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iNbechessische Zeitung

w-chentNch. ®e- pgftttU monatlt* 2 TM. aus- 3ufleCm«g<gtHbt. durch HflpeflMS TM^iir etto« infolge Eurtk«. ®«fAbt<nbef<h* »der <Meflrt<ttt Stelgeifit oKlaCntb« jfBiwrr- wird teta Lrsa» ge* Mißet. Verlag».Dr § -cheroch, der Uuid.-BuLdruck tret d. jM, A»g- Hoch, Markt 21/23. AMis»r«ch«r: Sir. 54. «. Nr. 65. »vstscheckkouto: Amt ffraukfurl W. 5kr. 5016. Sprechzeit |g Ardaktio» »en 1011 «nb 1,11 Uhr.

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Anzeiger für (das frühere kurhessische) Oberhessen

Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg.

Austritt Scrvö aus bn S. S. $.

Berlin. 8. März. Der Vorstand der Bezirksbauernschaft für Nassau hat am Montag, 5. März, die Gründung der Christlich-Nationalen Bauern« partei beschlossen und dem Reichstage« abgeordneten Hepp die Spitzenka«, didatur für den Wahlkreis Hessen-Nassau anoetragen. Wie da« Nachrichtenbüro des V.D. Z. hört, hat Abg. Hepp die Kandidatur angenommen und ist gleichzeitig aus der Deutsche» Bolkspartei und an« der Reichstags» fraktion ausgeschieden.

SariltünNgunatn

Berlin, 6. März. Auf Beschluß der Funktionäre derBerlinerStratzen- bahn, Hochbahn und Aboag haben die zuständigen Tariforganisationen die Lohntarife für die Arbeiter dieser drei Ver­kehrsbetriebe zum 31. März gekündigt. Die Funktionäre haben die Organisatio« nen beauftragt, eine Erhöhung der am 1. Oktober vorigen Jahres sestgelegten Löhne um 15 L pro Stunde zu fordern. Die Lohnbewegung bei diesen Berliner Verkehrsbetrieben umfaßt etwa 21000 Ar- beinehmer, sodaß mit den Gemeinde­arbeitern der Stadt Berlin zusammen 65 000 Arbeiter und Arbeiterin« nen zum Ende dieses Monats in einer Lohnbewegung stehen werden. Hin­zu kommt die große Zahl der Reichsbahn­arbeiter, die ebenfalls die Tarife gekündigt und Lohnforderungen eingereicht haben. Außerdem find für diesen Monat noch die Gehaltsverhandlungen für die Angestell­ten der Berliner Metallindustrie zu er­warten, sodaß dieser Monat eine Reihe von zum Teil recht schwierigen Lohnde» wegungen bringen wird.

Die fünf Berliner Metallgroßbetriebe völlig stillgelegt.

Berlin, 6. März. Mit dem Schicht­schluß sind heute auch die bisher im S i e - menskonzern junb bei der Berg­mann AG. noch arbeitenden Abteilungen st i! l g e l e g t worden, da das Fehlen der Arbeit der Werkzeugmacher eine längere Aufrechterhaltung der Abteilungen un­möglich machte. Aus dem gleichen Grunde haben auch dieDeutfchenTelephon- werke und die C. L o r e n z AG. nach Beendigung der heutigen Schicht ihre Ar­beiter entlassen. Da die Firma M i x u. Genest schon am Sonnabend zum Still­stand gekommen war, ruht jetzt die Arbeit in allen fünf Betrieben des Verbandes Berliner Metallindustrieller, die von dem Streik der Werkzeugmacher betroffen waren.

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Die Sv'illcuMttltn

Berlin, 6. Mürz. Zur Frage der Splitterparteien erklärte Reichs­innenminister von Keudell im Haus- haltSauSschuh des Reichstags: Die Reichs­regierung habe konsequent den Stano- punkt eingenommen, daß die Lösung die­ser Frage zweckmäßig der Initiative der Parteien zu überlassen sei. Das wirk­samste Mittel sei die 2l b s ch a f f u n g d e S amtlichen Stimmzettels, aber bei der Einstellung der Parteien sei hierzu keine Möglichkeit gegeben, es sei auch die Frage erwogen worden, die Llr- teile des StaatSgerichtshofes über die Rechtsgültigkeit verschiedener Länderwahl­rechte dadurch zu korrigieren, daß im Wege reichSgesehlich er Regelungeine Erhöhung der Kautionssumme und der Zahl der Unterschriften für die Wahlvorschläge vorgesehen werde. Abgesehen von den grundsätzlichen Beden­ken, daß man einen Spruch des Staats- gerichtShofs nicht durch die SesetzgebungS-

