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Snzeiger für (Las früher kurheffische) Oberhessen - BerkünöigungsdiaN für WaSt und Kreis Marburg
Das neue belsiMe Kabinett
Satem wirk« RwUtrvrWrsl
Brüssel, 22. Nov. Der König empfing heute vormittag den bish.eigen Ministerpräsidenten Zaspar und den Kammerpräsidenten Brunet. Der König forderte Zaspar auf. das neue Kabinett zu bilden. Die christlich-demokratische (klerikales Partei hat beschlossen, sich an dieser Regierung zu beteiligrn. Die neue Regierung, die im Parlament eine Mehrheit von 15 Stimmen hat, setzt sich wie folgt zusammen:
Zaspar, Ministerpräsident.
Z a n s o n, Zustizminister (liberal, Delegierter beim Völkerbund).
W a u t h e r s, Kultusminister (liberal). Hymans, Außenminister (liberal).
Sippen», Eijenbahnminister (liberal), ehemaliger Gouverneur von Belgisch- Kongo).
De Broqueville, Kricgsminifter.
B a e l s, Sandwirtschaftsminister (kath., Flame).
van Overberg h, Innenminister, (christl. Demokrat).
H e y m a n n, Arb.ttsminister (christl. Demokrat).
Reu eingetreten find Sippen», Janson, van Overbcrgh und Heymann.
Die konservativen, liberalen und klerikalen Blätter Belgiens bringen in ihren
Kommentaren zu der Regierungskrise ihre Freude darüber zum Ausdruck, daß die Zusammenarbeit mit den Sozialdemokraten ein Ende gefunden habe. Besonders begrüßen sie den Rücktritt Banderveldes, dessen Außenpolitik sie mißbilligten.
Eine Entschließung der belgischen Sozialisten.
Brüssel, 22. Nov. Die Fraktionen der Rechten und der Linken werden morgen Sondersitzungen abhalten. Der Nationalrat der Liberalen ist für den 27. November einberufen. Die Gruppe der sozialistischen Fraktionen hielt eine Sitzung ab. Die sozialistischen Minister legten die Tatsachen dar, die zur Demission des Kabinetts geführt haben. Man nahm dann eine Entschließung einstimmig an. in der es heißt: Die sozialistische Parlamentsgruppe nimmt unter Berücksichtigung der Tatsache, datz die katholischen und liberalen Mitglieder der Regierung, nachdem sie ihr Unvermögen, in der Frage der Dienstzeit eine Lösung zu finden zu erkennen gegeben haben und nicht einmal dir ganze Frage den parlamentarischen Kommissionen zur Prüfung unterbreiten wollten, die zu diesem Zwecke eingesetzt und unter Hinzuziehung von Sachverständigen zu arbeiten gehalten sind, von der Erklärung der sozialistischen Minister Kenntnis und billigt einstimmig ihre Haltung. Sie fordert die Arbeiterklasse auf, mit doppelter Energie den Kampf für die Reform der sechsmonatioen Pachtverträge und für die sozialen Sicherungen aufzunehmen.
Sie LtMiWen
Berlin, 22. Nov. Der preußische Staats' rat trat am Dienstag zu einem auf drei bis vier Tage berechneten Sitzungsabschnitt zusammen. Bei Eröffnung der Sitzung gedachte Präsident Adenauer verstorbenen Staatsratsmitgliedes, Geheimen Justizrat Neinhard - Osnabrück. In kurzer Sitzung erledigte der Staatsrat zunächst das Gesetz über die Erweiterung des Stadtkreises Emden.
Zu der förmlichen Anfrage des Zentrums über die S r n t e s ch a n e n in den West» Provinzen fand ohne Aussprache Annahme der Antrag des Wirtschastsausschusses. der die folgende Entschließung vorgeschlagen harte: Den Landwirten in den betroffenen Gebieten ist die Möglichkeit zu schaffen, für das vernichtete Brotgetreide, Futter- und Saatgtreide Ersatz zu schaffen, dementiprechend ihnen durch Vermittlung der landwirtschaftlichen Genossenschaflsverbände möglichst billige Staatskredite zur Verfügung zu stellen, ferner sind Erleichterungen in steuerlicher Hinsicht durch Stundung bezw. Niederschlag
sowie Schonung bei Einziehung der fälligen Staatskredite zu gewähren.
Der neu Etat soll im Ausschuß beraten wer- der, und zwar am 30. November bis 3. Dezember. Am 9. Dezember soll die Plenar- beratung beginnen, die man bis spätestens 13. Dezember abschließen will.
Die nächste Sitzung findet am Mittwoch nachmittag statt.
91230 Mi eihortit
fk. Emden, 22. Nov. Nach einem hier eingegangenen Funkspruch aus Horta ist entgegen anderslautenden Meldungen das Jun» kersslugzeug D. 1230 am Dienstag nicht nach Amerika gestartet. Es hat zwar bei günstigem Wetter und ruhiger See am Nachmittag zwei Startversuche gemacht, konnte aber nicht hochkommen.
sk. San Franzisko, 23. Nov. Der Flieger Giles mutzte, nachdem er 500 Meilen seewärts geflogen war, zurückkehren und landete in San Simeon in Kalifornien.
