Einzelbild herunterladen
 

Mt ^vbvhesstsch« 3<itwtg* er- Sjutf sechsmal wöchentlich. 8c- \LjrteW monatlich 2 GM. aus- Sieftl. Zustellungsgebühr, durch LL«o(t2.25 GM.Für etwa infolge »retkS. Wafchinendefekte »der ^«eniarer Ereignisse ausfallende A^sunern wird kein Ersatz ge- Mt. Verlag v. Dr. §. Hitzeroth, der Univ.-Buchdruckerri b.

g^, Aua- Koch, Markt 21/23." ^xiisvrecher * SRt. 54. u. Nr. 55. «estscheckkonto: Amt Frankfurt ^M. Rr. 5015. Sprechzeit »f Redaktion von 1011 und

»1,11 Uhr.

öberlMsche

.. w

fflortmxtt A4 M MM MM Wtot

ÄSkSaazkloer / W7 II l|l||| tonWItiu»

9IT. 285 «L Mrg. Marburg uMo

Der Anzefgenprei« beträgt fit den 10 gespalt. Zeilenmillimeter 0.08 SM., kleine Baran,eigen 0.06 SM., amtliche und aus­wärtige Anzeigen 0.10 SM Bet schwierigem ^atz sowie bet Platz- borsch ist 50»/, Aufschlag. Gamme.a» zeigen 100/, Auf» schlag. Reklamen der Milli«. 0,40 «M. Jeder Rabatt gilt als Varrabatt. Ziel 5 Tage. Belege werden berechnet, ebenso Auskunft durch die Geschäftsstelle und Zusendung der Angebot«. Er­füllungsort Marburg.

1 Vvldmark Dollar.

Anzeiger für (das frühere knrhefsifche) Oberheffen

Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg.

Zusammenkunft Mussolini-Brian-? A

rmSmuilg ter Beilegung M vvlnW'ltlouWeii Äcnflitlf stein Verzicht Litauens au! Mm

fk. Paris. 7. Dez. Der Genfer Be. Merstatter derChicago Tribüne- s-ll aus zuständiger Quelle erfahren Ha­jen, das, Mussolini und Außen, maifter Br i and morgen. Donnerstag, jei D o m o d o s s o l a an der italienischen grenze und zwar aus italienischem Gebiet Zusammentreffen werden. Im Salonwagen Mumolin-, würden die zwi­lchen de» beiden Ländern schwebenden Fragen besprochen werden.

Der gestrige Tag in Genf.

fk. E e n f, 7. Dez. In Genf fund gestern abend eine wichtige Fünf-Mächte-Bespre- chung über den po l n i s ch - l i t a u i > ch en Konflikt statt.

Der Konflikt soll nun in der heutigen öffentlichen Ratssitzung behandelt werden Die litauische Regierung erklärte gestern abend dazu, nach wie vor an ihrem Rechts st andpunkt in der Wil uafrage fest halten zu muffen.

Dr. Etresewann hatte am Diens­tag nachmittag eine Unterredung mit dem griechischen Aussenminister und dem un­garischen Ministerprästdenten.

Nach der gestern abend im Anschluß an bie Zusammenkunft der Vertreter der 5 ständigen Ratsmilglieder abgehaltenen Besprechung zwischen dem italienische Vertreter. Minister Szialaja, und dem litauischen Ministerpräsidenten Melde» maras rechnet man auf italienischer Seite mit der Möglichkeit, daß die Rats, Verhandlungen zur Beilegung des polnisch­litauischen Konsliktes nicht so rasch zu Ende gebracht werden können, als noch vor 24 Stunden allgemein angenommen vurde. Bon litauischer Seite wiro er­klärt, daß man im Grunde genommen noch am Anfang der Lösung des ganzen Pro­blems stehe. Obwohl die Bereitschaft der litauischen Regierung zur Aufhebung des Kriegszustandes nicht angezoeifelt wird, scheint Woldemaras dem von den Eroß- «ächten in Aussicht genommenen Bei- lrhren nur unter bestimmten Bedingun­gen beizustimmen. Gleichzeitig werden unkontrollierbare Gerüchte in Umlauf ge­setzt, daß Polen, besten Ministerpräsident 88m Freitag in Genf erwartet wird, auf einer sofortigen Wiederaufnahme der Diplomatischen und konsularischen Be­ziehungen zwischen den beiden Ländern be­stehen soll, während nach allem, was bis­her bekannt wurde, Polen sich mit der Tufhebung des Kriegszustandes und mit ber etappenweisen Herstellung normaler aiplmatischer und wirtschaftlicher Be­ziehungen begnügen wollte. Falls sich mess Gerüchte bestätigen sollten, muß mit chner Verlängerung der gegenwärtigen Wägung des Völkervundsrates bis in die Mitte der nächsten Woche hinein gerechnet »erden.

