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Freitag, WB.Nw.lSN

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Aörüstungsöebatte im Unterhaus

15 UjWntn seiMIm dtbksm ten Fr eden Sie NMMmttkomrrtnz eine g gebrnische Sofie

London, 24. Noo. Die Unterhausdebatte jbcr internationalen 'trieben und Abrüstung Wurde von M a c b o n a l d eingeleitet, ber fol­gende Entschließung einbrachte:

Sag Haus bedauert be mangelnde Vorbereitung der Regierung für die Gen­fer Floftenabrüftungvkonfrrenz und d.n mlitärisckrn Charakter der britischen De­legation für diese Konferenz, der in ernste« Matz? zu dem Fehlschlag dieser Konferenz beitrug, den langsamen Fortschritt der vom Sollet» iund eingesetzten vorberei» tenden Kommission für die 916« rLstungskoukereuz und die Ab­lehnung der britischen Regierung, die Prinzipien der Schiedsgerichtsbarkeit an- zunehmen, sowie ein durch den Völkerbund garantiertes Thema für die inter- »«iouale Sicherheit vorzulcgea."

Mocdonald nahm eingehend auf Lord Cecils Kucktritt Bezug und erh'irte, er hoffe, das Haus werde die Regierung zwingen, in Genf Witzuaibeiten an Abrüstung, Lchiedsgerlchts- krheit und internationaler Sicherheit. Die mzige Aussicht auf ein Uebereinhommen be­sehe darin, daß England und Amerika jeden Echritt tun, um die Gefahr eines Krieges zu vermeiden.

Chamberlain wies die Behauptung zu- uck, daß bei der Mar^neabrüftungskonferenz lie britische Delegation einen Militär» chen iharalrtrr gehabt hol e. ? i dem Kabinett «gehörige Mi"ister seien mit der Delegation ffwesen. Die Konferenz fei von den Vereinig­en Staaten eirbetufen worden, und weil die tiiische Regierung die Einladung nicht obe ab leb neu wollen, sei die Kon- aenz nicht diplomatisch vorderes- rt worben. Ter Verlauf 'er Konferenz fei me Lehre bcfür gewesen, daß nur auf Grunb crgfältiger Vorbereitung und indem man sich die nötige p.eit gönne, eine Konferenz, sogar euch eine Konferenz des Völkerbundes zu einem glücklichen Resultat kommen könne.

sk. London, 25. Roo. Nach Chamberlain trgriff Kenworthy das Wort. Während einer Ausführungen ging plötzlich das Licht m Unterhaus aus. Die Debatte mußte daher Aitmeilig eingestellt werden.

Nach Wiede-autnahme der Sitzung des Un= krhaufes fetzte Kenworthy feine Rede fort *ti) fragte den Staatssekretär für Luftfahrt, tib die deutsche Regierung alle Beschränkungen 16r die britischen Zivilflugzeuge, die deutsches Gebiet überflogen, zu- tiichgezogen habe, und welche Maßnah­men für die Schaffung einer Luftverkehrslinie Hendon Prag getroffen feien.

Lo/b <2 a f f a n erroiberte, die Antwort auf diese Frage werde in dem offiziellen Bericht enthalten sein. Im Juni fei ein englisch-, deutsches Verkehrsabkommen unter« Zeichnet worden, vor seiner Ratifizierung müß­ten jedoch noch bestimmte Gesetze in Deutsch- i°nd erlassen werden.

Im weiteren Verlauf der Abrüstungsdebatle Erklärte Lloyd George,

di« Deutschland durch den Friedensvertrag nuserlegten Bedingungen feien die schwer. Sen feit dem Panischen Kriege. Sic feien auferlegt als erster Schritt zur allgemeinen Berminderung der Rüstungen.

15 Millionen bereiten sich in Europa aus einen Krieg vor.

solange wir nicht die Aushebung zum Kriegs- petift abgeschafft haben, werden wir nichts er» wichen.

