Einzelbild herunterladen
 

- vlmrlW, w 27. Mürz ISA

« ,X*e«6efflf<6e Bett*«- «► ojtirf sechsmal «oöchenlltch. Ve- E^sprrrs monatlich 2 GW. aus- Efteßl. Zustollungsgebühr. durch Assost2^5 GM.Kür etwa infolge Atmik«. Maschinendefekt« »der ^mentarer Ereignisse ausfallend« Ammern wird kein Ersah ge» ।,«!<£. Verlag b. Dr. §. Hitzeroth, pgrf der Unid.-Dvchdrnckerri b. e* a»g. S»ch. Markt 21/23. <^o,sprech«r: Sir. 54. n. Mr. 55. «»stschrckkont»: Amt Frankfurt

ffit Mr. 5015. — Sprechzeit M Aedaktio« von 10—11 «d

ifel-1 Uhr.

SberlMsche

Sawwin® Zeitung küütttzklüW

St. <4 63. Sabre. Marburg a. Lada

Der Auzetgenpret» betrdgt für den 10 gespalt. Zeilen Millimeter 0.08 ®9K_ kleine Sara»,eigen 0.06 GM- amtlich» and auS- vckrttg« Anzeige» 0.10 GM Bei schwierigem Sah sowie bei Platz» borfchrtst 50*i. Aufschlag. — Sa mnwtan zeige» 100 *1» A»f> schlag. Reklamen de» Milltm. 0.40 GM Jeder Rabatt güt aU Varrabatt. Ziel 5 Lage- Beleg« Berben berechnet, ebenso Auskunft durch di» Geschäftsileil» and Zusendung der Angebote. Cf ftlllungsort Marburg.

t votdmart =* '/«^Dollar.

Anzeiger für (das frühere kurhessischej Oberhessen

Anzeiger der amtliche« Bekanntmachnnge« für Stadt und Kreis Marburg.

Rech kein Start zum Ozeanflug

Str WMrslag een Süblrlanb bttWebm — Schlrchlt WrilrnmSIilbltn

Berlin, 26. März. Das Junkers- Flugzeug „D. 1167- (die frühere „Breme«-) iit heute vormittag um 8.08 Uhr vom Vmpelhofer Feld mit de« Herre« von KSuefeld. Köhl und Spindler «uh dem in Irland gelegenen Flugplatz gestartet, ro» bereits vor einiger Zeit i M diesen Flug Betriebsstoff gelagert wbc. Darüber Hinang soll, wie ver­hüllet. der Weiterflug nach Amerika mrsucht werden. Die Vorbereitungen zu 1 bm Fluge wurden mit der größte« Heimlichkeit betrieben. Auch die aus­gedehnten Probeflüge, die Köhl unter­nommen hatte, fanden nicht aus der Ma- Wae statt, die jetzt zum Ozeanflug gL- startet ist. Das Flugzeug „D. 1167" wurde i «st in den letzten Tagen von Dessau nach tau Flugplatz Berlin-Tempelhof gebracht. Köhl hat, um über die Tragweite seines heutige« Unternehmens zu täusche», nur $60 Liter Betriebsstoff einfüllen leisen, eine Menge, die an n«d für sich zum Nu« nach Irland nicht ausreichen würden Huch über die so«stig« Ausrüstung des Flugzeuge» wurde größtes Stillschweigen bewahrt. Selbst der Luftpolizei wurde t Kleine Mitteilung von de« Fluge gemacht. Höhl will von Baldonuel aus, sobald als Möglich, also ! i« dem erste« Morgeoftu«d«n des

51 Dienstags nach Amerika starte«, 'm über Reufundland möglichst ohne ; Zwischenlandung den Flugplatz Mitchel Hield bei Rewqork zu erreichen. Aller- biugs werden die Wetteraussichte« nicht St günstig gehalten. Als Veranstalter des Nuge, werden außer Freiherrn vom Hüne» Ad, dem Eigeatümer der Maschine, auch Hr Norddeutsche Lloyd genannt. Aus der Deutsche« Lufthansa ist dagegen Köhl vor beginn seines Fluges endgültig ausge- Weden, da Differenzen zwischen ihr und llöhl über den Ozeanflug bestanden. Die iusthansa ist der Ansicht, daß ein Trans- Yeanflug voa Kontinent zu Kontinent nur eit Flugbooten ausgeführt werden Bene, die über mindestens drei Motoren «erfüge«. Köhls Flugzeug dagegen ist

i lüfte Landmaschine.

