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y. S-rlag b. Dr. Kiberoth, Univ.-Buchdruckerei b. r««g. Koch, Markt 21/23. frecher: Rr. 54. U. Rr. SS. «ttofronfo: Amt Frankfurt g. «Rr. 5^15. Sprechzeit , «edakiion von 1011 und

>1,1-1 Uhr.

gonnabenfc, W10. M1927

. oberhrsüsch« 3-ttung" er L ftchemal ioSchentlich. Be- .ggtti monatlich 2 SM. au<- Zustellungogebühr. durch «M.Für etwa infolge

Maschinendefekt« »der

Anzeiger für (bas frühere kurhessische) Oberhessen

Zeitung

Marburger ragesanzeim

Mische

Lanbeszeitung

Nr.M 62. Mrg. Marburg a. Lada

Der Anzeigenpreis beträgt füt> de» 10 gespalt. Zeilemoilltmcter 0.08 GM., kleine Baran,etg« 0.06 GM., amtlich« und aus­wärtige Anzeige« 0.10 GM. Bei schwierigem Satz sowie bei Platz­borschrift 50*1 Aufschlag. Sammelanzeigen 100 */« Auf­schlag. Reklame« der Mtlltur. 0,40 GM. Jeder Rabatt gilt al« Barradatl. Ziel 5 Tage. Belege werden berechnet, ebenso Auskunft durch die Geschäftsstelle und Zusendung der Angebote. $» füllungSvrl Marburg.

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Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadl und Kreis Marburg.

9 Fahre Besatzung am Mein

Ser MW des SleWkaMrs Smmer notb die schwarze SKamH

gtrltn, 9. Dez. Im ReichStagS- »Sschutz für die besehen Gebiet« Sder Reichskanzer Dr. Marx folgenden zricht über die Lage in den beietz« ebieten:

f Zch habe in der zweiten Oktoberwoch.' W Rheingebiet einen Besuch abge- titet. Ueberall wurde mir zum Ausdruck bracht, daß die von der Reichsregierung Mgte Politik der Verständigung - der rheinischen Bevölkerung weitest- Kende Zustimmung und vollstes Ber- mdnis findet. Andererseits herrscht aber di ein starkes Empfinden der leider im- ir noch sehr schweren Lasten, die mst der eietzung verbunden sind.

Die Botschafterkonferenz hat pangs September die Verminderung der rsahung um 10 000 Mann beschlossen, «ft Zusage kann nunmehr wohl als ein.« M angesehen werden. Die Gesamtver- inderung umfaßt 8000 Franzosen und je 900 Engländer und Belgier. Die das Mzösische und englische "Kontingent be- tffenbe AbtranSporte sind bereits erfolgt, er belgische Abtransport ist auf den 15. hember festgesetzt. Im Zusammenhang ü der Besatzungsverringerunq wird mit n Rückgabe mehrerer 100 Wohnungen lernet.

Shue den errungenen Fortschritt ker- abschen za motte«, «rttffnt tetr doch srskfteNen, daß die noch vertzlt-bea« vesatznng eine« schweren Druck dar­stellt.

I finb in der Tat noch weit über 10 0 0 rhige Mannschaften vorhanden, «völlige Beseitigung der farbi- « Truppen war stets eine deutsche For- tung, die wir immer wieder erheben issen. Die Schießübungen haben ivlge ihrer technischen Anordnung schon «derholt Menschenleben gefährdet, ebenfalls beeinträchtigen sie in empfind- iet Weise den Betrieb der Landwirt- «ft. Die Herbstmanöver, die in die- n Jahre gesondert das französische und !$ britische Besatzungskontingent abge- sten haben, haben die betroffenen Ge­rden außerordentlich schwer geschädigt. den französischen Manövern nahmen ton 20 000 Mann teil.

tie sogenannte Musterungordon- M machte das ganze besetzte Gebiet 1 Ausnahme der britischen Armeezone ! militärische Zwecke dienstbar. Diese Zungen und Musterungen führen auch ' zahlreichen kriegSaerich'Iichen Verur- Ölungen deutscher Bürger. Von der 'dölkerung werden sie einmütig als Mo- ^MachungSvorbereitungen ge- 1 Deutschland empfunden. Wir werden i Besei igung dieser Ordonnanz auch wei­thin mit dem größten Nachdruck betret« * Die entscheidende Stellungnahme der fotnfei'e steht noch aus. Ich möchte aber versäumen, zu erklären, daß

ein Orl>onnan>zsystem, das auch schlich nn> inhaltlich t*r allgemei- *« Politik entsvricht, von Vrm Veut- fch«u Volke hingenommen werden kann.