Lloyd George fuhr fort, die Seeabrüstungs- ^nferenz fei eine algebraische Posse gewesen. Es nehme daher nicht Wunder, daß W Nichts zustande gebracht hat. Wir müssen

ein gewisses Risiko hinsxytlich des Friedens auf uns nehmen, wie wir dies hinsichtlich des Krieges getan haben. Er fehe allerdings kein Risiko, denn er erblicke keinen Feind am Horizont.

Wenn die ungeheuren Armeen weitet be­stünden, so fei der Krieg in Europa ebenso unvermeidlich wie vor 1914.

Noel Buxton (Arbeiterpartei) sagte, ein Beweis für den Mißerfolg Locarnos fei. daß die Abrüstung nicht fortschreite.

Der erste Lord der Admiralität, Bridge« man, erklärte, der nichtig« britische Dor- Mag in Genf habe sich auf die Verminde­rung ber Größe der Schlachtschiffe be­zogen. Er verstehe nicht, warum dieser Vor- g für Amerika unannehmbar i.croefen fei, der bereitwilligst von Japan ange­nommen wvrdcn fei. Er hoffe immer noch.

ft Moskau. 25. Nov. In einer Rede auf dem Kongreß der kommuntsilchen Partei der Ukraine in Charkow ve» tonte Rykow in Dear.twortung ber un. längst gehaltenen Rede Baldwins, naß die Sowjet-Regierung die Wiederaufnahme der diplomati­schen und der Handelsbeziehungen auf Grund der von Baldwin ausgestellten gegenseitigen Bedingung, sich jeder Ein­mischung in die inneren Verhältnisse des andern Landes zu enthalten, nicht ad­le h n e. Daß von Seiten der Regierung Englands keinerlei offiziellen oder off jt« ösen Vorschläge zur Wiederaufnahme diplomatischen Beziehungen vorliegen, gebe jedoch An'asi zu der Annahme, daß Bald­wins Rede n u r d e n Z n t e r e s s en d e r Wahlkampagne Rechnung trage Die Initiative zur Aufnahme der Be­ziehungen müsie von der englischen Regierung ausgehen, da ja auch die Ini­tiative zum Abbruch von ihr ausgegan­gen fei.

Zu der Abberufung Rakowskis vom Pariser Botschafterposten erklärte Rykow, bei der Lösung dieser Frage sei die Sowjet-Regierung davon ausgegangen, daß die Aufrechterhaltung der diplomati­schen und der Handelsbeziehungen zwischen der Sowjet-Union und Frankreich notwen­dig und so die Frage der Person des Bot­schafters dem gegenüber von unterge­ordneter Bedeutung fei.

Ferner erklärte Rykow, die Entwickelung der Ereigni^e zeige, daß die englische Re- gierung in ihrer Politik der Isolierung der Sowet-Union keinen Erfolg er­zielte In dem Verlaus von zwei Jahren habe sich die internationale Lag« wieder­holt sehr stark zugespitzt. Auf der Grund­lage einer relativen Stabilisierung des Kapitalismus feien in einer ganzen Reihe von Ländern die am weitesten rechts­stehenden bürgerlichen Parteien zur Macht gelangt, was auch eine verstärkte Feind- feeligkeit gegen die Sowjet-Union zeitigte. In einer Reihe von Fällen sei die Sowjet- Union einem Kriege nahe gewesen' doch dank ihrer konfeguent friedfertigen Politik sei es der Sowjet-Regierung gelungen, den Frieden zu sichern. Gegenwärtig sei die Lage günstiger als vor einem halben Jahr.

Ueberreichung rusiischer Noten in Warschau und Kotvno.

sk. Warschau, 25. Nov. Der Gesandte ber Sowiet-Reaieruna in Warschau. Bogo-

' afj ihn auch Amerika annehmen werde. Der Vorschlag würde über 50 Millionen Pfund Sterling an Ausgaben ersparen. Bridgeman '-ß. da der Wille zum Frieden in Groß- britanien, Amerika und Japan besteht, ist eine genaue Formulierung der Begrenzung

der Rüstungen nicht von wesentlicher Bedeutung.