Genfer Berhan-Sunven «her Gz. Gollhar-

Ätin Mrftiaallvnkm'ahrm gtetn Ungarn Nnsetzimg eines 9reier-StcmiteeS

ft Senf. 7. März. Die gestrigen Be« fprechungen der Vertreter Deutsch- f«nd», E « gl ands, Frankreichs, Italiens und Japans, die über 1U Stunden dauerten, galten fast auslchließ- | lich dem Zwischenfall von Szent Gott« l Hard. Wie zuverlässig verlautet, ließ l ft» nrin das allgemeine Bestreben er« kennen, ihn nicht zum Gegenstand eigentlichen Investigation zu Machen. Nach dem jetzigen Stand dürfte sich die Behandlung dieser Frage vor dem derart entwickeln, daß in der für mor,

gen Donnerstag angesetzten vertraulichen Sitzung die beide« Parteien Er­klärungen abgebe«, worauf even­tuell nach weiterer Diskussion ein Dreier- Komitee au« drei unbeteiligten Ratsmitgliedern eingesetzt werden das dem Rat noch in dieser Tagung

»i«en Bericht mit bestimmten Borschlägen soll.

Dagegen meldet der Genfer Korrespon­dent oesPetit Parisie n, daß man nunmehr mit Bestimmtheit mit der Ent­sendung einer Unterfuchungskommission nach Ungarn rechnen kann, die nur aus : t Zivilsachver ständigen des Zoll- und Transportwesens bestehe. Diploma- : tisch würde diese Kommifsion die gleiche Bedeutung für Ungarn haben wie eine militärische Kommission und somit das In- i vestigationsrecht des Völkerbundes wahr­st nehmen.

Was die polnisch-litauische Frage anbelangt, so sei sich der Rat bar» über einig, daß die direkten Verhandlun­gen zwischen Polen, und Litauen am 30. | Mürz in Königsberg in Anwesenheit des Vertreters des Völkerbundes eröffnet werden sollen. Der holländische Minister i des Aeußern Bellaerts, der Bericht- 1 erstatter in dieser Angelegenheit, habe sich in seinem Bericht in diesem Sinne aus­gesprochen.

Was die Rückkehr Spaniens in den Völkerbund betreffe, so sei es möglich, daß der Rat den Wortlaut eines Briefes an Spanien prüfen werde, in dem Spanien das Bedauern des Völkerbundes rum Ausdruck gebracht werden soll, das sein endgültiger Austritt aus dem Völker- t bund, der im September definitiv werden würde, Hervorrufen würde. Der Austritt Spaniens wäre jetzt, nachdem die Ver­handlungen über das Tanger-Statut glück- [ lich zu Ende geführt würden, unbegründet.

I Sie arbeiten tes SiriidtaitS- femiteeS

L Genf, 6. März. Der Rat trat heute vormittag zu einer öffentlichenSit- zung zusammen. Er nahm zuerst einen

Bericht Dr. Stresemanns über die Ar­beiten des Wirtschastskomitees

entgegen, der eine Uebersicht über die bis- fiertgen Kommissionsverhandlungen insbe- ondere auf dem Gebiete der Verwirklich­ung der Zollnomenklaturen, Beseitigung der Beschränkung des Aus- und Einfuhr- L Handels gibt. Ferner soll zum 14. März

eine Konferenz der an Einfuhrverboten, E für Knochen und Rohhäute interessierten ? Staaten einberufen werden. Die Leitung dieser Verhandlungen soll dem französt- schen Ministerialdirektor Serrugs übertra­gen werden. Ferner wird für November 1928 die Einberfung einer Konferenz zur Vereinheitlichung der Wirt- schaftsstatistiken vorgeschlagen. Der bricht wurdtz ohne Debatte angenommen.

Ferner wurde auf Antrag Dr. Strese­manns die Einberufung des mit der Durchführung der Beschlüsse der Weltwirt­schaftskonferenz beauftragten W i r t» schastsrates zum 1. Mai in Genf be­schlossen. In einer längeren Debatte über die Notwendigkeit der internationalen Konventionen wurde vielfach die

beschleunigte Ratifikation der inter­nationalen Konventionen gefordert. Dr. Stresemann hob die Notwendigkeit hervor, die V o r b e h a 11 e der einzelnen Staaten gegenüber den nicht ratifizierten Konventionen bekannt zu geben. Wenn ein großes Land seinen Beitritt zur Fakultativklausel des Haaoer Schiedsgerichtshofes von der Annahme des Genfer Protokolls abhängig mache, so sei hierdurch ein Vorbehalt von besonders schwerwiegender Bedeutung geltend ge­macht und tatsächlich zwei völlig versckie- bene Fragen miteiranber verbunden. Auf Antrag "bes italienischen Delegierten

ff. London, 7. März. Nach einer Exchaime-M» bnng aus Jerusalem soll König Ibn Saud dem Irak und Transiordanien den Krieg er­klärt haben. Eine starke Stre-tmacht von Wababiten mit modernen Wo^en be­findet sich im Gebiete von Mann, Sieben Tanks und 22 Flugzeuge feie« zum Schutz der Grenzen des transjordani- schen Landes entsandt worden. Den Mor­genblätter zufolge liegt bisher eine amt« liche Be stiitiguua der Meldung über die kriegerischen Vorbereitungen de« Kö­nigs Ibn Saud nicht vor.

