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tut -Oberheffifch« Sdhmg* o |»det sechsmal MtcheeUich. 9t- p^sprds monatlich 2 SM. tat- schließt. Zustellungsgebübr. durch dteP»stL25 SMLür etwa ««folge CiittU. Waschinrvdefektr oder etaeeetam Sttignisi« ausfallend« De Minern wird kein Ersaß ge* letztet. Verlag d. Dr. §. Hitzervth, Devck der Ueid.-Vuchdrucke«« b, 5* «UH. «och» War« 21/23. gernsprecher : Rr. 54. u. Rr. 55. Po-scheckkouto: Amt Frankfurt «. W. «r. 5015. Sprechzeit NX «xdaktiou von 10-11 mtd ^11 Uhr.

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Anzeiger für (das frühere kurhessische) Oberhesfe«

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den 10 gespalt. ZeSenmillderter 0.08 »Sat, kleine Varanzetgeu 6.06 ®«0U amtlich« and «* tolrttg« Anzeigen 0.10 SM Cd schwierigem Sa» sowie del Platz« Vorschrift 50*1. Aufschlag. - Sammelanzeig«, 100 *U Aich schlag. Siek! amen der MNlftR. 0,40 ®%t Jeder RadaN gilt als Carrabatt. 3td 5 Tage. Beleg» werden berechnet, ebenso Auskunft durch bi» SeschSftsstell« and Zusendung der Angebot«. lt

füllungsort Marburg.

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Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg.

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Berlin, 14. Februar.

Der Haushaltsausschuh des Reichstags setzte heute die allgemeine Aussprache über den Haushalt des Reichswehrministeriums fort.

Reichswrhrminister Dr. Groener erklärte: Der Verlauf der Debatte hat ergeben, dah »wischen meinen Anschauungen und denen der «eisten Abgeordneten eine weitgehende lleber- einstimmun« herrscht. Das zeigt mir, dah ich den richtigen Kurs steuere.

Seift und Leistung der Offiziere find ent­scheidend für den Wert der Truppe.

Daraus ergibt sich ganz klar die Aufgabe für den Aufbau und die Erziehung der Reichs- «ehr. Selbstverständlich dürfen nicht Her- funft, soziale Verhältnisse, Examen maßgebend für die Einstellung der Offizieranwärter sein. Er muh vor allem der ganze Mensch, sein Eba- ratter bei der Einstellung berücksichtigt wer­den. Wir werden uns bemühen, einen zu­verlässigen und leistungsfähigen Offizierersatz zu erlangen, dessen Gesinnung über allen Zweifel er­haben ist. Für die Nichtabiturienten und Volkrschüler ist es schwierig, sich das nötige Bildungsniveau »u verschaffen: dah es möglich ist, zeigen mancherlei Beispiele. Dem Reichs­heere gehören seit dem Bestehen

i« ganzen 209 ehemalige Unteroffiziere als Offiziere

«n. Ausgeschieden find 92, davon 44 als Hauptleute, 10 davon mit dem Charakter als Major. Am 21. Dezember 1927 gehörten noch 117 Offiziere (davon 52 als Sauvtleutel dieser Vorbildung der Reichswehr an. Zur Beför­derung »um Major kommen sie 1929 erstmalig heran. Ob es immer glücklich ist. auf diese Einrichtung hinzuweisen, dah eine Anzahl Offiziere aus dem Unteroffiziersstande stam­men, ist mir sehr fraglich. Mit dem Augen­blick, in dem sie Offiziere geworden sind, sind fie vollwertige Offiziere.

Wir dürfen keinen gesellschaftlichen Unter, schied machen.

Damit würde die Einheitlichkeit und die kame­radschaftliche Gesinnung, die alle umschließt, völlig zerstört werden. Die Beförderung und die Besoldung sind nicht so glänzend, wie es vielfach geglaubt wird. Bei der Beförderung zum Oberleutnant ist ein Durchschnittsalter von 27% Jahren ermittelt, »um Hauptmann von 33 Jahren. Nach den Erfahrungen des Weltkrieges und meiner festen innersten Ueberzeugung ist es ungeheuer wichtig, daß die Führer jung gehalten werden. Das. was wir jetzt aber bei unseren Beförde- rungsverbältnisien erleben, gebt über die Jahre hinaus, die ich für den Aufbau unserer Führung für zweckmäßig halte. Der Pro­zentsatz des Adels in der Reichswehr beträgt 20 gegen 31 Prozent im alten Heere.