Toll nicht verkannt werden, daß die ^dhabung des Ordonnanzensystems in '»chen Punkten milder geworden ist. fand die Ausweisungen im Jahre stark zurückgegangen und ohne po- Spitze erfolgt. Wir müssen aber yn die Ausmerzung der Aus- Mngsmöglichkeit aus dem Ordonnanzen- tn verlangen. Auch die Presseverbote ?'die Presseverwarnungen weisen diesen *®9ang auf. Dagegen haben die F i l m- o t e bedauerlicherwn'e zugenommen, in der Frage der Rückgängigmachung , Vereins- und Verbands» er- sind nennenswerte Fortschritte nicht

> Militärjustiz gibt seil dem f^ier-Prvzeh im allgemeinen weniger zu Ätti Anlaß. Aber im ersten Halbjahr *> muhten noch über 700 deutsche Bürger den fremden Militärgerichten erscheinen. ^Militärjustiz ist überwiegend eine Aus- des OrdormanLenfpstems. Leider ist

das traurige Kapitel der Gefangenenmißhand- lungen immer noch nicht abgeschlossen. Ich will gern anerkennen, daß die Desatzungs­behörden es an Bemühungen zur Eindäm­mung dieser Uebelstände nicht haben fehlen lassen. Ich möchte ober der bestimmten Er­wartung Ausdruck geben, daß jene Be­mühungen nachdrücklich fortgesetzt werden, da­mit endlich Beruhigung in der Bevölkerung eintreten kann.

In der Empfindung des Gefühls der An­sicherheit. das in der Bevölkerung begreif­licherweise immer noch besteht, bemerkt diese auf der Desatzungsseite um so mehr den

gewaltigen Apparat von Gendarmerie «nd

Geheimpolizei.

Die Bemühungen der Aeichsregierung haben die Anerkennung des deutschen Aechtsftand- vunktes ergeben, wonach irgendwelche Tätig­keit der Desahungsstellen zugunsten der Er­gänzung der französischen F remden- l e g i o n unzulässig ist. Aber die Klagen verstummen n-cht. Waffenstillstands« feiern der Desatzung werden von der deut­schen Einwohnerschaft besonders peinlich empfunden.

Die Wohnungsfürsorge ist eine un­mittelbare Folge der Quatiertaft, die im­mer noch mehr als 4000 Wohnungen umffast. Durch die Unterstützung der Bautätigkeit und durch eigene Bauten des Ae.ches wird dem Wohnungsmarkt der Wohnraum, der ihm durch die Besatzung entzogen wird, in die­sem Jahre, noch zur Derfügung stehenden Daumiftcl in Höhe von Vfi Millionen Mark haben hauptsächlich dazu gedient, den

besonders betroffenen Stellen m helfen, wie Bad Krenmach, Mainz «nd gewissen Städten der Pfalz.

Aach der Londoner Konferenz und weiterhin wurden fast sämtliche Auswei­sungen aufgehoben. Im September dieses Jahres konnten die letzten Ausge-

wiesenen aus der Fürsorge des deutschen Aoten Kreuzes, entlassen werden, die tm ganzen 23 000 Ausgewiesene umfaßt und weit mehr als 20 Millionen Mark für sie ver­wandt hat. Dem deutschen Roten Kreuz möchte ich an dieser Stelle den Dank und die Anerkennung der Reichsregierung aus­sprechen. Bezüglich der Darlehen wird sehr milde vorgegangen. Insgesamt sind 2000 Besatzungsdarlehen mit zusammen 450 000 M. den Schuldnern erlassen worden. Die Ez-istenzdarlehen nut zusammen 800000 Mark sind nur zu einem sehr geringen Teile zurückerstattet. Es ist ins Auge gefaßt, den Personen, bei denen schon heute anzunehmen ist, daß sie zur Zurückzahlung nicht in der Lage find, die Darlehen zu erlassen.

Die R h e in - und Ruhrschäden wer­den bis Ende des Rechnungsjahres abge­schlossen fein. Im Sondernersahren wurden für etwa 50 Schadensfälle rund 70 Millionen M. bewilligt, im eigentlichen Härtesondsver- fahren für 15 000 Anträge rund 10 Will. M. bewilligt. Der einmalige 30-Millionenfonds, der in dem diesjährigen Etat bewilligt wurde, ist zum Teil den Gemeinden zugewiesen, die infolge des passiven Widerstandes sich in einer schwierigen Finanzlage befinden. Weiterhin wurde der Fonds verwandt für Förderung des landwirtschaftlichen und ge­werblichen Mittelstandes.