Der -erttsch-franzöWche KanöeSsverttav
Zn triter und zum er LeraAng vsm SWtag angenommen
Berlin, 22. Nov. In der heutigen ersten Reichstags fltzung der Lintertagung wurden zunächst eine Irite Novelle zum Hypothekenbank- Se setz und der Gesetzentwurf über die Pfandbriefe und verwandten Schuldver- Mireibungen öffent.lch-rechtlicher Kredit- enftaiten dem Volkswirtschaftlichen Ausschuß überwiesen. Der deutsch-tschechische Sertrag über den Bau einer Eifern bahn durch das Schweinitztal wird ohne De- datte in allen drei Lesungen, der deutsch- tichechische Vertrag über die Regelung der Kienzverhältnis'se in erster und zweiter Beratung angenommen. Es sorgt die erste Beratung des
deutsch-fvamzöfischen HnnvelAvertnngs.
Abg. H ö r n l e (Komm.) bezeichnet den Vertrag als ein neues Bekenntnis zur bochschutzzoll-Po.itik.
Abg. Wissel (Soz.): Bei künftigen Handelsverträgen müßten wesentliche Zoll- tetminberungen eintreten. Das deutsch- stanzösische Handelsabkommen entspreche nicht den Wünschen der Sozialdemokraten, aber es bedeute doch einen weiteren Schritt auf dem Wege der deutsch-französischen Verständigung.
Abg. von Richthofen (Dem.) fleht In dem Abschluß des Abkommens einen trhe blichen Fortschritt. Im Jn- presse des deutschen Weinhande.S müsse i6er ein anderes llversahreu-hoi der Vev- ollung der Weine in den Zollagern verengt werden. Als eine Frucht der ©euer Wirtschaftskonferenz sei die Einführung des Schiedsverfahrens bei Meinungs- derschiedenheiten aus dem Abkommen zu begrüßen.
Ministerialdirektor Posse vom Reichs- virtfchaftsministerium erklärt, die sm Ok- [r begonnenen Verhandlungen mit der
zöfischen Regierung über den Wa - austausch mit dem Saarge- t seien in den letzten Tagen wieder genommen worden. Heber die Vor- tng der noch in den Zollägern liegen« französischen Weine seien gerade Beratungen tm Sange. Zu der Frage allgemeinen Zollsenkung werde sich die Regierung Bet der Beantwortung der po- jia.demokratischen Interpellation äußern. , Damit schließt die Aussprache. Der Vertrag wird
in erster und zweiter Beratung a«.
Weiter beschloß der Ausschuß, daß die Höhe des Sterbegeldes sich nach dem Wohnort des Verstorbenen richten soll. Es soll, wenn der Tod die Folge einer Dienstbeschädigung ist,, betragen: Für die Orte der Sonderklasse 210 RM., für die Ortsklasse A 195 RM., für die Ortsklassen B und E 180 NM. und für die Ortsllasse D 165 RM., sonst ein Drittel dieser De- ttäge.
C'.'i Sintern W5t ter ManzminWr
Berlin. 22. Nov. Der Kabinett»- ausschuß für Borbereitung der Verwaltungsreform hielt am
Montag seine dritte Sitzung ab, in der er sich mit der Vorbereitung der vorläufig für Januar vorgesehenen Konferenz bei Sänderminister über den Einheitsstaat befaßte. Es wurde ein Vorschlag beschlossen, der darauf hinausläuft, den e i n« zelstaatlichen F i n a n z m i n i st e rn ein Einspruchsrecht gegen Par« lamentsbeschlüsse zu gebe«, die neue Ausgaben ohne Deckung vorsehen. Zm Falle diese« Einspruches sollen die Parlamente die beantragten Staats- ausgabcn nur durch eine qualifizierte Mehrheit bewilligen können.
genommen.
ter sofortigen Vornahme der britten Beratung widersprechen die Naiionaisozia- iisten. i.
Um 17 Uhr vertagt sich das Haus auf Mittwoch, 16 Uhr. Auf der Tagesordnung steht die dritte Beratung de- deutsch- französischen Handeisabkommens und des «rutsch-tschechischen Grenzvertrages sowie »ie erste Beratung des deutsch-südslavischen Handelsvertrages.
KrirgSteschüb.'s eniür’orce
93 er 14 n, 22. Nov. 3m Reichstags- visschuß für Kriegsbeschädigtenfragen durde der Gesetzentwurf zur Abänderung des Reichsversorgungsgesetzes 6ib anderer DersorgungSgesetze weiterberaten. CS wurde beschlossen, dem §36, 2bs. 1 des Re ichsvers orgungsgesetzes fol- Senben Satz hinzuzufügen:
»Der Tod gilt stets als Folge einer Dienstbeschädigung, wenn ein Rentenempfänger an einem Leiden stirbt, das als Folge einer Dienstbeschädigung anerkannt dar und für das er bis zum Tode Rente bezogen hat."
