ftonntrtta«, Mn s. sez. 1927
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1 Soidmark — Dollar.
naue Zahlenangaben.
Entwickelung genommen.
(V»«i«tznng firde Seite 2J
Der Student wolle geführt sein und Netze sich am liebsten von seinen Professoren führen, die meisten Professoren wollten jedoch nicht sichren, und so suche der Student die unentbehr-
Der Unterausschuß des Haupt, ausschuffes de» preutzijchen Landtage»
wen» die Verabschiedung der Vorlage nicht bi» »um 14. Dezember vollzöge» sei, sei e« ganz ausgeschloise», zu Weihnachten den Beamten di« Besoldung»- erhöh»«« zu gewähre».
Dann sei e» aber auch kaum möglich, em 1. Januar 1928 über die Vorschuss« hi«- auszugehen.
Die Abstimmungen wurden auf Dom nerstag vertagt.
Das Studentenrecht fei ein Beneficium gewesen, das auf Bitten der Studenten- lchafr vom Staate verliehen worden war. Bei der Neuordnung sei ausdrücklich eine erneute Befragung der Studentenschaft erfolgt. Die Studentenschaften hätten sie aber abzelehnt und damit freiwillig (!) auf ein ihnen vom Staate angedoteneS Recht der Mitbestimmung verzichtet.
Sie würden wieder
Objekte der Verwaltung und Erziehung. Der Kampf der Studentenschaft sei geführt worden unter der Parole: Für den groß- deutschen Gedanken und für akademische Fre'» heil! Es sei zu fragen, ob die akademische Freiheit und der grohdeut'che Gedanke durch die neue Verordnung bedroht gewesen seien. Reu in der Verordnung sei nur die De stär- kung der Kontrollmaßnahmen in der Vermögensverwaltung g Wesen. Wer das eine E.iftchränknng der akademischen Freiheit nenne, der wisse nicht, was akademische Freiheit sei. Don einer Dedrohung des grohdeutschen Gedankens könne keine Bede sein: die Regierung stehe nach to;e vor auf dem Doden des großdeutschen Gedankens. Die f»genannte deutsche Studentenschaft sei aber gar nicht großdeutsch, sondern völkisch. Die preußische Regierung habe sich n'emals in die Gestaltung des auherpreuhischen Studentenrechts eingemischt. und wenn s e schon den preußischen Studentenschaften b'e Verordnung nicht oktroyiert habe, hab« f'e umso weniger irgend eine außerpreußische Stu- dentmsschast zu irgend etwas gezwungen. Ueberhcmpt habe die ganze Äoali- tionsfrage von jeher für die Reg-ervng an zweiter Stelle gestanden. De enzige Bedeutung, die eine wirkliche großdeutsche Dereinigung aller deutschen Studeirten be'ttzen könne, lieae in der durch se ursinnbildlichen Idee der Einigkeft der akademischen Jugend aller deutschen Stämme. ®'ere Idee se in den Anfängen der deutschen Studentenschaft als die Tat der Kriegsgeneration verwirl- licht worden: diese Einheit fei aber gesprengt worden durch den Spaltpilz des Antisemitismus. Die Verfassung jedoch scheide nicht zw fchen Are n und Richt- ariern, sie kenne nur Deutsche D e Koali- tionssrage sei nur dadurch so d deut ngsvoll geworden, daß die privatrechtliche Svitzen- organisatwn den öffentlich-rechtlichen Unter- organisativnen D'rekt v n gegeben habe Der Landtag hab« deshalb mit Recht verlangt, daß eine Koalition nur mit solchen Studentenschaften statthaft sein sollte, die in gleicher Weise zusammengesetzt waren, wie die preußischen.
Tas Staatsministerium hätte nicht I dulden können, datz die preußischen
I Studentenschaften einer Bereinigung
angehörten, von der die österreichischen Minderheiten, nur weil sie sich nicht zum Antisemitismus bekannten, ausgeschlossen sein feilten.
