Einzelbild herunterladen
 

SenntrM.

Itn ß. tarnt 192$

M >«Mk SXtaw*» Ml frtooal »64«i»*. 6<- pefttcU «wnaütch 2 SM. «n* cyujL Zustellung-gebühr, durch zt»P»st2L5 GM.Aür etwa infolge etsrttl, Maschinendefekt» »der dfMto« Sreigntsse ««fallende Annnner» wird kein Ersatz ge» leistet. Verlag d. Dr. $. Hitzrrvth. frrf der Untd.-Vuchdruckerei v, g* «ug. Koch, Markt 21/23. Arrnsprecher: Rr. 54. tu Nr. 65. «estschr-kkonlo: Amt Frankfurt «. W. Nr. 6015. Sprechzeit he, Redaktion von 1011 und »fel-1 Uhr.

SberhEche

***** / W Aift i H A ***

ÄMSWÜM // II BHMMtIM

Anzeiger für (das frühere kurheffkfche) Oberhessen

Mr. io 61 Mrg. Matdmg a. Lab»

D« »qeigenpret» betagt, den 10 gespult. Zellenmllltmet«, 0.08 SM, klein, Baran,eigen 0.06 «M, amtlich« and «u* todrtlg, Anzeige» 0.10 GM. Bel schwierigem Satz sowie dei Platz­dorschrift 5O*U Aufschlag. - Sanuneian,eigen 100 *k «asb schlag. Reklame« der Milli«, 0,40 GM Jeder Rabatt gilt «U Barrabatt. Ziel 5 Tage. Belege werden berechnet, ebenso Äuekunft durch di» Geschäft« siell« and Zusendung der Angebot». L» füllungsvrt Marburg.

1 Sol-mark = '/^,Dollar.

Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg.

Die Schiebungen mit RkvnrlllienS-Licferungen

«tot «ege mm ReWum - «Mil» Webt Frankreich »kN SenNchkn die Schuld m

Die heutige Morgenpresse bringt Einzel­heiten über die von der Polizei vorgenom­menen Interventionen in dem Liesernngs- I Skandal. Die erste Haussuchung sei bei der Firma Minerva vorgenommen worden, wo Verträge über Koblenlieserunge« beschlag­nahmt wnrden. Sodanu erfolgte die Berneb- «uug de» Direktors Louis Goldschmidt der deutschen Jmvort- und Export-Gesellschaft, v. der nach seinen eigenen Aussagen eine bedeu­tende Rolle bei dem Zustandekommen von Verträge« über Raturalliefernngen gesvielt - hat. Die Haussuchung bei dem früheren Bor- sitzendeu der Paragesellschaft habe bis­her kein Ergebnis geliefert. Weiter schritt die Polizei bei der Pariser Firma Eondberg - et Lew«, der sogenannten Dawes-Plan-Se- - srllschaft, ein, deren btide Tbefs verhört wur­den. Bei einem Borsitzenden der Handels- l lamm er, besten Name nicht genannt wurde, s In rach die Polizei ebenfalls vor (?). Lin gewisser Dauvbi«, der sich mit Tchaf- liefernngen auf Revarationskonto beschäftigte ; enb in den letzten Monaten über 20 000 Schafe ! «ch Frankreich brachte, mußte ebenfalls Rechenschaft über sein« Lieferüngsabmachungen ! eblegen. weiter seien Haussuchungen vorge- nommea worden bei de« Bürgermeister von La Louve im Revartement Eure und Loire «nd in mehreren elsässischen Städten, beson­ders in Strabburg in der Billa eines Kauf- : «ernte, der sich gegenwärtig in Frankfurt a. M. aufhalt. Die bisherigen Untersuchungen haben «ach den Angaben desPetit Parifien" bereits einwandfrei erwiesen, daß

zwischen den französische» und den deut­sche« Kaufleute« enge Beziehungen zur Festlegung der Liekerungsverträge be­standen.

