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H«fgf sechsmal wichen tllch. 8e» «wnaUtch 2 GM. «u* schließ!. 3nstev«,tz«gebübr, durch »tePostLLL SM.Aür etwa infolge Lttrik». Waschinentefrkt» »der «keottet« Lretgnisie an»! all end« Hbomaer» wird kein ckrfatz ge­leistet. Verlag d. 2>t. 5. Litzervlh, Druck der Untd.-Buchdruckerri b. geb. Suq- Koch. Markt 21/23. grnisprecher: Rr. 54. n. vkr. 65. Postscheckkonto: Amt Frankfurt <. M. Rr. 6015. Sprechzeit der Redaktion von 1011 und 1,11 Uhr.

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Anzeiger für (das frühere kurhessischej Oberhessen

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Bekanntmachnnge« für Stadt und Kreis Marburg.

Brianös Antwort an Strefemann

Sie Räumung eine ttin seWfMr Angeterecheit Was bittet MIM!

" Die Morgenpresse begnügt sich in der Hauptsache damit, Briands Ausführungen im Senat im allgemeinen zu beurteilen, ohne auf eine Analyse seiner Ausführungen einzugehen. Im Großen und Ganzen jedoch entspricht die Stellungnahme derer, die die einzelnen Blät­ter zur Locarno-Politik einnehmen.

Maiin" erklärt, die zahlreichen ausländi­schen Persönlichkeiten, die oer Sitzung bei­wohnten, hätten sich überzeugen können, daß sie nicht den Ausdruck der Politik eines Mannes, sondern des nationalen Gefühls hörten.

Echo de Paris" erklärt: Trotz der etwas verschwommenen Form seiner Rede hat Briand sich gestern klarer ausgedrückt als ge­wöhnlich. Er lehnt es ab, das Problem durch ein Ja oder Nein zu lösen. Er willigt ein, es eventuell zu prüfen, aber er zählte die Be­dingungen auf, die bei der Regelung erfüllt werden müßten.

Petit Journal" schreibt, es liege nicht in der Natur Briands, Pessimist zu sein. Uebrigens könne kein wahrhafter Staats­mann Pessimist fein.

Oeuvre" urteilt: Es handele sich um einen Austausch von Beschuldigungen ohne Bitterkeit. Briand und Strefemann stehen in einer Erörterung, die wesentlich die eine Frage enthält:Was bietet ihr uns als Aus­tausch für die Räumung?" Morgen werden wir erwägen können, wie weit Deutschland auf­richtig ist.

B o l o n t 6 vertritt den Standpunkt, daß nunmehr nach Briands Rede die französisch- deutschen Beziehungen mehr denn je an der Tagesordnung sein werden. Die Wähler müh­ten nunmehr entscheiden, ob man einer Ber- ständlgung oder einer tragischen Untätigkeit entgegengehe. Diejenigen, die die Verantwor­tung tragen, müßten diesseits und jenseits des Rheins bereit fein, ihre Annäherungstätig­keit zu beschleunigen.

Etwas enttäuscht zeigt sich der .Ouoti- d i e n", der erwartet hätte, daß Briand Punkt für Punkt auf die Rede Stresemanns geant­wortet hätte. Zweifellos behält er sich für die diskretere Form spätere Verhandlungen vor.

AuchF i g a r o" ist kritisch. Er findet, daß Briand vom Gefühl und Strefemann vom Ge­schäft spreche. Des letzteren Rede sei hervor­ragend durch ihre Offenheit und Präzision ge­wesen. Er denke an den Nutzen, den er aus seiner Politik ziehen kann. Briand bleibe aber trotzdem Anhänger von Locarno, obwohl seine Argumente nicht gerade für seine Poli­tik sprechen.

*

Paris, 2. Febr. Der Senat hat heute Nachmittag die Debatte über die außenpoli­tischen Interpellationen fortgesetzt.

