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Sonnabend, W10. Mürz 1928

An­der läßt

Der «iqdgetfrw« KW 1*< »en 10 gefreit. Aeü-nmlllimeter 0.08 GM, kleine Varau^tg« 0.06 GM- «mtli'fce et» au* v-irrige Än,eigen 0.10 GM. M schwierigem Satz sowie »ei Platz- dorschrift 60*1« «ufschlao- ~ Saminelan,eigen 100 % H«f» schlag. Reklamen 0« Milli«. 0,40 SM. Zeder SHabatt gilt ali Battabail Ziel » Sagt. Beleg« werden berechnet, ebenso Auskunft durch »ie Geschäftsstelle an» Zusendung bet Angebote. 4v füllungsori Marburg,

I Goldstar! ■ '/»»Dollar.

Während Titulescu seine Annahme davon abhängig machte, daß die heutige Empfeh­lung als eine Ergänzung zu dem Ratsbe­richt vom letzten September und den dar­in enthaltenen drei Grundsätzen gelte und die beiden neuen Mitglieder des ungarisch­rumänischen gemischten Schiedsgerichts an diese drei Grundähe gebunden sein sollen. Würden diese Voraussetzungen nicht er­füllt, so müsse er im Auftrage seiner Re­gierung den Vorschlag ablehnen. Cham­berlain erklärte, dieser Vorbehalt komme einer .Ablehnung gleich, und richtete an TituleScu den dringenden Appell, sich angesichts der einmütigen Empfehlung des Rates die endgültige Ablehnung reiflich zu überlegen. Als Titulescu erklärte, daß die Antwort seiner Regierung, der er selbstverständlich die Empfehlung so­fort übermitteln werde, nicht anders lauten könnte, als die bereits gegebene, ergriff B r i a n d das Wort, um in sehr eindring­licher Weise und unter wiederholter Be­tonung seiner Freundschaft für Rumänien und Titulescu, dessen seinerseits zur An­nahme zu beschwören.

Reichsaußenminister Dr.Stresemann wandte sich gegen die Auffassung

Versailler Vertrag erlaubt haben.

(Anhaltende Unterbrechungen.) Diese sicht stimmt auch nicht überein mit der Reichsregierung. Das Landvolk

Titulescu. daß er dem Völkerbund treu bleibe, während der Völkerbundsrat sich selbst, d.h. seinen früheren Entschlie­ßungen untreu werde. Dr. Stresemann wies darauf hin, daß es sich im September nur um einen Vorschlag, um eine Derhano- lungsgrundlage gehandelt habe, nicht um die Willenskundgebung des Völkerbunds­rates. der gegenüber es keine Einwen­dungen geben sollte. Auch Dr. Stresemann erklärte sich damit einverstanden, daß das gesamte Protokoll dem Schiedsgericht zur Kenntnis gebracht werde.

Ratspräsident Urratia schlug sodann Vertagung bis zur nächsten Ratssessivn vor. um der rumänischen Regierung ausreichende Frist zur Erwä­gung der gesamten Situation und zur Auf­nahme direkter Verhandlungen zu geben, wobei der Empfehlung des Rates Rech­nung getragen werden soll. Chamber­lain stimmte diesem Anträge zu und for­derte seinerseits Titulescu nochmals zur Erwägung seiner Antwort auf, mit dem Hinweis darauf, daß Rumänien einer ein­stimmig beschlossenen Empfehlung des Rates gegenüberstehe.

ÄbrcheMche Mtuna

sich von staatser haltenden Gesichtspunkten leiten. (Gelächter links.) Das Landvolk ist entschlossen, seine Rechte zu wahren! Hoffentlich Bringen die Neuwahlen ein anderer Bild. Wir wollen heraus aus der Parlaments- und P a r t er­wirtschaft. Wir haben auch nach die­ser Richtung ein Hindenburg-Programm. (Beifall bei den Deutschnationalen. — Große Unruhe und Gegenkundgebungen.)

