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öberhessische

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Wonstta / H H I II I 0 Bi fenWirn,

Anzeiger für (das frühere knrhesfifche) Oberhesfen

St 7 63. Mkg. Marburg a. Lahn

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Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg.

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Wje-er eine ExpWonskaSafSeophe in Berlin

Kn privates Labvmlerinm in Sahiem in die Luft geflsgm —

Berlin, 8. Jan. Während ganz Ber- 8n noch unter dem tiefen Eindruck der schrecklichen Explosionskatastrophe in der Landsberger Allee steht, hat sich bereits «in neues Unglück ereignet, das nur des. halb nicht dasselbe Ausmaß angenommen hat, weil es sich um ein Villenungluck handelt, in dem nur wenige Personen »ahnten. Die Unglückstelle befindet sich «ui dem Grundstück.Parkstraße 40/42 tn Dahlem das den beiden Chemikern Dr. Weingärtner und Stamm er ge» hört, die sich mit der Herstellung von Lebenselexieren, Magnesiumfackeln und ähnlichen chemischen Präparaten befaßten.

Heute vormittag befand sich der Chemiker Max Stammet in dem in den Kellerräumen des Seitenflügels der Villa befindlichen Laboratorium, um dort Ver» suche zu machen. Plötzlich gegen 9^ Uhr erfolgte eine

• furchtbare Explosion, durch welche das Seitengebäude sowie die sich anschließende Garage vollständig zer­stört wurden. Auch der Garten, der mit hohen Tannen bestanden ist, bietet ein Bild der Verwüstung. Ueberall liegen Steine und sonstige Trümrnerrnassen um-, her. Welche Gewalt die Explosion gehabt hat, ersieht man auch daraus, daß

Betten und Möbelstücke in die Höhe geschleudert und in den Wipfeln der hohen Tannen hängen geblieben find. Die auf den Alarm herbeigeeilte Feuer­wehr und Polizei konnten zunächst die fast vollständig zerrissene Leiche E t a m m e r s bergen, sowie die Leiche des Hausmädchens Martha Schönfeldsr. Ferner sind in schwer verletztem Zustande geborgen worden der 62jährige Portier des Hauses Max Deter, der schwere Kopfverletzungen davongetragen hat, seine drei Töchter, sowie das Hausmädchen Anni Bagenda, der Hausdiener Wal­ter Meine!, die Köchin Frieda Mufchert. Während der Aufräumungs­arbeiten stieß man auf die Ehefrau des Portiers Emilie Deter, deren Unterkörper vollständig eingeklemmt war. Sie konnte gegen 1 Uhr befreit werden und wurde wie die übrigen Verletzten nach dem Krankenhaus transportiert. Ein Unter­mieter der Villa, Dr. phil Blanke, dessen Zimmer sich in dem vollständig zer­störten Seitengebäude befand, hat sein Le­ben nur dem glücklichen Zufall zu verdan­ken, daß ihn gestern abend geschäftliche Be­sprechungen solange aufhielten, daß er es vorzog, nachts in Berlin zu bleiben. Auch der Mitbesitzer des Hauses, Dr. Weingärt- uer, ist unversehrt davongekommen.

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Berlin, 8. Jan. Bei der Erplosions- tatastrophe in Dahlem hat sich der merk­würdige Umstand gezeigt, daß in der näheren Umgebung der Villa, abgesehen von den nördlich und südlich unmittelbar angrenzenden Gärten, die von der Trüm- Aergarbe der Explosion betroffen worden sind, das Unglück sich weniger bemerkbar gemacht hat, als im weiteren Umkreis. So ist in der Umgebung des 20 Minuten entfernten Fehrbelliner Platzes eine ganze -leihe von Fensterscheiben zertrümmert worden. Auch Dachziegel wurden herunter- geworscn, sodaß aus dieser Gegend über­haupt der erste Alarm an die Feuerwehr kam. da man dort an eine Explosion in einer der zahlreichen Garagen in der Nähe des Platzes glaubte. Im ganzen Westen. Südwesten und selbst im Süden Berlins, wie z. B. in der Polizeikaserne am Tempelhofer Feld, wurde die Deto­nation so heftig gespürt, daß unter der Be­völkerung dieser Stadtteile große Unruhe ^herrschte. In Wilmersdorf zitterten vier­

