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<R. Rr. 5015. — Sprechzeit (et Redaktion von 10—11 und *M-i Uhr.
Äberhessische
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Anzeiger für (das frühere kurhessischej Oberhessen
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Aufhebung des KriegkzuftanreS — Sltrjttwetle WiederberftrllUW norma er Beziehungen
fl. Genf, 6. Set Gutem Vernehme« nach haben sich die RatsmSchte, einschließlich Polen, tnf eine Regelung des volnisch-litani- fchen Streitfalles geeinigt, wobei Polen lei Aufhebung des Kriegszustandes zwischen beiden Ländern weitgehendes Ent- gegenkommen zeigt, auf die sofortig« vollständige Herstellung normaler divlomatischer Beziehungen verzichtet und sich mit besonderen »olnisch-litauische« Ber- daudlungen zur endgültigen Regelung der polnisch-litauischen Beziehungen einver- slanden erklärt.
Die jurrstische Regelung des Falles sieht zunächst die Aufhebung des Kriegszustandes vor und man glaubt, daß dadurch verhältnismäßig rasch normale diplomatisch« und wirtschaftliche Beziehungen zwischen den beiden Ländern sich entwickeln können. Eine Verwahrung Litauens in Bezug auf den jetzigen Status quo umb das Wilna-Gebiet wird als selbstverständ- iich angesehen. Man befürchtet ab/r, daß Stauen darüber hinaus weitere Forderun-- gen geltend machen und sich mit dem unter den Ratsmitgltedern virtuell bereits vereinbarten Verfahren nicht zufrieden geben wird. Sollte jedoch Litauen unter ton gemeinsamen Bemühungen der Großmächte, einschließlich SowjetrutzlandS,' sich dem jetzt vom Rat geplanten Verfahren an schließen, so werd damit gerechnet, daß am Mittwoch rn einer ersten Lesung der Vorschlag der Ratsmächte angenommen »nd in einer zweiten Lesung gegen Ende der Woche von Pilsudsst genehmigt werden wird. Di« geplante Lösung würde bedeuten, da ßbeide Mächte vom Rat auf- srfordert werden, durch direkte Derhand- «ngen wieder zu normalen diplomatischen bnd wirtschaftlichen Beziehungen zu gelangen und bis zur nächsten FrühjahrSta- gllng über das Ergebnis dreier direkten Verhandlungen zu berichten.
tztz mssisch-mÄWt gnnähtruns
® e n f, 5. Dez. Wie offiziell von der eng- Men Delegation mitgeteilt wird, hat heute MH der stellvertretende russische Auhenkom- wissar Litwinow der englischen Delegation me Ditte übermittelt, heute nachmittag von »bamberlain empfangen zu werden. Aamberlain Hal sich daraufhin bereit erklärt, Litwinow heute nachmittag zu emp- Mgen. Die englische Delegation hat im raufe des heutigen frühen Morgen- 3n- »wktionen erhalten, nach denen eine Zu» ^Mmenkunst zwischen Litwinow und Chamberlain n London als zweckmäßig erachtet ^erde. Die russische Delegation ist mit Ausnahme von Litwinow heute vormittag um J D Ahr nach Derlin abgereist.
Kleber die Unterredung zwischen Cham« ^lain und Litwinow, die von 2,30 bis Uhr dauerte, wird von der englischen Delegation ein Kommunique veröffentlicht, wie ausdrücklich hervorgehoben wird, auf «rund gegenseitiger Dereinbarung festgesetzt ^rden ist und folgenden Wortlaut hat: •y<i Litwinow bei 6ir Austen Chamberlain ^ne Unterredung erbeten hatte, fand heute ?achmittag im Hotel Deaurivage eine Zu- N>wenkunft statt. Die Zusammenkunft gab ^legenheit zu einem freimütigen Gedanken- Wsausch über die Beziehungen zwilchen der 2~flierung der Union der Sowjetrepubslken der britischen Regierung. Es war jedoch M möglich, in der Unterredung irgend eine yaljz für eine Verständigung (2gre» **«) zu finden."
»Der Genfer Vertreter der Sowjetrussischen ^agraphenagentur hat über die De^prechun-- «*n Litwinows mit Driand und S t r e s e » *att n folgendes Telegramm nach Moskau Nwdt: .Driand versicherte Litwinow, daß Mißverständnis, das durch die D a - bws k i, Angelegenheit entstanden als endgültig beigelegt betrach- C lverde und daß von einer Unterbrechmig <?c, Beziehungen zwischen Frankreich und ^ßland keine Rede fein kann Rach der •J’ntnft deS neuen Botschafters in Paris ?pen die Derhandlungen über die *4ulden- und über die Kredit
Die Unterredung Chamberlain Litwinows im Spiegel der englischen Presse.
fk. L o n d o n, 6. Dez. Die Besprechungen zwischen Chamberlain und Litwinow stehen im Mittclpuntt des Interesses der Morgenblätter. In der liberalen Presse wird die Hoffnung ausgedrückt, daß die Tür für weitere Verhandlungen offen geblieben ift.