Ministerpräsident Braun

nahm hierauf da? Wort: Was die Frage angeht, ob es zweckmäßig" ist, ein Panzer­schiff in der Größe von 10 000 Tonnen zu bauen, so ist jetzt wieder bei den Be­ratungen im Reichstag zum Ausdruck ge­kommen, daß noch vor zwei Jahren der Chef des Admiralstabes erklärt hat, daß der Bau von Panzerschiffen zu 10 000 Tonnen völlig unzweckmäßig sei gegenüber den erheblich größeren Panzerschiffen der anderen Seemächte. Es fragt sich nun­mehr, unter welchem Einfluß diese Auffassung der Marineleitung

RlMllsrMent Brauns WehrpoMik

Ser Somei gegen re» Neubau eines NaazerknurerS

Berlin, 9. März. Der Landtag er­ledigte heute zunächst einige kleine Vor­lagen und ging bann sofort zur zweiten Lesung des Haushalts des Staatsmi­ni st e r l u m s und Ministerpräsl- deuten über. Mit der Beratung ist unter anderem auch eine deutschnationale Anfrage über den Rcichsratsbeschluß auf Streichung der ersten Rate für den Neu­bau eines Panzerkreuzers verbun­den.

Abg. Stein hoff (Dntl.) erklärt, draußen in der Welt verstehe man es nicht, daß der preußische Ministerpräsident dauernd Vorstöße gegen die deut­sche Fahne mache und daß er die Lei­denschaften in dieser Frage aufpeitsche. Ferner sei unverständlich die Behandlung des Falles Claß. Die Auffassung, er habe Putschabsichten gehabt, widerspreche auch dem Urteile des StoatSgerichtShofeS. Auch in der Frane des Panzerkreu­zers gibt das Verhalten des Minister­präsidenten Anlaß zu schwerer Kritik. Er hat geäußert, daß es nicht zutreffe, daß er sich um die Sicherheit von Preußen hierbei handele. Er hat aber auch ausge­sprochen, daß wir Deutschen nicht ver­pflichtet wären, in unserer Wehrhaftigkeit soweit zu gehen, wie eS die Gegner im

sich gewendet hat. Ich kann mir diese Frage beantworten und den Einfluß ver­muten, der bei der Marineleitung erreicht hat, daß sie nun die Leistungsfähigkeit solcher 10 OOO-Tonnen-Panzcrschiffe plötz­lich anerkennt. (Anhaltende Unterbrechung bei den Deutschnationalen.) Wenn die Zivilverwaltung während des Krieges etwas mehr Courage gehabt hätte gegen­über dem „Geiste der Militärverwaltung", dessen Intelligenz sich noch heute in einer merkwürdigen Weise bei Herrn Ludendorsf äußert, dann wäre uns gewiß manches er­spart geblieben. Daß auch jetzt noch durch­aus die Auffassung berechtigt ist, man dürfe nicht ohne weiteres alles billigen, was die Militärs als notwendig fordern, hat kürzlich Generaloberst von Seeckt, der bisherige Generalstabsckef, in einem Artikel zum Ausdruck gebracht. ES heißt, als Politiker völlig abdanken, wenn man nach dem Anhören des militärischen Rates er­klärt, die Sache sei nun schon entschieden. Wenn wir die absolute Verant­wortlichkeit haben, dann müssen wir auch das Recht für uns in Anspruch nehmen. Über die Zweckmäßigkeit von Forderungen zu entscheiden. (Leb­hafte Zustimmung links.) Es handelt sich um eine Serie von vier Schiffen, die zusammen 320 Millionen RM. kosten würden. (Lebhaftes hört, hört, links; Zu­rufe rechts: Sehr gut.) Im Hinblick auf den Ernst der finanziellen Lage hat die preußische StaatSregierung di« Zweckmäßigkeit und Notwendigkeit solcher Bauten im jetzigen Augenblick verneint. Dabei spielte noch die Erwägung eine Rolle, daß die eh:maligen deutschen Kriegs­gegner ganz bewußt im Versailler Ver­trag ihre Bestimmungen so getroffen haben, daß uns ein wirklich t r i e g 5 to tr t = James Wehrinstrument garnicht mehr zu Gebote steht. Ist «S nun zweckmäßig, so unwirksame Möglichkeiten des Versailler Vertrages bis zum letzten Worte auszuschöpfen? Sollte man nicht lieber dar Schwergewicht unserer Außen­politik auf Recht und Berständigung leg«? (Sehr richtig links, stürmische Äegenkund- gebungen bei der Deutschen VolkSpartei und den Deutschnationalen. Rufe: Strese­mann!) Glauben Sie (zu den Deutsch- nationalen) wirklich, daß in einem Kriegs­fälle mit den vier Panzerschiffen der Weg nach Ostpreußen versperrt werden könnte, während doch die Gegner über zahlreiche Unterseeboote verfügen?