Ich glaube, Ihnen gezeigt zu haben, daß da« Reich sein« Verpflichtungen, für die besetzten Gebiete vorzugsweise zu sor- gne, ernst nimmt. Wir werden so »ei­ter handeln, solange es eine Besetzung gibt. Aus meinen Darlegungen werden Sie aber auch meine Ueberjeugung er­sehen haben, daß die Besetzung, die nun in das zehnte Jahr ihres Bestehens eintritt, nicht nur mit der politischen Gesamtlage, sondern auch mit der Denkweise des 20. Jahrhunderts im Wi­tz e r sp r u ch steht.

BrrWungs- und Vemaltunssrefrrm eint enlfd) itfting btt taititWienaten WtWreüing

Berlin, 9. Dez. Don der Deutschnatio­nalen Volksvartei wird mitgeteilt: Die Par­teivertretung der D. N. V. P. bat als Saupt- theina die Auseinandersetzung mit der nament­lich in Wirtslbaftskreisen viel erörterten Frage der Wirtschafts- und Verfassungs­reform. Uebercinstimmend trat die Ansicht zutage, daß die weitgetriebene Ausgabewirt- schaft in Deutschland in ihren inneren Grund in der widerstandslosen Abhängigkeit der deut­schen Regierungen von den allmächtig gewor­denen Parlamenten und dem Mangel einer einheitlichen Spitze im Reich habe. Man ver­trat einheitlich die Auffassung, daß eine

Personalunion zwischen dem vom Volk ge­wählte« Reichspräsidenten und eine« in Preuße« neuzuschassenden Staatspräsidenten zu schaffen sei, daß das gle che bezüglich Reichs­kanzler und Ministerpräsident zu geschehen habe. Dadurch würde die Gewähr dafür ge­schaffen, daß die Politik im Reich und in Preußen nach den gleichen Richtlinien geführt würde. Die K a b i n e t te müßten in erster Linie abhängig sein vom Vertrauen des Staatsoberhauptes anstatt von wechselnden Parlamentsmehrheiten. Damit würde die Quelle der fortsesetzten Reden­macherei verstopft. Endlich wurde einhellig eine

weitgehende Selbstbeschränknn, bet Volks­vertretung

derart gefordert, daß nach englischem Vorbild Ausgabenbewilligungen nicht rü­ge lassen würden, für welche die Regie­rung nicht die Verantwortung über­nimmt. Mit diesem bedeutenden Schritte haben die Deutschnationalen die Führung in einer fortschrittlichen Entwicklung Bismarck- scher Grundlage für den Staatsaufbau er­griffen. Diese Forderungen^ die in Referaten von Berndt und Sugen.be rg sowie wei­teren Diskiissionsreden begründet wurden, fan­den ib^sn. Niederschlag in nachfolgender

Entschließung:

Der Ruf nach dem Einheitsstaat wird ge­nährt durch die Forderung nach Beschränkung der Staatsausgaben.

Das Ziel ist richtig, der Weg ist falsch.

Wo jede öfsentliche Gemeinschaftsarbeit politi­siert ist, steht die unbeschränkte Herr­schaft der Parteien, die sich nach wech­selnden Stimmungen ihrer Wähler richten müsien, der Verbilligung der öffent­lichen Wirtschaft entgegen. Voraus­setzung für die Gesundung der öffentlichen Wirtschaft ist deshalb die folgerichtige Reform der Verfassungen und Verwaltungen.

Die Deutschnationale Volksvartei lehnt den ««itarischen Einheitsstaat ab.

Wertvolles Eigenleben der Länder und die schöpferische Kraft des preußischen Staats­gedankens würden für das Reich verloren gehen. Seine Verwirklichung bringt keine Er- sparnisie. Die D. R. D. P. erklärt sich eben­falls gegen die Umgestaltung von Ländern zu Reichsländern ober Reichsvrovinren. Die Selbstverwal­tungsvertretungen solcher Reichsvrovinzen würden sich in nichts von Ländervarlamenten unterscheiden. So wäre für die Derbilliaung der Verwaltung nichts gewonnen. Das Reich hätte die Fehlbeträge leichtsinnig wirtschaften­der Länder zu tragen. Preuße« als Reichs­land würde in seiner historischen Größe ver­fallen. Verhängnisvolle Kleinstaaterei wäre die Folge. Di« Deutschnationale Volksvartei wird unbeschadet ihrer monarchischen Gesin­nung zur Gesundung der Staatswirtschaft die geltenden deutschen Verfasiungen durch Wei­terentwicklung zu konstitutionel­len Regierungsformen, wie sie auch in anderen Republiken bestehen, verbessern. Sie fordert zu diesem Zweck:

a) Die Alleinherrschaft der Parlamente durch Ausbau der verfassungsmäßige« Recht«

tSortsetzung siebe Seite 11

Aus An!

