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Die deutsche Reichsdahn tm Mn 1927

eantot ßnWiimg NeMrs und t« Sinanzlage

Köpfe gesunken.

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Die Neuwahlen in Mecklenburg.

Neustrelitz, 38. Dez. Die Vor­bereitungen zur Neuwahl des Mecklen-

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Marburger raseSauzetztt

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Marburg a.8abn

Der Anzelgenprei« betrckgt fftt bat 10 gefreit Setlenmiatmete* 0.08 GM, kleine Baranzeige» 0.06 GM, amtliche und aus­wärtige Anzeige« 0.10 GM. Bei schwierigem Sah sowie bei Platz- Vorschrift 60/» Aufschlag. Sarmnelanzeige« 100 *1» Auf» schlag. Reklamen der Milli«. 0,40 SM. Jeder Rabatt gill als Barrabatl. Ziel 5 Tage. Belege werden berechnet, ebenso Auskunft durch die Geschäftsstelle und Zusendung der Angebote, tv füllungsort Marburg.

1 Soldmark ss »/«.,Dollar.

Sonnabend, ten UM 1927

Vie ^Oberhesstsche Zeitung" er­scheint sechsmal wöchentlich. Be- HUgSpreiS monatlich 2 EM. auS- Mießt ZustellungSgebühr, durch tziePost2^b GM.Für etwa infolge

ÄbLlchMfche Zeitung

burg-Strclitzichen Landtages am 29.1.1928 sind in vollem Eange. Aller Voraus­sicht nach wird der Wahlkampf diesmal wesentlich schärfer geführt als im Juni dieses Jahres. Fest steht heute schon, daß die damalige Zahl von zehn Wahlvor­schlägen jetzt überschritten werden wird. Auster den grosten politischen Par­teien haben bereits der Dorfbund so­wie die Aufwertu ngs- und Volks­rechtspartei die Aufstellung eigener Listen beschlossen. Die Hausbesitzer lassen wiederum ihren bisherigen Abgeordneten kandidieren, besten Immunität wegen einer gegen ihn schwebenden Privatklage kurz vor Weihnachten durch Beschlust des Landtages aufgehoben wurde.

Anzeiger für (das frühere kurheffifche) Oberhessen

Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg

Viummern wird kein Ersatz ge­leistet. Verlag v. Dr. §. Hiheroth, Druck der Unw.-Buchdruckerei b. gab. Aug. Koch, Mar» 21/23. Fernsprecher: Rr. 64. tu Rr. 55. Postscheckkonto: Amt Frankfurt <u M. Rr. 5015. Sprechzeit btt Redaktion von 1011 und

^,1-1 Uhr- ,

DieNachtausgabe" verzeichnet Ge­rüchte, die in varlamentarischen Kreisen um« ! gehen sollen und die von Verhandlungen zwi­schen Reichstagsabgeordneten der Demo­kraten, des Zentrums und der So­zialdemokraten über die Bildung der iGroßen Koalition im Reich zu be­richten misten. Der neu bestätigte Führer der Zentrumsfraktion des Reichstages, der Abge­ordnete v. E u 6 r a r d, soll nach dem zitierten Blatt in unverbindlicher Form mit den Sozial­demokraten und den Demokraten Fühlung über die Bildung eines Kabinetts der Großen Koa­lition unter seiner Kanzlerschaft genommen ! haben und zwar ohne vorherige Beschluß- jfastung der Zentrumsfraktion. Als weitere i Mitglieder eines solchen Kabinetts nennt das ! Blatt den früheren Reichsfinanzminister Hermes als Ernährungsminister und den sozialdemokratischen Abgeordneten und früheren württembcrgischen Finanz- Minister Keil als Reichs finanr- minister. Ferner soll die Sozialdemo- ! kratie das Reichsinnenministerium und das | Reichsarbeitsministerium besetzen, während ifcas Reichsverkehrsministerium, das Reichs­wehrministerium und das Reichsiustizmin:- 'ftetlum zwischen Demokraten, Bäuerischer Volkspalteb Miib Wkrtschaftsvartei mifgetetlt «erden sollen, falls die letztere sich anfchließen sollte. Obwohl die Kreise, die ein derartiges Kabinett vielleicht im Januar in den Sattel zu heben hoffen, so heißt es in dem Blatt weiter, ohne weiteres mit der Teilnahme des Reichs­außenministers Dr. StresemanZ und des Reichswirtschaftsministers Dr. C'U r t i u s als Vertreter der Deutschen- Dolksoartei rechnen, ist vorläufig nichts davon bekannt, daß Dr. Stresemann oder Dr. Curtius etwas von diesen Plänen misten. Von den unverbindlichen Ver­handlungen, die auf sozialdemokratischer Seite von dem Reichstagsvräsidenten Lobe geführt würden, sollen immer stach bem* genannten Blatt weder Reichskanzler Dr. Marx noch der Staatssekretär der Reichs­kanzlei Dr. Pünder unterrichtet wor­den sein. Die Verantwortung für die Richtig­keit obiger Mitteilungen bleibt derNacht­ausgabe" überlasten.

