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Sag. Koch, Markt 21/23. jst»,sdk«ch«r: Skr. 64. n. Vkr. 65. P^scheckk»nt»i Amt Frankfurt t gR. Skr. 6015. Sprechzeit le Medaktio» von 1011 und

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t Svldmark '/«^Dollar.

Anzeiger für (das frühere kurhessische) Oberhesse»

Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg.

Keine Berleguns -es MßkerhZZnssMes

Sie SttüKle von ter Verlegung ton Seal na» Mn ein Mansvrt Aal ens

Der Genier Vertreter desPetit P a r i s i e « veranstaltete eine Unter­suchung bezüglich der Gerüchte über eine Verlegung des Völkerbunds, sitze» von Genf. Nach den Aussagen «ine» hoben.kerbundsbeamtea sei hier, wh so wenig die Rede, dah man gerade i» Augenblick damit beschäftigt sei, die Pläne für das nSue Völkerbunds,

Palais festzulege«.

Heber die Vorgeschichte dieser Gerüchte

»eist der Korrespondent zu

berichten, daß

der Vertreter Italiens in Polen

kürzlich Zaleski vertraulich mitteilte, dass im Falle der Aufrollung der Frage einer Verlegung des.kerbundssttzes die italienischen Delegierten sich für Wien

ausgesprochen haben. Seitdem habe aber Mussolini vielleicht seine Auffassung ge­ändert.

Was Oesterreich anbelangt, so habe der österreichisch« Gesandte in Bern Bun, dearat Motta verschiedene Besuche abge- stattet um zu versichern, dah seine Re­gierung nicht, getan habe und nichts tu» werde, um Gens den Böllerbunds- fitz streitig zu machen.

Stehende Heere und Abrüstung

Der Seufer Berichterstatter desDaily Lhronicle" schreibt. Lord Tushen- du« habe in einer Unterredung erNärt, die Ansicht, dah das grohe Hindernis für die Abrüstung das System Ler allge­meinen Dienstpflicht sei, treffe völlig zu. Der britisch« Hauptdelegierte brmerkte ferner: Es ist unmöglich, die Herabsetzung der militärische« Dienstzeit al» eine Abrüftungs, mahnahme zu bezeichne». Zm Grunde bedeutet es nur, dah das stehende Heer imUter mehr zum Un- teroffizierkorps für das wo- bi le Seer wird-.

lleber die Arbeit des Sicherheitsaus, schusse, und Schiedsgerichtsausschusies sprach sich Lord Cushenduu ziemlich p e s s i m i ft i sch aus. Er war der An­sicht, dah der Bericht zu umfangreich und «»reif seiu werde, um von unmittelbarem Nutzen zu sei«, uad dah er eine neue Form werde erhalte« müssen, bevor er die Arbeit der vorbereitenden Kommission fördern könne.

AmenkaniHe (Stianteitbafl m Ra te?

ff. Washington, 2. März. S, ver­lautet, dah das Staatsdepartement seit einiger Zeit die Ernennung eines ameri- kanischen Gesandten in Aegyp, ten erwogen hat. Die feindselige Hal, tung des letzten Inhaber« dieses Postens gegenüber der britischen Residenz in Kairo und der britischen Politik im allge- meiae« war Gegenstand zahlreicher Ar, titel in der amerikanischen Presie, und es wird erwartet, dah dieses Mal ein Be­rufsdiplomat anstelle eine« Politikers ge­wählt werden wird. A.s Anwärter für diese« Pofte« wird in erster Linie der gegenwärtige Leiter der merikan-.fchen llbteiluaa des Staatsdepartements, teaefli« Gunther, genannt.

