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führbar ist und selbst die Stellung einer Kaution die Verdunkelungsgefahr nrcht ausschlösse. Die Stimmung und die Lage

Der Beschluß der Reichsregierung, die in Berlin tagenden Wirtschastsbesprechun- gen zwischen Deutschland und Rußland

ein zrlkttnWkt olm vrMAll »tri!

-russische Anmaßung gegenüßee DeuSschkan-

Richl die Verhaltung der znsen'enre. fcnbtrn die deutsche R'S'erungArtse ie! der Srnnd L tüt den AddrM dcr Mrtichattsvlrhazdlu» en

Wrnn zwei fi» ilrtilen —

Die englischen Morgenblätter geben i» großer Aufmachung die gestrige offiziöse deutsche Erklärung wieder, die den Ab­bruch der Verhandlungen mit Sowietrutz» land ankündigt. In dem gleichen Augen­blick, in dem man zweifellos mit einiger Befriedigung die schlechten Erfahrungen Deutschlands mit Moskau sestftellt, wird der Abschluß eines großen 'Ver­trages zwischen einem engli. schen Lebensmittellronzern und der Sowjetregierung berichtet, der einen Kredit von 10 Millionen Mark für die Lieferung von Lebensmitteln aller Art an Rußland vorsieht. Reben diesem 10 Millionen-Kredit. der über drei Jahre ver­teilt wird, wird die beteiligte Gesellschaft möglicherweise den Sowjets weitere Kredite bis zur Höhe von 70 bis 80 Prozent des Wertes der Waren einräumen, die an Bord verladen sind. Die Sowfets wollen wie verlautet, die Kredite für die Entwicklung der Er­zeugung landwirtschaftlicher Produkte in Sibirien und dem Uralgebiet benutzen.

abzubrechen, ist eine logische Selbstver­ständlichkeit, die sich zwangsläufig aus den unerhörten Vorfällen im Donez-Gebiet er­gibt. Diese Wirtschaftsbesprechungen soll­ten den Zweck haben, die deutsch-russischen Handels- und Wirtschaftsbeziehungen auf eine größere Basis zu stellen, was selbst­verständlich eine Unmöglichkeit ist, wenn deutsche Ingenieure, die zum Aufbau der russischen Industrie nach Sowjetrußland entsandt werden, ihrer Freiheit und wo­möglich auch ihres Lebens nicht sicher sein können. Praktisch bringt dieser Beschluß der Reichsregierung nichts Neues. Die Verhandlungen sind nur um fünf Tage vor der offiziellen Vertagung abgebrochen worden. Sie verliefen ois jetzt höchst un­fruchtbar. Ein befriedigendes Ergebnis war auf Grund der hohen Forderungen der russischen Delegierten sowieso nicht mehr zu erwart?«.

Das Verhalten der Sowjets in der Do- nez-Affäre ist beinahe ebenso brüskierend

scheint kompliziert: doch sind zweifellos Versuche im Gange, den deutschen Wün­schen gerecht zu werden, unter der Voraus- setzunq, daß dies ohne Prestigeverlust mög­lich ist.

Moskaureise Krestinskis?

Der Sowjetbotschafter in Berlin, Kre­stinski, hat, wie die in Berlin erscheinende russische Zeitung „Sui“ zu wissen glaubt, gestern nach der Unterredung mit ^trese- mann in Moskau telegraphisch um die Er­laubnis nachgesucht, persönlich über den ungünstigen Eindruck der Verhaftung der deutschen Ingenieure zu berichten

Anzeiger für (das frühere knrhesfische) Oberhesse»

Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg

rockdorsf-Rantzau eine Unter, tttama über den Abbruch der dmtsch-ruM- |ta Wirtschaftsverhandlunge«. Tschi- ßtzeri« habe darauf hingewiesen, daß die Regung, Verhandlungen mit dem Ziele «Rtr weiteren Förderung der Handelsbe- ichunge« und ein r Steigerung des Larenaustausches anfznnehmen, von der nstschen Regierung im November vorigen chres, vor Eintritt der dentschen Re- eruagskrisis, erfolgt sei. Die Sowjet- tzierung sei ans diesen Vorschlag einge- mgen. Die Regierungskrise in wtichland, die nach den Handelsver- ngsverhandlungen zusammengefallen sei. Se anscheinend die Möglichkeit einer wei-

8 « owno. 17. März. Wie amtlich^ gesonderten Verfahren kaum w Moskau gemeldet wird, hatte Menkommisiar Tschitscherin gestern chend mit dem deutschen Botschafter Graf

see Förderung der Angelegenheit »et« Ert. Diese Tatsache sei auch von der

Heu Dresse während der Verhandlun- hervorgehoben worden. Jetzt habe Deutschland die Verhaftung ger deutscher Ingenieure schuldigt würden, an der Wirtschaft- Konterrevolution teilgenommen zu i, dazu benutzt, die Berliner Handlungen abzubrechen. Semit habe Deutschland die B e r - t» t w o r t u n g für die Folgen des Ab- tkuckes übernommen.

