkt! marsch!

(Stürmische Heiterkett.) Den Kommunisten allein hat das Koalitionskabinett seine so­genanntenErfolge" zu danken. Bis zi i vorigen Sommer haben die Koalittonspc - leien sechzehnmal Obstruktion getrieben. T-o Obstruktion ist also von den Regierungspar­teien zuerst angewandt und uns in die Hand gedrückt worden als Abwehrmittel.

Abg. Heß (Ztr.) erklärt: Die Beant­wortung der Frage, welche Regierung im nächste« Landtag gebildet werde« wird,

fk. Berlin, 30. März. Im Darmat- Prozetz wurde heute früh 9 Uhr das fol­gende Urteil verkündet:

1. Der Angeklagte Julius Barmat wird wegen aktiver Bestechung in zwei Fällen zu einer Gesamtstrafe von 11 Monaten Gefängnis verurteilt, wovon 155 Tage durch die Untersuchungs- hatf verbüßt sind. Im übrigen wird er frei gesprochen.

2. Der Angeklagte Henry Barmat wird wegen aktiver Bestechung in einem Falle zu 6 Monaten Gefängnis verurteilt, wovon 157 Tage durch die Untersuchungshaft verbüßt sind.

3. Der Angeklagte Hellwig wird wegen fortgesetzter einfacher pas­siver Bestechung zu 8 Wochen Gefängnis verurteilt, die durch die Untersuchungshaft verbüßt sind. Im übrigen wird er freigefprochen.

4. Der Angeklagte Walther wird wegen Vergehens gegen § 108 des Ge­setzes über Privatversicherungsunterneh­mungen vom 12. Mai 1901 zu einer Geld-

MuMrr Landtag

Berlin, 29. März. Der LandtagerTebtgtt heute zunächst eine Reihe kleinerer Vorlagen, wobei Anträge des Landwrrt- schaftsausschufses beraten werden die sich für eine stärkere Förde rung der Siedlung und Berück s ch igvng ter land» wirtschaftlichen Arbeiter dabei einfetzen. A'.ch die durch die Geldentwertung ihrer "Bar­mittel en'äußer'en Dauern und Arbeiter sollen in ausreichendem Umfang berücksichtigt werden, ebenso die Flüchtlingssiedler. Das Ausschußprvgramm wird angenommen. Das Haus setzt dann die dritte Etatsbera­tung fort Das Wort nimmt sofort der

3«nettminifter Grzesinski:

ZnmkkM nimmt Kellogg! Mtblog an Btt SkledensvnN soll allen Nationen ofstnsltlun 9a9 ReM der Verteidigung bleibt bestehen

zugeben, daß es durch eine allgemeine Abrüstungsvereinbarung aus seiner tief­empfundenen Unterlegenheit erlöst wer­den würde. Diese Hoffnung wurde im Versailler Vertrag und dann von Zett zu Zeit immer wieder erweckt. In dem endgültigen Protokoll der Locarnover­träge wurden die beteiligten Mächte ver­pflichtet, bei den Bemühungen des Völkerbundes zur Sicherung der Abtast­ung zusammenzuwirken. Es ist wahr, daß man diesem Ziel bisher n och n t ch t näher gekommen ist. Die bewaff­neten Kontinentalvölker sind nicht erfreut her die schweren Lasten, die ihnen die Rüstungen und die Dienstpflicht auser­legen. Sie sind aber nicht gewillt, ein all­gemeines Abrüstungsabkommsn einzu­geben, bevor sie das Vertrauen fühlen, daß ihre Sicherheit dadurch nicht gefähr­det wird. Die einfache Wahrheit ist, daß dieser Zustand noch nicht erreicht ist.

Anzeiger für (das frühere kurhessische) Oberhesfen Anzeige» »er amtkiche« Bekanntmachungen sSr Stadt und Kreis Marburg.