Der französische Staat soll um einige Dutzend Millionen Franken geschädigt sein, während l dir ,» untersuchenden Verträge sich auf eine r Gesamtsumme von rund 200 Millionen Franke« belaufe«.

Nach demExcelfior" beziehen sich die Na- turallieferungs-Schwindeleien hauptstichlich auf die Lieferung von Holz, Zucker usw.

Aus Strabburg kommt die Nachricht, F daß auch dort grobe Betrügereien bei Repara- tions.ieferungen aufgedeckt wurden. Daher soll es sich um 400000 Kilogramm bovfen handeln. Hierbei wird eine Firma Retter-Straßburg mit einem in Baden- Baden wohnenden Asiocie namens Wert­heim genannt. Die Haussuchungen sollen auch hier fortgesetzt werden.

Ueber die Betrügereien selbst urteilt das Journal wie folgt: Diese Betrügereien, die nun ans Tageslicht gebracht werden und die man übrigens seit langem vermutete, waren geeignet, die Anwendung des Dawes- Blanes ernstlich z» gefährden und dadurch so- sgar die deutsche Wirtschaft zu stören.

LautI n t r a n s i g e a n t" erstrecken sich die schwindelhaften Sachlieferungsverträge auf den ungeheuren Betrag von 750 Millionen Franken. Es sei augenblicklich noch nicht mög- lich, festzustellen, wieviel davon tatsächlichen vollwertigen Lieferungen en!svracht. Immer­hin sei als typisch ein gewister Lieferungsver- ttug hervorzuheben, der auf 20 Millionen lautet, wobei aber die gelieferten Waren nur i l Million Franken wert waren, so dah die Komplizen 19 Millionen Franken an Gewinn »erteilen konnten. Davon wurden in dem ge­nannten Fall 65 Prozent an die französischen Nnd 35 an die deutsche« Komplicen

»erteilt. _ ..

Wie der Betrug aufgedeckt wurde.

Berlin, 11. Jan. Bekanntlich ist im Pa­riserMatin" behauptet worden, dah die deutsche Regierung von den in Paris aufgedecktcn Reparationsbetrügereien ge­wußt habe. Wie wir hören, verhielt sich die Angeleg Zeit so, dah da-- deutsche Sachliefe- rungsbür, in Paris Anfang Dezember vorigen Jabres Veranlassung nehmen mußte, den fran­zösischen Sachlieferungsdienst auf Unstimmig­keiten aufmerksam zu machen, die anscheinend bei einigen Revarationsverträgen obwalteten. Daraufhin veranstaltete Untersuchungen haben den Verdacht vorgekommener unlauterer Machenschaften bekräftigt, worauf der franzö­sische Minister der öffentlichen Arbeiten die Präfekten der zerstörten Gebiete angewiesen hat, in eine Preisprüfung der vorgelegten Re- varationsverträge einzutreten. Es muh also

15 Arbeiter ftfirotr vrrlchl

ff. Hamburg, 12. Za«. Heute mor­gen kurz vor 7 Uhr hat sich im Hamburger Hase« ei« schweres Explostonsunglück er« eignet. Ans einer mit Scheuerleuten voll besetzte« Motorbarkaste der Hamburger Scheuerei-Gesellschaft entstand inmitten des Elbftromes auerab vor der Werst Reiher- stieg eine Explosion, die wahrscheinlich durch einen Bergaserbrand verur­sacht wurde. Die Barkaste geriet in Brand. Zahlreiche Schwerver­letzte, die geborgen werde« konnten, wurden im Hafenkrankenhaus eingeliefert. Einige Personen werden noch ver, «itzt. Nähere Einzelheiten fehlen noch.

fl. H a m b « r g, 12. Jan. Auf der Bar. käste, auf der sich die Explosion ereignete, befanden sich insgesamt 90 Personen. Der Explosion ging eine starke, f a st haushohe Stichflamme voraus, worauf eine starke Detonation er­folgte, die weit herum im Hafen vernom-

Mm, SiMtMld und toi Stomlcnlum

Der geschäftsführente Ausschuß des katholischen Lehrerverbandes hatte an die Leitung der Zentrumspartei ein Schreiben ^richtet, in dem erklärt wird, das Auftreten des Abgeordneten Stegerwald gegen das Berufs­beamtentum und die Beamten­besoldung hab« vornehmlich durch die Art und Weis«, wie es geschehen sei, unter den Mitgliedern der Zentrumspartei aus den Kreisen der Beamten- und Lehrer­schaft berechtigten Unwillen hervorge­rufen.