ff. (Senf, 10. Dez. Nach Eintreffen Pilsudsfis in Eens Hat sich eine stei­gende polnische Aktivität be« merkbar gemacht.

Der Holländische Außenminister Hatte zuerst eine längere Unterredung mit Pil- sudski und später mit Zaleski.

Das Ergebnis dieser Unterredung wird in einer EeHeimsitzung des Völkerbunds» rates heute verhandelt werden.

Die Aussichten einer polnisch- litauischen Einigung wurden in Eens gestern abend wieder ungünsti­ger beurteilt.

Das Eintreffen des englischen'Botschaf­ters aus Rom in Eens wird mit einer Vermittlungsaktion Chamberlains zwi­schen B r i a n d und Mussolini zu­sammengebracht.

Chamberlain über die englisch-russischen und die französisch-italienischen Beziehungen.

ff. London. 10. Dez. Chamberlain erklärte in einet Unterredung mit dem Sonderberichterstatter desDaily H e r a 1 d" in Genf, er sehe die Unter­redung mit Litwinow als verfrüht an. da keine der beiden Regierungen ihren Standpunkt in der strittigen Frage geän­dert habe. Er habe alles getan, um die Sowjet-Vertreter von ihrer fixen Idee zu befreien, daß die britische Regierung An­griffe auf sie plane oder sie durch einen Block der Mächte isolieren wolle.

Heber die Beziehungen zwischen Frank­reich und Italien sagte der Minister, nach seiner Meinung bestehe genügend Einsicht auf beiden Seiten, um jede ernste Ent­wickelung der Lage der Dinge zu verhin­dern.

Eine Völkerbundskommission für Wilna.

fk. London, 10. Dez.Titnes be­richtet aus Warschau vom 9. Dez.: In Befolgung der aus Genf etngetroffe» neu telegraphischen Anweisungen hat sich das Mitglied der französischen Militär- mission in Polen, Oberstleutnant F a u r y. der britische Militärattaches Oberstleut­nant Bridge und der italienische Mitt- tärattachee, Oberst P o a t t e, um Mit­ternacht nach Wilna begeben, um sich an Ort und Stelle mit den militärischen Vorkehrungen in dieser Gegend bekannt zu machen.

Diplomatische Zusammenkunft bei Briand.

fk. E e n f, 10. Dez. Briand hat ver­schiedene Ratsmitglieder auf heute mit­tag zu einem Esse« eingeladen, um ihnen dadurch Gelegenheit zu geben, den polni­schen Ministerpräsidenten P i 1 s u d s k i persönlich kennen zu lernen. Unter den Eingeladenen befindet sich auch Reichs­minister Dr. Stresemann, der gestern abend zu Ehren der in Genf studierenden Deutschen einen Bierabend im Hotel Me­tropole veranstaltet hatte.

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Smlfcktt Reichstag

Ber 1 in, 9. Dez. Zu Beginn der heu­tigen Plenarsitzung des Reichstages wird zunächst der Bericht des Geschäftsord­nungsausschusses über Anträge auf Ge­nehmigung der Strafverfolgung verschie­dener Mitglieder des Reichstages behan­delt, der zu einer längeren und lebhaften, zum Teil erregten Debatte mit wenig er- quicklichen Jntermezzen, fuhrt. Ein kom­munistischer Antrag auf Aussetzung des Strafverfahrens gegen die im Prozeß ge­gen die kommunistische Zentrale ange- klagten Abgeordneten wird schließlich tm Hammelsprung mit 165 gegen 139 Stim­men bet vier Stimmenthaltungen abge­lehnt. Nachdem noch fast ohne Aussprache tte dritte Beratung des Gesetzentwurfes über Krankenversicherung der Seeleute und die Vorlage der Verlängerung des Depot- und Depositengesetzes bis zum 3L Dezember 1928 angenommen jino, folgt