Voldemaras über die poluisch-litauische Streitfrage.

, fk. London, 7. Dez. Zn einem Ee- kbräch mit dem Reuterkorrespondenten in ®enf erklärte Woldemaras es als Möglich, eine neutrale Zone beider­seits der polnisch-litauischen Grenze herzu- itrllen. aus der beide Armeen zurückge- ^n werden würden. Er fügte hinzu, es keine Rede davon, daß Litauen auf Wilna verzichte, aber es ver­lange die Stadt nicht sofort; die Frage alliffe allerdings geregelt werden.

Rr stampf argen to rrchki tten

Moskau, 6. Dez. Auf dem Kongreß der Kommunistischen Partei erklärte der Oppo­sitionelle Rakowski, wiederholt von den Gegnern unterbrochen, daß die Opposition de Sowjetunion vorbehaltlich unter Füh­rung der zurzeit amtierenden Partei- instanzen verteidigen werde. Er wandle sich gegen die Beurteilung der inter­nationalen Lage durch das Zentralkomitee. Dieses unterschätze die auf völlige Isolierung der Sowjetunion gerichteten Bemühungen der internationalen Bourgeoisie. Der Volkskom­missar für das Verkehrswe'en, R u d s u t o k, bezeichnete die Rede Rak-Wskis als heuch­lerisch. In Wirklichkeit sei die Tätig­keit der Opposition aus eine Schwächung der Sowjetunion gerichtet. Der Abfall von 4000 Intellektuellen bedeute nicht eine Spaltung,

sondern eine Säuberung der Partei. Auch Kamenew brachte die Deret'chall der Op­position zum Ausdruck, alle F r a k t i o n s - Organisationen aufzulösen. Von feinen oppositionellen Anschauungen könne er sich jedoch nicht lossagen, obwohl die Oppo­sitionellen sich in einer Reihe von Fragen im Irrtum befänden. Auf Zurufe, daß d'e Opposition stets ihre Zusicherungen übe t-eten habe, bat Kamenew den Partetag, der Oppo- position die Möglichkeit zu geben, durch Taten zu beweisen, daß die Partei nicht hrnler» gehen werde. R h k o f f führte aus: Die Partei wiederhole die bereits einmal der Opposition gestellte Wahl, aus d'e P r o pa - g i er u n g der mit der Parteirichtung un­vereinbarten Anschauungen zu verzichten, oder aus der Partei auszutreten. Wer in den Reihen der Partei verbleiben wolle, muffe aus der Fraktion Trotzki austreten.

Etu-ententtawalle in Rumänien

AMemMIckt stundgktmg In SrMardtln

Budapest, 6. Der. Das Ungarische Kor- resvandenzbüro weidet aus Gvula:H Von der rumänischen Grenze kommenden Nachrichten zufolge versammelten sich aus verschiedenen Teilen Siebenbürgens, sowie aus dem Gebiet des rumänischen Königreiches, besonders aus I a s s o und B u k a r e st, mehrere tausend Studenten in Eroßwardein. Sonntag abend kam es 8» Kundgebungen, die Montag früh in blutige Ausschreitun­gen ausarteten. Die Demonstrationen rich­teten sich zunächst gegen die Juden, nah­men jedoch soäter einen antimagyari­schen Charakter an. Tie Redaktion und die Druckerei der ungarischen ZeitungenMa- gyoarad" undPesti Sirlav"" sowie die ganze Einrichtung des katholischen Ver­eins, die Wohnung des Ober­rabbiners Leopold und die Einrich­tung des Lvzeums wurden zerstört Die Polizei erwies sich als ohnmächtig Das Militär und die Gendarmerie gingen iedoch mit der größten Energie an die Wiederher­stellung der Ordnung. Von den Unruhen be­nachrichtigt, kam General Moscia in Erob- wardein an und traf persönlich Verfügungen zur Aufrechterhaltung der Ordnung. Ein u n - garischer Schauspieler, besten Name bisher unbekannt ist. wurde während der Un­ruhen auf der Strohe erstochen Auch der Besitzer des Erohwardeiner Parkhotels wurde Lebensgefährlich verletzt Die Strahen in Erokwardein sind seit gestern mit­

