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Redaktion von 1011 und 1,1-1 Uhr.

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Anzeiger für (das frühere kurhessische) Oberheffen

Rr. <3 63. Mrg. Marburg a. Lada

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Anzeiger der amttichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg.

Brian- nntschul-ig an -er Nnhrbefetzung

Rem SAalbeaverbaadlmgen mit England und Amerika

SorsM-e zur ziolleaabrüsluag

fk. London, 26. März. Die Heber» veichung des letzten Memorandums Lord Cushenduns für eine Verminderung der Floltenrüstungen ist. wie der diplomatische Korrespondent des .Daily Telegraph" betont, durch zwei Gründe veranlaßt worden:

Eine zcilllcllung PoinrarüS

Pari», 25. März. In einer Rede in Bordeaux hat PoincarS zu zahlreichen politischen Fragen Stellung genommen. So erklärte er über die Sanierung der Wahrung, daß gegenwärtig ein Heilungsprozetz begonnen habe, von dem man wünschen müsse, daß die neu zu wäh­lende Kammer seine glückliche Vollendung ficherstelle. Zu den Reparationszahlungen führte er aus, daß von 1920 bis Ende 1923 angesichts des beständigen Versagens Deutschlands die Haltung aller französi­schen Kabinette die gleiche gewesen fei.

L r i a n d habe Düsseldorf und die anderen Städte, die das Ruhr­gebiet beherrschen, besetzen lasten.

Driand habe das geflügelte Wort geprägt: «$8«nn Deutschland nicht bezahlt, werden wir den säumigen Schuldner mit der Hand am Kragen fassen." Erst ein Jahr später, nachdem die Reparationskommis- fion das beharrliche Versagen Deutschlands festgestellt hatte, habe sich Frankreich ent- fchlosten. neue Pfänder zu ergreifen und in das Ruhrgebiet einzurücken. Diese Operation sei im Gegensatz zu zahlreichen Sehauptungen sehr produktiv gewesen. Poinearö kündigte dann einige Reformen an und betonte schließlich die Notwendig­keit des Kampfes gegen die Kommunisten. Die Rede schloß mit einem Bekenntnis zu einer Politik des Friedens und der An­näherung.

zrankrei« Mangen an Eng­land und Amerika

Dem «Echo de Paris" zufolge find zwischen der französischen und englischen Regierung über die Kriegszahlungen an Großbritannien Verhandlungen vorge­sehen und zwar für die Zeit vom 1. April 1928 bis 1. April 1929. Frankreich wird danach für das Jahr 1928/29 die Zahlung von 8 Millionen Pfund in Aussicht stellen. Es verstehe sich von selbst, so schreibt das «E ch o d e P a r i s", daß diese Zahlungen von Zahl zu Jahr frei durch- gesührt würden, unter keinen Umständen fühle sich die französische Regierung an den am 12. Juli 1926 beschlossenen Zahlungs­plan gebunden. Das Versagen des Dawes- vudgets würde Frankreichs Zahlungen in Frage stellen.

Aehnliche Verhandlungen find auch zwi­schen Washington und Paris im Gange. Wahrscheinlich wird Frankreich wie im Vorfahre etroa 30 Millionen Dollar zahlen. Zm September werden ferner 400 Millionen Dollar der französischen Schuld für das im Jahre 1919 iibernomuene amerikanische Kriegs­material fällig, falls bis zu diesem Zeitpunkt das Mellon-Berenger-Abkom- «en ratifiziert ist. Das «Echo de Paris" glaubt jedoch angestchts der Lage des französischen Staatsschatzes nicht an eine Ratifizierung des Verenger-Abkom­mens und erwartet schwierige Verhand­lungen.

1. Di« günstigen Aussichten für ein Ab» kommen mit Frankreich über Flotten­tonnage und bewaffnete Reserven,

2. Die von dem amerikanischen Kongreß an den Präsidenten Eoolidge gerichtete Auf­forderung auf baldige E nberufung einer neuen Flottenabrüstungskvnferenz.

Das letzte allein war allerdings, so meint der Korrespondent, für die Initiative Lord Cushenduns nicht ausreichend gewesen, ob­wohl der britische Schritt als eine herzliche Erwcherung auf die Aufforderung des ameri­kanischen Kongresses, mit dem Coolidge und Kellogg sympathisieren, aufgesaht werden dürste. Die stanzösisch-englische Einigung über die Flottentonnage und die Reserven sei

Hannover, 24. März. Herr Noske, Oberpräsident von Hannover hat in der feierlichen, wohlüberlegten Ansprache, mit der er den 63. Hannoverschen Provinzial­landtag eröffnet hat, die hannoverschen Bauern und ihre Führer heftig ange­griffen. Der Eeschäftsführende Vorstand des Hannoverschen Landbundes hat sich daher gezwungen gesehen, dem Herrn Oberpräsidenten zu antworten mit nach­stehender Erklärung:

Als w e i ß e A r m e e ist bis heute stets eine Hüterin der Ordnung bezeichnet wor­den. Verfassungsmäßige Ordnung in deut­schen Landen ist noch heute für den Bauern der freie Besitz seines Hofes. Diesen sieht die gesamte deutsche Landwirtschaft in Ge­fahr. Zu seiner Verteidigung ist der hannoversche Bauer Jahrhunderte hin­durch bereit gewesen und ist das noch heute. Der hannoversche Bauer hat seit Jahr- hunderhunderten seine Söhne zu den Fahnen des Vaterlandes gestellt. Sie find niemals daoongelaufen. Das weiß jeder deutsche Mann, der die Geschichte auch nur der Jahre 1866, 1870/71 und 1914/18 kennt. Das sollte auch der Herr Ober­präsident wifien und deshalb nicht daran zweifeln, daß der hannoversche Bauer seine Scholle zu verteidigen weiß. Wer diesen Banerngeist verhöhnt, beweist nur, daß er für die Seele des hannoverschen Landvolkes kein Verständ­nis hat.

An den Kundgebungen des hannoverschen Landvolkes haben mehrere hunderttausend

zuwenden haben. De-° gegenwärtige Augen« Htd wäre daher günstig für eine lieber- Prüfung der in Washington festgesetzten Grenzen für die Stärke der Grohkampffchlffe. Wenn in Zukunst eine Verminderung der Höchsttvnnage und der Gelchühbefchidung er» reicht werden könnte, so würde daS für alle beteiligten Länder eine ungeheure Ersparnis bedeuten. Die übrigen englischen Morgen» blätter würdigen die Vorschläge Lord Eu» shenduns in längeren Leitartikeln.

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Sie SÄlm im SnergtMet

ff. Saarbrücken, 26. März. Die gestrigen Wahlen zum Landesrat des Saargebietes haben sich ohne Zwischenfall vollzogen. Die Wahlbeteiligung

in einer einzigen Besprechung zwischen den führenden französischen und britischen Staats- 'männern auf einer freien Basis erfolgt, auf der die Flottensachverständigen beider Länder in Genf weiter arbeiteten. Informatorische Besprechungen mit den amerikanischen, ita­lienischen und sapanischen Flottensachverstän­digen ergänzten diese Verhandlungen.

Der Flottenkorrespondent desDaily Te­legraph" bezeichnet die Vorschläge Lord Cushenduns als eine dringliche Ar:gelegenheit. da die in Washington vere nbarte 10 jährige Pause im Flottenbau bald abläuft. 3n den Jahren 19311939 wäre das britische Reich berechtigt, 15 Grohkampfschiffe in Dau zu geben, Amerika stände die gleiche Zahl zu, während Japan 9, Frankreich und Italien je 5 neue Schiffe bauen dürsten. Wenn alle diese Schiffe auf der einheitlichen Basis von 35 000 Tonnen gebaut und mit 28-Zentimeter» Geschützen ausgerüstet würoen, würden ihre Kosten eine außerordentlich schwere Belastung für die beteiligten Länder darstellen. Eng­land allein würde 2,4 Milliarden Müd auf»

Bauern und Bürger teilgenommen. Nirgends sind Ausschreitungen oder Ge­walttätigkeiten verübt. Das allein be­weist. daß die Führe, agitatorische Ueber- treibungen vermieden «nd daß nur schwerste Not und Sorge um die Heimat den christlichen, gesitteten, besonnenen hannoverschen Bauer auf die Straße ge­trieben haben.

Taten der preußischen Ne­gierung für die Landwirtschaft kann der Landbund leider nicht anführen. Er fordert weder Almosen noch Kredite, sondern Ertragsfähigkeit der Betriebe. Die kann nur eine vernunstmäßige Zoll- und Handelspolitik gewährleisten. Eine solche hat aber der preußische Ministerpräfident in einen Festschriftsatz zum Jahreswechsel, abgedruckt im «Vorwärts" vom 1. Januar 1928, ausdrücklich abgelehnt.

Das hannoversche Landvolk wertet di« Hilfe der preußischen Regierung anders als der Oberpräsident es als Beamter tun zu müssen glaubt. Das berechtigt den Oberpräsidenten nicht, den schweren Vor­wurf der Unwahrhaftigkeit zu erheben, der hiermit entschieden zurückgewiesen wird. Der hannoversch« Sauet ist noch immer der stärkste Pfeiler der Ordnung im hannoverschen Lande. Angriffe auf di? Ehre des hanoverschen Landvolkes weist der Landbund auf das schärfste zurück, sie mögen kommen, woher sie wollen. Dem hannoverschen Bauer ist noch mehr al« seine Scholle seine Ehre heilig.

betrug 631/0. Prozent. Nach den vorliegenden Wählergebnifien erhalten die Sozialdemokraten 5, die Kom­munisten 5, die Wirtschaftspartei 1, die Demokraten 0, die saarländische Volkspartei 3, die Christlich-Sozialen 1, die Deutschnationalen 1 und da« Zen­trum 14 Sitze.