(Fortsetzung stehe Seile 2.)

Schwere Zusammenstöße in Caracas 1. Lrch einer Meldung der

Bail“ berichteten in Cucnta fColum- JHta) ans Caracas (Benezuela) einqe- beffenc Reisende, daß wegen der Er» Schiebung von 3 0 Studenten »«ch die Polizei bei Kundgebungen Wen Präsident Gomez, die im Zn» iommenhang mit der amerikanischen Aktion in Nicaragua stattfanden, als Wie« tervrgeltung sechs Polizisten ge- kiprcht worden seien. Das gesamte Ee- Wftsleben in Caracas sei drei Tage lahm gelegt gewesen. Unbestätigten Gerüchten Mfolge soll der französische E e * Itebtc. der weiteres Blutvergießen z« »«hindern suchte, den Befehl erhol» tr 1, haben, das Land zu verlassen. Sei acn Unruhen soll auch der chi enische Sesandte und der Sekretär der Eesandt- lchrft von Cuba verwundet worden sei«.

Sn N-Ikerbundkrut rettet sich dm» Settagung

, Genf. 9. März. Der Dölkerbundsrat hat heute nachmittag in öffentlicher Sitzung sbeschlossen, die weitere Behandlung des ungarisch - rumänischen OptantenstreiteS auf seine nächste Session zu ver­tagen. Dieser Beschluß, zu dessen ge­nauer Formulierung die Sitzung nach fast dreistündiger Dauer unterbrochen wurde, sieht die Aufnahme direkter Vechandlungen Mischen den beiden Parteien vor und toill der rumänischen Regierung Zeit zu einer endgültigen Stellungnahme zu der Empfehlung des Dales geben. Er kam Wand«, nachdem Graf Apponyi im 5«amen seiner Regierung die be­dingungslose Annahme der heute vormittag vom Berichterstatter Chamber­lain gemachten und vom Rat einstimmig «genommenen Empfehlung erklärt hatte.

Anzeiger für (bas frühere kurhessische) Oberhessen

Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg.

Wandlungen?

Wenn man die beiden großen politischen Ereignisse der letzten Woche — die Rede Mussolinis und die Untersuchung des Waf­fenschmuggels durch oder nach Ungarn — unter dem Gesichtspunkt unserer modernen Diplomatie, im Gegensatz zur verfluchten Eeheimdiplomatie der Borkriegszeit, be­trachtet, so kann man nicht umhin, die Offenherzigkeit zu bewundern, mit der heute viele außenpolitische Fragen erörtert werden. Haben die Leute nicht doch recht, die sich von einer Einrichtung wie dem Völkerbund vor allem das Gute verspra­chen, daß fürderhin nur mit offenen Kar­ten gespielt und die Völker nicht mehr durch ihre Oberen in unkontrollierbare Abenteuer gestürzt werden könnten? Ist es nicht — unter diesem Gesichtspunkt — geradezu erfrischend, zu hören, daß Musso­lini und das faschistische Italien sich durch Versprechungen und Verträge des zwar noch lebenden und auch noch thronenden Königs und seiner früheren Minister nickst gebunden fühlen, sondern nur die Rot wendigkeiten des Faschismus als verpflich. tenden Grundsatz anerkennen? Ist er nicht herzerquickend und beruhigend, z« sehen, wie man wegen fünf mit Waffen gefüllter Waagons eine ungeheure Menge Pavier vollschreibt und nach dergestalt solider Vorbereitung den Vertreter Un­garns in Genf in ein Kreuzverhör nimmt, daß er beinahe zornig wurde? Und vol­lends, wie behaglich und aller Sorgen ledig kann sich der friedliche Bürger in seine Kissen rollen, wenn er weiß, daß zu allem Ueberfluß noch drei seriöse Ratsmit­glieder sich persönlich von dem Zustand der bereits verkauften Maschinengewehre überzeugen werden, unter Assistenz von einigen Fachleuten, deren Augen kein Schräubchen entgeht!

