Einzelbild herunterladen
 

AkM tot 2$. DM 1928

M »berhesfische Sethms* » s«de»al wöchentlich. ®e» rnonatNch 2 GM. «M- Zustellung«gebühr, durch rkfl2J5 GW.FLr etwa infolge Waschinendefett« »de, jygflrtetet Lreignisie auSfalleude JZ^axtn wird kein «rsa» go- , LmTVerlag d.Dr.§. Hitzervth. Sgrf der Uxib.-Buchdruckerei b. eA Aug. Koch, IRßitt 21/28. ^ssprecher: Sir. 54. u. Sir. 65. ^«checkkonlo: Amt Frankfurt ^K. vir. 6015. Sprechzeit ««daktion von 1011 »md * V1 Uhr.

öbechessische

LL ä^fttinos="

Re. 71 63. Mrg.

Marburg a. Ma

Der Arqetgenprei» beträgt für b«n 10 gespall. Zellenmillimetrr 0.08 SM, kleine Baran zeige» 0.06 SW, amtliche mrd an* lototge Anzeigen 0.10 ®S6t Bei schwierigem Satz sowie bei Platz, tzorfchrift »0't. Aufschlag. Sanwmlanzeige» 1001. «* ' schlag. Sie klamm der Mllllul.

.O,40 SM. Zeder vladatt gilt al» Darradatt. Stel * Sage. Belege werden berechnet, ebenso Anskanst durch die SeschLstestelle and Zusendung der Angebote. », füllangsort Marburg.

t «eUmort * »/«^DoL«.

At LerWtAMMM der Mlkkkbmbks

Wliafttekrtl brr intemattenolen NKnkrattr Mrrftanb brr Stvtrmatlr grgrn mrbrrar Rrlhrdm

Organisierung

gegenwärtigen

und dem

des Völkerbundes

Der

(Senf, 22. März.

mit lebhaftem Interesse erwarteten

Litwinows Grgenrechnuns

Laglandb SmKrlrl in brr WräMMmmWen

Ansprache betonte der Botschafter, die wich­tigste Aufgabe der Presse und der Diplo­matie sei die Arbeit für internationale Verständigung und Freundschaft. Die Er­fahrungen des Weltkrieges hätten den Völkern neue Antriebe zur Einleitung und Durchführung einer Politik der friedlichen Beilegung von Konflikten gegeben, und Deutschland habe, getreu der Präambel seiner Verfassung, seinen Arbeiten Frie­denswillen bewiesen, indem es durch den

Botschafter von Prittwitz für eine Politik de« Friedens.

fk. Newyork, 23. März. Unter den Teilnehmern an dem gestern abend im Hotel Astron veranstalteten Festmahl, an­läßlich des 10 jährigen Bestehens der Ver­einigung Newyorker Ausländskorrespon­denten, befand sich als Ehrengast Bot­schafter v. Prittwitz und Eaffron In einer im Laufe des Abends gehaltenen

internationalen Interesse. Der Grundsatz der Stimmen- k einheit müsse beschränkt und

die Befugnisse des Präsiden­ten »erwehrt, ferner das Schieds­gerichtsverfahren ausgedehnt und der Völkerbund regionalisiert werden.

t.Der Nationalismus, der durch den Widerstand der alten Di- l plomatie gegen die modernen Ber- handlungsmethoden und das obligato­rische Schiedsgerichtsversahren unter- stützt werde.

Auch Chamberlain enttäuscht

st. London, 23. Mär». Chamberlain er- llürte in einer Rede, daß er ein gläubiger An­hänger des Völkerbundes fei; er habe jedoch Diel mehr Angst vor den begeister­ten Freunden des Völkerbundes, als vor besten entschiedensten Gegnern. Der Völkerbund müßte noch einen sehr weiten Weg gehen, ehe er den Krieg verhindern Bnne. Man dürfe nicht übersehen, dah er setzt noch nicht einmal imstande gewesen sei, in bet Abrüstungsfrage einen Erfolg zu erzielen.

England fürchtet den Eintritt der Türkei

Der Londoner Korrespondent desEcho b e Paris" meldet, dah man in engli­schen Kreisen mit einer gewissen Unruhe die Haltung der Türkei verfolgt, da An- Svra die Kandidatur der Türkei zum B ö l- kerbundsrat aufzustellen beabsichtige. Da es schwierig sein werde, eine Vertre­tung der Muselmanen in den Rat glatt abzulehnen, so würde die englische Re- stieruna dafür die Kandidatur Grie­chenlands unterstützen.