Daß die Verhaftung einiger deutscher i Ingenieure nicht als Grund für den i Abbruch der Verhandlungen dienen könne, sei selbstverständlich. (!) Sie Verhaftung der deutschen Ingenieure N durch die sowjet-russische Eerichtsbe- titbe auf Grund der Gesetze der Sowjet- Ailion verfügt worden, die gleiche Geltung St alle hätten, die sich in der Sowjet­union aufhielten. Alle Versuche, einen Steif auf die sowjet-russische Gerichte aus» ®«&cn. seien von vornherein zum Miß- krfolg verurteilt.

»P r a w 0 a“ schreibt zur Verhaftung Nr deutsche Ingenieure u. a„ es handelt M um lebenswichtige und notwendige Zechte des Schutzes der Uowjt-Unjon geoen Eenterrevolutionsversuche. Die Sowjet- Union trage keine Schuld daran, wenn Hnzrlne ausländische Bürger an diesen ^ttfuchen teilnehmen. Es sei di« Pflicht Nr mit der Sowjet-Union befreundete« Utzzierungen, die eine Einmischung ihrer Bürger in die Angelegenheiten der Sowjet-Union nicht billigen, der Sowjet- Uegierung in ihrem Wunsch«, derartigen Einmischungen ein Ende zu bereite«, eut- Ne« zu komme«. Der Beschluß der Eovjet-Regierung, die Teilnehmer an de« Uwnvlott im Donezbecken den öffenfliche« Berichte« zu übergeben, bietet Gewähr da« fir, daß die öffentliche Meinung des Ans, ^ades die Möglich eit haben wird, ge- Nihrende« Einblick in das Anklagematerial * erhalten.

, st. Moskau. 17. März. In hiesigen Nvjet-politischen Kreisen erhält sich die *s Unficht daß die Freilassung der «rutschen Ingenieure in einem

Die Muttret engliWer SmWm

Keine vrrjön-iKen, jon.em bienWche Grunde

Der Zwischenfall auf der „Royal Oak" beschäftigt dir Presse nach wie vor in höch­stem Maße, doch beruhen die Informatio­nen der Blätter lediglich auf Gerüchten und Vermutungen. Es wird gemeldet, daß die Admiralität, sobald sie den Be­richt des Untersuchungsausschusses erhal­ten hat, darüber entscheiden wird, ob «in Kriegsgericht über einen der betei­ligten Offiziere abgehalten werden soll. Verschiedene Blätter drücken ihr Erstau­nen darüber aus, daß es nicht möglich fein soll, eine genaue Darstellung der Vorgänge aus drahtlosem Wege zu übermitteln. Der Korrespondent des „Daily leie» graph" in Malta glaubt sagen zu kön­nen, daß auf jeden Fall Kapitän D e j a t Kommandant Daniels und andere Of­fiziere fichweigerten.unterKon- teradmiral Collard in See zu gehen. Eine Reuter-Meldung aus Malta besagt, es bestehe dort allgemein die Auflassung, daß es sich nicht um Fra­gen gesellschaftlicher oder persönlicher Art handele, sondern daß es um durchaus dienstliche Fragen ging.

Ein Communiquö der Admiralität be­stätigt die Meldung, daß der Konteradmi­ral Collard, der Kapitän D e j a r und der Kommandant Daniel vom Oberst­

kommandierenden der Marinestreitkräfte bis zur Durchführung der Untersuchung des Zwischenfalls auf dem Flaggfchifl „Royal Oak“ vom Dienst enthoben sind. Wie der Reuter-Korrespondent in Malta erfährt, begann der Zwifchenfall nach einer nichtamtlichen Darstellung mit einer Be­schwerde, die in durchaus ordnungsge­mäßer Art formuliert war. Daran schlof­fen sich persönliche Meinungsverschieden­heiten zwischen den drei interessietten Of­fizieren. Der Oberstkommandierende, Ad­miral Roger K e y e s, bemühte sich, diese Meinungsverschiedenheiten bei,zulegen und machte den Vorschlag, daß der Konter­admiral seine Flagge statt auf der „Royal Oak“ auf dem Linienschiff „Resolution“ hissen lasse. Der Konteradmiral Collard wies diesen Vorschlag zurück», infolgedessen gab ihm Keyes die Erlaubnis, seine Flagge niederholen zu lassen und gestattete Drjar und Kommandant Daniel, sich nach Eng­land zu begeben.

Die Offlziere suspendiert.