„Daily News" schreibt: Natürlich war es nicht möglich, in einer einstündigen Unterredung die Grundlage für eine Vereinbarung zu erreichen. Aber beide Staatsmänner k^bcn das Gis gebrochen und einen weiteren Meinungsaustausch in der nahen Zukunft — wenn nicht unvermeidlich — so doch möglich gemacht.
„Daily Ehronicle" beklagt den Mißerfolg der Unterredung und fürchtet, daß die britische Regierung durch den „furchtbaren Fehler des Abbruches der
frage wieder ausgenommen, ebenso auch die Verhandlungen über e:nen Nichtangriffspakt. Die be den Staatsmänner haben auch den polnisch-litauischen Konflikt besprochen, wobei beide die Notwendigkeit der sofortigen Aufhebung des Kriegszustandes zwischen Litauen und Polen anerkannt haben. Auch andere Probleme internat-onaler Art wurden besprochen. Die Dechrech'ng Li'wi- nows mit Stresemann hat sch ebenfalls hauptsächlich um die p o l n i s ch - l i t a u - ische Frage gedreht und um de Notwendigkeit der Aufhebung des Kriegszustandes zwischen den fre'öen Ländern. Die Unterredung verlief sehr herzlich und freundschaftlicb, wobei Litwinow den Standpunkt der Sowjetregierung zum Ausdruck brachte, wie er in ihren beiden Noten an Warschau und Kowno bereits niedergelegt worden ist. Sn der Besprechung wurde auch festgestellt, daß über die'e Fragen keine prinzipielle Meinungsverschiedenheit bestehe.
Ae Besprechungen über die BeWrmMorlage
Dir tollt AMMIung vom 1. Motor 1927 O gtilAttl
Den Blättern zufolge steht es nunmehr fest, daß der Vorschlag des Zentrums, die Auszahlung der Besoldungserhöhung vorläufig nur zu 75 v. H. vorzunehmen, n ich t mehr in Frage kommt, so daß also sowohl im Reiche wie in Preußen die volle Auszahlung der >rhöhungs>- sätze vom 1. Oktober 1927 ab gesichert ist. Auch über die Behandlung der Warte- und Ruhestandsbeamien ist em Kompromiß geschlossen worden. Danach werden die Wartestandsbeamten in die einzelnen Besoldungsgruppen abweichend von der Regierungsvorlage eingruppiert. Die Ruhestandsbeamten dagegen erhalten nach der Regierungsvorlage eine gestaffelte Zulage. Auf Antrag des Zentrums ist die Grenze, dis zu der überhaupt ein Zuschlag erfolgen soll, von 16 000 auf 12 000 Mark herabgesetzt worden. Bezüglich der Altpensionäre ist vereinbart, daß die Besoldungserhöhung, die nach der Regierungsvorlage 5 v. H. betragen sollte, auf 8 v. H. heraufgesetzt wird. Umstritten ist noch die Frage Der Gehaltszulagen, die im besetzten und ehemals besetzten Gebiet sowie in einigen besonders teuren Städten gezahlt werden. Nach der Regierungsvorlage sollen die
Zulagen Wegfällen, während das Zentrum an der Aufrechterhaltung festhält. Ebenso umstritten ist auch die Frage der Erhöhung der Invalidenrenten, die vom Zentrum beantragt wird. Die Zustimmung des ReichSiabinetts und der Fraktionen zu dem oben angedeuteten Kompromiß steht noch aus.
fk. Berlin, 6. Dez. Sowohl im Reichskabinett als auch im interfraktionellen Ausschuß wurde gestern nachmittag an der gestern bereits gemeldeten grundsätzlichen Erwägung über die Besoldungsreform festgehalten. Die Durchführung der „lex Brüning", also die Senkung des Lohnsteuer- abzuges, wird als eine Steuerangelegenheit angesvrochen und von den Etcuersachver- ständigen der Fraktionen weiter beraten. Die zweite Beratung der Besoldungsreform im Ausschuß soll beschleunigt werden.' so daß die Abstimmung im Plenum schon am Sonnabend, spätestens aber am Montag der kommenden Woche vorgenommen wird.
Beziehungen" es Stalin unmöglich gemacht habe, der anttbrittschen Propaganda, wenn auch nicht formell, so doch tatsächlich, Einhalt zu tun.
MIniArtoralmigm
In Dens fanden am Montag eine ganze Reihe von weiteren Unterredungen über die Lösung der polnisch-litauischen Frage statt, wobei zwischen den Ratsmitgliedern und Rußland prinzipielle Einigkeit erzielt werden konnte.
Die in Denf begonnenen russisch-französischen Besprechungen sollen fortgesetzt werden, wobei die Schuldenfrage zur Verhandlung gelangen wird.
Unterredungen Litwinows mit Woldemaras und Zaleski.
fk. Aen f. 6. Dez. Litwinow hatte gestern abend Besprechungen mit Wolde m a r a S und Zaleski. Litwinow betonte Woldemaras gegenüber die Notwendigkeit der Beendigung des polnisch-litauischen Kriegszustandes. In einer Unterredung mit Zaleski wies Litwinow nachdrücklich auf die Bedeutung hin, die der Unabhängigkeit der baltischen Staaten für vie Aufrechterhaltung des Friedens zukomme. Zaleski beteuerte die friedlichen Absichten Polens.