Zu den Gerüchten über Sondierungen der türkischen Delegation wegen Aufnahme der Türkei in den Völkerbund erfährt der Sonder­berichterstatter des VDC»Dürvs von türkischer Seite, datz bisher irgendwelche offiziellen Schritte in dieser Frage nicht unternommen tvvrden sind. Die Frage des ®intritt6 der Türkei in den Völkerbund bleibt so lange gegenstandslos, als die Türkei nicht einen ständigen oder mindestens einen halbstündigen Sitz, d. h. die Wiederwählbarkeit in den Döllerbundsrat, zugesichert erhält. Gegenüber dem Hinweis, daß dadurch, dah China im September d. 3 aus dem Rat ausscheidet, eine erhebliche Besserung der Aussichten der Türkei auf einen nichtständigen Datssitz zu erwarten sei. wird von türkischer Seite er­klärt, dah ein Eintritt der Türkei in_ den Völkerbund während der nächsten Völker» dundsversammlung kaum in Frage komme. Die Frage der wetteren Teilnahme Sowjet» ttihlands an den Vorarbeiten der Abrüstungs»

R«Bolo-tS" beschäftigt sich heute Mgehend mit der Bölkerbunds- Itifis. Das Blatt gibt der Ansicht Aus- hrllck, datz es vollkommen unnütz fei, zu ^suchen, die gegenwärtige Krisis abzu- leagnen. Seit 18 Monaten kommt ^er Bund nicht weiter. Er ent- rauscht feine besten Freunde und droht, Wne sicherste Stütze, die öffentliche intet-- nationale Meinung, zu kompromittieren, ki Die Ursache« feien dreierlei Art:

-1. Die Z a g h a s t i g k e i t der internatio­nalen Bürokratie, die in ihrem Eigenen Fortbestehen die sicherste Gewähr für die Fort­dauer de» Bundes erblicke; dar­aus fei die ständige Neigung zu Vertagungen zurückzuführen.

Set Widetsptuch zwischen bet

Anzeiger für (das frühere kurhessische) Overhesse«

Anzeige» de» amtliche« Bekanntmachungen für Stadt nnd Kreis Marburg

MmMer Landtag

Berlin, 22. März. Der Landtag überdies die Gesetze über die Volksschul- lehrer-, Mittelschullehrer- und Gewerbe- und Handelslehrer-Besoldung ohne Aus- fprache dem Hauptausschuß.

Das Haus geht über zur Beratung der Ausschußantrages, der zur

Behebung der landwirtschaftlichen Not in Zusammenhang einer großen Reche von Anträgen eine Fassung vorschlägt, wo­nach das Staatsministerium im Bench- men mit der Reichsregierung eine allge­meine Umschuldung des landwirtschaft­lichen Kredites mit dem Ziel durchzufüh­ren bat, daß größere Perfonalschulden tunlichst in Realschulden umgewandelt werden zu einem für die landwirtschaft­liche Produktton erträglichen Zinsfuß.

In der allgemeinen Aussprache erörtert Abg. Milberg (Dnatl.) die Not der Landwirtschaft und weift unter lebhaften Kundgebungen darauf hm, datz die Erreg- gung der Landwirtschaft nicht etwa dünst, lich vom Landbund noch gesteigert werde.

Abg. Peters-Hochdonn (Soz.) er­klärt, es handele sich hier um eilte Wahl­agitation größten Stils. Die Führer de» Reichslandbundes trieben elende Wahl- mache. .(Anhaltender großer Lärm.^ Wens

gewußt, dah Sowjetruhland nicht Mttglred des Völkerbundes ist und auch nicht die Ab­sicht habe, es zu weiden. Gegenüber dem Vor­wurf, wegen N ich t berücksi ch tigun g des Völkerbundes im russischen Plan, der übrigens von einer Regierung stamme, die der Völkerbund formell nicht anerkennt, er­innerte Litwinow an den Umstand, dah eine ganze Reihe von in den letzten Jahren abge­schlossenen internationalen Verträgen von Völkerbundsmitgliedern und selbst England nicht ratifiziert worden wären.