stöckige Häuser sekundenlang, während die Fensterscheiben klirrten. Sehr schwierig gestaltete sich die Bergung der 62jährigen Portiersfrau Deter, die im Souterrain des zusammengebrochenen Flügels im Bett lag. Während der Oberkörper durch einige Balken, die sich im Sturze schräg gegen die Wand gelegt hatten, geschützt worden war, waren die Beine völlig unter den Trüm­mern begraben. Ein Sanitätsgehilfe wurde in die Höhlung hinabgelasien und versah sie mit Morphium und Stärkungs­mitteln. Trotz fieberhafter Arbeit dauerte es mehr als Stunden, bis die alte Frau, die schwer verletzt ist, vorsichtig befreit werden konnte.

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Berlin,. 8. Jan. Ueber die Ursache der Explosionskatastrophe in Dahsen gehen die Meinungen vorläufig auseinander. Die Kriminalpolizei, die gleich nach der Feuer­wehr erschien, hat eine Kommission von Sachverständigen herbeigerufen, die sich

Amerika ist verstimmi —

Der „New Bork Herold" berichtet aus Washington:

Man meldet aus offiziöser Quelle, daß man erwartet, Staatssekretär Kellog werde in seiner Antwort an Frankreich die auber- ordentlich« Schwierigkeit bervorheben, den Begriff „Angriffskrieg" r« definieren. Der Staatssekretär werde hinzwfägen, dah die Vereinigte« Staaten nie­mals einen Vertrag unterzeichnen würden, der einen solchen Ausdruck enthalte. Man füge sogar hinzu, bah, wenn Briand nicht auf diese neue Note Kellogg» antworte« würde, die Berhandlunge« als beendet angesehen würden.

♦

Die französische Presse stellt sich mit eurer auffallenden Gleichmäßigkeit hinter die Dm» andschr Dole in der Angelegenheit des Nicht­angriffspaktes, ob es sich um linksstehende «der rechtsstehende Mütter handelt Sie billigen daS Vorgehen, sind jedoch hinsicht­lich der Wirkung, die es ausüben wird, nicht einig.

So spricht das „Journal" von ernstlichen Meinungsverschiedenheiten und unterschiebt amerikanischen Staatssekretär die Absicht,

Polizei bewahrten sie größere Mengen hochexplosiver Stoffe in den Laboratorien und in der Vorratskammer auf. Hier, la­gerten außerdem zwei gefüllte FNe­gerbomben, die jedoch ohne Zünder waren.

Das Befinden der Berletzten.

Berlin, 8. Ian. Wie wir erfahren, haben sich die Verletzten des Portiers des Anglückshauses in der Parkstraße in Dah­lem Max Deter und zweier seiner drei Töchter als leichter herausgestellt, sodaß sie im Laufe des Tages bereits aus dem Krankenhaus entlassen werden konnten. Aeber den Zustand der übrigen fünf Ver­letzten wird uns mitgeteilt, dah Lebens­gefahr für sie nicht besteht.

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Lokalbesichtigung.

Berlin. 7. Ian. (WTB.) QIn der Anglücksstell« in der Landsberger Allee fand heute vormittag eine Lvkalbesicksti-.