tag wie ausgrstorben. Die Ctrahenbahn ver­kehrt nicht, und fämtli che Geschäfte sind geschlossen. Auf den Strahen patrouil­lieren starke militärische uiC Gendarmerie- abteilungen. Auch aus Arad werden Kund­gebungen berichtet, bei denen mehrere Per­sonen mihbandelt wurden. Das Einschreiten der Polizei machte hier den Kundgebungen bald ein Ende, woraus.die demonstrierenden Studenten nach Erohwardein abgereist sind und sich den übrigen Demonstranten angeschlos­sen haben.

Budapest, 6. Dez. Das ungar. Korr.- Düro meldet ouS Dc br e z .n: Zu den Stuten'en- unruhen in Grvszwardein wird von der rumänlfchen Grenze noch berichtet, daß das erste Todesopfer der Ausschreitungen ein Jude namens Sonnenfeld war, von dem die an dem Kongreß teilnehmenden Stu­denten angenommen hatten, daß er ihre Be­ratungen ausfpionieren wollte. Sonnenfeld wurde erstochen und starb bald darauf. Rach dem Kongreß zogen die Studenten auf die Straße, wo fte unter lärmenden Kund­gebungen mehrere Schaufenster ein'ch'ugen und das Parkhotel angriffen. Der Besitzer des Hotels, der verwundet wurde, ist feinen Verletzungen erlegen. 6in Metzger­gehilfe der die Rolladen her unterziehen wollte, 'erhielt gleichfalls mehrere Stichwunden. Ein Teil der Studentenschaft kehrte nach Bukarest zurück.

StletoangfMtlagt

Berlin, 6. Dez. Im Haushalt»- ausfchuß des Reichstages wurde heute bei der zweiten Lesung der Defoldungsord- nung der RerchSwasserschutz aus der besonderen DesoldungSorlmung D herausge- nommen und in die allgemeine Desoldungs- ortmung A eingefügt. Bei der Beratung des Defoldüngsdienstalters beantragten de So­zialdemokraten Deibes'erunren für die frühe en Kapitulanten und die schwerkriegs- befchädlgten Beamten. Die Regierung erklärte diese Anträge aus finanziellen Grün­den für nicht annehmbar. Schon durch die bestehenden Ausführungsbestimmungen werde ein völliger 2 usgleich z wischen den verschiedenen schwerkriegsbeschädigten Be­amten geschaffen.

Die Anträge wurden abgelehnt und der Paragraph angenommen. § 10 bestimmt nach der Fassung der ersten Lesung Ledige Beamte bis zum vollendeten 45. Lebens­jahre erhalten an Stelle des Wohnungsgeld- Zuschusses den der nächst niedrigeren Taris-, klasse. An Stelle des Wohnungsgeidzüschusses-

VII treten hierbei die um 40 Prozent gekürzten Sätze.«

Diese einschränkende Bestimmung gilt n i ch t für Geistliche.

§ 10 wird in der Fassung der ersten Lesung genehmigt. Die §§ 11 und 12 bleiben unverändert, desgleichen § 13, der die »Kinderzuschläge" regelt. Der Ausschuß er­ledigte dann eine Reihe weiterer Para­graphen bis zum § 20 der Fassung erster Cefung. ,

Weiterberatung: Mittwoch,

ft. Berlin, 7. Dez. 3m Reichstag ist ein demokratischer Antrag eingebracht wor­den, in dem eS heißt: Die Sozialversiche­rung ist in weitgehendem Amfange von staatlichen Eingriffen und bürokratischer Vorherrschaft zu befreien und der vollen Selbstverwaltung der beteiligten Arbeitnehmer und Unternehmer zu unter­stellen. Der-Staat soll sich nur «in loses Recht der Oberaufsicht Vorbehalten.