WiMeNIan) des Mres 1927

An der Schwelle eines neuen Jahres wendet sich der Blick zurück auf das ver­flossene. Wir ruhen ja mit allem, was wir sind, auf dem, was wir waren. Ist De- schichte ein Ringen zwischen den Mächten des Beharrens und des Fortschritts, so fragen wir: Bedeutet 1927 einen Fort­schritt? Die Antwort lautet: Kaurn; denn weder im Innern, noch nach außen hat es uns wesentlich gefördert.

Zwar die Technik schritt voran. New» York ist nach der neuesten Flugleistung nur noch anderthalb Tagereisen von Berlin entfernt. Die Kohleverflüssigung gelang und kann eine neue wirtschaftliche Basis bieten. Auch sind Kräfte im WirtfchaftS- körper rege, die aufwärts weisen.

Aber die Politik hat größere Er­folge mcht gebracht. Die von allen Sei­ten. jetzt auch von den Handelskammern als dringend bezeichnete Berwaltungs- reform liegt noch in den ersten An­fängen. Sachsen will zwei Ministerien, zwei Kreishauptmannschaften, etliche Amtshauptmannschaften und Amtsgerichte opfern, Bremen die Mitgliederzahl seiner Bürgerschaften von 120 auf 80 herab- setzen, Bayern auf das Wohlfahrts- und Handelsministerium verzichten. Doch da» alles steht einstweilen nur auf dem Papier. Die Wahlreform ruht ganz; ihr wider­streben fast alle Parteien. Bon der Kodi- fikatton des 20 000 Seiten im Reichs- ge'etzblatt umfassenden Reichsrechts ist es still geworden. Zum Schulgesetz wurden nach langwierigen Verhandlungen Beschlüsse- gefaßt, die aber keineswegs Lls endgültig und niemanden recht befriedigen. Rur die Besoldung der Beamten ist . erhöht, und auch das weckte keine reine Freude.

Und draußen? Hat der Völkerbund gehalten, was er versprach? Sein Vor­zug bleibt, daß er die Staatsmänner per­sönlich zusammenführt. Mündliche Unter­haltungen sind immer nützlicher als schrift­licher Meinungsaustausch. Diplomatische Roten pflegen Schärfen zu enthalten, Die im Plauorrton vermieden werden können.

Sachlich indes ist in dem abgelaufenen Jahr nicht viel erreicht worden. Wilna blieb zwischen Polen und Litauen das Kampfobjekt. Woldemaras erwartet die polnische Initiative und kann lange warten; denn Pilsudski hat es nicht eilig. So blutet die Wilna-Wunde weiter. Auch in dec Frage der Abrüstung kam man keinen Schritt vorwärts. Je mehr von Ab­rüstung die Rede ist, desto mehr Geld wird auf Rüstungen verwendet. Amerika, Eng­land, Polen, Frankreich, die Tschecho­slowakei alle, alle vermehren ihre Ab­wehr- oder Angriffsmittel, nur Deutsch­land nicht. Wir stehen waffenlos da in­mitten wasfenstarrender Völker, und Frankreich tut noch immer so, als müsse es die Frage feiner Sicherheit in den Vordergrund rücken. Ebensowenig hat die Weltwirtschaftskonferenz von Genf mit ihren verständigen Beschlüssen auch nur einen einzigen Staat bewogen, das Prinzip des Protektionismus zu ver­lassen. Aeberall stehen noch die Schran­ken, die das wirtschaftliche Eigenleben schützen sollen, ja, zum Seil sind sie er­höht. Ein Versuch Deutschlands, mit Ermäßigungen voranzugehen, fand keine Rachfolge. Die Handelsverttagsverhand- lungen schleppen sich nur langsam hin. Monat für Monat verging, ohne daß mit Polen auf dem Wirtschaftsgebiet eine Ver­ständigung gelang. Das Höchste war nur immer ein Provisorium.