Ich habe in der langen Laufbahn, hie ich hinter mir habe, nicht den geringsten Un- terschied zwischen den Offizieren gefunden, die das Adelsvrädikat hatte» und solchen, di« es nicht hatten.

Die Mihhondlungen, diese Pestbeule, werbe ich mit Feuer und Schwert avsrotten. Ein ebrliebcnder Soldat läßt sich nicht mißhandeln. Aus dem politischen Kampf der Meinungen muß die Reichswehr berausbleiben. Ich stimme dem zu. daß die sog. Entpolitisierung der Reichswehr nicht be- deuten kann: Völlige Unkenntnis über die vo- lirischen Verhältnisse. Die Führer der Reichs­wehr müßten auch politische Köpfe sein. Die Beziehungen zu den Bünden spielen immer noch eine Rolle. Durch die bekannte Verord­nung ist aber der Wehrmacht die politisch« De- tätigung wie jegliche Zusammenarbeit mit politischen Vereinen verboten. Meine persön­liche Einstellung zu den Bünden geht dahin, daß ich es nur begründen kann, wenn die Er­tüchtigung unserer Jugend, ihre sportliche Ausbildung von allen gleichmäßig gut betrie­ben würde und das Ziel wäre, eine tüchtige, körperlich leistungsfähige, geistig freie Jugend heranzubilden, mit anderen Worten: die Grundlage zu schaffen für eine Ertüchtigung des ganzen Volkes. Ein abgesagter Feind bin ich aber von jeder Sol­datenspielerei

Das Reichsbanner Schwarz-Rot-Eold hat politischen Charakter und hat das auch wiederholt ausgesprochen.

Der Arbeiter-Turn- und Sportbund bezeichnet sich selbst als auf dem Boden des Klassen­kampfes stehend.

Die Kriegerverrine haben ihren unpartei. licheu Charakter nicht nur betont, sondern bewiesen.

Das Flaggen am Tage der Reichsgründung, das hier bemängelt wurde, ist vom Reichsprä­sidenten Ebert am 11. April 1921 angeordnet worden. Ich habe keine Absicht, an dieser Ver­ordnung etwas zu ändern. Zur Frage der Beschwerden führt der Minister aus: Im Jahre 1927 sind 178 Beschwerden aus Presse, Parlament usw. an uns gelangt. Von diesen Beschwerden haben sich 144 als un­begründet erwiesen. Ich werde mich nicht scheuen, von der Wehrmacht der deutschen Republik zu sprechen. Ich hoffe, daß das auch von den Offizieren so aufgefaßt wird, daß es keine Schande ist, dem neuen Staate zu dienen. In diesem Sinne taffe ich die Beziehungen zum neuen Staate auf. die von Jahr zu Jahr unter meinem Vorgänger offen­

sichtlich an Güte zugenommen haben. Die Höhe des Etats ist kritisiert worden. Wenn der französische Soldat billiger als der deutsche ist, so hängt das von der anderen Verfasiung der Wehrmacht ab.

Diese ans aufgezwungeue Wehrverfassuug ist der Kernpunkt und die innerste Ursache von zahlreiche» ihrer Kritiken.

Diesem Zwang können wir uns nicht entziehen. Der Wehretat ist keine Luxusausgabe, und wenn wir sparen, müßten wir an einer we­niger dringlichen Sache sparen. Sie dürfen wirklich das Vertrauen haben, daß die Reichs­wehr ein absolut zuverlässiges In­strument der verfassungsmäßigen Regierung sein und bleiben wird. Es ist nicht meine Absicht, zwischen Heer und Marine eine Kluft zu bilden, wir müssen uns gegen­seitig durchdringen und müsien die gesamte Wehrmacht als einen einheitlichen Organis­mus betrachten zur Verteidigung unserer Grenzen.