. Nach bisherigem Recht, muhte auch in kn Fällen, in denen der Beschädigte an feinem Versorgungsleiden starb, nachge- hrüst werden, ob das Leiden seinerzeit zu «echt als Folge einer Dienstbeschädigung Anerkannt worden ist; bei Verneinung der Trage durfte nur ein Test des Sterbegeldes bezw. der Witwenrente gezahlt werden, »et Ausschuß will durch den gefaßten Beschluß diese Nachprüfung besei- Eigen, da sie als Härte empfunden worden ist.
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Das Statistische Reichsamt veröffentlicht als vorläufiges Ergebnis der in Durchführung befindlichen großen Finanzstattstil den Zuschuhbedarf der öffentlichen Verwaltung im Deutschen Reich in den Rechnungsjahren 1913—1914 und 1925—1926.
Erfaßt wird nur der sogenannte Zuschuhbedarf, d. h. der Bedarf, der nicht durch Gebühren und Erwerbseinkünfte gedeckt wird, also der Bedarf, der eine tat- tatsächliche Belastung der Allgemeinheit bedeutet. Nicht berücksichttgt ist daher In dieser Statistik der durch Anleiheaufnahme gedeckte Ausgabenbedarf, da Anleihen erst bei ihrer Verzinsung und Tilgung eine Belastung zur Folge haben.
Der gesamte Zuschuhbedarf für 1925 bis 1926 wird auf 11 871 Millionen Reichsmark beziffert gegen 5 408 Millionen RM. in den letzten Jahren 1913—1914 die Belastung pro Kopf ist von 93,56 auf 190.2 RM. gestiegen. Der Zuschußbedarf ist dem- nach um 6,5 Milliarden RM. gestiegen und damit die Belastung auf den Kopf der Bevölkerung um 106,3 d. H.
Allein die inneren und äußeren Kriegslasten erfordern einen Mehrbedarf von 2,7 Milliarden Reichsmark (1,8 Milliarden inneren und äußeren Kriegslasten erfordern einen Mehrbedarf von 2,7 Milliarden Reichsmark (1,8 Milliarden innere Kriegslasten, d. h. DersorgungSgebühren ufn>. und 0,9 Milliarden äußere Kriegslasten). Der daneben wichtigste Mehrbedarf tritt bei der Wohlfahrtspflege auf; das gesamte Wohlfahrtswesen einschließlich der Erwerbslosenfürsorge und des Wohnungswesens erforderten 1913 mir einen Zuschuß von 570 Millionen Mark, 1925 dagegen 2 840 Millionen Reichsmark. Der Zuschußbedarf ist hier also um 2,3 Milliarden gestiegen. Die Steigerung auf den übrigen Verwaltungsgebieten ist gegenüber denjenigen bei den Kriegslasten und der Wohlfahrtspflege nicht von so wesentlich« Bedeutung. Zu nennen sind noch die VollS- und Fortbildungsschulen mit einem Mehrbedarf von 490 Millionen Reichsmark. Eine Verringerung de« Bedarfs von erheblicher Bedeutung ist demgegenüber nur bei der Wehrmacht eingetreten, die 1925 nur 625 Millionen Reichsmark" Zuschuhbedarf gegenüb« U Milliarden 1913 aufweist.
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.eint Mtlltme“
Unter dieser Aeberschrift äußert sich die „Tägliche Rundschau- -u der Die- bergabe der gestrigen Stresemann- rebe durch den „Vorwärts. Da« so- zialisttsche Organ habe versucht. auS dem Zusammenhang gerissene Aeußenmgen beS ReichsauhemninisterS eine ganz falsche Deutung zu geben. Bei d« Bemerkung über die ständige Wiederkehr von Weih- nachtskrisen handele e« sich um eine launige Bemerkung, ab« selbstverständlich nicht um die Ankündigung von politisch« Ereignissen. Da« die Aeuherung über Mo Koalition mit den Deutschnationalen angehe, so habe Dr. Stresemann auf eine Rede des deutschnattonalen 2tbgeorbneten Wallraf Bezug genommen, worin dies« t» Braunschweig auSgeführt habe, die Koalition fei keine Liebe«- sondern eine Der- nunftehe, und sie werde sich« da« Fest o« silbernen Hochzeit nicht feiern. Dr. Stresemann habe diese Bemerkung de« deutschnattonalen Redner« ledigllch unterstrichen,
Der Kampf in der Zt^rrenintzusteio. \ fk. Berlin, 28. Ree. Morgen tritt des Bundesausschuß des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbunde» |u einer Sitzung zusammen. Die der JBorwätte" erfährt, wird der Bundesausschuß in dieser Sitzung auch zu bet Aussperrung in der Iigarrenindustrie Etel- lung nehmen. j