DieMorning Post" schreibt in einem Leitartikel, daß Großbritannien das Königreich des Irak, das es geschaffen, or­ganisiert und beschirmt habe, in der Stunde der Gefahr nicht verlosten dürfe.

Daily Mail" erklärt dagegen die mesopotamische Poetik der Regierung für verfehlt und warnt davor, Großbritannien in einen Krieg stolpern zu lasten.

Der diplomatische Äorrefponbent des Daily Telegraph" weist darauf hin, daß Großbritannien keinerlei diplo­matische oder sonstige Agenten in der Hauptstadt der Wahabiten besitze, trotzdem Ibn Saud seit Jahren in der ganzen ara­bischen Welt eine wichtige Rolle spiele.

PnußtMr EonMag

Berlin, 6. März. Rach Erledigung kleinerer Borlagen und nach debatteloser Üeberweisung der preußischen Wahlrechts­novelle an den Berfassungsausschuß nahm das Haus die zweite Beratung des Ge­setzentwurfes über die weitere Neurege­lung der kommunalen Grenzen im west­fälischen Industriegebiet in Angriff. Nach Unterbrechung der Weiterberatung, wobei die restlichen Abstimmungen zum Iusttz- etat erledigt wurden, wurde die zweite Beratung deS Gesetzes erledigt. Alsdann verabschiedete das Haus in zweiter und dritter Lesung die Borlage über die Erwei­terung des Stadtkreises Breslau und ver-

Scioloja wurde sodann beschlossen, aus die Tagung der nächsten Seffion des Rates die grundsätzliche Frage zu stellen, durch welche Mittel für die internationalen Kon­ventionen des Völkerbundes in weit grö­ßerem Maße als bisher die Ratifizierung durch die verfassungsmäßigen Organe er­zielt werden könne. Schließlich beschloß der Rat, den von dem Fünfer-Ausschuß ausgearbeiteten Bericht über den

Bau des Völkerbundspalastes

in seinen Gnmbzügen zu genehmigen, aber gleichzeitig über die Frage der end- -niTtiaen Gestaltuno des Versammlungs­saales und der Fassade einen Ergän- zungsderichtfür seine nächste Tagung einzufordern. Damit wird der gemein­same Plan des Pariser Architekten N6- n o t, des Erbauers der Sorbonne, und fei­nes ' Schülers, des Genfer Architekten Flegenhe wer, allerdings unter einer Reihe von Einschränkungn und Wande­rungen. zur Ausführung bestimmt.

Das Endergebnis der polnische« Wahle«.

Warschau, 6 März. Die nichtamt­lichen Endergebnis der Wahlen ergeben folgende« Bild: Insgesamt entfallen auf die einzelneu in den Wab^reisen anfge« stellten Parteilisten 372 Mandate. Zu dieser Zahl kommen nach der endgültigen Feststellung des amtlichen Wahlergebnisses noch 72 Mandate der sogeuanu« te« Staatsliste, die auf die Par« feien proportional verteilt werden. Bon den 372 Wahlkreismandaten erhalten der Regierungsblock 103 (104), der Nationalstaatliche Arbeitsblock 5, die Ko, tholische Union der Westgebiete 2, die pol­nische sozialistische Partei 51, die Bauern« partei Wyzwolenie 30 (31). Bauernbund de« Abgeordneten Stapinski 3, Bauern­partei de« Abgeordneten Dombski 21. Bon beit Rechtsparteien erhalten die Bauern­partei Piaft und die Christllch-Demokra» fett 28. die Rationale Arbeiterpartei (Rechte) 8, die Katholische Nationale Union 30. der Minderheitenblock 46. die Ukrainische Radikale Wahlgruppe 9, die Kommunisten 5, die Radikale Bauerngruppe de« Pater Oko« 1, Ostkleiu- polnische Zionisten unter Führung des Dr. Reich 6. Russen 1, Ukrainische Arbeiter­partei 1. Aus die lokalen Splitterlifte« entfalle» 12 Mandate.

tagte sich auf Mittwoch 12 Uhr: Hande ls- haushalt, kleine Dorlagen.

Fritz Thyssen vorläufiger Vorsitzender der Rohstahlgemeinschaft.

Köln, 6. März. Nach einer Meldung der .^kölnischen Volkszeitung" aus Paris soll anstelle des tödlich verunglückten Prä­sidenten M a y r i s ch einstweilen Fritz T h y s s e n mtt der Führung der Geschäfte der Rohstahlgemeinschaft bis zum Zusam­mentritt des Präsidiums und bis zur Neu­wahl beauftragt werden.

Kriegsgefahr im Osten

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