Weiterberatung Mittwoch.

Eine Lösung noch nicht gesunden

SrgebmWe BefpreLunsen

Berlin» 14. Febr. Der unter dem Vorsts, des Erafe« Westarp z« heute vormittag einberufene Interfraktio­nelle Ausschuß der Regjerungsp»»»- fteien befaßte fich mit den inzwischen formulierten Abändeungs- wünschen zum Reichsschulgesetz- «ntwurf. Seitens der Neichsregierung nahmen wieder der Stellvertreter des Reichskanzlers, Reichsminister Hergt, Reichsminifter de« Inner» Dr. v. Keudell und Staatssekretär in der Reichskanzlei Dr. Pünder teil. Die abschließende Stellungnahme des Interfraktio­nellen Ausschnstes zum Reichsschulgesetz- entwurf ist für morgen vormittag vorgesehen. Reichskanzler Dr. Marx, der noch das Bett hüte« muß und daher am unmittelbaren Vortrag des Herrn Reichspräsidenten verhindert ist, empfing im Anschluß an die heutige interfraktio­nelle Besprechung im Beisein des Staats­ekretärs Dr. Pünder de« Staatssekretär

Das Zentrum ift ffttiiitb

im Bureau des Reichspräsidenten Dr. Meißner zur näheren Orientierung des Herrn Reichspräsidenten über die politi- sche Eesamtlage und di« Auffassung des Reichskanzlers.

. Die Sitzung der Zenttumsfraktio«.

Die Zentrumsfraktion des Reichstages hielt im Anschluß an die heutige Plenar­sitzung eine längere Sitzung ab, über die folgender Bericht ausgegeben wurde:

Die Zsntrumsfrattion des Reichstages erörterte in ihrer heutigen Abendsitzung den Bericht über den Stand der Verhand­lungen im Interfraktionellen Ausschuß. Beschlüffe wurden nicht gefaßt. Die Be­urteilung der Eesamtlage ist in der Frattion nach wie vor eine skeptische, was den Erfolg der Verhandlungen an­geht. Sollte eine Einigung über das Reichsschulgesetz zwischen den Regierungs­parteien nicht zu erreichen sein, dann würde die Koalition als gelöst an- zusehen sein. In diesem Falle wären bal­dige Neuwahlen die notwendige Folge."

Neuer RMsnendetms

Ei« Betrugsskandal von ungeheurem Ausmaß, durch den das Deutsche Reich um Millionenbettäge geschädigt wordc« ift, beschäftigt zur Zeit dir Berliner Staatsanwaltschaft Es konnte ermittelt werden, daß seit länger al« einem Jahr Bettügereien mit Kriegsanleihe-Altbesitz. anmeldungen verübt worden find. Als einer der Hauptbeschuldigten wurde in der Rächt zum Dienstag der aus dem großen Moabiter Aktenschiebungsprozeß bekannte Bankier Ku ne r t von Beamten der Staatsanwaltschaft und der Kriminal­polizei verhaftet und in das Moabiter Un. tersuchungsgefängnis gebracht. Die Ange, legenheit dürfte weitere Kreise ziehen, da nachgeprüft werden muß, auf welche Weise er Kunert gelungen ist, den Anmeldungs­

schwindel durchzufiihren. Weitere Verhaf­tungen find Z« erwarte«.

Rach Ansicht der Staatsanwaltschaft hat Kunert schon vor seiner Verhaftung und nach seiner nach dem Urteil erfolgten Frei­lassung, also in fortgesetzter Handlung, auf betrügerische Weise Kriegsanleihe-Reube. sitz als Altbefitz angemeldet und somit da» Reich um außerordentlich hohe Beträge ge­schädigt.

Der Unterschied zwischen Altbefitz und Reubefitz spielt Bei der Aufwertung der Kriegsanleihe deshalb eine be­sonders große Rolle, weil die Mtbefitzer eine fünfmal so hohe Aufwertung erhalten als die Neubesitzer.

Asquith gestorben.

ik. London, 15. Febr. Asquith ist beute morgen, ohne bas Bewußtsein wiedererlangt °u haben, gestorben.