Auch sonst herrschte Hochspannung in der ganzen Welt. In China hörten die Kriegshandlungen zwischen dem Rorden und dem Süden nicht auf. Japan blickt lüstern nach der Mandschurei, die in rascher Aufwärtsentwicklung begriffen ist und gegenwärtig bereits 27 Millionen Einwohner zählt. Für Italien gab Mussolini die Parole aus: Expansion oder

Intrigen Degen Kas Neichskabinett?

,Großen Mitten im Reich

Berlin, 30. Dez. (WTB.) Rach dem soeben veröffentlichten Bericht der deut- DLichsbahngefellschaft zeigt berJSüterber- kehr des Ickhres 1927 das erfreuliche Bild eines Fortschrittes in der Entwicklung der deutschen Wirtschaft. Die Wagenstellung des letzten VorkriegSjahres 1913. Die An­forderungen an den Vüterwagenpark konn­ten im großen und ganzen rechtzeitig be­friedigt werden. Die Schaffung durch­gehender Güterzugverbindungen dehnte sich auch über die Grenze des Reichsbahnnetzes aus. Die im November 1927 stattgofun- vene internationale Güterzugfahrplankon- ferenz in Budapest hat die deutsche ReichS- bahngesellschaft beauftragt, ein europäi­sches Güterkursbuch herauSzugeben, das erstmalig im Mai 1928 erscheinen wird. Die 'Verwendung des Kraftwagens für die Beförderung von Personen und Gütern hat im letzten Jahr weiter zugenommen. Die Zahl der Kraftwagenlinien ist ver­mehrt worden. Seit dem 1. Oktober 1927 ist der Flugeisenbahnverkehr eingerichtet, der von der deutschen Reichsbahngesell­schaft und von der Deutschen Lufthansa A.-S. gemeinsam bedient wird.

Der Personenverkehr im Jahre 1927 ist hinsichtlich der Einnahmen und der Zahl der beförderten Personen und der Per­sonenkilometer starker gewesen als 1926. Die Einnahmen werden voraussichtlich um etwa 7 v. H. über denen des Jahres 1926 liegen. 'Besonders erfreulich ist die Ab­nahme der Gesamtzahl der verunglückten

Saß St«datß ein« StieeWb 1 Smfrage

Berlin,' 30. Dez. In den beiden letzten Jahren bat sich eine norwegische Kommission von Gelehrten des Völkerrechts eingehend mit dem Kriegsschuldvroblem besaßt und zwar in Form einer Rundfrage an Profesioren des Völkerrechts in fünf neutralen Ländern. Das Ergebnis dieser neuen Art der Kriegs- fchuldforfchuns wird jetzt bekannt. Es wird in diesen Tagen in Oslo in Form eines übet 400 Seiten starken Werkes erscheinen. Das Werk nennt sichNeutrale Komitees und Gelehrte über die Kriegsschuld. Antworten auf J5®et Fragen des Senators Robert L. Owen, U.S.A., berausgeseben von der Neutralen Kommission Norwegens zur Untersuchung der Kriegsschuld. Oslo 1927." Senator Robert L. Owen, bpr be­kannte amerikanische Friedensfreund, fanbte am 4. Dezember 1925 an den Sekretär der Kommission ein Schreiben, in dem er um Be­antwortung folgender Fragen bat:

1. Gründen sich die Friedensverträge, di« den Weltkrieg ubWoÜen. in ihren ryichtiLsten.

Personen. Sie ging nach, den bisherigen Aufzeichnungen um etwa 250 gegen die des Vorjahres zurück und entspricht, an Zug­leistungen gemessen, $nm_erft«i- Male seit Kriegsbeginn fast dem otanbe von 1913.