LsMre kandidiert nickt wieder

fk. Washington, 7. Dez. I« einer Rede an den Vorstand der Republikanischen Partei sagte Präsident Co o l i d g e junt Schluß, feine Erklärung vom 2. August, daß er nicht für die Präsidentschaft im nächsten Jahre kandi« frieren würde, bestehe weiter. Niemand sollt.- sich zu der Annahme verleiten lasten, daß er seinen Entschluß geändert hätte.

Die endgültige und kategorische ErNärung Eoolidges, nicht für die Präsidentschaftswahl zu kandidiren, kam als große Ueberrafchung, da keiner der Anwesenden in der Versamm­lung eine Aeuberung über diesen Punkt er­wartet hatte.

--------ch-------

SaS MiramnSvotmn nbseledni

Berlin, 8. Dez. Der sozialdemokratt« sche Mißtranensantrag gecen Ne Reichsregierung wurde mit 192 Stimmen gegen 229 Stimmen der Regierungs­parteien abgelehnt. Cs enthielten sich die Völkischen und einige Wirtschaft-, parteiler.

Die Beratung der Interpellation über die Rotlage In den östlichen und westlichen Grenzgebieten wird im Reichstag fortgesetzt.

Abg. Stelling (Soz.) weist darauf hin, daß die Dotstünde an der Grenze auf das ganze deutsche Volk zurückwirken. Be­sonders groß sei die Rot in Oberschle­sien, wo die natürliche Grenzziehung zu den schlimmsten Rückschritten auf dem Der- kehrsgebiet geführt habe.

Abg. Knoll (Ztr.) ging auf die Rot- läge im Rheinhessischen Wirtschaftsgebiet ein. Unter dem übermäßigen Druck der Besetzung habe ganz Hessen am aller­schwersten zu leiden, denn in Hessen be­trage di« BesetzungSstärke nicht weniger als 420 auf 10 000 Einwohner.

Oberregierungsrat Dr. Edward erklärt als Vertreter der hessischen StaatSregie- rung, Hessen sei enttäuscht darüber, daß die Verminderung der Besetzung für da» hessische Land kaum irgendwie fühlbar geworden sei. Trotz der schwe­ren Wohnungsnot habe sich die Zahl der beschlagnahmten Wohnungen nicht ver­ringert. In M a i n z sei beinahe jeder sie­bente Mensch ein französischer Soldat. Die hessische Regierung bitte die Reichsregie­rung, durch vermehrte Zuweisung von Aufträgen der notleidenden hessischen Wirtschaft Deschästigungsmdglichkeit zu ge­ben. Auch in kultureller Beziehung be­dürfe Hessen unter dem schweren Druck der Besetzung der Förderung de» Reiche».

Abg. Schulte-Breslau (Ztr.) fordert ein OstverkehrSprogramm auf lange Sicht.

Damit schließt Me Aussprache.

Abg. v. Graefe (Völkisch) erklärt, fein« Freund« brächten dem Kabinett, in dem Dr. Stresemann als Außenminister sitzt, das schärfste Mißtrauen entgegen. In dem vorliegenden Mißtrauensantrag lieg« aber eine parteipolitische Demonstta- tton gegen das bekannte K e u d e l l - Tele­gramm, darum wurden die Völkischen nicht für den Antrag stimmen. (Gelächter links.)

In der nun folgenden namentlichen Ab­stimmung über den von den Kommunisten und Sozialdemokraten gleichlautend ein­gebrachten MißtrauenSantrag ge­gen di« Regierung, wird dieser Antrag mit 229 gegen 192 Stimmen bei 14 Stimm­enthaltungen abgelehnt.

Für den Mißttauensantrag haben außer Sozialdemokraten, Kommuni­sten und Demokraten auch die Ra­tio nalsozialisten und der Zen- ttumSabgeordnete Dr. Wirth gestimmt. Stimmenthaltung haben die Völ­kischen und einige Mitglieder der Witt- schastspartei geübt.