Nach dem vorläufigen Wahlergebnis er­halten die Sozialdemokraten 43 411 gegen 46 627 Stimmen im Jahre 1922, die Kom­munisten 46 407 (40 235), die Wirtschafts­partei 9156 (10 396), die Deutschdemokra­tische Partei 3900 (0), die Saarländische Volkspartei 26 228 (37 571), die Ehristlnh- Sozialen 9302 (0), die Deutschnationalen 10 496 (0). die Zentrumsparter 128 886 (108 211) Stimmen.

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Die jetzt abgeklungene Sitzung der Vor­bereitenden Abrüstungskonferenz in Gens hat mit einem Ergebnis geendigt, das sich in seiner negativen Form in nichts von den Resultaten all der Tagungen unterscheidet, auf die diese famose Kommission seit ihrer Einsetzung zurüdblicken kann. Es wurden große Reden gewechselt, es wurden schöne Programme aufgestellt, aber sachlich blieb alles, was geredet wurde, reine Dialektik. Phrase^ die vertuschen soll, den Kern ver­hüllen. Und doch, wenn auch das sachliche Ergebnis der letzten Aussprache negativ blieb, eins ist in diesen Tagen in Dens doch erreicht worden. Dank einer noch gerisse­neren, noch geschickteren, noch raffinier­teren Dialektik, dank einer noch ausgeklü­gelteren Taktik der Russen hat sich eine Entlarvung von Falschheiten, Anehrlich­keiten vollzog?" b-e unbedingt Licht in das Dunkel der L er Abrüstungsdebattier- klubS bringt. Herr Litwinow, Rußlands Vertreter, ist ein recht schlechter Redner, ein Redner, dem vieles an Formengestal- tung abgeht, der keine wirkungsvollen Effekte erzielen kann, der gezwungen ist, sich an sein Manuskript zu halten. Aber wenn Litwinow auch das Baß-Tremolo eines Briands fehlt, die Worte, die er un­gehobelt und, wie man sagt, in einem un­möglichen Englisch vortrug, sie hatten In­halt, sie waren praktische Schachzüge von einer genialen Meisterschaft. Seine Worte waren Taten. Sie waren Degenstiche, vor denen die (Segnet zurückwichen, die so schlecht pariert wurden, daß der ganze Zweikampf in der Abrüstungsstube zu einer Blamage der Verneiner des Abrüstungs- gedankenS wtzrde, wie sie nicht peinlicher gedacht werden kann. Litwinow ist ein Realpolitiker größten Formats. Mit Presttgefragen oder mit Empfindlichkeiten will er nichts zu tun haben. Er kennt nur ein Ziel. And dieses Ziel, das er sich hier auf der Vorbereitenden Abrüstungskom- Mission steckte, das lautete: Entlarvung. Entlarvung um jeden Preis. Sein Ziel hat der Misse vollauf erreicht.

Der deutsche Delegierte auf dieser Kon­ferenz, Graf Bernstorff, konnte angesichts der Zwangslage des Reiches sich nur zu Sekundantendiensten für diesen russischen Florettfechter finden. Aber er erwies sich als ein Sekundant der die Meisterschaft des Hauptkämpfers sich würdig erwies. Was Litwinow nicht gegeben ist, besitzt Graf Bernstorf in hohem Maße: die Mei­sterschaft der Sprache, die diplomatische Routine, die Eleganz der Abfuhr, die präzise Formulierung. Wenn die Ent­larvung der Genfer Verdrehungskünste so unmißverständlich und deutlich sich voll­ziehen konnte, so trägt an dieser Tatsache Graf Bernstorfs ein Verdienst, zu dem man ihn beglückwünschen kann. Wie vollzog sich die Entlarvung einer zehnjährigen Ab­rüstungskomödie? Durch eine Reihe von Phasen, von Momenten, die in ihrer Reihenfolge und in ihrer Steigerung, man kann sagen, eine Meisterleistung der russi­schen Regie in Genf war. Man forderte die totale und sofortige Abrüstung. And man erlebte das Schauspiel: die Mehrheit der AbrüstungSkommisfion, deren Sinn, Zweck und Ziel eben diese totale Abrüstung fein soll, lehnte sie glatt ab. And zwar mit einer Begründung, die so unerhört wie un­geschickt war. Wenn der Grieche Politis in seiner Replik gegen die russischen Vor­schläge feststellte, daß die völlige Entwaff­nung mit den Völkerbundssatzungen un­vereinbar sei, so gab er mit dieser Bemer­kung dem Grafen Bernstorfs ein Stichwort, um das dieser ihn gern gebeten hätte. Denn Deutschland ist doch völlig abgerüstet. Also wäre nach den Worten des Herrn Politis in Deutschland auferzwungene Ab­rüstung ein grober Verstoß gegen die Völkerbundssatzung. Der Grieche Politis half sich aus der Verlegenheit mit der ebenso prächtigen wie klarstellenden Fest­stellung. daß «Deutschland unter Aus-

Die Antwort der Sannoverfchen Bauern An ita SbervkMenltn M