Wahrlich, nur ganz böse und hoffnungs­los rückständige Menschen wundern sich darüber, daß Mussolini ausgerechnet dem kleinen Oesterreich gegenüber den Mund so voll nimmt, und daß der Völkerbund ausgerechnet das der Kleinen Entente so verhaßte Ungarnland so scharf unter die Lupe nimmt. Und es sind, wie es heute doch so schön heißt, übertrainierte Iuristen- hirne, die hübsch nach der Reihe vorgehen wollen und sagen: da der Empfänger der Waffensendung unbekannt, der Absender aber erwiesener- und zugegebenermaßen Italien ist, so frage man doch diesen faß­baren Absender nach dem schleierhaften Empfänger: Mussolini wird gewiß in sei­nem Ordnungsstaat alles Wissenswerte schnell feststellen können. Rur Menschen, die den Geist der neuen Zeit noch nicht be­griffen haben, wundern sich, daß Mussolini, anstatt dem Völkerbund bei dieser prak­tischen Gelegenheit seine Dienste anzubie- ten, ein Hohngelächter anstimmt über die Möglichkeit, das Schicksal Südtirols könne einmal den Gegenstand einer Ratsdebatte bilden. Lachen muß man, verächtlich wie Mussolini, und sagen: „Völkerbund — Genf? Vergebliches Hoffen!" $)as ist der Geist der Zeit.

Im Völkerbund hat man nicht nur ein offenes Herz. Auch einen offenen Geld­beutel. Der Rat will Portugal eine An­leihe garantieren, damit es aus den ewi­gen Revolutionen herauskommt. Wenn erst das Geld da ist, so kommt ein kleiner Diktator, und Portugal ist wieder auf der Höhe. Das ist sehr nett vom Völkerbund, und es ist kindische Rechthaberei, wenn man meint, daß England auf diese Weise langsam dem guten, alten Freund Portu­gal eine oETer mehrere Kolonien wegneh- men und die Sache durch den Völkerbund lediglich billiger finanzieren wolle. Recht­haberei ist es ja auch, wenn man fordert, daß der Völkerbund sich erst einmal um seine ihm besonders anvertrauten Schütz­linge kümmern solle. Da ist z. B. das Saargebiet, dessen Souverän der Völker­bund bis 1935 i t. dessen Bevölkerung aber von den Franzo en behandelt wird wie kein Volk zur Zeit des finsteren Autokratie-

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ZustellungegebLbr. durch EXflZJS GM.Für etwa infolge ’wgl, Maschinen defekt» oder Mtntattz Ereignisse ausfallend« Mnstttt wird kein Ersatz g«- yjm, Verlag». Dr. §. Hitzeroch, tl)lf »er Univ.-Duchdruckerei d. gtyg. Koch, Markt 21/23. M^eusprechet: Rr« 64. u. llit. 65. ^gscheckkonto: Amt Frankfurt Tgt, Rr. 6016. — Sprech,-tt tt Redaktion von 10—11 und R *1,1-1 Uhr.

Corning Post" berichtet aus gaeta: Bei den Unruhen an der iwrdtoestlichen Grenze des Irak handelte H sich anscheinend diesmal nm etwas ernsteres als um die üblichen stanbziige einzelner Stämme. Dank her britischen Lnftstreitkräfte werden die Operationen fetzt weit in die Wüste ^tragen und die seßhafte Landbevölke- tiüfl des Irak kann deshalb an ihren Lohnftätten bleiben.

; Fast alle Geschwader der britischen Luftstreitkräfte sind eingesetzt. Opera- tionsbasts ist U u in Chaldäa.

Ihrige indische Truppen wurden vor knr- 1e« nach Schaibah verlegt, dagegen blei- sir« die Truppen des Irak auch fetzt noch 1» ihrer Hiarnison. Ein britisches kstlngzeug wurde abgeschossen. Es «lang dem Führer, es in Brand zu stecken, ltevor er erschossen wurde. Seine Leiche «arte von ein.« anderen Flugzeug nach Ämra gebracht. Ein anderer Flieger tzwrde unter aufregenden Bealeitunrstän- len gerettet. Sein Flugzeug wurde abge- .fchtzsten: zwei andere Flieger landeten aber t# seiner Seite und er entkam an Word des einen. Der britische Kreu­zer „Emerald" und zwei andere in Ko, »eit befindliche britische Schiffe haben Snndungsabteilnngen ansge, Mickt.

। Offener Kampf cm örr Mak-Grenze

Ms »rittitDi Numugc nbgMMn — AmrilaMMe Kundgebungen In Caroni