Erster Redner ist der der Republikanischen ^Bereinigung (Gruppe Pvincare) angehörende Senator Lhopiteau, der ausführt: 3e mehr man Deut'ch'and zugestehe, umso größere Forderungen stelle es. Locarno und T h o i r y seien zweideutig gewesen. Für Briand seien es Mittel gewesen, für Strese- mann ein Zweck. Schon heute erkläre man in Deutschland, Locarno und Thoiry feien für Deutschland ein Köder gewesen. Aber gelte das nicht auch für Frankreich? Jedenfalls liege ein Mißverständnis vor, das nicht dazu beigetragen habe, den Derständigungsgeist zu haben. Deutschland habe in ungeheurem Maße wieder gerüstet. Frankreich habe esset» tiv nur eine Sicherheitsgaran-ie, nämlich die Rheinlandbeseyung. Deutschland we de keinen Angriff unternehmen, solange es besürch.e. daß der Krieg sich aus deutschem Gebiete abspiele.

Darauf ergriff Senator Henry de Jouve» nel (Radikal) das Wort, der eine genaue . Darlegung des Standpunktes der Regierung zum Rheinlandproblem forderte. Sonst komme man über Allgemeinheiten nicht hinaus. De Jouvenel wandte sich sodann dem Probleme der Sicherung des Friedens zu. Sr bemängelte, daß weder England noch Italien sich einem Pakt hinsichtlich bet osteuropäischen

Politik habe anschließen wollen. Deutschland seinerseits müsse seinen Friedenswillen zeigen und sich einem solchen Vertrage anschließen. Dann könne man das Rheinland räumen, wo» ran Frankreich das gleiche Jnteres'e habe wie Deutschland. Die Memoranden Englands und Deutschlands zur Sicherheitsfrage findet de Jouvenel nicht befriedigend. England wolle die obligatorische SchiedsgerichtLbarke t nicht, während Deutschland sie annehme. Aber alle beide lehnten die Sanktionen ab.

Rach einer kurzen Rede des Senators Chenebenoit wurde die Sitzung unterbrochen. Rach Wiederaufnahme der Sitzung ergriff

Außenminister Briand

das Wort und führte u. a. aus:

Gewisse Redner haben sich Son ihrem Plan fortreiß en lassen, aber vielle'cht die Texte des Friedensvertrages und der Lo­carno-Abkommen nicht gründlich studiert. Wan muh Abmachungen in allen ihren Te ten ins Auge fassen, um sie loyal zu erfüllen. Locarno ist nicht em von den Nachkriegs­verträgen getrennter Vertrag. Er ist in den

Rahmen des Versailler Vertrages eingefügt und beeinträchtigt diesen in keiner Weise.

Die Locarno-Verträge enthalten Ver­sprechen, aber nicht sämtliche Sicherheiten.

Es hat sich aus diesen Verträgen eine Art Mystik herausgebildet, die nicht unbeachtet bleiben darf. Ich bleibe davon überzeugt, daß man, wenn man den Frieden will, nicht vor dem Worte Angst haben darf. Man muh öfter vom Fr eden als vom Kriege sprechen. Die Menschheit Hat den Frieden niemals sehr hoch geschätzt. Die Rationen hielten sich an die Formelfi vis dacem para bellum". 2ch fürchte, daß diese Formel nicht sehr wirksam gewesen ist, wenn ich nach den blutigen Spuren urteile, die ich aus allen Seiten der Geschichte bemerke. Als ich in meinem Arbeitszimmer Gruppen von jungen Leuten eintreten sah, die alle die fürchter­lichen Spuren und Verletzungen aus dem Kriege trugen, da habe ich in mir die Fähig­keit gefühlt, gewisse Angriffe gegen mich zu mißachten. Wan hat die Locarno Politik kri-

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Nay Dodge. Peltzer, der übet eine

ff. Nervyorr, 3. Febr. Dr. Otto Peltzer gestaltete seinen erste« amerikani­schen Hallenstart in Newqork zu einem Triumpf. Zn einem 1080 Pard-Lausen schlug er neun Gegner leicht aus dem Felde.

Bei der gleichen Veranstaltung des Millwase-Athletikklubs wurden die beiden Charlottenburger Schwab und Schmidt in einem 3000 Meter-Lauf vom amerikani­schen Meister Harry Hinkel in 12,59 Mi­nuten besiegt.