Set Mottos

Wie das Rachrichtenbüro des Vdz. hört, wird der Reichswehrminister Dr. Groener am Freitag im Haushaltsausschuß die Er­klärung abgeben, daß der Reichskanzler Dr. Marx seinerzeit für sich persönlich einen Bericht vom Reichssparkommissar ange­fordert hatte, um über die ganze Ange­legenheit informiert zu sein. Der Reichs­kanzler Dr. Marx beabsichtigte nun, die Fraktionsführer selbst über den Inhalt der Denkschrift zu unterrichten. Dies werde jedoch wegen der noch andauernden Er­krankung des Reichskanzlers erst im Laufe der nächsten Woche möglich sein. In parlamentarischen Kreisen verlautet, daß der Reichskanzler bei dieser Gelegenheit die Fraktionsführer fragen werde, wie sie zu dem Beschluß des HaushalrsausschusseS stehen, do ja der kommunistische Antrg auf Veröffentlichung der Denkschrift im Haus­haltsausschuß durch das Fehlen einer Reihe von Mitgliedern des Ausschusses, also

durch eine Zufallsmehrheit, an­genommen worden ist.

In den Besprechungen mit den Partei­führern, die sich gestern an die Sitzung des Reichskabinetts anschlossen und in denen denen den Parteiführern der ablehnende Beschluß de§ Reichskabinetts hinsichtlich der Veröffentlichung des Phöbus-DerichtS mitgeteilt wurde, sollen sich, wie eS in der Voss. Ztg." heißt, alle Parteiführer damit einverstanden erklärt haben, daß dem Reichskanzler Dr. Marx persönlich die Weiterführung der Angelegenheit Vorbe­halten bleibt. In diesem Sinne wird auch die Erk.ärung gehalten sein, die der Reichs­wehrminister Groener heute im Haushalts» aus^chuß abgeben wird.

DieT ä g l. Rundschau" nimmt an, daß es wegen der PhöbuS-Berichtsange- legenheit nicht zu einem Konflikt zwischen dem Reichskabinett und dem Haushalts­ausschuß, der sich mit Stimmenmehrheit für die Veröffentlichung des Berichts aus­gesprochen hat. kommen wird.

Die GruSenkÄMAWZ vor SM Landtag Lin neues zMnmsM bei dorimunb

Berlin, 1. März. Der Landtag nahm am Donnerstag seine Plenarsitzungen wieder auf. Präsident Bartels teilt dem Hause mit, während sich dl« Abgeordneten von den Sitzen erheben, daß heute morgen sich eine schwer«

Grubenkatastrvphe auf der Zeche Ewald in Crkenschwik (Westfalen) ereignete, bei der 48 Bergleute verschüttet wurden, von denen bisher 14 als Tote geborgen worden sind. Der Landtag sei tief erschütlert durch diese Katastrophe und spreche den Betrosfenen seine herzlichste Teilnahme aus. (Stufe bei den Kommunisten: DaS sind Opfer des Pro­fits I Durch diese Worte wird nichts ge­bessert I)

Abg. Pieck (Komm.) erklärt, die Bei» leidsreden des Präsidenten ständen in schrei­endem Gegensatz zu der schmählichen Leicht­fertigkeit, di« die verantwortlichen Personen gegenüber den Arbeitern zur Schau tragen. Das Handelsministerium mache sich ge r ade zu strafbar, wenn es nicht ein­mal die Beschlüsse des Landtags burchsühre, die das Antreibersystem einschrän­ken wollten. Angesichts solcher Dorkoinm- nifie feien die DeileidSkundgebungen des Land­tages eine erbärmliche Heuchelei.

Präsident Bartels bezeichnete diese Aus­drucksweise als geschmacklos.

Der kommunistische Antrag auf Herbei­zitierung des Hanüelsmlnisters wird gegen die Kommunisten abgelehnt. (Großer Lärm bei den Komm.).

Abg. Jacobs (Soz.) erklärt, wir Bringen eine Große Anfrage an das Staats- miniftmum ein, wonach es Auskunft geben soll, was eS zu tun gedenke, um derartige Se.lfahrtkatastrophen in Zukunst zu vermeiden.

Don mehreren kommunistischen Rednern wird die sozlaldemokrattsche Interpellation als .faulet Zauber" bezeichnet und ver­langt. dah man die Angelegenheit nicht im Ausschuß begrabe, sondern daß der M nistet vor dem Hause Auskunft darüber gebe. In­folge deS kommunistischen Widerspruchs gegen die Ausschußüberweisung der sozialdenwkra- tischen Interpellation ist btefer Gegenstand für heute erledigt.