Die Finanzen der deutschen Reichsbahn haben sich während des Geschäftsjahres 1927 im allgemeinen günstig entwickelt. Der Abschluß des Jahres 1926 zeigt die Auswirkungen der Verkehrsbelebung, die im Güterverkehr in der zweiten Hälfte des Jahres 1926 eingesetzt hat. Es betrugen hie Betriebseinnahmen 4 540,8 Millionen RW., die Betriebsausgaben 3,680,6 Mil­lionen RM. Das Geschäftsjahr 1927 fiel mit seinen ersten acht Monaten in das dritte Reparationsjahr. In diesem be­trug die Gesamtjahresbelastung für den Dienst der Reparationsschuldverschrei- bungen 550 Millionen RM. Sie steigt mit bem Beginn des vierten Reparations­jahres (1. Dezember 1927) auf 660 Milli­onen RM. Reben der Reparattonszah- lung war auch die Deförderungssteuer an den Reparationsagenten abzuführen. Der vom Gesetz vvrgeschriebene Gesamtbetrag dieser Abführung für das dritte Repara- tionSjahr mit 290 Millionen GMk. ist er­reicht worden. Im vierten Reparation^ jahr sind gleichfalls 290 Millionen GMk. an den Reparationsagenten abzufuhren.

Das Gesamtpersonal ist im Jahre 1927 gegenüber dem Vorjahre im Durchschnitt um etwa 4 000 Köpfe auf etwa 703 000

Punkten auf die Voraussetzung, da« eine Machtgruppe die alleinige Verantwortung Tut den Krieg trägt, während die andere Gruppe gar keine solche Verantwortung hat-'

2. Wenn das der Fall ist, stimmt diese Vor- ausfemmg mit den jetzt vorliegenden Tatsachen derart überein, daß das Gewissen der Mensch­heit die Friedensvcrträge ruhig hinnehmen darf, als eine gereckte Bestrafung der für den Krieg einzig Verantwortlichen,

Auf die beiden Fragen haben holländische, schweizer, schwedische, finnländische und die be- rrits erwähnten norwegischen Gelehrten ge­antwortet:

Frage 1 wird, von sämtlichen Gelehrten bejaht.

Bei Frage 2 vertreten alle in mehr oder minder ausführlicher Form im wesentlichen den Siandpunkt, daß die durch die Friedens- verlräge erzwungene Entscheidung im Widerspruch zu allen Rechts- vrinzivien st - ht, die in der zivilisierten Welt anerkannt sind.

Zu dieser Alarmmeldung schreibt die Germania" u a.: TieNachtaus­gabe" brachte in ihrer gestrigen Aus­gabe unter der aufsehenerregenden, groß aufgemachten UeberschriftM ar $ soll durch Intrige gestürzt werden" eine parlamentarische Information. Man tnochte das ganze für einen Silvester- ulh und für einen sehr schlechten Scherz halten, wenn diese Mitteilung am 31. Dez. erfolgt wäre. So wird man sich aber damit begnügen müssen, diese ganze mysteriöse Geschichte für einen Aprilscherz im Dezember zu erklären. Mehr ist dar­über wirklich nicht zu sagen. An dieser Geschichte ist nichts wahr.

Auch das Berliner Tageblatt" spricht von einem verfrühten Silvester­scherz und sagt: Es lohnt kaum, aus­drücklich zu sagen, daß die Geschichte frei und nicht einmal witzig er­funden ist.

Zu der parlamentarischen Information herNachtausgabe" äußert sich der Vorwärts" in noch drastischerer Weise zu demvon A bis Z erfundenen beschichten" und spricht von einer der Sozialdemokratie angedichteten Rolle.

Don anderen Blättern nehmen nur die .Deutsche Allg. Zeitg." und die örsenzeitung" zu der Angelegen- heit Stellung. Das erste Blatt nimmt eine abwartende Saltunaiin und Llklart.

Das den Deutschnationalen nahestehende Blatt macht unter Nennung verschiede­ner Namen so p r ä z i s e A n g a b e n, daß die Information doch ein gewisses Aus» sehen erregen muß. Es wird interes­sant sein, festzustellen, was die beteilig­ten Stellen, insbesondere auch die Deutschnationalen, zu dieser Silvester­überraschung zu sagen haben."

Auch dieB ö r s e n z e i tu n g erwar­tet Aeußerungen der an dieser Angele­genheit Beteiligten und schreibt: Aus par­lamentarischen Kreisen wird uns be­stätigt, daß in der Tat über der­artige Gerüch e gesprochen w o rd e n i st.