Peltzers Erfolg im Laufen über 1000 Parbs auf der Hallenbahn gegen 9 ameri­kanische Gegner brachte in den letzten drei Runden einen aufregenden End­kampf gegen den amerikanischen Ex­meister und früheren Olympia-Läufer

größere Reserve an Kraft verfügte, konnte jedoch schließlich mit 6 Yards Vor­sprung vor seinem Gegner in der Ee- samtlaüfzeit von 2,18% Minuten durchs Ziel gehen. Nachdem Bürgermeister Wal­ker den Startschuß abgefeuert hatte, geriet Peltzer zunächst ins Gedränge, entwandt sich aber rasch dem Knäuel und nahm die Führung. Die 12 000 Zuschauer, die das Rennen mit großer Anteilnahme verfolg­ten und Peltzers Kampf mit anfeuernden Zurufen begleiteten, bereiteten dem sieg­reichen Läufer eine riesige Ovation. Obwohl Peltzers Zeit 6 Sekunden hinter dem von Hahn aufgestellten Hallenrekord zurückbleibt, gilt der Sieg angesichts der Sachlage als eine glänzende Leistung.

tifiert, aber ich erwarte, daß diejenigen, die Kritik üben, einen anderen Weg, den man be­folgen könnte, angeben. D.e Lage ist noch besorgniserregend, aber nach einem Kriege, mit dem nichts anderes verglichen werden kann, ist es schwer, das Gleichgewicht wieder herzustellen."

Dr:and bezeichnete alsdann den Völker­bund als eine ausgezeichnete Einrichtung, die allerdings noch vervollkomm­net werden muffe und gedachte der wert­vollen Mitarbeit Deutschlands und der gelegentlichen Unterstützung Rußlands bei den Dölkerbundsaufgaben.

LI ebergehend zum Abkommen vv« Lo­carno erklärte Bnand weiter:Sn dem Abkommen von Locarno muh man den Geist und den Buchstaben berücksichtigen.

Außenminister Strefemann

zieht es vor, auf der Seite des Geistes zu bleiben und nicht auf der Seite der Realitäten des Packtes. Sch bin seiner Loyalität sicher, und er wird es nicht unberücksichtigt lassen, daß auch ich nicht die Interessen meines Landes außer acht lasten darf. Strefemann ist etn positiver Geist, aber er neigt zu bet Tendenz, im ©arten der Celbäume von Locarno spazieren zu gehen, in dem er die H<md ausstreckt zum Rehmen, aber nicht, um zu geben. (Heiterkeit.)

Deutschland muß sich eben Rechenschaft davon ablegen, daß bevor man zu einet vernünftigen Durchdringung der gegen­

seitigen Interessen gelangt die beiden Völker eben auf Schwierigkeiten stoßen.

Man sucht aus Locarno alle Art Dmge her­auszuinterpretieren, aber Locarno ist ja erst fett l'/j Vahren in Kraft und hat zuerst zum Ziele gehabt, den Vertrag zu humani­sieren. Der D a w e s p l a n ist bis jetzt ohne Zwischenfall ausgeführt worden. Die Re- parationskommisiion hat den guten Willen Deutschlands anerkannt, man hat den dcullch- französisch'n Handelsvertrag abge ch osien, das sind die Folgen von Locarno. Bedeutet das etwa nichts?" Briand verwahrt sich dagegen, daß man, wie es ein Se­nator getan hatte, auf der Tribüne des fran­zösischen Parlaments Deutschland und die Absichten feiner Staatsmänner nach Zei­tungsberichten beurteile, vor allen Dingen aber, daß man die Reichswehr nach Broschüren beurteile, deren Inhalt man nidjt kontrollieren könne. Briand erklärte sogar, daß er General von Deeckt und auch Gehler verstehe. Was Strefemann von der Heuchelei gesagt habe Hinsicht ich der Sicher- heitsHage, bedaure er. Aber Strefemann habe d«i alten kriegerischen Deist, der viel­leicht noch nicht ganz tot fei, stets bekämpft.