Die Frage Lord Cushenduns wegen

Anerkennung der Verurteilung de» Bürger­krieges

könnte er, Litwinow, zwar als eine Provo­kation der sowjetrussischen Regierung zur offenen Verteidigung des Bürgerkrieges und der Revolution aufiasien, um damit morgen Sowjetruhland der Provaganda zu bezichtigen. Sowjetruhland habe keinen Grund zu der Mr- nabme, dah der Völkerbund auf dem Wege der Abrüstung und der Sicherheit gleichzeitig di« Verhinderung des Bürgerkrieges und des Klasienkamvfes beabsichtige, und seine Regie­rung hätte niemals die Zustimmung dazu ge­geben, mit S-owiettußland oder anderen hier vertretenen Regierungen die Frage des Klas­senkampfes und des Kampfes gegen die Revo­lution ru untersuchen. _2oib Cushendun habe ferner von ihm die Versicherung verlangt, dah die sowjetrussische Regierung in Zukunft keine bewaffneten Aufstände mehr in anderen Ländern Hervorrufen werde. Der englische Delegierte habe damit , die Ab- rüstungsfrage dazu benutzt, um die sowjet- russis^" Regierung öffentlich der Provaganda zu bezichtigen und offenbar nicht erkannt, wie wenig vernünftig es sei, diese abgestumpfte Waffe immer wieder zu benutzen, nachdem man in zahlreichen Hauptstädten Dutzende von Einrichtungen und Büros entdeckt habe, die hauptsächlich von russischen Emigranten. unter­halten werden und vorwiegend der Herstellung gefälschter Dokumente zu Händen fremder Re­gierungen dienen.

Im zweiten Teil feiner Red« setzt« sich Litwinow mtt den Einwänden auselmrn- der, die gegen den russischen Plan im ein­zelnen erhoben wurden. Wenn man jetzt erkläre, datz der russisch« Vorschlag nicht mit dem Bölkerbundspakt zu vereinigen sei, dann könnte er nicht verstehen, warum er nicht sofort im November 1927 abgeüehnr wurde, noch warum man ihn überhaupt zur

- (Fortsetzung Rebe Seite 2J j

konferenz scheint, tote der Sonderberichter­statter des VdZ-Vüros weiter erfährt, bereits in einer Weise geklärt zu sein, die eine teil­weise Verarbeitung des russischen Projektes bei der zweiten Lesung des französisch-eng» lifchen Abrüstungsentw urses ermöglicht, womit sich die russische Delegation einverstanden er» klaren würde.

eine Nntikriegspatt-Konssrenz 7

In seiner Betrachtung über den Antikriegs- vakt und die von Briand zu erteilende Ant­wort auf Kelloggs Rote schreibtPetit Journal", wenn Paris und Washington sich Über die Vorbedingungen einigen könnten, dann würden die französisch-amerikanischen Privatverhandlungen aushören und ein Mei­nungsaustausch zwischen allen in Betracht kommenden Signataren eintreten, um schließ- lich, wenn ein positives Ergebnis erzielt wird, zu einer Konferenz zu führen.

SrMmMaadal bei der HHuH

Berlin, 22. März. Zu der Bestech- ungsaffäre bei der Reichsbahn berichtet eine Berliner Korrespondenz:Das Eisen­bahnzentralamt in Berlin hat für die ge­samte Deutsche Reichsbahn das notwen­dige Material, wie Lokomotiven, Wagen, Schienen, Schwellen ufw. zu beschaffen. Wiederholt ist behauptet worden, daß im Zentralamt der eine oder der andere Be­amte nicht mit der erforderlichen Kor­rektheit arbeite. Dor einigen Wochen tauchte nun wiederum ein Gerücht auf. daß bei der Vergebung von Eisen für Wag- gonbauten eine Kölner Firma in ausfälliger Weife bevorzugt worden fei. Als diese Gerüchte sich immer mehr verdichteten, unterbreitete General­direktor Dorpmüller der Staatsanwalt­schaft das gesamte Material, soweit es der Reichsbahn bekannt geworden war. Der beschuldigte Oberbaurat Schultze, der beim Eisenbahnzentralamt in erster Linie als Konstrukteur tätig war, hatte eine Erfindung gemacht, die eine wesent­liche Verbesserung der sogenannten Ach- senlagerschalen brachten. Als Beamter hätte er diese Erfindung seiner Behörde zur Verfügung stellen müssen. Das tat Oberbaurat Schultze jedoch nicht, sondern er schloß im November 1924 mit einer Kölner Firma einen Vertrag, in dem ihm für alle Ankäufe der Schultzeschen Lager- schalen durch das Eisenbahnzentralamt eine Provision von 5 Prozent zugesichert wurde. Schultze verstand es, auf die Be­stellungsabteilung insoweit Einfluß zu nehmen, daß von dort aus tatsächlich die Kölner Firma in sehr starker Weise her- angezogen wurde. Wie groß die Bestel­lungen des Eisenbahnzentralamtes bei dem Kölner Unternehmen gewesen find, geht aus der Tatsache hervor, daß im Lause der Jahre der Oberbaurat weit über 100 000 Mark Lizenz ge- büßten erhalten hat. Er soll jedoch, wie verlautet, die ihm zustehenden Lizenz­gebühren nur zum Teil erhoben haben. Aus dem Wege von Köln nach Berlin ist ein Teil der für ihn bestimmten Summen hängen geblieben und von einem Ange­stellten unterschlagen worden. Es ist damit zu rechnen, daß die Untersuchung noch weitere Ausdehnung erfährt, zumm jetzt auch noch andere Gerüchte ernstlich nachgeprüft werden sollen, die über das Zentralamt im Umlauf sind..