zwei Seit, acht SAwemrMe

aus Prof. Lenz vom chemisch-technischen Reichsinstttut und Professor (Seme groß von der Technischen Hochschule und ihren Assistenten zusammensetzt. Mit welchen Stoffen Dr. Stammer ffcm Experiment vor­genommen hat, dem die Explosion folgte, läßt sich natürlich nicht mehr feststellen. Die Explosion hätte noch west schrecklichere Folgen hoben können, da noch weitere Räume der Villa als Versuchs- und Dor- ratsräume für die chemischen Experimente eingerichtet worden waren. Das durch die Explosion entstandene Feuer hat jedoch zum Glück nickst auf dies« Räume über- gegriffen. A. a. ist das Laboratorium in der Villa selbst, wo zahlreiche Flaschen und Behälter mit Chemikalien aller Art in Legalen und Schränken aufgestellt waren, intakt geblieben. Die beiden Inhaber der (Chemischen Werke Weingärtner & Co„ die hmptsächlich kosmetische Wittel herstellen und auch Fabrikationsräume tn Reukölln besitzen, beschäftigten sich u. a. mit der Er- probung neuartiger Knallsignale für die Eisenbahn. Ohne Wissen der

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durch eine allgemeine Verpflichtung pegert den Krieg denen, die git sehr sich bemühten, sich Solidaritätsverpflichtungen zu entzichen. zu gestatten, ihre tn Genf gemachten Ver­sprechungen zu verleugnen.

„Echo de Paris" findet die Ausfüh­rungen DriandS vollkommen gerechtfertigt, aber sie kämen zu einer so späten Stunde, nachdem man phrasenhafte Formeln gebilligt habe, dah sich Frankreich einem Volle gegen­über, das in diplomatischen Fragen sehr leicht geneigt sei, die Dinge nach ihrem scheinbaren Wert zu beurteilen, Dem Vorwurf der Doppel­züngigkeit auSsetze.

DaS .Oeuvre" sucht zu beweisen, dah das, was Briand in feiner Rote fordert, keine Einschränkung sei, sondern lediglich den Wunsch auSspreche, eine genauere Definition des Be­griffs . Angriffs Skrieg" zu erlangen.

Der .Quotidien" fragt, indem er den gleichen Pessimismus wie das Journal <m den Tag legt: Verschwindet eine große Hoffnung? Zum wenigsten wird sie sehr ungewiß I

Der .Figaro" schreibt: Solange die beiden Anterhändler sich über ihre ZukunftS- träume unterhielten, schienen sie sich einig zu sein. Rachdem sie aber die Formeln stu­dierten, die Verpflichtungen enthalten werden, sprechen sie nicht mehr die gleiche Sprache.

gung statt, an der Vertreter der Staats­anwaltschaft, der Kriminalpolizei, deS Kaiser-Wilhelm-Instttuts, sowie der Bau­polizei, der (SaSwerke und der Feuerwehr teilnahmen. Wie verlautet, neigten die Sachverständigen, vorbehaltlich des end­gültigen (SutachtenS, das von einer Anter- fuchung der noch zugänglichen untersten Räume des zerstörten Hauses abhängt, zu der Meinung, daß eine Gasexplosion er­folgt sei. Von den bisher noch vermißten drei Personen haben sich zwei gemeldet, während der dritte Vermißte, bet 21 jähr. Iaecke, heute mittag tot geborgen wurde. Die Zahl der Toten beläuft sich damit auf insgesamt 17. Von den Verletzten liegen noch fünf im Krankenhaus Friedrichs­hain.

Brotmangel ft, Ruhlaad.

fk. London, 9. Jan. Die Sowjet-Re­gierung bat nach dem unbefriedigenden Er­gebnis der Kamvagne auf Herausgabe von Getreide von den Bauern eine Kommission er­nannt, die eine Untersuchung der Gründe für den Mangel an Brotgetreide und die steigen­de« Brotvreise anstelle« soll

Brland in der Klemme

Der San» zur Ernnimmg »et «ri»c3

Berlin, 7. Jan. Die Gründung de» Bundes zur Erneuerung des Reiches unter dem Vorsitz des Reichskanzlers a. D. Dr. Luther, findet in der Presse eine ab­wartende, wenn auch nicht unsympattsch« Aufnahme. So heißt es in der „Deut­schen Tageszeitung": Wir zweifeln nicht an dem guten Willen aller Beteilig­ten, für Staat und Volk das beste her­auszuholen, und sind sicher, daß er in dieser Zielsetzung aus die Zustimmung aller derer wird rechnen können, die in der Be­hebung offensichtlicher Mißstände und Un­zulänglichkeiten in der organischen Entwick­lung einer in der Stunde der Not ge- fchaffenen und daher notwendig mit starken Mängeln behafteten Verfassung eine dring­lich« Pflicht anerkennen.