In Irland gelandet.

Berlin, 26. März. Da» Junkers- slugzeug „D. 1167", das heute vormittag Nm Tempelhofer Feld mit dem Herren *»u Hünefeld, Köhl und Spindler aufge- kiegen war, ist «achmittgas 17.30 Uhr auf lern Flugplatz Baldonnel in Jrla « d Ml and et.

Die von »D. 1167- in knapp gy2 Stun- fcn zurückgelegte Flugstrecke Berlin — baldonuel beträgt rund 1600 Kl«. Der Junkers-Eindecker hat also eine Durch- Wlittsgeschwindigkeit vom 170 Stunden­kilometern entwickelt. Der Flug ist tchne Zwischenlandung durchgeführt worden. 8»n der Oftküfte Amerikas wird übrigens schönste Frühlingswetter gemeldet.

Grobes Aufsehen in Amerika.

: | Newyork, 26. März. Die Rachrirh Ni Koehl, Landung in Süd- Irland hat in Amerika große« Aufsehen Hervorgernfen. Falls die ätschen Flieger, für deren Empfang

alle Vorbereitungen getroffen werden, fetzt nach Amerika starten würden, würde sie dort das beste Frühlingswetter erwarten, das seit Zwei Tagen an der amerikanischen Oftküfte herrscht.

Sie .Stemm" In SMtlnnd

ff. London, 27. März. Die englischen amtlichen Behörden erwarteten von gestern nachmittag an das deutsche Flugzeug D. 1167. Ein vom Kommandeur des Flug­platzes Fitzmaurice gesteuertes Flugzeug flog über Dublin, um nach der D. 1167 Ausschau zu halten.

Kurz nach 5 Uhr kam das deutsche Flug­zeug in Sicht, es flog ziemlich tief und wurde von einem irischen Flugzeug be­gleitet. Die D. 1167 flog nach Baldonnel

Berlin, 26. März. Der preußische Landtag trat heute in die erste Beratung des Gesetzentwurfes über die Preußi­sche Zentral - Genossenschafts­kasse und über eine Erhöhung der Sta- piralbeteiligung deS preußischen Staates ein. In der allgemeinen Aussprach« wider­spricht

Abg. H i l l g e r - Spiegelberg (Dntl.) auf daS lebhafteste diesem Gesetz Nicht um ein Gesetz zur Erweiterung der Preußen- kasse handele es sich, sondern um eine lex Klepper, deren § 1 besagt: „Was Klepper bestimmt, wird gemacht".

An kapitalistischer Einstellung übertreffe diese Neuregelung alle Bankinstitute.

Wer den genossenschaftlichen Charakter der Preußenkasse aufrecht erhalten wolle, könne nicht für dies« Vorlage stimmen. Allgemein überrascht habe die Entlas­sung des verdienten Präsiden­ten Semper. Stichhaltige Gründe für die Entlassung hätten nicht Vorgelegen. Die Untersuchung hat keinerlei Nachteilr- geS über Semper ergeben. Die Entlas­sung des Präsidenten Semper stellt jeden­falls einen unerhörten Rechtsbruch gegen einen lebenslänglich angestellten Beamten dar. Die Vorlage zeige die Landwirt- schaftsfeindlichleit, sie s«: ausgesprochen

ein Gesetz gegen die Landwirtschaft. (Lebhafter Beifall rechts, Widerspruch links und in der Mitte.)

Finanzminister Dr. Höpker-Aschoff erklärte, er wolle gewrß nicht bestreiten, dah Herr Semper ein pflichttreuer Beam­ter gewesen sei. Wer bei seiner verschlosse­nen Natur sei ein« Zusammenarbeit mit ihm sehr schwer. Ferner habe ihm die nötige Beweglichkeit gefehlt, die für W Leitung eines so schwierigen Amt«, wie der Preußenkasse, in dieser Zeit erforderlich sei. Die Beurlaubung des Herrn Semper sei rechtlich begründet gewesen, und als er die Entlassung einqereicht hab«, hab« man sich mit ihm verständigen können. Ue6er Herrn Klepper habe er vor der Be­rufung d«S neuen Leiters d«r Preußenkasse

der D. 1167 bereits seit einigen Ta­ge n in Baldonnel. Die endgültigen Vor­bereitungen für den Weiterflug werden in Baldonnel zu Ende geführt. Möglicher­weise wird Loose Koehl auf dem Trans- atlantik-Flug begleitet. Bei ihrer Lan­dung in Baldonnel gestern nachmittag hat­ten die Flieger einige Schwierig­keiten. sie umkreisten den Flugvlatz mehrmals, bevor sie niedergehen konn­ten. Da die Flieger die gan e letzte Nacht hindurch mit den Flugvorbereitungen be­schäftigt waren, fühlten sie sich sehr er­müdet.