SnS WohiMgslve'en in Sttnlen

Berlin, 14. Febr. Im Landtage wurde gestern und heute die zweite Lesung des Wohlfahrtsetats beim AbschnittWoh- nungs» und Siedlungswesen" fottgesetzt.

Minister Dr. Hirtfiefer .

wies darauf hin, daß der Abbau auf de« einzelnen Gebieten brr WohnungSzwangs- wirtschast nur, soweit die Verhältnisse eS gestatten, vorgenommen worden sei. Die anfänglich soviel bekämpfte Heraus­nahme der gewerblichen Qtäume aus der Zwangswirtschaft habe sich später als durchaus berechtigt erwiesen; die Beschwerden und Klagen ein­zelner Geschädigter blieben jetzt weit hin­ter drn übrigen Wohnungsbeschwerden zu­rück. Für die

Mietpreisvildung

der aus der Zwangswirtschaft herausge­nommenen Räume sind Grundsätze von den Ländern aufgestellt worden. Die De­utteilung brr Angemessenheit einer MietS- forderung kann bei der Verschiedenheit der örtlichen Verhältnisse nur für den Einzel­fall erfolgen. Man habe sich mit einem Hinweis auf die einschlägige Rechtsprechung des ReichSgettchtS begnügen müssen. Da­nach werden im allgemeinen bei der Miets- berechnung berücksichtigt dieSestehungs» kosten, die Vergleichsmieten und die besondere« Verhältnisse des einzelnen Falles. Es ist, so erklärte der Minister ausdrücklich, auch in den kleine« Gemeinden lediglich die zwangsweise Zu­weisung von Mietern durch die Woh­nungsämter in Fortfall gekommen. Wen« durch die dem Vermieter gewähtte freie Auswahl eine Besserung d:S Verhält­nisses zwischen Vermieter und Mieter her- beigefühtt werbt, so ist das nur zu be­grüßen. Dom gleichen Gesichtspunkt aus sei den anderen Gemeinden empfohlen worden, von dem System der sogenannte«

MietSerechtigungsscheine

weitgehend Gebrauch zu machen, wonach dem Vermieter der Abgabe einer frei- gewordenen Wohnung an jeden mit einem derartigen Schein versehenen Bewerber ge­stattet ist. Beim

weitere« 5166a« der Zwangswirtschaft werde davon auszugehen sein, daß ei« Abbau vor allem d:S Mieterschutzes erst erfolgen kann, wenn einmal die Mieten der Altwohnungen und die bei Neubauwohnungen dem allge- meinenPreiSstandauf einer für das Einkommen der Breiten Massen erträglichen Höhe angenähert sind, und wenn fer­ner das Angebot an Wohnungen der Nachfrage einigermaßen entspricht. Am längsten wird die Zwangswirtschaft, vor allem der Mieterschutz, dei den Woh­nungen der minderbemittetten Devölke- rungsklassen aufrechtzuerhalten sein. Der Minister erörterte dann den

Wohnungsnenba«

und verwies darauf, dah 1927 176006 Dauerwohnungen fettig gestellt feien, ge­genüber nur 130 000 im Zähre 1926. Am 1. Januar 1926 waren weiter rund 90 000 Wichnungen im Dau, gegenüber nur 73 000 am 1. Januar 1927. Dies fei gewiß ein erfreulichesErgebniS. Konnte doch 1927 neben der Deckung des laufenden Bedarfs von 120 000 Wohnungen auch der Fehlbedarf von 600 000 Wohnungen um 56 000 vermindert werden. Mangels der Möglichkeit, Hypotheken zu ttagbaren Be­dingungen aus der freien Wirtschaft in ausreichendem Umfange zu beschaffen, fei

die Wohnungswirtschaft de» Jahre» 1928 in der Tat ernstlich gefährdet.

Man könne nur an die Reichsregierung wegen Erhöhung des Zwischen- kreditfvnds herantreten und außerdem Auslandsmittel in Anspruch neh­men, wobei zunächst nur 100 Millionen Pfandbriefe im Interesse des Inlands-