Der Vorsitzende der Zenttumspartei, Reichskanzler Dr. Marx, erwiderte dar­auf: pSie werden ohne weiteres als selbst­verständlich annehmen, daß ich selbst die durchaus unbegründeten und unsach­lichen Ausführungen von Herrn Dr. Stegerwald über die Beamten sehr bedauere und in keiner Weise für ge- rechtferttgt halte. Ich habe auch Herrn Dr. Stegerwald darüber keinen Augen­blick im unklaren gelassen."

festsestellt werden, daß gerade die deutschen Instanzen es waren, die zuerst auf bie vorgekommenen Machenschaften binwiesen und den Anlaß zu ihrer Slufbedung gaben.

Die enterbten

Eine vierköpfige Familie mit Gas vergiftet.

Dresden, 11. Jan. Im Stadtteil Räck­nitz hat sich in der vergangenen Nacht das Ehe­paar Este! anscheinend im gegenseitigen Ein­verständnis zusammen mit seinen beiden Kin­dern im Alter von 6 und 10 Jahren mit Gas vergiftet. Alle vier Personen find tot. Der Grund l«gt wahrscheinlich in schlechten wirt­schaftlichen Verhältnisse«.

2 teerten notb vermißt

men wurde. Schnell herbeigeeilte Bar- käste« und Schleppdampfer rettete« die über Bord gesprungenen Arbeiter, die au» dem Eise Hera«, geholt »er« den mutzten. Nach den bisherigen amt­lichen Feststellungen find etwa 35 Ar­beiter schwer verletzt. Die meisten der verletzten befinden sich im Hafenkran, keuhaus. Zwei Arbeiter w er den noch vermitzt. Die Barkaste wurde geborgen.

Bergwerksunglück in Columbia.

ff. London, 12. Jan. Eine Ex. change-Melduug aus Eali (Columbia) vom 11. Januar besagt: Infolge eines Einsturzes in dem Sa» Eolondrinas-Berg- werk wurden in einer Tiefe von 300 Me­ter« über 300 Bergleute einge­schlossen. Man befürchtet, datz sie alle tot sind.

Str Prozeß v. rreSckow

Die Berliner Blätter widmen dem AuS- gang des Tresckow -Prozesses eingehende Kommentare.

Der .Dvff. Zeitung" ist BabickeS Frei- spruch nicht überraschend gekommen, in An­betracht der hinter verschlossenen Türen vor­genommenen Zeugenvernehmungen and der Aichtöffentlichkeit der PlaidvherS. Dir Der- bindung zwischen Organen der Reichswehr und sogenannten Drohgrunbbesitzervereinen sei und bleibe eine Gefahr für die Staats­ordnung.

Die .Germania" stellt fest, daß nunmehr die parteipolitischen Angriffe, die im Lause dieses Prozesse« gegen führende Männer bM Reichskabinetts gerichtet worden sind, in sich selbst zusammengefallen seien. Die Linke habe de« Guten wieder einmal zuviel getan.

Die,D. Astellt in ihrem Kommentar die besondere Tatsache fest, dah die mangelnde Substanz von Putschgerüchten wieder ein­mal nachgewiesen worden sei.