weiter und landete dort wohlbehalten. Die irischen Behörden lehnten es ab, Presse­vertreter zum Flugplatz zuzulassen oder irgend welche Informationen über die Ab­sichten der Flieger zu geben. Es verlautet jedoch, daß die deutschen Flieger günstige Wetterberichte abwarten und, sobald An­zeichen für eine gute Wetterlage über dem Atlantik vorlieg^n, nach Newyork starten werden. Das Flugzeug steht dort bereit.

ff. London. 27. März. Der deutsche Flieger Koehl sagte in einer furzen Er- flärung, bei seinem Fluge nach Irland habe er mit starfen Gegenwinden zu kämpfen gehabt, doch hab« sich das Flug­zeug glänzend gehalten. Heber seine wei­teren Pläne gab Koehl keine Erklärung ab. — Der deutsche Flieger Loose und einige Mechaniker erwarteten mit Be­triebsstoff für das Flugzeug die Ankunft

in Bankkreisen nur Guter gehört, und auch die Revision der Domänenbank hab« ein günstiges Ergebnis gezeingt. Man könne nur wünschen, daß in allen land­wirtschaftlichen Kreditinstituten di« Ueber- sicht und Klarheit herrsche, wi« bei der Domänenbank. Politische Gründe für die Berufung Dr. Kleppers müsse er entschieden in Abrede stellen. (Zu­rufe rechts.)

Abg. Leidig (D. Dpt.) bedauert, baß die Gefahr entstanden sei, baß die preußische Zentral-Genvssenschaftskasfe nun plötzlich m den Strudel politischer Zuneigung und Ab­neigung hineingezogen werden solle.

Die neue Organisation der Preußenkasse habe schwere Bedenken auf allen Seiten des Genossenschaftswesens hervorgerufen.

Zur Entlassung Sempers fei zu sagen, daß ein solches Dorgehen an die Wurzeln des 'Beamtentums greift. Gegen Klepper bestehe in allen Teilen des Genossenschaftswesens ein Mißtrauen (sehr richtig! rechts.). Die Krelntpoli'ik, di« Semper in der Preußenkasse führte, erfolgte im Ein­verständnis mit der Staatsrezierung und den Wünschen sämtlicher LandtagZparte'en (hört, hört! rechts). Alle Parteien haben gewußt, daß eine IlliquidNät dec Preußenkasse ent­stehen mußte und Semver kann atro nicht eine „Schuld" daran aufgebürdet werden.

Abg. Dr. von Winterfeld (Drtl.)meint, was der Finanzminister über de Unzuläng­lichkeit der Person des Herrn Sem der ange­führt habe, sei nicht hieb- und stichfest gewesen (sehr wahr! rechts). Wenn Herr Semper die 130 Millionen gehabt hätte, die fetzt Herr Klepper bekommen srll. hätte er die Preußen- lasse auch weiter leiten können. Die preu­ßische Staatsregierung habe wieder gezeigt, daß sie die Interessen der Landwirtschaft nicht genügend vertrete. (Lebhafte Rufe links: Abg. DchiÄe!). Die'en Staatskapitalismus leimten die Deutschnationalen ab.

Damft ist die Aussprache erledigt. Die Dorlr^e geht an den A"ftch°'ß Um 15lzs Uhr vertagt sich das Haus auf Dienstag 12 Uhr: dritte Etatsberatung.

Der Wetterbericht aus Amerika.

ff. Paris, 27. März. Wie die Mor- aenpresie aus Newyork meldet, erklärte Dr. K i m b o l von der Washingtoner meteorologischen Warte, daß die deutsche« Flieger, wenn sie jetzt ihren Fluo antre­ten, die gleichen niedrigen Wol­ken und niedrige« Tempera­turen antresien wie sie Kapitän Hinch- cliffe angetroffrn habe. Dr. Kimbol fügte' Hinz«: „Wir haben keine Kenntnis von einem heftigen Sturm über dem atlanti­schen Ozean, aber man meldet uns etwa

.W» Grad unter Null."