Der Minister äußerte sich dann zu der inzwischen erfolgten Entscheidung der preußischen Studentenschaften. Daß mit Aus- nähme der Draunsderger Madem e sämtliche Studentenschaften auf die Fortsetzung ihrer
I Selbstverwaltung verzichtet hätten, sei nur möglich gewesen, weil e ne gewissenlose Agitation d:e Studentenschaft glauben gemacht hätte, sie müßten dem grvhdeut'chen G: danken selbst das Opfer ihrer akademischen Selbst-
I Verwaltung bringen. Erfreulich fei, daß der I grostdeutsche Gedanke fo fest in der deutschen akademischen Jugend wurzele, daß sie ihm
I jedes Opfer zu bringen bere.t sei.
Es fei aber bedauerlich, datz unsere I Jugend offenbar kritiklos jeder Demagogie unterliege, wenn sie nur mit populären Schlagworten zu arbeiten verstehe.
I Dicht das Wohl der Studentenschaft, sondern I der politische Machtkampf habe die Parolen diktiert. Was jetzt übrig bleibe.
I deutsch, sie fe en, wie übrigens die P vfessoren sei reine Politik. Die Studenten fe.en groß- auch — heute genau wie zur Zeit der
I Monarchie — skeptisch gegen alles, was von der Regierung komnft. Man dürfe diese
I Haltung aber weder bei den Professoren noch.
Die Situcrbnung »es StudmltmAs bltfbl!
M ein MftftMMIiitz gMlel wirb — Angriffe Sr. BtckerS gegen die Aitakaftmiker
Abg. Steuer (Dntl.) betont, in einem habe der Minister Decker recht gehabt: Er würde in diesem Hause immer ein« Mehrheit gegen die Freiheit der Deutschen Studentenschaft finden. Der Minister habe früher
Anzeiger für (das frühere knrhesfifche) Oberheffen
Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg
Berlin, 7. Dez. In der heutigen | Lundtagssitzung stand zur Beratung bie deutschnationale große Anfrage über I bie Reurcgelung des Linde «teure chts.
Zur Begründung der Anfrage erklärte I . M>g. Olelze (Dntl.), ein früherer Hoch- schuilehrer, wie der Minister, müßte die I seelische Struktur der akademischen Lebens I kennen. Dies sei leider nicht der Fall. 1 £em Minister müßte bekannt fein, datz I in der „Schlammflut des Materialismus" I bet Revolutionszeit der Idealismus der Student schäft geradezu die I rettende Insel gewesen ist (Gelächter unb lebhafte Unruhe links). Die Bestim- I mungen über dar Koalitionsrecht bedeuten I den Versuch eines unerträglichen Hinein- regierens in die inneren Verhältnisse beut» I scher und außerdeutscher Länder. Tatsäch- I lich wird hierdurch die grotzdeutsche Organisation der Deutschen Studentenschaft zerschlagen. Die Gründe des Ministers für diese Aenderung liegen in I
pwrteipolitisckiew Nachgiebigkeit g-geniiber
de» Witten der Koalitionsp-:t7k«l:n.
Sie Studentenschaft hat stets eine starke Ztaatsgesinnung gezeigt. Diese I zeigte sich in der burfchenschaftlichen Be» toegung bei den Spartakistenunruhen, als die Studenten tn den freiwilligen Organs I sttivnen die schlotternden Novenrberleute 1 retteten. (Lebhafte Pfui-Rufe links.) Die Vorschläge des Ministers sind mit mehr I al< Zweidrittelmehrheit abge- leh n t worden, und auch die Altakademre- I verbände haben sich fast geschlossen gegen I den Minister erklärt. Der Minister müßte I nun umlernen. Er bezeichnet sich _ger.n •«14 Studentenvater. Wenn Väter sehen, I daß sie sich in der Beurteilung ihrer köhne geirrt haben, fo lenkt ein verständi- I fier Vater zur rechten Zeil ein. Dann Werben auch die Studenten wieder zu ihrem höchsten Kommilitonen Vertrauen {offen. Deshalb ist zu hoffen, daß der Minister auf bie Anfrage, ob er die Verordnung über Aenderung der Studentenrechts zurückziehen wolle, mit einem frischen Ja antworten wird.