Aach dem .Berliner Lokal-An­zeiger" ist die Hetze gegen den ReichS- kanzler Marr und Reichsminister von Keudell im Zusammenhang mit der TreSckow-Assäre al« unverantwortliche Treiberei enthüllt worden. Die den Reichswehrvsfizieren im Gegensatz zur ersten Verhandlung gegebene AuSfageerlaubniS hätte den Beweis erbracht, dah die Borgänge deS JahreS 1926 sich im Einverständnis mtt den preußischen Behörden abgespielt hätten. Der DertrauenSbruch von TresckowS Rebe nunmehr gerichtsnotorisch

Schwere Explosiv» m Hamburg

KelloggS Antwort an Brtand

ff. Washington, 12. Ian. Die Ant­wort der amerikanischen Regierung auf die letzte Rote Briands über den amerikani­schen Plan für ein internationales Abkom­men gegen den Krieg ist gestern dem fran­zösischen Botschafter übermittelt worden. Man glaubt, daß Staatssekretär Kellogg den französischen Abänderungsvorschlag, der das Abkommen auf Angriffs­kriege einschränke, abgelehnt und darauf bestanden hat, dah andere Weltmächte gleichzeitig mit Frankreich und den Bereinigten Staaten solche Abkommen abschliehen.

Saß amerftoniftte MarimbM- orogramm

ff. Washington, 12. Ian. Der Flottenausschuh des Repräsentantenhauses trat gestern in die Beratung des neuen Marinebauprogramms ein, wobei der Ma- rinesekretär ausführte, Amerika brauche eine große Flotte und wenn die Re­gierung auch kein Wettrüsten beabsichtige, so müsse doch bei jedem Dauprogramm die Flottenstärke der anderen Canter be­rücksichtigt werden. Die angeforterten 25 Kreuzer sollen je 10 000 Tons Ver­drängung haben und mit Zzölligen Ge­schützen ausgestattet werten. Zusammen mit den bereits in Dau genommenen acht Schiffen gleicher Gröhe und den bereits ge­bauten zehn Kreuzern von je 7 500 Tons wird die amerikanische Kriegsflotte über 43 moderne Kreuzer verfügen.

Mitzstimmung i« England.

Der Marine-Korrespondent des »Daily Telegraph" hält es für unwahr­scheinlich. daß die weitgehenden Vor­schläge des amerikanischen MarinefekretärS Wilbur vom amerikanischen Kongreß angenommen werten, bezeichnet sie aber al« bedeutungsvoll insofern, als sie die wahren Absichten der Defürwotter einer großen Flotte in den Vereinigten Staaten enthüllen. Der Korrespondent sagt: Das Ziel ist scheinbar nominelle Gleichheit mit dem britischen Reich. Tat­sächlich ater würden die jetzt dorgelegten Pläne den Vereinigten Staatendie völ­lige Ueberlegenheit zur See ge­ben. Di« Vereinigten Staaten würden an schweren Kreuzern doppelt so stark sein, wie das britische Reich, und diese Tatsache, verbunden mit ter vor­handenen Gleichheit ter Schlachtschiffe und der Ueberlegenheit ter Vereinigten Staa­ten an Zerstörern und Unterseebooten be­deutet, daß die amerikanische Flotte die unbesttittene Herrschaft zur See haben würde. Trotz WilburS Ableugnung wirb die Welt dieses Programm als reinen Wettbewerb aufsasfen. ES handele sich insofern um einen Wettbewerb, als da« Programm bestimmt ist, der amerikanischen Flotte nicht nur zur Gleichheit mtt ter bri­tischen Flott«, sondern zur absoluten ilcter« lege «heil gegenüber der britischen und allen anderen Flotten zu verhelfen. SS bleite abzuwarten, wie Japan die hierin liegend« Absicht Amerikas. Wer da« vom Washingtoner Vertrag vorgesehene Ver­hältnis hinaus zu bauen, auffassen wird.

Die Versailler Diebstühle von MilitSr« dokumenten.

fk. Paris, 12. Ian. In der Ver­sailler Epionageangelegenheit ist gestern i« Grenoble ein erst kürzlich aus dem Militärdienst entlaßener Schriftsetzer ver­haftet worden, der für den Betrag von 100 Franken gewisse Dokumente aus einer Druckerei des Kriegsministeriums, in ter er tätig war, geliefert hat.