Locarnovertrag den Frieden am Rhein herstellte und mit acht Rationen Schiedsvertrage abschloß und weitere Abkommen dieser Art unter­zeichnete. Deutschland habe als erste Macht die Schiedsklausel des Znternatio- nalen Haager Gerichtshofes unterzeichnet und kürzlich dem vorbereitenden Ausschuß der Genfer Abrüstungskonferenz praktische Maßnahmen zur friedlichen Beilegung internationaler Streitigkeiten vorgesckla- gen. Der Botschafter begrüßte es, daß. kurz nach seinem Eintreffen Ctaatpfekretär Kellogg dem deutschen Reich den Ab­schluß von Schieds- und Ver­gleichsanträgen angebot en habe und lobte das warme Interesse Amerikas ar. der Beseitigung des Krieges, als In­strument nationaler Politik.

groben Antwortreve Litwinows im vor­bereitenden Abrüstungsausschuß gingen zwei kurze Erklärungen der Vertreter Argen­tiniens und Chiles voraus, die sich beide gegen das russische Projekt als undurchführbar und unvereinbar mit dem Völkerbundspakt aussvrachen.

Lttwinow,

der alsdann vor dem dicht besetzten Saal und unter großer, während der ganzen etwa zwei- stündigen Rede gleichbleibender Spannung das Wort ergriff, dankte zunächst für die ein­gehende Erörterung des russischen Planes, an der sich zu seiner lebhaften Genugtuung vier­zehn Redner beteiligten, und besonders Lord Cushendun, der mit seiner Rede der Aus­sprache ihre ganze Bedeutung gegeben habe. Wenn Lord Cushendun die Frage gestellt habe, in welchem Geiste und mit welchen Ab­sichten die sowietrussische Delegation nach Genf gekommen sei, so wolle er nicht auf Grund der Gleichberechtigung der im Ausschuß vertre­tenen Staaten an den englischen Delegierten die Gegenfrage richten, ob die englische Dele­gation lediglich aus Friedensliebe oder aus anderen Motiven in Genf fei und was sie bis­her für die Sache der Abrüstung in Genf ge­tan habe. Die Tatsache, daß die Sowjetregie- rung, die keinerlei Verpflichtung gegenüber dem Völkerbünde bat, freiwillig im Vorberei­tungsausschuß mitarbeitet, sei ein Beweis für die Aufrichtigkeit und den guten Willen Sowjetrußlands. Mit der Entsen­dung einer Delegatton nab Genf habe die sowietrussische Regierung keine anderen Ab­sichten verfolgt als

die Völker von drn Lasten de, Militaris­mus und der Kriegsgeißel u» befreien.

Die sowjetrussische Regierung sehe in dem Um­stand, daß die Vorarbeiten für die Abrüstungs­konferenz unter den Ausvizien des Völker­bundes erfolge, kein Hindernis gegen ihre Mitarbeit im Ausschuß und ihre Teilnahme an der Abrüstungskonferenz. Den Sinn und den Zweck der von Lord Cushendun an ibn ge­richteten Frage wegen der sogenannten sowjet- russischen Sabotage gegen den Völ­kerbund könne er nicht verstehen, denn man könne daraus nicht einmal den S^lutz ziehen, daß die britische Regierung wirklich den Bei­tritt Sowjelrußlands zum Völkerbund« wünsche. Auf jeden Fall habe der Dölker- bundsrat im Augenblick der Einladung Sow­jetrußlands zur Teilnahme an tiefen Arbeiten