Das Haus wendet sich dann der dritten Be­ratung deS Gesetzentwurfes über die

Gewährung von Zwischenkrediten bei Rentengutsgründungen

zu. Abg. Stendel (D. Bp.) stimmt der Borlag« zu. Er polemisiert dann gegen die Sozialdemokraten, deren Deichslagsredner gestern das magere S.edlungsergebnis be­mängelt und ausdrücklich d:e S.edlungspolitik des 'sozialdemokratischen preußisches Ksdneus aus den letzten neun Jahren verurte.lt haben

Abg. Dr. Kaufhold (Dntl.) betont, daß auf Beschluß des Aeltestenrates noch dieser

Landtag eine ausführliche Siedlunasdebatie führen solle. Man könne s ch dahcr heute aus die Frage beschränken, ob das Gerüchl richtig fei, dah aus der Landesrentenbank nur mit preußischen Mitteln zuftandecelommen« Sied­lungen kreditiert werden sollten.

Landwiltschastsminister Dr. Steiger be­tont, dah zwar genug Siedlungsorganisationen, aber zu wenig Geld für Siedlungen vorhanden sei. Bon 1925 bis 1927 fei die Zahl der Neusiedlungen verdovpe.t worden Unzweifel­haft würden 1928 noch mehr Siedlungen er­richtet werden. Landesrentenbank.r:di e sollten felbftverständl ch nicht nur an Siedlungen ge­geben werden, die mit preußischen Mitteln gegründet werden. Oberste Boraus'etzung für eine gesunde Siedlungswirtschast we.de aber die Wieder Herstellung der landwirtschaftlichen Rentabilität fein, die auf das eifrigste an­gestrebt werden müsse.

Rach weiterer Aussprache wird das Gesetz in der Schlußabstimmung mit großer Mehr­heit angenommen.

Dortmund, 1. März. Durch eine SchwefelgaSexplosivn auf der Halde der Zech« Wien d a h ls b a n k" bei Annen stürzte heute abend gegen 20 älhr eineBagger» maschine in sich zusammen. Hierbei wurden mehrere Arbeiter unter den Trümmern und Steinmassen begraben. Bisher wurden drei Mann geborgen, von denen zwei schwer und einer leicht verletzt sind. Die Arbeiter, die noch unter den Trümmern liegen, können wahrscheinlich nicht mehr gerettet werden, da die Erdmassen in Brand geraten find und augenblicklich kein Wasser zur Stelle ist.

Bis gegen 10 Ähr abends ist der noch unter den glühenden Erdmassen liegende vierte Arbeiter nicht geborgen worden. Die Feuerwehren der umliegenden Orte sind fieberhaft mit den Aufräumungs- und Ber­gungsarbeiten beschäftigt, die jedoch durch immer wieder nachstürzende brennende Erb­massen stark behindert werden. Der Bagger, sowie mehrere Eisenbahnwaggons sind voll­ständig zerstört.

Pols« und die neue litauische Rote.

fk. W a r s ch a u, 2. Mürz. Die polnische Presse beschäftigt sich eingehend mit der letzten litauischen Note. Es wird betont, daß der litauische Borschlag, Königs­berg als Berhandlungsort zu wählen, nichternstlichzudtskutierensei. Nach einer Meldung der polnischen Tele- graphenagentur wird die Entscheidung über die Antwort an Woldemaras erst nach den Wahlen und nach der Sitzung des Pölkerbundsrates zu erwarten sein.