In ber „K r eu z z e i tu n g", in der das abwartende Moment besonders deutlich in Erscheinung tritt, heißt eS: $>ie deutsch- nationale Parteileitung dürfte im Laufe des Januar von sich aus z« dieser Neu- gründung Stellung nehmen. Sie wird zu prüfen haben, inwieweit die Bestrebungen be» Bundes mit ihrem Programm für Ver- faffungs- und Derwaltungsreform in Ein­klang zu bringen sind.

Die „D.A.Z." weist daraufhin, daß die Liste der Unterzeichner Namen aus allen Partei­lagern enthält, von denen man voraussehen könne, daß sie über die Frage der Reichs­reform sehr verschieden denken. Um so anerkennenswerter sei de.r in Deutschland ungewohnte Vorgang, daß Leute der ver­schiedensten Anschauungen sich zusammen­finden, um in praktischer Arbeit den Weg zu gemeinsamer Lösung einer lebenswich­tigen Frage zu finden.

In der „T ä g l. Rundschau" wird ausgeführt: Wie ein Blick auf die Unter­schriften lehrt, haben die Männer, die sich zu dem Aufruf bekennen, lediglich als Persönlichkeiten unterzeichnet. Dadurch soll, wie in einer Konferenz des Bund s bärge« legt wurde, zum Ausdruck kommen, daß die Persönlichkeit allein in die Wagschale ge­legt wird, nicht aber die Verbände, denen die betreffenden angehören oder die Be­rufe, die sie vertreten.

Die „Germania" bedauert, daß die sehr allgemeinen Grundsätze des Bundes, Die an sich nichts Neues barstellen, nicht näher konkretisiert worden seien, weil, <^r. Luther betonte, er „die Arbeit nicht von vornherein dadurch gefährden wolle, daß er sich selber zu konkret ausdrücke". Auch die „Boss. Ztg." betont, daß für die konkrete Arbeit der Bund noch nicht ge­rüstet und sagt: Um so mehr finden die Männer, die in ihm leitend tätig sind, zu tun. DaS große Werk kann viele Hände brauchen.. Wenn sie sich zweckvoll etnofbnen, wird man sie gern erfassen.

Aehnlich äußert sich daS „B. T.": Wem, der Bund wirklich den deutschen Einheits­staat anstrebt, so verdient er gewiß jede Unterstützung. Sollte er aber etwa mit die Diskrepanz zwischen dem Reich und Preußen zu Ungunften Preußens lösen wol­len, bann müsse er aus polltischen Grün­den scharf bekämpft werden.

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Düsseldorf, 7. Ian. Bei ber Aus­führung des Schiedsspruches für die nord­westliche Gruppe find zwischen den Parteien Meinungsverschiedenheiten dar­über entstanden, ob auch die zu bei Marfin- und Elektro-Stahlwerken gehören­den kalt einsetzenden Walzenstraßen den allgemeinen Auffchub bis zum 31. Januar dieses Jahres erhalten haben. Eine einst­weilig« Verfügung des Arbeitsgerichtes tn Bochum hat das verneint. Als diese Ver­fügung aus formalen Gründen aufgehoben werden mußte, haben di« Gewerkschaften in einer Reihe von Betrieben bie Beleg­schaften angewiesen, nach Ablauf bet im Spruch vorgesehenen Arbeitszeit die De- ttiebe zu verlassen. Das Vorgehen der Gewerkschaften veranlaßte die Arbeitgeber Gegenmaßnahmien ins Auge zu fassen. Zur Beilegung dieses Streites hatte der Schlichter in Dortmund bie Parteien M