Gegen das Prenßenkaffen Sesetz

Sie StfaÄ der Wtiiittiiin der zeutral-msssenfAMkafse

Sr. UM Kandikal der Semkralen?

Berlin, 26. März. (£11.) Die von Zentrumsseite wird, ist dem früheren Reichskanzler Dr. Wirth von der De­mokratischen Partei die Spitzen­kandidatur für den Wahlkreis Düsseldorf-Ost angeboten wor­den. Wie die Telegraphen-Union hierzu erfährt, ist eine Entscheidung Dr. W i r t h S über Annahme oder Ablehnung des Air- gebots noch nicht gefallen.

Dach einer Meldung des „'S. £.“ aus Düsseldorf soll eS sich bei der Dr. Wirth angebotenen Kandidatur um den zwei­ten Platz auf der demokratischen Liste für die Wahlkreise Düsseldorf-Ost und Düsseldorf-West hinter den bisherigen Abg. Erkelenz handeln. Wie das „33. £.“ noch erfährt, ist das Angebot Wirth ohne jede Bedingung gemacht worden, sodaß Wirth, wenn er gewählt wird, völlige Freiheit hat, in der Zentrums­partei und der Zentrums-Frak­tion zu verbleiben. Wirth wolle seine Haltung in erster Linie davon ab­hängig machen, ob das Zentrum ihm nach seiner Ausschaltung in Baden an anderer Stelle ein Mandat anbieten wird.

WaWttNlill X MM

Berlin, 26. März. Das Re ichS- ka bi nett trat heute zu einer Sitzung zu­sammen, auf der laufende Angelegenheiten besprochen wurden. Unter anderem hat das Reichskabinett sich auch mit der Frage des Wahltermi ns befaßt und in die­ser Angelegenheit dem Reichspräsi­denten, dem verfassungsmäßig das Recht auf Auflösung des Reichstages zu­steht, eine Vorlage unterbreitet. Wie verlautet, hat das Kabinett den 2 0. Mai als Wahltag vorgeschlagen. Wie wei­ter gemeldet wird, hat der Aeichsminister des Innern die Landesregierungen durch Rundschreiben davon verständigt, daß der Termin für die Reuwahl des Reichstages auf den 20. Mm festgesetzt werden wird. Die Landesregierungen werden gebeten, die Demeindebehörden anzuweisen, mit der Anlegung der Wählerlisten zu beginnen und als Stichtag für die Auf­nahme der Wahlberechtigten den 20. Mai vorzusehen.

Mt! RkMIag

Rach Aeberweisung eines gemeinsame« Antrages der Sozialdemokraten, der De­mokraten, der Bayerischen Vvlkspariei und der Wirtschaftlichen Vereinigung, di« Fristen für die Zahlung der Zigaretten­banderolensteuer zu verkürzen, an oe« Steuerausschuß wird di« zweite Beratung des Haushaltes des Reichsinnenmini­steriums fortgesetzt. Deichsminister deS Innern Dr. v. K e u d e l l äußert sich zu den verschiedenen Anfragen aus der Aus­sprache. Im Anschluß an die Aussprache wird die zweite Beratung des Ergänzungs­etats aufgenommen.

Alsdann schreitet das Haus zu den vor­her zurückgestellte« Abstimmungen zum Innenetat. Der gegen den Innenminister v. Keudel gerichtete Miß- trauensantrag der Kommunisten wird ge­gen die Antragsteller, die Sozialdemokra­ten und di« Mehrheit der Demokraten ab­gelehnt. Annahme findet eine Ausschuh- entschließung, die eine ReichSstädteordnung und eine Reichslandgemeindeordnung for­dert, im Hammelsprung mit 172 gegen 132 Stimmen bei einer Enthaltung. Dagegen stimmen Deutschnationale, Zentrum und Bayerische Vollspartei. Eine Ausschuß, entschließung auf Beseitigung der Länder­gesandtschaften wird gegen eine starke Minderheit abgelehnt. Der Etat oes Innenministeriums ist somit angenommen, ebenso der RachtragSetat. Die Abstim­mungen über den Ergänzungsetat wird auf Dienstag 10 Uhr vertagt: Auf der Tages­ordnung stehen außerdem der Marineetat und der Phöbusbericht.