Dringend notwendig ist es zu versuchen, alle zwischen den drei Ländern bestehenden Diffe­renzen aus der Welt zu schaffen, um so der Welt die Versicherung zu geben, daß keine ber drei Mächte den Krieg wünscht.

Die Resolution der Arbeiterpar« tei wurde daraus mit 316 gegen 105 Stirn- men abgelehnt, dagegen ein konservativer Ab­änderungsantrag, der die Politik der Regie­rung billigt, mit 288 gegen 66 Stimmen angenommen.

molew, hat gestern der polnischen Regierung eine Note übet den polnisch.litauischen Streit« fall überreicht. DemGlas Prawdy" zu« folge ist die Note im gleichen Sinne gehalten wie die letzthin in ber ,.I ft w e ft 11 a" erschie­nenen Ausführungen über die gleiche Frage Die Note hebt dem Blatte zufolge insbefon« bere die ernste Gefahr hervor, die ven Frieden bedrohen würde, wenn Litauen feine Unabhängigkeit verlieren sollte.

Gazetta Watszawska" erfährt daß auch in Kowno eine Note der Sowjet-Regie» rung über den polnisch-litauischen Konflikt überreicht wurde. Marschall P i l s u d s k i ist heute früh aus Wilna nach Warschau zurück« gekehrt. Nahezu alle Blätter verzeichnen das Gerücht, daß außer dem Minister des Aeußern Zaleski, der am 2. Dezemi-r nach Gens abreift, auch möglicherweise Marschall Pil« sudski selbst in Gens erscheinen werde, vm den polnischen Standpunkt in der litauischen Frage persönlich zu verteidigen. Eine amtliche Be­stätigung dieser zuerst aus Wilna verbreiteten Nachricht liegt noch nicht vor.

Der üuWrnit Ww.nows In Berlin

Serif n, 24. Nov. Zur kur,«« «* Wesenheit des Ches» der Sowjetdelegatiou für die vorbereitende Abrüstungskon erenz, Litwinow, in Berlin, da» er bereit» morgen wieder verlasien wird, bemerkt die Deutsch« Allgemeine Zeituna". dah Lit­winow, wie da, für den Ches einer diplo­matischen Miffio» selbstverständlich ist, im Auswärtigen Amt vorfprrchrn und dem Reichsauhenminifter Dr. Strefemaan eine« Besuch abftwtten wird. Zu den in der ausländischen Presi« erschienen-» Kom­mentaren zum Aosenthalt Litwinow» in Berlin, die besagen, datz der Sowjet- vertreter sich mit dem Reichraußen- minifter über eia g e m e i»s a m e» v o r. gehen der deutschen und russi­schen Delegation auf der Genfer Konferenz besprechen würde, erNärt das Blatt, daß diese Kommentare nach jeder Richtung unbegründet seien. Eine derartige Besprechung sei ja auch an und für sich vollständig überflüssig, da die Eineftllung der deutschen Regierung zu den Problemen, die auf der vordere tenden Abrüstungskonferenz besprochen werden, genügend bekannt sei. Außerdem sei die Vertretung der deutschen Stellungnahme zur AbrüstungsfraAe in Genf so klar, dah es keiner besonderen Besprechung mit irgend einer Delegation bedarf, um sich über die einzuschlagende Taktik zu einigen.

Want - England - NanlrM «ftenfiamt Erklärungen WM

Nach dem Tode NmlimmS

C t"ng ber rumänischen Kammer.

fl. Bukarest. 25. Rov. Die Sitzung der Kammer wurde nachmittag« unter dem Borsitz Saveano« eröffnet. Die Tribü­nen waren boll besetzt. Alle Abgeordnete, Liberale wie Mitglieder der Opposition, standen auf, al« Daca den Erlaß zur Er­nennung der neuen Regierung verlaß. Vertreter der Regierung und aller Par­teien sprachen Worte der Anerkennung für Bratianu. Die Sitzung wurde dann zum Zeichen der Trauer aufgehoben.