Das frtiflcccbtnt eigtntum

Der Inhalt des nunmehr vom amerika­nischen Kongreß endgültig angenomme­nen Gesetzes über die Freigabe des im Kriege beschlagnahmten deutschen Ver­mögens in Amerika ist nur in kurzen Grundzügen bekannt, da der Wortlaut des Gesetzes in Berlin bisher nicht vor­liegt. Immerhin kann als feststehend an­genommen werden, daß während 1923 nur eine teilweise Zurückgabe des deutschen Vermögens vorgesehen war, jetzt eine Freigabe des gesamten ehemaligen deut­schen Eigentums in Amerika erfolgen durfte. Allerdings werden die Gesamt­objekte zunächst nur zu 80 Prozent frei- gegeben, während die restlichen 20 Prozent zur Verfügung eines Spezialfonds gehal­ten werden, aus welchem fürs erste die noch reftierenben amerikanischen An­sprüche an Deutschland befriedigt werden sollen. Erst nachdem dies geschehen ist, soll auch dieser Spezialfond gleichmäßig den deutschen Interessenten zugute kommen.

Für die beschlagnahmten deutschen Schiffe, Patente und Funkstationen sieht das Gesetz eine Sonderregelung vor. Zur Entschädigung werden 100 Millionen Dol­lars ausgeworfen, aber zunächst nur zur Hälfte verfügbar gemacht, während Die restlichen 50 Milliarden Dollars dem er­wähnten Spezialfonds überwiesen werden sollen, lieber die deutschen Ansprüche be­züglich der Schiffe, Patente und Funk» stationen soll ein amerikanischer Schieds­richter entscheiden. Auch sonst dürfte die Freigabe des deutschen Vermögens noch an gewisse in ihren Einzelheiten noch nicht bekannte Modalitäten geknüpft sein.

Zweifellos sind für die Anmeldung der deutschen Ansprüche nur noch sehr kurze Fristen vorgesehen. Es erscheint daher dringend geraten, daß die deutschen Inter­essenten ihre Ansprüche möglichst bald gel­tend machen, da eine Verlängerung Der entsprechenden Fristen so gut wie ausge­schlossen ist. Das Auswärtige Amt wird, sobald es im Besitze des Wortlautes des Gesetzes ist, das Nähere der deutschen Oeffentlichkeit mitteilen.

Angesichts der restlosen Freigabe des deutschen Vermögens in Amerika dürfte es angebracht fein, einmal festzustellen, wie sich die übrigen Staaten, mit denen Deutschland im Kriege gelegen hat, in die­ser Frage verhalten haben. Don dem in dem Versailler Vertrag vorgesehenen Li­quidationsrecht an deutschem Privateigen­tum haben überhaupt keinen Gebrauch ge- macht: Brasilien, Kuba, Bolivien, Ecuador, Nicaragua, Honduras, Guatemala, Uru­guay, Peru, Panama und Griechenland hat int Jahre 1920 den dort ansässigen Deut­schen bis zu 75 000 Drachmen zurückerstat­tet. China hot 1923 die deutschen Liquida- tionsgeschädigten in wesentlichem Um­fange wieder in de«- Besitz ihres Eigen­tums gesetzt. Das Gleiche hat die Süd­afrikanische Union schon unmittelbar nach dem Kriege getan. Japan hat im Jahre 1925 eine 75- bis SOprogentige Entschädi­gung für das beschlagnahmte deusche Ver­mögen gewährt. Frankreich hat 1926 auf die weitere Ausübung seines Liquidations­rechtes verzichtet, nachdem allerdings be­reits der größte Teil des deutschen Pri­vateigentums von Frankreich liquidiert worden war. Italien hat die Liquidation erst im September 1927 eingestellt, aller­dings mittlerweile sich bereit erklärt, eine große Anzahl von bereits veräußerten deutschen Privatgütern wieder freiqegeben. Portugal hat 1927 das in seinen Kolonien liquidierte deutsche Privateigentum wie­der freigegeben. Jugoslawen hat gleich­falls um diese Zeit das in den ehemalig österreichischen Teilen seines Gebietes be­schlagnahmte deutsche Privateigentum zu- rückerfirttet.

Demgegenüber hat Großbrstannien wie­der eine grundsätzliche Freigabe zugestan- den, noch die Liquidationen eingestellt. Das Gleiche gilt für alle britischen Kolonien und Dominien mit Ausnahme der Süd-