«Aber ich", so fuhr Briand fort,mutz mich an Strefemann wenden und ihm sa­gen: Sie behaupten, daß die Haltung Frankreichs eine Erniedrigung für Deutsch­land ist. Nein! Im Verlaufe dieses Jahres werden Volksabstimmungen in, den

Giottfetung steche Seite 2.1

Ste SerSanfiuiigtn übte baS SKll'gM

Die Verhandlungen über das Reichsschul- gesetz mit dem Ziel, eine Verständigung zwi- scheu der Deutschen Volkspartei und dem Zen­trum hinsichtlich der noch strittigen Fragen herbeizuführen, sind, was aus verschiedenen Meldungen hervorgeht, wieder ausgenommen worden. Es ist bemerkenswert, daß jetzt zu­nächst die Besprechungen von den politischen Führern der beiden Parteien gepflogen wer- den. Das beweist, daß man die aufgetretenen Differenzen als eine Frage von in erster Linie politischer Bedeutung zu werten hat. Es handelt sich bekanntlich um die §§ 9, 14 und 20, die von dem geordneten Schulbetrieb, der Bestimmung der im Religionsunterricht benutzten Lehrbüchern und den Simultanschul­ländern handelt. Besonders scharf haben sich die Gegensätze zugespitzt hinsichtlich des §20.

Daß das Zentrum unter Umständen gewillt ist, die letzten politischen Konsequenzen zu zie­hen, wenn seiner grundsätzlichen Auffassung nicht Rechnung getragen wird, geht aus einer Aeutzerung derGermania" hervor, die unter anderem schreibt:Sollte die Deutsche Volkspartei auf ihren im Ausschuß angenom­menen Antrag bestehen, und den Forderungen des Zentrums also nicht gerecht werden, so hat die Zentrumsfraktion an weiteren Ver­handlungen kein Interesse mehr. Es wird also dann zu einer zweiten Lesung der Vorlage Ün Ausschuß überhaupt nicht mehr kommen."

DieTägliche Rundschau" erklärt, daß mit einem Entgegenkommen der Deut» schen Volkspartei nicht zu rechnen sei. Das Blatt schreibt:Es ist mit Sicherheit anzu­nehmen, daß die Fraktion der Deutschen Volkspartei auch fernerhin auf ihrer Ableh­nung verharrt."

In parlamentarischen Kreisen dagegen ist man der Ansicht, daß eine Verständigung doch noch gefunden wird. Es heißt, daß sogar schon eine entsprechende Kompromißformel In Vor­bereitung fei.

--*--

Mann nvUterl

Berlin, 2. Febr. Im HauShaltSaus- schuh des Reichstages erklärte vor Eintritt in die Tagesordnung der Vorsitzende

Abg. Heiman« (Soz.),

mit den Mitteilungen, die ich gestern über den Zwischenfall auf dem Berliner Flug­hafen gemacht habe, bin ich das Opfer falscherInformativnen geworden. Weine gesttigen Feststellungen haben er­geben, daß, als der Herr Minister auf dem Flugplätze erschien, nur die türkische Flagge und nicht auch die deutsche Nationalflagge gehißt war.

Der Herr Minister hat also eine Wei, sung, die deutsche Nationalflagge her­unterzuholen. nicht gegeben

und nicht geben können. Der Herr Minister hat vielmehr durch einen feiner Beamten den besttmmten Wunsch aussprechen lassen, auch deutsche Flaggen zu hissen, und zwar neben der deutschen Nationalflagge Vie Handelsflagge. Der zuständige Direktor hatte Bedenken dagegen, die Handelsflagge zu hissen, ließ sich aber durch wiederholte Vorstellungen de« Beauftragten des Herrn Ministers dazu bewegen, dem Verlangen stattzugeben. Nach Aufklärung dieses Sachverhaltes

nehme ich hiermit sofort die gegen de« Herr« Minister von mit erhobenen Beschuldigungen zurück

und spreche mein lebhaftes Bedauern dar­über aus, daß ich mich zu den Angriffen gegen ihn hab« verleiten lassen. Im Auf­sichtsrat jedoch wurde tatsächlich der An- trag, daß die Handelsflagge Schwarz- Weiß-Rot künftig nicht mehr gehißt wer­den solle, gegen die Stimmen der Ver- tteter des Reiches angenommen. Nachdem also meine Behauptungen in ihrem ersten