Sie erste Sitzung
Genf, 5. Dez. (WTB.) Der Dölker- bundsrat ist nach P/Jtünbigen nichtöffentlichen Beratungen gegen Vtl Uhr zu einer kurzen öffentlichen Sitzung zusammengetteten. Ueber die nichtöffentliche Sitzung verlautet, daß auf Chamber- Iains Anttag beschlossen wurde, wegen der Erftankung des rumänischen Außenministers Titulescu die Behandlung des ungarisch - ru.mänischen Optantenkonfliktes au f die Märzsession zu vertage n. Der ungarische Vertreter, Graf Apponyi, Hobe seine Zustimmung zur Vertagung erklärt. Im weiteren Verlauf der nichtöffentlichen Sitzung wurde der bisherige Direftor der Minderheitenabteilung des Völkerbundes, der Norweger C o l b a n, zum neuen D ire k- torderAbrüstungSabteilungdes Völkerbundes ernannt. In der öffentlichen Ratssitzung wurde außer einigen Aus- schlußberichten dem Wunsch der portugiesischen Regierung auf Einleitung einer Sanierungsaktion durch den Völkerbund zugesttmmt und der Finanzausschuß mit den weiteren Schritten beauftragt.
fk. Warschau, 6. Dez. Die Neuwahlen zum polnischen Seim sind auf den 4. März 1928 festgesetzt worden.
AM toutitto WerlMim Michl?
ft. Paris, 6. Dez. Das „Journal" hat gestern bereits von einer neuen Fiilschnngs- fache gesprochen. Heute meldet das Blatt ergänzend, der in der nngarischen Wertpapier- angelegeuheit genannte Rechtsanwalt Dietz habe angegeben, daß auch deutsche Wertpapiere ldas „Journal" bringt das Fac« fimile eines Auslosungsscheines zur Anleiheablösungsschuld des Reiches im Werte von 200 J() betrügerisch aufgewertet worden seien. Daraufhin sei die Untersuchung weiter ausgedehnt und u. a. Simon Calle, der Sekretär des früheren Sauptbesttzers des .Journals", Letellier, bereits vernommen worden. Ueber seine Vernehmung wird Stillschweigen bewahrt. Rach dem „Oeuvre" soll Blumenstein die Hand im Spiele haben. „M a t i n" berichtet, daß es fich um Anleihen der Stadt Hamburg handele.
Sie eiillwg in tot Siien- industrie
Rach Blättermeldungen beginnen die Werke der deutschen Eisenindustrie bereit» mit der praktischen Vorbereitung der für den 1. Januar angekündigten Stillegung. Schon in den nächsten Tagen dürfte die Einftelluna der Bauten fich durch Ab, stoppen der Hochofenbezüge an Kalt und durch Anhalten der Schrottbelieferung bemerkbar machen. In den Kreisen der Eisenindustrie wird damit gerechnet, daß die für den 7. d. Mts. angcsetzten Verhandlungen fich über 14 Tag« hinriehen dürften, sodaß die offizielle Kündigung seitens der Arbeitgeber am 15. bezw. 17. d. Mts. ausgesprochen werden dürfte.
Weitere Stillegungsanzeigen.
Düsseldorf, 5. Dez. Zn der drohenden Stillegung in der Eroheiseu» Industrie wird bekannt, daß auch zahlreiche weiterverarbeitende Industriebetrieb« de» rheinisch-westfälischen Induftriebezirk» aus freien Stücken ebenfalls Stillegungsanzeigen bei dem zuständigen Regierungspräsidenten zum 1. Januar 1928 er« attet haben. Eine Berwir.lichung würde den Betrieben ein wirtschaftliches Weiterarbeiten nicht mehr gestatten.
Wie mitgeteilt wird, haben große Hüttenkonzerne die ausländischen Erzlieferanten auf Grund der bestehenden Vertragsbestimmungen soeben ersucht, die Erzoerschifsungen im lausenden Monat Dezember, soweit noch jetzt möglich, tunlichst einzuschränken und ab 1. L 1928 ganz einzustelleu.
Einspruch der Ehristlichen Gewerkschaft.
Duisburg, 5. Dez. Der Christliche Metallarbeiterverband hat im Hinblick auf die drohende Betriebsstillegung an den Reichsarbeitsmini st er ein Schrei, den gerichtet, in dem es heißt: Wir halten uns verpflichtet, Ihnen mitzuteilen, daß die Forderungen des Christlichen Metall- arbeiteroerbandes klar erkennen lassen, daß es falsch ist, wenn die Industrie behauptet, die Gewerkschaften verlangten die Durchführung des schematischen Achtstundentages für die gesamte eisenschaffend« und eisenverarbeitende Industrie, vollen Lohnausgleich usw. Wir müssen Einspruch erheben gegen die Darstellung, deren sich die deutsche Großeiien-ndustue in ihrer Zuschrift vom 2, Dezember be-