Die Ausführungen des Redners wurden Wiederholt durch lebhafte Zwischenrufe, namentlich Bei den Kommunisten, unterbrochen. Als die Kommunisten beleidigende Zurufe machten, griff Präsident «ariels wiederholt mit Rügen ein, worauf der Abg. Pieck (Komm.) ihm zurief: „Etwas Spatz mutz doch fein bei Oer Leiche". Sm Schlmse der Ausführungen ertönten Höhnische Hurrarufe links und die Kommunisten riefen: „Prost! G'suffa!"
Darauf nimmt
Kultusminister Dr. Becker
। da- Wort. Er erklärt, die StnatSregie- rung beantworte die Fraae, ob sie die Verordnung über die Neuregelung des
L Studentenrechts an den preußischen Hochschulen wieder zurückz'eden wolle, mit i ftnem klaren Rein Diese Verordnung mhre nur einen Be-chlutz des Landtages mirch und habe außerdem vor ihrem $n» frofttreten die verfassungsmäßige Zustim- viung des StaatSrateS gefunden. Die StaatSregierunq übernehme für die möglichen Folgen der Verordnung jede Ber- vntwortung. Die Regierung fjätte nicht ”6iig gehabt, eine Verordnung zu erlassen, Wenn sie die studentische Selbstverwaltung i hätte aufheben wollen, sie hätte
das Studeutewvecht einfach auch 6~n
[ tonnen, wofür sie im Landtag unb Staate« tot bet der allgemeinen Unzufriedenheit Wit der Haltung der Stuben enfchaft eine flotte Mehrheit gefunden hätte.Die vtaatsregierung hätte die Selbstverwaltung gern erhalten. Aber keine verantwortliche Behörde könne es ruhig mitansehen, wenn eine zum Besten der Jugenv Lefchaffene Einrichtung durch unklare For- toulierung ihres Statuts ober durch un- vorhersehbare unverantwortliche Einflüsse von außen geradezu in ihr Gegenteil verkehrt wird. Die studentische selbstver- Geltung foflte eine rein pädagogisch« Einrichtung sein. Der Minister Weint, datz sie durch Mißbrauch und durch Umdeutung ihrer Satzung zu einem p o I i » tischen Machtinstrument geworden fei.
mcn auf di« Post, und eijcnbabnaetroal« tuug, nutz stier liege« absolut bindend« Festlegungen vor, das über die Borlage im Ganzen nicht hinausgegangen wird. Dieselben Rückstauen müssen wir auch auf die Länder und Eemerud«« nehmen. Anträge», d.e in ihrer „nanzieU len Auswirkung über den kbejamtaufwano tzinansgehe«, loi.nen wir nicht zustimmen. Wir bitten oeshald, alle Anträge darauf« hin zu prüfen, welche sinanzieuen Auswirkungen sie auch für di« anderen 8rnp« pen haben können. Solang« der Nachweis lüt di« Einhaltung des Eesamtanf« wände» nia,t eroraqt ist, mugen wir an unserem ablehnenden Standpunkt fest. , halten.- Er bittet, mit der «eidp. liche Anlehnung bei seinen alten Herren. I tegi.tung zur baldige« Bernbichl», Der Ausgang der letzten Abstimmungen düng der Vorlage zniammenzuwir.en. beweise weiter, datz der Korporationsge- ' '
danke mit seiner Auswirkung die akademische Selbstverwaltung der Studentenschaften erdrückt hat. Da die Korporationen durch autzerakademische Willensbildung regiert würden, sei eine wirkliche akademische Selbstverwaltung, die ihr Gesetz aus der Aufgabe und aus der Leitung nimmt, zur Zeit unmöglich. Der Minister betont, daß er deshalb
Abg. Dr. Quaafc (2tn.) weist darauf hin, patz eine ödjleäjteijteUung der Reichsbeamten gegenüber den preußischen Beamten nicht möglich sei. Er fordere ge-
Reichsfinanzminister Dr. Köhler teilt daraus mit, datz die Auswirkun a b e t Anträge für Verbesserung des Besol« dungsdiei.staiters für Reich, Post und Bahn 10,8 Millionen, für Hebung der Aftistenten 6.8 Millionen und für Er- hohung des Kinderzuschlages enftprechen» den Beschlüssen des preutzijchen Unterau» jchusses 12.8 Millionen Mart betrage. Bon diesen 35.9 Millionen kämen auf die Post 119 auf die Bahn 21,5 und auf das Reich 3,4 Millionen RM„ Die Frage der Ministerialzulage muffe in Preußen und »« Reich gleich gelost werden. Se Jet der Wunsch der Reichsregierung, bereit» zum Nachtragsetat eine Gleichstellung zu et» reichen. Die Frage der Aufwandsentschä- digung sei eine reine Etatsfrage. eie werde nur mit Preutzen im Rahmen der (Etatsberatung zu lösen sein. Der Reichsfinanzminister erklärte dann noch,
den Ausgang der Abstimmung begrüße.