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Sämtliche Berliner Blätter schenken beut überraschenden Tobe Bratianu 4 , dessen innen« und außenpolitische Folgen noch gar nicht abzusehen seien, größte Beachtung. Nach derDeut­schen Tageszeitung" roirb das Ber­schwinden Bratianus für all« Gegner oer Dynastie Bratianu" das Signal jein, auf legalem oder illegalem Wege das herr­schende System mit verdoppelter Kraft zu bekämpfen. Dabei wird es sich zunächst um bas Verlangen nach Neuwahlen unb nach Umgestaltung der Re­gent schäft hanbem, wobei vielleicht auch Ansprüche Caroes auf den Thron wieder mitspielen. DieKreuzzei­tung" erinnert, wie auch die anderen. Blätter, daran, baß Bratianu es war, der im Weltkrtege im Kronrat die Neu­tralität Rumäniens durchsetzte, um spä« t e r nach dem Tode des allen Kvnigtz immer offensichtlicher den Ein­tritt Rumäniens in den Krieg an der Seite der Alliierten vorzube« r e it e n. In derD. A. Z." heißt es: Der Name Bratianu wird immer mit der Geschichte Rumäniens verbunden sein, allerdings wird erst eine spätere Zeit darüber das Urteil fällen, ob der Vater des jetzt verstorbenen Ministerpräsidenten oder der Sohn der Größere war. Dio Tägliche Rundschau" sagt, daS rumänische Volk hat ihm materiell viel zu danken. Er hat die rumänischen Stämme geeint zu einem großen Reich doch fein Ansehen wird nicht rein in der Geschichte dastehen, da er es nicht verstanden hat, die Idee über feinen persönlichen Vor­teil und feinen Egoismus zu stellen. DieGermania" bezeichnet al$ bett Kern de« Kampfes zwischen Carolisten unb Bratianisten, der durch den Tod Bratia- nui in ein neue« Stadium getreten ist, den Gegensatz zwischen dem A lt- r « tch unb den neuerworbenen Ge­bieten, die sich gegen die veralte- t e n Verwaltungsmethoden ber liberalen Regierung unb gegen die korrumpierte Herrschaft Bratianu« verwahren. Das B. T." sagt: De Lage des Landes ist ernst. Man muß wünschen, daß auf dem demokratischen Wege einer unbeeinflußten Befragung des Volkes die Lösung der. schweren Gegensätze gefunden werden möge. DieB o s s. Z t g." weist dar» auf hin, daß außenpolitisch die Stellung Rumäniens durch den Tod Brattanus in­sofern berührt werde, als Frankreich in dem Toten einen seiner Ge« treuesten auf dem Balkan oer» Here. DerVorwärts" schloßt seine Betrachtung: Der StfjneHigfeit4re» färb, ber in der Ernennung des jüngere« Bruders zum Ministerpräsidenten gezeigt wurde, dewelstt, daß die Dynastie Bra­tianu ihre Herrschaft für äußerst gefährdet hält.

Stubentenbemenpretien in Belgrad.

Belgrad, 24. Rov. öin« gestern abend vom Verband bet Stuben!en ber Uni­versität Belgrad, einberufene Der- fammlung mit dem Thema »Die Bedeutung des franzöfisch-jugvflawischen Paktes", in ber mehrere Llniversitätsproseslvren daS Dort er­griffen. verwandelte sich in eine wahrhafte Kundgebung zu Sheen Frank- re ichS. Die Teilnehmer der Kundgebung versuchten später, die Hauptstraßen zu durch­ziehen, stießen aber auf die von ber Pollze: gezogene Absperrung. S« kam zu lebhaften Tumulten, bei denen Defchäftdaus- lagcn zertrümmert wurde«.