Kapitän Sefet and Kommandant Daniel' trafen gestern abend in Son» Mandant D aniel gestern abend in Lon­don ein. Sie sprachen sofort aus der Ad­miralität vor, wo sie sich heute vormittag wiederum einfanden. Sie bleiben ebenso wie Konteradmiral Collard vom Amte bis zum Abschluß der Untersuchung sus­pendiert.

wie die Verhaftungen der deutschen In­genieure im Donezgebiet selbst. Die offi­ziellen Funktionäre der russischen Regie­rung erklären, daß sie über die Angelegen­heit noch nicht orientiert seien. Sie be­haupten, noch nicht in der Lage zu sein, Deutschland das gegen die deutschen In­genieure vorliegende Material vorzulegen, sie lehnen es auch ab, die verhafteten In­genieure bis zur Ansetzung des Prozesses in Freiheit zu lassen. Anscheinend stellen kch die verfassungsmäßigen Instanzen der Sowjetunion auf den Standpunkt, daß diese Angelegenheit in das Wirkungsbe­reich der G. P. U. fällt.

In Deutschland wird man das Verhal­ten Rußlands umso mehr als eine uner- hötte Brüskierung empfinden, als es ge­

rade das Reich war, das im Gegensatz zum übrigen kapitalistischen Ausland mit gro­ßen finanziellen Opfern den Ausbau der niedergebrochenen russischen Wirtschaft unterstützte. Da man in Deutschland in den letzten Monaten feststellen mußte, daß die Sowjets nur allzu gern sich in das Fahrwasser der amerikanischen kapitalissi- schen Wirtschaftsinteressen begeben möch­ten oder in eine Bindung an die fran­zösische Industrie, so wird man in Deutsch­land zu der Ueberzeugung kommen müs­sen, daß auch im bolschewistischen Ruß­land eine „Bourgeois-Tendenz“ vor­herrscht, d. h. eine starke Werflchäk'ing für solche Rationen, die sehr militärstark oder kapitalkräftig sind.

Wie ter „Petit Parisien“ aus gut unterrichteter Quelle erfährt, ist man am Quai d'Orsay eifrig mit der Abfassung der Antwort aus die legte Kelloggnote bemüht. Man rechnet mir ihrer Fertigstellung in etwa 4 Tagen. Der Gedankenaustausch, der in Genf zwischen Brland, Cham­berlain und Stresemann stattfand, soll die Möglichkeit gegeben haben, daß der Vorschlag Kelloggs vielleicht von den Mit- gliedstaaten des Völkerbundes angenom­men werden könnte, ohne daß dadurch ihre Verpflichtung gegenüber dem Völkerbund" berührt würde. Man könnte evtl, eine Formel des Mehrseitigkcitsvertrag es fin­den. Eine derartige Lösung würbe keine praktische Bedeutung haben, sie würde aber dem Kellogg-Programm sei­nen moralischen Charkter wah­ren, auf den der amerikanische Staats­sekretär den größten Wett zu legen scheine. Obgleich zwischen dem ftanzösischen und dem von London, Berlin, Rom und Tokio verttetenen Standpunft noch gewissen Ge­gensätze beständen, sei die Hoffnung vor­handen, zu einem alle Regierungen befrie­digenden Resultat zu gelangen.

Amerika übttteafif Me Wahlen in Maragua

ft. Newqork, 17. Mär,. Trotz Ablehnung des Eesetzvroiektes, das eine Ueberwachung der Wahlen in Nicaragua durch die Vereiinaten Staaten vorsieht, sind weitere 1000 ame­rikanische Marinesoldaten nach Mit- telamerika verschisst worden. Sie sollen dazu verwendet werden, die bevorstehenden Wahlen in Nicaragua vor „unfairen Beeinflussungen“ zu schützen.

Amerika und die Taug r Besprechnn «r.

ft Paris, 17. März. Nach einer Havas« Meldung aus Washington notifizierten die Vereinigten Staaten den an den Tanger-Be- svrechungen in Paris beteiligten Mächten, Großbritannien, Frankreich und Italien, das sie gegenüber den Ensscheidungen, die auf dieser Konferenz getroffen werden könnten, Vor­behalt« machen wurden, falls diese Entschei­dungen die amerikanischen Rechte in Tanger berühren sollten.

Sie ögvvtische Kabinettsbildung vollzogen.

ff. London, 17. Mär». Der Führer der Wafdvartei und ägyptische Kammerpräsident Mustaoba Nahas Pascha bat gestern aber das neue ägyptische Kabinett gebildet, in dem er gleichzeitig die Geschäfte des Innen­ministers führt. Alle neuen Minister gehören der Wafdvartei an, mit Ausnahme der Mi­nister für Krieg und Finanzen, die aus bet Liberalen Partei beroorgeganse« sind.