Der schöne Traum der Kriegsteilnehmer- Generation sei ausgeträumt. Die studentische Selbstverwaltung habe ausgehört, und was bleibe, sei Studentenpolitik als ein Teil der allgemeinen Politik. Amtlich garantierte Mttel und staatliche Räume würden für diesen politischen Zweck natürlich nicht zur Verfügung gestellt Was mit dem künftigen Sozialbeitrag für foziale und sportliche Zwecke geschaffen werde, sei eine charitatwe oder pädagogische Angelegenheit der staatlichen Aufsicht und werde mit Wählen unb Politik nichts mehr zu tun haben.
In der
Besprechung
nimmt zunächst das Wort Fran Wg. Wegschelder (Soz.), die u. a. behauptet, die Studenten hätten die ihnen vorgelegte Frage garnicht verstanden unb sich selbst den Boden zu einer freiheiüichen
Sie Stiolbungfoortogt
Berlin. 7. Dez. Der Hau» h a lt«- a u s s ch u tz des Reichstages setzte am Mitt, woch die zweite Beratung der Bejoldungs. Vorlage fort
bei den Studenten als Staats- oder Repa- I Bor Eintritt in bie Sagesorbnung oet. blikfeindlichkeft anlehen. SS sei nun einmal wies Abg. Dr. Liuaatz (-Ltn.) «umens ein Gesetz jeder Jugend, Wanner stolz jeiner Fraktion darauf, datz die Regie- vor Königsthronen und Minister- I rringsparteien bisher gegenüber dem ent* fesseln zu beweisen. schiedenen Widerspruch der Finanzverwal-
Diese Haltung liege im Wesen des Aka- t beß Reiches unb Preutzens berechtigte demischen. Man müsse fragen, wer nun I ^Ulische zurückgestellt hätten. Anoere wich» eigentlich die politischen Droht- ti fragen ständen noch aus. Seine Par.
zieher seien. Sie sätzen leider zum I ersuche den Reichssinanzminister nun*
Teil in den Spitzenorganisationen der I me^r versöniich die «eittetung der Reichsgroßen studentischen Korporatwnsver- tefllcrunQ in diesen Fragen zu über-
bände, die beherrjcht würden nicht von I nej)men 2» ÄÄ*«*
Altakademikern draußen im Lande. Man nicht aus, datz sie ei^eluen *** müsse wissen, datz die meisten großen Ber- t u n g» a n <‘ «» < « » « hiinhe ausaefvrocken oder unausgespro- | pathiIch gegeuuoerpege, ww «m« chen das antiiemitische Prinzip ^ben. iesten und ^au^ttn*i01Bj
Antisemitismus und politische Ressenti- durch bie Abänderungen bie gefa ment mischten sich eigentümlich mit ech- finanzielle Au» w»r k» n g unter keine»
eingestellt haben. Die Professoren seien zum größten Teil von Anfang an gegen das Studentenrecht gewesen, weil sie in der amtlichen Eigenschaft der Stu- . oentenvertretungen eine Erschwerung ihrer Disposition erblickten und weil sie auch rein sachlich sich von der Parlamentsspielerei der studentischen Kammern nicht allzu viel versprachen.